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    <title>Susanne Thiele - Zwischen Krimi &amp; Petrischale</title>
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    <description>Newsletter von Susanne Thiele – Autorin &amp; Biologin zwischen Ost und West
Erzähle über Wissenschaft, Herkunft und Wandel</description>
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      <title>Susanne Thiele - Zwischen Krimi &amp; Petrischale</title>
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    <item>
      <title><![CDATA[Komm mit auf Mikroben-Safari!]]></title>
      <description><![CDATA[Zwischen Krimi und Petrischale im August  2026: Von heißen Urlaubstagen, unsichtbaren Reisebegleitern und einem neuen Kinderbuch]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Kommt mit auf Mikroben-Safari!</h1><p><em>Von heißen Urlaubstagen, unsichtbaren Reisebegleitern und einem neuen Buch</em></p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5eeaadc3-0a1f-4c85-ac13-7b8a23e96e4b/uploads/images/ob4lfiwpyx/logo-Kopie_Susanne_Thiele.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Newsletter #28 - Zwischen Krimi und Petrischale im August 2026</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Liebe Leserinnen und Leser,</strong></p><p>ich bin zurück aus der Sommerpause und hoffe, ihr habt ebenfalls eine schöne Zeit verbracht.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5eeaadc3-0a1f-4c85-ac13-7b8a23e96e4b/uploads/images/kldc3hycwq/Split_Susanne_IMG_5926.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Mich hat es diesmal mit dem Caravan nach Dalmatien verschlagen: Trogir, Split, kroatische Adria. Wart ihr schon einmal im antiken Diokletianpalast in Split? Der beeindruckende römische Kaiserpalast wurde vor 1700 Jahren gebaut mit Tempeln, Kirchen und Wohnhäusern für all die Menschen, die diesen riesigen Palast am Laufen hielten.</p><p>Bei bis zu 35 Grad war es ordentlich warm. Zum Glück wehte meistens eine Meeresbrise. Und noch viel wichtiger: Wir blieben von den schweren Bränden verschont, die diesen Sommer wieder Teile Südeuropas getroffen haben.</p><p>Auf dem Rückweg gab es noch ein paar Tage Berchtesgaden mit Königssee und Salzburg. Zum Abschluss folgte ein Wochenende mit Freunden und „La Traviata“ auf der Seebühne in Bregenz.</p><p></p><p><strong>Und dann ging es für mich von der großen Reise direkt in eine sehr, sehr kleine Welt.</strong></p><p>Denn falls ihr euch gewundert habt, warum es hier in letzter Zeit etwas ruhiger war: Ich habe geschrieben.</p><p>Diesmal keinen Krimi und auch kein Sachbuch für Erwachsene, sondern ein erzählendes Sachbilderbuch für Kinder von etwa 8 bis 12 Jahren:</p><h2>Mikroben-Safari</h2><p>Darin geht es um Wesen, die wir nicht sehen können und die trotzdem überall um uns herum sind: <strong>Bakterien, Viren und Pilze.</strong></p><p>Und nein, sie sind längst nicht alle die Bösewichte, für die wir sie gern halten.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5eeaadc3-0a1f-4c85-ac13-7b8a23e96e4b/uploads/images/vsuazdzzg5/Cover.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Mit dem Geschwisterpaar Greta und Theo und dem Milchsäurebakterium <strong>Lotti Lacto</strong> geht es hinein in den unsichtbaren Mikrokosmos. In humorvollen Kurzgeschichten erleben die beiden, was Mikroben in unserem Alltag eigentlich so treiben und warum wir ohne viele von ihnen ziemlich alt aussehen würden. Und ich habe mich auch erstmals an einem Mikroben-Comic getraut!</p><p>Illustriert hat das Buch meine Kollegin, die Grafikerin <strong>Matthia Tiemeyer</strong>. Und ich gebe zu: Ihre handgezeichneten Illustrationen sind für mich gerade eine echte Erholung für die Augen zwischen all den KI-Bildern, die uns inzwischen überall begegnen.</p><p>Das Buch ist frisch im <strong>Zaradiso-Verlag</strong> erschienen und jetzt im Buchhandel erhältlich. Und natürlich nicht nur interessant für kleine Mikrobenbegeisterte von 8-12 Jahren :-)!</p><p>Wer genauer wissen möchte, was hinter dem Projekt steckt, findet hier den Pressetext:</p><p><a href="https://susanne-thiele.de/wp-content/uploads/2026/08/Presse_Kinderbuch_Mikroben-Safari_Susanne-Thiele.pdf">Presse: Kinderbuch „Mikroben-Safari“</a></p><p>Besonders gefreut hat mich, dass wir gemeinsam mit dem Verlag einen Preis von <strong>4 Euro</strong> für das 40 seitige Softcover-Buch hinbekommen haben. Mir war wichtig, dass das Buch damit auch für Schulklassen und größere Gruppen in Staffelpreisen bezahlbar bleibt.</p><p>Bestellen könnt ihr es direkt beim Verlag oder natürlich über den Buchhandel:</p><p><a href="https://zaradiso.shop/Wissen-Lernen/LERN-MEDIEN/Kurzgeschichten/Mikroben-Safari">Mikroben-Safari beim Zaradiso-Verlag</a></p><p><strong>Und an die Buchblogger unter euch:</strong> Wenn ihr Lust habt, „Mikroben-Safari“ zu rezensieren, könnt ihr über den Verlag ein kostenfreies Rezensionsexemplar bekommen. Meldet euch dafür einfach bei mir.</p><p>Die ersten Lesungen sind ebenfalls in Planung. <br/>Alle aktuellen <strong>Termine zu meinen Lesungen</strong> findet ihr wie immer auf meiner <a href="https://susanne-thiele.de/termine/">Website.</a><br/></p><p>Und weil nach dem Buch bekanntlich vor dem Buch ist, liegt auf meinem Schreibtisch schon das nächste Projekt:</p><p>Im Herbst 2026 erscheint eine neue, aktualisierte Auflage meines Sachbuchs <strong>„Zu Risiken und Nebenwirkungen“</strong>, ebenfalls im Zaradiso-Verlag und mit neuem Cover. Gerade sitze ich an den Druckfahnen.</p><p>Mehr dazu erzähle ich euch, wenn der Erscheinungstermin näher rückt.</p><p>Für heute war es das aus meinem Mikrobenzirkus. Der nächste Newsletter lässt nicht wieder so lange auf sich warten. <strong>Versprochen!</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p>Und jetzt interessiert mich: <strong>Was hat euch durch diesen Sommer begleitet?</strong> <br/>Eine Reise, ein Buch, ein Gedanke oder vielleicht sogar eine Begegnung mit der unsichtbaren Welt?</p><p>Schreibt mir gern. Auch wenn ihr etwas ganz anders seht oder kritische Anmerkungen habt. Genau dieser Austausch ist mir wichtig.</p><p>Wir lesen uns hier, auf Instagram, Steady oder Substack.</p><p><strong><em>Eure<br/>Susanne Thiele</em></strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5eeaadc3-0a1f-4c85-ac13-7b8a23e96e4b/uploads/images/t4qw65a4yy/Susanne.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><p><strong>PS:</strong> Wenn euch meine kostenlose Kolumne gefällt, freue ich mich sehr, wenn ihr sie an Menschen weiterempfehlt, die ebenfalls Spaß an Wissenschaft und dem ganz normalen Mikrobenwahnsinn haben.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><hr aria-hidden="true"/><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5eeaadc3-0a1f-4c85-ac13-7b8a23e96e4b/uploads/images/b6rxvkesql/Safari_Gang.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Sun, 16 Aug 2026 06:00:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Kaulquappen fischen]]></title>
      <description><![CDATA[Zwischen Krimi und Petrischale im Februar 2026: Liebe Leserinnen und Leser, seit zwei Wochen sitze ich immer wieder mal auf meinem gelben Sessel im Arbeitszimmer. Neben…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Zwischen Krimi und Petrischale im Februar 2026</em></p><p></p><p><strong>Liebe Leserinnen und Leser,</strong></p><p>seit zwei Wochen sitze ich immer wieder mal auf meinem gelben Sessel im Arbeitszimmer. Neben mir stapeln sich alte Fotoalben, lose Bilder in Kisten, vergilbte Umschläge und Briefe.<br/>Für das Insta-Takeover bei „@schwalbenjahre“ – ein soziokulturelles Projekt der Fotografin Jessica Bartels, öffne ich gerade meine Alben, um aus der ehemaligen DDR-Zeit bis zur Wende 1989 zu erzählen. Ich bin Jahrgang 1970 und in Bernburg an der Saale aufgewachsen und zur Schule gegangen.</p><p>Und da ist dieses eine Foto.</p><p>Ich bin etwa fünf Jahre alt, knie an einem Bach und fische mit hochkonzentriertem Blick nach Kaulquappen an den ruhigen Rändern des Bachs. Mein Vater hat das Bild gemacht. Ich völlig versunken in der Beobachtung. Offenbar war ich schon damals der Meinung, dass man Dinge bis auf den Grund genauer untersuchen sollte.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f36ef3d5-1d84-4b55-89fc-14782397d713/uploads/images/yva2us27m3/Radtour_an_der_Saale.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Quelle: Susanne Thiele privat</figcaption></figure><p>Wenn ich dieses Foto sehe, denke ich: Eigentlich war der Plan klar.</p><p>Ich wollte frei forschen. Reisen. Tiere und Pflanzen verstehen. Und ganz bestimmt keine Lehrerin an einer Schule werden.</p><p>In der 12. Klasse an der Erweiterten Oberschule (EOS) war ich noch ziemlich optimistisch. Einser-Abi in der Tasche, gesellschaftliches Engagement als FDJ-lerin, Naturbegeisterung: Es sollte Biochemie der Pflanzen an der Martin-Luther-Universität Halle werden. Was sollte da schon schiefgehen?</p><p>Dann kam die Absage.</p><p>Genauer gesagt brachte mein Vater mir den Brief.</p><p>Ein offizielles, kühles Schreiben. Kein „Leider“. Kein „Wir bedauern“. Nur dieser Satz:</p><p>„Hiermit stellen wir Ihnen einen Studienplatz an der Pädagogischen Hochschule Mühlhausen als Fachlehrerin für Biologie/Chemie bereit.“</p><p>Biochemie der Pflanzen war damit erledigt. Forschung ebenfalls.<br/>Die Botschaft war eindeutig: Das hier oder gar kein Studium.</p><p>Ich saß zu Hause und weinte. Ich wollte nicht lebenslang an einer Schule unterrichten. Für mich war das eine komplett andere erzwungene Straße für mein Leben.</p><p>Mein Vater setzte sich zu mir. Und ich glaube, wir beide wussten sehr genau, wie sich das anfühlt.</p><p>Er hatte Maschinenbau in Magdeburg studiert, war Dozent, klug, kreativ und fachlich sehr gut. Mehrfach hatte man ihm nahegelegt, doch bitte in die SED einzutreten. Mehrfach hatte er höflich abgelehnt.</p><p>Ein Parteiabzeichen am Revers hatte er nicht. Dafür aber eine unpassende bürgerliche Biografie mit einer eigenen Familienfirma seines Vaters gleich neben unserem Elternhaus. Privates Unternehmertum war nicht gern gesehen in der DDR.</p><p>Linientreue zur Partei war aber Voraussetzung für Habilitation und Professur. Also blieb mein Vater im wissenschaftlichen Mittelbau und durfte erleben, wie Kollegen mit Mitgliedsbuch befördert wurden oder auf Dienstreisen gingen, die ihm verwehrt blieben.</p><p>Wir haben darüber in der Familie nie laut gewütet. Aber wir haben gelernt, Dinge einzuordnen. Zwischen den Zeilen zu lesen. Und uns innerlich nicht klein machen zu lassen.</p><p>Nach außen arrangierte sich mein Vater, für die Familie, für Stabilität. Zu Hause lebte er seinen Gestaltungswillen in Umbauprojekten aus, tüftelte, und baute. Kreativität findet Wege, selbst wenn offizielle Wege versperrt sind.</p><p>Am nächsten Morgen traf ich meine Entscheidung.</p><p>Ich nahm den Studienplatz an.</p><p>Nicht, weil ich plötzlich Lehrerin werden wollte, sondern weil ich wusste, wo ich eigentlich hinwill und dass es unterwegs andere Möglichkeiten geben wird. Und wenn man innerlich klar ist, dann sucht man sich Wege. Vielleicht nicht die vorgesehenen, aber eigene.</p><p>Nach der Wende bin ich sofort gewechselt. Mit meinem DDR-Vordiplom ging ich 1991 an die TU Braunschweig und studierte weiter Biologie. Endlich das, was ich ursprünglich wollte.</p><p>Warum erzähle ich dir das?</p><p>Weil viele unangepasste Karrieren in der DDR gebremst, verbogen oder verzögert wurden. Manche konnten das nie korrigieren. Wir haben Jahre verloren, und die ostdeutsche Wissenschaft viele kluge Köpfe. Führungskräfte mit ostdeutscher Perspektive, die heute fehlen, um das gemeinsame Zusammenwachsen von Ost und West besser zu gestalten.</p><p>Aber wir haben auch etwas gelernt.</p><p>Wir haben gelernt, mit Brüchen zu leben und mit Unsicherheiten umzugehen. Wir haben gelernt, nicht in Schockstarre zu verfallen, sondern nach Lösungen zu suchen.</p><p>Mir ist das während Corona wieder aufgefallen. Das weckte diese Widerstandskraft und Pragmatismus. Dieses leise „Dann eben anders.“ <br/>Die Fähigkeit, Veränderungen nicht nur auszuhalten, sondern handlungsfähig zu bleiben. Und ein wenig Sarkasmus hilft auch, die eigene Würde in harten Zeiten zu bewahren.</p><p>Wenn du magst, schau dir mein Insta-Takeover bei <a href="https://www.instagram.com/schwalbenjahre/">„@schwalbenjahre“</a> an. Dort erzähle ich noch weiter aus unserer Familiengeschichte.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f36ef3d5-1d84-4b55-89fc-14782397d713/uploads/images/mjnqa3hfwe/_schwalbenjahre.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>Und ich schreibe weiter an einem Buch über genau diese Zeit – über Begrenzungen, Brüche, die Wende und die großen Veränderungen und Chancen danach. Auch wenn sich Verlage derzeit schwer tun, solche Geschichten ins Programm zu nehmen: Unsere Geschichten müssen erzählt werden und auch da wird sich ein Weg finden.</p><p>Kaulquappen fischen war für mich auf jeden Fall ein guter Anfang.</p><p><br/>Herzliche Grüße<br/><br/>Deine Susanne Thiele</p><hr aria-hidden="true"/><p>Hast du Fragen an mich oder Beiträge und Kommentare zum Buchprojekt, dann schreib mir immer gern. Schreib mir auch gern, wenn du etwas ganz anders siehst oder kritische Anmerkungen hast. Dieser Austausch ist mir sehr wichtig.</p><p>Was haltet ihr eigentlich von der neuen “Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung”? <br/><br/>Oder vom neuen Buch von Jana Hensel “Es war einmal ein Land”?</p><p></p><hr/><p>Nächstes Thema</p><p>Beim nächsten Mal erzähle ich euch etwas über mein spannendes Kinder-Bildersachbuch mit Mikrobengeschichten, an welchem ich gerade parallel arbeite. Das hätte hier heute aber den Rahmen komplett gesprengt ;-)!</p><p>Wir lesen uns.</p><p><strong><em>Eure </em></strong><br/><strong><em>Susanne Thiele</em></strong><br/></p><p>PS: Wenn euch meine kostenlose <strong>Kolumne</strong> zusagt, empfehlt mich sehr gern weiter an Freunde über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.<br/></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Sun, 22 Feb 2026 17:46:29 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Moments und Danke 2025]]></title>
      <description><![CDATA[Meine lieben Leserinnen und Leser, ich hoffe sehr, ihr hattet schöne, runde und möglichst harmonische Weihnachten.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Zwischen Krimi und Petrischale im Dezember 2025</em></p><p></p><p>Meine lieben Leserinnen und Leser,</p><p>ich hoffe sehr, ihr hattet schöne, runde und möglichst harmonische Weihnachtstage.<br/><br/>Bei mir wurde es in diesem Jahr ausgesprochen gesellig: Am ersten Feiertag saßen 13 lieben Menschen bei mir zu Hause um den Tisch, Nicht-Vegetarier und Vegetarier friedlich vereint. Und – man glaubt es kaum – alle wurden glücklich satt. Ein kleines Weihnachtswunder. 🎄<br/>Der zweite Feiertag war dann leiser: viel Zeit für gute Gespräche bei meiner Mutter, die inzwischen in einem Heim lebt.</p><p>Bevor sich das Jahr endgültig verabschiedet, wollte ich mich noch einmal melden. In der zweiten Jahreshälfte war es hier auffällig still. <br/>Das tut mir leid – und ich gelobe Besserung. Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, euch <strong>quartalsweise</strong> ein Lebenszeichen in Newsletterform zu schicken.</p><p>Der Hauptgrund für mein digitales Abtauchen war allerdings ein sehr lebendiges, forderndes und spannendes neues Buchprojekt, an dem ich parallel recherchiert und bereits geschrieben habe. Es geht um Einblicke in das politisch gesteuerte Wissenschaftssystem der ehemaligen DDR – erzählt entlang meiner eigenen Biografie und der Familiengeschichte über zwei Generationen - Erfahrungen, die uns bis heute noch prägen.<br/>Ein Verlag, der sich an diese Themen traut, wird derzeit noch gesucht (meine Agentur ist dran). Und falls sich diese Tür nicht öffnen sollte: Ich habe gelernt, dass es auch noch andere Wege gibt – manchmal sogar die spannenderen.</p><p>Denn wie André Gide das bekannte Zitat so schön weiterentwickelte:</p><p><em>„Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Die Tragik ist jedoch, dass wir meist so lange auf die geschlossene Tür blicken, dass wir die, die sich öffnen, gar nicht bemerken.“</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f57e497b-a41b-454c-8c6b-cacb221dbe3d/uploads/images/jn5pila6vl/2025.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Zwischen Weihnachten und Silvester ziehe ich traditionell ein wenig Bilanz. Manchmal schreibe ich mir sogar einen Brief an mich selbst. <br/><br/>Ich stelle mir Fragen wie:<br/>Welche Erinnerungen lassen mich lächeln?<br/>Was hat mir Energie gegeben – und was zu viel gekostet?<br/>Worin bin ich heute mutiger als zu Beginn des Jahres?<br/>Welche Menschen haben mich bereichert?<br/><br/>Und: Was darf mit dem alten Jahr gehen – und wovon möchte ich im neuen gern mehr?</p><p> </p><p></p><hr/><p>Moments 2025</p><p>Und damit zu meinen <strong>schönsten Momenten im Autorinnenleben 2025</strong> - trotz aller Krisen um uns herum: </p><ul><li><p>Zum ersten Mal habe ich mit viel Vergnügen einen Cosy-Crime-Kurzkrimi geschrieben – mit meiner pensionierten Apothekerin und Hobbydetektivin <strong>Clara Hansen</strong>.</p></li><li><p>Ebenfalls zum ersten Mal habe ich an einem <strong>Krimiturney</strong> teilgenommen (nicht gewonnen, aber mit Spaß und einem Eulen-Pokal verloren).</p></li><li><p>Mit dem Drehbuch zu unserem Klimathriller <strong>„Toxin“</strong> waren Kathrin Lange und ich für das <strong>Deutsche Fernseh-Krimi-Festival </strong>in Wiesbaden nominiert. Auch hier gilt: Dabei sein ist alles – und der Sekt danach schmeckte trotzdem.</p></li><li><p>Die vielen <strong>Lesungen</strong> zu meinen Mikroben-Sachbüchern und Science-Thrillern waren toll, die schönen Begegnungen mit euch und die klugen, neugierigen Fragerunden.</p></li><li><p>Mein Thriller/Recherche-Seminar als Dozentin mit Kathrin an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel – und die intensive Arbeit mit euch an euren Buchprojekten.</p></li><li><p>Ich war zum ersten Mal in einem Pilates-Reformer-Kurs und fand es wunderbar als Ausgleich zum Schreibtisch! Das darf bleiben :-)…</p></li><li><p>Und nicht zuletzt ein Hoch auf meine kleine, feine Community <strong>„Let Me edutain You!“</strong> auf Steady. Seit Anfang 2024 treffen wir uns dort schon seit zwei Jahren einmal im Monat per Zoom. Es entstehen Memoirs, Ratgeber, Blogs und andere Erzählformate rund um Wissenschaft, Zeitgeschichte und eure besonderen Leidenschaften. <br/>Mir geht es dabei vor allem um eure Freude am Schreiben, Austausch und gegenseitige Ermutigung zu unterstützen – weniger um Perfektion. <br/>Der Newsletter bleibt kostenlos, die Community-Workshops bewusst sehr erschwinglich. Wer Lust hat: Kommt gern dazu. <br/>Alle Infos unter <a href="https://steady.page/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up">Let me edutain you! | Spannende Sachbücher schreiben</a></p></li></ul><p> </p><p>Für meine neue Projekte ab 2026 darf es jetzt noch ein wenig rumoren und sich in meinem Kopf sortieren. Inspiration braucht Geduld. Ein Verlagsvertrag ist schon unterschrieben. Im Januar erzähle ich euch mehr.</p><p>Über den Jahreswechsel bin ich übrigens ein paar Tage in <strong>Wien</strong> – dort liegt bereits Schnee. Ein guter Ort, um Gedanken zu ordnen und Geschichten leise nachzuspüren.</p><p>Danke euch von Herzen für eure Treue, euer Interesse und eure Begleitung durch dieses Jahr.</p><p><br/>Ich wünsche euch Gesundheit, Zuversicht und viele offene Türen für 2026.</p><p>Wir lesen uns.</p><p></p><p>Und ich lese gerade über die freien Tage meine neue Geschenke:</p><p><strong><em>Schwebende Lasten</em> von Annett Gröschner</strong><br/>Geschichte von Hanna einer Blumenbinderin und Kranfahrerin aus Magdeburg, der Stadt in der meine Oma lebte.</p><p><strong><em>Königin Esther</em> von John Irving</strong><br/>Jimmy, ein Student aus New Hampshire, sucht im Wien der sechziger Jahre nach seiner leiblichen Mutter - passt perfekt für meine Silvestertage in Wien</p><p></p><p>Schreibt mir gern, was ihr macht, was ihr lest oder was euch sonst so bewegt…</p><p><strong><em>Eure </em></strong><br/><strong><em>Susanne Thiele</em></strong></p><p>PS: Wenn euch meine <strong>Kolumne</strong> zusagt, empfehlt mich sehr gern weiter an Freunde über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.<br/></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Sun, 28 Dec 2025 15:38:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Geknebelter Geist -Wissenschaftsfreiheit gestern und heute]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Leserinnen und Leser, im Mai war es hier sehr ruhig – ich bin gerade aus den USA zurückgekehrt, voller Eindrücke, die nachwirken. