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Hallo!
Jüdische Aktivist*innen haben auf der Baustelle des Wiener Lueger-Denkmals ein Transparent mit der Aufschrift „Abreißen“ angebracht.
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Das Denkmal wird derzeit saniert und bewusst in Schieflage versetzt, um auf die politische und ideologische Belastung seines Namensgebers hinzuweisen. Die Kosten belaufen sich auf rund 500.000 Euro.
Karl Lueger, Wiener Bürgermeister von 1897 bis 1910 und Gründer der Christlichsozialen Partei, kam mit aggressivem Antisemitismus und populistischer Rhetorik an die Macht. Um ihn entstand ein ausgeprägter Personenkult, sein Bild fand sich auf Alltagsgegenständen. Adolf Hitler bezeichnete Lueger später als den „gewaltigsten deutschen Bürgermeister aller Zeiten“. In den vergangenen Jahren diente der Platz rund um das Denkmal wiederholt als Treffpunkt rechtsextremer Gruppen.

Heute geht es um den Tod eines Häftlings, die Tötung von Alex Pretti und einen möglichen US-Angriff auf den Iran

Toter Häftling in Hirtenberg: Ermittlungen gegen zwölf Justizwachebeamte
Nach dem Tod eines Häftlings in der Justizanstalt Hirtenberg ermittelt die Staatsanwaltschaft Eisenstadt gegen zwölf Justizwachebeamte. Im Raum steht der Verdacht der fahrlässigen Tötung unter Ausnutzung der Amtsstellung. Recherchen der Wochenzeitung Falter (Opens in a new window)widersprechen der bisherigen Darstellung des Justizministeriums.
Der Insasse sollte am 3. Dezember auf Anordnung eines Psychiaters in eine Krankenanstalt überstellt werden. Laut Ministerium habe sich der Mann heftig gewehrt, mehrere Beamte seien verletzt worden. Die Justizwache habe Erste Hilfe geleistet, der Häftling sei nach medizinischer Stabilisierung ins Krankenhaus gebracht worden, wo er noch am selben Tag starb.
Nach Falter-Angaben war der Mann jedoch akut psychotisch und nicht in der Lage, Gefahren einzuschätzen. Bei der Überstellung sollen mehrere Beamte seine Zelle betreten, ihn gefesselt und geschlagen haben. Die Gerichtsmedizin meldete demnach bereits wenige Tage später schwere Verletzungen: Schädel- und Kehlkopfbrüche, Blutungen sowie Serienrippenbrüche.
Die Staatsanwaltschaft betont, der Sachverhalt sei noch nicht geklärt. Das Obduktionsgutachten liege weiterhin nicht vor, die Todesursache sei offen. Das Justizministerium verweist auf das laufende Verfahren und kündigt eine interne Evaluierung an.
Die Volksanwältin für den Strafvollzug fordert eine lückenlose Aufklärung. Auch Strafrechtsexperten verlangen eine umfassende Untersuchung – im Interesse der Familie des Verstorbenen wie auch des Justizsystems.

Tödliche Schüsse in Minneapolis: Zweifel an offizieller Version belasten Trump-Regierung
Ein erster offizieller Bericht der US-Sicherheitsbehörden zu den tödlichen Schüssen auf den US-Bürger Alex Pretti bringt die Regierung von Präsident Donald Trump unter Druck. In dem vorläufigen Untersuchungsbericht der Grenzschutzbehörde CBP findet sich kein Hinweis darauf, dass Pretti nach seiner Waffe gegriffen habe – anders als von Regierungsvertretern zunächst dargestellt.
Heimatschutzministerin Kristi Noem hatte den Vorfall früh als Notwehr bezeichnet und erklärt, Pretti habe die Beamten mit einer Waffe bedroht. Videoaufnahmen und die Auswertung von Körperkameras, auf die sich der Bericht stützt, bestätigen diese Version laut US-Medien jedoch nicht. Demnach schossen zunächst ein Beamter der Border Patrol und anschließend ein CBP-Beamter auf Pretti.
Auch Trumps Vizestabschef Stephen Miller, der Pretti zunächst als „inländischen Terroristen“ bezeichnet hatte, schlug inzwischen leisere Töne an. Nun werde untersucht, ob die Einsatzkräfte gegen geltende Protokolle verstoßen hätten.
Trump selbst sagte, Pretti hätte keine Waffe bei sich tragen sollen, sprach zugleich von einem „bedauerlichen Vorfall“. Nach Polizeiangaben war der Mann jedoch zum Tragen einer Schusswaffe berechtigt. Dass der Präsident einräumte, unklar sei, wann die Beamten die Waffe gesehen hätten, steht im Widerspruch zur frühen Festlegung der Regierung auf einen Notwehrfall.

