
Liebe Leser*innen,
Diese Woche habe ich etwas gemacht, das für mich neu ist: Ich musste zum ersten Mal ein Budget für eine Auslandsrecherche aufstellen und verhandeln. Dabei geht es nicht nur um meine Arbeit, sondern auch um die Fixerin/Übersetzerin und den Fahrer, für deren Sicherheit und Unterkunft ich mitverantwortlich bin. Mir ist wieder einmal aufgefallen, wie aufwändig Auslandsrecherchen sind und wie viel Arbeit es kostet, am Ende genau die Geschichte zu erzählen, die man sich erhofft und lange vorbereitet hat.
Sehr viel Aufwand steckt auch in der NZZ-Reportage von Linda Koponen. Sie war in Litauen unterwegs, wo die Menschen ihre Freiheit in Gefahr sehen. Schon elfjährigen Kindern wird dort beigebracht, wie sie Drohnen steuern können. Ab heute beginnen russische und belarussische Truppen das Militärmanöver „Sapad-2025“. Die Sorge vor Krieg scheint nicht unbegründet. Erst vor zwei Tagen drangen 19 bewaffnete russische Drohnen in den polnischen Luftraum ein – auch aus Belarus.
Und auch die anderen beiden Reportagen haben es in sich.
Eine spannende Lektüre wünscht
Ihre
Julia Belzig


In Litauen lernt der 11-jährige Pijus, wie man eine Drohne fliegt. Er sagt: «Wenn man uns angreift, kann ich das einsetzen»
Kinder, die Drohnen fliegen lernen – klingt eigentlich nach Spaß. In Litauen ist es Teil der Vorbereitung auf den Ernstfall: Krieg. Eine Reise durchs Grenzgebiet zeigt, wie nah Alltag und Bedrohung beieinander liegen.
Linda Koponen (Text), Andrej Vasilenko (Bilder) · NZZ (€) · 10 Min (Opens in a new window)

Einmal Systemsprengerin und zurück
Als Baby schrie Lotta viel, später kamen extreme Ausraster hinzu. Ihre Pflegeeltern, Ärzte, Therapeutinnen, Jugendamtsmitarbeiter wussten nicht mehr weiter. Bis sich ein Verdacht auf ihr frühkindliches Trauma offenbart.
(Opens in a new window)Wenke Husmann · Zeit (€) · 10 Min (Opens in a new window)

Wenn der Sohn Nazi-Klamotten will: „Wir haben Angst, ihn zu verlieren“
Clara und Bernd Reinhold aus Sachsen wollten ihre Kinder offen und tolerant erziehen. Doch dann beginnt ihr ältester Sohn über „Scheiß Ausländer“ zu schimpfen – und rutscht immer weiter nach rechts. Wie konnte es so weit kommen?

Satz der Woche
“Manchmal beginnt feministischer Widerstand leise, hinter einer Salattheke, mit einem Dönermesser in der Hand.”
Berivan Kilic · Zeit (€) · 7 Min (Opens in a new window)

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