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Warum wir dringend entgiften sollten- mit umsetzbaren Tipps

Überall liest man übers Entgiften. Der eine saftkurt bei Instagram, der andere schluckt Supplements, um die Leber zu entlasten. Aber was ist davon sinnvoll? Und braucht unser Körper überhaupt eine Reinigung? Zeit für Antworten von Dr. Martina Wengenroth, Neurowissenschaftlerin, Fachärztin für Radiologie und Ganzheitsmedizinerin, die in ihrer Praxis in Lübeck Menschen mit chronischen Erkrankungen auf ihrem Heilungsweg begleitet. Ihr Fachgebiet ist das Verschmelzen von bioenergetischer Medizin, Naturheilkunde und Ernährungsmedizin. Zapfen wir sie also mal an…

Dr. Martina Wengenroth, Neurowissenschaftlerin, Fachärztin für Radiologie und Ganzheitsmedizinerin, heute mal dekorativ vor einigen ihrer Lieblingszutaten zum Entgiften.

Warum sollten wir überhaupt entgiften, Martina?

Ganz einfach: Weil Detoxen keine Wellness-Mode oder ein Influencer-Hype, sondern eine gesundheitliche Notwenigkeit geworden ist. Irgendwie müssen wir ja in dieser modernen Welt überleben, in der wir immer mehr Toxine ausgesetzt sind. Das merkt man alleine schon, wenn man einmal historisch vergleicht: Vor 100 Jahren hatten wir weniger als 1000 synthetische Chemikalien in der Umwelt, heute sind es über 140.000 registrierte und täglich kommen neue hinzu. Und unser Körper befindet sich entgiftungstechnisch noch in der Steinzeit. Da sitzen wir eigentlich noch in der Höhle. Wie soll er das also alles managen? Die Toxinlast im Jahr 2025 kennt er praktisch gar nicht- und die evolutionäre Anpassung dauert Jahrzehnte bis Jahrtausende. Er braucht also unsere Hilfe. Das Gemeine ist: Wenn man vergiftet wird, merkt man es nicht unbedingt, weil es ein schleichender Prozess ist. Man wird langsamer, kann nicht mehr gut denken, wird dicker und vergisst, wie es mal war.

Was vergiftet uns denn permanent?

Da gibt es die verschiedensten Quellen, die man sich oft gar nicht bewusst macht: Angefangen bei der Luft und der Umwelt, atmen wir Feinstaub ein, Abgase an Straßenkreuzungen, Industriechemikalien, die durch unsere Städte wabern, und Innenraumgifte, die aus Möbeln, Textilien oder Wandfarben ausgasen. Da denkt man oft gar nicht dran, wenn man sich den neuen Teppich in die Wohnung legt und sich daran freut.

Dann ist unser Leitungswasser ein Problem: Darin schwimmen leider Medikamentenrückstände, Antibiotika, Hormone und Schmerzmittel. Dazu kommen noch Spritzmittel aus der Landwirtschaft wie Pestizide und Glyphosat, außerdem Schwermetalle und Mikroplastik. Unsere Klärwerke filtern das nicht, sie können es technisch gar nicht.

Auch unsere Nahrung ist nicht unbelastet: Neben Pestiziden, Transfetten, Konservierungs- und E-stoffen finden wir auch Verpackungs- und Ewigkeitschemikalien. Die Liste könnte man noch ewig fortführen. Auch alles, was wir uns auf die Haut schmieren an Kosmetik und Cremes bis hin zu Nagellack, bringt Stoffe ins Blut, die wir da nicht unbedingt haben wollen. Für viele ist es unvorstellbar, mit wie vielen Giften sie sich täglich umgeben. Auch die Baumwolle von Tampons ist extrem belastet, wenn sie nicht Bio ist. Es lohnt sich einfach, genau hinzuschauen, und zwar bevor die Probleme entstehen.

Was passiert mit den Giften im Körper?

