
Liebe Leserinnen und Leser,
es geht derzeit wieder viel um Männer, finden Sie nicht auch? Die deutschen Grünen wollen attraktiver für Fitness- und Autofans werden, Manfluencer Andrew Tate besteigt breitbeinig russisches Kriegsgerät, und US-Kriegsminister Pete Hegseth verspricht seinen Soldaten Testosteron-Injektionen für maximierte Maskulinität.
Mich erfüllt das alles mit tiefer Resignation und Angst vor dem reaktionären Backlash gegen Frauenrechte, den ich darin erkenne.
Einerseits! Andererseits ist kaum zu leugnen, dass die Männlichkeit sich in einer Krise befindet. Wer kriselt, braucht Zeit und Raum, um sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Die Debatte ist wichtig für Männer wie für Frauen und sehr differenziert, wenn man es schafft, die brüllenden Stimmen auszublenden.
Frauen und unsere Bedürfnisse – wie der eigentlich leicht zu erfüllende Wunsch, keine Gewalt zu erfahren – können dabei nicht außen vor bleiben. Doch es gibt auch Gespräche, die Männer unter sich führen dürfen sollten. Zum Beispiel darüber, wie sie füreinander da sein können, und welche Räume sie dafür brauchen. Der Journalismus kann das ermöglichen – egal wer ihn produziert.
Herzliche Grüße
Margarethe Gallersdörfer

„Mein Mann hat meine Tochter umgebracht“
Elisabeth Schönberger ist das Unvorstellbare passiert: Weil sie sich scheiden lassen wollte, tötete ihr Mann erst ihre zweijährige Tochter Leonora und dann sich selbst. Wie lebt sie nach so einer Tat weiter?

Beistand bis zum Ende
Jeffrey Hood ist Seelsorger für Männer, mit denen sonst niemand Mitleid haben will: Mörder, Vergewaltiger, Pädophile, die in den USA zum Tode verurteilt wurden. Er telefoniert mit ihnen, stundenlang, und sagt am Ende immer: „Ich liebe dich.“
Alexandra Berlin (Text), Jenn Terrell (Fotos) · Spiegel (€) · 20 Minuten (Opens in a new window)

Männer unter sich
Die Züricher Männerbadi ist eine kleine Welt für sich: Ultraorthodoxe Juden, Muslime, Banker, schwule Paare, Studenten und Kinder planschen einträchtig nebeneinander. Frauen haben keinen Zutritt. Warum funktioniert das so gut?
Carlo Mariani (Text), Tom Huber (Fotos) · Zeit (€) · 20 Minuten (Opens in a new window)

Satz der Woche
»Es ist schwer zu ertragen, dass ich nicht mehr für sie geben kann. Aber ich gebe schon alles, was ich habe.«

#6 Tina Kaiser & Marc Neller, wie recherchiert man undercover in Ägypten? (Opens in a new window)
In der sechsten Folge von „Reporter Insights“ spricht Milena Wurmstädt mit Tina Kaiser und Marc Neller über eine große Recherche. Die beiden sind der Frage nachgegangen, wieso gerade in Ägypten Schiffe, die Tauchtouristen aufs Meer bringen sollen, so oft sinken.
Tina Kaiser ist Investigativjournalistin beim stern. Zuvor war sie Autorin bei der Welt, im Ressort Investigation und Reportage.
Marc Neller leitet beim stern das Ressort Recherche, Report und Crime und hat ebenfalls zuvor bei der Welt im Ressort Investigation und Reportagen gearbeitet. Gemeinsam mit Kollegen waren Kaiser und Neller für ihre Recherche „Das braune Kinderzimmer“ auf der Shortlist des stern-Preises.
Hier (Opens in a new window) könnt ihr auch den stern-Podcast zur Recherche hören.

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