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Geknebelter Geist - Wissenschaftsfreiheit gestern und heute</h1><h3>Ein persönlicher Reisebericht aus den USA und News vom Schreibtisch</h3><p><em>Zwischen Krimi und Petrischale im Juni 2025</em><br/></p><p>Liebe Leserinnen und Leser,</p><p>im Mai war es hier sehr ruhig – ich bin gerade aus den USA zurückgekehrt, voller Eindrücke, die nachwirken. Ich war in Washington D.C., Philadelphia und New York unterwegs. Drei Städte, drei Gesichter einer Demokratie im Stress.</p><p>Die Einreise am internationalen Flughafen Newark Liberty war recht unkompliziert, trotz einiger unbequemer Fragen. <br/><br/>In Washington spazierte ich über die National Mall – alles sehr blankpoliert, monumental, überinszeniert: Capitol, Lincoln Memorial, Weißes Haus – Macht als Kulisse. Vor den Zäunen aber Souvenir-Verkäufer mit Trump als Witzfigur. Doch hinter der Fassaden: Unsicherheit, Spaltung, ein Land, das mit sich selbst ringt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a6a8bab-d3de-48d0-ae40-8695ccdf3bcd/uploads/images/5f7axeqjr6/IMG_4439.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>In Philadelphia dann Independence Hall und Liberty Bell – dort, wo 1776 die amerikanische Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde. <em>We the People of the United States...</em> – ein Satz, der Hoffnung, Mut und Verantwortung atmete. Und heute? Opfert die USA ihre Ideale.<br/>Zum Schluss vier Tage im sich immer wieder neu erfindenden, nie schlafenden New York: MoMA, Ground Zero, Brooklyn, Stonewall, LGBT-Geschichte und vieles mehr. Am Vortag unseres Abflugs sahen wir in Manhattan erste friedliche Proteste von Einwanderern gegen die ICE-Behörden. Nicht zu vergleichen mit dem, was sich parallel an der Westküste in Los Angeles abspielte.</p><p>Täglich Bad News aus dem amerikanischen Wissenschaftssystem, die sogar bis in meine Pressestelle reichen, weil auch deutsche Medien sich dafür interessieren, wie Forschungszentren hierzulande betroffen sind. Die US-Regierung kürzt gezielt Mittel für „unbequeme“ Universitäten, nimmt Einfluss auf Lehrpläne, bedroht kritische Studierende mit Ausweisung – und erzeugt so ein Klima der Einschüchterung. Demokratie und Wissenschaftsfreiheit stehen unter Druck.<br/><br/>An der Goethe-Universität Frankfurt haben junge US-Gastwissenschaftler:innen ihre Sorge offen ausgesprochen, wie der UniReport berichtet: Viele von ihnen können sich derzeit nicht vorstellen, in ihre Heimat zurückzukehren. Zu groß ist die Angst, politisch nicht mehr frei arbeiten zu können – besonders in den Geistes-, Sozial- und Umweltwissenschaften. Sie sind nicht allein: Immer mehr Forschende aus den USA fragen in Deutschland an – nicht aus Neugier, sondern aus Not. Auch in der Gesundheitsforschung sieht es ähnlich aus.</p><p>Besonders bedrückend: die massive Zensurbewegung, die sich auf Schulbibliotheken und öffentliche Büchereien ausweitet. Über 4.200 Bücher wurden allein im letzten Schuljahr verboten – darunter Werke über Rassismus, queere Identitäten, Genderfragen. Ganze Themen sollen unsichtbar gemacht werden. Die Amerikanistin Heike Schäfer spricht von einem „kulturellen Rückzugskrieg“, der wissenschaftliche und künstlerische Freiheit frontal angreift. Gleichzeitig entstehen kreative Gegenbewegungen: Künstler:innen antworten mit sogenannten <em>Erasures</em> – Textlöschungen, die auf das aufmerksam machen, was nicht mehr gesagt werden darf. Die Lücken im Text sprechen Bände.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a6a8bab-d3de-48d0-ae40-8695ccdf3bcd/uploads/images/k4non7vnkq/IMG_4440.jpeg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Meine USA-Reise hat mich nachdenklich gemacht und tief berührt. Ich schreibe recherchiere derzeit an einem beruflichen Memoir über meine Schul- und Studienzeit in der DDR, die ebenfalls eine Bildungsdiktatur war – und über die Frage, wie viel Freiheit Wissenschaft wirklich braucht.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/4a6a8bab-d3de-48d0-ae40-8695ccdf3bcd/uploads/images/7a6uknakq3/64DE7929-5E0F-4AFE-9277-AE2E138C2966.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Ich bin in Bernburg in Sachsen-Anhalt in der ehemaligen DDR geboren und wurde in ein Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule Erfurt/Mühlhausen für Biologie und Chemie gedrängt. Ich weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, in einem System zu lernen und zu studieren, in dem Meinungen kontrolliert und abweichende Gedanken bestraft wurden. Meine Familie hat kleine und große Repressalien erlebt, da mein Vater kein ideologisch linientreuer Akademiker und Hochschullehrer war – aber wir haben diese Zeit überstanden: mit viel Ideenreichtum, Resilienz und Pragmatismus – und natürlich auch mit einem gewissen sarkastischen Humor, den man dabei notgedrungen entwickelt.<br/>Mein Vater konnte seine Karriere nach der Wende noch einmal neu starten. Ich bin seit 1991 in Westdeutschland mit Freude in Forschung und Wissenschaftskommunikation unterwegs – und habe die Möglichkeit zu vergleichen, mit dem Blick auf beide Staaten.</p><p>Aber die Parallelen zwischen damals und heute erschrecken mich. Politische Kontrolle ist zurückgekehrt – nicht als staatliche Allmacht, sondern als moralischer oder ideologischer Druck. In den USA – und, wenn wir ehrlich sind, auch zunehmend bei uns.<br/>Ich dachte lange: Solche Zeiten sind vorbei. Aber auch in Deutschland sind wir nicht frei davon. Auch bei uns wächst der Druck.</p><p>In Deutschland garantiert das Grundgesetz (Artikel 5, Absatz 3) die Freiheit der Wissenschaft. Die unabhängige Forschung und Lehre wird jedoch zunehmend in Frage gestellt, beobachtet die Rostocker Juniorprofessorin für Öffentliches Recht, Dana-Sophia Valentiner. So kündigte die „Alternative für Deutschland“ (AfD) an, unter ihrer Regierung Gender Studies abzuschaffen und Forschende zu Geschlechterfragen zu entlassen. Auch über die sogenannte „Zivilklausel“ – also die Selbstverpflichtung wissenschaftlicher Einrichtungen, nur für zivile und friedliche Zwecke zu forschen – wird, nicht nur in Rostock, kontrovers diskutiert.</p><p>Dass Wissenschaftsfreiheit nicht selbstverständlich ist, zeigt unter anderem ein Blick in die ostdeutsche Geschichte. So wurden von 1945 bis 1989/90 kritische Rostocker Studierende und Forschende überwacht, diszipliniert oder sogar aus dem Hochschulbetrieb ausgeschlossen. Ähnliches passierte 1976 nach Studentenprotesten an meiner Pädagogischen Hochschule in Erfurt/Mühlhausen.<br/>„Politische Linientreue war für eine wissenschaftliche Karriere in der DDR oft entscheidender als akademische Qualität“, betont Dr. Volker Höffer vom Stasi-Unterlagen-Archiv Rostock. Der Historiker hat mit ehemaligen Professorinnen und Professoren sowie Studierenden der Universität Rostock die Ausstellung <em>Geknebelter Geist</em> organisiert, die noch bis zum 9. Juli zu sehen ist. Vielleicht seid ihr in der Nähe…</p><p>Freiheit in der Wissenschaft ist also kein Automatismus. Sie ist eine Entscheidung. Und eine Haltung.</p><p><strong>Apropos Haltung:</strong></p><p>Ich engagiere mich seit Kurzem auch bei den <em>Climate Fiction Writers Europe</em>, weil ich als Autorin, Biologin und Wissenschaftsjournalistin mit faktenbasierten und spannenden Geschichten das Bewusstsein für die Herausforderungen der Klimakrise stärken und naturwissenschaftliche Perspektiven in die Literatur einbringen möchte.</p><p><a href="https://climatefictionwriterseurope.org/mitglied/thiele-susanne/"><strong>Climate Fiction Writers Europe</strong></a></p><p>Der „Climate Fiction Writers Europe e. V.“ ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein für Autor:innen (Schriftsteller:innen, Journalist:innen, Texter:innen, Poet:innen, Blogger:innen und andere Kulturschaffende), die sich in ihren Werken mit Themen rund um Umwelt, Natur, Nachhaltigkeit sowie Klimawandel und dessen Folgen beschäftigen. Vielleicht ist das auch etwas für euch?<br/><br/>All das bietet genug Stoff für Fragen und Diskussionen: Schreibt mir gern eure Gedanken dazu – oder trefft mich persönlich!<br/></p><p><strong>Was steht bei mir sonst an?</strong></p><p>Gerade bereite ich ein Seminar mit meiner Kollegin und Koautorin Kathrin Lange vor.</p><ul><li><p><strong>15.–17. Juni</strong> – Seminar <em>Von Fakten zur Fiktion</em>,<br/>Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel<br/><a href="https://www.bundesakademie.de/">Von Fakten zur Fiktion | Bundesakademie für Kulturelle Bildung</a></p><p>Dazu wird es auch in einer der nächsten “FEDERWELT”-Ausgaben einen Rückblick geben.</p></li></ul><p> </p><p><strong>Hier kommen neue Termine für euch:</strong></p><ul><li><p><strong>25.09.2025</strong> – Kultur in Vinnhorst: Lesung und unterhaltsamer Vortrag zum Sachbuch <em>„Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke“</em></p></li><li><p><strong>26.09.2025</strong> – Köln: Öffentliche Podiumsdiskussion: <em>„Wie geht gute Wissenschaftskommunikation?“</em> – im Rahmen der Bakterien-Summerschool des VBIO</p></li><li><p><strong>25.10.2025</strong> – Braunschweig-Lehndorf: Lesung: <em>„Wissenschaft spannend erzählen“</em> – Auszüge aus meinen Büchern und neue Texte</p></li><li><p><strong>09.10.–02.11.2025</strong> – Halle (Saale): Silbersalz-Festival – Mikrobiologische Lesung &amp; Vortrag geplant im Rahmen der Wanderausstellung <em>Bakteriopolis</em> (Details folgen)</p></li></ul><p> </p><p><strong>Weitere News:</strong></p><p>Meinen Auftritt im ARTE-Saloon könnt ihr jetzt auch in der ARD-Mediathek bis zum <strong>17.04.2027</strong> abrufen.<br/><em>Können Mikroben alles?</em> – <a href="https://www.ardmediathek.de/video/arte-saloon/koennen-mikroben-alles/hr/Y2Q5YWY5MTgtZmNjMC00YmM2LTliZjMtOGIyZjRhOWVlYjBm">Hier anschauen</a> </p><p><br/><strong>Herzliche Grüße und bis</strong> <strong>bald – zwischen Krimi und Petrischale,</strong></p><p><strong><em>Eure Susanne Thiele</em></strong></p><p>PS: Wenn euch meine <strong>Kolumne</strong> zusagt, empfehlt mich sehr gern weiter an Freunde über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.<br/></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><hr/><p>Schreibcommunity</p><p>Wenn ihr euch selbst für gute Wissenschaftskommunikation und das Schreiben populärwissenschaftlicher Sachbücher, Ratgeber oder ein Memoir<strong> </strong>interessiert, abonniert gern meinen <strong>kostenlosen Sachbuch-Newsletter “</strong><a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><strong>Let me edutain you!”</strong></a>. <br/><br/>Hier bekommt ihr regelmäßig Einblicke und Tipps aus meiner eigenen Schreibwerkstatt und könnt <strong>a</strong>uch an den monatlichen virtuellen Treffen mit mir zum fachlichen Austausch zu euren Projekten und Texten teilnehmen. Wir sind eine nette Truppe angehender und schon publizierter Autor*innen.</p><p>Ich freue mich auf neue Gesichter und spannende Themen!</p><p>Viele Grüße</p><p><strong><em>Eure Susanne Thiele</em></strong></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Sat, 14 Jun 2025 05:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[TOXIN: Ein Thriller schreibt sich weiter - Wissenschaft unter Druck]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Leserinnen und Leser, es ist mal wieder Zeit für ein kleines Update direkt vom Schreibtisch – und ein paar Infos, extra für euch zusammengestellt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>TOXIN: Ein Klima-Thriller schreibt sich weiter – Wissenschaft unter Druck</h1><p><em>Aus meinem Mikrobenzirkus im April 2025</em><br/></p><p>Liebe Leserinnen und Leser,</p><p>es ist mal wieder Zeit für ein kleines Update direkt vom Schreibtisch – und ein paar Infos, extra für euch zusammengestellt.</p><p>Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen: Unser Ökothriller <strong>TOXIN</strong>, den Kathrin Lange und ich 2023 bei Bastei Lübbe veröffentlicht hatten, wurde als Drehbuchszene nominiert! Und zwar für den Nachwuchs-Drehbuchwettbewerb <em>Krimi x Klima</em> beim <strong>Deutschen Fernseh-Krimi-Festival</strong> – wie cool ist das bitte?<br/></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea350a8d-2b80-4170-92b1-e0ba6fc25682/uploads/images/tgiyuuk3g6/Newsletter_Toxin.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>@Deutsches Fernsehkrimi-Festival</figcaption></figure><p>Unsere Geschichte? Eine düstere, aber gar nicht so unrealistische Zukunft: In Alaska taut der Permafrost – und mit ihm erwachen längst vergessene Milzbranderreger. Jahre später sterben in Berlin erneut Menschen. Unsere Protagonistin, Wissenschaftsjournalistin <strong>Nina Falkenberg</strong>, begreift: Nicht nur die Natur spielt verrückt, auch ihr persönliches Umfeld in Berlin gerät gefährlich ins Wanken – und ihr Freund <strong>Tom Morell</strong> stürzt sich ins Abenteuer und ermittelt in Alaska.<br/>Link zum Buch: <a href="https://bastei-luebbe.de/Buecher/Krimis-Thriller/Toxin/9783785728390">Toxin | Buch (Paperback)</a></p><p>Von insgesamt 46 Projekten kamen wir unter die letzten vier! Am 13. März wurden beim 21. Deutschen FernsehKrimi-Festival in Wiesbaden alle nominierten Stoffe im neuen Wettbewerb <em>Krimi x Klima</em> vorgestellt – und ja, ich saß da mit Kathrin und klopfendem Herzen. 🎬</p><p>Hinter dem Wettbewerb stehen übrigens <strong>Hessen Film &amp; Medien</strong>, <strong>PlanetNarratives</strong> und die <strong>MaLisa Stiftung</strong>. Ihr Ziel: den Klimawandel spannend und gesellschaftlich relevant in Krimis erzählen – und dafür neue Erzählräume schaffen. Und ganz ehrlich? Das ist sowas von überfällig!<br/><br/>Die vier Final-Skripte – darunter auch unser <strong>TOXIN</strong> – wurden sogar als Kurzfilme umgesetzt (Regie: <strong>Manuel Föhl</strong>, mit <strong>Lia von Blarer</strong> und <strong>Wolf Danny Homann</strong>). Ihr könnt sie euch auf dem YouTube-Kanal des Festivals anschauen 👉 [<a href="http://www.fernsehkrimifestival.de/">www.fernsehkrimifestival.de</a>] – schaut gern mal rein!</p><p>🎬 <a href="https://www.youtube.com/watch?v=oPhz2UCLJBk"><strong>Toxin hier: DFKF 2025: KRIMI X KLIMA – TOXIN</strong></a></p><p>Gratulation an dieser Stelle auch nochmal an den Gewinnerfilm <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Iy35gBPKArk"><strong>„Der Abrutsch“ </strong></a><strong>von Roman Glöckner</strong>. <br/><br/>Und wir danken für die große Aufmerksamkeit für unser Thema. Ein riesiges Dankeschön an das Festival, an unseren Juror <strong>Jonathan Berlin</strong> und an die Initiator:innen – für diese Bühne, für den Mut, Wissenschaft und Fiktion zu verbinden und für das Vertrauen in unsere Geschichte.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Und dann holte mich die Realität ein …</strong></p><p>Was mich momentan auch beruflich im PR- &amp; Wissenschaftsbetrieb beschäftigt: In <strong>TOXIN</strong> spielt die <strong>NOAA</strong> – also die amerikanische Wetter- und Ozeanbehörde – eine wichtige Rolle. Und ausgerechnet diese Institution wird aktuell in der Realität massiv untergraben. Kein Scherz.</p><p>Im Jahr 2022, als wir für TOXIN recherchierten, hatten wir den Schauplatz des Thrillers extra von Sibirien nach Kanada/Fairbanks verlegt, weil wir dachten, dass durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine dort internationale wissenschaftliche Kooperationen ins Stocken geraten würden. Und nun – 2025 – hat sich die Lage ganz anders entwickelt: Die <strong>Wissenschaftsfreiheit in den USA</strong> kommt unter den Hammer.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea350a8d-2b80-4170-92b1-e0ba6fc25682/uploads/images/zrnuofgtlg/shutterstock_2446065451.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>(Shutterstock KI-Generiert)</figcaption></figure><p>Ein paar NOAA Schlaglichter aus letzter Zeit:</p><ul><li><p>Über 1.000 Mitarbeitende wurden entlassen, weitere sollen folgen – das sind rund 20 % der Belegschaft.</p></li><li><p>Selbst Hurrikan-Expert:innen mussten gehen – und wurden später notdürftig (!) wieder zurückgeholt.</p></li><li><p>Wetterballons? Kaum noch in der Luft – obwohl sie eine essenzielle Datenbasis für Prognosen liefern.</p></li><li><p>Und dann war da noch der unsichere Mailserver … Ja, wirklich.</p></li></ul><p>Was da gerade passiert, ist ein <strong>Angriff auf die Wissenschaft im Kern</strong> – mitten in der Klimakrise. Forschende in den USA schlagen Alarm: Fast 2.000 Wissenschaftler:innen haben sich gerade in einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Sie sprechen von einem <em>„Klima der Angst“</em> und einem <em>„massiven Angriff auf die Wissenschaft“</em>.</p><p>Und es betrifft nicht nur die NOAA – auch die <strong>NASA</strong>, die <strong>EPA</strong>, zahlreiche Universitäten und internationale Projekte, auch in der <strong>Gesundheitsforschung</strong>, sind betroffen. Fördergelder werden gekürzt, Begriffe wie „Klimawandel“ einfach aus Studien gestrichen – willkommen in der politischen Realität von 2025.</p><p>Laut einer Umfrage des Fachjournals <strong>Nature</strong> denken über drei Viertel der Forschenden in den USA über Auswanderung nach. Auch deutsche Forschungsprojekte leiden unter den Kürzungen.</p><p>🔬 <strong>Wissenschaft ist kein Nice-to-have – sie ist in unserer aktuellen Situation überlebenswichtig.</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Was sonst bei mir so ansteht:</strong></p><p><strong>Lesungen &amp; Seminare – Bühne frei!</strong></p><ul><li><p><strong>15. April, 19:30 Uhr</strong> – <em>Let me edutain you!- Spannende Sachbücher schreiben - </em>Nächster Sachbuch-Community-Treff (Zoom). Seid dabei!<br/>Hier geht es zur Anmeldung <a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><strong>Let me edutain you!”</strong></a><strong> . </strong>Schreibt mir gern für Fragen unter susanne.thiele@gmx.de<br/></p></li><li><p><strong>15.–17. Juni</strong> – Seminar <em>Von Fakten zur Fiktion</em>,<br/>Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel<br/>Es gibt noch Restplätze- hier geht es zur Anmeldung:<br/><a href="https://www.bundesakademie.de/">Von Fakten zur Fiktion | Bundesakademie für Kulturelle Bildung</a><br/></p></li><li><p><strong>25. September</strong> – 18:00 Uhr Lesung &amp; Vortrag in Vinnhorst (bei Hannover)<br/><em>„Zu Risiken &amp; Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke“</em><br/>Kultur in Vinnhorst – Kulturgemeinschaft Vinnhorst e.V.<br/></p></li><li><p><strong>26. September (Freitag)</strong> <strong>2025 Köln </strong>– Abendliche Podiumsdiskussion zur Wissenschaftskommunikation, Restaurant FRÜH am Dom<br/><em>Bakterien-Summerschool 2025 – Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V. (</em><a href="https://www.vbio.de/"><em>VBIO</em></a><em>)</em><br/></p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><p>🧬 <strong>Mikrobiologie Fun Fact:</strong><br/><br/><strong>Quallen brauchen Bakterien für den Liebeszauber</strong></p><p>Ohrenquallen können sich nur dann erfolgreich vermehren, wenn sie mit den richtigen Bakterien im Mikrobiom zusammenleben – das zeigt eine neue Studie der Universität Kiel. Die Mikroben liefern <strong>Beta-Carotin</strong>, ein Provitamin aus dem ein wichtiger Signalstoff entsteht, der die Quallen aus ihrer Polypen-Phase weckt und zur jungen Meduse werden lässt. Ohne diese mikrobielle Starthilfe passiert … nichts. <br/></p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ea350a8d-2b80-4170-92b1-e0ba6fc25682/uploads/images/4dfngnmva2/csm_053-quallen-pixabay_1e79413086.jpg.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Ohrenqualle (Pixabay)</figcaption></figure><p>Die Folge: deformierte Tentakel, stagnierende Entwicklung – und ein Quallenleben im Wartemodus. Erst der gezielte Beta-Carotin-Nachschub bringt wieder Schwung in die Sache.<br/>„Die Qualle kann sich nicht allein verwandeln – sie braucht ihre bakteriellen Partner quasi als biologischen Motivationscoach“, erklärt Erstautorin Dr. Nadin Jensen.</p><p>Ein schönes Beispiel dafür, dass man im Leben manchmal einfach nicht ohne gute Mitbewohner:innen auskommt.</p><p>🔗 <a href="https://www.uni-kiel.de/de/detailansicht/news/053-quallen">Wenn Bakterien die Fortpflanzung von Quallen steuern</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Ansonsten recherchiere ich gerade für ein neues Sachbuch/Memoir-Projekt – an der Schnittstelle von <strong>Biologie und Zeitgeschichte</strong> – mein neues Herzensprojekt reift leise vor sich hin. Mehr wird aber noch nicht verraten!