Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
726 antisemitische Vorfälle hat (Abre numa nova janela) die Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde für das erste Halbjahr 2025 erfasst. Das ist etwas weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs, aber immer noch mehr als doppelt so viel als im ersten Halbjahr 2023, vor dem Terrorangriff der Hamas in Israel und dem Ausbruch des Gaza-Kriegs.
Am häufigsten kam es zu israelbezogenem Antisemitismus, gefolgt von antisemitischem Othering und der Relativierung der Schoa. Die Vorfälle hatten sowohl linke, rechte als auch muslimische Hintergründe.
Und sie ziehen sich bis ins Parlament, wie eine unserer Meldungen heute zeigt.

Außerdem geht es heute um die Bürgermeisterwahl in New York und die Klimaziele der EU.

Zohran Mamdani ist der neue Bürgermeister von New York
New York hat einen neuen Bürgermeister. (Abre numa nova janela) Wie erwartet heißt er Zohran Mamdani. Der 34-jährige Demokrat erreichte rund 10 Prozent mehr, als sein Konkurrent Andrew Cuomo, der als Unabhängiger antrat, der republikanische Kandidat lag weit dahinter. Nach Angaben der New Yorker Wahlbehörden war die Wahlbeteiligung die höchste seit 1969.
Mamdani ist der jüngste Bürgermeister, den New York je hatte. Außerdem ist er die erste muslimische Person, die dieses Amt bekleidet. Er könnte sich zu einem wichtigen Gegenspieler zu Donald Trump entwickeln. Dieser drohte an, im Falle von Mamdanis Wahlsieg New York die Bundesmittel zu kürzen. Mamdani gilt als „sozialistischer Demokrat“. Er plant unter anderem einen Mietendeckel, kostenlose Kinderbetreuung und Verbesserungen für den öffentlichen Verkehr. Finanziert werden soll das durch höhere Steuern für Reiche und Unternehmen. In seiner Siegesrede sprach Mamdani von einem neuen Zeitalter ohne leere Versprechungen und adressierte auch direkt Donald Trump.
Die Zeit nennt Mamdanis Wahlsieg eine „historische Chance“ (Abre numa nova janela) für die US-amerikanische Linke. Wie Mamdanis linke Kommunikation gelingt, hat (Abre numa nova janela) Natascha Strobl für moment.at (Abre numa nova janela) analysiert.
Auch in New Jersey und Virginia entschieden (Abre numa nova janela) die demokratischen Kandidatinnen die Gouverneurswahlen für sich. Die Wahlen gelten in vielen Medien als Stimmungstest (Abre numa nova janela) in den USA. Überraschend ist vor allem, wie deutlich die Wahlsiege ausfielen, kommentiert Korrespondentin Barbara Wolschek im Ö1-Morgenjournal.

EU beschließt abgeschwächtes Klimaziel
18 Stunden verhandelten (Abre numa nova janela) die EU-Umweltminister*innen über das Klimaziel. Heute Morgen kam dann das Ergebnis: eine Einigung auf ein abgeschwächtes Klimaziel für 2040.
Die Treibhausgasemissionen sollen im Vergleich zu 1990 um 90 Prozent gesenkt werden, bis zu 5 Prozent davon dürfen durch zugekaufte Emissionszertifikate aus dem Ausland ausgeglichen werden. Also muss die EU den Ausstoß von Treibhausgasen um 85 Prozent senken. Ursprünglich waren nur drei Prozent Zukauf vorgesehen. Polen und Ungarn waren zwar dagegen, konnten die Vereinbarung aber nicht blockieren. „Wir glauben, dass wir die Grundlage für eine politische Einigung haben“, sagte ein Sprecher Dänemarks, das derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat. Die Entscheidung hätte (Abre numa nova janela) eigentlich schon im September fallen sollen. Auf Druck von Mitgliedsländern – unter anderem Österreich – wurde sie aber verschoben.
Derweil steuert (Abre numa nova janela) die Erde auf 2,8 Grad Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts zu und die Emissionen befinden (Abre numa nova janela) sich weiterhin auf Rekordniveau.

