
Hallo und happy Friday!
an alle von uns, die mal in der Lokalzeitung angefangen haben: Erinnert ihr euch noch an die Tipps der Chefs, wo wir gute Geschichten finden würden? Auf der Straße oder in der Kneipe, yes. So hat es auch Denise Peikert gemacht, Reporterin für die Leipziger Volkszeitung.
Sie, die Ostdeutsche, ist in den Westen gefahren, nach Pirmasens, der mehr AfD-Wähler hat als die sächsische Gemeinde Radebeul (die beide ähnlich groß sind). Sie geht der Frage nach: Warum wählen hier so viele AfD?
Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst einmal für die FAZ als Reporter in Pirmasens war, aber die Geschichte hat so viel.
Da ist die ostdeutsche Journalistin, die dem Track westdeutscher Journalisten entgegen fährt, die sich die selbe Frage bald wieder in Sachsen-Anhalt stellen, aber nie in ihren Heimatorten.
Da sind die feinen Beobachtungen, etwa wie ein Kneipengast automatisch davon ausgeht, dass die Reporterin ihm gewogener ist, weil sie aus dem Osten kommt.
Peikert setzt sich in drei Kneipen, hört den Menschen zu, beobachtet genau und schreibt das gut auf.
Wir jungen Reporter:innen suchen immer nach der krassesten Geschichte, dem höchsten Hoch, dem tiefsten Tief. Dieser Text beweist: Eine gute Reportage geht im Lokalen, ohne fixe These, einfach mit Neugier und vielen Fragen.
Alles Gute,
Tom Schmidtgen


„Meine Stimme ist ein Aufruhr gegen die Politik, die wir haben“: Unterwegs mit AfD-Wählern in Westdeutschland
Jeder dritte Pirmasenser wählt AfD. Warum lässt sich am besten erfahren, wenn die Menschen bei einem Bier ins Reden kommen.
Denise Peikert · Sächsische Zeitung · 10 Minuten (Opens in a new window)

Ein Fernsehsender trotzt dem Machtapparat
N1 ist der letzte freie Sender Serbiens. Immer wieder wird die Redaktion angegriffen, auch vom Präsidenten. Einige der Journalisten haben schon gegen Slobodan Miloševićs angesendet, nun eben gegen Aleksandar Vučić.
Tobias Asmuth (Text) und Tobias Kruse (Bilder) · Republik · 20 Minuten (Opens in a new window)

Diese Männer fahren in eine Klinik, um sich die Beine brechen zu lassen. Warum?
Aua! Eine Beinverlängerung ist gefährlich und schmerzhaft. Trotzdem wollen immer mehr Männer größer werden, etwa in dieser Klinik in der Türkei.
Anna Lindemann · Stern · 15 Minuten (Opens in a new window)

Satz der Woche
»Ich habe etwas Schreckliches verstanden: Ich begann zu hassen und war bereit, zu töten.«
Valeriia Semeniuk in ihrem Text »„Ich begann, zu hassen“: Wie ein ukrainischer Mönch an der Front über sich selbst erschrak« (Opens in a new window) im Tagesspiegel.

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