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Liebe Leserinnen und Leser,
in Texten werden Enden oft stiefmütterlich behandelt. Man weiß ja, 90 Prozent der Leserinnen und Leser halten bis dahin nicht durch. Aber wieso eigentlich? Ein Ende hallt nach, es prägt die Erinnerung. Wenn man eine gute Zeit mit Freunden hat, dreht man sich ja auch nicht einfach um und geht.
Ich bin auf ein Ende von mir stolz. Am liebsten würde ich es überall hinschreiben, wo ich mich verabschiede. Es war in einem Text über das Season-Opening am Ballermann. Als ich von einem Interview zurückkam, wurde mir ein Sticker geschenkt. So hört der Text dann auf:
Stiftung Malle-Test
Testsieger: Geilster Arsch
SEHR GUT (1,0)
Anfänge sind für mich das schwierigste. Für sie brauche ich genauso lange wie für den Rest des Textes. Ihr, die Leserinnen und Leser, müsst ahnen, um was es geht, um wen, wann es spielt, wo und vor allem was der Vibe des Textes werden wird, für den ihr gleich eure Lebenszeit hergebt und eure €€€€€.
Im Hauptteil schreibt man dann runter, was man erlebt hat. Das ist nicht so schwer. Und irgendwann währenddessen, mitten im Text, kommt dann häufig so eine Art Eingebung, was das Ende sein wird. Ich vergleiche das gern mit dem Gefühl, wenn man früher eine Matheaufgabe gelöst hat. Oder eine extrem festgetrocknete Pfanne reinigen. Oder die erste Sekunde, wenn man seinen liebsten Menschen nach einem langen Arbeitstag kuschelt. Vorher hattest du Kuddelmuddel, doch plötzlich geht alles so perfekt auf.
Das war mein letzter Newsletter. Hoffentlich bleibe ich euch gut in Erinnerung, als
Testsieger: Geilster Arsch,
SEHR GUT (1,0)
Euer,
Martin Hogger


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