Skip to main content

The Power of No: Warum wir endlich unbequem werden müssen

Wir haben diese Woche Dana Buchzik zu Gast im SodaKlub und ihr könnt ihr Buch The Power of No gewinnen! Wie ihr mitmacht, steht am Ende des Newsletters!

Das pure Nein

von Mia Gatow

Nein sagen ist schwer, es ist unangenehm, es grenzt einen von der Gruppe ab, macht manchmal unbeliebt und wird gerade bei Frauen oft als Zickigkeit, Kompliziertheit, Schwierigkeit interpretiert. Im Nein droht Isolation und Schutzlosigkeit. Im Nein droht Einsamkeit. 

Nein sagen kann zwar richtig wichtig für das Überleben werden (wenn man zum Beispiel nüchtern ist und jemand einem einen Drink anbietet), aber niemand macht es gerne. Ja und Nein sind wie Yin und Yang: Das eine geht kaum ohne das andere, dennoch ist das Ja der nette Engelchen, das Nein das widerborstige Teufelchen. 

Das Neinsagen für Fortgeschrittene ist das Nein ohne Fußnote. 

Viele Frauen haben beispielsweinse die Angewohnheit, ungewollte Annäherungsversuche von Männern nicht einfach abzulehen, sondern das unwiderstehliche Bedürfnis, ihr Nein in eine Watteschicht aus Erläuterungen zu verpacken. Wenn ein Typ fragt: Hey, kann ich deine Nummer haben? sagen sie: 

»Nein, ich habe einen Freund.« 

»Nein, ich date gerade nicht.« 

»Nein, ich steh nicht auf Männer.« 

Hab ich alles schon tausendmal gemacht. Als könnte ich mir ein einfaches Nein ohne Komma und Rechtfertigung nicht leisten. 

Jetzt ist es aber natürlich so: Alles hinter dem Komma ist unbezahlte emotionale Arbeit. Wir sagen die Sachen hinter dem Komma, um die Gefühle, die der Typ mutmaßlich haben wird, wenn er einen Korb kassiert, schon zu moderieren, bevor sie passieren. Wir denken für den mit. Wir trauen dem nicht zu, dass er seine eigenen Gefühle moderieren kann. 

Stell dir vor, du lässt alles hinter dem Komma weg. Es kommt ein uninteressanter Typ vorbei, auf den du keinen Bock hast, und fragt dich, ob du mit ihm einen Kaffee trinken willst, und du sagst einfach:

»Nein.«

Die Chancen stehen gut, dass dir das extrem unhöflich in den Ohren klingelt. Ein pures Nein ist ein starkes Signal. Und wenn man das einmal ausprobiert, dann merkt man erstmal, wie selten man einfach nur Nein sagt. Wenn man auf die Party nicht gehen will, erfindet man ja meistens eine schon bestehende Verpflichtung, anstatt zu sagen, dass man einfach nicht will. Wenn man die Zusatzarbeit nicht machen will, erfindet man eine Aufgabe, die gerade Priorität hat. Genauso ist es ja am Anfang mit dem Trinken. 

»Nein, ich muss noch fahren.«

»Nein, ich bin schwanger.«

»Nein, ich muss morgen früh raus.«

Wie berauschend es war, als ich an den Punkt meiner Nüchternheit gekommen war, an dem ich das Nein einfach so stehen lassen konnte! Wie rebellisch! Wie aufregend! Die Power of No überträgt sich dann schnell auf andere Lebensbereiche.

»Kannst du mal eben schnell die Grafik hochladen?« — »Nein.«

»Gehst du Samstag mit mir auf das Rave?« — »Nein.«

»Willst du Sonntag mit zu meiner Mutter?« — »Nein.« 

Ich sage sehr selten einfach nur Nein, denn die meisten meiner Beziehungen sind welche, in denen ich mir ganz gerne die Umstände mache, und erkläre, warum ich irgendwas nicht machen will. 

Aber gelegentlich ein pures, einzelnes Nein zu verteilen tut gut, finde ich, es erinnert einen an die eigene, süße Unabhängigkeit.

Gewinne The Power of No

Wenn ihr ein Exemplar von The Power of No (Opens in a new window) gewinnen wollt, dann schreibt eine Mail mit dem Betreff »Nein« an hallo@sodaklub.com (Opens in a new window) Viel Glück!

··· Bitte beachte, dass nicht-EU-Länder von der Teilnahme ausgeschlossen sind ···

SodaKlub Live

16. Mai in Dresden (Infos folgen)

9. August in München auf dem OAMN-Sommerkongress (Opens in a new window)

Mika Döring Live

24. April Online Talk zu ADHS & Sucht (Infos folgen)

Mia Gatow Live

29. April 19:30 Lesung in Hamburg: Cantina Fux+Ganz, 14 Euro

Topic Bi-Weekly

0 comments

Would you like to be the first to write a comment?
Become a member of SodaKlub and start the conversation.
Become a member