Symposium für Antisemiten im Parlament
Ein bisschen untergegangen ist diese Meldung, deshalb holen wir sie heute noch einmal vor den Vorhang: Am 11. November soll im Parlament das Dinghofer-Symposium stattfinden. Die blaue Organisation will über Zensur diskutieren. Nationalratspräsident Walter Rosenkranz hat eigentlich angekündigt, aus Sparmaßnahmen weniger externe Veranstaltungen im Parlament zuzulassen, das Dinghofer-Symposium darf aber stattfinden.
Das Dinghofer-Institut verehrt seinen Namensgeber immer noch. Franz Dinghofer war ein großdeutscher Politiker in den 1920er-Jahren. Er gilt als Mitbegründer der 1. Republik. Außerdem war er von 1907 bis 1918 der Bürgermeister von Linz, Antisemit und später NSDAP-Mitglied. (Bis heute ist übrigens eine Straße in der Linzer Innenstadt nach ihm benannt.)
Historiker*innen fordern in einem offenen Brief die Absage des Symposiums. Auch der Rosenkranz-Vorgänger Wolfgang Sobotka kritisiert (Abre numa nova janela) das Vorgehen ungewohnt scharf. Er wirft Rosenkranz bewusste Provokation vor und sagt in einer Aussendung: „Das Parlament darf kein Ort für Geschichtsklitterung sein.“ Kritik kam auch von SPÖ, Grünen, Neos und ÖVP.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Kulturjournalismus für alle
Heute empfehle ich keine einzelne Recherche, sondern mal auf der Website kulturknistern.at (Abre numa nova janela) vorbeizuschauen. Das Onlineportal möchte zugänglichen Kulturjournalismus für alle produzieren. Zurzeit findet sich auf der Seite zum Beispiel ein interessantes Interview mit der Regisseurin Kurdwin Ayub, Kulturtipps für November und eine Besprechung des neuen Asterix-Bandes.
https://www.kulturknistern.at/ (Abre numa nova janela)
Ich will kein drittes Kind, Instagram!
Sehe ich zum vierten Mal das eine T-Shirt auf Instagram, will ich es kaufen. Jetzt spült mir der Algorithmus Babybilder rein.
https://krautreporter.de/sinn-und-konsum/6105-ich-will-kein-drittes-kind-instagram#lesen (Abre numa nova janela)
Was Catcaller gemeinsam haben
Eine Studie der Universität Salzburg mit dem klingenden Titel „Did Your Mum Not Hug You Enough? Attachment Experience and Callous-Unemotional Traits in Catcalling Behaviour of Men“ (Abre numa nova janela) hat untersucht, warum Männer auf der Straße Frauen belästigen und welche Eigenschaften diese Männer gemeinsam haben. Befragt wurden 155 Männer zwischen 19 und 83 Jahren. 90 Prozent davon haben laut Studienautor*innen schon einmal übergriffiges Verhalten gezeigt. (35 Prozent davon haben einer ihnen unbekannten Frau schon mal gesagt, dass sie mal lächeln soll, was die Autorin dieser Zeilen nicht sonderlich überrascht zurücklässt).
Untersucht wurden Persönlichkeitsmerkmale wie Gefühlskälte und Empathiemangel sowie frühe Bindungserfahrungen der Befragten mit den Eltern. (Kleiner Spoiler, es sind nicht nur die Mütter schuld, wie man aufgrund des catchy Titel vielleicht annehmen könnte). Beate Hausbichler hat mit den Studienautor*innen gesprochen, auch Nils Pickert kommentiert (Abre numa nova janela) die Studie im Standard.
https://www.derstandard.at/story/3000000294236/warum-viele-maenner-catcalling-noch-immer-mit-komplimenten-verwechseln (Abre numa nova janela)Freut sich auf den Supermond (Abre numa nova janela) heute Abend:
Anna