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Nur fünf EU-Hauptstädte haben eine Bürgermeisterin

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Vor Kurzem bin ich auf diesen spannenden Artikel im Spiegel (Abre numa nova janela) gestoßen. Darin geht es um ein Wissensquiz, das der Psychologieprofessor Joshua Greene entwickelt hat, um Anhänger*innen – sagen wir es mal euphemistisch – unterschiedlicher politischer Überzeugungen zusammenzubringen. 

Wie arbeitet man mit jemandem zusammen, der ganz anders denkt als man selbst? Wie schafft man trotz allem Respekt voreinander? Bei Greenes Wissenstest bilden zwei Personen ein Team, online müssen sie – nachdem sie sich ein bisschen kennengelernt haben – gemeinsam Fragen beantworten. Diese sind so konzipiert, dass mal die eine Person und mal die andere mehr weiß. Punkte gibt es nur, wenn sie dieselbe Antwort angeben.

Greene und sein Team haben dafür – in diesem Fall für die USA – erforscht, was eher Republikaner*innen wissen und was eher Demokrat*innen. Es geht um Fragen wie: Wie viele Migrant*innen werden in den USA straffällig? (Was Republikaner*innen überschätzen). Aber auch um Popkultur, etwa Serien, die eher bei der einen oder der anderen Gruppe beliebt sind. Das Spiel hat wohl einen messbaren Effekt, was gegenseitiges Verständnis betrifft. Greens Team arbeitet gerade an Versionen für andere Länder mit traditionell verwurzelten Spaltungen, etwa Nordirland oder Indien. Was wären wohl die Fragen in einer Österreich-Version?

Außerdem heute im Newsletter: EU-Mittel für sichere Abtreibungen, fünf Bürgermeisterinnen regieren in EU-Hauptstädten und Netflix zieht sich aus Warner-Bros-Deal zurück. 

EU-Gelder dürfen für Zugang zu sicheren Abtreibungen bereitgestellt werden

480.000 „unsichere Abtreibungen“ werden laut WHO in Europa jedes Jahr durchgeführt. In Malta ist Abtreibung immer noch verboten. Polen hat eines der schärfsten Abtreibungsgesetze in der EU. Dort, aber auch in anderen europäischen Ländern wie Italien, müssen Betroffene oft weite Strecken auf sich nehmen, um Ärzt*innen zu finden, die sie behandeln. Das ist sehr teuer für die Betroffenen. Auch in Deutschland und Österreich gibt es unterversorgte Regionen.

Mehr als 20 Millionen Frauen haben nach Angaben der Europäischen Bürgerinitiative  „My Voice, My Choice“ (Abre numa nova janela) in der EU keinen sicheren Zugang zu Abtreibungen. 2025 hat die Initiative über eine Million Unterschriften für den besseren Zugang zu sicheren Abtreibungen in der EU gesammelt. (Auch rund 25.000 Österreicher*innen haben unterschrieben, melden die Salzburger Nachrichten (Abre numa nova janela)). Die Initiative forderte (Abre numa nova janela) einen eigenen EU-Fonds für Betroffene, die dort, wo sie leben, nicht abtreiben können, und in eine andere Region oder ein anderes Land reisen müssen.

Nun hat die EU-Kommission entschieden: EU-Gelder dürfen für Hilfe bei Abtreibungen benutzt werden. Allerdings gibt es keinen eigenen Topf dafür. Neue Gelder werden also nicht bereitgestellt. Der bereits bestehende Europäische Sozialfonds (ESF) soll aber genutzt werden können, um grenzüberschreitende, sichere Abtreibungen zu erleichtern. Wie die einzelnen EU-Länder das machen, ist ihre eigene Entscheidung. Unterstützt werden können Bürgerinnen aus dem eigenen Land sowie aus anderen EU-Ländern.

Für die Initiative ist das ein Teilerfolg (Abre numa nova janela). „Zum ersten Mal betont die Europäische Kommission sehr deutlich, dass EU-Mittel genutzt werden können, um den Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen zu gewährleisten“, sagte Nina Kovac von „My Voice, My Choice“. Auch wenn sie enttäuscht sei, dass dafür keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt werden, sei sie froh, dass es nun „Optionen gibt“, wird sie im ORF zitiert. 

Die FPÖ kritisiert die Entscheidung, Grüne, SPÖ und Neos zeigen sich erfreut. Die Süddeutsche Zeitung kritisiert die EU-Kommission dafür, sich nur die „kleine Lösung“ (Abre numa nova janela) zu trauen. Die taz (Abre numa nova janela) zeigt, was die weiten Wege zu Abtreibungen für Betroffene bedeuten.

Fünf EU-Hauptstädte haben eine Bürgermeisterin

In fünf von 27 EU-Hauptstädten regieren Frauen. Das zeigt eine Aufstellung des Instituts für Parlamentarismus und Demokratiefragen, über die die APA und der ORF (Abre numa nova janela) heute berichten. Paris, Amsterdam, Kopenhagen, Stockholm und Luxemburg-Stadt (ja, ich bekomme bei der Auflistung auch Lust auf eine kleine Rundreise) haben eine Bürgermeisterin.

