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    <title>Taubenschlag+</title>
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    <description>Taubenschlag+ bietet dir Zugang zu allen TS+-Beiträgen, unterstützt Projekte wie &quot;nicht stumm!&quot; und sichert hochwertigen Journalismus.</description>
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      <title>Taubenschlag+</title>
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      <title><![CDATA[Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[Wir sind wieder da: hier eine kleine Zusammenfassung unserer letzten Postings auf Taubenschlag.de – von Vollimplantaten, Erfahrungsberichten und dem Hörverband]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Taubenschlag-Newsletter:</h1><p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><p>sorry für die lange Funkstille. </p><p>Der Gehörlosenmonat ist vorbei, wir fangen jetzt wieder an mit den elf Hörendenmonaten, allen voran Oktober. Aber ein paar gute PR-Gags gab es für die Gebärdensprachgemeinschaft doch. Die Tagesschau zeigte sogar die Dolmetscherin Christine Weinmeister neben dem Sprecher Jens Riewa. <strong>Krass auf drei Ebenen: Keine zusätzliche Einblendung, im linearen Fernsehen und dann noch eine Taube Person. </strong></p><p>Die Freude währt kurz, denn nach dem Schnitt geht es ins Studio und zack ist wieder ein hörender Dolmetscher im Vordergrund, der von seiner Arbeit erzählt. </p><p>Nachzugucken <a href="https://www.tagesschau.de/tagesschau_20_uhr/video-1654498.html">hier</a> ab ca. 12:00 – zwischen Sport und Wetter. </p><p>Aber: Es geht voran. Baby steps. Hat Iris Meinhardt eigentlich seit ihrem <a href="https://www.tagesschau.de/tagesthemen/video-922341.html">Kommentar in den Tagesthemen</a> vor sage und schreibe fünf Jahren noch einmal das Licht der Rampe im Ersten (oder Zweiten, Hauptsache lineares Fernsehen und nicht Streaming-Reste-Rampe) erblickt? Wir haben eine unangenehme Vermutung. </p><p>Egal, ist ja auch nur ein Vierteljahrhundert seit der Anerkennung der Gebärdensprache. </p><p>Wir waren die letzten Wochen fleißig und haben Taubenschlag gefüllt. Implantathersteller Med-El ließ es sich nicht nehmen, noch rechtzeitig im September ein <a href="https://www.taubenschlag.de/2026/10/komplett-unter-der-haut-erste-unsichtbare-cis-implantiert/">CI komplett unter der Haut zu implantieren</a>. <strong>Der Schall soll durch die Haut gehen, aufgeladen wird das Teil durch Auflegen eines Ladegeräts.</strong> Praktisch zum Schwimmen und… Schlafen? Wer im Schlaf hören will, der werfe den ersten Stein. Immerhin, eine bessere Ausrede als “Ich hab vergessen, mein CI aufzuladen” gibt es fürs Verschlafen nicht. In den Kommentaren zum Beitrag gibt’s übrigens schon die ersten Zweifler. </p><p>Der Landesverband Bayern der Gehörlosen sammelt derweil (noch bis zum 14. Oktober)<strong> Erfahrungsberichte gehörloser Senior*innen</strong>, nachdem der <strong>Landtag im Mai beschlossen hatte, das Gebärdensprachverbot aufzuarbeiten</strong>. Die Erfahrungsberichte können bis zum 14. Oktober eingereicht werden, das Fachgespräch findet am 22. Oktober statt. Mehr Infos auf <a href="https://www.taubenschlag.de/2026/10/gebaerdensprachverbot-gehoerlose-seniorinnen-sollen-im-landtag-zu-wort-kommen/">Taubenschlag</a>. </p><p>Derweil zeichnet sich ein Zeitplan für die <strong>Fusion der Hörvereine DCIG und DSB zum DHV</strong> ab. Spätestens zu Beginn der Dreißigerjahre (2031) soll die Fusion abgeschlossen sein. Wo Gehörlosenvereine sich immer mehr in Gebärdensprachvereine umbenennen, scheinen die Schwerhörigenvereine sich zu Hörvereinen umzubenennen. Spannend. Die Rede ist auch von einem “überwiegend lautsprachlich kommunizierenden Bundesverband”. Analog zu Lach- und Sachgeschichten gibt es dann wohl also Hör- und Sprachgeschichten. Details <a href="https://www.taubenschlag.de/2026/10/dcig-dsb-und-dhv-nennen-erstmals-zeitplan-fuer-fusion/">hier</a>.</p><p>Soviel in Kürze, auf unserer Startseite warten noch mehr Meldungen und auch Hinweise auf Veranstaltungen.</p><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Neu eingestiegen?</strong> Die alten Newsletter gibt’s hier: <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/posts">klick</a>.</p><p><strong>Weiterempfehlen?</strong> Diese Mail weiterleiten.</p><p><strong>Unterstützen?</strong> Bei Steady <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">abonnieren</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p></p><p>P.S.:</p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? Abonnier uns bei Steady:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 06 Oct 2026 10:50:50 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[#016 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[Diesmal: der neue Kinofilm mit Cindy Klink; "Digital Signer" als Avatar-Ersatz?; neuer Streamingdienst punktet mit ASL; Steiermark mit weirdem Gesetz]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>016 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><p>Teile des DGB-Präsidiums kann man demnächst im Kino sehen: <strong>Cindy Klink</strong> spielt in <strong><em>ALS WÄRE ES LEICHT</em></strong> eine Frau, die sich in einen Mann verliebt. Der Clou dabei: eine Person ist blind, die andere taub. Insider wissen, wer wer ist.</p><p>Hat man entweder schon mal von gehört oder es nicht kommen sehen. Herausgekommen ist jedenfalls ein Film mit der <strong>üblichen Portion Aufklärung</strong>, aber auch einer sehr charmanten Darstellung eines <strong>asynchron sinnesbehinderten Paars</strong>. Ausführlichere Rezension und Preview-Termine (mit Cast) hier <a href="https://www.google.com/url?sa=t&amp;source=web&amp;rct=j&amp;opi=89978449&amp;url=https://www.taubenschlag.de/2026/03/taub-liebt-blind-als-waere-es-leicht/&amp;ved=2ahUKEwj93c2yvo6TAxU3VPEDHahNMswQFnoECB4QAQ&amp;usg=AOvVaw0KGyCOvajLz2_nxt3eGK3q">in unserem Artikel dazu</a>. <strong>Kinostart dann 2. April, ausschließlich in untertitelter Fassung.</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Die Renten steigen</strong> ab 1. Juli um 4,24 Prozent. Ist für Gehörlose insofern relevant, als dass dadurch das Pflegegeld (vulgo: Gehörlosengeld) z.B. in Berlin auch steigt – <strong>von knapp 182€ auf knapp 190€</strong>. Reicht für einen Döner mehr im Monat.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Wer seine <strong>ASL-Kenntnisse auffrischen </strong>will, für den lohnt sich der neue Streamingdienst <a href="https://www.hbomax.com/">HBO Max</a>: so gut wie alle ASL-übersetzten Sendungen sind nun auch hierzulande verfügbar, neben Klassikern wie <em>The Last of Us </em>auch neuere Hits wie <strong><em>The Pitt</em> (in der zweiten Staffel sogar mit einer gehörlosen Patientin und allen Herausforderungen, die damit einhergehen).</strong> <em>The Last of Us </em>hat übrigens auch eine Taube Nebenfigur in einer Folge der ersten Staffel.</p><p>Etwas neuer ist <strong><em>DTF St. Louis </em></strong>(Start 1. März), in der David Harbour (bekannt als Hopper aus <em>Stranger Things</em>) einen <strong>ASL-Dolmetscher </strong>spielt. Sieht man im Trailer zu <em>DTF </em>auch kurz, wirkt leider wenig überzeugend. Viel spannender: Aus irgendeinem Grund gibt es offenbar einen <strong>Zusammenhang zwischen einer Peniskrümmung und Gebärdensprache</strong>. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=u1XHd5rIvmY">Schaut selber</a> im Trailer. Wer es wirklich verstehen will, muss wohl die Sendung gucken.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Aus England kommt <strong>ein neuer Avatar</strong>, diesmal etwas anders. Die “<strong>Digital Signer</strong>” werden auch mit KI-Hilfe erstellt, aber bestehen nicht aus 3D-Figuren mit Motion Capture (wie z.B. bei <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/10/eingesargt-alangu-scheitert-krachend-bei-die-hoehle-der-loewen/">Charamel/alangus Höhlenbewerber</a>), sondern, sehr vereinfacht gesagt, aus <strong>zusammengeklebten Filmschnipseln</strong>. Die KI hilft dann dabei, dass diese Übergänge nicht allzu holprig sind. Ansehen kann man sich das in <a href="https://www.youtube.com/watch?v=nOlBlcELomE">einem BSL-Beispiel</a>. <strong>Grundlage für die Videos war eine britische Dolmetscherin der Royal Association of the Deaf.</strong> Eine deutsche Version soll bis Herbst rauskommen, ebenfalls in Zusammenarbeit mit lokalen Gehörlosenverbänden. Mehr Hintergrund, auch zu den Grenzen der Technik, <a href="https://www.taubenschlag.de/2026/03/ab-herbst-neuer-ki-avatar-aus-england/">in unserem Artikel auf Taubenschlag.de.</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Für Hörbehinderte mag die <strong>Werbung von Radio Fritz</strong> eigenartig <strong>doppelbödig</strong> zu sein.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4f1cfaa8-4cc4-4a52-a8db-9d6107f4e684/uploads/images/tksoo5r2qz/Bildschirmfoto_2026-03-03_um_13.51.03.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Slogan von Radio Fritz: &quot;Wenn es nicht darum geht, wen du kennst, sondern was du hörst.&quot;"/><figcaption>Foto: Taubenschlag</figcaption></figure><p>Es geht aber nicht darum, dass <strong>gutes Hören höher bewertet wird als soziale Kompetenzen</strong>, sondern schlichtweg um irgendeinen Werbegag. Muss man auch nicht verstehen, wenn es als Audismuskritik viel lustiger ist.</p><hr aria-hidden="true"/><p>In der <strong>Steiermark</strong> (Österreich) hat sich <strong>ein kleines Upsala</strong> in ein Schulgesetz eingeschlichen. So sollen nicht mehr Dolmetschpersonen den Unterricht für hörbehinderte Kinder an den Regelschulen in ÖGS zugänglich machen, <strong>sondern das pädagogische Lehrpersonal mit ÖGS-Kompetenz. </strong>Abgesehen davon, dass die Gebärdensprachkompetenz nicht geprüft wird, wäre das natürlich eine <strong>Mehrbelastung</strong>, und außerdem würden Gespräche von anderen Kindern oder Pausen nicht mehr verdolmetscht. <strong>Also: mindestens undurchdacht. Die Politik dementiert</strong>: an der bisherigen Situation würde sich nichts ändern.</p><p><strong>Fun Fact am Rande</strong>: In der Steiermark sind 12 hörbehinderte Kinder von Verdolmetschung betroffen, geht aus der Berichterstattung hervor. Zum Größenverhältnis: Das österreichische Bundesland hat 1,2 Millionen Einwohner, ist damit das viertgrößte.</p><p>Nachzulesen alles hier bei der <a href="https://www.krone.at/4060989"><em>Krone</em></a><em>.</em></p><p></p><p><strong>Was macht eigentlich Julia Probst?</strong> Die Hobby-Medizinethikerin („<a href="https://www.taubenschlag.de/2025/06/kontroverse-um-gedankenexperiment-julia-probst-sorgt-mit-organspende-umfrage-fuer-diskussion/">Stellt euch vor, ihr müsstet darüber entscheiden, ob die Organe eines Familienangehörigen gespendet werden sollen. Zufällig wisst ihr, dass der Empfänger die AfD wählt. Würdet ihr spenden?</a>“) ist aus dem Stadtrat Weißenhorn raus. Immerhin nicht, weil sie nicht wiedergewählt wurde, sondern weil sie schlicht und einfach nicht angetreten ist. Die Gründe sind persönlicher Natur: <strong>„Es wird sich einiges verändern für mich in den nächsten Jahren, was nicht vereinbar gewesen wäre mit dem Ehrenamt.“</strong> Man darf gespannt sein.</p><p>Die Grünen stellen in Weißenhorn übrigens diesmal keine Kandidat*innen mehr auf – unter den wenigen Mitgliedern gab es niemanden, die oder der sich zur Nachfolge bereit erklären wollte.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Neu eingestiegen?</strong> Die alten Newsletter gibt’s hier: <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/posts">klick</a>.</p><p><strong>Weiterempfehlen?</strong> Diese Mail weiterleiten.</p><p><strong>Unterstützen?</strong> Bei Steady <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">abonnieren</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p></p><p>P.S.: am kommenden Samstag (14.3.) gehts bei <em>Sehen statt Hören</em> um das <strong>Bundeskompetenzzentrum Leichte Sprache/Gebärdensprache, das in Führungspositionen gehörlose Bewerbende übergangen haben soll</strong>. Jedenfalls hat die Deutsche Gehörlosen-Jugend (DGJ) Ende Januar <a href="https://www.instagram.com/reel/DT5r6FAjC7a/">dagegen protestiert</a>, <em>Sehen statt Hören</em> war dabei, Sendung demnächst <a href="https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/sehen-statt-hoeren/streit-kompetenzzentrum-gehoerlose-100.html">hier</a> oder Samstag ab 9:00 im Fernsehen.</p><p>P.P.S: Eine Mainzerin, die nach ihrer Corona-Impfung auf einem Ohr ertaubte, hat einen <strong>Teilerfolg</strong> in ihrer <strong>Klage</strong> gegen <strong>AstraZeneca</strong> gewonnen. <a href="https://www.tagesspiegel.de/politik/horverlust-nach-corona-impfung-teilerfolg-fur-klage-gegen-astrazeneca-15333028.html">Artikel</a> vom Tagesspiegel.</p><p></p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? Abonnier uns bei Steady:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 09 Mar 2026 14:37:16 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[#015 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[Ist Pinocchio eine Beleidigung? Die Polizei Heilbronn findet: Ja. Was das mit Gebärdensprache zu tun haben könnte und vieles mehr findet ihr in unserem neuen Newsletter!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>015 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><p>wenn ihr euch schon immer gefragt habt, wie es mit <strong>Gebärdennamen und Beleidigungen</strong> aussieht, gibt es dazu vielleicht eine <strong>unfreiwillige Hilfestellung der Polizei Heilbronn</strong>. Doch dazu weiter unten mehr.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Erstmal gute Neuigkeiten: wenn es nach dem Sozialgericht Berlin geht, müssen <strong>8 Stunden Dolmetschen im Monat auch ohne “besonderen Anlass”</strong> vom Amt bezahlt werden. Zuvor war das Sozialamt der Auffassung, dass es nicht für Museumsbesuche, Mieterberatung oder für Krankenhausbesuche (bei hörenden Verwandten) bezahlen müsse. Geklagt hatte eine gehörlose Frau aus dem Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Mehr auf <a href="https://www.taubenschlag.de/2026/02/dolmetschen-auch-im-alltag-gericht-kippt-absurde-regelung/">Taubenschlag.de</a></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Was macht eigentlich Heike Heubach? </strong>Ungefähr heute vor einem Jahr wurde klar, dass sie es nach der vorgezogenen Wahl 2025 erneut in den Bundestag schaffen würde. Aktuell ist sie im normalen Tagesgeschäft, vor zwei Wochen nahm sie beispielsweise an einer <a href="https://www.spd-stadtbergen.de/meldungen/wohnen-ist-mehr-als-bauen-warum-heike-heubach-fuer-diese-diskussion-unverzichtbar-ist/">Diskussion zum bezahlbaren Wohnen</a> in Stadtbergen teil, u.a. in ihrer Rolle als Mitglied des Ausschusses für Wohnen und Stadtentwicklung, sowie Wohnungslosenbeauftragte.</p><p>Ja, teure Mieten scheinen auch außerhalb von München und Hamburg Thema zu sein.</p><p>Daneben ist sie auch noch Fraktionsbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung und Mitglied im SPD-Fraktionsvorstand des Bundestags. Zuletzt <a href="https://dserver.bundestag.de/btp/21/21049.pdf#P.5802">sprach sie im Dezember</a> über das höhere <strong>Armutsrisiko</strong> <strong>behinderter Menschen</strong>: wo bei Nichtbehinderten jede sechste Person (15%) betroffen ist, sind es bei Behinderten <strong>fast ein Viertel (24%).</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Indonesien</strong> hat jetzt taube Anwälte, die auch gleich <strong>klare Worte</strong> finden – Gehörlose Menschen dazu zu zwingen, in <strong>Lautsprache</strong> Zeugenaussagen zu machen, <strong>sei eine Form von Polizeigewalt</strong>, sagen Panji und Andi in diesem kurzen <a href="https://www.instagram.com/reel/DTq6eo1AWVG">Instagram-Bericht der <em>Deutschen Welle</em></a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt bietet seit 1. Dezember 2025 ein Gebärdentelefon an. Das betrifft die Hotline der <strong>BAföG</strong>.</p><p>Der neue Service kann <strong>kostenfrei</strong> direkt über das Internet im Wege der Videotelefonie unter <a href="https://www.gebaerdentelefon.de/bafoeg">https://www.gebaerdentelefon.de/bafoeg</a> erreicht werden.</p><hr aria-hidden="true"/><p>An die eigene Nase gefasst haben sich Gehörlose schon lange: Wie kann man <strong>respektvoll und trotzdem visuell</strong> orientiert <strong>Namen vergeben</strong>? Die Diskussion gab es bestimmt nicht erst seit Merkels <strong>heruntergezogenen Mundwinkeln,</strong> aber sie ist ein prominentes Beispiel. Hier orientierten sich die Gebärden schnell an ihrer Frisur, aber auch an der Gebärde für “merken”.</p><p>Ein déjà vu (Französisch: “schon gesehen”) dürften einige Gebärdensprachnutzende bei der <a href="https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/facebook-kommentar-beleidigung-merz-pinocchio-polizei-reaktionen-erklaerung-100.html">Meldung bekommen, dass ein Rentner angezeigt wurde, weil er den Bundeskanzler in einem Facebook-Kommentar “Pinocchio” nannte</a>. Eine ähnliche Namensgebärde, die seine Nase nachbildete, kursierte bereits vor der <a href="https://youtu.be/MSUPPsDwkk8">offiziellen Taufe</a>, die sich, ganz Merkel, nach den standhaften Resten seiner Frisur richtete.</p><p>So oder so: die <strong>Polizei Heilbronn fand “Pinocchio” beleidigend</strong> und erstattete Anzeige. Eine <strong>andere Meinung</strong> hatten diverse Anwält*innen und u.a. die Rechtsabteilung vom öffentlich-rechtlichen Südwestrundfunk. Wenn sich “Pinocchio” darauf bezieht, dass Merz eine Lüge vorgeworfen wird, sei es eine <strong>zulässige Meinungsäußerung</strong>.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Bleiben wir bei der Polizei: Christine Tschuschner-Cucu hat der Zeitung <em>neues deutschland</em> Mitte Januar ein Interview zur <strong>Polizeigewalt von Bochum</strong> gegeben und fasst es kurz und knapp zusammen: “<a href="https://www.nd-aktuell.de/artikel/1196870.christine-tschuschner-cucu-fuer-taube-menschen-war-bochum-keine-ueberraschung.html">Für taube Menschen war Bochum keine Überraschung</a>”. Auch ansonsten ist das Interview aufschlussreich und lesenswert.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Veranstaltungstipp</strong>: Das Konzert von <strong>Sorvina</strong> bei der Brechtnacht des Brechtfestivals in Augsburg wird von <strong>Deaf Performerin </strong><a href="https://www.ilknurwarnecke.com/"><strong>Ilknur Warnecke</strong></a> begleitet. Wer am <strong>28. Februar</strong> dabei sein will (5€ für Gehörlose), schreibt einfach eine Mail an <a href="mailto:brechftfueralle@augsburg.de">brechtfueralle@augsburg.de</a> – hier das <a href="https://www.instagram.com/p/DVHIao8jdsF/">Ankündigungsvideo</a> auf Instagram.</p><p>Was ansonsten noch mit DGS angeboten wird, findet sich übersichtlich im Menüpunkt <a href="https://brechtfestival.de/barrierefreiheit">Barrierefreiheit auf der Festivalwebseite</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p></p><p>Neu eingestiegen? Die alten Newsletter gibt’s hier: <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/posts">klick</a></p><p></p><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><p></p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? 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      <pubDate>Tue, 24 Feb 2026 09:49:42 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[#014 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[Schwerpunkt zur Polizeigewalt; Deaf Culture beim Staffellauf; Martin Vahemäe-Zierold spricht bei UN-Veranstaltung; App-Update von Duomano]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>014 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><p>letzte Woche gab es nur ein Thema: nicht die Deaflympics in Tokio, sondern die <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/11/zwoelfjaehrige-durch-polizei-lebensgefaehrlich-verletzt/">Polizeigewalt in Bochum</a>.</p><p><strong>Ein zwölfjähriges gehörloses Mädchen wurde von der Polizei </strong><a href="https://www.taubenschlag.de/2025/11/bochum-totaler-kommunikationsausfall-durch-taser/"><strong>geblendet</strong></a><strong>, getasert und in den Bauch geschossen.</strong></p><p>Die Schlagzeilen in den Medien waren “Mädchen greift Polizei mit Messern an” – erstmal wurde das Framing der Polizeimeldung übernommen. Dass die Polizei zuvor vor den Augen des Mädchens dessen Mutter aus der Wohnung gerissen und im Flur fixiert wurde, kam <a href="https://essen.polizei.nrw/presse/12-jaehrige-greift-polizisten-mit-messern-an-schusswaffengebrauch-durch-polizei-1-folgemeldung">erst in einer späteren Meldung raus</a>. Nun läuft die Aufarbeitung.</p><p>Landesverbände der Gehörlosen haben bereits Stellungnahmen veröffentlicht:</p><ul><li><p><a href="https://www.taubenschlag.de/wp-content/uploads/2025/11/lvnrw-sn-bochum.pdf">NRW</a> (offenbar ursprünglich eine Antwort auf eine Presseanfrage)</p></li><li><p><a href="https://www.instagram.com/reel/DRPB_QyCCao/">Hessen</a> (Instagram-Video)</p></li><li><p><a href="https://www.lvby.de/89-landesverband/4449-nie-wieder-bochum">Bayern</a> (“Nie wieder Bochum!”)</p></li></ul><p>Eine <a href="https://www.instagram.com/p/DRe_0RKDUKG/">Stellungnahme des Mädchens – okay, ihres Anwalts –</a> gibt es auch schon. Er widerspricht der Schilderung der Polizei, dass das Mädchen in “kritischem, aber stabilen” Zustand sei. <strong>Sie hätte eigentlich zu dem Zeitpunkt noch in Lebensgefahr geschwebt. </strong>Auch widerspricht er der Verbreitung der Information, dass das Mädchen mit Messern bewaffnet gewesen sei – denn: <strong>Es hatte zu dem Zeitpunkt, als das gemeldet wurde, noch keine Zeugenvernehmungen gegeben.</strong> Gut zu wissen, dass die Familie in diesen Zeiten professionelle juristische Unterstützung an ihrer Seite hat.</p><p>Vom Anwalt auch der <strong>Spendenaufruf</strong> <a href="https://gofund.me/50394246f">hier auf GoFundMe</a>. Von 3.500 Euro sind bereits gut 1.350 gesammelt.