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Hallo!
Die Berichterstattung und die Verteidigungslinie des Ex-ORF-Generaldirektors Roland Weißmann hat nun die betroffene ORF-Mitarbeiterin dazu gebracht, an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie muss das wohl machen, da es rund um den Rücktritt von Weißmann mittlerweile um Vieles geht – nur nicht um Sie.
Stattdessen haben zahlreiche Medien spekuliert, Narrative weitergedreht oder ungeprüft übernommen. Die Frau wurde dabei zur Spielfigur gemacht, mitunter gar zur angeblichen Marionette eines anderen ORF-Managers. Belege für solche Konstruktionen fehlen. Der Schaden hingegen ist greifbar. Der Fall entwickelt sich damit zunehmend zu einem Lehrstück – nicht nur über Machtstrukturen, sondern auch über die Grenzen und Fehlentwicklungen im Journalismus.
Soeben hat sich die Bundesregierung auf ein Paket zur Entlastung der Autofahrer*innen geeinigt. Nach dem Ministerrat verkündeten die Koalitionspartner am Mittwoch, dass die Mineralölsteuer leicht gesenkt werden soll – ein Zugeständnis an die ÖVP.
Gleichzeitig können Margen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bei Treibstoffpreisen eingefroren werden, wie es die SPÖ gefordert hatte. Zusammengerechnet sollen die Maßnahmen die Kosten an der Zapfsäule um rund zehn Cent pro Liter senken.

Ansonsten geht es heute um Missstände im ORF und im Strafvollzug und den Krieg gegen den Iran.

Betroffene ORF-Mitarbeiterin erhebt Vorwürfe: „‚Diskreditiert und instrumentalisiert‘
Über eine Woche ist der Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann nun her. Die Mitarbeiterin, deren Vorwürfe den Schritt auslösten, schildert nun ihre Sicht: Sie habe eine „wirkungsvolle und diskrete Lösung“ angestrebt, sagt sie im Gespräch mit dem Falter (Abre numa nova janela). Dass Weißmann nun gerichtliche Schritte androhe, „empfinde ich als ein unangenehm durchsichtiges Ablenkungsmanöver“. Anfang März ließ sie über einen Anwalt belastendes Material an die ORF-Gremien übermitteln – wenige Tage später trat Weißmann zurück. Die Vorwürfe sexueller Belästigung weist er zurück.
Die Dynamik danach beschreibt die Betroffene als erschütternd. Ihre „Opferrechte“ seien missachtet worden, sie sei „diskreditiert“ und zur Marionette fremder Interessen erklärt worden. Besonders empört zeigt sie sich über die Darstellung von Weißmanns Anwalt, der von einer einvernehmlichen Bekanntschaft spricht – inklusive Begrüßungsbussi und Umarmungen. Auch ein behauptetes Abendessen weist sie zurück. Es habe vor allem „nie eine Affäre” gegeben. Es sei zu keinem Zeitpunkt zu einem intimen physischen Kontakt gekommen. „Dies bin ich bereit, unter Eid zu erklären.“
Warum sie erst jetzt an die Öffentlichkeit ging, obwohl die Vorfälle aus dem Jahr 2022 stammen? „Ich brauchte Zeit, meine Angst zu überwinden“, sagt sie. Ausschlaggebend sei auch die Erfahrung gewesen, wie mit anderen Frauen im ORF umgegangen wurde, die Vorwürfe erhoben hatten.
Tatsächlich gab es in den vergangenen Jahren mehrere Fälle, die Zweifel an internen Mechanismen nährten – von arbeitsrechtlichen Konflikten bis hin zu Vorwürfen von Machtmissbrauch. Vertrauen in Gleichstellungsstellen oder Compliance-Strukturen habe sie daher nicht gehabt. Ihr Fazit fällt nüchtern aus: „Und da wundert sich noch jemand, dass ich einen anderen Weg gehen wollte?“

Tote Häftlinge: Interne Berichte zeichnen düsteres Bild des Strafvollzugs
Zwei Todesfälle in österreichischen Gefängnissen werfen ein grelles Licht auf strukturelle Defizite im Strafvollzug. Interne Untersuchungen zu den Justizanstalten Wien-Josefstadt und Hirtenberg zeichnen ein Bild aus Versäumnissen, mangelhafter Betreuung und organisatorischem Chaos, so der ORF (Abre numa nova janela).
Im Fall eines 23-jährigen Häftlings, der sich im Mai 2025 in der Josefstadt das Leben nahm, sprechen Experten von einem „Hochrisikofall“. Die Suizidgefahr war bekannt – Eltern und Ärztin hatten gewarnt. Dennoch fehlte jeder dokumentierte Kontakt zum psychologischen Dienst. Für Fachleute ist das unverständlich. Statt intensiver Betreuung blieb der Mann in einem Mehrpersonenhaftraum – eine Maßnahme, die als unzureichend gilt.
Entsprechend deutlich fällt die Kritik aus: Die Versorgung schwer psychisch Kranker sei „nicht ausreichend“. Künftig müssten Hinweise von Angehörigen und externen Experten stärker gewichtet werden. Zudem wird gefordert, etablierte Instrumente zur Suizidprävention konsequent einzusetzen.
Auch die Volksanwaltschaft sieht sich bestätigt. Ihr Befund: Gefängnisse sind für akut psychisch Kranke der falsche Ort. Es fehle an Personal und geeigneten Strukturen, um Betroffene adäquat zu versorgen.
Noch drastischer wirkt der zweite Fall. Ein Häftling starb im Dezember 2025 in Hirtenberg nach einer Amtshandlung. Die Justiz ermittelt gegen zwölf Beamte. Laut Bericht fehlten klare Abläufe, Einsätze verliefen unkoordiniert, Verstärkung wurde improvisiert angefordert. Hinzu kamen Dokumentationsmängel und Fehlentscheidungen.
Die Kritik reicht bis zur Ausstattung: Besonders gesicherte Hafträume weisen seit Jahren bekannte Mängel auf. Passiert ist offenbar wenig.

