Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Keine Ahnung, wie es dir damit geht, aber mir drückt das seit Wochen andauernde graue, neblige Wetter schon ziemlich aufs Gemüt. Auch wenn das bei mir keine ausgeprägte saisonale Depression ist, so freu ich mich dennoch über Abhilfe. Und da deuten neue wissenschaftliche Erkenntnisse einmal mehr darauf hin, dass Sport quasi eine Wunderwaffe gegen psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen sein kann.
In einer sogenannten „Umbrella-Studie“, einer Meta-Analyse von Meta-Analysen, die im British Journal of Sports Medicine (Abre numa nova janela) veröffentlicht wurde, zeigte sich, dass körperliche Aktivität, etwa Ausdauertraining oder auch Tanzen, in vielen Fällen gleich gut oder sogar besser wirkt als medikamentöse Therapie und psychotherapeutische Ansätze. Mehr Hintergründe dazu finden sich im Standard (Abre numa nova janela).
Wer sich selbst nicht zu Sport motivieren kann, dem hilft es vielleicht auch, sich ein bisschen mit Olympia abzulenken. Da gibt es auch heuer wieder recht kuriose und sehenswerte Disziplinen. Ich empfehle etwa Ski-Freestyle Dual Mogul (Abre numa nova janela), heuer erstmals Skibergsteigen (Abre numa nova janela) oder auch Curling (Abre numa nova janela) (ja, das ist das Komische mit den Besen).

Außerdem geht es heute um den Wöginger-Prozess, die Verschärfungen der EU-Asylgesetze und einen Skandal, der aktuell Ungarn beschäftigt.

ÖVP-Klubobmann Wöginger wegen möglichem Postenschacher vor Gericht
Heute geht der Prozess gegen den ÖVP-Klubobmann August Wöginger und zwei weitere Finanzbeamte in die nächste Runde. Im vergangenen Oktober standen die drei Männer bereits das erste Mal wegen Amtsmissbrauch bzw. Anstiftung zum Amtsmissbrauch vor dem Landesgericht in Linz. Damals haben sie aber – für viele überraschend – eine Diversion angeboten bekommen, die das Oberlandesgericht anschließend aufgehoben hatte.
Aber von vorne. Es geht kurz gesagt um mutmaßlichen Amtsmissbrauch bzw. Anstiftung zu demselben: Wöginger und die Beamten sollen dafür gesorgt haben, dass ein ÖVP-Parteifreund die Leitungsfunktion eines Finanzamts in Oberösterreich übernehmen konnte, obwohl es eine qualifiziertere Bewerberin gegeben hätte. So lautet der Vorwurf der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Mehr Hintergründe liefert ORF.at (Abre numa nova janela).
Nachdem die Beschuldigten im Rahmen des Prozesses im Oktober Verantwortung für ihre Fehlleistungen übernommen hatten, ermöglichte das Gericht ihnen eine Diversion, das heißt, dass sie ohne Verurteilung davonkommen und lediglich eine Geldstrafe bezahlen müssen. Das Oberlandesgericht hat diese Entscheidung aber aufgehoben, deshalb müssen sie sich nun erneut vor Gericht verantworten.
Im Standard-Liveticker (Abre numa nova janela) konnte man den ersten Prozesstag heute live verfolgen. Wöginger plädierte auf nicht schuldig, hat aber auch angekündigt, im Falle einer Verurteilung nicht zurücktreten zu wollen. Die Anwälte der Angeklagten wollen nun aufgrund eines möglichen Verfahrensfehlers im Zuge der Aufhebung der Diversion durch das Oberlandesgericht den Verfassungsgerichtshof einschalten. Darüber gibt es heute vom Gericht aber noch keine Entscheidung. Am 26. Februar geht der Prozess weiter.
In der gestrigen ZIB2 (Abre numa nova janela) ordnet die Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle den Prozess ein, er sei für die ÖVP „sehr unangenehm“.

