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Hat wer die Nummer der Ministerin?

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

von Katherina Reiche habe ich nicht die Handynummer. Sie ist die Ministerin, die ich covere. Mit ihr habe ich nur einmal unter vier Augen gesprochen, kurz vor ihrer Vereidigung im Bundestag.

Damals habe ich sie für ein Interview angefragt. Zugesagt hat sie nie.

Bei Reiche weiß ich selten, was ihre Politik ausmacht, was sie bewegt, antreibt. Und trotzdem muss ich sie unseren Leser:innen erklären. Dabei wäre es so nützlich, wenn ich ab und zu mit ihr sprechen könnte.

Heute möchte ich zwei Tipps geben, was ihr machen könnt, wenn jemand gar nicht mit euch sprechen möchte – ihr aber trotzdem über die Person schreiben müsst.

Erstens gibt es immer Leute, die gern reden. Sei es im Ministerium, im Bundestag, aus der Lobby, ihrem Umfeld – Personen, die sie gut kennen.

Diese Leute müsst ihr finden, auch wenn das dauern kann und die meisten nur ohne Namensnennung reden wollen. Ich finde das voll ok. Immerhin reden sie.

Zweitens gibt es Dokumente, die Politik und Verhalten von Personen erklären. Zum Beispiel diplomatische Depeschen, die zeigen, wie sich die Bundesregierung bei Beratungen in der EU verhalten hat. Die zu finden, ist nicht immer leicht, aber mit Recherche und Hartnäckigkeit meistens möglich.

Auch ich bekomme zum Glück immer wieder das ein oder andere Dokument in die Hände. (Danke an alle meine Quellen!)

Für mich ist mein aktueller Job die härteste Rechercheschule der Welt. Ich nehme es als Ansporn. Ich habe lernen müssen, dass ich meine Arbeit auch gut mache, ohne der Ministerin besonders nah zu sein.

Falls Frau Reiche mir eines Tages ein Interview geben will: Sie wissen, wie Sie mich erreichen.

Herzlichst

Tom Schmidtgen

Eure Verbrenner braucht hier keiner mehr

Äthiopien lässt nur noch E-Autos zu. In dem Land sehnen sich trotzdem viele zurück zum Verbrenner – und nach deutscher Langsamkeit.

Paul Munzinger · Süddeutsche Zeitung · 20 Minuten (Öffnet in neuem Fenster)

Heute gibts Aal. Noch.

Aale sind faszinierend. Im Laufe ihres Lebens wandeln sie sich vom Salzwasser- zum Süßwasserfisch. Immer weniger von ihnen schaffen das. Die restlichen werden verspeist.

Celine Weimar-Dittmar · taz · 10 Minuten (Öffnet in neuem Fenster)

Im Blauland

Ein Spiegel-Reporter, der durch den Osten fährt und herausfinden will, warum hier alle AfD wählen. Dachte ich auch erst. Aber diese Reportage ist (etwas) anders.

Jochen-Martin Gutsch · Der Spiegel · 30 Minuten (Öffnet in neuem Fenster)

Satz der Woche

»Die Frühschicht im Schacht war die schönste, sagt er im Ledersessel, da habe man danach noch „was schaffen“ können.«

Pia Ratzesberger in ihrem Text »Zweihundert Jahre Leben (Öffnet in neuem Fenster)« in der Süddeutschen Zeitung.

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#5 Emran Feroz, wie überlebt man als freier Kriegsreporter? (Öffnet in neuem Fenster)

In der fünften Folge der neuen Staffel von „Reporter Insights“ spricht Host Karim Natour mit Emran Feroz über investigativen Journalismus, Diversität in deutschen Redaktionen und, was man macht, wenn man von afghanischen Multimillionären verklagt wird.

Emran Feroz arbeitet seit Jahren als freier Journalist, Kriegsreporter und Autor. Er schreibt insbesondere über Afghanistan und die Drohnenkriege der USA, unter anderem für die New York Times, Al Jazeera English, SPIEGEL und ZEIT. 

Es geht darum, wie man es schafft, auch ohne Kontakte zu Redaktionen Fuß zu fassen. Und wie man trotz einer aussichtslosen Lage den Mut behält, weiterzumachen. Emran Feroz erzählt von seinen ersten journalistischen Texten, dem Kugelhagel an der Front und warum er niemals für Springer schreiben würde. 

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