Der Juni war heiß, für mich viel zu heiß (für Europa auch). Deshalb bringt dieser Newsletter eine frische Abkühlung. Denn es gibt nur zwei Sachen, die gegen Hitzewellen helfen: eine vernünftige Klimapolitik und Wasser.
Im Juni habe ich mich auf die Suche nach Wasser begeben. Wasser zum Anfassen und drin schwimmen und liegen. Aber auch Wasser zum Aufhängen. Ich bin auf der Suche nach einem Bild für meine Wohnung (ich mag leere Wände, ich suche nur ein Bild, mein Bild) und mein einziger Wunsch an mein Bild ist: irgendwas mit Wasser. Mein Bild habe ich bisher noch nicht gefunden, aber ein paar schöne und erfrischende Wasser-Fundstücke.
Manchmal ist Suchen ja sogar schöner als Finden, weil es so immer weitergeht.

Auf keinen Fall fehlen darf A Bigger Splash von David Hockney aus dem Jahr 1997. Das Bild kommt ins enge Rennen um den Platz in meiner Wohnung. Ich mag es, dass man das Bild hören kann. Kunst-Kenner beschreiben es so (Abre numa nova janela): Indem er menschliche Figuren ausschließt und den Spritzer betont, erreicht Hockney eine Universalität, die Kultur und Zeit überdauert. Der spontane Sprühnebel gegen minimale Farbtöne zeigt die Meisterschaft des Künstlers in der Acrylmalerei und friert ästhetisch Bewegung auf einer flachen Ebene ein. Okay.

Der Körper wird leicht und die Seele wird schwer, schreibt die Malerin Ahoo Maher als Untertitel zu ihrer Serie Blue shades (Abre numa nova janela). Als Schwimmerin (oder eher Im-Wasser-Liegerin) fühle ich ihre Worte und ihre Bilder. An diesem hier mag ich besonders das Peace-Zeichen der linken Hand, als wäre die Schwimmerin ein Millenial und jemand würde ihr zurufen: Ich fotografiere dich jetzt!

Die erste Schwimm-Anlage der Stadt Wolfsburg sollte 1951 „ganz und gar der Erholung, der Erfrischung und der Freude der Bürger dieser Stadt“ dienen. Zehn Jahre später machte Heinrich Heidersberger diese Fotos. (Abre numa nova janela)

Neben Bildern und Fotos habe ich auch ein paar Aussichten auf mein Leben in einigen Jahren gefunden. Zum Beispiel den Artikel Ein Zimmer, Küche, Freibad (Abre numa nova janela) – meine Bewerbung für eine Wohnung im Bad läuft. Und dann einfach nur noch so (Abre numa nova janela).

Was noch besser ist als Schwimmen? Schwimmen mit Musik. Ich liebe es, diesen Song im Freibad zu hören. Beim Schwimmen oder danach: Swim Good (Abre numa nova janela) von Frank Ocean (ja, mit dem Namen muss man Schwimm-Songs schreiben.)
https://youtu.be/cukjE6F9KOA?si=Ws3TkFRtyoB0SIpJ (Abre numa nova janela)Wenn du mich und meine Arbeit als Journalistin und Autorin unterstützen möchtest, freue ich mich über ein Abo (ohne Geld) oder eine Mitgliedschaft (mit Geld) bei Utopie + Alltag.
Wenn du Menschen kennst, die gern schwimmen oder im Wasser liegen, leite ihnen diesen Newsletter gern weiter.
Komm gut durch den Juli!