Bei den Vizebürgermeisterinnen wird hingegen fast die 50/50-Quote erfüllt: 43,5 Prozent der Vizebürgermeister*innen-Posten in den EU-Hauptstädten sind weiblich besetzt. In Paris und Amsterdam regieren mit Anne Hidalgo (Parti Socialiste) und Femke Halsema (GroenLinks) zum ersten Mal Frauen. Karin Wanngard (Sveriges socialdemokratiska arbetareparti) in Stockholm, Sisse Marie Welling (Socialistisk Folkeparti) in Kopenhagen und Lydie Polfer (Demokratesch Partei) in Luxemburg-Stadt hatten bereits Vorgängerinnen.

In Österreich (Abre numa nova janela) hat eine von neun Landeshauptstädten eine Bürgermeisterin: Elke Kahr (KPÖ) in Graz. Insgesamt gibt es 2.092 Bürgermeister*innen in Österreich, darunter 241 Frauen, das sind 11,6 Prozent. Außerdem arbeiten in Österreich rund 500 Vizebürgermeisterinnen. Die Website gemeindebund.at (Abre numa nova janela) spricht von einem stetig wachsenden Frauenanteil in der Kommunalpolitik.   

Netflix steigt aus Bieterkampf um Warner Bros. aus

Der Streamingdienst Netflix ist aus dem Bieterstreit um Warner Bros. Discovery ausgestiegen. Damit ist der Weg für die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch den Konkurrenten Paramount Pictures geebnet. 

Knapp 83 Milliarden Dollar hat Netflix für das Studio- und Streaminggeschäft von Warner geboten. Paramount erhöhte auf 111 Milliarden Dollar für den gesamten heutigen Konzern samt der Fernsehsparte, berichtet (Abre numa nova janela) der ORF. Netflix ging nicht mehr mit. Zu Warner gehören auch das DC-Superheldenuniversum, die Harry-Potter-Filmreihe und der Bezahlsender HBO. 

 Warum ist die Übernahme wichtig? Wenn die Übernahme durch Paramount gelingt, betrifft das auch den bis jetzt noch Trump-kritischen Fernsehsender CNN, der zu Warner Bros gehört. Er würde dann unter die Kontrolle der Familie des Trump-Unterstützers, Oracle-Gründers und Tech-Milliardärs Larry Ellison wandern, der Paramount seit 2025 gehört. 

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Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Nicht in Watte gepackt 

Benzodiazepine – kurz Benzos – werden zur psychiatrischen Behandlung gegen Angst und Schlaflosigkeit verschrieben. Sie haben eine angstlösende und enthemmende Wirkung. Doch immer mehr Menschen besorgen sich die Medikamente auf dem Schwarzmarkt – auch viele Jugendliche.

Gerade junge Frauen und Mädchen greifen zu Benzodiazepinen. Die an.schlaege haben sich in Wien auf eine Spurensuche in Beratungsstellen und Notschlafquartiere gemacht.  

https://anschlaege.at/nicht-in-watte-gepackt-2/ (Abre numa nova janela)

Interview: Was machen die besten Schulen der Welt, das wir nicht tun?

Alexander Brand besuchte PISA-Gewinner. Er sagt: Die wichtigste Rolle haben Förderlehrkräfte und er erklärt, warum Finnland heute nicht mehr nur auf offene Klassen und selbstreguliertes Lernen setzt.

https://krautreporter.de/kinder-und-bildung/6266-was-machen-die-besten-schulen-der-welt-das-wir-nicht-tun#lesen (Abre numa nova janela)

Süß! 

Als Fundstück gibt es heute einen Tipp von meiner Kollegin Luzia Geier von Krautreporter. Und zwar einen Spektrum-Text (Abre numa nova janela) darüber, warum wir Babys, Tiere und Tierbabys eigentlich so niedlich finden.

Ich verspreche, schon die Bilder zum Artikel machen gute Laune. Schön ist auch der Begriff „Cute Aggression“, also das Gefühl emotionaler Überwältigung, wenn man ein besonders süßes Wesen am liebsten ganz fest drücken möchte.

https://scilogs.spektrum.de/hirn-und-weg/suess-suesser-babys-wie-beeinflusst-niedlichkeit-unser-verhalten/?_gl=1*h2skps*_gcl_au*MTM1NzM2NTI5OS4xNzY3NTY4ODAx*_ga*ODU2NzE1MTQ2LjE3Njc1Njg3OTk.*_ga_YXNVZ6NX0G*czE3NzIxNTU1MDYkbzckZzEkdDE3NzIxNTU1NDkkajIwJGwwJGgxNjk4MTE4MTY1&utm_source=Krautreporter+Newsletter&utm_campaign=405cebcffe-opnv-warnstreik-beginnt-2026-02-27&utm_medium=email&utm_term=0_9ed711293a-405cebcffe-219728677 (Abre numa nova janela)

Schaut sich jetzt ein paar Tierbabys im Internet an und wünscht ein schönes Wochenende:

Anna

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