</p><p><a href="https://www.instagram.com/p/DRLoSCsCKaN/">Kritische Einordnung mit theoretischer Untermauerung</a> wie immer kompetent von Lela Finkbeiner auf Instagram. <a href="https://www.instagram.com/reel/DRMJrW_iIXY/?">Dabei mahnt sie auch zur Empathie</a>, was viele inmitten von Spekulationen vermissen ließen.</p><p><a href="https://www.taubenschlag.de/2025/11/bochum-totaler-kommunikationsausfall-durch-taser/">Julia Probst interviewte für den Taubenschlag den Waffenexperten Lars Winkelsdorf</a>, der ein wichtiges Detail offenbarte: Die Taserpistolen haben eine starke Lampe, die das Gegenüber blendet, bereits bevor der Elektroschocker betätigt wird. Für Gehörlose eine Katastrophe, ein “<strong>totaler Kommunikationsausfal</strong>l”, nicht nur weil es keine Dolmetscher*innen bei diesem Einsatz gab. <strong>Eine Bodycam hätte das alles filmen können – aber diese war nicht angeschaltet</strong>, wie Innenminister Herbert Reul im <a href="https://rp-online.de/nrw/panorama/interview-mit-nrw-innenminister-herbert-reul-cdu_aid-139456353">Interview mit der Rheinischen Post</a> zugibt. Wohl weil die Polizei von einer harmlosen Situation ausging.</p><p>Die Polizei Bochum reagierte nicht auf eine Taubenschlag-Anfrage, die Staatsanwaltschaft Bochum, die für diesen Fall zuständig ist, wollte zum Verfahren keinen Kommentar abgeben (Standard), die Polizei Essen (ermittelt “gegen” ihre Bochumer Kollegen) gab zu, dass keine Dolmetschpersonen bestellt wurde, obwohl es einen 24/7 Dolmetschdienst gibt.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/1a5744cf-0bff-4043-9880-2cfb3eebe3b4/uploads/images/m3m6gt2qzy/Hohe_QualitA_t.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Landtag NRW"/><figcaption>Foto: Landtag NRW/Bernd Schälte</figcaption></figure><p><strong>Am 28. November soll sich der NRW-Landtag auf Antrag der Opposition in einer Sondersitzung mit dem Thema “Polizeieinsatz in Bochum am 17.11.” befassen</strong>, hat Julia Probst erfahren. Es wird einen Livestream geben, der mit DGS verdolmetscht ist. <a href="https://www.landtag.nrw.de/home/mediathek/video.html?kid=57983ad4-cc6c-4853-bbda-121bb4088be9">Direkter Link zum Livestream</a>. Der Ausschuss findet ab 8:30 Uhr bis 10 Uhr statt.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Themenwechsel</strong>: Gebärdensprachen sind auf dem Vormarsch: Seit den 80er Jahren werden sie in immer mehr Ländern anerkannt, 2025 in einer ziemlich geraden Linie rund um den Globus:<strong> Aserbaidschan, Japan und Kuba</strong>. Damit sind wir bei 81 von 195 Ländern, die “ihre” Gebärdensprache anerkannt haben. Anführungsstriche, weil sich die Sprachen nicht an Grenzen halten.</p><p><em>Hand Drauf </em>hat es schön <a href="https://www.instagram.com/p/DQ6sk2NjKhH/">zusammengefasst</a>, in dem Instagram-Post könnt ihr auch sehen, welches Land zuerst war.</p><p><strong>Die USA haben ASL übrigens nicht offiziell anerkannt</strong>. Die Sprachenrechte Gehörloser dort werden auf <strong>behindertenrechtlicher Ebene </strong>geregelt durch den Americans with Disablities Act (ADA). Aber: Offiziell gibt es in den USA sowieso keine Amtssprache. Englisch ist es de facto, aber in einigen Bundesstaaten sind z.B. auch Spanisch oder indigene Sprachen anerkannt.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Martin Vahemäe-Zierold</strong>, Beauftragter von Berlin-Mitte für Antidiskriminierung und Queer, wird auf dem <strong>UN Forum on Minority Issues</strong> in Genf sprechen.</p><p>Am Freitag, den 28. November wird er einen<strong> Redebeitrag zur Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache als Minderheitensprache sowie der Taubengemeinschaft als nationale Minderheit in Deutschland</strong> halten. Alle Redebeiträge werden auf einem Livestream unter folgendem Link zu verfolgen sein: <a href="https://webtv.un.org/en/asset/k1x/k1xqgzw41e">https://webtv.un.org/en/asset/k1x/k1xqgzw41e</a> - im Rahmen des Tagesordnungspunkts „<strong>Anerkennung des vollen Beitrags von Minderheiten zum wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen, politischen und institutionellen Gefüge der Gesellschaft“</strong> -</p><p>noch mal: am Freitag, 28. November 2025, 10:00 – 13:00 Uhr (Ortszeit Genf).</p><hr aria-hidden="true"/><p>In eigener Sache: Letztes Mal haben wir zurückgeschaut auf <strong>SORDA</strong>, zwischendrin war plötzlich von “<strong>Korda</strong>” die Rede. Gemeint ist natürlich Soda. Soda. SORDA. Wie ihr seht, hat die Autokorrektur schon wieder andere Vorstellungen. Wir geloben Besserung, aber sind bei allen menschlichen Verfehlungen trotzdem stets bereit, die Schuld auf die Maschinen zu schieben.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Kommen wir zum Sport. <strong>Deaf Standard Time</strong> macht auch vorm Spitzensport nicht Halt. Die deutschen Athletinnen gewannen in der 4×100 Staffel am Sonntag/Montag mit <strong>47,06 Sekunden Gold</strong>, <strong>verpassten aber den Weltrekord von 47,05 Sekunden</strong> (aufgestellt von Russland 2017 in Samsun, Türkei).</p><hr aria-hidden="true"/><p>Bleiben wir kurz noch in <strong>Japan</strong>: Die <strong>Duomano</strong>-App hat pünktlich zu den <strong>Deaflympics</strong> ein umfassendes Update mit zahlreichen Gebärden aus Japan, u.a. Markennamen und Städtenamen, aber auch Vokabeln wie <strong>Kimono</strong> und <strong>Geisha</strong>.</p><p><a href="https://apps.apple.com/us/app/duomano/id6450544142?ppid=d56e09c7-f09d-4ec9-bbfb-003f5db25d0f">iOS App Store</a></p><p><a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=de.manua.app">Google Play Store</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Damit verabschiede ich mich – dem Trend (Dezember) voraus – schon mal in die gewohnt stressige Jahresendzeit, wir lesen uns im nächsten Jahr wieder. Wenn ihr noch ein Geschenk für <em>uns</em> sucht: wir freuen uns über neue Taubenschlag+ Abos. Für uns, für euch, für andere, jedes Abo hilft! <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">klick</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Neu eingestiegen? Die alten Newsletter gibt’s hier: <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/posts">klick</a></p><p></p><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><p></p><p>P.S.: Am <strong>13.12.</strong> feiert der Gehörlosen Sport- und Bürgerverein von Halle seine Weihnachtsfeier. Infos und Anmeldung <a href="https://www.instagram.com/p/DQQ4ppMDGJ8/">hier</a>.</p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? Abonnier uns bei Steady:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 26 Nov 2025 09:16:22 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[#013 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[Wir gucken durch die Rezensionen für SORDA; Fake-Bettler rüsten technisch auf; viele Veranstaltungstipps; Roboter verhelfen zu schonenderen CI-Operationen]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>013 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><p>die Rezensionen für <em>SORDA</em> sind zum Start des Films am 30. Oktober eingetrudelt. <strong>Wir sammeln die besten Stilblüten und die Perspektiven hörender Autor*innen</strong>.</p><p>Der <em>Falter </em>(Ausgabe 44) macht mit <strong>“Die Hürde Hören”</strong> einen schönen Titel aus der Rezension und ansonsten auch behutsam:</p><blockquote><p>“Bei Tisch quasselt [der hd. Ehemann] mit seinen Freunden fröhlich durcheinander, Ángela flüchtet frustriert. Von welchen Lippen soll sie im stillen Kuddelmuddel ablesen?”</p></blockquote><p>Schöne, wenn auch knappe Rezension von Martin Nguyen. <a href="https://www.falter.at/zeitung/20251028/sorda">Auch online abrufbar.</a></p><p>Die <em>Kronen Zeitung</em> vom 30. Oktober leistet sich gleich mal den Knaller: <strong>“Das Kind kommt gottlob gesund zur Welt.”</strong> Also falls noch jemand nicht aufgerollte Zehennägel hatte, bitte sehr. “Doch die gehörlose Enddreißigerin fühlt sich zunehmend isoliert.” JA WARUM NUR. Dabei ist das Kind doch <em>gesund</em>. Rezensionsqualität: Geht so.</p><p><em>Die Furche</em> vom 30. Oktober ebenfalls mit einem schönen Titel: “<strong>Groteske Welt</strong>”, warte, nein, das war für den Imkerfilm <em>BUGONIA</em>. Die richtige Überschrift für Korda ist ganz banal “Gehörlos Mutter werden”, ja, wenn die stärkste Szene die Geburt war, warum nicht. Ansonsten erkennt Autorin Heidi Strobel ganz treffend, dass es in erster Linie um das</p><blockquote><p>“Unvermögen eines Paares, gemeinsam zu besprechen, wie es die persönlichen Stärken zum Wohl des Kindes nutzen könnte”,</p></blockquote><p>geht. Weiter geht’s zur <em>Kölnischen Rundschau</em>, am 30.10. jeck wie sonst immer am 11.11.:</p><blockquote><p>“ein sympathisches Paar aus der Großstadt, weltoffen, zugewandt und divers, denn Angela ist seit früher Kindheit gehörlos.”</p></blockquote><p>Noch mal zum Mitschreiben: “divers, weil Angela gehörlos ist”. Inhaltlich bestimmt nicht falsch, aber was für ein Konzept. Geht aber weiter:</p><blockquote><p>“Da Hector die Gebärdensprache erlernte, kommen die Beiden in ihren unterschiedlichen Freundeskreisen gut klar.”</p></blockquote><p>Wie nett von Hector. Später dann</p><blockquote><p>“gekränkte Eitelkeit, wenn… plötzlich nur noch Kind und Vater im Mittelpunkt stehen”.</p></blockquote><p>Eitelkeit, definitiv das Problem hier. Ebenso das <strong>“körperliche Handicap der Frau”</strong>. Man muss der <em>Rundschau </em>zugute halten, dass sie zum Schluss immerhin zugeben, dass Hörgeräte nicht immer die Lösung sind.</p><p>Der (sehr gelungene und intensive) Film läuft nun so langsam auch nicht mehr im Kino – aber der Verleih informiert: Wenn eine <strong>Sondervorstellung</strong> gewünscht ist, lassen sich manche Kinos davon überzeugen, diese durchzuführen. Einfach fragen, Info kommt direkt vom Verleih:</p><blockquote><p>Sollte der Film also in Ihrem Kino oder in einem Kino in Ihrer Nähe nicht zu einer passenden Zeit gezeigt werden, unterstützen wir Sie gern dabei, mit einem Kino Kontakt aufzunehmen – zum Beispiel, um eine Sondervorstellung zu organisieren.</p><p>Schreiben Sie dafür einfach an <a href="mailto:office@pifflmedien.de"><strong>office@pifflmedien.de</strong></a></p></blockquote><p>Und ganz wichtig: <strong>Der Film ist immer untertitelt</strong>! Lediglich der Ton kann je nach Fassung deutsch oder spanisch sein.</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Veranstaltungshinweis:</h2><p>Achtung: <strong>Anmeldefrist 20.11.2025</strong>!</p><p>Am 13.12. gibt es ein Seminar zu “<strong>Gehörlosen Menschen im Nationalsozialismus” </strong>im geschichtsträchtigen Haus der Wannsee-Konferenz bei Berlin bzw. Potsdam. Details und Anmeldung etc. hier:</p><a href="https://www.taubenschlag.de/2025/11/seminar-der-ghwk-gehoerlose-menschen-im-nationalsozialismus/">https://www.taubenschlag.de/2025/11/seminar-der-ghwk-gehoerlose-menschen-im-nationalsozialismus/</a><p>Die Teilnahme ist kostenlos, Fahrtkostenzuschuss ist möglich. Mehr Infos unter dem Link oben oder direkt <a href="https://www.taubenschlag.de/wp-content/uploads/2025/11/Einladung-zum-Seminar-Gehoerlose-Menschen-im-NS-GHWK.pdf">hier</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Ein Loch im Kopf zu haben, war lange Handarbeit. Also, was <strong>Cochlea-Implantate </strong>angeht. Die Universität Lübeck hatte dafür jetzt erstmals Roboter eingesetzt. <strong>Allerdings nicht für die ganze OP, sondern nur für das Einfädeln der Elektroden in die Hörschnecke.</strong> Das berichteten die <em>Lübecker Nachrichten</em> am 24. Oktober. Der Vorteil bei der Methode: das bestehende Restgehör wird geschont, die Aussichten auf funktionierendes Rest- und ebenfalls funktionierendes Elektrogehör sind besser. Damit erweitert sich die Attraktivität von CIs für Schwerhörige, <strong>die ja noch was zu verlieren haben</strong>, etwas mehr.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Tipp:</strong> Bei <strong><em>Sehen statt Hören</em></strong> und drumherum ist ordentlich was los dieses Jahr. Grund: <strong>50 Jahre Jubiläum</strong> oder so. Besonderes Schmankerl neben diversen Gastauftritten dieser Beitrag von <strong><em>Lohnt sich das?</em></strong>, bei dem Gehälter und Berufe verglichen werden und der Job eines Qualitätssicherheitsbeauftragten vorgestellt wird. Seht hier selbst, wie scharf seine Augen und sein Feingefühl sind:</p><a href="https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/sehen-statt-hoeren/lohnt-sich-das-in-gebaerdensprache-100.html">https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/sehen-statt-hoeren/lohnt-sich-das-in-gebaerdensprache-100.html</a><p><strong>Übrigens</strong>: <em>Lohnt sich das? </em>ist immer auf der Suche nach Protagonist*innen, also Leuten, die ihren Job vorstellen wollen. Wenn ihr also nen besonders geilen oder besonders grausigen Job/Position habt, meldet euch mal: <a href="mailto:lohntsichdas@br.de">lohntsichdas@br.de</a></p><hr aria-hidden="true"/><h2>Veranstaltungshinweis:</h2><a href="https://www.taubenschlag.de/2025/11/museum-signer-fuehrung-19-11-25-ausstellung-bemusterung-galerie-bezirk-oberbayern/">https://www.taubenschlag.de/2025/11/museum-signer-fuehrung-19-11-25-ausstellung-bemusterung-galerie-bezirk-oberbayern/</a><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Bettelbetrug mit Hightech</strong>: ein falscher tauber falscher Bettler (also beides nicht) hat einem Mann in <strong>Oberursel</strong> gehörig abgezogen: Als der Mann 2 Euro spenden wollte, sagte der Betrüger (auf einmal sogar in Lautsprache), <strong>dass sein Verein nur bargeldlose Spenden annimmt und reichte einen Kartenleser</strong>. Dann täuschte er technische Probleme vor, so dass die Karte mehrmals zum Einsatz kam. Dem Spender/Opfer kam das zu spät komisch vor. Die Polizei konnte auch nix mehr machen, <strong>Betrüger und etwa 1.000 Euro waren schon weg</strong>. Berichtete die <em>Frankfurter Rundschau</em> am 31. Oktober.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Die Hamburger Kulturininstitution <strong>Kampnagel</strong> ist schon lange am Start, was Gehörlosigkeit angeht und lassen sich nicht lumpen, wenn sie zwei <strong>DEGETH</strong>-Stars für einen Workshop gönnen. <strong>Jon Savkin</strong> sollte allen ein Begriff sein, und <strong>Indika Sandaruwan</strong> bald auch: Letzterer gewann beim diesjährigen DEGETH gleich vom Fleck weg den Preis als bester Schauspieler. Und zwar zu Recht. Grund genug, sich diesen<strong> Deaf Poetry Workshop</strong> mal genauer anzuschauen:</p><a href="https://www.taubenschlag.de/2025/11/deaf-poetry-workshop-jon-savkin-indika-sandaruwan/">https://www.taubenschlag.de/2025/11/deaf-poetry-workshop-jon-savkin-indika-sandaruwan/</a><hr aria-hidden="true"/><p>Wir geben zu, wir sind diesmal <strong>etwas auf Kante genäht</strong> und bringen diesmal vor allem Veranstaltungshinweise, aber dieser hier muss noch genannt werden: Am Wochenende vom 21. bis 23.11. gibt es im Hebbel am Ufer in Berlin unweit des Gehörlosenzentrums (wenns dann noch steht) gleich <strong>fünf (!) Gebärdensprachen. </strong>Jefta van Dinther inszeniert MERCURY RISING. Das Stück verspricht spannend zu werden, nicht zuletzt weil mit <strong>Rita Mazza</strong> die <strong>Avantgarde der Tanztheaterperformance</strong> von und mit und in Gebärdensprachen zu sehen ist.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a6cbbaf5-c03b-4f4f-b3ec-c21a4a5f8704/uploads/images/wvhyttwni7/Bildschirmfoto_2025-11-12_um_15.07.31.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong>Mehr Infos hier:</strong></p><a href="https://www.hebbel-am-ufer.de/programm/pdetail/jefta-van-dinther-mercury-rising-2025">https://www.hebbel-am-ufer.de/programm/pdetail/jefta-van-dinther-mercury-rising-2025</a><hr aria-hidden="true"/><p>Neu eingestiegen? Die alten Newsletter gibt’s hier: <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/posts">klick</a></p><p></p><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><p></p><p><strong>P.S.: </strong>Habt ihr schon ein Support-Abo bei Steady? Wenn nein, warum nicht? Damit könnt ihr diesen Newsletter direkt unterstützen. Wenn ihr schon eins habt: DANKE! 🙏❤️</p><p><strong>P.P.S.: </strong>Bald ist Weihnachten, kann man übrigens auch <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/gift_plans">verschenken</a>. Alle Infos auf unserer Seite bei <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Steady</a>. 🎁</p><p><strong>P.P.S.: </strong>Keine Kohle? Kein Problem! Teilen, Weitersagen, (kostenlos) abonnieren hilft uns auch! 🤟</p><p></p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? Abonnier uns bei Steady:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 12 Nov 2025 14:23:09 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[#012 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[Landtag Bayern diskutiert Gehörlosengeld (heute!); Behindertenwerkstätten mal wieder in der Kritik; Avatare scheitern krachend in der Höhle der Löwen; DEGETH! ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>012 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><h4><strong>+++ vorab +++ vorab +++ vorab +++ vorab +++</strong></h4><p>Heute um 16:30 debattiert und votiert der Bayerische Landtag über das <strong>Gehörlosengeld in Bayern</strong>. Kann man <a href="https://www.bayern.landtag.de/aktuelles/sitzungen/livestreams/">live hier gucken</a>. Der Landesverband Bayern der Gehörlosen hat auf <a href="https://www.instagram.com/p/DQXh03ujQdA/?hl=de">Instagram auch ein Sharepic</a> erstellt, falls noch jemand seinen Support online zeigen will. Ziel des Antrags sind 60% vom Blindengeld, also rekordverdächtige <strong>465 Euro</strong>. Damit kann man sich dann vielleicht auch Münchner Mieten leisten.</p><p>und damit zum eigentlichen Newsletter:</p><h2>Liebes Taubenschlag-Publikum,</h2><p>gut was los die letzten Wochen, steigen wir mit was Leichtem ein, bevor es zu <strong>Behindertenwerkstätten</strong>, <strong>Avataren</strong> und <strong>Theater</strong> geht.</p><p>Die <em>Westfälische Rundschau</em> vom 17. Oktober titelt:</p><pre><code>Bettel-Betrug: Gehörlose Kinder können plötzlich sprechen</code></pre><p>Nanu, sollen gehörlose Kinder nicht eigentlich alle schön sprechen lernen, sonst gibt’s Haue?</p><p>Doch halt, es geht um Bettel-Banden, ihr wisst schon, Klemmbrett, mitleidiger Blick, Unterschrift, Spende bitte! Diesmal wurden die Kinder vorgeschoben, die angeblich taub seien, aber dann außer Reichweite plötzlich wieder sprachen. Hätte man ja auch als kleines <strong>Logopädie-Wunder </strong>feiern können, aber rief stattdessen den Kaufhausdetektiv auf den Plan, der sie der Polizei übergab und volkswirtschaftlichen Schaden in vmtl. zweistelliger Höhe abwandte.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Aktueller Aufreger (Stand Montag) ist das Thema <strong>Behindertenwerkstatt</strong>. Auslöser war ein Videoposting der Influencerin Jule Lobo, wo sie ihr neues, in einer Behindertenwerkstatt hergestelltes Regal vorstellt.</p><p>Die Reaktion aus der Community war prompt, die Kritik ist bekannt: in Werkstätten (kurz WfbM) wird Inklusion eher verhindert. <strong>Zu wenig Lohn (200€ im Monat), kein Streikrecht, keine Aufstiegsmöglichkeiten</strong>… um nur einige Punkte zu nennen.</p><p><strong>Reaktion von Lobo</strong>: Vor allem Abwehr (Einschränkung und Ausblendung von Kommentaren) und eine Europaparlamentarierin (Katrin Langensiepen) wegblocken.</p><p>Die hörbehinderte Influencerin <strong>Katrin Aimee</strong> ist eine von vielen, die das <a href="https://www.instagram.com/p/DQRTcLQjFZ8/">Thema zusammenfasst</a> und nebenher in ihren Stories verrät, dass viele Werbekunden im Influencerbusiness mittlerweile verlangen, dass Beiträge untertitelt sind. <strong>Womit endlich auch mal geklärt wäre, dass Untertitel mittlerweile einfach wirklich zum guten Ton dazu gehören.</strong> Also sprichwörtlich.</p><p>Von Aimee kommt übrigens <a href="https://www.instagram.com/reel/DPbvaIaDH4B/">demnächst auch ein Buch raus</a>, das sich als Mix aus Sachbuch und Biografie mit dem Thema Hören oder der Abwesenheit selbiger befasst. Das am Rande. Kann bald vorbestellt werden.</p><p>Zum Thema Werkstätten hat das <strong>ZDF Magazin Royale</strong> übrigens letztes Jahr in Kooperation mit andererseits.org auch <a href="https://www.zdf.de/video/shows/zdf-magazin-royale-102/zdf-magazin-royale-vom-13-dezember-2024-100">die einzige Sendung bisher mit DGS-Verdolmetschung gemacht</a>. Guter Einstieg ins Thema.</p><p><strong>Kürzer</strong> (untertitelt) gibt’s hier auf 7 Minuten einen dokumentarischen Einblick in die <strong>Arbeitsbedingungen</strong> in <strong>WfbM</strong>:</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=FXqadTBtqBM">https://www.youtube.com/watch?v=FXqadTBtqBM</a><hr aria-hidden="true"/><h3><strong>Veranstaltungstipp:</strong></h3><p>Im Rahmen des <a href="https://www.tanzfestivalrheinmain.de/"><strong>Tanzfestivals Rhein-Main</strong></a> kann man<strong> </strong><a href="https://www.tanzfestivalrheinmain.de/de/kalender/2025/the-voice/"><strong>Rita Mazza</strong></a><strong>s The Voice </strong>am <strong>5. und 6. November 2025</strong> im Künstler*innenhaus Mousonturm Frankfurt sehen.</p><p>Die Performance untersucht aus tauber Perspektive das Verhältnis von Körper, Klang und Identität und wird in Deutscher Gebärdensprache mit Übertiteln, Audiodeskription und Tastführung präsentiert. Im Anschluss an die Vorstellung am 5. November findet ein Publikumsgespräch statt.</p><p>Am <strong>7. November 2025</strong> bietet Rita Mazza zudem einen <strong>Workshop</strong> zur von ihr entwickelten visuellen Gebärdenchoreografie an. Der Workshop richtet sich an taube und hörende Teilnehmer*innen ab 16 Jahren mit Grundkenntnissen in DGS.