Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Schande über mein Haupt. Ich habe im gestrigen Newsletter geschlampt. Das Google-Datenzentrum entsteht natürlich im oberösterreichischen Kronstorf und nicht im (nicht existenten) niederösterreichischen Kronsdorf. Meine Geografie-Lehrerin wäre wohl nicht sonderlich stolz auf mich.
Ich bin tatsächlich direkt nach dem Versand selbst auf den Fehler draufgekommen und das war ein guter Reminder für mich. Normalerweise überprüfe ich wirklich alles, was ich schreibe, nochmal – im besten Fall danach sogar noch einmal. Dieses journalistische Prinzip nennt sich „Check, Recheck, Doublecheck“ und soll eben sicherstellen, dass alle Informationen eines qualitätsjournalistischen Beitrags korrekt sind. Gestern habe ich recht kurzfristig entschieden, dass ich den Bau dieses Google-Datenzentrums noch in den Newsletter hineinnehmen möchte. Und dann aber nicht mehr überprüft, ob das alles korrekt ist. Das tut mir leid.
Ein Tipp noch fürs Wochenende: Heute findet bei freiem Eintritt in ganz Österreich die Lange Nacht der Forschung (Opens in a new window) statt. Ich bin vor einigen Jahren mal zufällig genau zu diesem Event in die Sternwarte der Universität Wien gestolpert und ich habe sehr viel gelernt.

Außerdem geht es heute um einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine, das weiterhin hohe Niveau an antisemitischen Fällen in Österreich und einen Waldbrand im Kärntner Lesachtal.

EU öffnet Tür für Beitrittsverhandlungen mit Ukraine
Die EU-Mitgliedstaaten haben bei einem informellen Gipfel in Zypern, an dem auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj als Gast teilnahm, signalisiert, dass die Voraussetzungen für den Start von Beitrittsverhandlungen erfüllt sind. Erste Gespräche könnten damit in den kommenden Wochen beginnen, nachzulesen bei der Süddeutschen Zeitung (Opens in a new window).
Die Regierung von Viktor Orbán hatte den Prozess monatelang blockiert, trägt die Entscheidung nun aber mit. EU-Ratspräsident António Costa sprach davon, dass es jetzt an der Zeit sei, „den nächsten Schritt vorzubereiten“, und stellte einen Beitritt 2027 in den Raum. Ein schneller Beitritt ist damit allerdings noch lange nicht beschlossen. Die Verhandlungen gelten als komplex und können sich über Jahre ziehen – auch weil jeder einzelne Schritt einstimmig von allen Mitgliedstaaten gebilligt werden muss. Beispiele wie die seit 2005 stockenden Gespräche mit der Türkei zeigen, wie langwierig dieser Prozess sein kann.
Selenskyj macht gleichzeitig klar, dass für ihn nur eine vollständige Mitgliedschaft infrage kommt. Vorschläge für eine abgespeckte oder schnellere Form der Anbindung lehnt er ab: „Die Ukraine braucht keine symbolische EU-Mitgliedschaft.“ In der EU wiederum bleiben Zweifel – etwa mit Blick auf die finanziellen Folgen und die Auswirkungen auf Landwirtschaft und Binnenmarkt. Während einige Staaten ein Zieldatum um 2030 ins Spiel bringen, dürfte entscheidend vor allem eines bleiben: wie sich der Krieg und die politische Lage in der Ukraine weiterentwickeln. (Johanna Hänsel)

Antisemitische Fälle in Österreich weiterhin auf Höchstniveau
Die Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) registriert 2025 laut Jahresbericht 1.532 antisemitische Vorfälle in Österreich. Damit wurde der Höchststand von letztem Jahr um 12 Fälle überschritten. Es verfestige sich also der seit dem 7. Oktober 2023 bestehende Negativtrend, sagte IKG-Präsident Oskar Deutsch bei der Präsentation des Berichts mit IKG-Generalsekretär Benjamin Nägele und dem Leiter der Antisemitismus-Meldestelle Johannan Edelman gestern. Leicht gesunken ist die Anzahl an physischen Angriffen und Bedrohungen. Mit knapp 15.000 Jüd*innen in Österreich sei eine kleine Gruppe überproportional häufig von religiösen Vorurteilen betroffen, heißt es in dem Bericht.
Als häufigste Erscheinungsform führt der Bericht mit 1.186 Fällen (77,4 Prozent) israelbezogenen Antisemitismus auf – 2020 lag dieser Anteil noch bei 21 Prozent. Der Bericht stelle keine vollständige Übersicht des Antisemitismus in Österreich dar. Erfasst werden damit nämlich jene antisemitischen Vorfälle, die gemeldet wurden und bei denen eine Prüfung durch die Expert*innen der Antisemitismus-Meldestelle gemäß der IHRA-Definition (Opens in a new window) eine eindeutige Verifizierung als antisemitisch ergeben hat. Kritik an Israel, die mit jener an anderen Ländern vergleichbar ist, könne dieser Definition nach nicht als antisemitisch betrachtet werden.