Trump kündigt weitere US-Flottenbewegung Richtung Iran an
US-Präsident Donald Trump hat eine weitere Verlegung amerikanischer Seestreitkräfte in Richtung Iran angekündigt. Bei einem Auftritt im Bundesstaat Iowa sprach er von einer „Armada“, die auf dem Weg sei. Unklar blieb zunächst, ob er sich auf den bereits im Nahen Osten eingetroffenen Flugzeugträger USS Abraham Lincoln bezog oder auf zusätzliche Einheiten.
Das zuständige US-Regionalkommando CENTCOM kündigte parallel eine mehrtägige Luftwaffenübung in der Region an. Trump schloss ein militärisches Eingreifen gegen den Iran nicht aus und verwies auf die Tötung tausender Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten.
In Teheran stießen die Äußerungen auf scharfe Kritik. Präsident Massoud Pezeshkian warf den USA vor, mit Drohungen und „psychologischen Operationen“ die Stabilität der Region zu gefährden. Dies sagte er laut Präsidialamt in einem Telefonat mit Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman.
Die New York Times (Opens in a new window) berichtete unterdessen unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise, Trump sei über eine zunehmende Schwäche des iranischen Regimes informiert worden – so ausgeprägt wie seit dem Sturz des Schahs nicht mehr. Der republikanische Senator Lindsey Graham sagte der Zeitung, Ziel sei es, „das Regime zu beenden“.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Schnee nervt
Alles ist weiß. Der Schnee glitzert. Ein Wintertraum. Viele finden das wunderschön. Aber im Rollstuhl ist Schnee ein großes Problem, schreibt Bianca Riedmann.
https://www.andererseits.org/schnee-nervt/ (Opens in a new window)
Das gefährliche Versprechen hinter Alleingeburten
Influencerinnen versprechen selbstbestimmtes Gebären, Mediziner*innen warnen vor lebensgefährlichen Risiken. Reporterin Lena Högemann hat mit beiden Seiten gesprochen.
https://krautreporter.de/geschlecht-und-gerechtigkeit/6215-das-gefahrliche-versprechen-hinter-alleingeburten#lesen (Opens in a new window)
Als der Reichstag brannte
Vor 90 Jahren brannte in Berlin der Reichstag – und mit ihm die Weimarer Demokratie. In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 lodern die Flammen im Parlamentsgebäude. Für Adolf Hitler, seit knapp einem Monat Reichskanzler, kommt der Brand gelegen: Er nutzt ihn als Vorwand, um den Rechtsstaat außer Kraft zu setzen und die Diktatur einzuläuten.
Noch in derselben Nacht beginnt die Verfolgung politischer Gegner, binnen Stunden werden Tausende Oppositionelle verhaftet und interniert. Arte hat dazu eine großartige Doku veröffentlicht, in der auch der Frage der Täterschaft nachgegangen wird.
https://www.youtube.com/watch?v=lX9Ul2kZoIo (Opens in a new window)Fantasiert darüber, was die Stadt mit 500.000 Euro machen könnte:
Markus