Sie lagern sich vor allem im Fettgewebe an und verbleiben da teilweise Jahre bis Jahrzehnte. Langfristig können sie als Schlacken auch in den Organen deponiert werden. Die Konzentration steigt mit dem Alter und unsere armen Entgiftungsorgane sind völlig überfordert. Folgen: Unser Darm ist gestört, die Leber arbeitet an der Kapazitätsgrenze, die Nieren sind chronisch überlastet und die Haut zeigt verstopfte Poren. Und durch den chronischen Stress, in dem wir leben, werden die Entgiftungsenzyme noch mehr geschwächt. Wir schlafen zu wenig und nicht mehr tief genug, was die nächtliche Entgiftung reduziert. Dann sitzen wir vielleicht noch übermäßig viel- auch nicht hilfreich- und haben dadurch eine schlechtere Lymphdrainage. Das Ganze am besten noch im W-lan und werden von 5G bestrahlt, benutzen Smart watches und Bluetooth Kopfhörer. Alles so „praktisch“, aber auch das sind Gifte für unseren Körper, die schädigen und ihn davon abhalten, Toxine loszuwerden.

Was macht das langfristig mit uns?

Naja, wer nicht entgiftet, bekommt einfach Probleme, die belastend sind: Hormonelle Störungen, Schilddrüsenprobleme, das Immunsystem leidet und man kann keinen Infekt mehr abwehren. Außerdem nehmen Allergien, Gewicht, Autoimmun-Erkrankungen, Depressionen und Konzentrationsstörungen zu. Darauf kann man ja nun wirklich verzichten.

Wie können wir ganz einfach entgiften?

Der einfachste Trick: Trinken! Und zwar 2 Liter am Tag und gutes Wasser. Ich empfehle hochwertig gefiltertes oder salzarmes Wasser aus Glasflaschen, am besten aus den Quellen Lauretana oder Plose. Beim Filtern sollte man auf die Qualität achten- Umkehrosmose-Systeme mit anschließender Vitalisierung sind hier deutlich effektiver als einfache Aktivkohlefilter. Bei Leitungswasser ist das Problem, dass die Messwerte nur so gut sind wie das, was tatsächlich getestet wird. Auch deutsches Leitungswasser, das in den Tests gut abschneidet, enthält häufig Belastungen wie Glyphosat, Medikamentenrückstände oder Hormonreste, die in den Standard-Tests gar nicht mitgetestet werden.

Ebenfalls eine gute Sache ist schön schwitzen! Sauna, Infrarot oder Sport sind immer eine gute Idee! Grüne Helfer in Form von Brokkoli, Spinat, Grünkohl, alle Korbblütler sind prima. Da kann man nie genug essen. Ansonsten am besten immer gleich ausleiten: Ich nehme gerne 5 Chlorella-Presslinge mit der Mahlzeit, wenn ich Lachs oder andere Nahrungsmittel esse, die häufig belastet sind. Das stört mich nicht, ist leicht umzusetzen und ich bin die Schwermetalle gleich wieder los.

Was ich gerne für mich mache, ist ein Zitronen-Knoblauch-Ingwer-Elixier, das wie ein natürliches Antibiotikum und Gefäßputzer wirkt. Es aktiviert die Entgiftung, viele haben weniger Kopfschmerzen danach. Das zieht man mal drei Wochen durch. Länger als 3 Wochen sollte man das nicht machen, weil es anstrengend für den Magen ist. Aber die lohnen sich: Chlorella ist wie Staubwischen, mein Elixier ist wie richtig durchsaugen.

Auch einfach umzusetzen: Morgens warmes Wasser mit halber Zitrone trinken! Das macht basisch, wach und spült die Nieren. Ich liebe ja Kaffee, aber wie bei allem macht die Menge und Qualität den Unterschied. Kaffee sollte ein bewusster Genuss bleiben und nicht als alltägliches Durstlöscher-Getränk verwendet werden. Die Zitrone am Morgen tut einfach so viel mehr für uns! Sie wird basisch verstoffwechselt und macht auch munter!

