
Liebe Leser:innen,
Ich bin sehr gut, wenn es um die Planung meines Alltags als Journalistin geht – aber bei meinen Pausen mache ich irgendwie alles falsch. Erlebnisse ordnen, Informationen strukturieren, Geschichten formen – das gehört zu unserem Alltag als Journalist:innen. Manche beschreiten diese Prozesse stringent, andere gehen mysteriöse, kreative und oft faszinierende Umwege. Ich zähle klar zur ersten, langweiligeren weil strukturierten Gruppe. Und auch wenn das Finanzamt da anderer Meinung ist, habe ich inzwischen sogar meine Buchhaltung weitesgehend im Griff.
Nur bei einer Sache scheitere ich konsequent: Urlaub und Pausen rechtzeitig einzuplanen.
Eine geschätzte Kollegin fasste es in einem Post einmal treffend zusammen: After big projects, take big breaks. Das scheinen viele verstanden zu haben. Wenn selbst der Bundeskanzler (wenngleich ohne wirkliche „big projects“ erfolgreich abgeschlossenen zu haben) eine Pause macht – was hält mich ab?
Gern würde ich sagen, ich bin zu wichtig für meine Projekte oder schlicht ausgebucht. Doch die Wahrheit ist: Pausen haben in meiner Prioritätenliste oft keinen Platz. Nun also kehren Kolleg:innen erholt von Küsten, Ferienhäusern und Stränden zurück, bereit für neue Themen. Und ich? Versuche mitzuhalten – im Energiesparmodus. Und gelobe Besserung.
Denn wir brauchen Pausen nicht nur nach großen Erfolgen, sondern gerade auch nach den vermeintlich kleinen Meilensteinen: nach Monaten voller Arbeit, dem Ende der Überstunden oder einem frisch veröffentlichten Text.
In diesem Sinne hoffe ich, dass sich auch die Autor:innen der aktuellen Wochenauswahl eine kleine, aber wichtige Auszeit nehmen können.
Ihre
Annkathrin Weis


Endlich allein
Rimini, Lloret Del Mar oder Callela – zwischen Limoncello aus Tetrapaks (angeblich) verlieben, verbrüdern und vergessen sich jedes Jahr wohl tausende deutsche Jugendliche. Protokoll einer Suche nach Spaß und sich selbst.

«Ich bin doch keine Maschine»
Er war Kundenbetreuer, Marktforscher, Assistent, Telefonseelsorger, Denker. Heute und schon seit 11 Jahren ist Mario Trutschel arbeitslos. Unterschiedlichste Jobangebote lehnt er ab, hat kapituliert. Wer trägt Schuld?
Stefan Willeke (Text) und Jana Mai (Fotos) · ZEIT (€) · 15 Minuten (Opens in a new window)

Trumps Kahlschlag in den Nationalparks
Im Land der Demokratie und Freiheit haben Nationalpark-Mitarbeiter Angst, ihre Meinung zu äußern. Kein Wunder, seit Jahresbeginn hat DOGE rund 25 Prozent der Angestellten “ausgemistet”. Eine kleine Gruppe Rangers versucht sich zu wehren.
Martina Hahn · Republik · 20 Minuten (Opens in a new window)

Satz der Woche
«Ich dachte, weil ich so klein bin, brauche ich einen Doktortitel.»


Die Arbain-Wallfahrt ist die weltweit größte Pilgerreise und das wichtigste schiitische Ritual. Letztes Jahr zogen 21 Millionen Menschen nach Kerbala im Irak. Einer von ihnen war Schüler der Reportageschule und hat darüber einen Text geschrieben: Teseo La Marca. Mit ihm spricht Leon Meckler über das Wandern bei 49 Grad im Schatten, geopolitische Interessen hinter der Verpflegung der Pilger und darüber, was Journalist*innen im Umgang mit dem Islam besser machen können.
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