<br/></p><p><strong>Bis bald wieder im Mai – zwischen Krimi und Petrischale,</strong></p><p>Schreibt mir gern für Feedback oder Fragen…</p><p></p><p><strong><em>Eure Susanne Thiele</em></strong></p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p>PS: Wenn euch meine <strong>Zwischen Krimi und Petrischale-Kolumne</strong> zusagt, empfehlt mich sehr gern weiter an Freunde über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><hr/><p>Schreibcommunity</p><p>Wenn ihr euch selbst für gute Wissenschaftskommunikation und das Schreiben populärwissenschaftlicher Sachbücher oder Ratgeber<strong> </strong>interessiert, abonniert gern meinen <strong>kostenlosen Sachbuch-Newsletter “</strong><a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><strong>Let me edutain you!”</strong></a>. <br/><br/>Hier bekommt ihr regelmäßig Einblicke und Tipps aus meiner eigenen Schreibwerkstatt und könnt <strong>a</strong>uch an den monatlichen virtuellen Treffen mit mir zum fachlichen Austausch zu euren Projekten und Texten teilnehmen. Wir sind eine nette Truppe angehender und schon publizierter Autor*innen.</p><p>Ich freue mich auf weitere neue Gesichter und spannende Themen!</p><p>Viele Grüße</p><p><strong><em>Eure Susanne</em></strong></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Wed, 09 Apr 2025 16:06:53 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[World Cabbage Day – Ein Fall für die scharfe Klinge]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Hobby-Detektive und Leserinnen im Mikrobenzirkus, heute, am 17. Februar, ist der Tag des Kohls – „World Cabbage Day“ - ein kurioser Feiertag für ein oft…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Hobby-Detektive und Leserinnen im Mikrobenzirkus,</p><p>heute, am 17. Februar, ist der Tag des Kohls – „World Cabbage Day“ - ein kurioser Feiertag für ein oft ignoriertes Gemüse, welches preiswert, äußerst vielseitig und mittlerweile Kult ist. <br/><br/>In diesen stürmischen Zeiten, in denen politischer Unsinn die Schlagzeilen beherrscht, ist es nicht einfach, die gute Laune zu behalten. Deshalb verlasse ich mal den Schreibtisch mit Sachbuchmanuskript und Krimi. <br/>Heute richte ich mein scharfes Messer aber nur gegen einen frischen Kohlkopf – und mache daraus Sauerkraut ;).</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/50ecde49-47d5-4529-8117-ed16cff5e64c/uploads/images/4n7aq7sel7/IMG_9674.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><h3>Der erste Schnitt: Der Moment der Wahrheit</h3><p>Der Kohlkopf liegt schwer in meiner Hand, seine äußeren Blätter umschließen ihn. Sie schmiegen sich in dichten, konzentrischen Kreisen aneinander – wie eine zarte, grüne Rüstung. Die Blätter sind kräftig, fast ledrig, ein tiefes, sattes Grün mit rauer Struktur. Ein Duft von kühler Erde, herbem Grün…<br/>Aber trotzdem muss er jetzt dran glauben! Mit dem scharfen Messer teile ich ihn in der Mitte durch…</p><p></p><h3>Der Fall Sauerkraut – Ein kulinarisches Verbrechen?</h3><p>Ein kleiner Blick in die Geschichte: In Deutschlands Speisekammern blubbern seit jeher die Sauerkrautfässer. Obwohl schon die Römer vor 2000 Jahren ihren ganzen Kohl in Töpfen konservierten, geistert seit dem Zweiten Weltkrieg das Klischee der »German Krauts« in den Köpfen anderer Nationen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/50ecde49-47d5-4529-8117-ed16cff5e64c/uploads/images/f6izwyiqt3/Witwe_Bolte.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Witwe Bolte am Sauerkrautfass (1865), Quelle: Wilhelm Busch – Max und Moritz (Public Domain)</em></p><p>Neben Wilhelm Busch mit <em>Max und Moritz</em> und seiner Witwe Bolte hat auch der Dichter Ludwig Uhland kräftig mitgewirkt. Dabei war das Säuern als einfache Methode des Haltbarmachens bereits den Menschen der Urgeschichte bekannt.</p><p>Der Legende nach gilt Dschingis Khan als kulinarischer Vorreiter des Sauerkrauts. Der mongolische Eroberer galoppierte mit seinem Reiterheer im 13. Jahrhundert von Asien nach Westen und bremste erst in Osteuropa ab.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/50ecde49-47d5-4529-8117-ed16cff5e64c/uploads/images/uijpiizbas/Dschingis_kahn.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Fotos: Porträt von Dschingis Khan (Dschingis Khan und seine Erben, Ausstellungskatalog, München 2005, S. 304, Foto: gemeinfrei)</em></p><p>Als Reiseproviant hatten die Reiter »suan cai« in den Satteltaschen – sauer eingelegter Kohl, zubereitet nach einem beim Überfall auf China erbeuteten Rezept. Als der Vorrat zur Neige ging, ersetzten sie den Chinakohl durch den europäischen Verwandten – den Weißkohl. In Deutschland stampften die ersten Mönche im ausgehenden Mittelalter den Weißkohl in die Fässer.</p><p></p><h3>Tatort Fermentation – Die Mikroorganismen am Werk</h3><p>Sobald das Gemüse unter die Lake getaucht wird, startet ein sehr wichtiges Milchsäurebakterium die Gärung – <strong>Leuconostoc mesenteroides</strong>. Der Name „leukos“ (altgriechisch = weiß) leitet sich vom weißen Aussehen seiner Kolonien ab. Die kleinen, kugelförmigen Kokken, Diplokokken oder kurzen Ketten kommen auf dem Gemüse in geringer Anzahl vor. Sobald der Kohl geschnitten wird, steigt die Zahl sprunghaft an, da die freigesetzten Zellinhalte den Bakterien mehr Nährstoffe zur Verfügung stellen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/50ecde49-47d5-4529-8117-ed16cff5e64c/uploads/images/p4hhpfryyn/Leuconostoc.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Leuconostoc mesenteroides SEM (Quelle: </em><a href="https://microbewiki.kenyon.edu/index.php/Leuconostoc_mesenteroides"><em>https://microbewiki.kenyon.edu/index.php/Leuconostoc_mesenteroides</em></a><em>)</em></p><p>In den ersten Tagen blubbert es im Bügelglas recht heftig. Der vorhandene Sauerstoff wird verbraucht und die Kohlendioxid-Produktion beginnt. Leuconostoc ist ein heterofermentatives Milchsäurebakterium – das bedeutet, dass zwar als Hauptprodukt Milchsäure entsteht, dabei aber auch erhebliche Mengen an Nebenprodukten wie Kohlensäure, Alkohol und Essig produziert werden.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/50ecde49-47d5-4529-8117-ed16cff5e64c/uploads/images/tjmaktklnx/IMG_9850.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Nun geht es weiter wie bei der Eroberung neuer Kontinente: Ist die Umgebung ausreichend angesäuert – circa ab dem 3. Tag – kommen weitere säuretolerante Milchsäurebakterien und Hefezellen ins Spiel, wie z. B. <strong>Lactobacillus plantarum</strong>, ein homofermentatives Bakterium, das ausschließlich Milchsäure bildet und die spätere Phase der Gemüsefermentation prägt. Neben den säuretoleranten Bakterien sind auch Hefezellen am Veredlungsprozess beteiligt, die das Sauerkraut konservieren und aromatisieren. Im Schnitt ist die Milchsäuregärung nach 10 bis 20 Tagen beendet. <br/>Allerdings benötigen die meisten Gemüsefermente zwei bis drei Wochen bis zur vollen Reife – Sauerkraut braucht sogar vier bis sechs Wochen. Da braucht ihr etwas Geduld.</p><h3>Was können wir von einem selbstgemachten Sauerkraut erwarten?</h3><p>Zuallererst schmeckt es natürlich sehr gut: Roh gegessen sind Fermente reich an Vitaminen, Enzymen und anderen Inhaltsstoffen, die teilweise erst durch den Fermentationsvorgang entstehen und unsere Ernährung bereichern. Es besitzt eine geschmackliche Dichte und Vielfalt, die mit einem gekauften Produkt gar nicht vergleichbar ist – außerdem schmeckt es niemals gleich. Das Sauerkraut vom Vorjahr schmeckt anders als das von diesem Jahr, das vom Frühjahr anders als das vom November. Das liegt vor allem an den unterschiedlichen Herkunftsregionen der Kohlsorten und den mitgebrachten Bakterien. Auch die Mikroorganismen, die wir über unsere Hände einbringen, variieren, und unterschiedliche Temperaturen bei der Vergärung haben ebenfalls Einfluss. Aber genau das macht den Reiz aus – kein Sauerkraut schmeckt gleich.</p><h3>Sauerkraut ist gesund!</h3><p>Die gesundheitlichen Wirkungen selbst fermentierten Sauerkrauts sind beachtlich: Der englische Seefahrer James Cook (1728–1779) soll es als Erster auf seinen Pazifik-Reisen fässerweise mitgenommen haben, um seine Mannschaft während der monatelangen Überfahrten vor Skorbut – der gefürchteten Vitamin-C-Mangelkrankheit – zu schützen. Teilweise zwang er seine Männer sogar, das Kraut zu verspeisen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/50ecde49-47d5-4529-8117-ed16cff5e64c/uploads/images/x2a22nepwi/IMG_9853.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Quelle: James Cook (Nathaniel Dance-Holland, 1976): gemeinfrei, Nachbau der Endeavour (Schifftstyp Whitby Cats): CC-BYSA3.0</em></p><p>Anders als oft behauptet, strotzt Sauerkraut aber nicht vor Vitamin C und Vitamin B12. Einhundert Gramm Kraut liefern gerade mal 20–30 Milligramm Vitamin C – immerhin mehr als doppelt so viel wie 100 Gramm eines Apfels. <br/><br/>In den Wintermonaten bleibt Sauerkraut deshalb ein wertvoller Lieferant für Vitamin C. Wird Sauerkraut nur leicht bissfest gekocht, steigt der Vitamin-C-Gehalt sogar noch, wie Ernährungsexperten der Verbraucherzentrale Bayern mitteilen. Hintergrund dafür ist das sogenannte Ascorbigen, eine Vitaminvorstufe, die im Weißkraut reichlich vorhanden ist. Erst durch leichtes Erhitzen wird es in aktives Vitamin C umgewandelt, und das saure Milieu schützt das Vitamin vor Zerstörung. Eine Portion schonend erhitztes Sauerkraut deckt etwa ein Viertel der empfohlenen Tagesdosis von 100 Milligramm ab.</p><p>Sauerkraut ist zudem gut bekömmlich! Milchsauer eingelegtes Gemüse ist quasi vorverdaut, da die Kohlenhydrate von den Milchsäurebakterien zu Milchsäure abgebaut werden. Dadurch wird das pflanzliche Gewebe aufgelockert, und der menschliche Verdauungsapparat muss weniger leisten, um die Kost aufzuschließen. Schwer verdauliche Rohkost wird durch Fermentation bekömmlich, und die Nährstoffe werden besonders gut verfügbar.</p><h3>Auf der Spur der Milchsäurebakterien</h3><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/50ecde49-47d5-4529-8117-ed16cff5e64c/uploads/images/id5wr3efau/IMG_2092.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Milchsäurebakterien sind neben der Milchsäure die wichtigsten Gesundmacher im Kraut. Sie gelangen mit der Nahrung in den Darm und entfalten dort ihre Wirkung. Dort fördern sie eine gesunde Darmflora und bilden sogenannte Bakteriocine – eine Art Abwehrtruppe, die krankmachenden Keimen Paroli bietet. Dabei handelt es sich um giftige Proteine oder Peptide, die von Bakterien abgesondert werden und andere konkurrierende Bakterienarten töten oder zumindest im Wachstum hemmen. Die von den Bakterien gebildete Milchsäure regt die Darmbewegung an, sorgt für einen günstigen pH-Wert und stärkt die Darmschleimhaut. Zudem dient sie der Energiegewinnung in Muskeln, Leber und roten Blutkörperchen.</p><p>All das bietet das Sauerkraut vom Discounter nicht mehr. Es wird pasteurisiert – also erhitzt – und mit verschiedenen Nahrungszusätzen länger haltbar gemacht. Es ist aber leider eigentlich tot. Wenn ihr selbst Sauerkraut herstellt, arbeiten Mikroorganismen, die in ihrer Umgebung vorkommen und gut mit unserem Körper zusammenarbeiten. Im Gegensatz zu gekauften probiotischen Präparaten aus der Apotheke bieten selbst hergestellte, wilde Fermente eine unendlich größere Vielfalt an Mikroorganismen und liefern zudem noch Präbiotika (wasserlösliche Ballaststoffe), mit denen die nützlichen Darmbakterien gut wachsen. Im Preisvergleich schneiden die hausgemachten Fermente ebenfalls ungleich besser ab.</p><h3>Fazit: Ran an die Klinge und loslegen!</h3><p>Also, schärft eure Messer und traut euch ran an den Fall Sauerkraut. Es ist eine faszinierende Verbindung aus Geschichte, Wissenschaft und purem Genuss. Der World Cabbage Day erinnert uns daran, dass manchmal die einfachsten Zutaten – kombiniert mit ein wenig Mut, Geduld und natürlich den richtigen Mikroben – wahre Wunder vollbringen.</p><p><br/><strong>Sauerkraut zum Selbermachen</strong></p><ul><li><p>1 kg Weißkohl (feingehobelt)</p></li><li><p>1 Esslöffel unraffiniertes Meersalz</p></li><li><p>1 großes Glas mit Bügelverschluss</p></li></ul><p>Die 2–3 äußeren Blätter des Weißkohls entfernen, den Kopf vierteln und fein hobeln. Das Meersalz hinzufügen, alles gut durchmassieren und kneten, bis genügend Flüssigkeit entstanden ist. Das Kraut fest und ohne Luftblasen mit einem Stampfer ins Bügelglas stopfen und mit den Kohlblättern bedecken – es muss vollständig von der Lake umgeben sein. Gegebenenfalls mit der Restflüssigkeit auffüllen und mit einem Gewicht beschweren. Das Bügelglas verschließen und dunkel für 6 Wochen lagern: Die ersten Tage sollte es etwas wärmer (20–22 °C) stehen, danach darf es etwas kühler (16–18 °C) gelagert werden. Sauerkraut hält sich kühl gelagert mindestens 6 Monate.</p><p></p><p>Auch eine feine Variante ist das abgewandelte Zahtar-Kraut. Das etwas andere Rezept und viele weitere findet ihr in meinem Mikrobenzirkus-Blog. Ich habe ein paar Jahre lang viele Workshops für Fermentierbegeisterte gegeben in Volkshochschulen und Vereinen. Da fehlt mir leider mittlerweile die Zeit dazu - aber die Rezepte stelle ich euch gern zur Verfügung.</p><ul><li><p><a href="https://mikrobenzirkus.com/gemuese-fermentieren/">Gemüse fermentieren | Mikrobenzirkus</a></p></li><li><p><a href="https://mikrobenzirkus.com/fermentation/">Fermentieren | Mikrobenzirkus</a></p><p></p></li></ul><p><strong>Mehr mikrobielle Fundstücke für euch:</strong></p><p><strong>Sehenswert:</strong></p><ul><li><p><strong>Profi Olaf Schnelle und lieber Fermentierkollege aus Berlin-Brandenburg</strong><br/><a href="https://www.youtube.com/watch?v=HpgEgMWdtcg">Gemüse fermentieren: So gelingt es wie beim Profi | Quarks</a></p></li><li><p>Webinar: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=XNUe3ljCQg8">Die Kunst der Fermentation - Webinar mit Olaf Schnelle</a></p></li></ul><p></p><p>In diesem Sinne: Bleibt gesund und inspiriert!</p><p><br/>Schreibt mir sehr gern, ich freue mich über ein Like oder über euer Feedback</p><p></p><p><strong>Probiotische Grüße und nicht vergessen - am 23.2. zur Wahl gehen und euer Kreuzchen bei den demokratischen Parteien setzen!  </strong><br/></p><p>Viele Grüße</p><p><strong><em>Eure Susanne Thiele</em></strong></p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p>PS: Wenn euch diese Mikrobenzirkus-Kolumne zusagt, empfehlt mich sehr gern weiter an Freunde über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><hr/><p>Schreibcommunity</p><p>Wenn ihr euch selbst für gute Wissenschaftskommunikation und das Schreiben populärwissenschaftlicher Sachbücher oder Ratgeber<strong> </strong>interessiert, abonniert gern meinen <strong>kostenlosen Sachbuch-Newsletter “</strong><a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><strong>Let me edutain you!”</strong></a>. <br/><br/>Hier bekommt ihr regelmäßig Einblicke und Tipps aus meiner eigenen Schreibwerkstatt und könnt <strong>a</strong>uch an den monatlichen virtuellen Treffen mit mir zum fachlichen Austausch zu euren Projekten und Texten teilnehmen. Wir sind eine nette Truppe angehender und schon publizierter Autor*innen.</p><p>Ich freue mich auf weitere neue Gesichter und spannende Themen!</p><p>Viele Grüße</p><p><strong><em>Eure Susanne Thiele</em></strong></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Mon, 17 Feb 2025 16:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zwischen Krimi und Petrischale]]></title>
      <description><![CDATA[Kolumne im Januar 2025: Diesmal geht es um Einblicke in mein Doppelleben als Pressesprecherin in der Infektionsforschung und Buchautorin  & die Mikrobe 2025...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Zwischen Krimi und Petrischale: Mein Doppelleben zwischen Forschung und Fiktion und die Mikrobe 2025</h1><p><em>Aus dem Mikrobenzirkus - Kolumne im Januar 2025</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e20b7e3d-4451-43fb-b71c-915e22f185de/uploads/images/slxufry4bm/Krimi_shutterstock_2453060271.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ihr Lieben,</p><p>ich hoffe, ihr seid alle wohlbehalten ins neue Jahr gestartet. Und, wie steht es Ende Januar um eure guten Vorsätze? Läuft noch alles nach Plan, oder habt ihr sie schon sorgfältig zusammengefaltet und in die Tonne befördert?</p><p>Ich habe mir vorgenommen, in diesem Jahr wieder mehr zu lesen und in meiner Autorinnen-Kolumne hier ein Stück persönlicher zu schreiben – aus meinem Doppelleben als Pressesprecherin in der Infektionsforschung bei Tag und Buchautorin bei Nacht. Kurz: zwischen Krimi und Petrischale - Fiktion und harten Fakten.</p><p>Auf den ersten Blick klingt diese Kombination vielleicht ein wenig schräg, doch bei genauerem Hinsehen passt sie perfekt zusammen. In der Pressestelle wie auch beim Schreiben von Sachbüchern, Krimis und Science-Thrillern dreht sich alles um gute Storys, Rätsel und manchmal um den Umgang mit verdächtigen Subjekten – seien es Erreger oder menschliche Abgründe.</p><p>Hier ein paar augenzwinkernde Einblicke in mein Doppelleben:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e20b7e3d-4451-43fb-b71c-915e22f185de/uploads/images/k6bywy2ot2/Agentin_Shutterstock_165071681_(1).jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong>1. Fakten vs. Fiktion</strong></p><p>Im Pressealltag stehen für mich Präzision und wissenschaftliche Evidenz natürlich an erster Stelle. Jede Zahl in meinen Texten wird doppelt überprüft, jede Aussage zu Bakterien oder Viren muss absolut stimmen. Aber Forschungsergebnisse sind oft auch meine erste Inspiration für neue Bücher: Werden die Erreger zur nächsten großen Bedrohung? Oder sind sie unverzichtbare Teamplayer in unserem Mikrobiom, in der Umwelt – und unsere neue Zukunftsperspektive?</p><p>Im Autorinnenleben darf die Fantasie mitspielen. Natürlich bevorzuge ich realistische Ansätze, aber manchmal spinne ich wahre Fakten in die Zukunft weiter. <strong>Near-Future-Science-Fiction.</strong> „Was wäre, wenn …?“ – Diese Frage ist meine Inspirationsquelle. Und so kann es schon vorkommen, dass ich Kolleg*innen mit lauter Fragen zu Anthrax (wie in <em>TOXIN</em>) oder Bakteriophagen löchere – nur um einer fiktiven Mörderin die passende mikrobiologische Waffe in die Hand zu geben. Oder um einen Ort zu finden, an dem in eine kostbare Bakterienstammsammlung eingebrochen wird – wie in <em>PROBE 12</em>.</p><p><strong>2. Verhör im Labor vs. im Krimi</strong></p><p>Als Wissenschaftsjournalistin führe ich regelmäßig Interviews mit unseren Forscher*innen. Dabei geht es zwar nicht so dramatisch zu wie in einem Verhörzimmer, aber manchmal fühlt es sich fast genauso an: „Wie sind Sie auf diese Studie gekommen? Wann wurden die Experimente abgeschlossen? Was ist das Ergebnis? Wer hat das finanziert? Und wo ist der Beweis?“</p><p>Daraus wird im Krimi gerne eine klassisch düstere Szene: ein hitziger Verdächtiger, eine kalte Lampe, ein Ermittler, der auf Antworten drängt. In der Realität fehlen meistens nur die dramatische Musik und der Moment, in dem jemand sagt: „Ich gestehe alles!“</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e20b7e3d-4451-43fb-b71c-915e22f185de/uploads/images/gzera4bqpj/Krimi_und_Petrischale.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p> </p><p><strong>3. Mordmotiv: Der Laboralltag</strong></p><p>Mein Job ist eine unerschöpfliche Quelle für Krimiplots: Ein Reagenzröhrchen mit hochgefährlichen Bakterien verschwindet spurlos, ein Laborant erkrankt. War es wirklich ein Unfall – oder doch Sabotage? Und was ist mit den merkwürdigen Geräuschen im Kühlraum, die alle gekonnt ignorieren?</p><p>Keine Sorge, all das ist selbstverständlich pure Fiktion. Aber die Vorstellung lässt meine Autorinnen-Federn sofort knistern.</p><p> </p><p><strong>4. Wenn die Realität die Fiktion übertrifft</strong></p><p>Einmal, während einer Podiumsdiskussion über multiresistente Keime, die ich moderierte, fragte eine Zuschauerin ganz direkt: „Kann man daraus eigentlich eine Biowaffe bauen?“</p><p>Die sachliche Antwort unserer Expertin: „Das ist erstens illegal, extrem gefährlich und ein hochkomplexes Unterfangen. Es erfordert spezielles Wissen, kontrollierte Bedingungen, Laborgeräte und Zugang zu biologischen Ressourcen, die in der Regel streng reguliert sind – ganz abgesehen davon, dass es gegen grundlegende ethische Prinzipien verstößt.“</p><p>Mein Krimi-Hirn setzt in dem Moment aber sofort ein: Wie sähe wohl ein skrupelloser Bösewicht aus, der genau dieses Fachwissen besitzt?</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e20b7e3d-4451-43fb-b71c-915e22f185de/uploads/images/tyg4d6zgxy/Krimi_shutterstock_2487773919.