Early Access war gestern, die Demo ist längst wieder zurück. Während des Summer Games und Steam Next Fest gibt es ja traditionell reichlich zu spielen. Ich habe aktuell mit Starfield, dem Gothic Remake und drei Katzen so viel um die Ohren (und um die Schränke und in den Vorhängen), dass ich kaum zum Reinschnuppern in andere Spiele komme. Aber diese neun Titel haben mich zumindest neugierig gemacht. Und meist treffen sie irgendeinen Nerv aus der Vergangenheit.
The Fertile Crescent 2: Collapse of the Bronze Age (PC) (Öffnet in neuem Fenster)
Wenn ich z.B. MicroProse höre, muss ich einfach nachsehen, was die so im Angebot haben. Auch wenn der Publisher mit dem Giganten aus den 80ern und 90ern nur den Namen teilt, bemerkt man doch den Wunsch, an diese Tradition anzuknüpfen. The Fertile Crescent 2: Collapse of the Bronze Age wird wohl niemanden auf den ersten Blick begeistern, aber erinnert in seinem Pixelstil zumindest entfernt an einige Klassiker des Genres. Die Echtzeit-Strategie von Wield Interactive entführt in die Bronzezeit, als Zivilisationen kollabierten. Man startet mit einer kleinen Gruppe von Siedlern zwischen Ruinen, Hungersnöten und Ressourcenknappheit, muss für Nahrung sorgen und eine Siedlung managen. Es geht in der Kampagne samt Story nicht um den Aufbau eines Imperium, sondern das Überleben, denn man wird ständig unter Druck gesetzt. Ist vielleicht nur was für zwischendurch.
https://youtu.be/dBBKA-VWgqw?t=4 (Öffnet in neuem Fenster)Corsair Cove (PC) (Öffnet in neuem Fenster)
Ihr wollt lieber was Ansehnlicheres mit mehr Abenteuerflair und Städtebau in 3D? Dann empfehle ich die Demo von Corsair Cove, in der man einen karibischen Piraten-Unterschlupf baut, um mit Überfällen reich und mächtig zu werden. Man startet sehr bescheiden mit Holzbaracken, aber mit der Beute gibt es immer mehr Möglichkeiten architektonisch in die Höhe oder um das felsige Archipel herum zu expandieren. Aber Vorsicht: Die Krone macht natürlich Jagd auf Piraten. Außerdem wird man seine Crew und die Bevölkerung nicht lange mit Brot und Schnaps bei Laune halten können. Also gilt es die Weltmeere zu erkunden, Befestigungen zu errichten und immer fettere Beute nach Hause zu bringen. Das Spiel wird in Frankfurt von Limbic Entertainment (Tropico 6) bei Hooded Horse für den PC entwickelt und soll am 31. Juli 2026 erscheinen.
https://youtu.be/l3uEXpHOZx0 (Öffnet in neuem Fenster)The Guild – Europa 1410 (PC) (Öffnet in neuem Fenster)
Die Gilde hab in einigen seiner historischen Varianten ganz gerne gespielt. Das rundenbasierte Aufbauspiel aus dem Jahr 2002, damals noch bei den deutschen 4Head Studios entwickelt, beruhte ja auf dem Klassiker Die Fugger II von Sunflowers. Diesmal versucht man als Schmied, Tavernenchef oder Alchemist sein Geschäft aufzubauen, wobei man 17 Züge für Handel, Diplomatie und Intrigen oder Diebstahl Zeit hat. Und zwar im mittelalterlichen Kuttenberg, also der böhmischen Stadt, die man im Rollenspiel Kingdom Come: Deliverance II erkunden konnte und in der man ein "eues Niveau der Immersion mit hochmoderner Grafik" erleben soll. Das Spiel entsteht bei Ashborne Games (Comanche, Last Train Home) in Tschechien.
https://youtu.be/ileKX6U2joI (Öffnet in neuem Fenster)Mortal Shell II (PC, PS5, XBS) (Öffnet in neuem Fenster)
Das Action-Rollenspiel von Cold Symmetry aus dem Jahr 2020 gehörte zu den besseren Soulslikes, war letztlich weniger hart und lieferte unterm Strich gute Unterhaltung. Der Nachfolger setzt auf mehr Dunkelheit, mehr Metal und Schusswaffen. Ich schrieb damals im Fazit über den Vorgänger auf PS4:
"Ihr vermisst Dark Souls? Ihr sehnt euch nach Bloodborne 2? Dann besucht die verfluchten Reiche von Mortal Shell: Das könnte euch für 20 bis 30 Stunden Heimatgefühle bescheren. Mit vielen Fragen im Kopf kämpft man sich durch eine verwunschene Welt voller Vampire, Ritter und Bestien. Das sehr gute Artdesign verbindet düstere Fantasy mit Horror sowie einem außerirdischen Hauch. Kaum ein anderes Spiel kommt so nah ran an die ebenso monumentale wie mysteriöse Stimmung à la From Software – das ist fast ein Seelenverwandter."