</p><hr aria-hidden="true"/><h3><strong>Kurzrecherche</strong>:</h3><p>Bei Stiftungen kann man Stipendien beantragen oder Förderung oder Projekte oder oder. Es gibt einige parteinahe Stiftungen, wie z.B. die <strong>Rosa-Luxemburg-Stiftung</strong> (DIE LINKE). Da haben wir zufällig festgestellt, dass es dort auch <strong>Gebärdensprachvideos</strong> gibt.</p><a href="https://www.rosalux.de/gebaerdensprache">https://www.rosalux.de/gebaerdensprache</a><p>Anlass, mal zu gucken, welche anderen Parteistiftungen ebenfalls Interesse an Gehörlosen haben. Die <a href="https://www.boell.de/de/gebaerdensprache/informationen-gebaerdensprache"><strong>Heinrich-Böll-Stiftung</strong></a> (GRÜNE) hat auch Videos, die <a href="https://www.fes.de/leichte-sprache/informationen-zur-gebaerdensprache"><strong>Friedrich-Ebert-Stiftung</strong></a> (SPD) ebenso – und dazu sogar noch <strong>Kontaktmöglichkeit</strong> per DGS-Video per SQAT. Cool!</p><p>Alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien, bzw. deren Stiftungen? (z.B. CDU oder die “soziale” Schwesterpartei CSU)</p><p>Fehlanzeige. Vielleicht stört Gebärdensprache ja auch im Stadtbild, who knows.</p><hr aria-hidden="true"/><h3><strong>Thema Avatare</strong>:</h3><p>Seit einiger Zeit vermarktet das Startup Alangu (gleicher Inhaber wie Charamel) Gebärdensprach-Avatare u.a. an Kommunen. Mit der Geschäftsidee waren sie nun auch bei <strong>Die Höhle der Löwen</strong> (Vox/RTL) vorstellig. Glücksversprechen: z.B. bei Preisanpassungen (wenn z.B. ein Bürgeramt über die Kosten für ‘nen neuen Personalausweis informiert) einfach den Preis ändern, der Avatar passt sich an, keine neue Aufnahme nötig, Geld gespart.</p><p>Wenn man Geld mit Gebärdensprache machen will, ist Expertise von Betroffenen essenziell. Dafür hat Alangu die Mitarbeiterin Christina Schäfer, taub, mitgeschickt. Die Investor*innenjury machte aber schnell klar, dass für Teilhabe auch Teilhabe nötig ist und fragt, was Schäfer für Aufgaben hat:</p><blockquote><p>[Schäfer] rattert gegenüber der <em>DHDL-</em>Jury herunter: Teamleitung, Personalmanagement, Einstellungen, Gebärdensprachunterricht fürs Team, Motion Capture und dann noch „so kleine Nebentätigkeiten“.</p><p></p><p>Und dann Maschmeyer: „Wie viele Anteile hast du an dem Unternehmen?“</p></blockquote><p>Tja, richtig, keine. Das sagt der Chef dann auch frei heraus, ohne zu merken, wie ihm das Fettnäpfchen bis zum Knie geht. Ganze Aufdröselung des Scheiterns inkl. Link zur Mediathek <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/10/eingesargt-alangu-scheitert-krachend-bei-die-hoehle-der-loewen/">in unserem Taubenschlag-Beitrag.</a></p><p>Der Deutsche Gehörlosen-Bund reagierte prompt – in einer Stellungnahme lobt der Dachverband die Jury: “Gut gebrüllt, Löwe!” – und findet die Ablehnung</p><blockquote><p>“moralisch, kulturell und ethisch absolut richtig.”</p></blockquote><p>Mit geschrieben an der Stellungnahme hatte übrigens Julia Probst, <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/10/gut-gebruellt-loewe-dgb-lobt-dhdl-jury/">hier zusammengefasst und im Original verlinkt</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><h3><strong>Veranstaltungshinweis</strong>:</h3><p>Am 9.11. ist (<a href="https://www.lpb-bw.de/9-november">u.a.</a>) der Jahrestag der <strong>Novemberpogrome</strong>. Anlass genug, vielleicht die <a href="https://www.annefrank.de/termine/termin/fuehrung-in-deutscher-gebaerdensprache-durch-die-ausstellung-alles-ueber-anne-am-09112025">Führung im Berliner Anne-Frank-Zentrum mit DGS</a> zu besuchen.</p><hr aria-hidden="true"/><h2>DEGETH:</h2><p>Ist mal wieder vorbei. Am 17. und 18. Oktober gab es den ganzen Tag eine Vielfalt von Theaterstücken, die ihresgleichen sucht. Favorit der Taubenschlag-Redaktion war Rafael-Evitan Grombelkas bombastisches <strong>MYNONA</strong>, das für das Theater juteo inszeniert wurde. Die Gruppe räumte beide beste Schauspiel-Preise und den für die beste Kulisse ab. Das sehr charmante und gekonnt durchgezogene <strong>CHAOS IM RAUM</strong> von Gestus gewann den Preis für die beste Theatergruppe. Ebenso warf die Franken Deaf Show mit <strong>JENSEITS DER ZEIT</strong> die Frage auf, was man noch sagen darf – eine sehr offenkundige Verarbeitung der Kulturtage-Ereignisse. Dafür gab es auch den verdienten Publikumspreis.</p><p>JENSEITS DER ZEIT (Franken Deaf Show) wird genauso wie CHAOS IM RAUM (Gestus) am 7. März 2026 beim <a href="https://www.instagram.com/gl_herborn/">Gehörlosenverein Herborn</a> noch einmal gezeigt.</p><p><strong>Damit ging das Fest das 9. Mal über die Bühne.</strong> In zwei Jahren, 2027, wäre übrigens nicht nur das 30. Jubiläum der ersten Ausgabe, sondern auch die 10. Runde. Doch ob es wirklich dann schon stattfinden wird, kann man nicht sagen. Der GMU, welcher das Fest organisiert, wollte sich beim Galaabend noch nicht festlegen – wenn, dann aber unbedingt in einer größeren Location, denn diesmal war es bereits nach wenigen Minuten ausverkauft.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Wer etwas weiter nördlich (und etwas eher) ins Theater will, kann <strong>DEGETH</strong>-Prominenz in <strong>Leipzig</strong> erleben: Am 14. (Premiere, ausverkauft) und 18. November (noch Karten da) gibt es “<strong>fünf minuten stille</strong>”, überraschenderweise ursprünglich lautsprachlich, wird’s jetzt in DGS übersetzt gezeigt, von echten Tauben Schauspielenden. <strong>Der Clou: das Ganze wird verdolmetscht – in Lautsprache.</strong> DEGETH? Ralf Brauns, Athina Lange und Jon Savkins sind entweder Chef der Jury, Jury-Mitglied, haben einen DEGETH-Preis gewonnen, oder sogar beides auf einmal. Man könnte fast sagen: DEGETH on tour. Wäre auch mal ne Idee, die besten Stücke… aber lassen wir das.</p><p><a href="https://www.schauspiel-leipzig.de/spielplan/monatsplan/fuenf-minuten-stille-in-deutscher-gebaerdensprache/4120/">Mehr Infos hier</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Neu eingestiegen? Die alten Newsletter gibt’s hier: <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/posts">klick</a></p><p></p><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><p></p><p>P.S.: am Bodensee findet ein (leider ausverkauftes) <strong>Visual Vernacular-Festival</strong> statt, spannend! <a href="https://www.instagram.com/vv_festival_germany">Link</a> zum Instagram-Profil. Vielleicht mal rein folgen.</p><p>P.P.S: am Europaparlament ist die <strong>Einführung eines Europäischen Tags für Gebärdensprachen</strong> im Gespräch. <a href="https://www.instagram.com/reel/DP50dzYjHbx/">Berichtet</a> MEP Katrin Langensiepen.</p><p>P.P.P.S: die <strong>Teilhabeberatung (aka EUTBs) </strong>haben jetzt <a href="https://www.teilhabeberatung.de/meldung/mehr-uebersicht-in-der-app-teilhabeberatung-neue-version-mit-optimierten-filtern">ne App</a>.</p><p></p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? Abonnier und supporte uns bei Steady – jeder Euro hilft:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 29 Oct 2025 13:19:55 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[#011 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[DEGETH in München – wir sind dabei! Außerdem: Was Sehen statt Hören über die Bundesversammlung des DGB berichtet und wie gut sich Videobrillen fürs Dolmetschen eignen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>011 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><p>vorab in eigener Sache: am kommenden Wochenende findet am Freitag und Samstag das <a href="https://degeth.de/"><strong>DEGETH</strong></a>-Festival statt. Wir berichten im Vorfeld und währenddessen auf Instagram, im nächsten Newsletter gibt es ein paar Highlights zusammengefasst.</p><p>Soviel vorab:</p><p>Los geht’s am 17.10. um 14 Uhr, zu Ende geht’s mit Preisverleihung und Party am 18.10., <strong>Ort wie immer das Bürgerhaus Unterföhring in München. </strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/22a1b27b-769e-4d12-afff-6d9cc7099210/uploads/images/tgkaptk4nv/burgerhaus-unterfohring.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Standardmäßig dabei sind wieder <strong>Gestus</strong> und <strong>Frankendeaf Show Nürnberg. Rafael-Evitan Grombelka</strong>, der 2022 den Preis für den besten Schauspieler abräumte, kehrt als Regisseur für das neu gegründete Juteo Theater zurück. Gespannt darf man auch sein auf Tausendsassa <strong>Dominik Nimar</strong> in der Regie. Für Verwirrung sorgen dürfe <strong><em>Pinocchio</em></strong>. Hier handelt es sich nicht um die DGT-Dunkelkammer <em>Pinocchios</em>, sondern um ein eigenes Stück. Auch <strong>Mathias Schäfer</strong> sollte man nicht verpassen. Leider absagen musste <strong><em>Romeo &amp; Jules</em></strong>, eine Neuinterpretation des klassischen Stoffs von Shakespeare. Das DEGETH-Team verspricht aber Ersatzprogramm. Alle Gruppen kann man sich <a href="https://degeth.de/team/home-2/theatergruppen/">hier</a> angucken.</p><p>Also folgt uns rein auf <a href="https://www.instagram.com/taubenschlag.de/?hl=de">Instagram</a>, falls noch nicht geschehen.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Veranstaltungsankündigung - <strong>Anmeldefrist bis 17. Oktober! </strong>- :</p><h3><strong>Vortrag: Intersektionale Antisemitismuskritik</strong></h3><p><strong>Datum:</strong> Montag, 20. Oktober 2025<br/><strong>Uhrzeit:</strong> 18:00–20:00 Uhr<br/><strong>Ort:</strong> Online (Zoom)</p><p><strong>Veranstalter</strong>: Jewish Intersectional</p><p><strong>Mit DGS-Verdolmetschung</strong></p><p> Der Vortrag richtet sich an <strong>alle Interessierten</strong>.</p><p>Jüdinnen*Juden bleiben im intersektionalen, feministischen Aktivismus oft unsichtbar. Obwohl Antisemitismus ein globales und intersektionales Problem ist, werden jüdische Perspektiven in feministischer und antirassistischer Arbeit meist ausgeblendet – manchmal sogar durch die Reproduktion antisemitischer Muster.</p><p>In unserem Vortrag fragen wir: Woran liegt dieser Ausschluss?<br/>Und: Wie kann intersektionaler Feminismus so weitergedacht werden, dass er Antisemitismuskritik einschließt?</p><p><strong>Anmeldung bis zum 17. Oktober 2025 per E-Mail an </strong><a href="mailto:anmeldung@jewishintersectional.de"><strong>anmeldung@jewishintersectional.de</strong></a><strong> oder über das </strong><a href="https://www.jewishintersectional.de/vortrag-anmeldung"><strong>Anmeldeformular</strong></a><strong>: </strong><a href="https://www.jewishintersectional.de/vortrag-anmeldung"><strong>www.jewishintersectional.de/vortrag-anmeldung</strong></a></p><p><strong>Bitte angeben, ob eine DGS-Dolmetschung benötigt wird. </strong></p><hr aria-hidden="true"/><p>Szenenwechsel: bei der <strong>DGB-Bundesversammlung </strong>am 27./28. September waren wir nicht dabei, aber dafür <strong>Sehen statt Hören mit 15 interessanten Minuten.</strong></p><h4>Dauerbrenner: Kulturtage in Friedrichshafen.</h4><p>Der aktuelle Präses Ralph Raule erklärt, wieso der DGB immer noch ausgebremst ist, Schuld sind mal wieder die Kulturtage.</p><blockquote><p>“Vielleicht waren einige bei den Kulturtagen in Friedrichshafen dabei und haben die Situation vor Ort erlebt? Genau das spiegelt sich auch in den Belegen wider.”</p></blockquote><p>“Es war Chaos.” Könne man, so Raule, gar nicht anders sagen.</p><p>Tja nu. Stimmt ja allerdings auch, selbst wenn Sehen statt Hören damals noch nicht so den kritischen Blick auf die Großveranstaltung hatte. (<a href="https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/sehen-statt-hoeren/kulturtage-in-friedrichshafen-100.html">Zum Vergleich hier der Beitrag von damals</a> - könnte man vielleicht auch noch einmal einen Extra-Bericht drüber machen…)</p><p><strong>Helmut Vogel,</strong> sein Vorgänger, kann es gut begründen: <strong>durch den Personalschwund und die Ausdünnung des Präsidiums, bei der auch noch der damalige Kassenwart Thomas Worseck aus gesundheitlichen Gründen abtrat, wurde dem DGB quasi der buchhalterische Rücken gebrochen,</strong> weil sich alle verbliebenen Kräfte auf die Kulturtage konzentrierten. Da gerieten die Belege unter die Räder und das Präsidium Raule darf es ausbaden. Das ist kein Pappenstiel, denn von der Buchhaltung hängt die Förderwürdigkeit ab. <strong>Also kurz: Würde man einen Verein fördern, der keine Belege beinander halten und Mittelverwendung nachweisen kann?</strong> Eben nicht.</p><blockquote><p>So bremsen die Kulturtage jetzt gewissermaßen immer noch den Dachverband aus.</p></blockquote><p>Ein Spiel, das sich seit Jahrzehnten wiederholt, aber zumindest scheint man jedes Mal der Ausgliederung an eine gGmbH näher zu kommen, die sich dann um Veranstaltungen wie die Kulturtage kümmert, so dass der DGB verstärkt die Interessen der Community politisch vertreten kann.</p><p>Immerhin: <strong>Das finanzielle Polster, </strong>welches das Präsidium Vogel aus der großen DGB-Finanzkrise (Ältere erinnern sich) erarbeitet hat, ist immer noch vorhanden, Vogel kann also auf ein unterm Strich eher positives Erbe blicken, auch wenn die Kulturtage inhaltlich-organisatorisch eher eine Bruchlandung waren.</p><p>Das aktuelle Präsidium hat jetzt sowohl die gGmbH (inzwischen unter dem Namen “Bli-Baam”) gegründet als auch einen Aufsichtsrat installiert, zumindest zu zwei Dritteln. <strong>Sascha Nuhn und Cortina Bittner sind bereits am Start, die dritte Person wird noch gesucht. </strong>Ralph Raule ist optimistisch, dass die Firma ihre Arbeit dieses Jahr noch aufnehmen kann, um die Verbandsarbeit zeitgemäßer aufzustellen. Das heißt: <strong>Weniger Last für die Leute im Ehrenamt, mehr Unterstützung durch bezahlte Profis.</strong></p><p>Dann ging es auch um die Aufarbeitung des Leids durch den Oralismus – die “Entschuldigung von Hamburg” soll weiter verfolgt werden, z.B. durch eine Aufnahme der Anerkennung des Leidens in das Opferentschädigungsgesetz. Raule betonte auch noch einmal, dass Entschuldigungen der anderen Bundesländer ein guter Weg wäre, um die Anerkennung der DGS als Minderheitensprache langfristig zu erreichen bzw. diese vorzubereiten.</p><p>Die <strong>Berichterstattung über die Bundesversammlung </strong>kann man <a href="https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNFdPMDE1NDE4QTA">hier</a> anschauen (15 min), im zweiten Teil berichtet Ace Mahbaz über Visual Vernacular (auch 15 min).</p><hr aria-hidden="true"/><h2><strong>peer-to-peer Beratung bei Problemen im Internet</strong></h2><p>gibts bei <strong>JUUUPORT</strong>, jetzt auch mit <strong>JUUU-Sign </strong>in DGS vertreten. Eine DGS-to-DGS-Beratung wird noch aufgebaut, Interessierte können sich aber für kostenlose Workshops anmelden. Zielgruppe sind in beiden Fällen Jugendliche mit DGS-Kompetenz, <a href="https://www.juuuport.de/juuu-sign">Infos hier, mit vielen DGS-Videos</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Maartje de Meulder </strong>hat einen Artikel zum Ferndolmetschen mit <strong>AR-Brillen </strong>veröffentlicht, also Brillen wie Google Glass oder Apple Vision Pro, die über das, was die Nutzenden sehen, eine <strong>Fernverdolmetschung (Video Remote Interpreting, VRI) l</strong>egen, so dass man gleichzeitig den Blick schweifen und trotzdem immer die Verdolmetschung im Blick haben kann. </p><p>Zwei interessante Punkte, die Meulder auch schon mal aufgearbeitet hat: <strong>Die Blick-Arbeit ist beim Ferndolmetschen generell weniger belastend für die Tauben Menschen. </strong>Außerdem schwächeln Avatare bei Feinarbeit wie Fingeralphabetisieren immer noch stark, aber sind bei groben Bewegungen wie denen der Arme mittlerweile recht verständlich. </p><p>Zur <strong>Blickarbeit</strong> hat Oya Ataman <a href="https://e-terp.com/2024/10/27/aufsatz-ueber-blickarbeit/">eine schöne Zusammenfassung </a>der Vorarbeit von de Meulder zu dem Thema geschrieben übrigens. </p><p>Zurück zum AR-Dolmetschen: Wie gut funktioniert das mit dem Overlay? Erstmal ganz gut, ist aber wie Ferndolmetschen anstrengend sowohl für Dolmis als auch Deafies. Hinzu kommt das Gewicht der Technik, potentielle technische Störungen, Inkompatibilität mit Hörgeräten. <strong>Ein Problem ist auch die soziale Akzeptanz von Gesprächsteilnehmenden, die AR-Brillen tragen. </strong>Bekanntermaßen etablierte sich im Silicon Valley für Google Glass-Träger schnell der neue Begriff “Glassholes”. Die Brille floppte und fristet ein Nischendasein in der Industrie, wo man vor allem Bedienungsanleitungen parallel zur Arbeit an Maschinen einblenden kann. Also schon nützlich, aber nicht grade alltagstauglich. Meta/Facebook arbeiten grade an kompakteren Modellen, die aber vor allem ohne Display auskommen bisher. Soll sich aber ändern.</p><p>Die Studie ist zwar nur begrenzt aussagekräftig – wenig Teilnehmende und nur eine Brillentechnik – aber trotzdem interessant als Vorbereitung auf die Zukunft, die da kommen mag und spätestens seit Corona nicht mehr wegzudenken ist.</p><p>Hier der ganze Artikel:</p><a href="https://dl.acm.org/doi/10.1145/3742886.3756738">https://dl.acm.org/doi/10.1145/3742886.3756738</a><hr aria-hidden="true"/><p>In <strong>München</strong> gibt’s auch andere Veranstaltungen mit DGS, die nicht das DEGETH sind, kann man hier z.B. für den Gasteig nachgucken:</p><a href="https://www.gasteig.de/veranstaltungen/?date_start=20251022&amp;date_end=20251026&amp;general=mit-gebaerdensprache">https://www.gasteig.de/veranstaltungen/?date_start=20251022&amp;date_end=20251026&amp;general=mit-gebaerdensprache</a><hr aria-hidden="true"/><p>Technik kann vergehen, Sprache bleibt bestehen. Die <strong>Selbsthilfegruppe für CI-Träger </strong>in Hochrhein wird<strong> “nach dem letzten Workshop zum Thema ‘Gebärdensprache’ am 18. Oktober aufgelöst.” </strong>Jedenfalls berichtete das der <em>Südkurier</em> am 8. Oktober.</p><p>Spaß beiseite: Der wahre Grund war, dass keine neue Gruppenleitung gefunden werden konnte.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Neu eingestiegen? Die alten Newsletter gibt’s hier: <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/posts">klick</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><p></p><p>P.S.: <strong>Heike Heubach</strong> sieht noch “viel Luft nach oben” bei der Förderung von Wohnheimplätzen für Studierende. Das sagte sie der <a href="https://taz.de/Wohnungssuche-von-Studierenden/!6112994/"><em>taz</em></a>. Man glaubt es kaum: Gehörlose werden auch zu Themen befragt, die nix mit Gehörlosigkeit zu tun haben. Der Deutsche Bundestag macht’s möglich.</p><p>P.P.S.: Kuriose Regelung in Österreich: <strong>Wenn ein schwerhöriger Mensch sein Testament diktiert </strong>und es dann unterschreibt, muss eigentlich festgehalten werden, dass die schwerhörige Person das diktierte Testament selber noch einmal gelesen hat, bevor es unterschrieben wird. Das berichtete die Tageszeitung <em>Die Presse</em> am 13. Oktober in Bezug auf einen Fall, wo ein Testament beinahe ungültig gewesen wäre. Hoppla.</p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? 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      <pubDate>Tue, 14 Oct 2025 10:34:04 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[#010 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[Gedanken zum Deaf Awareness Month; der DGB wehrt sich gegen bescheuerte Presseanfragen; Stellenausschreibung für Taube Grafikleute; nächste DGB-Bundesversammlung]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>010 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><h2>war da was? </h2><p>Letzte Woche war <strong>Deaf Week</strong>, oder <strong>Woche der Gehörlosen</strong>, oder <strong>Tag der Gebärdensprachen</strong>, oder <strong>Tag der Gehörlosen</strong>, oder vielleicht auch internationaler irgendwas, und sowieso ist September der <strong>Deaf Awareness-Monat</strong>. </p><h3>Ob das <strong>traditionelle Straßenfest in Berlin</strong> durchgeführt werden konnte, war sogar bis tief in den Awareness-Monat rein unklar, doch dann kam die Erlösung/Ankündigung: Es konnte stattfinden. </h3><h3>Da stellt sich die Frage:</h3><p>Gibt es das Straßenfest eigentlich auch in anderen Städten in der Form? In <strong>Friedrichshafen</strong> gab es das ja <strong>2024</strong>, organisiert vom Landesverband Baden-Württemberg, gar nicht mal so schlecht besucht,<strong> absolutes Bombenwetter,</strong> der Bodensee sowieso ein Träumchen – und sogar <strong>Heike Heubach</strong> war vor Ort und das <strong>DGB-Präsidium</strong>… da kann man sich in Berlin eine Scheibe abschneiden. Oder man müsste die Kulturtage der Gehörlosen gleich nebenan haben. Wo die das nächste Mal stattfinden? Who knows. </p><p>Jedenfalls war das Straßenfest in <strong>Berlin</strong> dieses Jahr ausgesprochen unpolitisch, es gab noch nicht einmal eine Bühne! Der Organisator <strong>BGSV, also der Berliner Gehörlosen-Sportverein,</strong> war vor allem organisatorisch präsent und hatte das Gleiche wie immer auf die Beine gestellt. </p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/feb699bf-53d8-4608-b941-c520ed4a0b03/uploads/images/c5oylqwghb/IMG_4786.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Häuserreihe in Berlin-Kreuzberg, darunter auch die Friedrichstraße 12"/><figcaption>Das Straßenfest (Seitenansicht, Farbe, 2025)</figcaption></figure><p>Doch das soll kein Gemecker sein, denn: Das ist in der Berliner Vereinslandschaft, wo aktuell der Zank zwischen GFGB und GVB das Geschehen dominiert, schon eine beachtliche Leistung. Die beiden Vereine waren übrigens nicht zu sehen auf dem Fest. Vielleicht besser so.</p><p>Zurück zu den Wurzeln: Präsent waren stattdessen vor allem Firmen wie Sinneswandel (Betreuung und soziale Angebote), Hilfsmittelanbieter (blitz blitz, klingel klingel) der Integrationsfachdienst (gehörlose Menschen im Arbeitsleben) und eben der <a href="https://www.lsb-berlin.de/unser-verband/mitglieder/vereinssuche?tx_lsbportal_members%5Baction%5D=show&amp;tx_lsbportal_members%5Bcontroller%5D=Members&amp;tx_lsbportal_members%5Bmembers%5D=137&amp;cHash=3f9318bcfe00c322588ba1f1837ecf70">Berliner Gehörlosen-Sportverein</a>, der das Ganze organisierte. Dazu Kaffee und Kuchen und jede Menge Spiele für Groß und Klein. Super Sache. </p><p><strong>Sport und Soziales. Vielleicht reicht das auch. </strong></p><p><strong>Dem Publikum hat es jedenfalls gereicht: Bei Kaffee und Kuchen vom Stand oder Bier vom Kiosk traf sich das Berliner Taubenvolk ziemlich zwanglos und entspannt bei bestem Sonnenschein.