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Ruhrgebiet, 24. Oktober 2025

Hallo zusammen,

das Stadtbild gehört zu den wichtigsten Themen bei der Kommunalwahl im September in Nordrhein-Westfalen. Natürlich war es unangebracht von Friedrich Merz, die bedenkliche Entwicklung des Stadtbildes in vielen Kommunen einseitig mit Asylbewerbern in Verbindung zu bringen. Die Ursachen für den sichtbaren Verfall sind vielfältig und betreffen ganz unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und Missstände.

In ostdeutschen Städten tragen Neonazis ebenso wenig zu einer angenehmen Atmosphäre bei wie drogenabhängige Menschen in der Dortmunder Fußgängerzone. Auch antisemitische Demonstrationen, an denen teilweise arabischstämmige und auffällig gekleidete Personen teilnehmen, sorgen für Spannungen im öffentlichen Raum.

In Städten wie Gelsenkirchen, Hagen und Duisburg ist die Vermüllung in bestimmten Vierteln ein ernstes Problem. Diese Stadtteile werden häufig von Zuwanderern aus Bulgarien und Rumänien bewohnt. Gleichzeitig fehlt es den Kommunen an finanziellen Mitteln, um Grünanlagen angemessen zu pflegen.

Im Ruhrgebiet ist der Verfall von Wohnhäusern, Schulen und anderen städtischen Gebäuden deutlich sichtbar. All diese Entwicklungen zeigen: Deutschland wird ärmer.

Stefan Laurin
Herausgeber

 

Unsere Themen der Woche:


Norbert Bolz in einer Phoenix-Talkshow Screenshot: Ruhrbarone


Der Vorgang an sich klingt wie aus einem schlechten Lehrbuch zur Erosion der Meinungsfreiheit: Bei Norbert Bolz, einem der bekanntesten Medienwissenschaftler des Landes, rückte am Donnerstag, 23. Oktober 2025, die Polizei an. Der Grund: Ein X-Post aus dem Januar 2024, in dem er ironisch auf eine (mittlerweile geänderte) Schlagzeile der taz reagiert hatte. Seine Formulierung „Deutschland erwache“ wurde nun zum Anlass für ein Ermittlungsverfahren wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Hausdurchsuchung bei Norbert Bolz – ein unglaublicher Vorgang mit Signalwirkung und notwendigen Konsequenzen  (Abre numa nova janela)

Kunstwerk Bochum Ehrenfeld Foto: Laurin



Grüne Moral und Wirklichkeit klaffen ein weiteres Mal auseinander: Während man sich darin gefällt, Merz zu kritisieren und zu stigmatisieren, bevorzugt man Stadtteile mit einem niedrigen Migrantenanteil und ist bemüht, den eigenen Nachwuchs auf Schulen zu schicken, in denen es keine Kinder gibt, die kein Deutsch können, der Park bestens gepflegt ist und es mehr vegane Eisdielen als Dönerbuden gibt.
Stadtbild: Merz sagt, was Grünen-Wähler denken (Abre numa nova janela) 


Güner Yasemin Balcı und Gastgeber Ahmad Omeirate von der Caritas Herne Foto: Laurin


Güner Yasemin Balcı ist Autorin, Filmemacherin und die Integrationsbeauftragte des Berliner Bezirks Neukölln. In Herne las sie aus ihrem Buch Heimatland. Balcı lehnt jeden Kulturrelativismus ab:
„Wenn gesagt wird, man muss alles vom Anderen akzeptieren, weil das ja seins ist – wenn der die kleinen Mädchen zwingt, dass sie sich komplett verschleiern müssen und sie nicht mehr Fahrrad fahren dürfen, dann sei das halt Religionsfreiheit. Ich sehe ganz klar eine Grenze überschritten.“
„Ich lehne jede Form von Kulturrelativismus ab“  (Abre numa nova janela)

Martin Hagen Foto: FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Martin Hagen, der Geschäftsführer der Denkfabrik Republik 21, sagt im Interview mit den Ruhrbaronen, dass die SPD eine Chance hätte, wieder Volkspartei zu werden, wenn sie eine an Industriearbeitsplätzen orientierte Wirtschafts- und Energiepolitik machen und sich an der Migrationspolitik der Sozialdemokraten in skandinavischen Ländern orientieren würde. Jetzt laufen ihre Wähler zur AfD über.
Die kulturelle Hegemonie, der politische Zeitgeist sind oft entscheidender als die Frage, welche Partei grade den Kanzler stellt“ (Abre numa nova janela)

 

Demo gegen die AfD 2024 in Bochum Foto:Sebastian Bartoschek


Das blaue Gespenst: Die CDU ringt mal wieder um den Umgang mit der AfD. Die Frage ist jedoch nicht: Zusammenarbeit mit ihr – oder nicht?
Sondern: Wann machen Union und SPD endlich eine Politik, die wieder mehr Bürger von ihnen und der Lösungsfähigkeit der Demokratie überzeugt?
Das blaue Gespenst (Abre numa nova janela)

 

Zahl der Woche

Das Auto ist nach wie vor das bevorzugte Verkehrsmittel für Berufspendler in Nordrhein-Westfalen. Laut vorläufigen Ergebnissen des Mikrozensus 2024, die das Statistische Landesamt Information und Technik Nordrhein-Westfalen veröffentlicht hat, nutzten 68 Prozent der abhängig Beschäftigten im Land überwiegend den Pkw für ihren Arbeitsweg.
Auto bleibt Verkehrsmittel Nummer eins für Pendler in NRW (Abre numa nova janela)

 

Ruhrbarone Kulturtipp

Phoenix des Lumières in Dortmund im Oktober 2025. Foto: Robin Patzwaldt

Seit Kurzem läuft in Dortmund die neue Doppel-Ausstellung Monet – Meister des Impressionismus und Rousseau: Dschungel aus Farben – und Robin Patzwaldt hat sich das Ganze natürlich sofort angeschaut. Schon beim Betreten der Halle war er wieder in dieser besonderen Stimmung: das gedämpfte Licht, die hohen Wände, die sanfte Musik. Es fühlte sich für ihn ein bisschen an wie nach Hause kommen.
Phoenix des Lumières in Dortmund: Mit Monet und Rousseau zurück zu den Wurzeln (Abre numa nova janela)

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