
Liebe Leser:innen,
Journalismus heißt unter anderem, dass Menschen einem ihre Schätze zeigen. Es kann einer der schönsten Aspekte des Berufs sein, aber auch einer der traurigsten – wenn die zu erzählende Geschichte sich darum dreht, dass der Schatz verschwunden ist. In beiden Fällen ist es das vielleicht größte Privileg dieses Berufs.
Beim Lesen aller drei Empfehlungen diese Woche musste ich daran denken. Was für ein Glück! Wir dürfen losgehen, und die Menschen fragen: Was liebst du? Was ist mit deinem größten Schatz passiert? Und dann erzählen sie uns, was ihr Leben absichert. Oder erst lebenswert macht. Was bleibt, wenn der Schatz doch verloren geht. Sie erlauben uns, die Antwort der Welt zu erzählen – und anderen, sich in ihnen wiederzufinden.
Ihre
Margarethe Gallersdörfer

Schlüssel zum Unglück
Wenn nichts deutscher ist als die Sparkasse – und das ist so! Dann wird einer der größten Bankraube der deutschen Nachkriegsgesellschaft zum Sittenbild. Ortsbesuch in Gelsenkirchen, wo Enttäuschung, Rassismus und Humor um die Oberhand kämpfen.
Christoph Koopmann · Süddeutsche Zeitung (€) · 20 Minuten (Opens in a new window)

Frank und seine Kinder
Frank Brabant lebt mit 40 Millionen Euro zusammen. Fast 700 Bilder der Klassischen Moderne hat der 87-Jährige im Lauf seines Lebens gesammelt. Er könnte ein völlig anders wohnen, wenn er nur zwei von ihnen verkaufen würde. Doch die Sammlung wurde sein Leben, nachdem er seinen größten Schatz verlor.
Moritz Aisslinger · Zeit (€) · 30 Minuten (Opens in a new window)

Ein glücklicher trauriger Ort
Jaywick an der Ostküste ist im ganzen Vereinigten Königreich bekannt als das schlimmste Loch von England. Jaywick, das steht für Slum, Verwahrlosung, abgewrackte Häuser und Menschen. Bis man sich die Mühe macht, ein paar Tage dort zu verbringen.
Jonah Lemm (Text), David Shaw (Fotos) · Spiegel (€) · 30 Minuten (Opens in a new window)

Satz der Woche
„Die Kellnerin hat die Zitronenscheibe vergessen, aber das ist nun wirklich nicht das Schlimmste, was Sabine Wälken in letzter Zeit passiert ist.“

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