</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p>Doch gehen wir trotzdem kurz noch ins Politische, also, was war aktivistisch los abseits von <strong>Straßenfest</strong> und der inzwischen etablierten Was-Wäre-Wenn-Aktion <strong>Rent-A-Dolmi?</strong></p><h3>Der <strong>DGB</strong> hatte den <a href="https://www.instagram.com/p/DO-9O7Lgrj5/">Klassiker schlechthin</a>: das ZDF bzw. der ZDF Info-Instagramkanal haben angefragt für einen Beitrag zur Woche der Gehörlosen. Also beim Deutschen Gehörlosen-Bund, dem Dachverband der Gehörlosen-Landesvereine in Deutschland.</h3><blockquote><p>Nur: In dem Beitrag geht es dann um einen <strong>Gebärdensprachdolmetscher</strong>.</p><p></p><p>In der Woche der Gehörlosen.</p><p></p><p>Richtig peinlich.</p></blockquote><p><strong>Der DGB hatte die Anfrage dann berechtigterweise abgelehnt.</strong> Denn, noch geiler, laut DGB plante das ZDF: “wir werden schriftlich am Rande erwähnt” – es gibt noch nicht mal eine Einblendung im Beitrag, sondern nur das klassische FAQ “Was für Probleme haben Gehörlose im Alltag” als Text-Interview auf der ZDF Info-Seite.</p><p>Fast ein Vierteljahrhundert nach der Anerkennung der Gebärdensprache gibt es immer noch Fernsehsender, die meinen, ein Beitrag über einen Dolmetscher – noch dazu einen Musikdolmetscher – sei sinnvoll. Und das dann noch in der Deaf Week.</p><p>Der Landesverband Bayern findet in den Kommentaren bei ZDF heute auf <a href="https://www.instagram.com/reel/DO8HAP7iTRA/">Instagram</a> deutliche Worte:</p><blockquote><p>“Leider ein Flop des Jahres. 👎”</p></blockquote><p>Ach so, ach ja, der eigentliche Knaller ist sowieso, dass der Dolmetscher zum Bestellen oder mit Kompetenznachweis laut DGB noch nicht mal irgendwo zu finden ist. Kein gutes Zeichen.</p><p>Man könnte jetzt sagen: Warum hat der DGB selber nichts auf die Beine gestellt? Gegenfrage: Muss er? Nur weil einmal im Jahr Aufmerksamkeit entsteht, gleich mit um Aufmerksamkeit kämpfen? </p><p>Und: Gut transparent gemacht vom DGB und mit dem BGSD (Dolmetschdachverbanddeutschlands) aufgearbeitet in <a href="https://www.instagram.com/reel/DO_pHsJjDZF/?igsh=ejc2MTFieHZtcjM0">einem peppigen Instagram-Video.</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Dass die hörende Presse sich nur interessiert, wenn’s praktisch ist, weiß auch <strong>Lela Finkbeiner.</strong> Wie immer eloquent fasst sie es in ihrer DGZ-Kolumne schon mit dem Titel zusammen: <strong>“Einmal im Jahr auf der Bühne”</strong>:</p><blockquote><p>“Für ein paar lustige Gebärden oder harmlose Geschichten holt man uns gerne hervor. Aber wehe, es wird unbequem.”</p></blockquote><p>Sie plädiert dafür, lieber das Geld an Gehörlose selbst zu geben, dass sie selber Veranstaltungen machen können, die sie gut finden, statt irgendwelche Aufklärungs-Wohlfühl-Propaganda für ein bequemes hörendes Publikum zu produzieren. </p><p>In Gänze zu lesen in der neuen <strong>DGZ</strong>, <a href="https://gehoerlosenzeitung.de/produkt/jahres-abonnement/">Abo</a> oder <a href="https://gehoerlosenzeitung.de/produkt/dgz-09-2025/">Einzelheft</a>. </p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Heike Heubach </strong>deckt im Bundestag am 24.9. (nicht am 23.9., schön!) einmal wieder den Arbeitsfetisch des deutschen Inklusionsgedanken auf:</p><p>Ein Bürger aus ihrem Wahlkreis <strong>kriegt keinen neuen Elektrorollstuhl, weil er keine Arbeit hat. </strong>Der Lebenswert des Menschen wird an seine Arbeitsfähigkeit gekoppelt. Keine Arbeit? Keine Inklusion! Sie reflektiert in der Rede ihre Erfahrungen aus dem Berufsleben und wie sie im Bundestag überhaupt erst wirklich Inklusion erleben konnte, so wie es überall eigentlich sein sollte, aber bei weitem nicht ist.</p><blockquote><p>“Dass die meisten Menschen mit Behinderung vermutlich nie diese Erfahrung machen können, bricht mir das Herz.”</p></blockquote><p>Auf Instagram zum Nachgucken <a href="https://www.instagram.com/p/DO_KXWdEny1/">hier</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Stellenausschreibung!</h2><p>Die <strong>Gesellschaft für Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser e. V.</strong> (GGKG) sucht dringend <strong>eine Person für die Covergestaltung</strong>, mit Erfahrung im Grafikgestaltungsbereich, und – ganz wichtig: <strong>Erstsprache DGS!</strong></p><p>Interesse? <a href="https://ggkg.online/stellenausschreibung-ggkg-e-v/">Hier lang, Ausschreibung gibt’s in DGS und Schrift</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Die wirrste Überleitung</strong> kommt von der <em>Neuen Osnabrücker Zeitung</em><strong> (</strong>und anderen Regionalblättern, vielleicht geht’s auch aufs Konto der dpa, welche schon öfter Quatsch fabriziert hat wie “<a href="https://www.zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/rubiales-skandal-kuss-lippenleser-entlastet-prozess-100.html">ausgebildete Lippenleser</a>” ) vom 29. September. So heißt es, dass die “<strong>Pommesgabel</strong>” eine “<strong>neue Bedeutung</strong>” bekommen hätte, und zwar auf der CSD-Pride-Demo in Wacken.</p><p>Kenner*innen ahnen, was kommt: Die Pommesgabel stünde auch für das “I Love You”, und man würde den Daumen abspreizen und winken. Also mit Emojis gesagt: 🤟 und hin und her. Steht da so. Wörtlich.</p><p>Kommt aber noch besser: Auf dem dazu gehörigen Bild, das dank einiger Pride-Flaggen sehr stark nach CSD, also “Love is love” aussieht, zeigt eine Person eben die Pommesgabel ohne abgespreizten Daumen: 🤘</p><p>Also im Text steht das eine, im Bild das andere. Ja ja. Sogar Wikipedias <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mano_cornuta">Eintrag</a> für Pommesgabel differenziert, dass ILY eben mit abgespreizten Daumen passiert. Wieder was gelernt: in Italien sagt man “Mano cornuta”, wörtlich “gehörnte Hand”. Ist dort aber übrigens eine relativ obszöne Geste.<strong> Also im Stiefel immer schön den Daumen abspreizen, dann ist man auf der sicheren Seite.</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p>Seid ihr jung, <strong>gebärdensprachkompetent</strong> und wollt anderen <strong>Jugendlichen</strong> bei <strong>Cybermobbing</strong> und <strong>Sextortion</strong> helfen? Also wohlgemerkt, sie davor schützen oder beraten? Und ihr wisst nicht wie? <strong>JUUUPORT</strong> bietet kostenlose Seminare an. Danach solltet ihr dann dazu in der Lage sein, ehrenamtlich, aber trotzdem professionell zu helfen. Mehr Infos zu den Workshops <a href="https://www.juuuport.de/infos/online-seminare">hier</a>.</p><p>Allgemein Infos zu JUUU-Sign gibt’s hier:</p><a href="https://www.juuuport.de/juuu-sign">https://www.juuuport.de/juuu-sign</a><hr aria-hidden="true"/><p>Damit verabschieden wir uns in den Oktober und in den Herbst und… war da nicht was? </p><p>Ach ja, am <strong>17. und 18. Oktober </strong>findet in München wieder das traditionelle <strong>DEGETH-Festival statt. </strong>Ist bereits ausverkauft, aber wenn das Wetter wie letztes Mal ist, dürfte der Vorplatz vom Bürgerhaus Unterföhring, wo das Spektakel stattfindet, wieder ein schöner Ort sein, um die letzten Spätsommertage zu verplaudern. </p><p>Wir sind auf jeden Fall dabei und werden ein paar Eindrücke einfangen! </p><hr aria-hidden="true"/><p>Neu eingestiegen? Die alten Newsletter gibt’s hier: <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/posts">klick</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><p>P.S.:  Bei der diesjährigen <strong>Bundesversammlung</strong> des DGB (letztes Wochenende) konnten wir aufgrund von Terminkonflikten nicht dabei sein, aber: nächstes Jahr bestimmt. Dann soll die Veranstaltung 2026 vom <strong>5.-8. November in Potsdam </strong>stattfinden. Wir halten euch auf dem Laufenden.</p><p></p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? Abonnier uns bei Steady:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 30 Sep 2025 10:46:39 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[#009 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[THE NEGOTIATOR, SORDA & der vielleicht längste Filmtitel seit langem; Namensgebärden fürs Bundeskabinett 2025 (schnell lernen bevor die Koalition platzt); Deaf Awareness!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>009 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><p>Es kommen wieder viele Filme mit Gebärdensprache auf uns zu! Bevor wir uns auf drei sehr unterschiedliche Filme konzentrieren, erstmal zur Politik, genauer genommen den <strong>Namensgebärden des Bundeskabinetts</strong>, die seit dieser Woche offiziell sind!</p><p>Erstmal: Wo? Auf <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/09/so-gebaerdet-sich-das-bundeskabinett-2025/">Taubenschlag</a>, <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLFluctE3v-Syy7jPdFpC3O5pUlo5HOBbm">YouTube</a> (als Playlist) und <a href="https://www.instagram.com/p/DOs2N4FjBVs/?img_index=1">Instagram</a>.</p><p>Spannend ist diesmal: es gibt keine “witzigen” Gebärden wie Merkels Mundwinkel oder Lindners Porsche. Am ehesten kommt noch Schnieders “Riese” ran, was übrigens eine wunderbare Eselsbrücke ist – schreibt/gebärdet er sich Schneider, ist er kleiner. Muss man sich nur noch die Ämter dazu merken. Manche Leute in den Kommentaren auf Instagram erkennen in Merz’ Gebärde Ähnlichkeiten zu Graf Draculas Haarstil. Eieiei.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Vom Timing her passt es zum <strong>Deaf Awareness Month</strong>, oder Taubewusstseinsmonat. Gerüchten zufolge soll es sogar gratis Dolmetscheinsätze geben und am Samstag, den 27.9. das traditionelle Straßenfest in der Berliner Friedrichstraße. Vielleicht haben die sich streitenden Vereine GVB und GFGB dann sogar eine Lösung für das Gehörlosenzentrum – und wer ist eigentlich hier der lachende Dritte? Fragen über Fragen. GFGB kündigte zuletzt an, dass das Gutachten, das eventuell über die Zukunft des Gehörlosenzentrums entscheidet, im September rauskommt. </p><p>Im September?</p><p>Huch, das ist ja jetzt. Wir beobachten die Lage und werden berichten.</p><hr aria-hidden="true"/><h4><strong>Und war da nicht was mit Filmen? </strong></h4><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/85ba8051-7ae9-4894-b3c8-8bd114cee2f2/uploads/images/e6egpxog4i/negotiator.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Leonine Studios</figcaption></figure><p>Den Anfang macht <strong><em>THE NEGOTIATOR</em> (</strong>der ebenfalls englische Originaltitel ist <strong><em>RELAY</em></strong>). Riz Ahmed (kennt man aus <a href="https://www.youtube.com/watch?v=3m_WaWC3c84"><strong><em>SOUND OF MUSIC METAL</em></strong></a>) nutzt Schriftrelaisdolmetschdienste (sowas wie <a href="https://www.tess-relay-dienste.de/dienste/tescript">TeScript</a>), um Whistleblower zu schützen, weil angeblich der Datenschutzstandard so hoch ist, dass nichts gespeichert wird. Leider bietet der Film ansonsten nur eine 08/15-Handlung und die Sache mit dem Schriftdolmetschen hat kaum Einfluss auf die Geschichte. Immerhin sieht man eine kleine Szene mit Gebärdensprache. Wenig berauschend. <strong>Kinostart 25. September. </strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=4-iy_NHH7Ic">Trailer</a>.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/85ba8051-7ae9-4894-b3c8-8bd114cee2f2/uploads/images/ur7fnddvel/wennduangst.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Nikolaus Geyrhaltr Filmproduktion</figcaption></figure><p>In Österreich kommt einen Tag später schon der nächste Film. Ab dem 26. September läuft dort <strong><em>WENN DU ANGST HAST, NIMMST DU DEIN HERZ IN DEN MUND UND LÄCHELST</em></strong>. Hinter dem etwas sperrigen Titel verbirgt sich eine Coming of Age-Geschichte, in der es um Klassenunterschiede geht, also wie es sich bemerkbar macht, wenn man mehr oder weniger Geld als andere hat. Daneben geht’s auch um queere Themen und Gehörlosigkeit. Klingt vielversprechend, Trailer sieht auch so aus. In Deutschland allerdings erst <strong>Kinostart 2. Oktober</strong>. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=BqqY0FQlwvI">Trailer</a>.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/85ba8051-7ae9-4894-b3c8-8bd114cee2f2/uploads/images/umo2rrd75m/sorda.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Piffl Medien</figcaption></figure><p>Ein sehr schöner Film ist <strong><em>SORDA </em></strong>geworden. Leider wird der deutsche Titel um <strong><em>DER KLANG DER STILLE</em></strong> ergänzt. Zum Glück lässt sich das ignorieren. Die Handlung: ein Pärchen, sie taub, er hörend, kriegen ein Kind, dann der Schock (für sie): das Kind ist hörend. Es entwickelt sich ein Konflikt, der fast wie eine Parodie auf die übliche Reaktion hörender Eltern auf ihr ertaubtes Kind wirkt. Aber als Film ist es sehr überzeugend und stellt endlich einmal das Taube Erleben in den Mittelpunkt. Filme über Codas gibt es ja beileibe viele, auch wenn die <a href="https://www.youtube.com/watch?v=7-0J9qbFjGE">Handlung</a> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Ku675Z0oTkU">irgendwie</a> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=CUYrZlpsJ7w">immer</a> “Hörende Tochter mag Musik und Tauber Papa kommt nicht drauf klar” ist. Dabei ignoriert <em>SORDA</em> sowohl technische Hilfsmittel als auch das Dolmetschen und konzentriert sich komplett auf das individuelle Erleben. Besonders die Beziehung zu den hörenden Eltern und das Hör-Erleben mit Hörgerät sind sehr eindringlich und realistisch präsentiert. </p><p>Bei <em>SORDA </em>hat sich der deutsche Verleih vorbildlich Gedanken gemacht und bringt für alle Vorführungen Untertitel mit. Auf Leinwand sogar! </p><p><strong>Kinostart 30. Oktober</strong>, Vorab-Screenings für die Deaf Community bereits im September. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=11OsUhvAI7k">Trailer</a>.</p><h4><strong>Und sonst?</strong></h4><p>Auf <strong>Netflix</strong> läuft seit gestern mit <strong><em>BLACK RABBIT</em></strong> noch eine Serie, die mit Oscar-nominierten Schauspielern (Jude Law) und  wirbt und dabei unterschlägt, dass ein Oscar-Gewinner (Troy Kotsur) mitspielt. Aber: man sieht ihn als Tauben Gangsterboss schon im <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ueNsPJgWNAg">Trailer</a>. Spannend. </p><hr aria-hidden="true"/><p>Wer in <strong>Köln</strong> ansässig ist, kann einen der obigen Filme auf dem <strong>cinepänz-Filmfestival </strong>sehen. Vom <strong>4.-9. Oktober </strong>werden die “schönsten Kinder- und Jugendfilme des Jahres” gezeigt, oft sogar mit <strong>Live-Verdolmetschung</strong>. Ansonsten gibts auch Untertitel auf Leinwand oder Filme ganz ohne Dialog (sehenswert: FLOW).  Aber aufgepasst: Manchmal ist die GRETA-App Voraussetzung. Zum Glück steht das alles transparent und nachvollziehbar <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/09/barrierefreies-programm-des-jungen-filmfestivals-koeln-cinepaenz-4-9-oktober-2025/">im Programm</a>!</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Schwierigkeiten mit der Barrierefreiheit </strong>hat das Leipziger Filmfestival <strong>DOK Leipzig</strong>, das schon dem Namen nach den Schwerpunkt auf Dokumentarfilme setzt.  Das berichtet die <em>Leipziger Volkszeitung</em>. Letztes Jahr noch wurden durch Förderung des Bundeslands Sachsen <strong>35 Filme in barrierefreier Fassung</strong> gezeigt, drei bis fünf Filmgespräche gab es mit DGS-Verdolmetschung. </p><p><strong>Dieses Jahr führte die komplette Streichung dieser Mittel dazu, dass nur acht Filme mit Untertiteln gezeigt werden, </strong>man konnte aber für drei weitere Filme durch Crowdfunding Untertitel bereitstellen. Zwei Filme wurden zusätzlich mit Audiodeskription ausgestattet. </p><p>Ab dem 9. Oktober wird die Filmauswahl bekannt gegeben.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Das Magazin <em>Business Punk</em> berichtet über Gebärdensprach-Avatare, aber mit einem fast schon <a href="https://www.business-punk.com/startup/wenn-avatare-mit-den-haenden-sprechen-ki-gibt-gehoerlosen-stimme-online/2/">irritierend schlecht recherchierten Artikel.</a> Erstmal werden die 80.000 Gehörlosen mit 14 Millionen Schwerhörigen in einen Topf geworfen, indem behauptet wird, dass diese 14 Millionen die Zielgruppe der KI-Avatare sein sollen. </p><p>Richtig die Augenbrauen in die Höhe schießen lässt dann d<strong>ie Behauptung, dass es in Fulda keinen einzigen Dolmetscher gäbe und in Hessen nur einen einzigen</strong>. </p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/85ba8051-7ae9-4894-b3c8-8bd114cee2f2/uploads/images/7xthrfhmsz/IMG_4414.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Screenshot: Business Punk</figcaption></figure><p>Vielleicht hat die Redaktion das Gendern zu wörtlich genommen und meint tatsächlich, es gibt keine männlichen Dolmetscher in Fulda und nur einen in Hessen. So würde es Sinn ergeben. Ich schließe aber Wetten drauf ab, dass noch nicht mal das stimmt. </p><p>Oder es ist noch viel mehr zwischen Lesen, Verstehen und Schreiben schief gelaufen, und gemeint ist <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/05/moeglicher-millionenbetrug-mit-dolmetschrechnungen-in-hessen/">der Dolmetscher, der sich angeblich mit Millionen Euros aus dem Staub gemacht hat</a>. Von dem gibt es tatsächlich nach aktuellem Wissensstand nur einen. </p><p>Höchstwahrscheinlich will die Redaktion nur auf die <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/gebaerdensprach-avatare-der-goldrausch-mit-dem-preisdumping/">Goldgrube KI-Avatare</a> aufmerksam machen. Ein Konzept, das erstmal logisch und günstig klingt: <strong>Text in Computer, DGS kommt raus. </strong>Abgesehen von anderen Problemen funktioniert das Ganze auch noch lange nicht vollständig automatisiert oder ohne Menschen, die tatsächlich DGS können. Aber es reicht, dass Auftraggeber das glauben. So könnte man dann schnell am Fließband “DGS”-Videos raushauen, statt qualifizierte Dolmetschende zu beauftragen. </p><p>Für Geldgeber ist es natürlich auch attraktiv, auf lange Sicht vielleicht Dolmetschende überflüssig machen zu können. Da riskiert man schon mal ein bisschen Kapital. Leider befeuert der Artikel im <em>Business Punk </em>das nur noch, statt sich kritisch damit auseinanderzusetzen. </p><hr aria-hidden="true"/><p>Neu eingestiegen? Die alten Newsletter gibt’s hier: <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/posts">klick</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Das war’s dann erstmal, nächstes Mal berichten wir vielleicht sogar schon von unseren Eindrücken von <strong><em>PINOCCHIOS</em></strong>, dem neuen Stück des Deutschen Gehörlosentheaters. Premiere ist nächste Woche in Berlin. Infos und Tickets <a href="https://www.gehoerlosentheater.de/">hier</a>.  </p><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><p></p><p>P.S.: Ihr kennt sie vielleicht, die Clickbait-Werbung, in der es heißt: “<strong>Was viele beim Hörgerät nicht beachten - ein wichtiger Tipp</strong>”, aber ihr habt euch noch nicht getraut, drauf zu klicken? Auch weil die Vorschaubilder so unseriös wirken? Doch Rettung/Aufklärung naht.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/85ba8051-7ae9-4894-b3c8-8bd114cee2f2/uploads/images/2u4lrsjgkh/IMG_4412.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Screenshot einer Anzeige</figcaption></figure><p>Diese Werbung löst es endlich auf: <strong>Hörgeräte immer in den Gehörgang stecken!</strong> Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der dafür Werbung schaltet. Schönes Wochenende!</p><p></p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? Abonnier uns bei Steady:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 19 Sep 2025 11:45:54 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[#008 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[Ein Potpourri aus verschiedenen Themen: Der SPIEGEL über den Tod Angela Mortimers; wie ihr das FELD Theater unterstützen könnt, eine neue App zum Freunde finden...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>008 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><p>die neue Regierung hangelt sich von Krise zu Krise, aber immerhin hat sie es durch die ersten 100 Tage geschafft. </p><p>Anlass genug, um endlich mal zurückzublicken und zu überlegen, <strong>welche Namensgebärden gut zu den Leuten auf den Ministeriumsposten passen,</strong> die sich im Kabinett des Dr. Merzigari versammelt haben. </p><h3><strong>Dazu haben verschiedene Taube Expert*innen (aus den Bereichen Dolmetschen, Übersetzen, Gebärdensprachunterricht, Politik) überlegt:</strong> </h3><p>Welche Gebärden wurden schon beobachtet? Welche gibt es vielleicht aus der vorherigen Arbeit in der Landes- oder Bundespolitik? Welche überschneiden sich vielleicht mit bereits bekannten?</p><p>Das Ergebnis sind teilweise mehrere, manchmal nur zwei, in einzelnen Fällen nur ein Namensgebärdenvorschlag. Wer Gebärdensprache als Tauber, gehörloser oder schwerhöriger Mensch aktiv nutzt, kann gerne <a href="https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSeP-3FG3jueQvwEXUbtZdbUfXc-y5jZf0AzX6xH0OMvTkFzow/viewform?usp=header">hier</a> abstimmen. </p><p>Wer einfach nur neugierig ist, was zur Debatte steht, kann sich auch ohne Abstimmung durch die Videos klicken.</p><p><a href="https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSeP-3FG3jueQvwEXUbtZdbUfXc-y5jZf0AzX6xH0OMvTkFzow/viewform?usp=header">Link zur Umfrage</a></p><h3>Und gerne: Weiterleiten! </h3><p>Die Umfrage geht noch bis zum 8. September, danach wird ausgewertet.