
Liebe Leser:innen,
erst vor ein paar Tagen schloss ich eine Bildungslücke und sah mir Paul Thomas Andersons There Will Be Blood an – das preisgekrönte Drama über einen ehrgeizigen Ölunternehmer, gespielt von Daniel Day-Lewis, der in den 1910er Jahren ein Vermögen verdient und ständig auf der Suche nach neuen Grundstücken ist, die er den Besitzern billig abzwacken kann.
Als ich die Reportage von Florian Müller, Paul Munzinger und Alex Rühle las, musste ich direkt an die Hauptfigur des Films denken, der auf der Suche nach dem nächsten Deal immer rücksichtsloser und einsamer wird. Allerdings geht es in ihrer Reportage nicht um Öl, sondern um einen unscheinbaren, aber nicht weniger wichtigen Rohstoff: Sand.
Besonders beeindruckend beschreiben sie, wie ihre Protagonistin Jumwa Mwaro am Versprechen gegenüber ihrem verstorbenen Mann festhält, obwohl ihr Grundstück längst zu einer Insel inmitten von Baugruben geworden ist.
Viel Spaß beim Lesen wünscht,
Ihre
Marie Valitutto
P.S. Es gibt eine neue Folge von reporter:insights mit der spannenden Frage, was Reporter:innen von Schriftsteller:innen lernen können! Mehr Infos gibt es weiter unten.

Das neue Gold
Kenia, China, Grönland – die Suche nach brauchbarem Sand führt um die ganze Welt. Das endlose Baggern hinterlässt zahllose Verlierer. Aber auch Profiteure.

Die neuen Könige der Lüfte
Kriege verändern die Welt, Technik verändert Kriege. Eine immer größere Rolle spielen Drohnen: Sie ermöglichen Aufklärung, aber auch Angriffe aus der Ferne. Und die westlichen Armeen rüsten nach.
Thomas Winkelmüller · DATUM (€) · 10 Minuten (Opens in a new window)

Die Wasserflüsterer
Tausend Jahre alt und eigentlich die perfekte Lösung - Antonio Álvarez ist einer der ehrenamtlichen Wasserwärter, die ein historisches Bewässerungssystem am Leben halten und damit gegen die Dürre in Andalusien kämpfen.
Ulrike Fokken · taz · 9 Minuten (Opens in a new window)

Satz der Woche
» Sie geben sich hier größte Mühe, dass möglichst viele Leute gleichzeitig allein sein können«,
schreibt Thomas Hahn über Einsamkeit in Japan.
Thomas Hahn · SZ (€) · 11 Minuten (Opens in a new window)
#12 Was können Reporter von Schriftstellern lernen, Mario Giordano? (Opens in a new window)
Mario Giordano ist Autor einer erfolgreichen humoristischen Krimi-Reihe, er hat Drehbücher für den Tatort geschrieben und in dieser Woche ist er im abgeschiedenen Eldenburg zu Gast bei der Reportageschule, um uns die Basics fiktionalen Schreibens näher zu bringen. In der letzten Folge vor der Sommerpause hat Tom Gath mit Mario Giordano über die Magie des Erzählens gesprochen, über sein Buch “1000 Gefühle, für die es keinen Namen gibt“ und warum er glaubt, dass man packendes Erzählen erlernen kann und muss – unabhängig davon, ob es nun um Fakten oder Fiktion geht. (Opens in a new window)

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