Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Wenn du diesen Newsletter fertig gelesen hast, ist wieder eine Frau getötet worden. Wahrscheinlich von ihrem Partner. Leider muss dieser drastische Einstieg heute – am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen – sein. Denn die UNO veröffentlicht erneut erschütternde Zahlen zum Thema Femizide weltweit. Mehr dazu im Nachrichtenteil.

Außerdem: Egisto Ott verklagt die Kabarettistin Malarina und Trumps Team wurde wieder vor Gericht abgewiesen.

Alle zehn Minuten ein Femizid
Alle zehn Minuten tötet (Öffnet in neuem Fenster)nach Schätzungen der Vereinten Nationen ein Mann weltweit eine Frau oder ein Mädchen. Der Täter ist in 60 Prozent der Fälle ein Partner oder ein Familienmitglied. Diese Statistik teilte die UNO heute zum 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.
83.000 Frauen seien 2024 gezielt ermordet worden. Besonders häufig sind Femizide – also die Tötung von Frauen wegen ihres Geschlechts – laut UNO in afrikanischen Ländern, gefolgt von Süd- und Nordamerika. In Österreich gab es nach Zählungen des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuse (Öffnet in neuem Fenster)r in diesem Jahr 14 mutmaßliche Femizide und 32 Fälle von Mordversuchen und schwerer Gewalt, in fast allen Fällen waren die Täter Partner oder Ex-Partner.
Jede dritte Frau hat in Österreich statistisch schon einmal Gewalt erlebt, der ORF listet (Öffnet in neuem Fenster) heute Anlaufstellen auf und sprach mit Maja Markanovic-Riedl, der Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser. Im Standard schreiben (Öffnet in neuem Fenster) Beate Hausbichler und Brigitte Theißl anlässlich des Tages gegen Gewalt an Frauen über die Diskussionen in Österreich zur Änderung im Sexualstrafrecht nach dem Prinzip „Nur Ja heißt Ja“.

Egisto Ott verklagte die Kabarettistin Malarina
Der ehemalige Chefinspektor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung hat die Kabarettistin Marina Lacković aka Malarina wegen eines Facebook-Postings verklagt. In diesem Posting bezeichnete Malarina Egisto Ott als „russischen Ex-Spion“, das Posting hat sie bereits auf Wunsch gelöscht. Der Falter berichtet (Öffnet in neuem Fenster) heute in seinem Morgen-Newsletter von der gestrigen – etwas kurios anmutenden – Gerichtsverhandlung. Malarina plädierte auf nicht schuldig. Ott sieht eine Verletzung der Unschuldsvermutung.
Der Prozess, in dem verhandelt wird, ob Ott für Russland spioniert hat, findet erst im Jänner statt. Er klagt wegen übler Nachrede und gibt sich ansonsten schweigsam. Malarina verweist auf ihre Stellung als Kabarettistin und darauf, dass ihr Publikum ihre Aussagen einordnen könne. In einem Crowdfunding hat sie bereits Unterstützung für die Gerichtskosten gesammelt – mit großem Zuspruch. Der Prozess wurde vorerst auf unbestimmte Zeit vertagt, um die Entscheidung in Otts Strafverfahren abzuwarten.

Trumps Team schon wieder vor Gericht abgewiesen
US-Präsident Donald Trump erlebt weiter die schwächsten Tage seiner zweiten Präsidentschaft: Seine Umfragewerte (Öffnet in neuem Fenster) stürzen ab, mit Marjorie Taylor-Greene, einer nunmehr ehemaligen Abgeordneten im Repräsentantenhaus, hat sich eine prominente Krawallmacherin von ihm abgewendet, was die Mehrheit in der großen Kongresskammer bedroht (mehr beim Spiegel (Öffnet in neuem Fenster)), und gestern hat er dann noch erneut eine empfindliche Niederlage vor Gericht erlitten.
Gleich zwei Klagen, mit denen Trump Rache an Kritiker*innen üben wollte, sind abgewiesen worden, weil die dafür zuständige Staatsanwältin nicht ordnungsgemäß ernannt worden war. Die Verfahren gegen den früheren FBI-Chef James Comey und die New Yorker Staatsanwältin Letitia James wurden deshalb abgewiesen. ZDFheute (Öffnet in neuem Fenster) fasst zusammen. Schon vor Kurzem hatte ein anderes Gericht entschieden, den geplanten Neuzuschnitt von Wahlbezirken in Texas zugunsten der Republikaner zu blockieren. Das könnte für die Partei Folgen bei den Zwischenwahlen im kommenden Jahr haben. (Christian Fahrenbach)

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

„Auch die besten Typen sind Komplizen des Patriarchats“
Für ihr diesen Herbst erschienenes Buch hat die französische, in Berlin lebende Philosophin Manon Garcia den Fall Pelicot begleitet und sehr viel Zeit beim Gerichtsprozess verbracht. „Mit Männern leben. Überlegungen zum Pelicot-Prozess“ zu lesen, lege ich allen nahe, gerade auch jenen, die sich mit dem Thema eigentlich nicht beschäftigten. Einen Einstieg bietet diese Interview, das die Journalistin Julia Pühringer für die an.schlaege mit Manon Garcia geführt hat.
https://anschlaege.at/auch-die-besten-typen-sind-komplizen-des-patriarchats/ (Öffnet in neuem Fenster)
Sprachenlernen lohnt sich im KI-Zeitalter mehr denn je
Gerade weil die neuen Bluetooth-Kopfhörer jedes Gespräch in Echtzeit übersetzen können.
https://krautreporter.de/sinn-und-konsum/6126-sprachenlernen-lohnt-sich-im-ki-zeitalter-mehr-denn-je#lesen (Öffnet in neuem Fenster)
Von Menschen und Golden Retrievern
Menschen und Hunde, genauer Golden Retriever, haben (Öffnet in neuem Fenster)laut einer neuen Studie der Universität Cambridge mehr gemeinsam, als man denkt. Die Forscher*innen haben herausgefunden, dass die gleichen Gene das Verhalten von Golden Retriever steuern, die auch beim Menschen für grundlegende Verhaltensmerkmale und den Gefühlshaushalt verantwortlich sind. Das hört sich erstmal cute an, bedeutet aber leider nicht, dass Menschen und Golden Retriever gleich fröhlich durchs Leben gehen, sondern dass etwa das Gen PTPN1 bei Hunden mit Aggression gegen Artgenossen in Verbindungen steht, und bei Menschen mit Intelligenz und Depression.
Die Gene sind damit für ähnliche psychische und emotionale Grundzustände verantwortlich, haben allerdings konkret unterschiedliche Folgen. Die neuen Erkenntnisse lassen sich besonders gut für Hundetraining verwenden, und um das Verhalten von Hunden besser zu verstehen.
Ist eigentlich eher der Katzentyp, hat aber gerne ein paar gemeinsame Gene mit einem Golden Retriever:
Anna