</p><hr aria-hidden="true"/><h2>App-Tipp! </h2><p>Mit <a href="https://mysportfriend.com/">MySportFriend.com</a> könnt ihr <strong>Gleichgesinnte für Sport</strong> finden – neben vielen anderen <strong>Filtern und Reglern </strong>(etwa Sportart, Geschlecht…) kann man auch angeben, dass man gehörlos ist (oder blind, oder Rollstuhl fährt) und entsprechende Leute suchen.  “<strong>Weil niemand außen vor bleiben sollte”</strong>, wie es so schön von den App-Entwicklern heißt. </p><p>Direkt herunterladen hier:</p><p><strong>Android</strong>: <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=com.mysportsfriend">Google Play Store</a></p><p><strong>Apple</strong>:  <a href="https://apps.apple.com/in/app/mysportfriend/id6743701857">App Store</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Das<strong> FELD Theater</strong> (berufliche Heimat von <strong>Clin d’Oeil-Gewinner Jan Kress</strong>) hat noch mal Glück gehabt, aber wirklich auf dem Trockenen ist man im Kürzungsmekka Berlin nicht. Als vulnerable Einrichtung bleibt die Basis-Förderung zwar erhalten, aber das Vertrauen in den Senat scheint erstmal etwas erschüttert.</p><p><strong>Wer vor Ort unterstützen will</strong> mit zahlreicher Anwesenheit: am 30. September ist eine <a href="https://jungesfeld.de/2024/11/14/keine-kuerzungen-fuer-kinder/">Podiumsdiskussion</a> mit verschiedenen Mitgliedern des Berliner Senats (CDU, Grüne, Linke, SPD), moderiert von Kulturjournalistin Elena Philipp, natürlich mit DGS-Verdolmetschung.</p><p><strong>Wer online unterstützen will</strong>, kann <a href="https://www.openpetition.de/petition/online/nicht-schon-wieder-das-kindertheater-retten#petition-main">diese Petition</a> unterschreiben unter dem Motto “NICHT SCHON WIEDER”.</p><p><strong>Und wer am 30. September <em>nicht </em>da ist, aber trotzdem was vor Ort tun will</strong>, kann zu den <a href="https://jungesfeld.de/2025/06/17/feld-fusion-freitag/">FELD Fusion Freitagen</a> kommen. Bei den lockeren Zusammenkünften gibt es wechselndes Programm.</p><p>Ganz besonders wird es in etwa einer Woche<strong> am 11. September 2025 um 17 Uhr:</strong> Bei der Residenz von<strong> Hyemi Jo und Paulina Güllü</strong> können Interessierte bei den Proben zuschauen und als <strong>“Feldberater*innen” </strong>Feedback geben zur laufenden Arbeit. Eine einmalige Gelegenheit für einen Blick hinter die Kulissen – für alle! Jan Kress, der die Residenz betreut, ist natürlich auch dabei. Anmeldung erbeten:</p><a href="https://jungesfeld.de/2025/07/03/residenz-2/">https://jungesfeld.de/2025/07/03/residenz-2/</a><hr aria-hidden="true"/><h2><strong>Noch mal Theater</strong>: </h2><p>Das Deutsche Gehörlosen-Theater bringt den Pinocchio-Multipack auf die Bühne: “<strong>Pinocchios</strong>” soll eine freie Adaption des italienischen Originals sein. Mal sehen, wie sehr es sich von der Disney-Fassung lösen kann. Da sei schon mal das Urheberrecht vor, aber das hat das DGT auch nicht abgehalten, vor nun etwas mehr als 10 Jahren Alice im Wunderland sehr nah an Disney zu platzieren. Anders als damals aber diesmal komplett ohne Verdolmetschung. Tausendsassa <strong>Eyk Kaulisky</strong> ist für die Inszenierung verantwortlich. Das Stück: mit dem Ensemble improvisiert. Heißt also, frei aus dem Stegreif, Szenen, die aus dem Moment heraus entstehen und nicht einstudiert sind. Ob das gut geht? Kann man am <strong>25. September </strong>selber in der <strong>UFA Fabrik</strong> in <strong>Berlin</strong> erfahren.</p><p><a href="https://www.instagram.com/p/DN2rcH2UO94/">Infos auf Instagram!</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Kurze Zwischenmeldung!</p><h2><strong>Achtung</strong>:</h2><p>Wenn ihr Mails bekommt, in denen jemand behauptet, eure Emailadresse von “deafbase.de” zu haben und euch Dienste anbietet – das ist höchstwahrscheinlich Betrug. Wir haben damit nichts zu tun – <a href="http://deafbase.de/">Deafbase.de</a> gibt es schon lange nicht mehr und die URL wird inzwischen zu <a href="http://taubenschlag.de/">Taubenschlag.de</a> umgeleitet.</p><hr aria-hidden="true"/><h2><strong>Angela Mortimer ist tot.</strong> </h2><p>Die schwerhörige Tennisspielerin gewann sogar in Wimbledon. Der <em>SPIEGEL</em> entblödet sich aber nicht, zu schreiben, “sie gewann, obwohl sie schwerhörig war.” Da fragt man sich, wieso Autor Peter Ahrens sowas schreibt, obwohl er Journalist ist.</p><a href="https://www.spiegel.de/sport/tennis/angela-mortimer-ist-tot-sie-gewann-in-wimbledon-obwohl-sie-schwerhoerig-war-a-f93b1d4a-2c80-4257-8ddc-5af2396d626c">https://www.spiegel.de/sport/tennis/angela-mortimer-ist-tot-sie-gewann-in-wimbledon-obwohl-sie-schwerhoerig-war-a-f93b1d4a-2c80-4257-8ddc-5af2396d626c</a><p>Ja, gut, mag sein, dass es letztendlich wichtig ist beim Tennis, das “Plopp, plopp” (Ahrens) bzw. “Bumm Bumm” (Becker, Schöller et al.) zu hören, aber das ist ein anderes Thema.</p><blockquote><p>“Sie schaffte dies alles, obwohl sie auf dem Platz in einer für sie abgeschlossenen Welt lebte.” </p></blockquote><p>Schrecklich. Um Fraktus zu zitieren: “<a href="https://genius.com/Fraktus-adam-lyrics">Warum holt sie keiner da raus?</a>” Oder frei nach Raul Krauthausen: “<a href="https://leidmedien.de/lieber-losbinden/">Lieber rauslassen.</a>”</p><blockquote><p>“Sie hörte Tennis nur, wenn es laut war.” </p></blockquote><p>Und ich wünsche mir zu Weihnachten, Grönemeyer würde jedes einzelne Vorkommen dieses Kalauers abmahnen und das Geld in die Betroffenenverbände spenden.</p><p>“Handicap” darf natürlich auch nicht fehlen, was sie natürlich “ins Positive gedreht” hat. Vielleicht hätte der Autor der Frau einfach mal zuhören sollen, wenn er sie schon zitiert:</p><blockquote><p>»Wenn Spieler sagen, sie bräuchten das Geräusch des Balles, dann muss ich immer lächeln.«</p></blockquote><p>Selber weiß man’s immer am besten. </p><p>Schön aber: Mortimer setzte durch ihre Sturheit durch, dass Frauen nicht mehr Rock tragen mussten, sondern auch Hosen tragen konnten, irgendwie so. Die Briten sind mit ihrem Sport etwas eigen, man schau sich nur mal Cricket an.</p><p>Angela Mortimer starb mit 93 Jahren.</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Cafétipp: </h2><p>In <strong>Frankfurt</strong> gibt es das Cafe <strong>Sinn und Wandel</strong>, hat nichts zu tun mit der Firma Sinneswandel aus Berlin, ist aber auch ein Inklusionsbetrieb. Entscheidender Unterschied: Im Sinn und Wandel gibt es guten Kaffee und selbstgebackene Bagel und Foccacia. Die Grenzen der Taubblindenfreundlichkeit (v.a. bei der Hintergrundfarbe) testet Inhaber Sascha Nuhn in diesem <a href="https://www.instagram.com/p/DN295q11ABw/">Info-Video</a> aus. Lasst euch davon nicht abschrecken, freut euch auf <a href="https://www.instagram.com/p/DGk75NjsAVD/">lecker aussehendes Essen</a> und empfehlt den Laden weiter, wenn er euch gefällt.</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Veranstaltungshinweis:</h2><p><strong>Am 14. September</strong> bietet das Anne Frank Zentrum in Berlin eine Führung durch die Ausstellung “<strong>Alles über Anne</strong>” an. Die Führung wird in <strong>DGS verdolmetscht </strong>und ist ein gute Gelegenheit im Angesicht des globalen Rechtsrucks mal das Wissen über die Person hinter dem Tagebuch aufzufrischen.  Am <strong>9.11. ist noch eine Führung</strong>, ebenfalls mit DGS.  Anmeldungen bei Eike von Vacano, per Email an <a href="mailto:e.vonvancano@annefrank.de">e.vonvancano@annefrank.de</a> oder hier unter dem folgenden Link:</p><a href="https://www.annefrank.de/termine/termin/fuehrung-in-deutscher-gebaerdensprache-durch-die-ausstellung-alles-ueber-anne-am-14092025">https://www.annefrank.de/termine/termin/fuehrung-in-deutscher-gebaerdensprache-durch-die-ausstellung-alles-ueber-anne-am-14092025</a><hr aria-hidden="true"/><h2>Wie könnte eine gehörlose Architektur aussehen? </h2><p>Ein tolles Beispiel gibt es in <strong>Nagano, Japan.</strong> Ein Instagram-Video zeigt sehr ausführlich, wie detailverliebt das Haus gestaltet wurde. <strong>So ist der Eingangsbereich leicht schräg versetzt, so dass man eine gute Sichtlinie hat, viele Wände fehlen und geben Blick frei auf verschiedene Etagen und in den Türen sind kleine Milchglasfenster</strong>, dass man sehen kann, ob dahinter jemand steht oder das Licht an ist. Mehr und Erklärungen <a href="https://www.instagram.com/p/DNxaw9QXjdW/">in diesem tollen Video</a> auf Instagram!</p><a href="https://www.instagram.com/p/DNxaw9QXjdW/"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/83a8bf24-b69d-468e-82c4-9805867fc79f/uploads/images/6mzrdn4u4l/Bildschirmfoto_2025-09-03_um_10.41.06.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Wohnzimmer, in dem mehrere Menschen auf dem Boden sitzen, ein Fernseher läuft, es ist hell und viel Holz zu sehen"/></a><hr aria-hidden="true"/><p>Das<strong> evangelische Bildungswerk München </strong>(ebw) bietet immer wieder spannende Veranstaltungen mit <strong>DGS</strong> an, oft sogar kostenlos, wie auch diese über das <strong>Darknet</strong>, das sogenannte “dunkle Internet”. Der Journalist Stefan Mey referiert über die Risiken (Drogenhandel) und Chancen (Meinungsfreiheit). Die Veranstaltung findet am 23. September hybrid in Präsenz in München und per Zoom online statt.   </p><p>Achtung: Anmeldeschluss ist der 16. September, mehr Infos (auch in DGS) hier:</p><a href="https://www.ebw-muenchen.de/veranstaltungen/das-darknet/">https://www.ebw-muenchen.de/veranstaltungen/das-darknet/</a><hr aria-hidden="true"/><p>Neu eingestiegen? Die alten Newsletter gibt’s hier: <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/posts">klick</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Ach, und weil gerade auf Instagram ein Video kursiert, in dem die Dolmetschqualität der Phoenix-DGS-Nachrichten sehr scharf kritisiert wird, hier noch mal eine Reminder: Es gibt seit 2020 die <strong>ZABA</strong>, was so viel heißt wie <strong>zentrale Anlaufstelle für barrierefreie Angebote. </strong>Dahinter versteckt sich eine Beschwerdeplattform, bei der man z.B. fehlende Untertitel oder Verdolmetschung (oder eben auch Fehler in der Verdolmetschung) melden kann. Die Menüführung ist für deutsche Verhältnisse sehr einfach und der große Vorteil: <strong>Die Beschwerden werden zentral gesammelt und an die richtigen Stellen weitergeleitet.  </strong></p><p>Einfach mal reinschauen und ausprobieren. So werden auch Auswertungsprozesse angestoßen und die Statistik gefüttert.</p><a href="https://barrierefreie-medien.info/de">https://barrierefreie-medien.info/de</a><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><p></p><p>P.S.: <strong>Schwerhörigkeit macht dement, einsam, unbeliebt </strong>– so sonst der Tenor in der Presse, je näher der <strong>Tag der Gebärdensprachen</strong> rückt (ich denke mir das nicht aus, ich beobachte das seit Jahren) – da ist es erfrischend, wenn Schwerhörigkeit mal positive Seiten hat und auch entsprechend darüber berichtet wird.</p><p>Die <em>Allgemeine Laber Zeitung </em>(sic!) berichtet beispielsweise am 18. August, dass ein 53 Jahre alter Mann seinen 89 Jahre alten Nachbarn vor einem Betrug gerettet hat. Die Betrüger hatten den 89jährigen angerufen und ihn angelogen, dass sein Kind entführt wurde und er 50.000 Euro Lösegeld zahlen soll. <strong>Da er aber schwerhörig war, telefonierte er so laut, dass sein Nachbar es mitbekam und ihn noch rechtzeitig abfangen konnte.</strong></p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? Abonnier uns bei Steady:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 03 Sep 2025 10:20:25 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[#007 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[Zum Tod des Pantomimen JOMI; der Heidepark kann Gehörlosen in der Achterbahn keine Sicherheit garantieren; Schneewittchens kurioser Konzeptzwerg; Schließung in Hamburg]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>007 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><p>der international bekannte Taube Pantomime <strong>JOMI ist tot</strong>. Er wurde 73 Jahre alt und starb am Freitag, dem 15. August, wie der saarländische Rundfunk (SR) berichtete. Mehr Infos über sein Leben <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/08/jomi-ist-tot/">hier</a>. Wir haben im Archiv auch noch das Sendungstranskript von <em>Sehen statt Hören</em> über den “Poet der Stille”. <a href="https://archiv.taubenschlag.de/html/ssh/1307.pdf">Hier</a> erfährt man einiges Interessantes über ihn – und vielleicht wird die Sendung demnächst ja wiederholt?</p><a href="https://www.taubenschlag.de/2025/08/jomi-ist-tot/">https://www.taubenschlag.de/2025/08/jomi-ist-tot/</a><hr aria-hidden="true"/><h2>In Hamburg wird das <strong>Zentrum für Disability Studies </strong>geschlossen.</h2><p>Die dort Arbeitenden wurden zum Jahresende gekündigt. Das Zentrum wurde 2005 an der Uni Hamburg gegründet, wie die <em>taz </em><a href="https://taz.de/Sparpolitik-in-Hamburg/!6102164/">in ihrem Bericht über die Schließung</a> schreibt. Seit 2014 gehört es zur Evangelischen Hochschule des Rauhen Hauses. Der Linken-Abgeordneten Sabine Ritter fiel die drohende Schließung schon im Juni auf, sie stellte eine Anfrage in der Hamburgischen Bürgerschaft: Wieso das “Zedisplus”, wie das Zentrum abgekürzt heißt, im Koalitionsvertrag nicht vorkommt?<strong> Nach einigem Hin und Her gab der Senat dann zu, dass das Zedisplus aufgelöst und ein neues Konzept an der Fachhochschule HAW entwickelt werden soll.</strong></p><p>Der <a href="https://disabilitystudies.de/">Verein für Disability Studies Deutschland</a> (DSD) befürchtet nun, dass die versprochene Neubeschäftigung der Leute aus dem Team des Zedisplus nicht kommt –</p><blockquote><p>&quot;Bestünde die Absicht, das Zedisplus dort weiterzuführen, würde man direkt darüber reden.”</p></blockquote><p>Genau das passierte nicht. Die Linke musste erst konsequent nachhaken, bis der Senat “die Katze aus dem Sack” (<em>taz</em>) ließ. Außerdem ist die Rede davon, dass eine Fördermaßnahme für Behindertenwerkstattbeschäftigte geschaffen werden soll, bei der diese ausgebildet werden und nach drei Jahren auf den regulären Arbeitsmarkt kommen könnten. <strong>Die Befürchtung hierbei ist, dass zwei Konzepte, nämlich Forschung und individuelle Förderung, finanziell gegeneinander ausgespielt werden und das Zedisplus, in welcher Form auch immer, das Nachsehen haben könnte. </strong>Dafür spricht auch die Geheimniskrämerei des Senats und die Beteuerungen ohne konkrete Garantien.</p><p><strong>Wer unterstützen will,</strong> kann diese Petition auf <em>WeAct</em> unterschreiben:</p><a href="https://weact.campact.de/petitions/disability-studies-bedroht-kritisch-emanzipatorische-wissenschaft-schutzen-und-starken-1">https://weact.campact.de/petitions/disability-studies-bedroht-kritisch-emanzipatorische-wissenschaft-schutzen-und-starken-1</a><hr aria-hidden="true"/><h2><strong><em>Followtipp</em></strong>: “Was ihr überseht”</h2><h3>Der Instagram-Kanal <a href="https://www.instagram.com/was_ihr_uberseht/">@was_ihr_uberseht</a> informiert über Diskriminierungen innerhalb der Tauben-Communities. Also <strong>Rassismus, Sexismus, Ageismus,</strong> quasi alle Ismen. <a href="https://www.instagram.com/p/DNP8IsCMWau/?img_index=1">Im ersten Beitrag</a> geht es gleich um eine diskriminierende Situation im Gehörlosenzentrum. Alle Posts sind farblich kodiert und es gibt einen Einführunsgpost zu den verschiedenen Diskriminierungsformen.</h3><hr aria-hidden="true"/><p>Die <strong>Tischlerei SpechtApfel</strong> sucht für den Gründungskredit einen Geldgeber – nicht für den ganzen Kredit von 200.000€, sondern nur für den <strong>Eigenanteil von 20.000€</strong>, den die Bank voraussetzt.</p><blockquote><p>“Vielleicht kennst du auch jemanden in deinem Umfeld – aus der Familie, dem Freundeskreis oder mit eigener Firma – der bereit wäre, mich bei der Finanzierung des benötigten Eigenkapitals zu unterstützen, um bei den Banken den benötigten Kredit beantragen zu können.”</p></blockquote><p><a href="https://www.instagram.com/reel/DNJY_fVMqWG/">Hier</a> geht’s zum Posting – oder direkt eine Mail an <a href="mailto:hallo@spechtapfel.de">hallo@spechtapfel.de</a> schreiben. Vielleicht springt ein maßgefertigtes Unikat als Dank für die Hilfe raus?</p><p><strong>Wichtig: Es ist kein Spendenaufruf! </strong>SpechtApfel sucht quasi einen Kredit für einen Kredit.</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Der Heidepark macht einen auf Phantasialand:</h2><p>Dominik “<strong>Domwitz</strong>” Weitz berichtete auf Instagram über diskriminierende Praktiken im Freizeitpark. (Sein Video hat er inzwischen wieder gelöscht).</p><p><strong>Heidepark wollte keine gehörlosen Fahrgäste auf bestimmte Bahnen lassen, weil sie den Sicherheitsanweisungen nicht folgen könnten. </strong>Das wirft natürlich neben der eigentlichen Diskriminierung auch andere Fragen auf: Wie geht der Park mit Gästen um, die nicht deutsch sprechen oder hören können? Kann ja sein, dass Touris Achterbahn fahren wollen, auch wenn es auf den ersten Blick etwas abwegig scheinen mag.</p><p>Der <strong>Deutsche Gehörlosen-Bund</strong> wurde in den Kommentaren eifrig markiert, doch mal was zu unternehmen, machte er dann auch und gab die Zuständigkeit an den Landesverband Niedersachsen ab. <a href="https://www.instagram.com/reel/DNVNwb7CiOa/">In einem Video</a> erklärt Simone Nestvogel (DGB PR/Social Media) zusammen mit Thomas Ritter (Vorstand LV Niedersachsen), dass bereits an einer Lösung gearbeitet wird. Der DGB sichert dabei Begleitung und Unterstützung zu.</p><p><strong>Klingt bekannt?</strong></p><p>Die <em>DGZ</em> berichtete 2017 schon über das <a href="https://gehoerlosenzeitung.de/produkt/dgz-07-2017/">Phantasialand-Gehörlosenverbot </a>und <a href="https://gehoerlosenzeitung.de/produkt/dgz-09-2018/">hakte 2018 noch einmal nach</a>, wie der aktuelle Stand ist. Das Fazit für den Park war damals – nach Engagement des DGB und Verweis auf die UN-Behindertenrechtskonvention – offensichtlich, in einer Broschüre explizit die Nutzung von 33 Fahrgeschäften für Gehörlose zu verbieten – nur fünf waren erlaubt, darunter ausgerechnet auch noch eine “Musikschule”. Recherchen der <em>DGZ </em>ergaben dann aber, dass <strong>Gehörlose auf die Inkognito-Strategie setzten</strong>: Einfach in der Warteschlange nicht gebärden, bis man im Wagen sitzt.</p><p><strong>Apropos <em>DGZ</em></strong>: Gibt grade wieder ein <a href="https://gehoerlosenzeitung.de/produkt/schnupper-angebot-2025/">günstiges Abo</a>, Juli bis Dezember für nur 25 Euro. <strong>Muss man auch nicht selber kaufen, kann man z.B. verschenken</strong>, um andere Leute auf die älteste und seriöseste Zeitung für Gehörlose aufmerksam zu machen.</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Das <strong>Deutsche Institut für Menschenrechte</strong> hat eine Umfrage gestartet zum Thema “<strong>Unterstützung und Barrieren im Schulalltag</strong>”,</h2><p>natürlich in DGS. <a href="https://www.instagram.com/p/DNAruI4MMhR/">Hier</a> das Ankündigungsvideo auf Instagram, in Collab mit Taubenschlag und dem <a href="https://gehoerlosekinder.de/">Bundeselternverband gehörloser Kinder</a>. Der <strong>Landesverband der Gehörlosen Bayern</strong> ruft in seiner <a href="https://lvby.de/pressemitteilungen/4390-fuer-bimodal-bilinguale-bildung-mit-gebaerdensprache-der-landesverband-bayern-der-gehoerlosen-ruft-zur-teilnahme-an-bundesweiter-elternbefragung-auf">aktuellen Pressemitteilung</a> ebenfalls zur Teilnahme auf.</p><blockquote><p>“In einer anonymen Umfrage mit Gebärdensprachvideos können Eltern erzählen, welche Schule sie für ihr Kind gewählt haben, welche Erfahrungen sie an der aktuellen Schule machen, wo es Probleme gibt und wie die Inklusion funktioniert.”</p></blockquote><h2>Die Umfrage läuft noch bis zum 11. September 2025.</h2><a href="https://dimr-huerden.limesurvey.net/686519?lang=de">https://dimr-huerden.limesurvey.net/686519?lang=de</a><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Lesestoff mit Gehörlosenbezug</strong> ist selten, um so wichtiger, nicht die Zeit mit Klischees zu verschwenden. <a href="https://www.instagram.com/mari_monoceros">Luka</a> hat für das Blog “Nixenzauber” das schon etwas schwierig betitelte Buch <strong>“Nicht hören! Fühlen!” </strong>(Ähnlichkeiten zu “Wer nicht hören will, muss fühlen” sind wohl Zufall) von <strong>Linda Eicher</strong> <a href="https://nixenzauber.home.blog/2025/08/09/nicht-horen-fuhlen/">rezensiert, also eine Kritik geschrieben. </a>Das Buch ist im Selfpublishing erschienen, also Eigenverlag. </p><p>Leider ist das Buch zwar okay geschrieben, aber das Thema Gehörlosigkeit eher klischeehaft behandelt:</p><blockquote><p>“Auch gab es in Soleys Schule einfach keine Dolmetschenden, sondern die Kommunikation lief über eine Klassenkameradin, welche einen kleinen Tauben Bruder hat. Sehr unrealistisch, dass die Schule ohne Dolmetschende stattfindet, welche Kommunikation für alle Beteiligte ermöglichen könnten.”</p></blockquote><p>Schade! Aber immerhin etwas Sichtbarkeit…?</p><hr aria-hidden="true"/><h2><strong>Neu eingestiegen? Die alten Newsletter gibt’s hier: </strong><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/posts"><strong>klick</strong></a></h2><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Zu guter Letzt noch in eigener Sache</strong>: im September ist die <strong>DGB-Bundesversammlung</strong>, genauer gesagt am<strong> 27.09.2025 in Bremen</strong>. Wir – also Taubenschlag – suchen noch eine Person (oder zwei Personen?), die für uns hinfahren und darüber berichten könnte. Fahrt und Übernachtung übernehmen wir natürlich, Honorar auch. </p><p><strong>Wenn Du Lust auf eine einmalige Erfahrung hast, melde dich gerne bei uns - antworte einfach auf diese Mail oder schreib an </strong><a href="mailto:info@taubenschlag.de"><strong>info@taubenschlag.de</strong></a><strong>! </strong></p><p>Wenn Du wissen willst, wie wir letztes Jahr berichtet haben: Hier ein <a href="https://www.instagram.com/p/DCJuL4Jto-y/">Beispielvideo</a> – oder scroll einfach auf unserem Instagram-Profil runter bis zum November 2024. Wir sind natürlich auch <strong>völlig offen für neue Formate und Ideen</strong>. Wichtig ist nur: Video, DGS und aktuell oder gleich live vor Ort. </p><p>So dann – bis in zwei Wochen wieder! </p><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><p></p><p>P.S.: Aus der Kategorie “Netzfund” (oder eher “Beifang”) ein alter Artikel aus dem <em>Guardian</em>, leider englisch – haltet euch fest/get this! – einer von Schneewittchens Zwergen hätte beinahe den Namen <strong>Deafy</strong> bekommen. Also auf Deutsch Taubsi oder vielleicht Stummel? Allein schon wegen der wahrscheinlich grauenhaften deutschen Übersetzung muss man froh sein, dass das nur eine Idee aus der Planungsphase geblieben ist.  