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Die spätberufene Muse …

Warum uns das Alter auf dem Weg zum eigenen Buch keine Grenzen setzt

In diesem Artikel berichte ich von eigenen Erfahrungen und erkläre gern, warum Frauen 50+ schreiben und ihre Bücher selbst veröffentlichen sollten.

Mein direktes Umfeld weiß, dass ich etwas mit Schreiben zu tun habe. Die meisten wissen, dass ich in früheren Jahren mal eine Buchhandlung und später viele Jahre einen Verlag mein Eigen nannte. Und dass ich Kurse gebe und ein paar Bücher geschrieben und veröffentlicht habe, ist ebenso bekannt. So weit, so gut.

Heute Morgen aber passierte es schon wieder. Meine Physiotherapeutin sprach mich bei der Behandlung an. „Sag mal, du machst doch was mit Büchern und kennst dich da aus … Ich hab‘ eine Bekannte, die ist sehr depressiv, und die meinte kürzlich zu mir, ihre Lebensgeschichte mal aufzuschreiben, könnte ihr guttun. Aber die weiß nicht, wo sie anfangen soll. Und Geld hat sie auch nicht viel. Schreiben würde sie aber ganz gern. Geht das? …“

Vor meinem geistigen Auge sah ich bereits all die Wenn‘s und Aber‘s, die noch aufs Tapet kommen würden, während die Muskeln meines Rückens von der Kneterei langsam wieder lebendiger wurden. ‚Kommt davon, Gudrun,‘ dachte ich, ‚wenn man so viel am PC sitzt und schreibt …‘

Meine Masseurin war ein paar Sekunden still, dann fügte sie hinzu: „Aber die ist schon 60. Vor ein paar Tagen geworden. Und jetzt ist es ja wohl zu spät, noch Schreiben zu lernen. Und wie schreibt man überhaupt ein Buch? Und wer verlegt es dann?“

Bei „Aber die ist schon 60 …“ wurde mir ganz mulmig und ich runzelte ungläubig die Stirn, was meine Therapeutin leider nicht sehen konnte. Schließlich verzeichne ich schon 64 Jahre auf meiner Lebendigkeitsskala und hatte – und habe – noch lange nicht vor, mich auf das Abstellgleis des Lebens zu stellen. Hatte ich doch gerade an den hiesigen Volksschulen angefragt, ob ich dort nicht ein paar Kurse geben könnte, um andere – auch ältere Menschen – im Schreiben und modernen Veröffentlichen zu unterrichten.

Ich gab ihr später meine Visitenkarte für ihre Bekannte und schlug vor, dass diese mich unverbindlich zu einem Käffchen einladen sollte, ich würde für die erste Orientierung gern Rede und Antwort stehen.

Ich glaube aus tiefstem Herzen, es ist nie zu spät, etwas Neues zu lernen. Es ist nie zu spät eine neue Geschichte des Lebens zu beginnen. Es ist nie zu spät eigene Lebenserfahrungen aufzuschreiben, denn jede Lebensgeschichte ist es wert, erzählt und später gelesen zu werden.

Ich vergleiche das Leben gern mit einer Schule, in der wir ständig dazu lernen. Bis zum Lebensende, bis zum letzten Atemzug. Und je mehr Erfahrungen wir in dieser Lebensschule sammeln, desto reicher und tiefer wird unsere Schreibpalette sein. Wir können im fortgeschrittenen Alter unserer Farbpalette so viele Zwischentöne einfügen, dass wir unendlich Stoff zur Verfügung haben, um viele, viele Seiten zu füllen und diese der Nachwelt zu hinterlassen.

Mit zunehmendem Alter gewinnen wir doch an Klarheit und Tiefe, können die Dinge des Lebens auf ganz andere und einzigartige Weise reflektieren. Diese Eigenschaften, die nicht jede von uns schon in jungen Jahren hatte, machen unsere Geschichten interessant, einzigartig und berührend.

Ich glaube, es ist eine Volksweisheit, die besagt: „Erfahrung ist nicht das, was einem passiert, sondern das, was man daraus macht." Und man sagt auch, dass man aus Erfahrung klug wird – nur nicht jeder. Aber jeder, der schreibt, wird daraus klug, denn Schreiben trägt das besondere Flair in sich, das die Wahl der Worte uns berühren und verändern kann.

Durch das Schreiben wird eine Lebenserfahrung in kreative Energie umgewandelt – sie wird im Sinne des Zitates zu einer wahrhaftigen Erfahrung, die durchlebt wurde, so dass wir Rückschlüsse daraus ziehen können und vielleicht wahrhaft weise werden.

Und diese Weisheit ist ganz besonders den schreibenden Frauen über 50 inne, die wahre Reife und eine unermessliche Lebenserfahrung haben.

Wir Frauen über 50 haben in der Regel ein reiches Leben hinter uns, auch wenn es manchmal „nur“ die Fülle an Erfahrungen ist, die wir mit uns rumschleppen.

Diese wertvollen Erfahrungen bieten einen unerschöpflichen Fundus an Geschichten, Emotionen und Perspektiven, die in ihren Werken zum Ausdruck kommen können und zur Bereicherung von vielen anderen Frauen werden.

In diesem Sinne möchte ich Frauen über 50 ermutigen, ihre Schreibtalente (endlich) zu entdecken und zu entwickeln. Wir haben mit unseren vielfältigen Lebenserfahrungen und unserem angehäuften Wissen eine einzigartige Stimme, die es in jedem Fall wert ist, gehört zu werden.

Auch die späte Blüte der Rose reckt sich noch nach den Sonnenstrahlen, sie entfaltet ihre Schönheit vollkommen und durftet betörend.

Sei wie die späte Rose, die einfach blühen will, weil es ihre Bestimmung ist.

Schreibe dein Buch, denn es ist nie zu spät, mit dem Schreiben zu beginnen und erfolgreich zu sein.

„Das Leben beginnt erst im zweiten Akt", hat ein kluger Kopf mal von sich gegeben. Lassen wir doch die Altersgrenze hinter uns und die zweite Hälfte unseres Lebens die produktivste und erfüllendste sein!

Wenn ich dir mit deinem Buch weiterhelfen kann, buche einfach ein kostenloses Erstgespräch mit mir und dann schauen wir, ob und wenn ja wie ich dir zur Seite stehen kann!

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Tópico Schreiben & Übungen

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