1666: Amsterdam (PC) (Öffnet in neuem Fenster)
Das ist ein historisch inspiriertes Action-Adventure in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts. Und wie die drei Sechsen schon andeuten, geht es in Schultersicht um Okkultismus sowie Hexerei. Man schlüpft im spielbaren Prolog in die Rolle von Noa, die dämonische Wesen in Menschen aufspürt, indem sie tagsüber nach Hinweisen sucht und nachts auf actionreiche Jagd geht; die Story spielt mit Zeitlinien zwischen 1333 und 1999 sowie einer “Welt hinter de Welt”. Es entsteht bei Panache Digital Games in Montreal, dem Studio vom ehemaligen Assassin’s-Creed-Entwickler Patrice Désilets. Der Early Access soll dieses Jahr starten, aber es gibt noch keinen Termin.
https://youtu.be/2GNsuUvag5k (Öffnet in neuem Fenster)The Sinking City 2 (PC, PS5, XBS) (Öffnet in neuem Fenster)
Man kann sich vor Abenteuern in der Welt von H.P. Lovecraft kaum retten. Und die allermeisten sind nicht besonders gut darin, dem Wesen seines Horrors gerecht zu werden. Eines der besseren ist bis heute Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth von 2006. Aber als der Wahnsinn 2019 in The Sinking City aus dem Meer kroch, war das ein höchst durchwachsendes Erlebnis, mit einigen tollen und einigen furchtbaren Momenten. Im Zeitalter von Red Dead Redemption 2 fühlte man sich im statischen Oakmont wie in einer digitalen Steinzeit mit robotischen Bewohnern. Aber ich bin ja Optimist. Und jetzt versucht sich Frogwares erneut an diesem Szenario in den 20er Jahren, allerdings in den überfluteten Gassen von Arkham. Das Feedback der Presse ist deutlich besser als damals, am 18. August 2026 soll der Alptraum beginnen.
https://youtu.be/TX8VfHHKyig (Öffnet in neuem Fenster)Mistfall Hunter (PC, PS5, XBS) (Öffnet in neuem Fenster)
ARC Raiders soll dem Extraction-Genre ja einige neue Freunde verschafft haben; ich hatte zumindest für ein paar Stunden angebissen und bis zu einem gewissen Punkt meinen Spaß. Dieses Action-Rollenspiel scheint das Prinzip der gefährlichen Beute-Ausflüge für all jene inszenieren zu wollen, die der Soulsreihe nicht abgeneigt sind. Welt- und Figurendesign locken mit Dark Fantasy, es gibt Dungeons und Bosse. Man ist in einer von sechs Klassen in Schultersicht unterwegs, alleine oder im Team, kann sowohl gegen Feinde der Umgebung als auch andere Spieler kämpfen (PvPvE) und sucht in den Arenen nach Relikten. Das Spiel ist die Premiere von Bellring Games, soll am 29. Juli 2026 erscheinen und auf Pay-to-win-Mechaniken verzichten. Ich wollte es zumindest erwähnen, aber würde meine Zeite eher in The Duskbloods (Öffnet in neuem Fenster) von From Software investieren, das noch dieses Jahr erscheinen soll.
https://youtu.be/u60eUi_b2Dk (Öffnet in neuem Fenster)Dungeon Settlers (PC) (Öffnet in neuem Fenster)
Ihr mögt Kolonie-Simulation wie RimWorld oder Dwarf Fortress? Dann könnte dieses charmant wirkende Pixel-Abenteuer in der Draufsicht interessant sein, zumal es sich neben dem Aufbauteil samt Ressourcen und Architektur durchaus als Dungeon-Crawler versteht, bei dem man mit seinem Clan auf gefährlichen Expeditionen mit je vier Gefährten eine labyrinthische Welt erkundet und von Monstern befreit. Gekämpft wird in Echtzeit mit Pausefunktion. Hinzu kommt ein Rollenspielaspekt, denn man entwickelt natürlich seine Leute, die sechs Attribute besitzen. Auch Echsenmenschen sind dabei!
https://youtu.be/BkGIa5V39-w (Öffnet in neuem Fenster)Onimusha: Way of the Sword (PC, PS5, XBS) (Öffnet in neuem Fenster)
Last but bot least, der dämonische Samurai-König dieser Festspiele. Denn Capcom hat mit der Probierversion dieses Action-Adventures tatsächlich die Millionengrenze durchbrochen. Ich hab ja schon in der letzten Flaschenpost etwas zum Spielablauf gesagt, in dem man sich mit einem recht überheblichen Miyamoto Musashi durch zombieske Feinde schlitzt, bis es im Finale mit dem Boss in der Arena endlich anspruchsvoller wird, so dass aufgrund des flotten Konter- und Paradesystems sogar ein Hauch von Sekiro zu spüren ist. Kürzlich hat Capcom versprochen, dass am 24. September alles härter und gnadenloser für den Ronin mit dem berühmten Namen werden soll.
https://youtu.be/LNq35HHUtNc (Öffnet in neuem Fenster)