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/><strong>5. Die lieben Kolleg*innen als Inspiration</strong></p><p>Sind die Figuren in meinen Geschichten reine Erfindung? Nun ja, vielleicht lassen sich gewisse Charakterzüge doch auf Kolleg*innen zurückführen, die mir im Laufe der Jahre begegnet sind. Wie der leicht zerstreute, aber geniale Mikrobiologe, der sich aus Versehen in äußerst brenzlige Situationen manövriert. Oder die ehrgeizige Laborleiterin mit dem unterkühlten Lächeln, die vielleicht ein dunkles Geheimnis hütet.</p><p>(An meine Mitstreiter*innen: Nein, ich meine natürlich niemanden von euch … wirklich nicht. 😉)</p><p><br/><strong>6. Presse vs. Plotholes</strong></p><p>Als Pressesprecherin kann ich mir kaum Fehler erlauben. Eine kleine Ungenauigkeit in einer offiziellen Mitteilung – und schon haben wir ein Kommunikationsdesaster.</p><p>Bei einem Krimi hingegen ließe sich jeder Schnitzer noch als raffinierter Hinweis tarnen: „Das hast du nur falsch verstanden – es war ein Clou!“ In der Pressearbeit kommt so etwas eher weniger gut an. Glücklicherweise setzen wir stets auf einen doppelten Faktencheck.</p><p>**</p><p>Am Ende hat dieses Doppelleben für mich etwas ungemein Entspannendes: Wenn der reale Forschungsalltag zu viel wird, kann ich in eine fiktionale Welt eintauchen und sie ganz nach meinen Vorstellungen gestalten. Genau das geschah, als ich während der Corona-Pandemie täglich im Pressestress war – das Schreiben von <em>Probe 12</em> wurde morgens und abends zu meiner kreativen Auszeit.</p><p>Und wenn ich beim Planen und Schreiben doch einmal feststecke, liefert mir die echte Forschung täglich neue, spannende Inspirationen, die die Geschichte weiter vorantreiben.</p><hr aria-hidden="true"/><p>In diesem Sinne: ein gutes Jahr und viel Spaß beim Verfolgen all eurer (noch) lebendigen Vorsätze – und beim Lesen meiner Ausflüge in die Welt zwischen Mikroben und Mordmotiven. <br/><br/>Ich verspreche, es bleibt spannend!</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>News aus dem Mikrobenzirkus-Blog:</strong></p><p><strong>Habemus microbium!</strong> <strong>Corynebacterium ist die Mikrobe 2025</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e20b7e3d-4451-43fb-b71c-915e22f185de/uploads/images/afqfeutm7s/Corynebacterium_glutamicum_(VAAM).png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>(Corynebacterium glutamicum,</em><strong> </strong><em>Quelle: CC BY 4.0, Urska Repnik, Universität Kiel)</em><br/><br/>Die neue Mikrobe des Jahres 2025 heißt <strong>Corynebacterium glutamicum</strong> und wurde von der VAAM gekürt. Ich habe ganz aktuell in meinem Wissensblog<strong> Mikrobenzirkus</strong> schon ausführlich darüber geschrieben. Hier geht es für die Interessierten zum ganzen <a href="https://mikrobenzirkus.com/2025/01/16/sie-ist-gekuert-die-mikrobe-des-jahres-2025-corynebacterium-glutamicum/">Artikel</a>.</p><p><strong>In Kürze für die Eiligen:</strong> Trotz ihres Namens – abgeleitet von „Keule“ – ist <em>Corynebacterium</em> alles andere als ein gefährliches Urzeitwesen. Im Gegenteil: Jährlich produziert sie tonnenweise Natriumglutamat und würzt damit ganz nebenbei unsere Speisen mit dem begehrten „Umami“-Geschmack. Ganze Güterzüge könnte man damit füllen! Darüber hinaus ist das robuste Bakterium auch ein wichtiger Forschungspartner: So hat sich dieser unscheinbare „Hidden Champion“ still und leise vom sympathischen Laborassistenten zum globalen Marktführer in Sachen Aminosäuren entwickelt – und sich den Mikrobe-des-Jahres-Titel mehr als verdient. <br/><br/><strong>Sonntagsfrage aus dem Mikrobenzirkus:</strong></p><p>Wenn ihr mir auf Instagram folgt, gibt es jeden Sonntag eine (mikro)biologische Mitmach-Frage zum Abstimmen. Rückmeldung meiner Follower dazu: <em>Macht Spaß und man lernt was dabei 😉! </em><br/>Hier geht es zu meinem<a href="https://www.instagram.com/susanne.thiele.autorin/"> Instagram-Account</a></p><p></p><p><strong>Mehr mikrobielle Fundstücke für euch:</strong><br/></p><p><strong>Sehenswert: </strong><br/><br/><strong>Bärtierchen: Superhelden der Mikrowelt – ARTE DOKU</strong></p><p>🎥 Hier geht’s zur Doku in der ARTE-Mediathek: <a href="https://www.arte.tv/de/videos/111040-...">Bärtierchen – Superhelden der Mikrowelt</a> <em>(Verfügbar bis 04.03.2025)</em></p><a href="https://youtu.be/pjVumvMzaxA?si=TDnpxXRlrQ1YBkdx">https://youtu.be/pjVumvMzaxA?si=TDnpxXRlrQ1YBkdx</a><p>Bärtierchen sind die unbestrittenen Superhelden der Mikrowelt – und sehen dabei aus wie die knuffigen Cousins der Gummibärchen! Mit tapsigen Beinchen und einem Körper wie ein Miniatur-Kartoffelsack meistern sie Herausforderungen, bei denen selbst Actionhelden passen müssten: Vakuum des Alls, radioaktive Strahlung, extreme Temperaturen? Für sie alles ein Klacks! Kein Wunder, dass die NASA sie 2021 als Astronautenersatz ins All schickte – vielleicht weil niemand sonst so süß und gleichzeitig so robust aussieht. Ob als Star einer wissenschaftlichen Doku oder heimliche Helden einer „Lovestory“, worin sie Experten sind: Die Überlebenskünstler begeistern Fans und Forscher gleichermaßen. Und wer weiß? Vielleicht helfen uns diese tapferen Winzlinge bald, den Mars zu erobern – natürlich mit einem tapsigen Schritt für die Menschheit!<br/></p><p><strong>Hörenswert: </strong><br/><br/><strong>Podcast:  Die Macht der Mikroben in unserem Körper</strong></p><p>Billionen Mikroorganismen leben in und auf uns — und haben entscheidenden Einfluss auf unser Wohlbefinden. Das Mikrobiom steuert nicht nur Verdauung und Immunsystem, sondern kann auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Psyche beeinflussen.<br/><a href="https://detektor.fm/wissen/forschungsquarett-mikrobiom?highlight=mikrobiom">Forschungsquartett | Mikrobiom – Die Macht der Mikroben in unserem Körper</a></p><p> </p><p>In diesem Sinne: Bleibt gesund und inspiriert!</p><p><br/>Schreibt mir sehr gern, ich freue mich über ein Like oder über euer Feedback</p><p>Viele Grüße</p><p><strong><em>Eure Susanne Thiele</em></strong></p><p></p><p><strong>Aktueller Nachtrag am 31.1.2025:</strong></p><p>Eine neue Initiative Autor*innen gegen Rechts gestartet von meiner Schreibkollegin Kathrin Lange hat am 31.1. 2025 im Vorfeld der Bundestagswahl in einem offenen Brief zur Verantwortung aufgerufen. <br/>Ich bin auch unter den Erstunterzeichnerinnen. Das Logo ist freiverwendbar.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e20b7e3d-4451-43fb-b71c-915e22f185de/uploads/images/blwwsfphww/Autorinnen_gegen_rechts_IMG_9363_.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>Hier geht es zum <a href="https://kunst-kultur.verdi.de/literatur/vs/++co++c5a42920-df08-11ef-ba0c-c124f097913b">offenen Brief</a> - aktuell noch auf den Seiten von VS in VER.DI<strong>. </strong>Die Strukturen für weitere Unterzeichnende sind gerade in Arbeit.</p><hr aria-hidden="true"/><p>PS: Wenn euch diese Mikrobenzirkus-Kolumne zusagt, empfehlt mich sehr gern weiter an Freunde über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><hr/><p>Schreibcommunity</p><p>Wenn ihr euch selbst für gute Wissenschaftskommunikation und das Schreiben populärwissenschaftlichen Sachbüchern oder Ratgebern<strong> </strong>interessiert, abonniert gern meinen <strong>kostenlosen Schreib-Newsletter “</strong><a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><strong>Let me edutain you!”</strong></a>. <br/><br/>Hier bekommt ihr regelmäßig Einblicke und Tipps aus meiner eigenen Schreibwerkstatt und könnt <strong>a</strong>uch an den monatlichen virtuellen Treffen mit mir zum fachlichen Austausch zu euren Projekten und Texten teilnehmen. Wir sind eine nette Truppe angehender und schon publizierter Autor*innen.</p><p>Traut euch - ich freue mich auf weitere neue Gesichter und spannende Themen!</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Wed, 29 Jan 2025 16:24:27 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Mikrobiologie des Weins - Ein Prost auf die Mikroben!]]></title>
      <description><![CDATA[Ohne Mikroorganismen kein Wein – von Hefen, Milchsäurebakterien und tierischen Saufnasen]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Die Mikrobiologie des Weins - ein Prost auf die Mikroben!</h1><p><strong>Mikrobenzirkus-Kolumne im Dezember 2024</strong></p><p><em>Ohne Mikroorganismen kein Wein – von Hefen, Milchsäurebakterien und tierischen Saufnasen. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen alkoholischer und malolaktischer Gärung?</em></p><p></p><p><strong>Liebe Freundinnen und Freunde des Mikrobenzirkus,</strong></p><p><br/>im letzten Artikel des Jahres nehmen wir die Herstellung von Wein etwas unter die Lupe – bevor es an die festlichen Weihnachtstafeln und die Silvesterbuffets geht.<br/><br/>Ich habe mich in diesem Jahr mit der „mikrobiologischen Alchemie“ des Weins befasst. Ein Grund dafür war die Vorbereitung auf eine „Wine &amp; Crime“-Science-Thriller-Lesung mit Weinverkostung mit Kathrin Lange im Monkey Rose in Braunschweig.</p><p>Und zu Recherchezwecken habe ich mir im Oktober das Weingut ZENI in Bardolino am Gardasee angeschaut. Solche kulinarischen Recherchetermine sind natürlich besonders schön.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5f7caa39-0bda-41e8-a543-fbe1c6bca1a1/uploads/images/4rkgayitty/weingut_zeni_2024_Image-1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Und zu Recherchezwecken habe ich mir im Oktober das Weingut ZENI in Bardolino am Gardasee angeschaut. Solche kulinarischen Recherchetermine sind natürlich besonders schön.</p><p>Lasst uns einen Blick auf die Fermentation des edlen Traubensaftes und die daran beteiligten Mikroorganismen werfen. Denn ohne sie gäbe es gar keinen Wein.<br/><br/>Und damit kommen wir auch nicht an der alkoholischen Gärung und dem schon etwas älteren aber sehr charmanten Weihnachtsfilm der Mikrobiolog:innen “Die Feuerzangenbowle” vorbei und der legendären Warnung von Heinz Rühmann:</p><blockquote><p><em>„Jeder nur einen wönzigen Schlock!“</em></p></blockquote><p>Hier ein paar weinhaltige Nerd-Fakten für eure Festtagsgespräche ;-).</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5f7caa39-0bda-41e8-a543-fbe1c6bca1a1/uploads/images/cqmpjk7l4x/Feuerzangenbowle.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><h3>Fermentation: Verwandlungskünstler am Werk</h3><p>Der Begriff „Fermentation“ taucht in den unterschiedlichsten kulinarischen Zusammenhängen auf, denn er beschreibt im Grunde immer denselben magischen Trick: die Veredlung oder Umwandlung eines Ausgangsstoffes durch Pilze, Bakterien oder Hefen. Das kennen wir von Sauerkraut, Käse, Schinken, saurem Hering, aber eben auch von Kaffee, Kakao und natürlich von Wein.</p><p></p><h3>Hefen oder „Zuckerpilze“</h3><p>Beginnen wir unsere mikrobiologische Weinreise bei den Hefen. Hefe wird den meisten von euch wahrscheinlich in Form eines Würfels aus dem Supermarkt bekannt sein. Doch Hefepilze kommen auch ganz natürlich auf unseren Händen, auf Früchten oder in gärendem Obst vor.</p><p>Unter dem Mikroskop erscheinen sie als kleine eiförmige Zellen mit einem Durchmesser von bis zu zehn Mikrometern und einem Zellkern. Um nur ein Gramm Hefe zu erhalten, braucht es immerhin rund 20.000.000.000 dieser Zellen. Diese Pilze werden auch als Sprosspilze bezeichnet, weil sie sich durch sogenannte Knospung vermehren und neue Tochterzellen bilden.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5f7caa39-0bda-41e8-a543-fbe1c6bca1a1/uploads/images/pqiz5hfpsw/Saccharomyces.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>(Abbildung: Saccharomyces cerevisiae, wikipedia, CC BY-SA 3.0)</em></p><p>Die bekannteste unter ihnen ist <strong><em>Saccharomyces cerevisiae</em></strong>, auch „Zuckerpilz des Biers“ genannt – abgeleitet von den lateinischen Bezeichnungen. <br/>Der Name ist Programm: Diese Hefen können Zucker in Alkohol umwandeln.<br/>Übrigens stellen Hefen die wichtigsten Organismen dar, die von uns Menschen in der Lebensmittelherstellung seit langer Zeit eingesetzt werden. <br/>Die Ursprünge des Alkohols sind dabei unbekannt: Der Anthropologe Patrick E. McGovern wies zwar schon Alkoholspuren aus einer Mischung aus Reis, Honig und Früchten auf 9000 Jahre alten Tonscherben in einer jungsteinzeitlichen Siedlung in China nach.</p><p>Wahrscheinlich hat der Mensch den Alkohol aber gar nicht „erfunden“. Interessanterweise sind nämlich alle Wirbeltierarten mit einem Leberenzymsystem ausgestattet, das Alkohol abbauen kann.</p><hr aria-hidden="true"/><h3>Tierische Saufnasen: Happy Hour im Urwald</h3><p>Viele Tiere nehmen in ihrer natürlichen Umgebung Alkohol auf. Eine richtige kleine „Saufnase“ ist das <strong>Federschwanz-Spitzhörnchen </strong><em>(Ptilocercus lowii)</em> im malaysischen Regenwald.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5f7caa39-0bda-41e8-a543-fbe1c6bca1a1/uploads/images/43o3ebotzk/Spitzhornchen.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Quelle: Das Spitzhörnchen Ptilocercus lowii. Joseph Wolf (1820–1899), Proceedings of the Zoological Society of London, 1848, Mamm. pl. 2)</em></p><p>Als lebender Vorfahre der Primaten hat das Spitzhörnchen den zu Alkohol fermentierten Nektar in den Blütenknospen der Bertrampalme (<em>Eugeissonia ztistis</em>) als Delikatesse entdeckt, der dort von einer Gemeinschaft von Hefen produziert wird. Gleichzeitig erfüllt es dabei die lebenswichtige Aufgabe, die Palme zu bestäuben. Das bekommt es trotz der 3,8 Prozent Alkohol im vergorenen Blütennektar auch noch gut hin: Denn bemerkenswerterweise zeigen die Spitzhörnchen keine Anzeichen von Trunkenheit.</p><p>Auch Elefanten, Affen und Flughunde lieben Alkohol aus vergorenen Früchten. Der Suchtforscher Ronald Siegel beschreibt ganze Menagerien von Dschungeltieren, die sich über Kilometer in Bewegung setzen, sobald der verlockende Duft gärender Stinkfrüchte wahrzunehmen ist. <br/><br/>Daher ist auch anzunehmen, dass unsere menschlichen Vorfahren schon sehr lange genau wussten, wo sie solche Dschungelgelage feiern konnten oder wo sie spezielle Früchte, Wurzeln oder Knollen sammeln konnten – lange bevor sie Wein in Fässern ansetzten.</p><h3><br/>Die erste Gärung: Alkoholische Fermentation</h3><p>Die wichtigste Phase der Weinherstellung ist die alkoholische Gärung<em>. </em>Im Weinkeller geht es bei diesem Prozess, zumindest mikroskopisch, durchaus lebhaft zu: Der im Traubensaft oder Most enthaltene Zucker wird von Hefen in Alkohol und Kohlendioxid umgewandelt, wobei sich zugleich Wärme entwickelt. Diese biochemische Zauberei heißt <strong>alkoholische Gärung</strong> und markiert immer den Auftakt bei der Weinwerdung.</p><p>Wie viel Zucker tatsächlich in Alkohol verwandelt wird, entscheidet darüber, ob der Wein trocken, halbtrocken, feinherb oder süß wird. Die Winzerinnen und Winzer können die Gärung durch Kühlung stoppen, um mehr Restsüße im Wein zu erhalten. Generell gilt aber: Je trockener der Wein, desto höher meist der Alkoholgehalt. <br/>In Zeiten des Klimawandels ist das übrigens ein sehr konkretes Thema: Mehr Sonnenschein bedeutet mehr Zucker in den Trauben und somit mehr Alkohol im Endprodukt. Ein Balanceakt zwischen Klimawandel und Kellerkunst!</p><p></p><h3>Die zweite Gärung: Schaum und Säure-Tuning</h3><p>Bei Schaumweinen wie Sekt, Champagner oder Prosecco bleibt das bei der ersten Gärung entstehende CO₂ in der Flasche – und sorgt so für den perligen Effekt im Glas. Eine zweite Flaschengärung ist hier also für den „Blubber-Effekt“ entscheidend.</p><figure><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5f7caa39-0bda-41e8-a543-fbe1c6bca1a1/uploads/images/7lxxrgazu5/shutterstock_1862300173.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><figcaption>Quelle: Shutterstock</figcaption></figure><p></p><h3>Noch eine Gärung mit Milchsäurebakterien</h3><p>Stellt euch vor, jemand tauscht heimlich die kitzelige Apfelsäure des Weins gegen eine milchig-sanfte Version aus – genau das passiert bei der sogenannten <strong>malolaktischen Gärung</strong>, unter Weinfreund*innen kurz „Malo“ genannt. Dabei wird Apfelsäure in Milchsäure umgewandelt und gleichzeitig Kohlendioxid freigesetzt. <br/>Dieser Prozess wird auch <strong>biologischer Säureabbau (BSA)</strong> genannt. Allerdings führt der Begriff „Säureabbau“ etwas in die Irre: Tatsächlich wird keine Säure <em>abgebaut</em>, sondern nur in eine am Gaumen milder wirkende Variante umgewandelt. Der Wein schmeckt danach nicht nur weicher, die Abnahme der Säuregehalte sowie die damit einhergehende Steigerung des pH-Wertes sorgen auch dafür, dass Gerbstoffe weniger hart und pelzig im Mund wirken.</p><p>Verantwortlich für diese Umwandlung sind <strong>Milchsäurebakterien (<em>Oenococcus oeni</em>)</strong>, die entweder durch spontane natürliche Infektion oder aber durch bewusste Zugabe in den Wein gelangen. <em>Oenococcus oeni</em> ist ein grampositives Bakterium aus der Ordnung der Milchsäurebakterien (Lactobacillaceae).</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5f7caa39-0bda-41e8-a543-fbe1c6bca1a1/uploads/images/2ggp5vqtfd/O._oeni.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>(Abbildung: O. oeni – </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Oenococcus_oeni"><em>Oenococcus oeni – Wikipedia</em></a><em>)</em></p><p>Vor allem bei Rotweinen ist malolaktische Gärung in aller Regel gewollt, da der Effekt wie ein weiches Samtmäntelchen über die kantigen Spitzen der Säure legt.</p><p>Bei Weißweinen ist dieser Prozess weniger häufig erwünscht, da man oft eher auf Frische und Spritzigkeit setzt. Statt fruchtiger Noten taucht plötzlich eine buttrige Note auf, die man auch aus tschechischem Budweiser-Bier kennt. „Übeltäter“ ist hier das Aroma Diacetyl.</p><p>Dennoch gibt es Ausnahmen, etwa bei bestimmten Chardonnays oder Weißburgundern, die so an Cremigkeit und Fülle gewinnen. In Deutschland, vor allem beim Riesling, gilt „Malo“ meist als ungebetener Gast. Um den Prozess zu verhindern, stabilisiert man den Wein frühzeitig durch Filtration oder Zusatz von Sulfiten.</p><p>Naturwein-Fans hingegen scheuen solche Eingriffe: Bei ihnen darf die Malo auch bei Weißweinen munter ablaufen. Wer es jedoch übertreibt, riskiert einen penetranten Milchsäurestich, bei dem der Wein eher nach Joghurt oder Sauerkraut schmeckt. (Brrrhhh!!)</p><hr aria-hidden="true"/><p>Wenn ihr euch für die Alchemie der Weinherstellung interessiert, dann besucht doch eine Weinverkostung bei Winzer:innen in eurer Region oder in einem guten Weinfachgeschäft.</p><p></p><p><br/>Ich empfehle euch zum Schluss noch den Wein-Podcast <a href="https://www.podcast.de/podcast/3406322/bei-anruf-wein-der-weinpodcast"><strong>„Bei Anruf Wein – Der Weinpodcast“ </strong></a>(z. B. bei Podcasts). Dort gibt es sogar Informationen zu Wein ganz ohne Alkohol.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Zum Schluss wünsche ich euch friedliche und ruhige Weihnachten angesichts der traurigen Nachrichten aus Magdeburg und Bernburg meiner alten Heimatstadt in Sachsen-Anhalt und habt einen guten Start ins neue Jahr!</p><p>Dann gibt es auch mehr zu neuen Plänen vom Autorinnen-Schreibtisch und erste Termine für 2025.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/5f7caa39-0bda-41e8-a543-fbe1c6bca1a1/uploads/images/h2xezwe3y2/IMG_8296.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Schreibt mir sehr gern, ich freue mich über ein Like oder über Feedback</p><p>Viele Grüße</p><p><strong><em>Eure Susanne Thiele</em></strong></p><hr aria-hidden="true"/><p>PS: Wenn euch diese Mikrobenzirkus-Newsletterkolumne zusagt, empfehlt mich sehr gern weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><hr/><p>Schreibcommunity</p><p>Wenn ihr euch selbst für gute Wissenschaftskommunikation und das Schreiben populärwissenschaftlichen Sachbüchern oder Ratgebern<strong> </strong>interessiert, abonniert gern meinen <strong>kostenlosen Schreib-Newsletter “</strong><a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><strong>Let me edutain you!”</strong></a>. <br/><br/>Hier bekommt ihr regelmäßig Einblicke und Tipps aus meiner eigenen Schreibwerkstatt und könnt als zahlende Mitglieder<strong> a</strong>uch an den monatlichen virtuellen Treffen mit mir zum fachlichen Austausch zu euren Projekten und Texten teilnehmen. Wir sind eine nette Truppe angehender und schon publizierter Sachbuchautor:innen.</p><p>Traut euch - wir freuen uns auf weitere neue Gesichter und spannende Themen!</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/about">Mitglied werden</a></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Sat, 21 Dec 2024 14:57:06 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[5 Irrtümer über Antibiotika – Zeit für Klartext!]]></title>
