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Nonnen, Popstars und Sauftouris

Liebe Leserinnen und Leser,

als ich an der Journalistenschule war, sollten wir bei einem Kurs ein Kolumnen-Konzept ausarbeiten. Damals entwarf ich eine Reihe, die sich an Menschen richtete, die keinen Bock auf Plastik-Gespräche hatten. Meine These: Wer den Small Talk überspringen will, braucht eine gute Eisbrecher-Geschichte. Dann zählte ich ein paar Anekdoten auf.

Hauptsächlich über meinen früheren Mitbewohner. Ein Chaot, der sein Auto ins Halteverbot stellte und Messer ins Schlauchboot warf. Der sich bei einer Mottoparty als Erdbeere verkleidete und als jemand mit der gleichen Verkleidung auftauchte, ein Breakdance-Battle begann und sich so ein blaues Auge zuzog. So plätscherte das dahin.

Nun ja, ob das jetzt weniger Small Talk ist, ich weiß ja auch nicht.

Aber mit einer Sache, da hatte ich wohl recht. Das menschliche Miteinander gelingt oft besser, wenn man mit nettem Small Talk das Terrain sondiert. Dazu gibt es Studien und nach meiner eigenen Erfahrung lässt sich das auch auf Interviews übertragen.

Wie findet man also den Sweet Spot zwischen belanglosem Gelaber und polarisierenden Themen? So einfach ist das gar nicht. Stichwort: Kulturkampf.

Schräg finde ich es schon auch, wenn man sich Ende September gemeinsam über 32 Grad freut. Ohne danach über die Klimakrise nachzudenken, funktioniert das Thema Wetter nicht mehr so gut beim Small Talk. Unerwartet explosiv ist auch alles rund um Ernährung, Menschenrechte, Lastenräder.

Manchmal bin ich froh, wenn ich einfach erzählen kann, dass die Bahn wie immer Verspätung und ich ein schönes Wochenende hatte.

Das wünsche ich auch euch.

Nicht die Verspätung, sondern ein schönes Wochenende.

Eure
Stefanie Witterauf

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