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Kann Journalismus Inklusion?

Liebe Leser:innen,

wusstet ihr, dass diese Woche der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung war? Falls nicht, seid ihr damit wohl nicht allein. Denn Behinderung findet in unseren Medien kaum statt – selbst am 5. Mai.

Wir leben in einer Gesellschaft, die von Ableismus geprägt ist. Redaktionen sind da keine Ausnahme. Viele Medienhäuser und Arbeitsstrukturen sind nicht barrierefrei. Mobilität und Überstunden werden oft ebenso vorausgesetzt wie ein Hochschulabschluss. Die Honorare von freien Kolleg:innen sind so gering, dass sie sich Ärzt:innentermine, Behördengänge oder nötige Auszeiten oft schlichtweg nicht leisten können. Gleichzeitig fehlen Daten dazu, wie viele Journalist:innen eine Behinderung haben.

7,9 Millionen Menschen in Deutschland sind schwerbehindert. Nicht alle Behinderungen sind sichtbar. Wir müssen also anfangen, miteinander zu reden – über unsere eigenen Einschränkungen, aber auch die unserer Leser:innen und Protagonist:innen.

Unterstützung gibt es längst: Das Projekt Leidmedien (Opens in a new window) vermittelt Protagonist:innen mit Behinderung oder klärt über diskriminierungsfreie Sprache auf. „Sie leidet an Autismus.” „Er ist an den Rollstuhl gefesselt.“ Das kriegen wir doch besser hin, oder?

Eine Redaktion, die zeigt, wie’s geht, ist andererseits aus Wien. In dem 12-köpfigen Team arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung. Gemeinsam machen sie barrierefreien Journalismus. Doch andererseits steht vor dem Aus. Damit sie weitermachen können, brauchen sie Abonnent:innen. Vielleicht habt ihr ja Lust, unsere Freitagslektüre um einen Besuch auf ihre Webseite (Opens in a new window) zu verlängern.

Behinderte Perspektiven gehören in die Geschichten, die wir erzählen, und in unsere Redaktionen. Auf einen Journalismus, der alle mitdenkt!

Eure
Charlotte Köhler

»Die Oma ist jetzt eine Meerjungfrau«, sagte meine Tante

Weil Omas letzter Wille eine Seebestattung war, fuhren Tochter und Enkelin mit ihrer Urne bis nach Kroatien. Dort fragen sie sich: Wie verabschiedet man sich von jemandem, der immer da war?

Sara Geisler · Die Zeit (€) · 14 Minuten (Opens in a new window)

Operation Klapperschlange

Cho Ayaba soll aus Europa via WhatsApp einen Krieg in Kamerun geführt haben. Er selbst beschreibt sich als Friedenskämpfer, Behörden nennen ihn einen Kriegsverbrecher. Wer ist dieser Mann? Ein Besuch im Gefängnis. 

Muriel Kalisch und Sara Wess · Der Spiegel (€) · 16 Minuten (Opens in a new window)

„Wer Leute im Club betäuben möchte, der schafft das auch“ 

Die Angst vor der Gefahr im Glas ist beim Feiern immer mit dabei. Besonders betroffen: Junge Frauen. Clubs reagieren mit Awareness-Teams. Können sie das Schlimmste verhindern?

Isabelle Zeiher · stern (€) · 10 Minuten (Opens in a new window)

Satz der Woche

»Applaus ist der Soundtrack falsch verstandener Inklusion. Es ist schon schwer genug, also klatscht man, auch fürs eigene Gewissen.«

Julia Bourmer für die taz über den Protesttag von Menschen mit Behinderung. (Opens in a new window)

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