      <description><![CDATA[Mikrobenzirkus im November 2024: Antibiotika bei Erkältungen, Weltantibiotikawoche & Journalistenworkshop an der DSMZ, Lesetipps zum Thema und am 26.11. im Arte Saloon]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong><br/>Mikrobenzirkus-Kolumne im November 2024</strong></p><p><em>Antibiotika bei Erkältungen, Weltantibiotikawoche &amp; Journalistenworkshop an der DSMZ, Lesetipps zum Thema und am 26.11. im Arte Saloon</em></p><p><br/>Liebe Freundinnen und Freunde des Mikrobenzirkus, <br/>nach einer kleinen Auszeit mit Erkältung und Tee melde ich mich zurück – noch etwas angeschlagen, aber wieder fit genug, um euch mit spannenden Infos zu versorgen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f91a759f-9687-4ba2-9872-d36eaa32c7a6/uploads/images/djhdzhxzzx/shutterstock_2467575885.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>@Shutterstock</em></p><p>Wie geht es euch? Habt ihr die Erkältungssaison bisher gut überstanden? Wenn die Nase läuft und der Kopf brummt, taucht bei vielen schnell die Frage auf: <strong>„Wäre ein Antibiotikum jetzt nicht hilfreich?“</strong> <br/>Doch Vorsicht – genau dieser Gedanke gehört zu den größten Irrtümern rund um Antibiotika!</p><p>Seit der zufälligen Entdeckung des Penicillins durch Alexander Fleming im Jahr 1928 haben sie Millionen Leben gerettet. Doch wie viel wissen wir eigentlich wirklich über sie? Heute stehen uns rund 80 verschiedene Antibiotika zur Verfügung. Aber wusstet ihr, dass ihre Wirksamkeit durch falsche Anwendung und Missverständnisse bedroht ist?</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f91a759f-9687-4ba2-9872-d36eaa32c7a6/uploads/images/yzrwsvqxvf/Antibiotika_Penicllin.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>@Shutterstock</em></p><p>Passend zur <strong>Weltantibiotikawoche 2024 (18.–24. November) </strong>räume ich heute mit den häufigsten Mythen auf und zeige, wie wichtig ein bewusster Umgang mit diesen lebensrettenden Medikamenten ist.</p><p>Desweiteren gibt es noch interessante Lesetipps zum Thema und diesmal am Schluss einen kleinen November-Rückblick u.a. zu einem Besuch an Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen.</p><hr aria-hidden="true"/><h3><strong>Die 5 häufigsten Irrtümer über Antibiotika</strong></h3><p><strong>Irrtum 1: „Antibiotika helfen immer, wenn ich krank bin.“</strong><br/>Erkältungen und Grippe werden von <strong>Viren </strong>verursacht. Antibiotika hingegen wirken ausschließlich gegen <strong>Bakterien</strong>.</p><ul><li><p><strong>Warum?</strong> Bakterien sind eigenständige Lebewesen, die sich selbstständig vermehren und Stoffwechselprozesse durchführen. Antibiotika greifen gezielt in deren Zellstrukturen ein, z. B., indem sie die Zellwandbildung hemmen oder die DNA-Bildung blockieren.</p></li><li><p>Viren hingegen „kapern“ menschliche Zellen und nutzen deren Mechanismen, um sich zu vermehren. Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und keine Strukturen, an denen Antibiotika ansetzen könnten.</p></li></ul><p>👉 <strong>Tipp:</strong> Vertraut eurem Arzt oder eurer Ärztin, wenn sie erklären, dass Antibiotika nicht nötig sind. Gegen Virusinfektionen helfen Schmerzmittel, Fiebersenker oder spezielle antivirale Medikamente. Und manchmal heißt es einfach: Tee trinken und auskurieren.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Irrtum 2: „Ich muss die Packung immer bis zum Ende nehmen.“</strong><br/>„Immer bis zum Ende der Packung einnehmen!“ – Das wurde uns lange eingebläut. Doch diese alte Faustregel wird heute differenzierter betrachtet.</p><ul><li><p><strong>Warum?</strong> Oft reichen kürzere Einnahmezeiten. Beispielsweise kann bei einer Harnwegsinfektion ein Tag Behandlung ausreichend sein. Zu lange Einnahme erhöht hingegen das Risiko, resistente Keime zu fördern.</p></li></ul><p>👉 <strong>Tipp:</strong> Hör auf deinen Arzt oder deine Ärztin, wenn sie eine individuell angepasste Einnahmedauer empfehlen. Bei frühzeitigem Abklingen der Symptome: unbedingt Rücksprache halten!</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Irrtum 3: „Ich bin resistent gegen Antibiotika.“</strong><br/>Ein weit verbreiteter Irrtum: „Ich bin resistent gegen Antibiotika.“ Tatsächlich werden nicht Menschen resistent, sondern Bakterien.</p><ul><li><p><strong>Wie das passiert:</strong> Bakterien sind unglaublich clever und anpassungsfähig – wie kleine Überlebenskünstler! Sie können Antibiotika abbauen, aus ihren Zellen ausschleusen oder deren Angriffsziel tarnen. Diese „Geheimtricks“ teilen sie dann mit anderen Bakterien – wie in einem Netzwerk.</p></li></ul><p>👉 <strong>Wichtig:</strong> Resistente Keime sind vor allem in Umgebungen mit hohem Antibiotikaeinsatz – z. B. in Krankenhäusern oder in der Tierzucht– ein Problem. Falscher oder übermäßiger Einsatz fördert ihre Entstehung.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Irrtum 4: „Ich kann Antibiotika mit Freunden teilen.“</strong><br/>Dein Freund hat die gleichen Symptome? Ein paar Tabletten abgeben? Bloß nicht!</p><ul><li><p><strong>Warum?</strong> Nur ein Arzt kann feststellen, ob ein Antibiotikum nötig ist – und welches. Falsche oder unvollständige Therapien schaden mehr, als sie nützen.</p></li></ul><p>👉 <strong>Merke:</strong> Antibiotika sind keine Pizza – sie gehören nicht geteilt!</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Irrtum 5: „Wenn Antibiotika nicht mehr wirken, kann man einfach neue Medikamente entwickeln.“</strong><br/>So einfach ist das leider nicht! Die meisten Antibiotika basieren auf Entdeckungen zwischen 1930 und 1960. Seitdem wurden nur wenige neue Wirkstoffe entwickelt.</p><ul><li><p><strong>Warum?</strong> Viele Pharmaunternehmen haben sich aus der kostspieligen Forschung zurückgezogen. Antibiotika werden oft nur kurzfristig verabreicht, was sie wirtschaftlich weniger attraktiv macht.</p></li><li><p>Die Entwicklung eines neuen Antibiotikums dauert bis zu 15 Jahre und kostet zwischen 100 Millionen und 2 Milliarden Euro.</p></li></ul><p>👉 <strong>Fazit:</strong> Wir müssen mit den verfügbaren Antibiotika sorgsam umgehen, damit sie weiterhin wirken.</p><hr aria-hidden="true"/><h4><strong>Wie du dazu beitragen kannst</strong></h4><p>Du kannst Resistenzen vorbeugen, indem Du Antibiotika korrekt anwendest:</p><ul><li><p>Nur auf ärztliche Verschreibung einnehmen.</p></li><li><p>Medikamente vollständig und wie verordnet einnehmen.</p></li><li><p>Keine Reste aufbewahren oder weitergeben.</p></li><li><p>Antibiotika sachgerecht entsorgen – niemals in die Toilette oder das Waschbecken.</p></li></ul><h4><strong>Wie kannst du dich einfach vor Infektionen schützen:</strong></h4><ul><li><p><strong>Impfungen:</strong> Lass Dich z. B. gegen Grippe impfen.</p></li><li><p><strong>Hygiene:</strong> Regelmäßiges Händewaschen schützt vor 99 % aller Infektionen Ansteckungen, weil wir die Keime nicht über unseren Mund, Nase aufnehmen, wenn wir uns berühren.</p></li><li><p><strong>Verhaltensregeln:</strong> Niese in die Armbeuge, vermeide Kontakt zwischen Händen und Gesicht und halte Abstand zu Erkrankten.</p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><h3><strong>Lesetipp: Der Science-Thriller „Probe 12“ über Antibiotikaresistenzen</strong></h3><p>Ihr wollt tiefer in die Thematik eintauchen! „Probe 12“ ist ein spannender Science-Thriller von Kathrin Lange und mir, der zeigt, was passiert, wenn Antibiotika ihre Wirkung verlieren. Wissenschaft, Intrigen und ein Rennen gegen die Zeit – perfekt für alle, die sich auf unterhaltsame Weise mit einem ernsten Thema auseinandersetzen möchten. Auch eine gute Idee als Weihnachtsgeschenk, wenn ihr wissenschaftsaffine Freunde und Freundinnen beschenken möchtet.</p><p>Im November hatte ich auch einige Lesungen dazu beim Verein “Lamme liest! in meinem Stadtteil und eine Wine &amp; Crime-Lesung zusammen mit Kathrin im Monkey Rose in Braunschweig. Hier einige Bilder für euch. Es gibt immer sehr viele interessierte Fragen aus dem Publikum und angeregte Diskussionen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f91a759f-9687-4ba2-9872-d36eaa32c7a6/uploads/images/v2h7qubofa/IMG_7653_klein.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>@ Mona Firley, @ Stephan Tengler (Leseflair)</em></p><p><strong>Bestellen für Weihnachten:</strong> Hier könnt ihr sogar versandkostenfrei in Deutschland bestellen bei meiner Buchhandlung GRAFF unter diesem <a href="https://www.graff.de/shop/item/9783785727553?affiliate=PTVC0IXsj9sdQAwD">Link</a>.</p><p><strong>TIPP: </strong>Ein weiteres verständliches und sehr gut zu lesendes Sachbuch ist “<strong>Antibiotika Overkill</strong>” von Martin J. Blaser. <a href="https://www.graff.de/shop/item/9783451811043?affiliate=PTVC0IXsj9sdQAwD">Link</a></p><hr/><p>Weiterlesen</p><ul><li><p> <a href="https://www.who.int/campaigns/world-amr-awareness-week/2024">WHO Kampagne zum Weltantibiotikatag 2024</a>:</p><p>Für weiterführende Informationen und Materialien zur Weltantibiotikawoche besucht die Kampagnenseite der WHO.</p></li><li><p><a href="https://mikrobenzirkus.com/2016/11/20/zehn-dinge-die-du-ueber-antibiotika-wissen-solltest/">Zehn Dinge, die Du über Antibiotika wissen solltest | Mikrobenzirkus</a></p><p>Weiterführender Artikel im Mikrobenzirkus-Blog <a href="http://www.mikrobenzirkus.com/">www.mikrobenzirkus.com</a></p></li><li><p><a href="https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Antibiotikaresistenz/Antibiotikaresistenz_node.html">Robert Koch-Institut</a><br/>Antibiotikaresistenzen stellen eine wachsende Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar. Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht regelmäßig Daten zur Resistenzsituation in Deutschland. Aktuelle Informationen finden ihr auf der RKI-Website.</p></li><li><p>Die <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/antibiotika-resistenzen/dart-2030.html">Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie „DART 2030“ </a>zielt darauf ab, die Entstehung und Verbreitung von Resistenzen zu reduzieren.</p></li><li><p><a href="https://www.who.int/news/item/17-05-2024-who-updates-list-of-drug-resistant-bacteria-most-threatening-to-human-health">WHO-Liste der prioritären resistenten Bakterien</a></p><p>Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Mai 2024 eine aktualisierte Liste der prioritären resistenten Bakterien veröffentlicht, um die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika zu fördern.</p></li><li><p><a href="https://www.who.int/news/item/26-09-2024-world-leaders-commit-to-decisive-action-on-antimicrobial-resistance">Weltgesundheitsorganisation</a></p><p>Im September 2024 haben sich Weltführer auf der 79. Generalversammlung der Vereinten Nationen zu entschlossenem Handeln gegen antimikrobielle Resistenzen verpflichtet. Sie setzten sich das Ziel, die geschätzten 4,95 Millionen jährlichen Todesfälle durch bakterielle AMR bis 2030 um 10 % zu reduzieren.</p><p></p></li></ul><hr/><p>Recherche</p><p><strong>Einblick in einen Journalisten-Workshop “Suche nach neuen Antibiotika”</strong><br/><br/>Anlässlich des <strong>Weltantibiotikatages</strong> durfte ich beim spannenden Journalistenworkshop bei Leibniz-Institut <strong>DSMZ – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH</strong> auf dem Science Campus Braunschweig dabei sein. <br/>Thema des Tages: <strong>Die Suche nach neuen Antibiotika und Wirkstoffen aus Bakterien</strong> – ein hochaktuelles und lebenswichtiges Thema, das uns alle betrifft. Gleichzeitig war es ein Treffen mit netten “alten” Kollegen und Kolleginnen, weil ich früher auch einmal Pressesprecherin der DSMZ war :-).</p><p>Das DSMZ ist sozusagen die deutsche “Arche Noah die kleinsten Lebewesen und Zellen” - sie beherbergt die weltweit <strong>größte und vielfältigste Bioressourcen-Sammlung</strong> mit über <strong>89.000 Bioressourcen</strong>, darunter Mikroorganismen, Zellkulturen und Pflanzenviren.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f91a759f-9687-4ba2-9872-d36eaa32c7a6/uploads/images/xsgnijk3lm/DSMZ-Journalistenworkshop.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(@susanne Thiele)</p><p>Doch hier wird nicht nur gesammelt, sondern auch intensiv geforscht – insbesondere an den vielversprechenden <strong>Actinomyceten </strong>(auf den Platten zu sehen). Diese Mikroorganismen gelten als wahre Schätze, wenn es um die Entwicklung neuer Wirkstoffe für Medizin und Landwirtschaft geht. Dazu gab es eine inspirierende Einführung von Prof. Dr. Yvonne Mast. <br/>Sehr spannend waren die Vorträge zur <strong>Genetik und Biologie von Streptomyceten</strong> und wie stille Antibiotika-Synthesegene aktiviert werden, um neue Wirkstoffe zu finden und eine exklusive Führung durch das <strong>Actinomyceten-Labor</strong> – das Herzstück der Forschung.</p><p>Besonders fasziniert bin ich immer wieder von den Einblicken in die <strong>Phagen-Therapie</strong>, präsentiert von Dr. Johannes Wittmann. Phagen – Viren, die gezielt Bakterien angreifen, die eine <strong>vielversprechende Alternative zu Antibiotika</strong> bieten und bereits in einigen Ländern erfolgreich im Einsatz sind. darum geht es, wie schon berichtet unter anderem auch in unserem Science-Thriller “Probe 12”.</p><hr/><p>Termine, Termine</p><p><strong>26.11. 19 Uhr ARTE Saloon “Mikrobiom - Die Macht der Mikroben”</strong></p><p>Ich bin als Podiumsgast eingeladen beim interaktiven Format ARTE- Saloon auf dem youtube-Kanal von arte. In diesem Format werden interessante Reportagen von arte nochmal mit Fachleuten diskutiert und Fragen aus dem Chat beantwortet.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f91a759f-9687-4ba2-9872-d36eaa32c7a6/uploads/images/ouyu3brxwm/artesaloon.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Es wird darum gehen, welchen Einfluss die Mikroorganismen auf uns haben, wie wir das Wissen darüber nutzen können und was wir noch nicht verstehen. Und ich werde etwas über die Inhalte meines Sachbuches <strong>“Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke”</strong> interviewt.<br/>Ihr könnt live dabei sein und eure Fragen stellen.</p><p>Für alle, die sich schon vorab informieren wollen - hier ist der Link zur sehenswerten <strong>Reportage </strong><a href="https://www.arte.tv/de/videos/115633-000-A/die-macht-der-mikroben/"><strong>“Die Macht der Mikroben”</strong></a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Das war es von mir :-). Der November-Newsletter ist ganz schon lang geworden.</p><p>Ich sende euch herzliche Grüße aus dem Mikrobenzirkus.</p><p>Schreibt mir sehr gern, ich freue mich über ein Like oder über Feedback</p><p>Viele Grüße</p><p><strong><em>Eure Susanne Thiele</em></strong></p><hr/><p>Schreibcommunity</p><p>Wenn ihr euch selbst für das Schreiben und ganz speziell von <strong>populärwissenschaftlichen Sachbüchern oder Ratgebern </strong>interessiert, abonniert gern meinen kostenlosen Sachbuch-Newsletter “<a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><strong>Let me edutain you!”</strong></a>. <br/>Hier bekommt ihr regelmäßig Einblicke und Tipps aus meiner eigenen Sachbuchwerkstatt und könnt <strong>als zahlende Mitglieder </strong>auch an den monatlichen virtuellen Treffen mit mir zum fachlichen Austausch zu euren Projekten und Texten teilnehmen. Wir sind eine nette Truppe angehender und schon publizierter Sachbuchautor:innen.</p><hr aria-hidden="true"/><p>PS: Wenn euch dieser Mikrobenzirkus-Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gern weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Fri, 22 Nov 2024 05:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie kommen die Löcher in den Käse?]]></title>
      <description><![CDATA[Mikrobenzirkus-Kolumne im Oktober 2024 - Vino e formaggio beim Weinfest in Bardolino, Tucholsky und der Streit um die Löcher im Käse, Termine und Workshops]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong><br/>Mikrobenzirkus-Kolumne im Oktober 2024</strong></p><p><em>Vino e formaggio beim Weinfest in Bardolino, Tucholsky und der Streit um die Löcher im Käse, Termine und Workshops</em></p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2783bd1e-2ee5-4b5e-818e-db821207345d/uploads/images/zfyetgi37z/shutterstock_1621087438.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Liebe Freundinnen und Freunde des Mikrobenzirkus,</p><p>der Oktober neigt sich schon dem Ende zu – höchste Zeit, euch ein paar Neuigkeiten aus meinem Mikrobenzirkus zu berichten.</p><p>Ich schreibe gerade an Texten für ein neues Sachbuch über die faszinierenden und ungewöhnlichen Fähigkeiten von Mikroorganismen. Dabei nutze ich jede Gelegenheit, um Neues zu lernen oder kluge Menschen auszufragen. Egal, ob ich im Labor meiner Forscherkolleginnen und -kollegen über bunt gefärbten Petrischalen im Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig sitze oder am Gardasee in Italien Urlaub unterwegs bin – spannende Erkenntnisse über Mikroorganismen finde ich an vielen Orten.</p><p>Wenn ich in diesem „Recherche-Flow“ bin, begegnen mir plötzlich überall interessante Informationen, denen ich auf den Grund gehen will. <br/><br/>Dieses Phänomen kennt ihr vielleicht auch: Es nennt sich <em>Baader-Meinhof-Phänomen </em>oder <em>Frequenzeffekt</em>. Dabei liegt es nicht daran, dass ein Thema auf einmal häufiger vorkommt – vielmehr schenkt unser Gehirn ihm mehr Aufmerksamkeit, weil es uns gerade besonders wichtig erscheint. So wird sogar ein Besuch auf dem Weinfest in Bardolino zu einer Entdeckungsreise in die Welt der Mikrobiologie.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2783bd1e-2ee5-4b5e-818e-db821207345d/uploads/images/yluwyzvi5x/Bardolono_IMG_7174.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Italiener haben eine ganz eigene Art, ihre Weinfeste zu feiern – über mehrere Tage, oft mit der ganzen Familie, von den Kindern bis zur Oma. <br/><br/>Mit einem Weinglas um den Hals (wie es hier üblich ist 😊) probierte ich mich also durch die Weinstände und dachte dabei darüber nach, wie eng die Wissenschaft der Mikrobiologie mit der jahrtausendealten Kunst der Fermentation, also der Lebensmittelherstellung, verbunden ist. <br/><br/>Und so wurde aus einem gemütlichen Nachmittag auf einem italienischen Weinfest eine Lektion über die erstaunlichen Fähigkeiten der Natur – verpackt in Genuss und Geschmack.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2783bd1e-2ee5-4b5e-818e-db821207345d/uploads/images/ybloa73jir/IMG_7170.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Denn hinter jedem Glas Wein und jedem Stück Käse, das hier serviert wird, verbirgt sich eine unsichtbare Welt, in der Mikroorganismen die Hauptrolle spielen. Ohne Hefen, die den Zucker der Trauben in Alkohol umwandeln, oder Milchsäurebakterien, die dem Käse seine unverwechselbaren Aromen verleihen, wären diese kulinarischen Traditionen gar nicht möglich.</p><p>Das Ganze war auch gleich Inspiration für eine ganz besondere „Probe 12“ und „Toxin“-Lesung, die ich gerade zusammen mit meiner Autorenkollegin Kathrin Lange vorbereite: eine Wine &amp; Crime-Lesung mit Käseverkostung im Monkey Rosé in Braunschweig. Unsere Protagonisten, Mikrobiologin Nina Falkenberg und Food-Hunter Tom Morell, passen schließlich perfekt dazu. Mehr dazu findet ihr unten in den Terminen.</p><p>Und damit kommen wir auch schon zur heutigen mikrobiologischen Frage:</p><p><br/><strong>Wie kommen eigentlich die Löcher in den Käse? Wisst ihr es genau?</strong></p><p>Diese weltbewegende Frage sorgt laut Schriftsteller und Journalist Kurt Tucholsky schon mal für hitzige Debatten. In seiner gleichnamigen humorvollen Erzählung diskutiert eine Tischrunde wohlhabender Bürger – ausgelöst durch die harmlose Frage des kleinen Sohnes der Familie – wild über die Löcher im Käse, ohne am Ende eine klare Antwort zu finden. Erstmals veröffentlicht unter dem Namen <em>Peter Panter</em> in der Vossischen Zeitung am 29.08.1928.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2783bd1e-2ee5-4b5e-818e-db821207345d/uploads/images/tix2zeeunj/Tucholsky_Kase_719Zk60d2aL._SL1500_.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Diskussion wird so hitzig wie ein Käsefondue, denn jeder besteht darauf, die einzig richtige Erklärung zu kennen.</p><p>Damit wir nicht in dieselbe Falle tappen, bringen wir mal etwas Licht ins Dunkel.</p><p>Es gibt viele abenteuerliche Theorien darüber, wie die Löcher im Käse entstehen. Manchmal werden hungrige Mäuse oder Schweizer mit Spezialbohrmaschinen verdächtigt. Einige glauben sogar, dass es eine Käse-Mafia gibt, die damit einfach für mehr Luft und weniger Produkt in der Verpackung sorgt. Natürlich alles Unsinn.