Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Was für ein Jahr. Wenn man 2025 mit einem Wort zusammenfassen müsste, würde ich ABSURD auswählen. Ich möchte aber im letzten tag-eins-Newsletter des Jahres nicht den hundertsten Jahresrückblick liefern, davon gibt es eh schon viel zu viele. Lieber möchte ich den Platz nutzen, um Danke zu sagen. Danke für euren Support für tag eins, Danke für das Lesen dieses Newsletters und eure umfassende Bereitschaft, unabhängigen Journalismus weiterhin zu unterstützen.
Für den Journalismus in Österreich, aber auch anderswo, war 2025 kein leichtes Jahr. Die massiven Umsatzeinbrüche am Werbemarkt und die generelle Wirtschaftsflaute treffen die Medien und uns Journalist*innen hart. Und trotzdem muss es irgendwie weitergehen, auch im kommenden Jahr – am besten weiterhin mit deiner Unterstützung. Denn weniger Journalismus ist auch keine Option!

Außerdem geht es heute noch um die Ukraine, um die Suspendierungen an Schulen und das Neujahrskonzert.

Ukrainefrieden: Wackelnde Gespräche nach Angriffsvorwurf
Es ist angesichts von fast vier Jahren Angriffskrieg schwer zu glauben, dass der russische Präsident Vladimir Putin jemals ein ernsthaftes Interesse an einem Frieden in der Ukraine hatte. Nachdem die Gespräche zwischen den USA und der Ukraine laut den Beteiligten zuletzt recht positiv verlaufen seien und die Ukraine ihre Bedingungen für ein Kriegsende nochmal deutlich gemacht hat, wackelt der Fortschritt nun wieder.
Russland wirft der Ukraine nämlich vor, Putins Residenz mit Drohnen angegriffen zu haben, der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyjj bezeichnete den Vorwurf als Lüge. Es gäbe keine Beweise für den Angriff und Russland versuche, damit den Friedensprozess zu unterminieren, heißt es von ukrainischer Seite laut Standard-Liveticker (Abre numa nova janela). Die Sprecherin des russischen Außenministeriums hatte eine „Antwort“ auf den vermeintlichen Angriff angekündigt. Von Seiten des Kremls heißt es, die Ukraine wolle mit dem „Angriff“ gezielt die Verhandlungen zum Einsturz bringen, Trump zeigt sich verärgert.

Suspendierungen: Mehr Gewalt an Schulen, neue Regeln 2026
Ein Ausschluss vom Unterricht ist das allerletzte Mittel und trotzdem gab es dieses Jahr 2.187 Fälle, in denen Kinder und Jugendliche in Österreich aufgrund von Gewaltausübung temporär von der Schule suspendiert worden sind. Seit letztem Jahr (2024: 2.000 Fälle) sind die Zahlen leicht angestiegen, vor der Pandemie waren es nur 1.000. Die meisten Suspendierungen in absoluten Zahlen passieren an Mittelschulen, gefolgt von Volksschulen.
Schüler*innen, die mehrfach wegen Gewalt, Sachbeschädigungen oder Ähnlichem auffallen, können bis zu vier Wochen lang vom Unterricht ausgeschlossen werden. Ab kommendem Jahr gibt es neue Regelungen, um Betroffenen die Wiedereingliederung in den Schulalltag zu erleichtern. So kommen Suspendierte ab Herbst 2026 in die sogenannte Suspendierungsbegleitung. Im Ausmaß von bis zu zehn Stunden pro Woche gibt es dann eine verpflichtende Teilnahme an psychosozialen Maßnahmen oder Projekten in oder außerhalb einer Schule. Dazu kommen maximal zehn Stunden Unterricht, damit der Wiedereinstieg besser gelingt, berichtet unter anderem der Standard (Abre numa nova janela).

Neujahrskonzert 2026 erstmals mit Werken von zwei (!) Komponistinnen
Wenn es mit der Diversität in dem Tempo weitergeht, gibt es frühestens 2100 das erste Mal ein Neujahrskonzert mit einer weiblichen Dirigentin. Aber: Immerhin werden beim kommenden Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker am 1. Jänner erstmals sogar Werke von zwei Komponistinnen aufgeführt. Zum einen ist dies die Strauß-Zeitgenossin und Stehgeigerin Josephine Weinlich mit ihrer Polka Sirenen Lieder, zum anderen die afroamerikanische US-Komponistin Florence Price mit ihrem Rainbow Waltz.
Generell ist das diesjährige Neujahrskonzert geprägt von frischen Wind, denn Yannick Nézet-Séguin, ein mit 50 Jahren für das Neujahrskonzert recht junger Dirigent, gibt sein Debüt am Taktstock. Zur Diversität des Neujahrskonzerts liefert der Standard (Abre numa nova janela) eine gute Einordnung. Zu den problematischen Wurzeln (NS-Zeit) des weltweit übertragenen Wiener Kulturgroßereignisses gibt es eine Spurensuche im Geschichte-Blog Wasbishergeschah (Abre numa nova janela).

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Betongold in Zwischenbrücken
Leistbarer Wohnraum wird auch in Wien immer mehr zur Seltenheit. Das ist aber weniger Naturereignis als bewusste Spekulation mit Luxusimmobilien.
Das Lokalmedium Zwischenbrücken hat sich in einer Serie dem sogenannten Betongold in der Brigittenau und der Leopoldstadt gewidmet. Nun wurde sogar eine Kurz-Doku zum Thema veröffentlicht.
https://www.youtube.com/watch?v=qcA83bks-BM (Abre numa nova janela)
Aus dem KR-Archiv: Vielleicht ist Liebe nur ein statistischer Zufall
Was ist der Unterschied zwischen einer Freundschaft und einer Liebesbeziehung? Sex ist es nicht. Sonst wären wir wie Präriewühlmäuse.
https://krautreporter.de/sinn-und-konsum/4605-vielleicht-ist-liebe-nur-ein-statistischer-zufall? (Abre numa nova janela)
Was sich in Österreich 2026 ändert
Unser letztes Fundstück in diesem Jahr ist eine Serviceleistung – mit 2026 wird einiges neu in Österreich. Das Profil hat in seinem heutigen Morgennewsletter einen kompakten Überblick der wichtigsten Änderungen im kommenden Jahr. Was in der Aufzählung fehlt: Ab 1. Jänner fällt die Umsatzsteuer auf Periodenprodukte und Verhütungsmittel weg (Abre numa nova janela), eine große Errungenschaft.
https://kurier.activehosted.com/index.php?action=social&chash=76c7c563b32ad9d8d09c72a2d17c90e1.21837&s=3dcd5c9db9f9daf85a594092ef2e0dcd (Abre numa nova janela)Hofft einfach mit aller Kraft auf ein besseres 2026 und wünscht einen guten Rutsch:
Emil