Hier kommt alles, was du wissen solltest, kompakt erklärt. Heute ist wieder tag eins!

Hallo!
Es ist Sommer, die Klassenzimmer heizen sich auf. Bildungsminister Christoph Wiederkehr reagiert mit einem Hitzeschutzplan: Sportstunden sollen ausfallen können, Prüfungen verschoben, der Unterricht verkürzt werden. Hitzefrei? Bleibt ausgeschlossen.
Dabei zeigt sich ein Widerspruch, der kaum österreichischer sein könnte: In manchen Schulen fließt Granderwasser, Klimaanlagen aber fehlen. Das angeblich „belebte“ Wasser wird seit Jahrzehnten mit allerlei Versprechen vermarktet, für die es keine wissenschaftlichen Belege gibt; laut einem Gerichtsurteil darf Granderwasser in Österreich sogar als „aus dem Esoterik-Milieu stammender parawissenschaftlicher Unfug“ bezeichnet werden. Gegen die Hitze hilft es jedenfalls nicht.
Gerade wurde bekannt, dass die britische Sängerin Bonnie Tyler 75-jährig gestorben ist. Ich kann ihren Song „Total Eclipse of the Heart“ fast auswendig mitsingen. Vor zwei Jahren trat sie auf dem Donauinselfest auf. Hier das Video dazu.
https://www.youtube.com/watch?v=-JCCQWZIKDg (Opens in a new window)

Ansonsten geht es heute um den Irankrieg, Identitäre und „Social Egg Freezing“.

Der Krieg im Iran geht weiter
Die Waffenruhe ist faktisch Geschichte. In der Nacht auf Donnerstag griffen die USA nach eigenen Angaben rund 90 Ziele im Iran an – die zweite groß angelegte Angriffswelle binnen 24 Stunden. Getroffen wurden laut dem US-Regionalkommando Centcom Luftabwehrsysteme, Raketen- und Drohnenlager sowie militärische Infrastruktur entlang der iranischen Küste. Washington begründet die Offensive mit Angriffen auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus, schreibt der Spiegel (Opens in a new window).
Teheran reagierte mit Gegenangriffen auf US-Militäranlagen in Kuwait, Bahrain und Katar. Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums kamen bei den US-Angriffen mindestens 14 Menschen ums Leben, 78 weitere wurden verletzt.
US-Präsident Donald Trump erklärte die Feuerpause für beendet und schloss weitere Angriffe nicht aus. Auch Teheran drohte mit einer Ausweitung der Vergeltung. Beobachter rechnen inzwischen mit einer längeren militärischen Eskalation statt einer raschen Rückkehr an den Verhandlungstisch.

FPÖ trennt sich von weiterem Mitarbeiter mit Identitären-Hintergrund
Die FPÖ hat sich von einem weiteren parlamentarischen Mitarbeiter mit Verbindungen zur Identitären Bewegung getrennt. Wie die Partei dem ORF bestätigte, ist Andreas Hinteregger nicht länger für den freiheitlichen Nationalratsabgeordneten Maximilian Weinzierl tätig. Auslöser dürfte ein von „Stoppt die Rechten“ kürzlich veröffentlichtes Video (Opens in a new window) sein, das Hinteregger im Umfeld eines gewaltsamen Übergriffs vor dem Parlament zeigt, schreibt der Standard (Opens in a new window).
Hinteregger gilt seit Jahren als Aktivist im Umfeld der Identitären und ihres Hochschulablegers „Aktion 451“. Zugleich war er Funktionär der Freiheitlichen Jugend Oberösterreich. Gemeinsam mit Weinzierl nahm er mehrfach an Demonstrationen der Identitären teil, unter anderem an der Seite ihres Frontmanns Martin Sellner.
Das veröffentlichte Video zeigt den Wiener Identitären-Sprecher Yannick W., wie er einen Passanten vor dem Parlamentsgebäude zu Boden bringt und würgt. Hinteregger ist dabei als Beobachter zu sehen. Gegen ihn selbst werden nach aktuellem Stand keine strafrechtlichen Vorwürfe erhoben; die Unschuldsvermutung gilt.
Brisant ist der Fall auch deshalb, weil Wagemann zu jenen Verdächtigen zählt, gegen die wegen eines mutmaßlichen Angriffs auf einen Taxifahrer in Leoben ermittelt wird. In diesem Zusammenhang hatte die FPÖ bereits einen anderen parlamentarischen Mitarbeiter mit Identitären-Vergangenheit entlassen.
Trotz der neuerlichen Trennung beschäftigen laut Recherchen weiterhin mehrere FPÖ-Abgeordnete Mitarbeiter mit früheren Führungsfunktionen bei den Identitären. Die personellen Überschneidungen zwischen der Partei und dem rechtsextremen Milieu sorgen seit Monaten für politische Debatten. Führende FPÖ-Vertreter wie Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und Klubdirektor Norbert Nemeth hatten die Beschäftigung ehemaliger Identitärer zuletzt öffentlich verteidigt.