</p><p><strong>Große Löcher, kleine Löcher</strong><br/><br/>Die Größe der Löcher variiert von Käse zu Käse. Schauen wir uns zuerst den Schweizer Emmentaler an, einen sogenannten „Großlochkäse“. Hier ist die Antwort einfach: Die Löcher entstehen durch Gasblasen, die während des Reifeprozesses von Bakterien gebildet werden. <br/>Diese Bakterien werden dem Käse bei der Herstellung zugesetzt. Während der Reifung bauen sie den Milchzucker (Laktose) zu Milchsäure und Propionsäure ab. Ab etwa drei Monaten ist die Laktose vollständig abgebaut, sodass der Käse auch für Menschen mit Laktoseintoleranz verträglich ist.</p><p>Für den Reifeprozess des Emmentalers sind besonders die <strong>Propionsäurebakterien</strong> wichtig. Diese produzieren neben anderen Stoffen Kohlendioxid – dasselbe Gas, das in Cola oder Mineralwasser vorkommt. Da der Käse von einer festen Rinde umschlossen ist, kann das Kohlendioxid nicht entweichen. Es bildet Blasen im Käseteig und sorgt für die charakteristischen Löcher. Je mehr Propionsäurebakterien vorhanden sind, desto größer die Löcher - pro Laib können es über 1000 Löcher sein. <br/></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/2783bd1e-2ee5-4b5e-818e-db821207345d/uploads/images/gf6kehe2sq/propionibacterium-acnes_dsm_30919.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>(<em>Propionibacterium acnes</em> DSM 30919, @DSMZ)</p><p>In einem Gramm Emmentaler leben nach wenigen Wochen über 100 Millionen Propionsäurebakterien. Sie sind auch für den typischen nussig-süßen Geschmack des Emmentalers verantwortlich.</p><p><strong>Was ist mit den kleinen Löchern, wie im Gouda?</strong><br/><br/>Hier sind andere Bakterien im Einsatz, die weniger Kohlendioxid produzieren, wodurch kleinere und weniger Löcher entstehen. <br/><br/>Die winzigen schlitzförmigen Löcher im Tilsiter Käse oder Mondseer haben übrigens nichts mit Bakterien zu tun – sie entstehen, wenn die Käsemasse von Hand in lockeren Schichten in eine Form gedrückt wird.</p><p><strong>Wie endet das bei Tucholsky?</strong><br/><br/>Der Abend endet mit Privatklagen, Testamentsänderungen und Vertragskündigungen unter ehemaligen Freunden. Sehr amüsant zu lesen – die Geschichte gibt es auch als Hörspiel!</p><p>Tucholskys Satire zeigt uns, wie leicht man sich in Banalitäten verlieren kann, während man uninformiert um den heißen Brei – oder den löchrigen Käse – herumredet :-).<br/><br/>Der einzige Konsens? Der Käse schmeckt – mit oder ohne Löcher!</p><p>Das wird euch nach dieser Lektüre niemals mehr passieren und ihr könnt mit diesem Wissen beim nächsten Small Talk glänzen 😊!</p><p>Mikrobiologische Grüße,<br/><br/>Eure Susanne</p><hr/><p>Weiterlesen</p><ul><li><p>K. J. Heller: <em>Mikrobiologie der Lebensmittelfermentation.</em> In: Garabed Antranikian (Hrsg.): <em>Angewandte Mikrobiologie.</em> Springer-Verlag Berlin und Heidelberg 2006; Seiten 521–522, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/9783540240839">ISBN 978-3-540-24083-9</a>.</p><p></p></li></ul><hr/><p>Termine, Termine</p><ul><li><p><strong>Lesung beim Verein Lamme liest! </strong><br/><strong>Susanne Thiele: Wie aus Wissenschaft Bücher werden</strong></p><p>8.11. 19:00 Uhr Kirchhaus in Braunschweig-Lamme, Reservierung unter <a href="mailto:kontakt@lamme-liest.de">kontakt@lamme-liest.de</a><br/></p></li><li><p><strong>Lesung: Wine &amp; Crime: Toxin und Probe 12 -Lesung mit Susanne Thiele und Kathrin Lange im Monkey Ros in Braunschweig</strong><br/>14.11. 2024, 18:00 Uhr, Lesung mit Wine-Tasting und Käseverkostung, organisiert von Leseflair, Tickets unter: <a href="https://login.atavolo.com/event.php?l=98c7242894844ecd6ec94af67ac8247d&amp;r=1&amp;vid=38600&amp;cc=true">Link</a></p></li></ul><ul><li><p><strong>Seminar: Wissenschaft trifft Thriller: Wie der Weg von der Idee zur Story glückt</strong></p><p><strong>Das Beste aus zwei Welten.</strong></p><p>10.11.-12.11. So 16.00 -Di 12:30 Uhr, Bundesakademie</p><p>Spannende Rätsel und wissenschaftliche Geheimnisse – wenn Forschung und Fiktion verschmelzen, entsteht Nervenkitzel. Wie stark uns Wissenschaft im täglichen Leben betrifft, haben nicht zuletzt die Corona-Jahre gezeigt. Eine sehr besondere Form von Wissenschaftskommunikation ist der Science-Thriller, der auf unterhaltsame Weise komplexe Forschung in eine packende Handlung übersetzt. Das ermöglicht Leserinnen und Lesern, sich von wissenschaftlichem Fortschritt und neuen Technologien, die sie vielleicht nur aus den Schlagzeilen kennen, faszinieren zu lassen.</p><p>Wie aber verläuft der Weg von einem wissenschaftlichen Thema oder einer Storyidee zu einem spannenden Roman? Wo finden Autoren und Autorinnen ihre Stoffe? Wie geht wissenschaftliche Recherche und deren „Übersetzung“ ins Fiktionale? Und wie gelingt der optimale Mix aus Faktentreue und Erfundenem? Was also darf ein Wissenschaftsthriller?</p><p>All diesen Fragen widmet sich diese Werkstatt. In Impulsvorträgen, Gesprächen und praktischen Übungen führen die beiden Seminarleiterinnen darüber hinaus ihre Methoden vor und zeigen, wie eigene Projekte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorankommen können.</p><p>Nach dem Anmeldeschluss erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Schreibaufgabe. Meine Co-Dozentin ist die erfolgreiche Schriftstellerin und Thrillerautorin Kathrin Lange, mit der zusammen ich “Probe 12” und “Toxin” geschrieben habe.</p><p><a href="https://deref-gmx.net/mail/client/P5gVFxcsG8c/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fsubstack.com%2Fredirect%2Fa59f0627-c947-4b2c-b6a2-d12b7cb7f215%3Fj%3DeyJ1IjoiMWdrdGNmIn0.jgmT8GuqtXtV6E8NJgX_RUXBtpdLJBc2YR4TT4tm--0&amp;lm">Mehr Infos und Anmeldung</a><br/></p></li></ul><p>Das war es schon wieder für den Oktober!</p><p>Ich sende euch herzliche Grüße aus dem Mikrobenzirkus.</p><p>Schreibt mir sehr gern, lasst ein Like oder einen Kommentar da, um meine Reichweite etwas zu erhöhen.</p><p>Viele Grüße</p><p><strong><em>Eure Susanne Thiele</em></strong></p><hr/><p>Schreibcommunity</p><p>Wenn ihr euch selbst für das Schreiben und ganz speziell von <strong>populärwissenschaftlichen Sachbüchern oder Ratgebern </strong>interessiert, kommt sehr gern in meine Sachbuch-Community “<a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><strong>Let me edutain you!”</strong></a>. <br/>Hier bekommt ihr regelmäßig Einblicke und Tipps aus meiner eigenen Sachbuchwerkstatt und könnt an monatlichen virtuellen Treffen zum Austausch zum Feedback zu euren Projekten und Texten teilnehmen. Wir sind eine nette Truppe angehender und schon publizierter Sachbuchautor:innen.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Wenn ihr mich bei Recherchekosten für diesen kostenlosen Newsletter mit einer kleinen Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. <br/>Ebenfalls ein Dankeschön!<br/></p><p><a href="https://steadyhq.com/de/plans/cef6ed76-0278-4bc7-9f04-1290c603963e">Mikroben-Kaffekasse :-)</a></p><p></p><p>PS: Wenn euch dieser Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gern weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Thu, 24 Oct 2024 04:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Dürfen Bello und Miez mit ins Bett?]]></title>
      <description><![CDATA[Mikrobenzirkus-Kolumne im September 2024 - Eindrücke von der Bakteriopolis-Lesetour, Haustiere und Mikroben im Bett, Termine und Tipps]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Mit Bello und Miez ins Bett?</h1><p> <em>Mikrobenzirkus-Kolumne im September 2024 - Eindrücke von der Bakteriopolis-Lesetour, Bello und Miez im Bett, Termine und Event-Tipps</em></p><p><br/><strong>Liebe Freunde und Freundinnen des Mikrobenzirkus,</strong></p><p>mein August war vollgepackt mit Lesungsterminen und Reisen, weshalb ich erst jetzt dazu komme, einige Eindrücke und Gedanken mit euch zu teilen.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Lesungsimpressionen aus Dresden und Leipzig</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/8d0fde9a-dd13-429e-a590-9059604a6da2/uploads/images/abo4cvln3s/Lesungen_Dresden_und_Leipzig.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Bereits in einer früheren Kolumne habe ich über die neue Wanderausstellung der TU Dresden mit dem Titel „Bakteriopolis – Die verborgene Welt der Mikroben“ berichtet, die im August in Dresden eröffnet wurde und Anfang September in Leipzig gastierte. In beiden Städten durfte ich im Rahmenprogramm mit einer Lesung aus meinem Sachbuch „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke“ sowie einem interaktiven Vortrag zum Mitmachen und Mitdenken teilnehmen. Dabei ging es darum, wie wir unsere Häuser und Wohnräume gesünder und mikroben-freundlicher gestalten können. Wäre das ein TV-Format, hieße es vielleicht: <strong>“Schöner wohnen mit Mikroben”.</strong></p><p>Ehrlich gesagt, war ich selbst gespannt, wie eine solche Ausstellung über Bakterien und Mikroben nach der Corona-Pandemie aufgenommen würde, die uns allen noch in den Knochen steckt. Würde das Interesse an der Welt der kleinsten Lebewesen noch bestehen, oder hätten die Menschen davon schlicht genug?</p><p>Das Gegenteil war der Fall – trotz Hitze! Volles Haus …</p><p>In Dresden traf ich im Wissenschaftszentrum COSMO im Kulturpalast auf ein bunt gemischtes Publikum. Rund 35 Menschen, die privat, über das Studium oder beruflich ein Interesse an Mikroorganismen und deren Einfluss auf unsere Gesundheit haben, nahmen an der Veranstaltung teil. In Leipzig las ich im gut besuchten Stadtbüro am Burgplatz, mitten im Herzen der Stadt, und es ergaben sich im Anschluss noch intensive Diskussionen über viele Themen und es gingen einige Bücher über den Tisch.</p><p>Eines der Themen möchte ich heute als Wissensinput für euch herausgreifen. Eine ältere Dame aus Dresden konnte sich nur schwer damit anfreunden, dass Haustiere also Hunde oder Katzen nicht nur Schmutz, sondern auch „gute Mikroben“ in unsere Wohnungen tragen. Und dann kam die unvermeidliche Frage:</p><p><strong>Darf der Hund oder die Katze mit ins Bett?</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/8d0fde9a-dd13-429e-a590-9059604a6da2/uploads/images/s3rsrxtnoo/HUnd_und_Katz_im_bett.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Quelle- KI-generiert mit ChatGPT"/><p></p><p>Wir verbringen heutzutage rund 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen. Das beeinflusst natürlich, wie gut unser Immunsystem noch trainiert wird. Unsere Umwelt wird immer keimfreier wird und dadurch verarmen auch unsere Mikrobiome in ihrer Vielfalt an Mikroorganismen. <br/>Dazu hat auch unser Immunsystem nichts mehr, woran sich unser Körper auf natürliche Weise „abarbeiten“ kann. Aus Jux und Dollerei attackiert es dann Pollen, Haare usw.<br/></p><p>Wir sollten uns aber darüber im Klaren sein , dass Haustiere nicht nur Schlamm und Schmutz mit nach Hause bringen, sondern, dass sie auch als eine Art natürlicher Lieferdienst guter Mikroben funktionieren. Ein Großteil der Mikroben, die unseren Darm besiedeln, gelangt über Nahrung und unsere Atemluft dorthin. <br/>Hunde beeinflussen sogar die Zusammensetzung der Bakterien im Hausstaub, was sich positiv auf das Raumklima auswirken kann. Dabei handelt es sich um harmlose, nicht krankheitserregende Bakterien, die bei einem gesunden Immunsystem keine Infektionen verursachen. Viele dieser Mikroben stammen aus der Erde und siedeln sich auch im Hundedarm an. Interessanterweise wird das Mikrobiom von Hundebesitzer nach kurzer Zeit um genau diese Bakterien bereichert. Forschende konnten allein auf Basis der Mikrobiom-Daten Hunde ihren Haltern zuordnen! <br/><br/>Eine spannende Studie von Dr. Susan Lynch von der University of California zeigte, dass Mäuse, die Hausstaub aus Haushalten mit Hunden ausgesetzt waren, seltener an Asthma erkrankten. Eine bestimmte Bakterienart, <em>Lactobacillus johnsonii</em>, konnte identifiziert werden, die diesen Schutz bietet. <br/><br/>Das Fazit: Tierkontakte in der frühen Kindheit wirken sich positiv auf die Darmflora aus und können das Immunsystem stärken sowie das Allergierisiko senken. Stichwort: Bauernhofstudien: Kinder, die auf Bauernhöfen mit viel Kontakt zur Natur und zu Tieren aufwachsen, zeigten viel weniger Allergien und Asthma als Kinder, die in der Stadt aufwachsen.</p><p>An dieser Stelle möchte ich auch gleich mit dem Mythos der „allergiesicheren“ Hunderassen aufräumen. Selbst nackte Hunde ohne Fell verlieren noch Hautschuppen und Allergene. Überraschenderweise war der Labrador Retriever in Studien die Rasse, die am wenigsten Allergien auslöste. Die Annahme, dass lockige Hunderassen wie Pudel oder Wasserspaniel generell antiallergisch seien, hat dagegen keine wissenschaftliche Grundlage.</p><p><strong>Und wie ist es mit Katzen?</strong></p><p>Als bekennende Katzenliebhaberin, die aktuell leider gerade ein „katerloses“ Leben führt (weil unser alter Kater Kasper letztes Jahr verstarb), kann ich bestätigen, dass die Stubentiger einen positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden haben. <br/><br/>Und nicht nur das: Eine Studie des Asthma in Childhood Research Centers in Kopenhagen ergab, dass Katzen eine Vielzahl von Bakterien, Pilzen und Allergenen ins Haus bringen – und das zu unserem Vorteil. Forschende fanden heraus, dass Katzen den Effekt eines Gens neutralisieren können, das bei Kindern das Risiko für Asthma verdoppelt. Lebt eine Katze im Haushalt, wird dieses Gen nie aktiviert – ein erstaunlicher Fund, der selbst die Wissenschaft überrascht hat. Warum dies nur bei Katzen und nicht bei Hunden funktioniert und wie der genaue Mechanismus funktioniert, ist noch unzureichend geklärt.</p><p><strong>Zurück zur Frage: Ist es gesund, Tiere im Bett schlafen zu lassen?</strong></p><p>Wenn es nach den Fellnasen oder unseren Kindern geht, ist die Antwort wohl ein klares Ja. Neben der Stressreduktion und positiven Effekten auf die Herzgesundheit, ist es unter bestimmten Bedingungen unbedenklich, Haustiere im Bett schlafen zu lassen. <br/>Wichtig ist, dass die Tiere frei von Parasiten wie Zecken und Flöhen sind und regelmäßig geimpft sowie entwurmt werden. Auch auf Hygiene im Schlafzimmer solltet ihr stärker achten – die Bettwäsche muss häufiger gewechselt werden, da die Tiere eben auch Haare und Schmutz ins Bett tragen können.</p><p>Doch eines ist sicher: Im Bett von Kleinkindern haben Haustiere nichts verloren, da hier das Verletzungsrisiko einfach zu groß ist.</p><p>Wenn ihr euch noch etwas mehr über Mikrobenkosmos von Katzen informieren wollt (Toxoplasmose aber auch andere Aspekte) , empfehle ich euch diesen älteren aber noch aktuellen Artikel in meinem Mikrobenzirkus-Blog.</p><hr/><p>Weiterlesen</p><a href="https://search.app/74BJzRsW1jyuCqCX6">https://search.app/74BJzRsW1jyuCqCX6</a><ul><li><p>“Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke” von Susanne Thiele (2019); bestellbar unter <br/><a href="https://www.graff.de/shop/item/9783453604872?affiliate=PTVC0IXsj9sdQAwD">9783453604872 | Buchhandlung Graff in Braunschweig</a></p></li><li><p>S.V. Lynch, K.E. Fujimura u.a.: “House dust exposure mediates gut microbiome lactobacillus enrichment and airway immune defense against allergens and Virus infections”, in: Proc. Natl. Acad. Sci., 111, 2014, S. 805-810)</p></li></ul><p></p><hr/><p>Termine, Termine</p><ul><li><p><strong>Lesung beim Verein Lamme liest! </strong><br/><strong>Susanne Thiele: Wie aus Wissenschaft Bücher werden</strong></p><p>8.11. 19:00 Uhr Kirchhaus in Braunschweig-Lamme, Reservierung unter <a href="mailto:kontakt@lamme-liest.de">kontakt@lamme-liest.de</a><br/></p></li><li><p><strong>Lesung: Wine &amp; Crime: Toxin und Probe 12 -Lesung mit Susanne Thiele und Kathrin Lange im Monkey Rose in Braunschweig</strong><br/>14.11. 2024, 18:00 Uhr, Lesung mit Wine-Tasting und Käseverkostung, organisiert von Leseflair, Tickets unter: <a href="https://login.atavolo.com/event.php?l=98c7242894844ecd6ec94af67ac8247d&amp;r=1&amp;vid=38600&amp;cc=true">Link</a></p></li></ul><ul><li><p><strong>Seminar: Wissenschaft trifft Thriller: Wie der Weg von der Idee zur Story glückt</strong></p><p><strong>Das Beste aus zwei Welten.</strong></p><p>10.11.-12.11. So 16.00 -Di 12:30 Uhr, Bundesakademie</p><p>Spannende Rätsel und wissenschaftliche Geheimnisse – wenn Forschung und Fiktion verschmelzen, entsteht Nervenkitzel. Wie stark uns Wissenschaft im täglichen Leben betrifft, haben nicht zuletzt die Corona-Jahre gezeigt. Eine sehr besondere Form von Wissenschaftskommunikation ist der Science-Thriller, der auf unterhaltsame Weise komplexe Forschung in eine packende Handlung übersetzt. Das ermöglicht Leserinnen und Lesern, sich von wissenschaftlichem Fortschritt und neuen Technologien, die sie vielleicht nur aus den Schlagzeilen kennen, faszinieren zu lassen.</p><p>Wie aber verläuft der Weg von einem wissenschaftlichen Thema oder einer Storyidee zu einem spannenden Roman? Wo finden Autoren und Autorinnen ihre Stoffe? Wie geht wissenschaftliche Recherche und deren „Übersetzung“ ins Fiktionale? Und wie gelingt der optimale Mix aus Faktentreue und Erfundenem? Was also darf ein Wissenschaftsthriller?</p><p>All diesen Fragen widmet sich diese Werkstatt. In Impulsvorträgen, Gesprächen und praktischen Übungen führen die beiden Seminarleiterinnen darüber hinaus ihre Methoden vor und zeigen, wie eigene Projekte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorankommen können.</p><p>Nach dem Anmeldeschluss erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Schreibaufgabe. Meine Co-Dozentin ist die erfolgreiche Schriftstellerin und Thrillerautorin Kathrin Lange, mit der zusammen ich “Probe 12” und “Toxin” geschrieben habe.</p><p><a href="https://deref-gmx.net/mail/client/P5gVFxcsG8c/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fsubstack.com%2Fredirect%2Fa59f0627-c947-4b2c-b6a2-d12b7cb7f215%3Fj%3DeyJ1IjoiMWdrdGNmIn0.jgmT8GuqtXtV6E8NJgX_RUXBtpdLJBc2YR4TT4tm--0&amp;lm">Mehr Infos und Anmeldung</a><br/><br/></p></li></ul><hr/><p>Eventtipp</p><p>Alle, die aus der Nähe in der Region Braunschweig sind, lade ich sehr herzlich zum <strong>Tag der offenen Tür am HZI </strong>am 21.9. 2024, 11-16 Uhr ein - meiner Arbeitsstelle am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. <br/>Ein Blick hinter die Kulissen mit Laborführungen, spannenden Vorträgen und vielen Kinderaktionen. Und mich könnt ihr als Pressesprecherin an einem solchen Tag natürlich auch treffen. Ich moderiere das Format “Meet the Scientist”. Vielleicht sehen wir uns?</p><p>Das ganze Programm findet ihr hier: <a href="https://www.helmholtz-hzi.de/media-center/newsroom/news-detailseite/tritt-ein-in-die-welt-der-infektionsforschung-tag-der-offenen-tuer-am-hzi">HZI | Tag der offenen Tür am HZI (</a><a href="http://helmholtz-hzi.de/">helmholtz-hzi.de</a><a href="https://www.helmholtz-hzi.de/media-center/newsroom/news-detailseite/tritt-ein-in-die-welt-der-infektionsforschung-tag-der-offenen-tuer-am-hzi">)</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/8d0fde9a-dd13-429e-a590-9059604a6da2/uploads/images/47jw4ave2l/csm_CityCards_HZI-1_59bc6347c1.jpg.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>Das war es schon wieder für den September!</p><p>Ich sende euch herzliche Grüße aus dem Mikrobenzirkus.</p><p>Schreibt mir sehr gern, lasst ein Like oder einen Kommentar da, um meine Reichweite etwas zu erhöhen.</p><p>Viele Grüße</p><p><strong><em>Eure Susanne Thiele</em></strong></p><hr/><p>Schreibcommunity</p><p>Wenn ihr euch selbst für das Schreiben und ganz speziell von <strong>populärwissenschaftlichen Sachbüchern oder Ratgebern </strong>interessiert, kommt sehr gern in meine Sachbuch-Community “<a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><strong>Let me edutain you!”</strong></a>. <br/>Hier bekommt ihr regelmäßig Einblicke und Tipps aus meiner eigenen Sachbuchwerkstatt und könnt an monatlichen virtuellen Treffen zum Austausch teilnehmen. Wir sind eine nette Truppe angehender und schon publizierter Sachbuchautor:innen.</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p>Wenn ihr mich bei Recherchekosten für diesen kostentenlosen Newsletter mit einer kleinen Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. <br/>Ebenfalls ein Dankeschön!<br/></p><p><a href="https://steadyhq.com/de/plans/cef6ed76-0278-4bc7-9f04-1290c603963e">Mikroben-Kaffekasse :-)</a></p><p></p><p>PS: Wenn euch dieser Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gern weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Sat, 14 Sep 2024 04:47:24 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[In den Salzgärten von Guérande - Das Geheimnis pinkfarbener Seen]]></title>