Russland liefert Iran offenbar militärische Hilfe
Russland intensiviert offenbar seine Zusammenarbeit mit dem Iran – und verschiebt damit die Kräfteverhältnisse im Nahen Osten. Wie das The Wall Street Journal (Abre numa nova janela)berichtet, versorgt Moskau Teheran inzwischen nicht nur mit Geheimdienstinformationen, sondern auch mit Satellitenbildern und Drohnentechnologie.
Der Zweck dieser Kooperation ist brisant: Demnach soll der Iran gezielt dabei unterstützt werden, Stellungen der USA in der Region ins Visier zu nehmen. Russische Geheimdienste hätten Standortdaten von US-Militäreinrichtungen geliefert – mit konkreten Folgen. Zuletzt sei es iranischen Einheiten gelungen, amerikanische Radaranlagen anzugreifen.
Hinter der Annäherung steckt offenbar Kalkül. Moskau habe ein Interesse daran, den Konflikt in der Region in die Länge zu ziehen, heißt es. Ein anhaltender Krisenzustand bindet nicht nur militärische Ressourcen der USA, sondern wirkt sich auch auf die globalen Energiemärkte aus – ein Faktor, von dem Russland profitiert.
Gestern Abend bestätigte der Iran dann, dass der 68-jährige iranische Sicherheitschef Ali Laridschani bei einem israelischen Luftangriff in Teheran getötet wurde. Nach dem tödlichen Angriff auf den Obersten Führer Ali Chamenei gilt das als wohl schwerster Schlag gegen das Regime seit Beginn des Krieges. Anders als Modschtaba Chamenei, der nach dem Tod seines Vaters als neuer Oberster Führer eher im Hintergrund agiert, war Laridschani deutlich sichtbarer. Details hat t-online (Abre numa nova janela).
Währenddessen ist US-Präsident Donald Trump weiter verärgert darüber, dass die Nato-Partner nicht an der Seite der USA und Israels in den Krieg eintreten wollen, und bezeichnete das gestern als „sehr dummen Fehler“. Dabei greift der Beistandsartikel des Nato-Vertrags (Abre numa nova janela) nur, wenn ein Mitglied angegriffen wird – bislang wurde er erst einmal ausgelöst, und zwar nach den Anschlägen vom 11. September 2001. (mit Material von Luzia Geier)

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Gekokst, gekifft, gemessen: Abwasser verrät Drogenkonsum in Österreich
Die neuesten Abwasserdaten zeichnen ein nüchternes Bild des europäischen Drogenkonsums.
https://www.wienerzeitung.at/a/gekokst-gekifft-gemessen-abwasser-verraet-drogenkonsum (Abre numa nova janela)
Volkskrankheit Rückenschmerzen, was hilft?
Fast jeder Mensch hat einmal im Leben Rückenschmerzen. Längst ist klar, was dagegen hilft. Warum bleibt das Problem so groß?
https://krautreporter.de/psyche-und-gesundheit/2462-volkskrankheit-ruckenschmerzen-was-hilft#lesen (Abre numa nova janela)
„Versäumte Erinnerung? Rechtsextremer Bombenterror 1993–1996“
Eine Serie von Anschlägen, lange unterschätzt, oft verdrängt: Die Initiative Antifaschistisches Gedenken legt mit ihrer Broschüre „Versäumte Erinnerung? Rechtsextremer Bombenterror 1993–1996“ den Fokus auf ein dunkles Kapitel der Zweiten Republik.
Im Zentrum steht der rechtsextreme Terror der 1990er-Jahre in Österreich – eine Gewaltwelle, die sich gezielt gegen Minderheiten richtete, gegen Menschen, die von Rassismus betroffen waren, und gegen jene, die sie unterstützten. Die Publikation zeichnet nach, was lange am Rand der öffentlichen Wahrnehmung blieb: ein Klima der Bedrohung, gespeist aus Hass und Ideologie.
https://initiativegedenken.noblogs.org/broschuere-versaeumte-erinnerung/ (Abre numa nova janela)Wünscht einen guten Mittwoch:
Markus