Raus kam das Ganze übrigens, als bei einer Auktion Skizzen versteigert wurden. Der ganze Artikel (von 2016) hier:</p><a href="https://www.theguardian.com/film/2016/jul/01/burpy-baldy-deafy-snow-white-seven-dwarfs-auctioned-artwork-disney">https://www.theguardian.com/film/2016/jul/01/burpy-baldy-deafy-snow-white-seven-dwarfs-auctioned-artwork-disney</a><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? Abonnier uns bei Steady:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 20 Aug 2025 11:21:51 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[#006 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[Asha Rajashekhar wird stellvertretende Leitung der Hamburger Elbschule; Stillstand beim Berliner Gehörlosenzentrum; Julia Probst vom Weißenhorner Bürgermeister abgesägt?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>#006 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><h3>Liebes Taubenschlag-Publikum,</h3><p>die guten Nachrichten aus Hamburg reißen nicht ab. Nachdem zuletzt die große Entschuldigung von Hamburg für Schlagzeilen sorgte, gibt es weitere gute Neuigkeiten:</p><h2><strong>Die Elbschule hat eine neue Stellvertretung</strong>,</h2><p>und zwar niemand anderes als <strong>Asha Rajashekhar</strong> aus Berlin, die in Essen ihr Abitur machte und dann in Hamburg zur Lehrerin ausgebildet wurde. Damit ist erstmals eine taube Person, noch dazu eine Frau of Color in einer leitenden Position dieser Gehörlosenschule und überhaupt.</p><blockquote><p>“Asha Rajashekhar, zudem als T*taub und Brown verortet, ist die neue stellvertretende Schulleitung.”</p><p>- <a href="https://www.instagram.com/p/DMz_bsqoLN9/">dgs.machtkritik</a></p></blockquote><p>An der Elbschule war sie bisher für interkulturelle Koordination zuständig und im Gehörlosenverband Hamburg aktiv als Beauftragte für Bildung (und maßgeblich an Deaf Refugees Hamburg beteiligt) und und und. Die Gruppe “<a href="https://www.instagram.com/dgs.machtkritik/">DGS Machtkritik</a>” widmete ihr ein kreatives <a href="https://www.instagram.com/p/DMz_bsqoLN9/">Willkommensvideo</a> und frohlockt, dass die Schule einerseits viel Wissen aus Rajashekhars intersektionellen Erfahrungen gewinnt, aber gleichzeitig auch die Schule stärker für die Communities gestaltet wird.</p><p>Die Gruppe ruft dazu auf, Asha zu unterstützen, vor allem aus den Communities – damit sie sich gegen Widerstände wappnen kann.<strong> “Echte Veränderungen stoßen immer auf Widerstand”</strong>, heißt es. Deswegen ist Support aus den Communities besonders wichtig, so die Gruppe.</p><p>Also, wer noch nicht gratuliert hat, auf in die Kommentare <a href="https://www.instagram.com/p/DMz_bsqoLN9/">hier</a>.</p><p><strong>Wann es losgeht mit ihrer Arbeit?</strong> Jetzt noch nicht – Rajashekhar ist noch im Urlaub und fängt erst Ende August an mit ihrer neuen Aufgabe. Man darf gespannt sein, welche Veränderungen kommen werden.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Das <strong>Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre</strong> in Bochum will Info-Videos für Gehörlose produzieren, aber dazu braucht es erstmal eine Grundlage. Deswegen führt das <strong>MPI-SP</strong> eine Studie durch. Gesucht werden <strong>volljährige</strong> (mindestens 18 Jahre alte) gehörlose, taube oder schwerhörige Menschen, die <strong>flüssig DGS</strong> nutzen. Zeitaufwand vier Stunden, <strong>Aufwandsentschädigung 75€</strong> und das <strong>gute Gefühl, etwas dazu beizutragen, die DGS-Community besser über Computersicherheit zu informieren.</strong></p><p><strong>Infos gibt’s hier:</strong></p><a href="https://www.taubenschlag.de/2025/08/mitmachen-bei-studie-zu-sicherheit-privatsphaere-im-internet-%F0%9F%94%92/">https://www.taubenschlag.de/2025/08/mitmachen-bei-studie-zu-sicherheit-privatsphaere-im-internet-%F0%9F%94%92/</a><hr aria-hidden="true"/><h2><strong>Satz auf X, das war wohl nix.</strong></h2><p>Einen sehr guten Kommentar über die Causa Probst in Weißenhorn und die “<strong>Erregungsmaschine</strong>” Twitter/X gibt es bei der <em>taz</em>. Jedenfalls liest man zwischen den Zeilen, dass<strong> Julia Probst</strong> wohl zu unbequem für den Stadtrat war.</p><blockquote><p>Probst wirft ihre Forderungen am Ratstisch sehr selbstbewusst mit Karacho in die Runde. Freunde schafft man sich im politischen Kleinstadtbiotop damit eher nicht.</p><p>- <a href="https://taz.de/Erregungsmaschine-X/!6101640/"><em>taz.de</em></a></p></blockquote><p>Die Andeutungen legen nahe, dass die Stadtratsmitglieder sich entgegen aller Bedenken für den einfachen Weg entschieden und damit den Anweisungen des Bürgermeisters Folge leisten. <strong>Dieser wiederum soll nicht gut auf Probst zu sprechen gewesen sein</strong>. So klingt es jedenfalls heraus, was Thomas Vogel von der <em>taz </em>in Erfahrung (<a href="https://taz.de/Erregungsmaschine-X/!6101640/">und zu Papier</a>) gebracht hat.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Die DGJ kritisiert</strong>, dass das seit vier Jahren nur auf dem Papier angedachte <strong>Bundeskompetenzzentrum Leichte Sprache/Gebärdensprache</strong> <a href="https://www.instagram.com/p/DMFiOhFoulj/">ohne betroffene Leitung aufgebaut werden soll</a>.</p><h2>Also: Hörende bestimmen über Gehörlose quasi.</h2><p>Ist nicht zeitgemäß.</p><p>Der <strong>DGB</strong> schließt sich dem an und fordert außerdem, selber das Kompetenzzentrum zu übernehmen und dass es eine Dolmetschvermittlungszentrale geben sollte für die Ministerien. Die ganze Liste kann jeder <a href="https://gehoerlosenbund.de/wp-content/uploads/2025/07/Stellungnahme-02_2025-Kompetenzzentrum_Gebaerdensprache_Leichte_Sprache.docx.pdf">hier</a> selbst aufdröseln.</p><p><strong>Wiederkehrender Kritikpunkt ist die thematische Vermengung von Leichter Sprache und Gebärdensprache. </strong>Das eine ist eine angepasste Form der deutschen Sprache, das andere eine eigenständige – okay, mehrere eigenständige – Gebärdensprachen mit ganz eigener Kultur. Quasi als würde man sagen, Ministerium für Haferflocken und Fünfsternemenü.</p><p>Wir haben dem <strong>Bundesministerium für Arbeit und Soziales</strong> dazu Fragen geschickt: u.a. ob die Leitung taub oder hörend ist und wie die Kritik an der Vermischung von zwei Bereichen gesehen wird. Die Antwort:<strong> Es gibt noch keine beschlossene gesetzliche Grundlage, also kein Kompetenzzentrum, also auch keine Stellenausschreibung oder Besetzung der Stellen.</strong></p><blockquote><p>Und dass man in der Lage ist, angemessen zu “beiden Sprachbereichen zu beraten”.</p></blockquote><p>Beides mit “Sprachbereichen” in einen Topf zu werfen, verheißt nichts Gutes. Wir bleiben am Ball, <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/07/bundeskompetenzzentrum-in-der-kritik-bmas-antwortet/">der ganze Text hier bei uns aufm Internet</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Die <strong>Deutsche Gehörlosen-Jugend</strong> sucht eine Person für <strong>Social Media</strong>! Sogar bezahlt! Mehr Infos in diesem <a href="https://www.instagram.com/p/DMseEmGoXe5/">Posting auf Instagram.</a></h2><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Thema Gehörlosenzentrum Berlin: GVB und GFGB</strong> kommunizieren weiter über Instagram öffentlich. Kurzfassung: Ein Gutachten zu den Sanierungskosten steht aus, der GVB wirft der GFGB vor, zu trödeln. Die haben aber schon gekontert, dass sie nichts dafür können, wenn das Umweltamt Urlaub macht. Isso.</p><blockquote><p><strong>Am 4. September lädt der GVB also mal wieder zur Gesprächsrunde in der Zingster Straße 8, wo der Verband zwischenzeitlich unterkommt.</strong></p><p></p></blockquote><p>Im September soll aber nun auch endlich das Gutachten kommen, dann kann der GVB überhaupt auch sagen, was Phase/Kostenpunkt ist.</p><p>Wir haben <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/07/gehoerlosenzentrum-berlin-gvb-wird-ungeduldig/">dazu einen Artikel geschrieben</a>. Spoiler: Wirklich was Neues gibt es bei aller Dramatik nicht.</p><p><strong>Ende September</strong> müsste übrigens normalerweise das traditionelle <strong>Straßenfest</strong> in der Friedrichstraße 12 stattfinden. <strong>Das ist diesmal ganz besonders ungewiß.</strong></p><hr aria-hidden="true"/><h2>Filmvorschau: <strong><em>Sorda</em></strong></h2><p>🧑‍🧑‍🧒 <strong><em>Sorda </em></strong>kommt aus Spanien und lief auf der Berlinale. Taube Frau kriegt mit hörendem Mann ein Kind, mit dem Hörstatus des Kindes kommen Konflikte ans Licht. Kennste, kennste. Ist für Betroffene und Co-Betroffene vielleicht ein alter Hut, aber die Bilder und die schauspielerische Leistung im <a href="https://www.youtube.com/watch?v=11OsUhvAI7k">Trailer</a> sehen erstmal ganz solide aus.<strong> Ende September zum Tag der Gehörlosen/Gebärdensprachen soll es Voraufführungen in deutschen Kinos geben,</strong> bevor der Film dann im Oktober regulär ins Kino kommt. Übrigens allem Anschein nach in allen Fassungen mit Untertiteln. Finden wir top.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Neu eingestiegen? Die alten Newsletter gibt’s hier: <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/posts">klick</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><p></p><p>P.S.: Warum der <strong>DGB-Präsident</strong> <a href="https://www.instagram.com/p/DMziZ3AilF3/">aus den USA </a>(und aus dem Familienurlaub) vor einer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/POW/MIA-Flagge">POW/MIA-Flagge gebärdet</a>, aber gleichzeitig meint, “ich habe einen sehr positiven Eindruck von allem hier”, kann man als versteckte Botschaft auffassen, oder auch nicht.</p><p>Jedenfalls mahnt er zur Nachsicht mit der zeitlichen Verzögerung bei der Entschädigung, weil das Wort die Politik vergrätzen könnte (weil’s teuer ist) und man deswegen lieber langsam und beharrlich für die Zukunft arbeiten sollte, statt schnelle Erfolge zu erwarten. So wie die Anerkennung der Gebärdensprache in Deutschland vor einem Vierteljahrhundert viel Vorlauf hatte und sich auch heute immer noch erst entfalten würde.</p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? Abonnier uns bei Steady:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 05 Aug 2025 11:48:24 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[#005 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[Was DGB-Funktionäre zur "Entschuldigung von Hamburg" sagen; Hamburgs  Vereins-Klo endlich (temporär) genderneutral; Deaf President Now! mit Emmy-Nominierung]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>#005 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><p>fraglos Thema Nummer eins der letzten Woche: <strong>Die Entschuldigung von Hamburg.</strong></p><p>Was ist passiert? Hoffnung gibt es für eine grundsätzliche Entschädigung für Gehörlose, für die sich <strong>DGB-Opferbeauftragter Christian Ebmeyer</strong> seit Jahren mit schier unendlicher Energie einsetzt. Konkret geht es um Folgen des Oralismus und Sprachentzug. Tatsächlich bittet die Hamburgische Bürgerschaft (so nennt man den Landtag dort) erstmal um Entschuldigung. <strong>Historisch</strong>! Mehr auf <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/07/historisch-hamburg-bittet-gehoerlose-um-entschuldigung/">Taubenschlag</a>.</p><ul><li><p><strong>Christian Ebmeyer, der Beauftragte des DGB</strong>, <a href="https://www.instagram.com/reel/DMLpNCfsIbK/">berichtet vom aktuellen Höhepunkt seines unermüdlichen Engagements</a></p></li><li><p><strong>Alexander von Meyenn, Alt-DGB-Präsident</strong>, <a href="https://www.instagram.com/p/DMXIxhioo2W/">berichtet für den Gehörlosenverband Hamburg</a>, findet es auch “historisch”, Transkript und Nicht-Insta-Video <a href="https://www.glvhh.de/2025/07/18/historischer-tag-f%C3%BCr-geh%C3%B6rlose-in-hamburg-ausschusssitzung-am-16-07-2025/">hier</a></p></li><li><p><strong>DGB-Graderstaltpräsident Helmut Vogel </strong>war auch vor Ort und <a href="https://www.instagram.com/reel/DMLuKq3sHkU/">gibt ebenfalls seine Eindrücke wider</a> (“Historischer / beeindruckender Tag”)</p></li><li><p>Bericht vom <strong>DGB-Präsidenten</strong> höchstpersönlich einmal <a href="https://www.instagram.com/reel/DMLnTIxilie/">von der Sitzung </a>und dann zur widersprüchlichen Berichterstattung: <a href="https://www.instagram.com/reel/DMP6VeoCvEj/"><strong>hatte die AfD sich nun enthalten oder nicht?</strong></a><strong> </strong>Zur Erinnerung: Die Deutsche Presse-Agentur sagte, die AfD hätte sich enthalten, der DGB-Präses sagte hingegen, alle Parteien hätten einstimmig zugestimmt.</p></li><li><p><a href="https://www.taubenschlag.de/2025/07/hamburger-entschuldigung-was-und-wie-wurde-abgestimmt/">Hier</a> noch mal von uns aufgearbeitet, <strong>Kurzfassung: Die AfD ist für eine Entschuldigung, aber gegen Entschädigung, angeblich weil es ihr nicht weit genug geht (so wie es Ralph Raule in dem oben schon verlinkten Video wiedergibt)</strong>, kann aber auch nicht mehr sagen als “<a href="https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/92097/23_00949_wissen_wirkt_nur_wenn_es_ankommt_aufarbeitung_zur_lebenswirklichkeit_gehoerloser_menschen_verbreiten#search=%22Joachim-K-rner%22#navpanes=0">Wissen wirkt nur, wenn es ankommt</a>”, was ja auch nicht mehr ist, als im eigentlichen <a href="https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/91431/23_00821_unterstuetzung_der_gehoerlosen_menschen_in_hamburg_fuer_ihren_kampf_um_anerkennung_aufarbeitung_von_erlittenem_leid_und_foerderung_niedrigschwelliger_#search=%22Unterst-tzung-der-geh-rlosen-Menschen-in-Hamburg-f-r-ihren-Kampf-um-Anerkennung%22#navpanes=0">Antrag der SPD und Co.</a> steht. <strong>Fazit/Eindruck:</strong> aus Prinzip konträren Quatsch erzählen, wo sich ansonsten eigentlich alle einig sind. Wenn das ausführliche Protokoll der Sitzung da ist, schauen wir noch mal nach.</p></li></ul><p><strong>Wie geht’s nun weiter? </strong>Das Bundesland Hamburg bemüht sich jetzt, auf Bundesebene eine ähnliche Entschuldigung umzusetzen; außerdem soll es eine Entschädigung für die Nachteile durch geringe Bildung, also geringes Einkommen, also eine entsprechend geringe Rente geben; und zu guter Letzt soll die Beantragung von Eingliederungshilfe und eigentlich aller Hilfen für Gehörlose grundsätzlich vereinfacht werden. Im besten Fall ein Dominoeffekt, der allen Gehörlosen das Leben erleichtert.<strong> Mitte 2026 soll es einen Zwischenbericht bei der Hamburgischen Bürgerschaft geben.</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p>💸 Die Deutsche Gehörlosen-Sportjugend (<strong>DGSJ</strong>) ist <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/07/ehemaliger-finanzreferent-der-dgsj-wegen-untreue-verurteilt-dgsv-setzt-auf-transparenz/">bestrebt um transparente Informationen</a>: <strong>Der Finanzreferent, der sich 2020 mit damals 75.000 Euro aus dem Staub machte, ist verurteilt worden</strong>. Das berichtet der Jugendbundessportverband der Gehörlosen. Allerdings passierte das bereits im November 2023 vom Amtsgericht Essen. Statt einem Jahr Gefängnis gibt es vier Jahre Bewährung. Rückzahlen muss der Verurteilte fast 20.000 weniger: 56.187,10 Euro. Wir haben nachgefragt, <strong>Ricardo Scheuerer</strong> vom DGSV antwortete transparent:</p><ul><li><p>der Grund für die späte Pressemitteilung ist, dass alles erst rechtssicher geklärt sein musste</p></li><li><p>warum die Summe aus dem Urteil fast 20.000 Euro geringer ist, weiß die DGSJ nicht – sie war nicht an dem Verfahren beteiligt</p></li><li><p>die Rückzahlung ist noch nicht eingetroffen! Dafür ist die Staatsanwaltschaft zuständig, mit der die DGSJ im Austausch steht</p></li></ul><p>Das Thema ist also noch nicht 100% abgeschlossen, aber nicht aus den Augen verloren.</p><hr aria-hidden="true"/><p>⚽️ Ach ja, <strong>Sport</strong>. Aktuell ist Europameisterschaft im Fußball. <strong>Die Torhüterin der deutschen Fußballerinnen, Ann-Katrin Berger, </strong><a href="https://www.t-online.de/sport/fussball/frauenfussball/em/id_100828296/frauen-em-das-steckt-hinter-ann-katrin-bergers-halbfinal-jubel.html"><strong>machte die ILY-Geste</strong></a><strong>, </strong>weil ihre Schwester schwerhörig ist. Nach der Fußballkarriere will sie dann Dolmetscherin werden, weil der Mangel so eklatant ist.</p><p>Wer noch mal live dabei sein will, Deutschland spielt:</p><ul><li><p>gesichert morgen, Mittwoch den 23. Juli um 21 Uhr im ARD das Halbfinale gegen Spanien 🇪🇸</p></li><li><p>bei Sieg im Halbfinale dann am Sonntag, 27. Juli 18:00 im Finale gegen England 🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 oder Italien 🇮🇹 (entscheidet sich heute) – da aber im ZDF</p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><p>🚻 Wer das futuristische Faszinosum genderneutrale Toiletten erleben will, hat im <strong>Hamburger Gehörlosenzentrum</strong> in der Bernadottestraße neuerdings Gelegenheit. Der Verband renoviert, dazu gehören auch die <strong>Toiletten</strong>. Schlauerweise nicht beide binären Klos gleichzeitig, sondern <a href="https://www.instagram.com/p/DLaKOgnoagF/?igsh=MW53aHRmM3N6NXF6Yw==">erst das eine, dann das andere</a>. Solange das Männerklo renoviert wird, ist das Damenklo für alle (Wortlaut: “Männer, Frauen, etc.”) zugänglich. Danach das Gleiche umgekehrt. Bis Mitte August, dann ist die große Frage: wohin mit dem “etc.”?</p><p>Jedenfalls beispiellose Transparenz des Verbands mit <a href="https://www.instagram.com/p/DL4-r8BKSe5/?igsh=MW53aHRmM3N6NXF6Yw==">aktuellen Baustellenfotos</a>. In den Kommentaren schwankt man zwischen “Schandfleck” und “Kult-WC” , manch einer schwelgt in Erinnerungen: <strong>“Es gab viele schöne Momente in diesem Raum😍”.</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong><em>🎓 Deaf President Now!</em></strong> ist für den Emmy-Fernsehpreis nominiert worden, wie <strong>Nyle DiMarco</strong> <a href="https://www.instagram.com/p/DMJJh8dMIJU/">auf Instagram verkündete</a>. Sogar zweimal. Einmal für “outstanding documentary/nonfiction special”, also so viel wie “außergewöhnlicher Dokumentarfilm/nicht fiktive Sondersendung” (etwas holprig übersetzt) und <a href="https://www.instagram.com/p/DMI4XfxpzFQ/?img_index=2">einmal für die Regie</a>, zusammen mit seinem Co-Regisseur Davis Guggenheim (<em>Eine unbequeme Wahrheit</em>). Stabil! Für den Kalender: <strong>Preisverleihung ist am 14. September. </strong>Mehr Infos auch auf <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/07/emmy-nominierung-fuer-deaf-president-now/">Taubenschlag</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p>🎶 Köln? Musik? Dolmetschen? Da war doch was. Die letzten Sachen zur <strong>Culcha Candela</strong>-Cancelung:</p><ul><li><p>die Übersetzerin/Dolmetscherin/Aktivistin <strong>Corinna Brenner</strong> seziert das Thema noch einmal ausführlich <a href="https://www.instagram.com/reel/DL5tCSVspVq/">in einem Instagram-Reel</a>. Spannend auch die Kommentare: offenbar arbeiteten die Dolmetschleute von <strong>Loor Ens </strong>ehrenamtlich.</p></li><li><p>die <strong>Initiative Barrierefrei Feiern</strong>, die u.a. mit den Deaf Performerinnen <a href="https://www.susannekermer.com/"><strong>Susanne Kermer</strong></a> und <a href="https://www.ilknurwarnecke.com/deaf-performance/"><strong>Ilknur Warnecke</strong></a> zusammenarbeitet, <a href="https://www.instagram.com/p/DL2rno3C0C9/?img_index=5">stellt in Texttafeln Forderungen auf</a>, u.a. einfach verpflichtende Barrierefreiheit, weniger diskutieren “ob” und mehr “wie genau”</p></li><li><p>allem Augenschein nach ist <a href="https://www.instagram.com/p/DL7vcVioYMm/">das Statement der Band</a> zu den Vorfällen in Köln das einzige Video auf deren Instagram-Account, das <strong>untertitelt</strong> ist. Aber auch andere Videos entsprechen nicht modernen Standards und sind quer statt hochkant gefilmt.</p></li><li><p>Kritik gab es übrigens schon <em>vor</em> dem CSD, also vor etwa zwei Wochen: <a href="https://www.t-online.de/region/koeln/id_100794038/csd-in-koeln-culcha-candela-soll-auftreten-spott-und-haeme-im-netz.html"><strong>“Dafür bin ich nicht schwul geworden”</strong></a>, berichtet T-Online über die Kommentare. Das <a href="https://laut.de/News/Culcha-Candela-Band-wird-zum-Meme-30-01-2025-20868">Geburtstags-Fiasko</a>, mit dem Culcha Candela zuletzt in den Shitstorm-Schlagzeilen waren, hallt wohl nach. Ob bei einer sympathischeren Band der Aufschrei um die Verdolmetschung genauso groß gewesen wäre? 🤷</p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><p>Soweit erstmal, wir lesen uns in zwei Wochen wieder. Oder in einer, wenn wieder so viel passiert wie letzte Woche.</p><p>Neu eingestiegen? Die alten Newsletter gibt’s hier: <a href="https://steady.page/de/taubenschlag/posts">klick</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><p></p><p>P.S.: Es tut sich auch strukturell was beim <strong>DGB</strong>! Der Deutsche Gehörlosen-Bund <a href="https://www.instagram.com/reel/DLAGZ_SCRqY/?igsh=MW53aHRmM3N6NXF6Yw==">stellt um auf digital und löst seine Präsenz-Geschäftsstelle auf</a>. Ziel ist mehr Effizienz und gespartes Geld, wobei letzteres aber nicht der Hauptgrund sein soll. Aber in einem Nebensatz dann: Die Finanzen des Verbands sind bald ein Jahr nach der Neuwahl immer noch nicht klar. Bleibt also spannend – und stabil genug, um schon mal neue Leute einzustellen. Zwischenzeitlich berichtete Raule dann noch, dass er sich mit Altpräsident Vogel traf, um die Übergabe weiter abzuwickeln. Man ist also am Ball.