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Wie schütze ich meine Haut vor der Sonne- ohne mich zu vergiften?

 So, wie alle Sonnencreme empfehlen, kommt es mir fast hysterisch vor. Bitte auch, wenn die Sonne nicht scheint, bitte auch im Winter, bitte auch vor dem PC im Büro, bitte 365 Tage im Jahr. Dauerbeschallung. Ich fühle mich manchmal fast angeschrien.

Natürlich möchte ich meine Haut schützen, sie soll nicht knittern, nicht verbrennen und keine Falten werfen wie ein Chapai. Jedenfalls nicht schon Mitte 40. Ich denke, irgendwann müssen wir uns der Natur auch ein Stück weit ergeben, wenn wir nicht gerade das Op-Budget von Demie Moore in der Portokasse liegen haben. Aber das führt jetzt vielleicht etwas zu weit. Kommen wir zurück zur Sonnencreme-Hysterie: Wir brauchen die Sonne, schon immer. Für Dopamin, zelluläre Prozesse, unser Immunsystem. Die Angst vor ihr ist alterstechnisch noch verhältnismässig neu.

Und während wir uns so vor der UV-Strahlung fürchten, schauen wir erstaunlich wenig auf die Inhaltsstoffe der Sonnencreme, die wir uns täglich auf die Haut schmieren sollen, auf unser größtes Organ. Eines, das Stoffe aufnehmen und in den Körper weiterleiten kann.

Schaut man einmal auf die Inhaltsstoffe wird einem ganz anders: So klangvolle Bezeichnungen wie Octinoxat, Oxybenzon, Homosalat, Parabens, Titanium Dioxid- Nanopartikel oder Octocrylen. Dafür gibt es unschöne Ergebnisse, wenn man diese Stoffe mal einer netten Suchmaschine verabreicht: Hormonaktiv, zellschädigend, krebserregend, Einfluss auf Fruchtbarkeit, Gefährdung von Embryos mit allergisierendem Potential. Nicht gerade die Butter, die man sich jeden Tag aufs Brot schmiert. „Fun fact“: Octinoxat soll in 90 % aller Tuben verrührt sein. Es tötet in geringen Dosen Mäusezellen ab und wirkt toxisch im Zusammenspiel mit Sonne. Moment, mit Sonne? Lies den letzten Satz bitte nochmal.

 Natürlich soll das hier kein komplettes Sonnencreme-Bashing werden. Wer in die Alpen fährt, als Wassersportler die Saison startet oder spontan im Januar nach Afrika fliegt, der sollte sich Gedanken machen. Auch wer eher blond und kurz vor Albino ist. Aber es gibt durchaus Alternativen, die uns von innen schützen, ohne Vergiftungsproblematik. Und: Wissenschaftlich belegt.

Astaxanthin ist der Stoff, aus dem die gesunde Bräune ist. Studien belegen, dass unsere Haut ab einer Gabe von 4 mg pro Tag 50 Prozent mehr UV-Licht vertragen kann. Das Antioxidans ist ein Karotinoid, kann freie Radikale binden und sie so für den Körper unschädlich machen. Gewonnen wird es übrigens aus einer Alge, die sich so ebenfalls vor der Sonne schützt, denn sie wächst im flachen Gewässer, wo sie mal mehr und mal weniger der Sonne ausgesetzt ist. Deshalb hat Mutter Natur einen integrierten Sonnenschutz spendiert. Und den können wir in Kapselform essen!  Merkt man meine Begeisterung? Nur etwas Geduld braucht man, denn es dauert, bis der Schutz aufgebaut ist: Also ein paar Wochen vor Sonnenexposition mit der Einnahme beginnen, sich langsam häufiger der Sonne aussetzen und am besten dazu noch Vitamin D/K2 in Kombination mit Omega 3 einnehmen, wenn man das nicht ohnehin schon tut. Da freut sich auch die Leber, denn bei der richtigen Gabe zeigen sich positive Effekte auf den Insulinspiegel und Entzündungswerte. Um sich nicht überzudosieren ist natürlich ein Blutbild wichtig, aber seinen Vitamin D-Wert sollte man ohnehin kontrollieren. Denn wenn der im Optimum ist, macht er uns schlank, lässt unsere Zellen langsamer altern und schützt uns vor Krebs, Osteoporose, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 Und wer mir jetzt mit der fiesen Aprilsonne kommt, dem sei gesag: Auch ich nutze Anfang der Saison zusätzlich Sonnenschutz. Aber dann gerne einen natürlichen aus Grüntee-Extrakt.

