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„Hauptsache, du kriegst kein Kind”

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Ist dir schon mal aufgefallen, dass die Krähen manchmal grau und manchmal schwarz sind? Ob du es glaubst oder nicht, das ist kein Zufall. Es gibt nämlich die sogenannte europäische Krähengrenze: Im Westen von Österreich findet man überwiegend die komplett schwarzen Rabenkrähen, im Osten eher die graugemusterten Nebelkrähen. Das berichtet der ORF ausführlich (Abre numa nova janela)

Ich vergesse hingegen immer wieder den Unterschied zwischen Raben und Krähen. Dabei unterscheiden sie sich lediglich in der Größe und es handelt sich nicht um eine trennscharfe biologische Einteilung. Es sind beides sogenannte Rabenvögel. 

Statt unnützem Krähen-Wissen gibt es heute auch noch ein Update aus dem Iran-Krieg, eine besonders für Medien spannende Entwicklung im Wöginger-Prozess und Informationen über das Scheitern der Justizreform in Italien.

Schöffensenat untersagt Live-Ticker bei Wöginger-Gerichtsprozess

Eigentlich hätte es ein ruhiger vorletzter Tag der Zeugenbefragungen im Prozess gegen ÖVP-Klubobmann August Wöginger und zwei Finanzbeamte werden können. Wir haben berichtet. (Abre numa nova janela) Doch die Verteidiger eines Angeklagten haben sich etwas einfallen lassen. Sie stellten einen Antrag, mit dem die Liverberichterstattung aus dem Gerichtssaal, etwa der berüchtigte Ticker des Standard (Abre numa nova janela) sowie der APA, untersagt werden soll. Die Begründung: Andere Zeug*innen könnten live mitlesen und in ihrer Meinung und ihren Aussagen beeinflusst werden. Das Schöffengericht hat dem Antrag stattgegeben und den Liveticker bis zum Ende des Beweisverfahrens tatsächlich untersagt. Der Standard berichtet nun in Form eines Artikels (Abre numa nova janela), der laufend aktualisiert wird. Auch das will einer der Anwälte offenbar nicht, denn diese periodischen Zusammenfassungen aus der Gerichtsverhandlung seien mit einem Liveticker gleichzusetzen. 

Die Einschätzung der rechtlichen Lage dazu ist nicht ganz einfach. Es ist bisher noch nicht vorgekommen, dass so ein Liveticker während eines Prozesses direkt untersagt wird. Jedoch hat der Obersten Gerichtshofs (Abre numa nova janela) in einem Urteil 2025 dazu festgestellt, dass ein Untersagen von Live-Berichterstattung in Einzelfällen unter bestimmten Umständen erlaubt ist. Dabei muss aber immer abgewogen werden, ob die Interessen, die für eine Untersagung sprechen, das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Öffentlichkeit auf Information (EMRK Art. 10) ausstechen. Wie diese Abwägung im konkreten Fall passiert ist, lässt sich aktuell schwer nachvollziehen, die Richterin meinte aber, man habe abgewogen. 

Meloni scheitert in Italien mit Justizreform

Eigentlich wollte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Sonntag eine grundlegende Justizreform durchbringen. Doch daraus wurde nichts: In einer Volksabstimmung lehnten knapp 54 Prozent der Italiener*innen die Pläne der rechten Regierungschefin ab. Meloni hat gestern am Nachmittag ihre Niederlage eingestanden. Rechte Parteien in Italien kritisieren seit Jahrzehnten, die dortige Justiz stehe politisch eher links. Melonis Koalition aus rechten und konservativen Parteien wollte das System deshalb umbauen. 

Wie genau, erklärt die Tagesschau (Abre numa nova janela). Kritiker*innen sahen dadurch die Unabhängigkeit von Richter*innen und Staatsanwält*innen in Gefahr. Gleichzeitig gibt es laut ntv (Abre numa nova janela) durchaus Einigkeit darüber, dass Reformbedarf besteht: Verfahren dauern in Italien oft deutlich länger als in vielen anderen Ländern. Die taz (Abre numa nova janela) hebt hervor, dass das Referendum vor allem auch als Stimmungstest für Melonis Regierung galt. Mit Blick auf die Parlamentswahlen im September 2027 könnte die Opposition nun neuen Auftrieb bekommen. (Luzia Geier)

Iran-Update: IEA warnt vor schwerer Energiekrise, Trump im Zickzack-Kurs

Die Angriffe auf den Iran durch die USA und Israel gehen weiter, der Iran reagiert mit Gegenschlägen. Seit knapp drei Wochen ist der Krieg in große Teile des Nahen Ostens zurückgekehrt. Schätzungen gehen von bis zu tausend Todesopfern aus. Eine Strategie von US-Präsident Donald Trump lässt sich hinter seinem Angriff nicht wirklich erkennen, der öffentliche Widerstand auch aus den eigenen Reihen wird immer größer. Medienberichten zufolge überlegen auch mehrere Golfstaaten einen Kriegseintritt. 