</p><p>P.P.S.: <strong>Julia Probst (GRÜNE)</strong> ist ihr Amt als Inklusionsbeauftragte los. Das berichtete die Illertissener Zeitung am 17. Juli. Grund: <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/06/kontroverse-um-gedankenexperiment-julia-probst-sorgt-mit-organspende-umfrage-fuer-diskussion/">ihre hypothetische Twitter/X-Frage zur Organspende </a>(kurz gefasst: sollte man AfD-Mitgliedern eine Organspende gönnen?). Gleichzeitig wurde im Stadtrat (in Abwesenheit von Probst) diskutiert, ob man ihr das Mandat entziehen könnte. Das sei aber juristisch nicht möglich, entsprechend wurde einstimmig dagegen gestimmt. Als Inklusionsbeauftragte wollte man sie dann aber nicht mehr haben.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? 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      <pubDate>Tue, 22 Jul 2025 10:05:19 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[#004 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[Rob Roys Rettung; Culcha Candelas Cancelung; Krankenkasse gegen Heilpraxis; Taubblindengeld im Saarland! ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>#004 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><p>wir starten mit guten Neuigkeiten: die GoFundMe-Spendensammlung für den legendären Performer <strong>Rob Roy (“Deaf Man Walking”)</strong> hat in Rekordzeit alle Spendenziele geknackt: Über 41.000 australische Dollar (Ziel: 30.000) kamen zusammen, um dem Tauben Australier zu helfen, der obdachlos und schwer krank auf den Philippinen gestrandet ist. <a href="https://www.gofundme.com/f/rob-roys-medical-fund-abroad">Link zum GoFundMe</a>, organisiert von Robs Bruder.  </p><hr aria-hidden="true"/><p>🚽 Ins Klo gegriffen haben hingegen entweder <strong>Culcha Candela</strong>, der CSD Cologne oder beide. Auf der Pride-Parade in Köln sollten diese eigentlich verdolmetscht werden, doch wie in <a href="https://www.instagram.com/reel/DLx3QRBNrN3/">einer Instagram-Story</a> (läuft 7.7. abends ab) von den LoorEns-GSD persönlich mitteilt wird, wurde daraus nix. <strong>Die GSD wurden von der Bühne geschickt, weil die Band das angeblich nicht wollte. </strong>Nach Online-Protest meldet sich die Band (auf ihrem Instagram-Profil und in den Kommentaren zu dem Ursprungs-Post) zu Wort, dass es ein Missverständnis gewesen sei und man sich zu dem Thema an die Veranstalter, <strong>Cologne Pride</strong>, wenden sollte. <a href="https://www.instagram.com/p/DLznfHhoYPA/">Die schildern es so</a>: Ein Teammitglied der Produktion von Culcha Candela hätte ohne Absprache mit Band oder Veranstalter die Verdolmetschung abserviert. Die Band wiederum reagiert empört, dass das nicht stimme. Stellt sich die Frage, warum das Dolmetschen bei den anderen Bands klappte und bei Culcha Candela nicht. </p><p>Hier noch mal als Blogbeitrag <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/07/culcha-candela-wer-hat-die-dolmetscher-von-der-buehne-geschickt/">bei uns</a>. </p><p>Hätte übrigens auch schlimmer kommen können: Auf dem <strong>Donauinselfest</strong> in Wien wurde beim “Inklusionskonzert” (allein der Name!) sogar ein Avatar eingesetzt. <a href="https://www.gebaerdenwelt.tv/gehoerlosen-community-kritisiert-donauinselfest/">Kritik folgte prompt. </a></p><hr aria-hidden="true"/><p>👩‍⚕️Mit kreativen Ideen bei der Therapieplatzsuche kommt man in Deutschland nicht weit, aber eine gehörlose Frau ließ es drauf ankommen. Die Patientin suchte eine <strong>Therapie mit Gebärdensprache</strong>, bekam drei Therapeutinnen vorgeschlagen, von denen zwei nicht konnten und eine nur mit Verdolmetschung arbeitete. <strong>Als Alternative fand sie eine Heilpraktikerin, die DGS beherrscht, doch die Krankenkasse weigerte sich, die Kosten zu übernehmen. </strong>Jetzt hat nach fünf Jahren das Landessozialgericht zu Gunsten der Krankenkasse entschieden und keine Revision zugelassen. Die Patientin muss also entweder die Kosten aus eigener Tasche zahlen oder sich auf eine Behandlung einlassen, die ihren Kommunikationswegen nicht entspricht.</p><p>Dass Psychotherapieplätze Mangelware sind, ist kein Geheimnis. Hier versagt das System auch für Hörende oft genug, und wenn diese andere Angebote wie Coaches oder Heilpraktiker*innen in Anspruch nehmen, müssen sie es auch selber bezahlen. <strong>Akademisch qualifizierte Kräfte, die Mangelware sind, durch schneller, aber eben nicht akademisch ausgebildete Leute auszugleichen, klingt bekannt?</strong> </p><p>Beim <strong>Dolmetschen</strong> gibt es ja auch die andauernde Diskussion, dass in manchen Situationen vielleicht <strong>Kommunikationsassistenz</strong> ausreicht. Diese sind breiter verfügbar, günstiger und bieten schlichtweg auch andere Leistungen als beim Dolmetschen. So ähnlich ist es bei Heilpraktiker*innen im Vergleich zu zugelassenen Psychotherapieleistungen.</p><p>Die Hintergründe und den Link zum Urteil inkl. <strong>Aktenzeichen</strong> gibt’s bei uns <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/06/psychotherapie-klage-gehoerloser-patientin-scheitert/">auf Taubenschlag</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p>🤖 Die Übersetzung von Gebärdensprache in Laut- oder Schriftsprache ist eine der größeren Herausforderungen beim aktuellen KI-Boom. Während Google Gerüchten zufolge die Gemini-KI mit Gebärdensprachkompetenz ausstattet, machen junge Frauen in Deutschland Nägel mit Köpfen und entwickeln <strong>“Gebärden-Dolmetscher” als App </strong>– noch nicht ganz marktreif und mehr als Studie, aber doch sehr eindrucksvoll.</p><p>Den Einstieg machen bei Jugend Forscht zwei Schülerinnen aus Bernau bei Berlin, <a href="https://www.jugend-forscht.de/virtuelle-ausstellung/detailseite/Digitaler_Dolmetscher_KI_und_Gebaerdensprache.html">die einen “digitalen Dolmetscher” entwickelt haben</a>, <strong>der bereits in der Lage ist, das ASL-Fingeralphabet mit 86,7% Genauigkeit zu erkennen, wie Milena Reißmann dem Taubenschlag auf Nachfrage schrieb</strong>. Langfristig soll das Projekt auch wirklich dolmetschen und nicht nur Fingeralphabet erkennen können. Die Grundlagen sind geschaffen.</p><p>Neu hinzugekommen ist jetzt Claudia Gaida aus Hannover, die konkrete Zahlen nennt: <a href="https://www.haz.de/lokales/hannover/schuelerin-aus-hannover-programmiert-uebersetzungsapp-fuer-gebaerdensprache-GRAO7VAYDVAIBIPACHARQAF77A.html"><strong>1.000 Gebärden soll ihre App bereits können</strong></a>, Berichten zufolge feilt sie auch an einem Avatar, um aus der Laut- oder Schriftsprache zurück zu übersetzen.</p><p>Vielleicht enden damit zumindest die ewigen Geschichten vom “Gebärdensprach-Handschuh”, weil eine App in jedem Fall einfacher zu benutzen ist. Aber vielleicht reicht in den meisten Fällen wirklich Papier und Stift, <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=com.suspedeal.makeitbig&amp;hl=de&amp;pli=1">gibt’s</a> <a href="https://apps.apple.com/de/app/show-in-big/id1594074290">auch</a> <a href="http://www.cardzilla.ws/">als</a> <a href="https://apps.apple.com/de/app/notizen/id1110145109">App</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p>🧑‍🦯‍➡️ Ein weiteres Bundesland bekommt das Taubblindengeld. Im <strong>Saarland</strong> gibt es seit dem 1. Juli nun <strong>675 € im Monat</strong> für taubblinde Menschen. Die im Vergleich zu anderen Bundesländern<strong> (Hessen: 1.514 €, Bayern 1.496 €)</strong> kleine Summe hat nichts mit der Größe des Bundeslands zu tun. <strong>Thüringen</strong> ist z.B. deutlich größer, bietet aber nur<strong> 644 €</strong>.</p><p>Das komplette Ranking gibt es in unserem <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/07/ab-heute-taubblindengeld-im-saarland/">Blogbeitrag</a>. Neun Bundesländer haben jetzt ein Taubblindengeld, in den andern sieben muss man sich mit dem sparsamer ausgelegten Blindengeld begnügen (das aber in Hamburg sogar höher ist als das Taubblindengeld in Thüringen – und nur in zwei Bundesländern gibt es noch weniger Blindengeld als im Taubblindengeld-Schlusslicht<strong> Schleswig-Holstein (425 €)</strong>.</p><p>Die Community sehnt sich unverändert nach einem bundeseinheitlichem Teilhabegeld, im Idealfall sogar nach einem, das für den Lebensunterhalt reicht, egal ob taubblind, taub oder schwerhörig. </p><hr aria-hidden="true"/><p>🇪🇺 In eigener Sache noch mal ein Hinweis für diejenigen, die’s vielleicht übersehen, verpasst oder vergessen haben: Im Mai ging unser aktuelles transnationales Projekt zu Ende. Mit <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/startseite/"><strong>Deaf Journalism Europe</strong></a> experimentierten wir mit vielen verschiedenen Formaten, berichteten aus Reims vom <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/safer-space-bemuehungen-um-mehr-sicherheit-beim-festival-clin-doeil/">Clin d’Oeil</a> und aus Brüssel von der <a href="https://www.instagram.com/p/C785bbvsc8d/">Europawahl</a>, schrieben und gebärdeten etliche Artikel, u.a. zu den Themen:</p><ul><li><p><a href="https://www.deafjournalism.eu/de/herausforderungen-im-leben-tauber-roma-und-ihre-integration-in-die-gesellschaft/">Taube Roma und ihre Herausforderungen</a></p></li><li><p><a href="https://www.deafjournalism.eu/de/stille-hinter-gittern-kommunikationsbarrieren-und-ihre-folgen/">Gefängnis und Gehörlosigkeit</a></p></li><li><p><a href="https://www.deafjournalism.eu/de/das-dinner-table-syndrom-die-isolation-tauber-menschen-bei-familienessen/">Dinner Table Syndrome und wie man damit umgehen kann</a></p></li></ul><p>Eine Übersicht der Artikel gibt es <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">hier</a> und auf dem Instagram-Account von <a href="https://www.instagram.com/deafjournalism">Deaf Journalism Europe</a>.</p><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><p><strong>P.S.: </strong>Der Dolmi-Bundesverband <strong>BGSD</strong> hat auch reagiert auf den <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/05/moeglicher-millionenbetrug-mit-dolmetschrechnungen-in-hessen/">möglichen Millionen-Betrug von Hessen</a>:  In einer <strong>Stellungnahme</strong> betont der Verband, dass der Beschuldigte <strong>kein Mitglied</strong> im BGSD ist und<a href="https://www.taubenschlag.de/2025/06/reaktion-vom-bgsd-auf-betrugsfall/"> fordert einen Schutz der Berufsbezeichnung fürs Dolmetschen, bessere Kontrollen u.v.m.</a></p><p><strong>P.P.S.: </strong>Schon gewundert, woher der <strong>Gehörlosenapplaus</strong> mit dem <strong>Händewedeln</strong> kommt? Ein schwedischer <strong>Forscher</strong> hat es herausgefunden und erzählte die ganze Geschichte auf Instagram. Will ich euch nicht vorenthalten, klickt <a href="https://www.instagram.com/reel/DLfCvaQMGwL/">hier</a>.</p><p>Aber Vorsicht: <strong>Peer Review steht noch aus.</strong> (Heißt auf Deutsch so viel wie “Ist evtl. kompletter Quatsch”)</p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Zwei Jahre lang haben wir mit dem <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">ersten <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel veröffentlicht, gefördert von der Europäischen Union. Abseits davon: Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? Abonnier uns bei Steady:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 07 Jul 2025 16:57:05 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title><![CDATA[#003 - Taubenschlag-Newsletter]]></title>
      <description><![CDATA[Die Wiederauferstehung des Schreibtelefons; Empörung über Organspende-Umfrage; Stolperstein für gehörlosen Mann und der Verkauf einer Traditionsmarke]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>#003 - Taubenschlag-Newsletter:</h1><p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><p>kennt ihr noch die alten <strong>Schreibtelefone</strong>? In den USA als TTY bekannt, jetzt als RTT. Die Funktion wird jetzt ab dem 28. Juni auch für Smartphones in Deutschland nutzbar. Das berichtete die <em>WELT ONLINE</em>.</p><p>☎️ <strong>Durch die Hintertür könnte es auch bedeuten, dass die Notruf-Nummern 110 und 112 barrierefrei für Hörbehinderte werden. </strong>Dafür sorgt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Die Nora-App wird also nicht mehr nötig sein, aber eine Hürde gibt es noch. Warum mit der Einführung nicht vor 2027 zu rechnen ist, erfahrt ihr in <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/06/das-schreibtelefon-kommt-zurueck/">unserem Plus-Artikel</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Seid ihr noch auf Twitter, jetzt X? <strong>Julia Probst</strong> schon – und <strong>landete auf der Empörungsplattform einen Volltreffer</strong>, <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/06/kontroverse-um-gedankenexperiment-julia-probst-sorgt-mit-organspende-umfrage-fuer-diskussion/">indem sie am 14. Juni ein Gedankenspiel postet.</a> Inhalt: Wenn du darüber entscheiden müsstest, ob eine Person, die AfD wählt, ein lebensrettendes Spenderorgan bekommt, wie würdest du entscheiden? Das Posting wurde dankbar von rechts aufgegriffen, obwohl von Anfang an klar ist, dass es überhaupt nicht möglich ist, so einen Einfluss auf das gespendete Organ zu nehmen. Doch zu spät: Die Lokalpresse berichtet intensiv. Vorteil an der Sache: Das Thema Organspende tritt ins Rampenlicht.</p><p>➡️ Gegenüber der <em>Südwest Presse</em> räumte Julia Probst am 25.6. ein, dass es keine so gute Idee gewesen sei, die Frage auf X/Twitter zu stellen: „Das Medium eignet sich selten für Nuancen – in Zeiten wie diesen ganz besonders nicht.“ Weiter stellte sie klar: “Ich teile voll und ganz das Prinzip, dass medizinische Hilfe unabhängig von Weltanschauung oder Parteizugehörigkeit erfolgen muss.“ Im Stadtrat trugen viele Mitglieder aus Protest T-Shirts mit dem Schriftzug<strong> “Ich spende für jeden.” </strong>Fragwürdiges Fettnäpfchen oder PR-Coup für die Organspende?</p><p>👀 Der Faktencheck <em>Mimikama</em> kommt bezüglich der Faktenlage <a href="https://www.mimikama.org/organspende-politischer-polarisierung-umfrage/">zu einem eindeutigen Fazit</a>, findet aber auch Kritik an der Äußerung. Fest steht: Die Äußerung wurde von rechts mit Wonne instrumentalisiert.</p><p>🫀Wenn ihr wisst, was mit euren Organen passieren soll, nutzt doch die Gelegenheit und <a href="https://organspende-register.de/erklaerendenportal/">tragt euch ins Organspenderegister ein</a>. Dann ist direkt klar, was bei eurem Exitus passiert, und Angehörige müssen nicht grübeln, ob sie die empfangende Person nach dem Parteibuch fragen sollten (oder ob das überhaupt geht).</p><hr aria-hidden="true"/><p>🕯️<strong>Stolperstein für gehörlosen Mann verlegt</strong>: In Bergheim westlich von Köln erhielt <strong>Heinrich Düster</strong> einen Stolperstein. Das berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger am 13. Juni. Düster war 1898 geboren und kommunizierte “über Gebärden und Lippenlesen”, wie es im Bericht heißt. 1932 wurde er als “Taubstumm” eingewiesen und kam ab 1942 in die Arbeitsanstalt Brauweiler. Er überlebte und starb 1962 in einer Pflegeanstalt. Beim WDR-Stolperstein-Archiv gibt es <a href="https://stolpersteine.wdr.de/web/de/stolperstein/21628">ein Foto von ihm</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>🦻Kind wird verkauft </strong>– was wie ein Fall fürs Jugendamt klingt, ist jedoch nur eine Firmenübernahme. Die Hörgerätekette Kind geht an das dänische Unternehmen Demant. Das berichtete die Wirtschaftswoche am 14. Juni. Das Familienunternehmen Kind liegt hinter dem Marktführer Geers auf Platz zwei, auf dem dritten Platz ist Amplifon aus Italien. Platz vier der Optiker Fielmann, der in 412 Filialen zusätzlich Hörakustik anbietet. Zusammen kommen die großen vier Ketten aber auf nur ein Drittel des Marktest von 7.500 Filialen in Deutschland – der Großteil wird von einzelnen, unabhängigen Geschäften abgedeckt, die oft nur einen oder wenige Läden betreiben, rechnet die <em>Wirtschaftswoche</em> vor.</p><p><strong>Der Grund für den Verkauf ist einfach: Mit den dreistelligen Millionenbeträgen, welche die großen Hersteller in die Forschung stecken, kann Kind nicht mithalten. </strong>Der Markt selbst ist lukrativ: Durch die gestiegene Lebenserwartung steigt auch der Anteil der Hörbehinderten in der Bevölkerung. In Deutschland steigen die Absatzzahlen kontinuierlich um vier Prozent, global auch schon mal acht Prozent. In den USA gibt es inzwischen bereits Hörgeräte, die mittels KI 72 Sprachen übersetzen können. Den ganzen Artikel (hinter Paywall) gibt es <a href="https://www.wiwo.de/unternehmen/handel/hoergeraete-von-kind-die-geraete-werden-kleiner-die-geschaefte-groesser/100134654.html">hier bei der Wirtschaftswoche</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Das war’s fürs Erste von uns – bleibt uns treu, empfehlt uns weiter!</p><p>Grüßt:</p><p>Wille</p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Seit einiger Zeit veröffentlichen wir auch – <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">insbesondere gefördert durch das bald endende <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel. Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? Abonnier uns bei Steady:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 25 Jun 2025 12:24:43 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[#002 - Taubenschlag-Newsletter:]]></title>
      <description><![CDATA[Die Reaktionen auf den Millionenbetrug von Hessen ließen nicht auf sich warten; außerdem: Deaf President Now! und Google übersetzt Gebärdensprache. Lest weiter:]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Liebes Taubenschlag-Publikum,</p><p>die Reaktionen auf den <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/05/moeglicher-millionenbetrug-mit-dolmetschrechnungen-in-hessen/">möglichen Millionenbetrug</a> von Hessen ließen nicht lange auf sich warten: der <a href="https://www.facebook.com/reel/1598915374080454">hessische Landesverband der Gehörlosen</a> verurteilt den Betrug scharf, und auch der <a href="https://www.bvghessen.de/app/download/13427206699/Stellungnahme%20BVGH%20e.V.%20zu%20Betrugsvorw%C3%BCrfe.pdf?t=1748021561">hessische Dolmetschverband</a> reagierte schnell – beide noch am selben Tag, als der Fall bekannt wurde. <a href="https://drive.google.com/file/d/1PJThylfFCeB6EVTpADsWyBhcf1hawJyM/view">Eine umfangreiche Liste mit Forderungen</a>, u.a. Registrierung von Dolmetscher*innen und Vermittlungszentralen in der Hand gehörloser Fachleute, fordert der Deutsche Gehörlosen-Bund. Man will sich außerdem mit dem Bundes-Dolmetschverband zusammensetzen. Es bleibt spannend. Die Staatsanwaltschaft wollte sich gegenüber Taubenschlag nicht zu Details äußern – bei laufenden Verfahren völlig normal. </p><p>Betrug im Zusammenhang mit Dolmetschleistungen ist übrigens nichts Neues: In Dänemark wurden 2022 <a href="https://www.taubenschlag.de/2022/04/vier-taube-maenner-in-daenemark-wegen-millionenschweren-betrugs-verurteilt/">vier Taube Männer wegen ebenfalls millionenschwerem Betrug verurteilt</a>. 2009 <a href="https://web.archive.org/web/20091122225547/http://washingtondc.fbi.gov/dojpressrel/pressrel09/wfo111909.htm">wurden 26 Menschen in den USA vom FBI verhaftet</a>, weil sie den Videodolmetschdienst um Millionen betrogen haben sollen.</p><p>Historisch war im Mai nicht nur die Tatsache, dass CDU-Chef Friedrich Merz mal wieder an einer Abstimmung scheitert und erst im zweiten Anlauf Kanzler wird. Auch die <em>taz</em> schaffte es, Geschichte zu schreiben, und das eher nebenbei. <a href="https://taz.de/Kanzlerwahl-von-Friedrich-Merz/!6086558/">In dem Artikel zur zunächst gescheiterten Abstimmung zum Bundeskanzler wird eine Bundestagsabgeordnete zitiert.</a></p><blockquote><p>Auch die bayerische Bundestagsabgeordnete Heike Heubach sagt: „Von uns war das niemand. In der SPD waren wir uns einig, dass wir Verantwortung übernehmen wollen.“</p></blockquote><p>Wo es anders seitenlang um die Schönheit er Sprache, die Stille und das Fliegen der Hände geht, steht hier nur: “die bayerische Bundestagsabgeordnete”. Die Normalität, mit der eine gebärdensprachliche Äußerung zitiert wird, ist ein tolles Signal. Gern weiter so. Normalisierung, aber an der richtigen Stelle.</p><p>Leider war das wohl eher eine Ausnahme, denn ein paar Wochen später  macht die <em>taz </em>die Menschen in Russland taub, deswegen schauen sie weg. Bitte? Doch lest selbst. Erst den Titel, dann die Einleitung. <strong>“Die taube Gesellschaft” “schaut weg”. </strong>Ein Grund mehr, keine Behinderungsmetaphern für gesellschaftliche Phänomene oder Charaktereigenschaften einzusetzen. Man verheddert sich einfach viel zu schnell. Oder anders: Behinderungsvergleiche hinken schon aus Prinzip.</p><a href="https://taz.de/Russische-Reaktion-auf-Drohnenangriff/!6088386/">https://taz.de/Russische-Reaktion-auf-Drohnenangriff/!6088386/</a><p>Etwas untergegangen ist der Film über die Gallaudet Four, die vier Gesichter hinter “<a href="https://tv.apple.com/de/movie/deaf-president-now/umc.cmc.4db5r1gvgok0a0dtdmkj44ea4">Deaf President Now</a>”. So heißt auch der Film, der auf dem Streaming-Anbieter Apple TV+ am 16. Mai erschienen ist. Wir konnten ihn vorab sehen und den Vieren Fragen stellen, unter anderem zu dem Thema, das im Film kurz vorkam: Wenn du als gehörlose Frau in Seenot die Wahl hast zwischen zwei Booten, einem voll mit gehörlosen Männern, eins voll mit hörenden Frauen, welches würdest du nehmen?  Lest die Antwort <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/05/deaf-president-now-die-gallaudet-four-im-taubenschlag-interview/">hier</a>. Regie führte übrigens Nyle DiMarco zusammen mit Davis Guggenheim.</p><p>Apropos DiMarco, apropos Apple TV+: <a href="https://www.instagram.com/p/DJPQp2-RTbk/">DiMarco hat auf Instagram ein Video gepostet,</a> in dem er am Set der Erfolgsserie “Severance” zu sein scheint, in der es um die Trennung von Beruf und Privatleben geht. Also wenn man es ganz einfach zusammenfassen will. So ganz echt sieht das “Set” nicht aus, aber es wäre schon erstaunlich, wenn ein Regisseur, der für den gleichen Produzenten gearbeitet hat, so etwas ohne Hintergedanken postet. Es dürfte aber bei dem aktuellen Tempo noch ein paar Jährchen dauern, bis die neue Staffel alle Ungewissheiten beseitigt. <a href="https://tv.apple.com/de/show/severance/umc.cmc.1srk2goyh2q2zdxcx605w8vtx">Solange kann man ja schon mal die erste und zweite Staffel anschauen</a>, wenn man wegen “<a href="https://tv.apple.com/de/movie/deaf-president-now/umc.cmc.4db5r1gvgok0a0dtdmkj44ea4">Deaf President Now</a>” sowieso schon ein Abo abgeschlossen hat. Ach ja - Oscar-Gewinner und Belliers-Neuinterpretation “<a href="https://tv.apple.com/de/movie/coda/umc.cmc.3eh9r5iz32ggdm4ccvw5igiir">Coda</a>” gibt es dort auch.</p><p>Bei Bidens Amtseinführung 2021 gab es noch <a href="https://www.npr.org/sections/inauguration-day-live-updates/2021/01/20/958794316/firefighter-leads-the-pledge-of-allegiance-spoken-and-in-sign-language">Gebärdensprachperformance auf der Bühne</a>, aber Trump streicht munter alles, was nur im Entferntesten mit Diversity zu tun hat. Der amerikanische Gehörlosen-Bund NAD fackelt nicht lange und macht Nägel mit Köpfen: das Weiße Haus wurde verklagt, weil Pressekonferenzen nicht mehr für Taube Menschen verdolmetscht werden:</p><a href="https://www.rawstory.com/white-house-sign-language-interpreter-suit/">https://www.rawstory.com/white-house-sign-language-interpreter-suit/</a><p>Viele reden über Künstliche Intelligenz und Gebärdensprachen, aber meist sind es Avatare, die mehr schlecht als recht aus der Laut/Schriftsprache in eine Gebärdensprache übersetzen. Umgekehrt gibt es bislang nur grobe Experimente, die meist auf Fingeralphabete fixiert sind. Ein deutlich fortgeschrittenes Beispiel zeigt Google eher nebenher, der Dolmetscher Jon Urquhart geht etwas ins Detail mit einer interessanten Perspektive, warum das ein Gewinn für Taube Content Creator*innen sein könnte:</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=uADfMyWudB4">https://www.youtube.com/watch?v=uADfMyWudB4</a><p>Doch von der Idee bis zur Praxistauglichkeit muss es diese Technik auch noch schaffen. Bei den Sprüngen, die Künstliche Intelligenz macht, wäre es aber wenig überraschend, wenn das eher früh als spät geschieht. Spannend bleibt: Wie gut kommt die KI mit anderen Gebärdensprachen klar? </p><p>Wir werden euch auf dem Laufenden halten! </p><p>Wille </p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Seit einiger Zeit veröffentlichen wir auch – <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">insbesondere gefördert durch das bald endende <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel. Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? 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      <pubDate>Tue, 03 Jun 2025 10:05:06 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Taubenschlag-Newsletter: Protesttag, positive Polizeimeldung, prima…]]></title>