„Social Egg Freezing“ ab Frühjahr 2027 erlaubt
Der Kinderwunsch kommt für viele Frauen immer später – und damit wächst das Risiko, ungewollt kinderlos zu bleiben. Eine neue Studie zeigt, dass Unfruchtbarkeit weltweit zunimmt. Parallel steigt die Nachfrage nach „Social Egg Freezing“, dem vorsorglichen Einfrieren von Eizellen. Ab Frühjahr 2027 soll das nach einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs auch in Österreich erlaubt sein.
Fachleute begrüßen die geplante Gesetzesänderung, mahnen jedoch zu realistischen Erwartungen. Das Einfrieren von Eizellen könne den Zeitdruck mindern, sei aber keine Garantie für eine spätere Schwangerschaft. Zudem bleibe eine künstliche Befruchtung erforderlich.
Vor allem gut ausgebildete Frauen Ende 20 oder Anfang 30 nutzen das Angebot zunehmend als Absicherung. Die Behandlung ist allerdings teuer: Ein Zyklus kostet rund 3.000 Euro, hinzu kommen jährliche Lagerkosten und später die Kosten für eine künstliche Befruchtung. Expertinnen fordern deshalb neben klaren Werberegeln vor allem bessere Aufklärung über die altersbedingte Abnahme der Fruchtbarkeit.

Hier empfehlen wir dir jeden Tag ein Recherchestück eines unabhängigen, kleinen Mediums aus Österreich, den aktuellen Krautreporter-Text und unser Fundstück des Tages. Viel Spaß!

Frauen waren leider wieder mal aus
Claudia Zettel kritisiert die weiterhin geringe Präsenz von Frauen im Sportjournalismus. Obwohl sie die Fußball-WM bewusst boykottiert, fällt ihr beim kurzen Einschalten auf: Im TV-Studio von Servus-TV diskutieren ausschließlich Männer – ein Sinnbild dafür, dass Frauen in der Sportberichterstattung noch immer zu wenig sichtbar sind. Ein Beitrag:
https://steady.page/de/keine-frauen/posts/73d6ca3b-c1bc-4af8-afbc-933391fabaec (Opens in a new window)
Chatbots und Therapeut*innen bauen beide dein Ego auf – aber wem nützt das?
Beides schafft eine Gesellschaft von Menschen, die vor allem auf sich schauen.
https://krautreporter.de/psyche-und-gesundheit/6447-chatbots-und-therapeut-innen-bauen-beide-dein-ego-auf-aber-wem-nutzt-das#lesen:~:text=Chatbots%20und%20Therapeut,auf%20sich%20schau (Opens in a new window)
Serie: The Hack
Zwischen 2002 und 2011 wurden im Vereinigten Königreich die Mailboxen Tausender Menschen gehackt – darunter Prominente, Politiker und zahlreiche Bürger ohne öffentliche Bekanntheit. Hinter der systematischen Handy-Spionage stand eine Boulevardzeitung aus dem Medienimperium von Rupert Murdoch. Der Skandal erschütterte Großbritannien und zog weltweit Konsequenzen nach sich. Drehbuchautor Jack Thorne („Adolescence“) greift die Affäre auf. Es ist eine echt gute Serie.
https://www.arte.tv/de/videos/RC-027900/the-hack/ (Opens in a new window)Sucht nun neue Serie:
Markus

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