EU verschärft Asylregeln
EU-Staaten sollen Asylsuchende künftig auch in sogenannte Drittstaaten abschieben dürfen, zu denen die Betroffenen keinerlei persönliche Verbindung haben. Das hat das Europäische Parlament gestern beschlossen. Entscheidend ist, dass es ein Abkommen zwischen dem EU-Staat und dem jeweiligen Drittland gibt. Der Beschluss wurde vor allem mit Stimmen aus dem konservativen und rechten Lager durchgesetzt. Linke, Grüne und Sozialdemokraten stimmten überwiegend dagegen. Menschenrechtsorganisationen warnen, dass damit wichtige Schutzrechte für geflüchtete Menschen weiter geschwächt würden.
Zusätzlich führt die EU eine gemeinsame Liste sogenannter sicherer Herkunftsländer ein: Marokko, Tunesien, Ägypten, Kosovo, Kolumbien, Indien und Bangladesch. Die Liste ist für alle EU-Mitgliedstaaten bindend, heißt es beim Spiegel (Abre numa nova janela). Für Menschen aus diesen Ländern sollen Verfahren künftig schneller ablaufen. Das bedeutet keine automatische Abschiebung, aber die Hürden für Schutz in der EU steigen. Die Tagesschau (Abre numa nova janela) betont, dass die Beweislast nun stärker bei den Asylsuchenden liegt. Einen ausführlicheren Überblick zu den neuen Regelungen, die als Teil des EU-Migrations- und Asylpakets im Juni in Kraft treten sollen, bietet ZDFheute (Abre numa nova janela).
Eine aktuelle Recherche der New York Times (Abre numa nova janela) zeigt die schockierenden Zustände in den „Einreisezentren“ in Osteuropa. Geflüchtete dürfen nach den EU-Regeln in jene Länder, über die sie in die EU eingereist sind, abgeschoben werden. Dort werden sie dann unter menschenunwürdigen, haftähnlichen Bedingungen für bis zu 18 Monate festgehalten, wenn sie nicht in ihr Heimatland zurückkehren wollen, wie besagte Recherchen etwa für Bulgarien belegen. (Luzia Geier, adaptiert von Emil Biller)

Wahlkampf in Ungarn: Skandal um gesundheitsgefährdende Akkufabrik
In Ungarn läuft der Wahlkampf vor den anstehenden Parlamentswahlen im April auf Hochtouren. Nun sieht sich die Regierung von Viktor Orbán mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Das ungarische Onlinemedium telex.hu (Abre numa nova janela) hat gestern einen investigativen Bericht veröffentlicht, wonach der ungarische Außenminister Péter Szijjarto trotz klarer Hinweise auf akute Gesundheitsgefährdung gegen die Schließung einer Samsung-Akkufabrik in der Kleinstadt Göd lobbyiert haben soll.
Bereits 2023 wurde der Regierung demnach vom Inlandsgeheimdienst ein Untersuchungsbericht vorgelegt, der schwere Mängel im Arbeitsschutz und Gesundheitsgefährdung durch giftigen Staub bestätigte. Die Regierung soll sich schlussendlich aber vor allem auf Drängen des Außen- und Investitionsministeriums dazu entschieden haben, lediglich eine Geldstrafe gegen Samsung zu verhängen und das Werk nicht zu schließen, um den aufstrebenden Batterie- und Akkuwirtschaftssektor nicht zu gefährden. Szijjarto kündigte noch gestern an, Telex sowie den Journalisten und auch den Oppositionsführer Péter Magyar aufgrund dieser „Lügen“ zu verklagen. Eine inhaltliche Widerlegung der Vorwürfe legte er allerdings nicht vor.
Die Wahl im April wird mit Spannung erwartet, da einer Oppositionspartei erstmals nach fast 16 Jahren nahezu autokratisch regierender Orban-Regierung wieder Chancen für einen Sieg zugerechnet werden. In den meisten Umfragen liegt TISZA unter der Führung von Magyar vor Orbans FIDESZ.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

So sind Essens-Lieferanten in Wien untergebracht
Wie der Falter diese Woche berichtet, gibt es im 14. Bezirk in Wien ein Haus, wo Essenskuriere unter widrigsten Bedingungen untergebracht sind: Es gibt Schimmel an der Wand, keine Heizung und der Putz bröckelt von der Wand. Matthias Winterer liefert die Hintergründe.
https://newsletter.falter.at/n4rGyVmI7knNhR (Abre numa nova janela)
„Heated Rivalry“: Spart euch das Buch, die Serie ist besser
Auf einmal ist Konsens sexy.
https://krautreporter.de/leben-und-lieben/6244-heated-rivalry-spart-euch-das-buch-die-serie-ist-besser? (Abre numa nova janela)
Wie KI Forscher*innen dabei half, ein antikes Spiel zu entschlüsseln
Bei der ganzen berechtigten Skepsis gegenüber Künstlicher Intelligenz gibt es doch ein paar Anwendungen, vor allem im wissenschaftlichen Bereich, die mich abholen. Darunter fällt unser heutiges Fundstück.
Forschende aus den Niederlanden haben mithilfe eines KI-Programms ein Spiel aus dem antiken Rom wieder spielbar gemacht. Sie haben dazu eine KI mit verschiedenen anderen Spielregeln ähnlicher antiker Spiele gefüttert und sind so auf die richtige Spielweise gestoßen.
Das Beste: Man kann das Spiel gratis runterladen und selbst nachspielen. Wie im Alten Rom.
https://www.maastrichtuniversity.nl/news/thanks-ai-we-can-play-roman-game-again (Abre numa nova janela)Will als alter Spielliebhaber das römische Spiel mal selbst ausprobieren:
Emil