      <description><![CDATA[Liebes Publikum von Taubenschlag! Willkommen zu unserem hoffentlich bald regelmäßiger erscheinenden Newsletter mit Links und Gedanken rund um alles mit Gebärdensprache…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>#001 Taubenschlag-Newsletter: Protesttag, positive Polizeimeldung, prima Schlichtungsstelle, Kulturtage</h1><p>Liebes Publikum von Taubenschlag!</p><p>Willkommen zu unserem hoffentlich bald regelmäßiger erscheinenden Newsletter mit Links und Gedanken rund um alles mit Gebärdensprache und/oder Hörbehinderung.</p><h2>Europäischer Protesttag</h2><p><a href="https://kobinet-nachrichten.org/2025/05/05/demo-zum-protesttag-rechte-behinderter-menschen-im-land-berlin-realisieren/">Am Montag war der 5. Mai, der Europäische Protesttag zur Gleichstellung der Menschen mit Behinderung.</a> Selbstredend gab es auf der Demo, die vom Brandenburger Tor zum Roten Rathaus in Berlin führt, keine Dolmetscherinnen für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache und als kleines Schmankerl nicht eine, sondern gleich mindestens zwei Bordsteinkanten. Gut, am Roten Rathaus sprang dann nach kurzer Zeit ein Dolmetscher auf die Bühne.</p><p>Grobe Schätzungen gehen von gut 10 gehörlosen Demoteilnehmenden in einer Masse aus etwa 1.000 oder auch 2.000 Leuten aus, also etwa 10x so viele wie in der Gesamtbevölkerung anteilsmäßig vorhanden sind. Immerhin! Sollte bei einem so überproportionalen Anteil nicht wenigstens für Doppelbesetzung gesorgt werden? Wir haben nicht nachgefragt, aber gehen davon aus, dass man schockiert ist, dass es keine kompetente Dolmetschvermittlungen gibt und Vorlauf von vier Wochen schon fast zu knapp ist.</p><p><em>Inklusion: Wenn’s einfach wäre, wäre es keine Behinderung!</em></p><h2>Polizeimeldungen können auch fortschrittlich sein</h2><p>Wir kommen zu den erbaulicheren Nachrichten: Gehörlosigkeit kann auch für positive Schlagzeilen sorgen: Die BILD-Zeitung (ausgerechnet) titelt “<a href="https://www.bild.de/regional/baden-wuerttemberg/mannheim-vermisstes-kind-dank-gebaerdensprache-gefunden-68120f7189c4827edd6a1a8a">Vermisstes Kind dank Gebärdensprache gefunden</a>”, wohingegen die ZEIT deutlich kryptischer ist “<a href="https://www.zeit.de/news/2025-04/30/nur-gebaerdensprache-polizei-findet-gesuchtes-kind">Nur Gebärdensprache - Polizei findet gesuchtes Kind</a>”. Was steckt dahinter? In Mannheim stieß die Polizei auf ein fünfjähriges Kind, das nur Gebärdensprache sprach, schaffte es irgendwie, es zu beruhigen und suchte dann die Mutter. In einer Drogerie berichteten die Mitarbeiter von einer Frau, die ebenfalls nur Gebärdensprache sprach und ihr Kind suchte. Die Beamten zählten eins und eins zusammen: Mutter und Kind sind wieder vereint.</p><p>Das Spannende ist ein kleines, aber ausgefuchstes Detail: In der Meldung geht es nicht ein einziges Mal um Gehörlosigkeit, sondern nur darum, dass beide ausschließlich in Gebärdensprache kommunizieren. Hier zahlt es sich aus, dass im Journalismus gerne <a href="https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/14915/6023574">Polizeimeldungen</a> 1:1 übernommen werden. Dort sind die Schlagworte der Meldung auch Mutter, Kommunikation, Gebärdensprache, Kind, Sprache, Linguistik, Polizei und Polizei Baden-Württemberg. Zufall oder Konzept? Im Ergebnis jedenfalls vorbildlich!</p><h2>Schlichtung, die begeistert</h2><p>Nun dann noch eine Entwicklung bei den Dolmetschverbänden. Die <a href="https://bgsd.de/de/verband/berufs-und-ehrenordnung/inklusive-anmerkungen.html">BEO</a> regelt viele Dinge, aber nicht, was passiert, wenn, sagen wir jetzt einfach mal aus dem Blauen heraus, ein Dolmetscher (auch die gibt es!) übergriffig wird gegenüber der in der Regel marginalisierten Kundschaft. Geregelt ist, dass so etwas nicht passieren sollte (z.B. implizit über die Punkte “Gleichbehandlung und Respekt” oder “Schutz des Berufsstandes” oder “Untadelige Auftragsabwicklung”), aber nicht, wie man dann vorgeht. Der BergBEO, wie man das Ganze in Bayern nennen könnte, ist übrigens ein Vogel, dem man wegen seines Papageientalents beigebracht hat, Gebete zu wiederholen. Genauso gebetsmühlenartig geht es manchmal mit dem Thema BEO von sich. Doch der bayerische Dolmetscheverband BGSD Bayern hat jetzt eine Idee, um dem Thema etwas Biss zu verleihen: Eine Schlichtungsstelle! Oft gefordert, nie erreicht, jetzt ist sie da.</p><p>Benjamin Busch, seines Zeichens DGS-Dozent und Mitglied der Schlichtungskommission, <a href="https://www.instagram.com/p/DJGrDziqQXT/">erklärt in einem Instagram-Video das Konzept</a>. <a href="https://www.bgsd-bayern.de/schlichtungsstelle/">Die Kommission hat ihre eigene Webseite</a> und erklärt: die fünfköpfige Kommission besteht aus drei Dolmetschenden, davon mindestens eine taube Dolmetschperson und dazu noch zwei Personen als Vertretung der Gehörlosenyerbände und -vereine. Aktuell ist die Seite noch etwas im Aufbau, aber bietet einen Eindruck vom Konzept. Und: Julia Probst gefällt das – die Politikerin und Aktivistin kommentiert: “Sollte man auch bundesweit einführen” und gibt das Daumen hoch-Emoji. Dem können wir nur zustimmen.</p><p><strong>Exklusiv für Abonnierende von Taubenschlag+ </strong>gibt es noch eine besonderen Bericht: Wir haben zusammen mit der Deutschen Gehörlosenzeitung ein internes Dokument ausgewertet, in dem das Team der 7. Kulturtage ausführlich Stellung bezieht zur Zusammenarbeit mit dem DGB. <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/05/odyssee-kulturtage-aufarbeitung-schwere-vorwuerfe-des-orga-teams/">Unsere Zusammenfassung könnt ihr mit einem Abo bei Taubenschlag+ hier lesen</a> – oder in der Mai-Ausgabe der <a href="https://gehoerlosenzeitung.de/">Deutschen Gehörlosenzeitung</a>.</p><p>Eine schöne Woche euch!</p><p>Wille</p><p>PS: <em>Sehen statt Hören</em> hat eine spannende Folge gesendet, in der es um drei Gehörlosenzentren geht. Natürlich geht es um die Krise des Gehörlosenzentrums in <strong>Berlin</strong>, das offenbar kurz vor dem Verkauf steht und das nun die beiden Vereine GFGB und GVB zu retten versuchen. Treibende Kraft hinter der Rettung: Marcus Klinke, Urgestein der Berliner Gehörlosencommunity.</p><p>Kurzer Ausflug nach <strong>München</strong>, wo Can Sipahi, Vorsitzender des GMU, durch das dortige Gehörlosenzentrum mit einer schier endlosen Zahl an spezialisierten Beratungsstellen führt (Berlin hat zum Vergleich nur eine Sozialberatung mit einem vergleichsweise kleinen Team).</p><p>Zurück in <strong>Berlin</strong>: Ludwig Leonhardt ist Vereinsexperte und fände einerseits gut, wenn das Berliner Gehörlosenzentrum “aufgegeben wird” und generell alles neu gemacht wird: “Ein neuer Ort, ein kompletter Neustart, mit neuen Leuten.” Andererseits ist es “auch ein kultureller und geschichtsträchtiger Ort”. Fest steht, für ihn: Wenn es so weitergeht, “dann wird es auf jeden Fall verschwinden.” Wie man das seiner Meinung nach verhindern kann, seht ihr in der Sendung.</p><p>Schließlich geht es nach <strong>Bremen</strong>: Sylvia Krenke-Felten berichtet von der Erfolgsgeschichte des Bremer Gehörlosenzentrums, das als das schönste der gesamten Bundesrepublik gilt und ähnlich wie das Münchner Gehörlosenzentrum mit verschiedenen Beratungsstellen und einer Gebärdensprachschule aufwarten kann. Die ganze Sendung ist sehenswert – hier: <a href="https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNFdPMDE1Mzk1QTA">Heimat der Community · Gehörlosenzentren vor dem Aus?</a></p><p>Hat euch der Newsletter gefallen? Leitet ihn gern weiter:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><strong><em>Taubenschlag</em></strong> war lange ein ehrenamtliches Projekt, ein Blog, eine lebendige Pinnwand. Seit einiger Zeit veröffentlichen wir auch – <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/artikel/">insbesondere gefördert durch das bald endende <strong>DJE-Projekt</strong></a> – kurze und längere, mehr und weniger tief recherchierte journalistische Artikel. Die Sparte “<a href="https://www.taubenschlag.de/kategorie/uebers-dolmetschen/"><strong>Übers Dolmetschen</strong></a>” mit <a href="https://www.uebersdolmetschen.de/">einer eigenen Webseite</a> ist einerseits eine für alle zugängliche Informationsquelle rund um Standardfragen zum Dolmetschen (ähnlich wie <a href="https://nicht-stumm.de/"><strong>nicht-stumm.de</strong></a>, welches sich rund um Taubsein und Gebärdensprachen dreht) und andererseits Heimat für exklusive Meinungs- und Diskussionsbeiträge. Fehlt dir etwas? Hast du Lob, hast du Tadel? Schreib uns an <a href="mailto:info@taubenschlag.de">info@taubenschlag.de</a> !</p><p>Willst du uns unterstützen? Abonnier uns bei Steady:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 06 May 2025 14:36:55 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Gedanken zum Mediendolmetschen]]></title>
      <description><![CDATA[Liebes Publikum von Taubenschlag+, erstmal vielen Dank für Eure Bereitschaft, unsere Arbeit zu unterstützen! Wir wollen euch mit diesem Newsletter über ein Thema…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Gedanken zum Mediendolmetschen (+)</h1><p>Liebes Publikum von Taubenschlag+,</p><p>erstmal vielen Dank für Eure Bereitschaft, unsere Arbeit zu unterstützen! Wir wollen euch mit diesem Newsletter über ein Thema informieren, das halb in eigener Sache, halb in Bezug auf die Informationslage Tauber Menschen interessant ist: Informationsangebote in DGS und warum sie oft an der Sache vorbei gehen. Unsere Partnerorganisation VGT Nieuws, mit der wir im Projekt <a href="https://www.deafjournalism.eu/">Deaf Journalism Europe</a> sind, hat eine Studie veröffentlicht. Darin geht es in erster Linie darum, ob Taube Menschen bereit sind, für Medieninhalte in Gebärdensprachen zu zahlen. Lest hier den <a href="https://www.deafjournalism.eu/de/unsere-studie-zeigt-taube-menschen-wuenschen-sich-mehr-nachrichtenangebote-in-gebaerdensprachen/">Blogpost</a> dazu. Dort ist auch die eigentliche Studie – in englischer Sprache – verlinkt.</p><p>Beim Lesen dieser Studie musste ich an das Zitat denken, das Marie Antoinette kurz vor ihrem Termin mit der Guillotine gesagt haben soll: “Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!” – was es damit auf sich hat, könnt ihr in unserem neuen Übers Dolmetschen-Magazinbeitrag lesen, der sich kritisch mit den DJE-Studienergebnissen auseinandersetzt. Einfach <a href="https://www.taubenschlag.de/2025/04/wenn-sie-keine-inklusion-haben-dann-sollen-sie-doch-verdolmetschte-nachrichten-gucken/">hier</a> klicken. Exklusiv für Abonnierende von Taubenschlag+!</p><p>Wir freuen uns über einen Austausch in den Kommentaren oder per Mail an uns – und wenn euch gefällt, was ihr lest (oder auf Instagram seht!), dann empfehlt uns gern weiter!</p><p>Liebe Grüße</p><p>Wille</p><p>Redaktion Taubenschlag</p><p>P. S. :<a href="https://www.taubenschlag.de/2025/03/deaf-president-now-doku-startet-am-15-mai-auf-apple-tv/"> Im Mai kommt die Doku über Deaf President Now! raus</a> – ihr dürft gespannt sein auf den Film und auf unsere Rezension, die wir natürlich vorab veröffentlichen werden! Und wer weiß, vielleicht gibt es noch ein Schmankerl!</p><p></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 09 Apr 2025 15:10:07 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[„Kein nachRUF für Wolfi“ – Erinnerungen von Bernd Rehling an Wolfgang…]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Lesende, in diesem Newsletter möchten wir eine besondere und schöne Erinnerung teilen: Bernd Rehling, Gründer des Taubenschlags, hat einen persönlichen Text über…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>„Kein nachRUF für Wolfi“ – Erinnerungen von Bernd Rehling an Wolfgang Schmidt, einen Weggefährten und Kämpfer</h1><p>Liebe Lesende,</p><p>in diesem Newsletter möchten wir eine besondere und schöne Erinnerung teilen: Bernd Rehling, Gründer des Taubenschlags, hat einen persönlichen Text über seinen langjährigen Freund und Mitstreiter Wolfgang Schmidt verfasst, der am 14. Oktober gestorben ist und heute beigesetzt wird.</p><p>„Kein nachRUF für Wolfi“ ist jedoch kein klassischer Nachruf. Stattdessen bringt uns Bernd Rehling auf bewegende und humorvolle Weise die inspirierende Persönlichkeit Wolfgangs näher – seine Direktheit, seinen scharfen Verstand und die Überzeugungskraft, mit der er die Gebärdensprachgemeinschaft in Deutschland verändert hat.</p><a href="https://www.taubenschlag.de/2024/10/kein-nachruf-fuer-wolfi/">https://www.taubenschlag.de/2024/10/kein-nachruf-fuer-wolfi/</a><p>Diese Erinnerung ist nicht nur ein Einblick in die jahrzehntelange Freundschaft zweier Menschen, die im Einsatz für die Deutsche Gebärdensprache und die Rechte tauber Menschen eine Lebensaufgabe fanden. Sie zeigt uns, wie Wolfgangs unermüdlicher Einsatz unsere Gebärdensprachgemeinschaft geprägt hat und wie bedeutend seine Vision auch für zukünftige Generationen bleibt.</p><p>Herzlichst<br/>Benedikt</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 25 Oct 2024 11:43:55 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Kulturtage: Exklusiver TS+ Zugang zu Eindrücken, Analysen und…]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Lesenden des Taubenschlags, als besonderes Dankeschön für das Abonnement von Taubenschlag+ habe ich einen ausführlichen Bericht über die 7. Kulturtage der…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Kulturtage: Exklusiver TS+ Zugang zu Eindrücken, Analysen und Reflexionen</h1><p>Liebe Lesenden des Taubenschlags,</p><p>als besonderes Dankeschön für das Abonnement von Taubenschlag+ habe ich einen ausführlichen Bericht über die 7. Kulturtage der Gehörlosen in Friedrichshafen verfasst. Dieser Bericht ist exklusiv für unsere TS+ Mitglieder und gibt einen Einblick in die Veranstaltung, ihre Höhepunkte und Herausforderungen.</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">TS+ Mitglied werden</a></p><p>Du findest den vollständigen Bericht unter folgendem Link:</p><a href="https://www.taubenschlag.de/2024/10/kulturtage-am-bodensee-reflexionen-ueber-fortschritt-herausforderungen-und-unsere-communitys/">https://www.taubenschlag.de/2024/10/kulturtage-am-bodensee-reflexionen-ueber-fortschritt-herausforderungen-und-unsere-communitys/</a><p>Um dir einen Vorgeschmack zu geben, hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:</p><p>1. Veranstaltungsort und Atmosphäre: Die Kulturtage fanden im malerischen Friedrichshafen statt. Das Graf-Zeppelin-Haus am Bodensee bot eine inspirierende Kulisse, unterstützt vom herrlichen Sommerwetter.</p><p>2. Persönliche Reflexionen: Als langjähriger Teilnehmer der Kulturtage (seit 1997) konnte ich die Entwicklung der Veranstaltung und unserer Community hautnah miterleben. Der Weg von einer hauptsächlich von weißen Männern geprägten Führungsebene hin zu mehr Diversität und Inklusion war deutlich spürbar.</p><p>3. Vorträge und Diskussionen: Themen wie &quot;Deaf Business&quot; und &quot;Tauber Journalismus&quot; standen im Fokus. Die Herausforderungen in der Finanzierung tauber Medienarbeit wurden intensiv diskutiert.</p><p>4. Kulturelles Programm: Das Theaterstück &quot;DU AUCH&quot; griff das wichtige Thema der Gewalt gegen Frauen auf und zeigte, wie Kultur als Plattform für gesellschaftlich relevante Diskussionen dienen kann.</p><p>5. Herausforderungen und Wachstum: Die Veranstaltung war nicht frei von organisatorischen Schwierigkeiten, zeigte aber auch, wie unsere Community mit Veränderungen und neuen Ideen umgeht. Die Einführung eines Awareness-Teams und die daraus resultierenden Diskussionen spiegelten die Wachstumsphase wider, in der wir uns als Gemeinschaft befinden.</p><p>6. Blick in die Zukunft: Die Kulturtage haben gezeigt, dass unsere Community lebendig und im Wandel ist. Die aufgetretenen Diskussionen und Konflikte können als Zeichen einer sich weiterentwickelnden, inklusiveren Gemeinschaft verstanden werden.</p><p>Das Abonnement bei Taubenschlag+ ermöglicht es uns, solche Ereignisse ausführlich zu dokumentieren und zu reflektieren. Ihr trägt damit wesentlich zur Förderung des Dialogs und der Weiterentwicklung in unserer Community bei.</p><p>Herzlichen Dank für deine Unterstützung!</p><p>Benedikt J. Sequeira Gerardo</p><p>P.S.: Wenn du Fragen oder Anmerkungen zu diesem Bericht hast, zögere bitte nicht, uns zu kontaktieren. Dein Feedback ist uns wichtig!</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">TS+ jetzt abonnieren</a></p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 03 Oct 2024 12:23:19 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Große Ehre für Kassandra Wedel: Bundesverdienstkreuz verliehen]]></title>
      <description><![CDATA[Guten Morgen, nach langer Zeit melden wir uns wieder mit einem kurzen Newsletter. Für den Versand nutzen wir nun die Plattform Steady, da unser bisheriges System viele…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Guten Morgen,</p><p>nach langer Zeit melden wir uns wieder mit einem kurzen Newsletter. Für den Versand nutzen wir nun die Plattform Steady, da unser bisheriges System viele Probleme bereitet hat und wir es nicht mehr wie gewohnt nutzen können.</p><p>Es gibt großartige Neuigkeiten:</p><p>Die Tänzerin, Schauspielerin und Theaterregisseurin Kassandra Wedel bekam gestern am 1. Oktober 2024 durch den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier <a href="https://www.taubenschlag.de/2024/10/bundesverdienstkreuz-kassandra-wedel/">das Bundesverdienstkreuz verliehen</a>. Die Übergabe fand im Schloss Bellevue statt und wurde live mit zwei Dolmetscherinnen in Deutsch und Deutsche Gebärdensprache übertragen.</p><p>Aus der Laudatio: „Kassandra Wedel ist damit eine vorbildliche Brückenbauerin und mehr noch: Sie verändert die Sicht auf Gehörlosigkeit. Denn diese soll nicht als Defizit verstanden werden, sondern als ein Ausdruck von Vielfalt“, so die <a href="https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Berichte/DE/Frank-Walter-Steinmeier/2024/10/241001-Verdienstorden-TdDE.html">Laudatio</a> auf Kassandra Wedel.</p><p>Auf unserem Instagram-Kanal kannst du <a href="https://www.instagram.com/p/DAk_1Tcs15m/">einen kurzen Filmausschnitt</a> von der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes anschauen.</p><p>Und wir würden uns sehr freuen, wenn du uns über <a href="http://www.taubenschlag.plus/">www.taubenschlag.plus</a> mit einem kleinen Abonnement unterstützen und damit die taube Medienlandschaft stärken würdest:</p><p><a href="https://steady.page/de/taubenschlag/about">Jetzt unterstützen</a></p><p>Viele Grüße aus dem Büro von manua<br/>Benedikt J. Sequeira Gerardo</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Wed, 02 Oct 2024 08:10:00 +0000</pubDate>
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