Einspielen ist für viele Musikerinnen und Musiker ein sensibles Thema. Wo geht es los und, viel entscheidender, wo hört es auf? Also: Wo genau liegt der Übergang zwischen dem, was wir als Einspielen bezeichnen und dem was wir Üben nennen? Die Frage ist weniger trivial als sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Sie hängt nicht nur von (scheinbar) objektiven Kriterien ab, sondern das Bedürfnis sich einzuspielen unterscheidet sich auch von Spieler zu Spieler. Auch Tagesform, Schlafqualität oder Stress haben (subjektiv) Einfluss auf diesen Vorgang.
Bin ich schon warm?
Um es vorweg zu nehmen: Dieser Artikel befasst sich mit dem Einspielen auf dem Instrument. Ein körperliches Warm-Up ist davon unabhängig und sollte, ähnlich wie es im Sport geläufig ist, auch in der Musik vorher stattfinden. Ein paar Tipps dazu könnt ihr hier finden:
Tipps zum Aufwärmen (auch ohne Instrument) (Abre numa nova janela)
Get Ready: Mit Körperübungen bereit sein zum Üben (Abre numa nova janela)
Gerade bei Musiker*innen, deren natürliche Spieldauer auf dem Instrument begrenzt ist (v.a. bei Blasinstrumenten) liegt es nahe, den Einspielvorgang möglichst kompakt zu halten. Wer überhaupt erst eine Stunde benötigt, um das Gefühl zu haben mit dem Üben loslegen zu können, verliert nicht nur wertvolle Zeit, sondern trainiert sich im schlechtesten Fall auch in Überlastungsschmerzen hinein. Ganz abgesehen von der mentalen Frustration ewig zu brauchen, um überhaupt mit der Musik starten zu können. Eine gute Vorbereitung (Warm-Up) und (Klang-)Vorstellung können diesen Prozess unterstützen.