      <description><![CDATA[Besonders fasziniert hat mich der Besuch der Salzgärten in Südbretagne in Guérande, über den ich euch in diesem Newsletter berichten möchte. Am Ende findet ihr einige Les]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p> <em>Mikrobenzirkus-Kolumne im August 2024</em></p><p><br/><strong>Liebe Freunde und Freundinnen des Mikrobenzirkus,</strong></p><p>ich bin aus der Sommerpause zurück und freue mich auf eine neue Schreib- und Lese-Saison mit euch. <br/>Diesmal ging es mit dem Camper (und meinem Mann :-)) auf eine Rundreise durch die Bretagne - von Saint-Malo über Le-Mont-Saint-Michel bis nach Concarneau, Quimper, Pont Aven und Vannes. <br/>Drei Wochen lang habe ich atemberaubende Küsten-Landschaften, Kultur mit Wurzeln bis in die Zeit der Kelten und gute bretonische Küche mit Buchweizen-Crêpes und Meeresfrüchten dieser Region genossen. Viel Zeit für neue Eindrücke und zum Lesen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/503378e4-94c0-404e-9e29-d04029997cc0/uploads/images/do7hkeif3z/IMG_5145.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Besonders fasziniert hat mich aus der Besuch der Salzgärten in Südbretagne in <em>Guérande</em>, über den ich euch in diesem etwas längeren Newsletter berichten möchte. Am Ende findet ihr einige Lesetipps und wie gewohnt die aktuellen Lesungs-Termine.</p><hr/><p>Exkursion</p><p><strong>In den Salzgärten von Guérande</strong> - <strong>Das Geheimnis pinkfarbener Salzseen</strong></p><p>Sommer und Salz - seit meinem ersten Tag in der Bretagne, verfolgte mich das Meersalz auf Schritt und Tritt. Gesalzene Butter wird in nahezu jedem Restaurant zum Baguette gereicht, die typisch bretonischen Salzbutterkaramell-Bonbons, machen jede Diät zur Farce und der legendäre Kouign Amann, der bretonischen Butterkuchen, sowie die Galette bretonne, die runden Butterkekse, verdanken ihren einzigartigen Geschmack dem Meersalz. <br/><br/>Hier in der Bretagne wollte ich etwas über eine besondere Art der Salzgewinnung erfahren – das Meersalz, das direkt an den Küsten geerntet wird. Ich kenne nur den Steinsalz-Abbau unter Tage in meiner alten Heimat in Sachsen-Anhalt, wo ich aufgewachsen bin. <br/>Meine Reise führte mich nach <em>Batz-sur-Mer,</em> wo ich Vito, einen echten „Paludier“, treffen konnte – so nennt man hier die Salzbauern. Die Fahrt dorthin war eine Reise durch pittoreske Dörfer mit reetgedeckten Backsteinhäusern, blauen Fensterläden und riesigen blühenden Hortensienbüschen (mein Gärtnerherz war neidisch) – Bretagne wie sie im Buch steht.</p><p>Mein Ziel war „La Natursel“, Vitos Reich. Mit sechs Hektar Salzgärten erntet er mit Kollegen hier bis zu 150 Tonnen Salz pro Jahr – ein stolzes Handwerk, das bis in die Eisenzeit zurückreicht. Die Mönche von Vannes formten durch ihre Studien von Gezeiten, Wind und Sonne das Gesicht der heutigen Salzgärten. Doch erst im 20. Jahrhundert, dank einer Gruppe Idealisten, wurden die verlassenen Salinen wiederbelebt, nachdem zwischendurch die alte Tradition fast vergessen worden war.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/503378e4-94c0-404e-9e29-d04029997cc0/uploads/images/vwaoxiajey/Vito_Natursel.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Paludier Vito  führt mich durch sein Reich (S. Thiele)</em></p><p>Vito erwartete mich bereits – mit einem offenen Lächeln, die Augen hinter einer Sonnenbrille, einem hellen Basecap auf seinen kurzen Haaren, sonnengebräunter Haut, salzverkrusteten Händen und einem gepflegten Dreiwochenbart. Er begrüßte mich herzlich und fast akzentfrei auf Deutsch. Er war etwas kleiner als ich, schlank und durchtrainiert. Das läge an der schweren körperlichen Arbeit auf den Salzfeldern und daran, dass er jeden Tag der Natur und der Meeresluft ausgesetzt ist, wie er mir später erzählte. Eine Gruppe aus La Baule hatte kurzfristig abgesagt, und so hatte ich das Glück, eine ganz persönliche Führung zu bekommen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/503378e4-94c0-404e-9e29-d04029997cc0/uploads/images/oz7g32bmrn/IMG_0119.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Eine Sumpflandschaft unweit des Atlantiks. Von hier kommt eines der teuersten Salze der Welt – das Fleur de Sel aus Guérande. (S. Thiele)</em></p><p>Wir begannen unseren Rundgang durch die Salzgärten von Guérande, die wie ein schachbrettartiges Mosaik in der Sonne glitzern. Ein Paradies für Vögel – Austernfischer wateten durch die Becken, Möwen kreischten über uns.</p><p>Vito führte mich durch dieses Labyrinth aus Becken und Kanälen, die von Jahrtausenden der Ingenieurskunst zeugen. Das Prinzip der Salzgewinnung ist einfach, doch die Praxis verlangt ein meisterliches Fingerspitzengefühl. Das Meerwasser wird bei Flut in die Becken geleitet, wo es langsam verdunstet, bis die Salzkonzentration so hoch ist, dass die Kristalle beginnen zu wachsen.</p><p>„Unser Salz“, erklärte Vito, „hat ein einzigartiges Veilchenaroma. Es ist mild und nicht so bitter wie industriell hergestelltes Salz. Kein Wunder, dass es in den besten Küchen Frankreichs unverzichtbar ist.“ Als ich das weiße Fleur de Sel koste, das Vito mir reicht, schmecke ich, was er meint (glaube ich).</p><blockquote><p>“Die Theorie der Salzernte ist ganz einfach.”</p></blockquote><p>Das Prinzip des Salzanbaus erklärte mir Vito als recht simpel: Bei Flut wird das frische Meerwasser (etwa 25 Gramm Salz pro Liter) über ein verschachteltes System von Kanälen in die Becken der Saline geleitet, wo sich in den Kristallisationsbecken die Salzkrusten bilden. Abhängig von den Wetterbedingungen erreicht die Salzkonzentration schließlich rund 200 Gramm pro Liter.</p><p>Während der heißen Sommermonate reift das Salz heran und wird im September/Anfang Oktober mit Hilfe spezieller Rechen von Hand geerntet. Das Salz trocknet einen Tag in der Sonne, bevor es mit einer Schubkarre zum Rand der Saline gebracht wird. Das geerntete Salz türmt sich so im Laufe eines Sommers zu mächtigen Salzbergen auf (leider bin ich mit meinem Reisezeitraum Ende Juli etwas zu früh dran – sonst hätte ich hier die weißen Salzberge bewundern können).</p><p>Vito zeigte mir seinen Alltag: Es ist alles ehrliche Handarbeit – wie vor Jahrhunderten, ohne Maschinen. Die Salzbauern helfen sich untereinander, trotz des Wettbewerbs. „Das Fleur de Sel“, erklärte Vito, „ist das kostbarste Salz, das wir ernten. Es bildet sich nur unter optimalen Bedingungen und erfordert viel Fingerspitzengefühl.“ <br/>Es gibt zwei Qualitäten: das gröbere, etwas graue Meersalz (Gros Sel) und die oberste Schicht, das kostbare weiße „Fleur de Sel“. Aus einer Tonne Salz wird etwa 60 kg Fleur de Sel gewonnen. Früher wurde es übrigens viel weniger geschätzt und zur Bezahlung der Hilfsfrauen (<em>Porteusen</em>) verwendet, die das Salz aus den Salinen trugen.</p><p>„Fleur de Sel“ entsteht nur bei optimalen Bedingungen: viel Sonne, niedrige Luftfeuchtigkeit und ein Wind, der weder zu stark noch zu schwach sein darf. Ein zu starker Wind oder unvorsichtiges Bewegen des Wassers kann die dünne Schicht auf der Wasseroberfläche zerstören und mit dem groben Salz vermengen.</p><p>Die Bezeichnung „Fleur de Sel“ ist geographisch geschützt und darf nur von den Salinen der Guérande, der Île de Noirmoutier und der Île de Ré verwendet werden.</p><p>Die kritische Frage nach Mikroplastik im Meer habe ich natürlich auch gestellt: Prinzipiell haben wir hier schon das reinste Meersalz. Trotzdem unterliegen die Familienbetriebe einem harten Qualitäts-Audit und dürfen auch Salzchargen verschiedener Jahre nicht mischen, damit das kontrollierbar bleibt. Großer Aufwand für die Lagerung der Salzberge bei kleineren Betrieben…</p><hr aria-hidden="true"/><p>Die Salinen haben ein buntes Ökosystem, das Vögeln, Algen, halophilen Mikroorganismen und Pflanzen Lebensraum bietet. Manchmal nimmt das Meerwasser eine fast surreal anmutende Färbung in Pink- und Rosé-Tönen an.</p><blockquote><p>„Mikroorganismen verursachen die pinkfarbene Färbung der Salzseen“</p></blockquote><p>Ein Hauptgrund für die Färbung der Gewässer sind Mikroorganismen. Zwei dominierende Organismen, die in solchen Seen vorkommen, sind <em>Dunaliella salina</em> und verschiedene Haloarchaeen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/503378e4-94c0-404e-9e29-d04029997cc0/uploads/images/33inonuxxi/IMG_5128.jpg.PNG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Nein, <em>Dunaliella salina</em> ist keine französische C-Prominente, sondern eine winzige Alge, die einen hohen Anteil an Beta-Carotin enthält. Die Alge speichert unter den richtigen Bedingungen große Mengen an Beta-Carotin. Sie ist photosynthetisch aktiv und benötigt daher relativ viel Licht. <br/>„Während die Mikroalgen Beta-Carotin, das Pigment, das wir beispielsweise aus Möhren kennen, anreichern, produzieren Haloarchaeen ein anderes rotes Pigment: ein Rhodopsin, das dem Pigment in unseren Augen ähnelt. Je nachdem, welcher Organismus in einem See dominiert, verändert sich die Farbschattierung: Manchmal sind die Seen eher pink, manchmal eher rötlich gefärbt“, erzählt Vito.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/503378e4-94c0-404e-9e29-d04029997cc0/uploads/images/re3l6b7ihe/Microorganisms_from_the_hypersaline_Lake_Tyrrell.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Bildquelle: </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mikrofotografie"><em>Mikrofotografie</em></a><em> einer Probe aus dem </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperhalin"><em>hyper­salinen</em></a><em> </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lake_Tyrrell"><em>Lake Tyrrell</em></a><em> (</em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Australien"><em>Australien</em></a><em>)</em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Haloquadratum_walsbyi#cite_note-MapCarta_Tyrrell-1"><em>[1]</em></a><em> mit orange­farbenen </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chlorophyta"><em>Chloro­phyten</em></a><em> (</em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dunaliella_salina"><em>Dunaliella cf. salina</em></a><em>, </em><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chlamydomonadales"><em>Chlamydo­monadales</em></a><em>) und mehreren kleineren qua­dra­tisch-flachen Walsby-Archaeen mit Gas­bläs­chen, die ein Auf­schwimmen an die Ober­fläche er­mög­lichen (vermutlich, um dort Sauer­stoff auf­zu­nehmen).</em></p><p>Ein Beispiel für einen Organismus, der sich von der Alge ernährt, ist der Salinenkrebs (<em>Artemia salina</em>), der in salzhaltigen Gewässern vorkommt und einigen von euch vielleicht noch unter dem Namen „Urzeitkrebse“ bekannt ist (Yps-Heft lässt grüßen!).</p><blockquote><p>“Der Salinenkrebs <em>Artemia salina</em> ist eine Delikatesse für Flamingos und färbt auch deren Gefieder pink, das sonst weiß bliebe.”</p></blockquote><p>Ein Beispiel für einen Organismus, der sich von der Alge ernährt, ist der Salinenkrebs (<em>Artemia salina</em>), der in salzhaltigen Gewässern vorkommt und einigen von euch vielleicht noch unter dem Namen „Urzeitkrebse“ bekannt ist (Yps-Heft lässt grüßen!).</p><p>Bei einem Salzgehalt von 180 g pro Liter sterben diese Salinenkrebse jedoch ab – <em>Dunaliella salina</em> hat dann keine natürlichen Fressfeinde mehr und färbt aufgrund ihres hohen Beta-Carotin-Gehalts das hochkonzentrierte Salzwasser in den Salzgärten pink. Als hätte Barbie höchstpersönlich dort ihre Farbeimer ausgekippt!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/503378e4-94c0-404e-9e29-d04029997cc0/uploads/images/4cf3j6mkxt/450px-Artemia_salina_2_jpg.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Bildquelle: Salinenkrebs Artemia salina, Wikipedia</em></p><hr aria-hidden="true"/><p>Und eine ungewöhnliche Bakteriengattung sei hier auch noch erwähnt: das salzliebende Bakterium <em>Haloquadratum walsbyi</em>. Es ist platt wie eine Briefmarke und kann sich dank eingebauter Gasbläschen gemütlich auf einer Salzlake treiben lassen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/503378e4-94c0-404e-9e29-d04029997cc0/uploads/images/7djompmcux/Haloquadratum_walsbyi00.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Bildquelle: Haloquadratum walsbyi, Wikipedia</em></p><p></p><p><strong>Salziges Pflanzen-Büffet</strong></p><p>Besonders lebhaft wurde Vito, als es um die Pflanzenverkostung in seinen Salzgärten ging.<br/>Er griff nach unten, in eines der dicht bewachsenen Becken, und pflückte Queller ab. Eine Pflanze, die aussieht wie eine Miniatur-Version von grünen Bohnen. „Probier das mal“, sagte er und reichte mir einen frischen Trieb. Der Geschmack überraschte mich: knusprig, saftig und leicht salzig. „Heißt auch Salzbohne oder Salicorne“, erklärt Vito, „und Feinschmecker lieben sie. Du kannst sie roh essen, in Essig einlegen oder wie grüne Bohnen in Butter schwenken.“</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/503378e4-94c0-404e-9e29-d04029997cc0/uploads/images/4lwsmh2pli/IMG_5138.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Als Nächstes die Salzmelde. Die Blätter haben einen zarten, fast fleischigen Biss und einen intensiven, salzigen Geschmack, der an das Meerwasser erinnert. „Frisch gepflückt ist sie am besten, aber man kann sie auch trocknen und als Gewürz verwenden“, erklärt er. Weiter geht es mit Strandnelke und Fenchel.</p><p>„Manche dieser Pflanzen werden von Sterneköchen wie Trüffel behandelt“, sagt Vito mit einem Augenzwinkern. „Aber du kannst sie genauso gut in deiner eigenen Küche verwenden.“ Seine Begeisterung war ansteckend, und während er mir von all den kulinarischen Möglichkeiten erzählte, merkte ich, wie sehr ihn seine Arbeit immer in der Natur erfüllt.</p><p>Zum Schluss gab Vito mir noch einen besonderen Tipp: „Erdbeeren mit Fleur de Sel – das klingt verrückt, aber es funktioniert. Das Salz hebt die Süße hervor und verstärkt den Geschmack. Und mit ein wenig Fenchel wird es richtig spannend!“</p><p>Als ich mich von Vito verabschiede, habe ich nicht nur ein paar neue Rezepte im Gepäck, sondern auch eine Einladung, unbedingt wiederzukommen, weil er mir gar nicht alles in den zwei Stunden erzählen konnte. <br/><br/>Und eines habe ich mir fest vorgenommen: das teure und so aufwändig gewonnene Fleur de Sel ab jetzt wirklich immer erst nach dem Kochen zum Würzen zu verwenden.</p><hr/><p>Weiterlesen</p><ul><li><p><strong>Besuch des </strong><a href="http://www.terredesel.com/fr/"><strong>Museums „Terre de Sel“</strong></a><strong> bei den Salinen von Guérande</strong></p></li></ul><p>Das Museum „Terre de Sel“ erklärt anschaulich die Salzernte in Guérande und ihre Tradition.</p><ul><li><p><strong>Reiselektüre </strong><a href="https://www.amazon.de/gp/product/3462048406/ref=as_li_qf_sp_asin_il_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3462048406&amp;linkCode=as2&amp;tag=reisenomadin-21"><strong>„Bretonisches Gold: Kommissar Dupins dritter Fall“</strong></a></p></li></ul><p>Wie der Titel schon verrät, dreht sich bei Kommissar Dupins drittem Fall alles um das „bretonische Gold“, das „Fleur de Sel“ aus der Guérande. Ein kurzweiliger Krimi, der euch beim Schmökern alle Details rund um den Anbau und die Ernte von Salz näherbringt. Die Bücher sind wirklich viel besser als die TV-Verfilmungen.</p><ul><li><p><strong>Leseempfehlung: </strong><a href="http://www.deutschlandfunk.de/der-geschmack-des-meeres.922.de.html?dram:article_id=128629"><strong>Artikel „Der Geschmack des Meeres“</strong></a></p></li></ul><p>Artikel des Deutschlandfunk über Salzbauern in der Bretagne. Mit vielen ergänzenden Informationen und Hintergründen zur historischen Wiederbelebung der Salzgärten im 20. Jahrhundert.</p><ul><li><p><strong>Bretagne-Romane, die ich gelesen habe:</strong><br/><em>“Alles Licht, das wir nicht sehen“</em> ( Anthony Doerr, spielt in Saint-Malo)</p><p><em>“Zwei am Meer” </em>(Fanny André, zwei Frauen, ein Road-Trip in die Vergangenheit durch Normandie und Bretagne, leise feel-good-Geschichte mit herrlichen Reiseeindrücken)</p><p><em>“Der Sommer, in dem alles begann”</em> (Claire Lost, zur Identitätssuche von ”Franzosen”und ”Bretonen” von 1940 bis heute, Literaturpreis der Bretagne 2021)</p></li></ul><hr/><p>Termine</p><p><strong>Ausgewählte Lesungen und Vorträge - Wo könnt ihr mich 2024 treffen?</strong></p><ul><li><p><strong>Braunschweig 18.8. TOXIN-Lesung</strong> anlässlich der regionalen Braunschweiger Buchmesse LeseFlair, Autorinnenduo Kathrin Lange &amp; Susanne Thiele, <a href="https://www.eventim-light.com/de/a/65b983535e09cb16fb8424b3/e/66236d350213f17c9c5d6da1?lang=de">Tickets</a> über die FLOSS STATION Braunschweig</p><p></p></li><li><p><strong>Bakteriopolis: Die verborgene Welt der Mikroben</strong></p></li></ul><p><em>Lesungen/ Vorträge im Rahmenprogramm der Wanderausstellung</em><br/>Ich halte einen unterhaltsamen Vortrag zu den Themen meines <strong>Sachbuch „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke“ </strong>und nehme das Publikum mit auf eine virtuelle Mikroben-Entdeckungstour durch die eigenen vier Wände. <a href="https://tu-dresden.de/mn/biologie/allgemeine_mikrobiologie/ressourcen/dateien/Lesungen_Bakteripolis_2024.pdf?lang=de">Lesungen_Bakteripolis_2024.pdf (</a><a href="http://tu-dresden.de/">tu-dresden.de</a><a href="https://tu-dresden.de/mn/biologie/allgemeine_mikrobiologie/ressourcen/dateien/Lesungen_Bakteripolis_2024.pdf?lang=de">)</a></p><p>in <strong>Dresden</strong> im <strong>COSMO</strong>, 23.08, 19 Uhr, Lesung und Vortrag (Eintritt kostenfrei)</p><p>in <strong>Leipzig</strong> 6.9. 19.00 Uhr, Wilhelm-Leuschner Platz, Lesung und Vortrag (Eintritt kostenfrei)<br/></p><ul><li><p><strong>10.11. - 12-11.2024 Wissenschaft trifft Thriller: Wie der Weg von der Idee zur Story glückt, </strong>Bundesakademie Wolfenbüttel<br/>Autorinnenduo Kathrin Lange Susanne Thiele<br/><a href="https://www.bundesakademie.de/programm/details/kurs/lit24-19/">Alle Infos und Anmeldung</a><br/></p></li><li><p><strong>10.11. - 12-11.2024 Wissenschaft trifft Thriller: Wie der Weg von der Idee zur Story glückt, </strong>Bundesakademie Wolfenbüttel</p><p>Autorinnenduo Kathrin Lange Susanne Thiele<br/><a href="https://www.bundesakademie.de/programm/details/kurs/lit24-19/">Alle Infos und Anmeldung</a></p></li></ul><hr aria-hidden="true"/><p>Das war es schon wieder für diesen Monat!</p><p>Ich sende euch herzliche Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p>Schreibt mir sehr gern, wo ihr ihr im Urlaub wart und was euer schönstes Erlebnis war.</p><p><strong><em>Susanne</em></strong></p><hr/><p>Schreibcommunity</p><p>Wenn ihr euch selbst für das Schreiben und ganz speziell von <strong>populärwissenschaftlichen Sachbüchern oder Ratgebern </strong>interessiert, kommt sehr gern in meine Sachbuch-Community “<a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><strong>Let me edutain you!”</strong></a>. <br/>Hier bekommt ihr regelmäßig Einblicke und Tipps aus meiner eigenen Sachbuchwerkstatt und könnt an monatlichen virtuellen Treffen zum Austausch teilnehmen. Wir sind eine nette Truppe angehender und schon publizierter Sachbuchautor:innen.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Wenn ihr mich bei Recherchekosten für diesen kostentenlosen Newsletter mit einer kleinen Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. <br/>Ebenfalls ein Dankeschön!<br/></p><p><a href="https://steadyhq.com/de/plans/cef6ed76-0278-4bc7-9f04-1290c603963e">Mikroben-Kaffekasse :-)</a></p><p></p><p>PS: Wenn euch dieser Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gern weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/posts">Alle Posts anzeigen</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Sat, 10 Aug 2024 06:12:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Happy Birthday, Leben!]]></title>
