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Wie Rechtsradikale versuchen, ins Bildungssystem zu drängen

Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!

Die Grippewelle hat dieses Jahr ungewöhnlich früh begonnen und ist nun offiziell in Österreich angekommen – unter anderem auch in der tag-eins-Redaktion. Deshalb an dieser Stelle der kleinen Reminder: Die Impfung schützt und lohnt sich auch jetzt noch!

Gewalt gegen Frauen und Kinder ist eines der größten Gesundheitsrisiken, die Benkos stehen vor Gericht und die Nobelpreise werden heute verliehen. 

Das übersehene Gesundheitsrisiko

Die weltweite gesundheitliche Belastung durch Gewalt an Frauen und Kindern und ihre Folgen ist höher als gedacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Fachblatts The Lancet, (Opens in a new window) wie der Standard (Opens in a new window) berichtet. Die Studie hat die Folgen von partnerschaftlicher Gewalt an Frauen und sexueller Gewalt an Kindern untersucht. „Die Belastung ist enorm – und wurde in den globalen Gesundheitsprioritäten systematisch übersehen“, sagt die Leitautorin der Studie, Luisa Sorio Flor von der Universität Washington.

Für die Studie wurden Berichte aus 204 Ländern von 1990 bis 2023 systematisch ausgewertet. Nach Schätzungen der Studie haben weltweit mehr als eine Milliarde Menschen, die heute 15 Jahre und älter sind, als Kind sexuelle Gewalt erfahren. Rund 600 Millionen Betroffene ab 15 haben in einer Partnerschaft Gewalt erlebt. Weltweit werden durch sexuelle Gewalt gegen Kinder 32 Millionen gesunde Lebensjahre genommen, durch Gewalt gegen Frauen in Beziehungen rund 18 Millionen Lebensjahre. Expert*innen ordnen die Zahlen als sehr hoch ein. Die Studie berücksichtigte mehr Krankheitsbilder und gesundheitliche Folgen, die sich auf Gewalt zurückführen lassen, als vergangene Schätzungen zum Thema. „Die meisten anderen Erkrankungen, von denen eine Milliarde Menschen betroffen sind und die zu den fünf größten Gesundheitsrisiken zählen, dominieren die globale Gesundheitsagenda“, sagt Studienautorin Emmanuela Gakidou. Von einer Krise, die bisher im Verborgenen geblieben ist, spricht Flor.

Der Benko-Prozess geht heute weiter

120.000 Euro Bargeld und 11 teure Uhren und andere Schmuckstücke sollen René Benko und seine Ehefrau Natalie Benko in einem Tresor bei Verwandten versteckt haben. Die Benkos sollen das Bargeld und die Schmuckstücke im Wert von insgesamt 370.000 Euro zur Seite geschafft haben, um sie während des persönlichen Konkursverfahren des Sigma-Gründers zu bewahren und dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen.
Das wird heute am Landesgericht Innsbruck verhandelt, in Innsbruck sitzt Benko derzeit auch in Untersuchungshaft. Benko argumentiert, die Uhren hätten ihm nicht mehr gehört, denn er habe sie seinen Söhnen geschenkt. Für die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ist das eine Schutzbehauptung. Die Benkos bekennen sich nicht schuldig, die Verteidiger beanspruchen Freisprüche.

Zwei Prozesstage sind anberaumt, das Medieninteresse ist sehr groß. Es könnte noch heute zu einem Urteil kommen. Standard (Opens in a new window) und ORF (Opens in a new window) berichten

Nobelpreise vergeben, Machado kommt doch 

Heute werden die bereits im Oktober verkündeten Nobelpreise in Skandinavien überreicht. Nicht teilnehmen (Opens in a new window) an der Zeremonie im Rathaus Oslo wird die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado. Das berichtete der norwegische Sender NRK unter Berufung auf das norwegische Nobelinstitut. Erst hieß es, Machado würde gar nicht anreisen, nun meldete das Institut, dass sie doch nach Oslo kommen würde.

Machado lebt an einem geheimen Ort im Untergrund. Die Oppositionsführerin unterliegt einem Reiseverbot durch die venezolanischen Behörden. Ihre Tochter wird den Preis entgegennehmen und auch eine von Machado geschriebene Rede halten.

Das Nobelpreiskomitee ehrte Machado „für ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zur Demokratie.“ Doch sie gilt auch als wirtschaftsliberale Trump-Unterstützerin, Kritiker*innen kritisieren ihre Nähe zu rechten Netzwerken. 

Dass Preisträger*innen ihren Nobelpreis nicht persönlich entgegennehmen, kommt sehr selten vor. Fünf Friedensnobelpreisträger*innen konnten (Opens in a new window) bisher ihre Preise nicht persönlich entgegennehmen, da sie zu diesem Zeitpunkt in ihren Heimatländern inhaftiert waren, so wie etwa 2023 die iranische Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Ideologischer Machtkampf an den Schulen

Wie politisch dürfen Lehrer*innen sein? Immer wieder geraten progressive Lehrer*innen unter Druck, in den USA, in Deutschland, aber auch in Österreich. Laura Helene May hat sich für die an.schläge angeschaut, welche ideologischen Grabenkämpfe es im Schulsystem gerade gibt und wie Rechtsradikale versuchen, ins Bildungssystem zu drängen.

https://anschlaege.at/kapitalismus-steht-nicht-in-der-verfassung/ (Opens in a new window)

Eigentlich könnten Männer viel empathischer sein

Es muss sich nur für sie lohnen.

https://krautreporter.de/sinn-und-konsum/5877-eigentlich-konnten-manner-viel-empathischer-sein#lesen (Opens in a new window)

Im Aufwachraum

Unser Fundstück heute ist ein sehr persönlicher Text von Autorin Mina Billner. Sie hat abgetrieben und erzählt in der taz (Opens in a new window) von den komplexen Rahmenbedingungen ihrer Entscheidung in Politik und Gesellschaft. Billner hat nämlich schnell gemerkt, dass die in der Popkultur oft propagierte Freiheit der Frau in der Realität kaum vorkommt. Sie fühlte sich stattdessen mit ihrer Schwangerschaft, ihrer Entscheidung und der Abtreibung ziemlich allein. (Christian Fahrenbach)

https://taz.de/Ungewollt-schwanger/!6127320/ (Opens in a new window)

Bleibt gesund!

Anna

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