In dem steckt nämlich ein starkes Polyphenol namens Epigallocatechin, kurz EGCG. Und dieser kleine Helfer wirkt als Radikalfänger, reduziert oxidativen Stress in den Hautzellen und verhindert DNA-Schäden. Am Strand nutze ich ein Öl, das aus Avellana- und Kukuinusöl besteht. Avellana-Öl hat besonders pflegende Eigenschaften und kommt laut Studienlage mit Schutzfaktor 10 daher. Das klingt natürlich nach Kindergarten, aber in Kombination mit dem Schutz von innen, ist es bei mir seit Jahren ausreichend. Das zweite Öl beherbergt Vitamin A, B und E, die ebenfalls vor freien Radikalen durch zu viel Sonneneinstrahlung schützen. Und ansonsten setze ich einen Hut auf oder gehe in den Halbschatten. Fürs In-der-Sonne-braten wie in den 90ern habe ich ohnehin keine Zeit. Und wer macht das schon? Länger als 2, 3 Stunden sieht uns der Strand meistens nicht, denn dann ist jede Sandburg gebaut und das Tretboot einmal gerockt und alle haben Hunger.  

 Noch ein letzter Tipp: Setzt häufiger mal die Sonnenbrille ab oder gar nicht erst auf. Ich weiß, sie sieht gut aus und wer liebt nicht die Privatsphäre dahinter? Aber eigentlich ist sie ein Anti-Schutz, denn die Rezeptoren in unseren Augen verstehen so nicht, dass die Sonne scheint. Für sie ist es ja dunkel. Und so geht auch die nicht Info an unsere Haut raus, dass sie sich gegen die Sonnen wappnen soll: Es wird weniger Vitamin D gebildet. Und das alles nur, weil wir cool sein wollten? Ja, ich musste auch eine Weile darüber nachdenken.

 Ansonsten gilt: Jeder darf cremen, was er mag. Aber eine informierte Entscheidung treffen, ist viel wert! Und bitte nicht vergessen: Sonne ist nicht unser Feind- wir brauchen sie. Wir müssen nur wissen, wie wir mit ihr umgehen! Meine bevorzugten Produkte gibt´s am Ende des Artikels.

 Kurzinterview mit Tanja Hohenester, Gründerin von der Grüntee-Kosmetik TIGOGREEN

Tanja, Hand aufs Herz: Wie schützt du deine Haut vor der Sonne – ohne gleich zur Chemiekeule zu greifen?

Im grünen Tee haben wir den Pflanzenstoff EGCG, ein Pflanzenstoff aus der Gruppe der Katechese, die zu den Polyphenolen gehören. Und genau dieser Stoff schützt die Pflanze von innen vor den UV-Strahlen der Sonne, vor Viren und Bakterien. Und das wirkt im menschlichen Körper genauso. Außerdem kann EGCG die Hautzellen reparieren und regenerieren. Und: Grünteepolyphenole neutralisieren Umweltgifte, Sonnenstrahlen und freie Radikale.

Also quasi ein kleiner Superheld im Grüntee?
Genau. Anti-Aging, Blockierung von DNA-Schäden, entzündungshemmend, antimikrobiell und antioxidativ – das ist der Wirkmechanismus. In der Asian Beauty trinken sie ja nicht grundlos Grüntee und schmieren ihn sich auch auf die Haut. Der Hype hat seine Berechtigung.

Und was machst du konkret, wenn die Sonne richtig knallt?
Wenn es wirklich heiß wird, benutze ich nicht nur meine Tagescreme, sondern auch noch eine Zinkpaste. Aber grundsätzlich arbeite ich viel mit Grüntee – eben auch von innen.

Und das reicht wirklich als Schutz?
Grüntee hat eine natürliche Schutzfunktion. Das sind die Katechine – die können sogar bei weißen Hautkrebs natürlich unterstützen. Aber: Sie können auf den Magen schlagen, da muss man sich langsam rantasten. Und wichtig: Grüntee ist nicht gleich Grüntee. Natürlich ist das kein extrem hoher Lichtschutzfaktor- deshalb ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Sonne auch immer wichtig.

Wie kamst du eigentlich auf die Idee, daraus Kosmetik zu entwickeln?
Mein Freund und Mentor Prof. Huber aus Wien, ein Hormonspezialist, hat mich begeistert. Er liebt grünen Tee. Da war für mich klar: Grüntee für die Haut – das ist ein Gamechanger. Die Katechine sind quasi das Penicillin aus der Grünteepflanze. Deshalb gehört es für mich in die Hautgesundheit und ins Anti-Aging.

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https://natugena.de/shop/anwendungen/better-aging-longevity/Astaxanthin.aspx?r=15371 (Abre numa nova janela)

 

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