Großer Waldbrand im Kärntner Lesachtal
Im Kärntner Lesachtal brennen bis zu 35 Hektar Wald. Wie der ORF (Opens in a new window) berichtet, sind seit gestern Abend 15 Feuerwehren im Einsatz gegen die Flammen. Das Feuer hat sich binnen kürzester Zeit rasch ausgebreitet. Da es im betroffenen Gebiet sehr steil ist, mussten die Löscharbeiten teilweise in der Nacht unterbrochen werden. Inzwischen seien fünf Hubschrauber im Einsatz, eine Straße musste gesperrt werden, schreibt der Standard (Opens in a new window) zu Mittag.
Ein möglicher Grund für die schnelle Ausbreitung ist die anhaltende Trockenheit im südlichsten Bundesland. Laut Geosphere Austria droht Kärnten das trockenste Frühjahr seit Beginn der Messperiode (Opens in a new window). Schon in den vergangenen Wochen gab es deshalb immer wieder Waldbrände (Opens in a new window). Die Behörden weisen auf die hohe Waldbrandgefahr hin und betonen das Rauch- und Feuerverbot in Waldnähe. In manchen Gemeinden wird auch Wasserknappheit befürchtet, die Landwirtschaft bangt um Ernteerträge. Ein Zusammenhang mit langfristigen klimatischen Veränderungen durch die Klimakrise ist evident. Sollte es im Sommer auch sehr heiß werden, stehen Kärnten durch das trockene Frühjahr wohl noch mehr Waldbrände bevor, wie auch eine Studie der Uni Graz (Opens in a new window) zeigt.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Das System Kitzbühel
Ich komme selbst aus einem Wintersportort. Dass in Kitzbühel viele Dinge anders laufen, als man als Außenstehender erwarten würde, wundert mich nicht. Umso wichtiger finde ich es, dass sich das Onlinemagazin JETZT in einer lokaljournalistischen Serie intensiv mit dem Nobelort auseinandergesetzt und dabei so einige Missstände offengelegt hat.
https://www.jetzt.at/artikel/sWKEphqj-mlR5p4ks-72bfa (Opens in a new window)
„Ich würde weniger Dickpics von alten Männern bekommen“
Ich war dabei, als eine siebte und eine neunte Klasse über ein Social-Media-Verbot diskutiert haben. Am Ende haben sie Regeln aufgestellt, die viel hilfreicher sein könnten als ein Verbot.
https://krautreporter.de/kinder-und-bildung/6327-ich-wurde-weniger-dickpics-von-alten-mannern-bekommen?shared=c8e68baa-ed67-4627-a428-8eaf29f9e188&utm_campaign=mailchimp-campaign-1162&utm_medium=editorial&utm_source=mailchimp.com&utm_source=Krautreporter+Newsletter&utm_campaign=50866c16bc-waffenruhe-im-libanon-verlangert-2026-04-24&utm_medium=email&utm_term=0_9ed711293a-50866c16bc-220119791#lesen (Opens in a new window)
Die ganze Welt in Minecraft
Minecraft – das ist dieses gewitzte Computerspiel, in dem die ganze Welt aus Blöcken besteht, die man abbauen, bauen und zerschlagen kann. Rund um Minecraft gibt es eine riesige Community. Nicht nur Kinder und junge Menschen lieben es, sich kreativ in dem digitalen Blockuniversum auszutoben und dabei alles Mögliche, sogar ganze Kathedralen (hier den Stift Melk (Opens in a new window)), nachzubauen. 2020 ist das Projekt Build the Earth entstanden – mit dem Ziel, die ganze Erde in Minecraft nachzubauen. Die Kleine Zeitung widmet ein nettes Dossier jenen Menschen, die Österreich in Minecraft nachbauen.
https://dossiers.kleinezeitung.at/minecraft-alps-bte/ (Opens in a new window)Hat sich früher als Jugendlicher auch in Minecraft ausgetobt und besonders gern nach Diamanten „gegraben“:
Emil

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