Trump hatte dem Iran am Wochenende ein Ultimatum bis gestern Nacht gestellt, wonach Angriffe auf wichtige Energieinfrastruktur folgen sollen, wenn der Iran die Blockade der „Straße von Hormus“ nicht aufgibt. Der Iran verhindert als Reaktion auf die Angriffe fast jeglichen Warenverkehr durch besagte Meerenge, was global zu steigenden Preisen fossiler Brennstoffe wie Öl und Gas führt. Trump hat sein Ultimatum dann gestern überraschend um fünf Tage verschoben, da es „produktive Gespräche mit dem Iran“ geben soll. Der Iran dementiert das aber. 

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat aufgrund der Unsicherheiten rund um die Öl- und Gaslieferungen gestern Befürchtungen geäußert, wonach uns die größte Energiekrise seit Jahrzehnten bevorsteht. Gleichzeitig wird auch hierzulande über Maßnahmen gegen die hohen Spritpreise diskutiert. Die Regierung versucht aktuell noch vergeblich, eine der beiden Oppositionsparteien (Grüne oder FPÖ) von ihren Plänen zu überzeugen. Einmal mehr zeigt sich in der aktuellen Situation, welche Konsequenzen die starke Abhängigkeit von fossilen Energieträgern gesellschaftlich und wirtschaftlich immer noch hat. 

Der Standard informiert mit einem Liveticker (Abre numa nova janela).

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

„Hauptsache, du kriegst kein Kind” 

Über viele Monate hat die inklusive Redaktion andererseits recherchiert, heute kann man sich das Ergebnis endlich anschauen. Die neue Doku „Hauptsache, du kriegst kein Kind“ zeichnet eindrücklich nach, wie Menschen mit Behinderungen heutzutage immer noch ohne ihre selbst-bestimmte Einwilligung sterilisiert werden. Die Ursachen dafür sind vor allem zu wenig Wissen bei Ärzt*innen, Unsicherheiten von Betreuungspersonen sowie große Barrieren im Gesundheitssystem. Der Standard (Abre numa nova janela) und die SZ (Abre numa nova janela) greifen die Recherche auf. 

Ich durfte die Redaktion dabei unterstützen, alle Fakten genau zu überprüfen, deshalb bin ich zweifelsohne biased. Trotzdem lege ich dir diese wichtige Recherche ans Herz und empfehle, auch den Journalismus von andererseits mit einem Abo zu unterstützen. 

https://www.andererseits.org/sterilisation/ (Abre numa nova janela)

7 Schritte, wie du die perfekte Verschwörungserzählung erfindest

Wann, wenn nicht jetzt? Es ist der perfekte Zeitpunkt, in das Geschäft mit der Angst einzusteigen. So gelingt es auch dir.

https://krautreporter.de/politik-und-macht/6268-7-schritte-wie-du-die-perfekte-verschworungserzahlung-erfindest#lesen (Abre numa nova janela)

Initiative stellt Forderungen nach Fall Fernandes

Eine Initiative von über 250 Frauen aus Deutschland fordert die deutsche Bundesregierung auf, einen 10-Punkte-Plan zum Gewaltschutz von Frauen umzusetzen. Die Initiatorinnen sind die Autorin Düzen Tekkal, die Politikerin Ricarda Lang und die Aktivistin Kristina Lunz. Auch Österreicherinnen wie Beatrice Frasl oder Mari Lang sind unter den Unterzeichnerinnen. Gefordert werden unter anderem die Strafbarkeit der Erstellung und Verbreitung sexualisierter Deepfakes, wie im Fall von Collien Fernandes, und die Ausarbeitung eines Nationalen Plans zum Schutz vor Männergewalt.

https://centreforfeministforeignpolicy.org/2026/03/23/in-solidaritat-mit-collien-fernandes/ (Abre numa nova janela)

Wünscht sich, dass ganz viele Menschen die Recherche von andererseits anschauen:

Emil

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