Es ist ja auch viel Mist im Netz unterwegs. Wovon rätst du dringend ab?

Von Fruchtsaftkuren rate ich ab, da der hohe Fruchtzuckergehalt die Leber belasten kann. Kräutersäfte wie Brennnessel, Birke oder Wildkräuter können durchaus therapeutischen Nutzen haben, müssen aber fachkundig begleitet werden. Auch Sellerie hatte einen Hype, aber ich bin grundsätzlich kein Fan von Extremen. Täglich literweise Selleriesaft würde in der Natur auch nie vorkommen- niemand würde einen ganzen Kopf oder 10-15 Stangen hintereinander essen. Außerdem enthält Sellerie Sorbit, was nicht jeder verträgt und Blähungen verursachen kann.

Was ist mit Fasten? Auch das regt ja zur Zellreinigung an, aber ist ja nicht für jede Frau ideal, vor allem nicht in der Peri- und Menopause, weil der Stress die Hormone durcheinanderwirbeln kann?

Heilfasten kann durchaus seine Berechtigung haben, ist aber nicht so einfach in den Alltag zu integrieren. Ich bin ein Fan von Fasting Mimicking, was so viel heißt wie „Fasten-Imitation” oder “Scheinfasten"“. Bedeutet: Man zieht ungefähr 5 Tage eine kalorienreduzierte Ernährung um die 700-1100 kcal/Tag durch. Das Ganze sollte pflanzlich basiert sein, hauptsächlich Gemüse, wenig Eiweiß, viele gesunde Fette, absolut low carb. Wichtig ist dabei, ausreichend Mikronährstoffe in Form von Supplementierung dazu zu nehmen. Das Tolle ist: Wenn wir scheinfasten, denkt der Körper, er fastet wirklich und es werden ähnliche Prozesse ausgelöst. Sprich: Er fördert die Fettverbrennung, verbessert die Stoffwechselwerte, aktiviert die Stammzellerneuerung und die Autophagie, also den zellulären Selbstreinigungsprozess, bei dem die Zelle eigenen beschädigte oder nicht mehr benötigte Bestandteile abbaut und recycelt, um sich selbst zu erneuern. Das mache ich sehr gerne hin und wieder, weil es einfacher in den Alltag einzubauen ist. Das Risiko, in einen Nährstoffmangel zu rutschen, ist außerdem geringer und Zellgesundheit und das Immunsystem freuen sich. Außerdem ist es auch ein hübscher Anti-Aging-Baustein, wenn man das 1-2 Mal pro Jahr als keinen reset macht. Nur bei Vorerkrankungen kann ich es nicht empfehlen- dann erstmal Rücksprache mit dem Arzt halten.

Mit welchen Nahrungsergänzungsmitteln kann man die Entgiftung noch unterstützen?

Es gibt tolle Supplements wie NAC, die Vorstufe von Glutathion. Alpha-Lipon Säure ist auch super, aber verträgt nicht jeder in der Kombination.

Ich persönlich mache auch gerne eine Leberreinigung und hin und wieder Kaffee-Einläufe. Ja, das klingt erstmal schwierig, ist aber reine Gewöhnungssache. Man kann ja auch mit Mini-Stepps einsteigen.

Morgens warme Zitrone, dann das Elixier, morgens und mittags, schön grünes Gemüse essen und abends gemütlich Basenbäder machen. Allein dieses Gefühl, sich für sich Zeit zu nehmen, sich dafür zu entscheiden, macht einen Unterschied. Detoxen geht nämlich nur im Parasympathikus, also wenn wir in Ruhe sind im Entspannungsmodus. Und hinterher fühlen wir uns so gut.

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Gefäßputzerrezept

Argomento FRAUENGESUNDHEIT

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