      <description><![CDATA[Vor unvorstellbar langer Zeit, vor 3,85 Milliarden Jahren - unser Planet war gerade etwas abgekühlt und hatte eine feste Kruste bekommen -, entstand das erste Leben...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Mikrobenzirkus-Kolumne im Juni 2024</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/90cc9804-a672-494c-aab3-aed18f13738f/uploads/images/2cd4wwt6h7/IMG_3002.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong>Liebe Leserinnen und Leser,</strong></p><p>mein Monat Mai war rückblickend spannend und voller Inspiration für neue Stoffe. Ich habe interessante Menschen getroffen, u.a. Vassili Golod, den ARD-Auslandskorrespondenten in der Ukraine, der uns virtuell zwischen Bombenalarm und Security-Anweisungen sehr offen und authentisch über die Herausforderungen seines journalistischen Arbeitsalltags erzählte. <br/>Beeindruckt hat mich aber genauso Susanne Engel, NABU-Botschafterin in einem nachhaltigen Gartenprojekt in Hildesheim, die mit ihrer Begeisterung andere Menschen ansteckt und aufklärt, etwas mehr für die Artenvielfalt in ihren Gärten zu tun.</p><p>Ich war “ancampen” an der Ost-See, habe mir uralte Backsteinschönheiten in der Hansestadt Wismar angeschaut (die übrigens zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört) und auf der Insel Poel die Füße ins Meer gehalten. <br/>Habe eine wunderbare Woche im bunten und quirligen Lissabon verbracht - zwischen Fado-Klängen, Pessoa, Pastel del Belém und dem einheimischen Kirschlikör Ginjinha mit bester portugiesischer Küche bei Rita in ihrer <em>Taberna dos Sabores</em>.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Am Schreibtisch recherchiere ich weiterhin für ein neues mikrobiologisches Sachbuch…und habe euch dazu etwas mitgebracht.</p><p>Schnallt euch an, wir reisen in der Erdgeschichte zurück bis …</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/90cc9804-a672-494c-aab3-aed18f13738f/uploads/images/rwbdo66ohv/Zeitmaschine_shutterstock_742912393.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Zeitschine Shutterstock"/><hr/><p>Mikrobenzirkus</p><p>Vor unvorstellbar langer Zeit, vor 3,85 Milliarden Jahren - unser Planet war gerade etwas abgekühlt und hatte eine feste Kruste bekommen -, entstand das erste Leben auf der Erde, und schon da mischten Mikroben mächtig mit. Es ist bis heute noch eine der großen unbeantworteten Fragen der Biologie, wie das genau funktionierte, dass sich einige umherschwirrende Chemikalien zusammenlagerten und plötzlich Proteine - die Bausteine des Lebens - daraus entstanden.</p><p>Stellt euch vor, wir könnten gemeinsam mit einer Zeitmaschine reisen, um diesen Moment der Geburt unseres Lebens mitzuerleben. Ihr würdet unsere heutige Erde nicht mehr wiedererkennen - sie war ein ungemütlicher Planet, auf dem die Sonne nicht viel zu sehen war, wohl eher eine fremdartige Landschaft mit Feuer speienden Vulkanen, einem roten Himmel und einem kupfernen Meer. Euch würde die Luft knapp, denn den Sauerstoff gab es fast noch nicht.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/90cc9804-a672-494c-aab3-aed18f13738f/uploads/images/qc2edln2jt/7_Vulkan.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>(@Illustration: Isabell Klett, Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke)</em></p><p>Als Charles Darwin, der Vater der Evolutionslehre, über die Entstehung des Lebens sinnierte, stellte er sich einen warmen Gezeitentümpel am Meeresrand unter der gleißenden Sonne vor. In dieser Ursuppe wurden seiner Meinung nach alle Bausteine des Lebens wie ein Cocktail gut verrührt und geschüttelt, und es bildete sich neues Leben.</p><p>Heute glauben Forschende zu wissen, dass sich die Anfänge des Lebens in einem brodelnden Inferno abspielten - unter ständigem Meteoriten-Bombardement, extremen Temperaturen, intensiver UV-Strahlung und einer dünnen, mit Methan, Ammoniak und anderen für uns giftigen Gasen angereicherten Atmosphäre.</p><p>Als die heißesten Kandidaten für den Ursprungsort des Lebens gelten brodelnde Schlote auf dem Meeresboden. In diesen Geysiren, den sogenannten “Schwarzen Rauchern” (<em>“Black Smoker”</em>) im Mittelozeanischen Rücken, waren die organischen Strukturen und neuen Zellen vor der tödlichen ionisierenden Strahlung der Sonne geschützt. Diese Quellen wimmeln auch heute noch vor Leben. Besiedelt sind sie insbesondere von sehr ursprünglichen einzelligen Lebensformen wie den Archaebakterien, die die Urbakterien genannt werden, die dort die Basis der Nahrungskette bilden.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/90cc9804-a672-494c-aab3-aed18f13738f/uploads/images/reb75dfsvx/Blacksmoker_in_Atlantic_Ocean.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="P. Rona / OAR/National Undersea Research Program (NURP); NOAA - NOAA Photo Library"/><p><em>@“Black Smoker” (Wikipedia gemeinfrei)</em></p><p></p><p><strong>Happy Birthday, LUCA!</strong></p><p>Gerade wart ihr live als Geburtshelfer beim Schöpfungsmoment des Lebens dabei, und ich ich darf euch euren Urahn vorstellen: LUCA.</p><p>Der Name hat nichts zu tun mit dem bekannten Song von Suzanne Vega, sondern ist die Abkürzung für <em>“last universal common ancestor”</em> - den ersten gemeinsamen Verwandten und Vorfahren aller Lebewesen auf der Erde. <br/><br/>Nun seid bitte nicht enttäuscht, dass er nicht so unheimlich spektakulär gebaut ist: ein kleiner Beutel Leben, ein Gebilde aus Membranen und Proteinen, das sich ernähren konnte, sich weiterentwickelte und Nachkommen hervorbrachte.</p><p>LUCA enthält nicht mehr als etwas RNA (Ribonukleinsäure) als Erbinformation, zusammengehalten durch Zytoplasma, die flüssige Grundsubstanz der Zelle, bestenfalls eine dünne Membran. Einen Zellkern konnte er sich auch noch nicht leisten. Deshalb werden diese frühen Urbakterien auch als “Prokaryonten” bezeichnet - abgeleitet von der griechischen Bezeichnung für “bevor” und “Kern”. Alle anderen Lebewesen , auch wir Menschen, haben Zellen mit Kernen und gehören zu den Eukaryonten (griechisch für “echt” und “Zellkern”). Doch wir höheren Lebewesen kommen erst viel später ins Spiel!</p><p><strong>Extreme Typen und heiße Angelegenheiten</strong></p><p>Die einfachen Urbakterien hatten überhaupt kein Problem damit, jede nur mögliche Nische zu besiedeln. Erst dann liefen sie richtig zur Hochform auf und werden deshalb auch als <em>“extremophil” </em>bezeichnet. Die ersten Bewohner der Erde leben und überleben bis heute an den kältesten und heißesten Orten unserer Erde, an Land und auf der See. <br/><br/>Die Archeabakterien unter ihnen gehören zu den noch “extremeren“ Typen. Sie können sogar in Säure überleben, lieben ätzende Gase oder siedendes Wasser und fühlen sich auf Vulkanen oder am Grund von Sümpfen wohl. Die frühesten Spuren des Lebens fanden Forscher in den ältesten Gesteinen, dem 3,8 Milliarden Jahren alten Isua-Serpentinit aus Grönland.</p><p>Wer heute anschaulich erleben möchte, unter welchen extremen Bedingungen unser Leben entstanden ist, muss von Deutschland aus etwas reisen. Der <strong>Yellowstone Nationalpark </strong>oder die isländischen und neuseeländischen Geysir-Landschaften sind die bekanntesten Orte. <br/><br/>Aber auch schon in Italien bei Sasso Pisano in der Toskana oder am Solfatara bei Neapel könnt ihr sie an heißen und nach faulen Eiern stinkenden Schlamm- und Schwefelquellen finden, die bunten Krusten in Gelb, Rostrot und Giftgrün - schleimige von Mikroorganismen gebildete Ablagerungen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/90cc9804-a672-494c-aab3-aed18f13738f/uploads/images/cqel6rjnin/Aerial_image_of_Grand_Prismatic_Spring_(view_from_the_south).jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>@<em>Yellowstone Nationalpark:Luftaufnahme der Grand Prismatic Spring (Quelle: Carsten Steger)</em></p><p>Der Mikrobiologe Thomas D. Brock von der Indiana University in Bloomington isolierte daraus 1969 ein <em>“thermophiles”</em> (hitzeliebendes) Bakterium <strong><em>“Thermus aquaticus”.</em></strong></p><p>Diese Bakterien leben übrigens auch in unseren Heimen, in Geschirrspülmaschinen, Heißwasserbereitern und Waschmaschinen. <br/><br/>Aber das ist eine andere Geschichte, die ich euch ein anderes Mal erzähle…:-)</p><p></p><hr/><p>Buchtipp</p><p>Zum Weiterlesen zu diesem Thema empfehle ich euch dieses Sachbuch “<strong>Extreme Lebensräume. Wie Mikroben unseren Planeten erobern</strong>” vom Biologen Skander Elleuche von der Technischen Universität Hamburg, welches ich gerade für meine Recherchen für mein neues mikrobiologisches Schreibprojekt gelesen habe. <br/>Tolle Storys über Mikrobenjäger und Pioniere der Extremophilen-Forschung, die Geschichte, Wissenschaft und Anekdoten sehr unterhaltsam verbinden.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/90cc9804-a672-494c-aab3-aed18f13738f/uploads/images/4nxrmkyye2/IMG_2995.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr/><p>Termine, Termine</p><p><strong>Ausgewählte Lesungen und Vorträge - Wo könnt ihr mich 2024 treffen?</strong></p><ul><li><p><strong>15./16.6. 2024 - Workshop </strong>“<strong>Nature Writing an der Oker”, </strong>Braunschweigische Landschaft e.V. im Literaturzentrum Raabehaus. Anmeldung bis 6.6. unter <a href="https://www.braunschweigischelandschaft.de/aktivitaet/nature-writing">Link zu allen Infos</a></p></li><li><p><strong>6.6. 24 um 18 Uhr BIOLOGENKOMPASS des VBIO</strong><br/>Ich erzähle etwas über meinen Weg in die Wissenschaftskommunikation</p><p>Die Anmeldung zum Berufsfeld Infoabend erfolgt hier:<br/><a href="https://us06web.zoom.us/webinar/register/WN_No-zLCXASpGJ4QAHbqTkGg">https://us06web.zoom.us/webinar/register/WN_No-zLCXASpGJ4QAHbqTkGg</a></p></li><li><p><strong>13.8. 24 Dinner-Speakerin beim Deutschen Forstwirtschaftspreis</strong><br/>in Stuttgart Waibach zu treffen zu “Krisenkommunikation in der PR und neue Formate der Wissenschaftskommunikation”</p></li><li><p><strong>18.8. TOXIN-Lesung</strong> anlässlich LeseFlair, Autorinnenduo Kathrin Lange &amp; Susanne Thiele, <a href="https://www.eventim-light.com/de/a/65b983535e09cb16fb8424b3/e/66236d350213f17c9c5d6da1?lang=de">Tickets</a></p></li><li><p><strong>Bakteriopolis: Die verborgene Welt der Mikroben</strong></p><p><em>Lesungen/ Vorträge im Rahmenprogramm der Wanderausstellung</em><br/>Dresden (23.8.) und Leipzig (6.9.) <a href="https://tu-dresden.de/mn/biologie/allgemeine_mikrobiologie/spp2389/bakteriopolis">Infos</a></p></li><li><p><strong>10.11. - 12-11.2024 Wissenschaft trifft Thriller: Wie der Weg von der Idee zur Story glückt, </strong>Bundesakademie Wolfenbüttel</p><p>Autorinnenduo Kathrin Lange Susanne Thiele<br/><a href="https://www.bundesakademie.de/programm/details/kurs/lit24-19/">Alle Infos und Anmeldung</a></p><p></p></li></ul><p>Das war es schon wieder für diesen Monat!</p><p>Ich sende euch herzliche Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p><strong><em>Susanne</em></strong></p><hr/><p>Schreibcommunity</p><p>Wenn ihr euch selbst für das Schreiben und ganz speziell <strong>populärwissenschaftlicher Sachbücher oder Ratgeber i</strong>nteressiert, kommt sehr gern in meine Sachbuch-Community “<a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><strong>Let me edutain you!”</strong></a>. <br/>Hier bekommt ihr regelmäßig Einblicke und Tipps aus meiner eigenen Sachbuchwerkstatt und könnt an monatlichen virtuellen Treffen zum Austausch teilnehmen. Wir sind eine nette Truppe angehender und schon publizierter Sachbuchautor:innen.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Wenn ihr mich für die Unmengen an Kaffee und Buchkäufen, die ich bei den Artikelrecherchen brauche ;-) mit einer Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. Ebenfalls ein Dankeschön!<br/></p><p><a href="https://steadyhq.com/de/plans/cef6ed76-0278-4bc7-9f04-1290c603963e">Mikroben-Kaffekasse :-)</a></p><p></p><p>PS: Wenn euch dieser Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gern weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/posts">Alle Posts anzeigen</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Tue, 04 Jun 2024 19:14:37 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Haben Bakterien Sex?]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Mikrobenfans, widmen wir uns doch in der heutigen Mai-Kolumne einmal dem delikaten Thema der Fortpflanzung bei Mikroben? ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Mikrobenzirkus-Kolumne im Mai 2024</em></p><p></p><p><strong>Liebe Leserinnen und Leser,</strong></p><p>widmen wir uns doch in der heutigen Mai-Kolumne einmal dem delikaten Thema der Fortpflanzung bei Mikroben? Diese durchaus berechtigte Frage bekomme ich von Schülerinnen und Schülern oft gestellt…<br/>Und in paar Neuigkeiten vom Schreibtisch und Lesungstermine habe ich auch noch für euch…</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d479d846-57c1-4b8d-b76d-7a69d594a1cf/uploads/images/pc246ikxdu/Mai_Mikrobenzirkus-_Kolumne_-_1.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Habt ihr auch schon einmal gefragt, was eine „alleinstehende“ Bakterie eigentlich so den ganzen Tag lang tut? Sie ist vor allem damit beschäftigt, genügend Energie und Materie zu sammeln, um sich immer wieder durch Teilung zu verdoppeln. Fortpflanzung ist das Lieblingsthema der Winzlinge: Mikroorganismen sind unglaublich vermehrungsfreudig, und das bringt ihnen große Vorteile bei der Eroberung neuer Lebensräume. <br/><br/>Aus einer <em>Escherichia coli</em>-Zelle (kennt ihr sicher aus dem Schwimmbad im Sommer) können unter Idealbedingungen innerhalb von 20 Minuten zwei Zellen werden. Die Rekordhalter unter den Mikroben bringen in knapp zehn Minuten eine neue Generation von Nachkommen hervor. Dazu gehört auch <em>Clostridium perfringens</em>, der unangenehme Erreger des Wundbrandes. Bei ausreichenden Nährstoffzufuhr ist eine Bakterienzelle in der Lage, an einem einzigen Tag 280 Milliarden Nachkommen zu produzieren, berichtet der belgische Biochemiker und Nobelpreisträger Christian Duve. Eine menschliche Zelle ist dagegen langsam wie eine Schnecke – sie schafft in der gleichen Zeit gerade mal eine Zellteilung.</p><p>Niemand ist perfekt, auch nicht Bakterien, und so passiert bei einer von einer Million Zellteilungen auch einmal eine „Fehlproduktion“ – eine sogenannte Mutante. Oft hat diese Zelle einfach Pech gehabt – Experimente gehen nicht immer gut aus. Aber manchmal, wenn die Bakterien mit einem nützlichen Vorzug ausgestattet sind, beispielsweise einen neuen Nährstoff verwerten zu können, geschieht etwas anderes, was ihnen in der Evolution einen unglaublichen Vorteil verschafft: Die Bakterien können diese Informationen und Fähigkeiten untereinander austauschen, von Zelle zu Zelle, und sogar über Artgrenzen hinweg werden diese Stückchen genetischer Information übertragen. Ein bisschen so wie beim Austauschen von Pokémon-Karten.</p><p>Dass Bakterien auf diese Art auch Sex haben können, ist seit etwa 70 Jahren bekannt – wenn wir den Begriff „Sex“ weit genug fassen. 2001 haben amerikanische Forschende Bakterienzellen mit Hamsterzellen in flagranti erwischt: Die Bakterien hatten Teile ihres Erbguts auf die Tierzellen übertragen, indem sie Eigenschaften über den sogenannten „horizontalen Gentransfer“ austauschten.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d479d846-57c1-4b8d-b76d-7a69d594a1cf/uploads/images/xsc2my7d2n/Isabell_klett.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Illustration: Isabell Klett</p><p>Viele Bakterien enthalten neben ihrem herkömmlichen ringförmigen Chromosom noch weitere kleine DNA-Ringe, die „Plasmide“ genannt werden. Darauf befinden sich häufig Anlagen für Fähigkeiten, die unter besonderen Umweltbedingungen Vorteile bieten – zum Beispiel für Antibiotika-Resistenzen. Um diese Eigenschaften weitergeben zu können, haben Bakterien eine ganz clevere Technik entwickelt: Beim Kontakt mit einer anderen Bakterienzelle können sie das Plasmid verdoppeln, einen schlauchartigen Fortsatz – die „Sex-Pili“ (ja das heißt wirklich so) – bilden und darüber die Plasmid-DNA übertragen. Dieser „rohrpostartige“ Vorgang heißt auch ganz unromantisch „Konjugation“.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d479d846-57c1-4b8d-b76d-7a69d594a1cf/uploads/images/37ahwr3kc7/Konjugation.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>So können Bakterien Daten austauschen und schwimmen damit sozusagen in einer Art gemeinsamen Genpool. Jeder Anpassungsvorteil, der gerade sinnvoll erscheint, kann sich überallhin ausbreiten. <br/><br/>Stellt euch das in der Bakterienrealität einmal so vor: Ihr steht vor einem großen Fluss und bräuchtet ein Paar Flügel, um ihn zu überqueren. Dann fragt ihr schnell mal bei der entfernten Verwandtschaft an, und zack! Könntet ihr fliegen oder grün leuchten oder sogar Fotosynthese betreiben. <br/>Damit sind die Bakterien aus genetischer Sicht ein kommunizierender Riesenorganismus – winzig klein, sehr schnell und damit unbesiegbar.<br/></p><p><strong>Die Sonntagsfrage aus dem Mikrobenzirkus</strong></p><p>…hatte ich für euch hier auch einige Male gepostet. Ihr findet sie demnächst aber nur noch auf meinen Social Media-Profilen als Community-Aktion z.B. auf <a href="https://www.instagram.com/susanne.thiele.autorin/">Instagram Sonntagsfrage</a> und könnt dort gern miträtseln.</p><p></p><p><strong>Update vom Schreibzimmer im Garten</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d479d846-57c1-4b8d-b76d-7a69d594a1cf/uploads/images/jaygp7sxqn/SChreibzimmer.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Aktuell stecke tief in der Recherche für ein neues „mikrobielles“ Sachbuch für einen Vorschlag an meine Literaturagentur, eine neue Idee für ein Buchprojekt gemeinsam mit einer befreundeten Fotografin reift - und ein gemeinsames Thriller-Exposé mit Spannung &amp; Wissenschaft wieder im erprobten Duo mit Kathrin Lange ist gerade in der Verlagsprüfung. <br/><br/>Drückt mal bitte für alle Projekte fest die Daumen!</p><p></p><p><strong>Lesungen und Vorträge - Wo könnt ihr mich 2024 treffen?</strong></p><p></p><ul><li><p><strong>Lesung anlässlich LeseFlair in Braunschweig</strong></p><p><em>Floßlesung aus „TOXIN“ auf der Oker</em></p></li></ul><p>18.8., 18 Uhr Lesung anlässlich LeseFlair, , Autorinnenduo Kathrin Lange &amp; Susanne Thiele</p><p><a href="https://www.eventim-light.com/de/a/65b983535e09cb16fb8424b3/e/66236d350213f17c9c5d6da1?lang=de">Tickets</a></p><p></p><ul><li><p><strong>Bakteriopolis: Die verborgene Welt der Mikroben</strong></p><p><em>Lesungen/ Vorträge im Rahmenprogramm der Wanderausstellung</em></p></li></ul><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d479d846-57c1-4b8d-b76d-7a69d594a1cf/uploads/images/gdkwuguuhf/Bakteriopolis.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong><br/></strong>Diese einzigartige Wanderausstellung, koordiniert von der Professur für Allgemeine Mikrobiologie der TU Dresden, bietet einen faszinierenden Einblick in die Welt der Bakterien. ( DFG-gefördert): Experimente, Informationen und Bastelmöglichkeiten bieten euch einen Zugang zum Thema Bakterien für Jung und Alt, von Kindergärten zu Schulklassen, und jedem und jeder Interessierten. Partizipative Forschung über leicht zugängliche Wissenschaftskommunikation! Lasst euch begeistern! <strong><br/></strong>Ich freue mich sehr, denn ich darf im <strong>Rahmenprogramm zur Wanderausstellung mehrere Lesungen/interaktive Vorträge</strong> zu den Themen aus meinem Sachbuch „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke“ halten.</p><p>Alle Infos unter dem <a href="https://tu-dresden.de/mn/biologie/allgemeine_mikrobiologie/spp2389/bakteriopolis">Link</a>:</p><p>Bisherige geplante Orte &amp; Termine sind:</p><ul><li><p>Dresden, 23.08.24. ,</p></li><li><p>Leipzig am 6.9.</p></li></ul><p></p><p><strong>Meine Schreib-Workshops:</strong></p><ul><li><p><strong>Nature Writing an der Oker: <br/>15./16.6. in Braunschweig, Literaturzentrum Raabehaus</strong></p></li></ul><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/d479d846-57c1-4b8d-b76d-7a69d594a1cf/uploads/images/k4ubelprv7/Nature_writing_Workshop_an_der_Oker_15.16.6._Braunschweig.PNG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Writing Nature – Thema Wasser: Kommt mit mir raus in die Natur zum Schreiben!</p><p>Ich starte in diesem Jahr eine besondere Workshop-Reihe zum Schreiben über Naturthemen: passend zum „Themenjahr Wasser“ der Region erkunden wir „Oker-Orte“. Wir schreiben darüber, was für uns in Schwingung gerät, was uns berührt, Beobachtungen, Erinnerungen, Wissenschaft, Fiktion, Poesie oder Prosa – wir übersetzen unser persönliches „Naturgespräch“ in Texte. Als Kursleiterin und Biologin gebe ich euch Exkursionsbegleitung und Wissensinput sowie Anregungen, wie wir die äußere und unsere innere Natur zur Sprache bringen können. Die Anmeldung ist offen und die Platzzahl begrenzt: <a href="https://www.braunschweigischelandschaft.de/aktivitaet/nature-writing">Link zu allen Infos</a></p><p></p><ul><li><p><strong>Weitere Tipps &amp; Termine zum Einstieg ins Schreiben über Natur- und Wissenschaftsthemen &amp; Community-Treffen:</strong><br/><br/>Meldet euch auch gern bei meinem Schreibnewsletter „Let me edutain you!” an. Dort wird es auch Tipps zum Nature Writing und weitere Termine für Seminare geben inklusive den monatlichen Treffen per Zoom. Hier geht es zum Link: <a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up">Let me edutain you | Die Sachbuchwerkstatt</a></p></li></ul><p></p><ul><li><p><strong>Wissenschaft trifft Thriller: Wie der Weg von der Idee zur Story glückt</strong></p><p>10.11.-12.11.24 Bundesakademie Wolfenbüttel</p><p>Autorinnenduo Kathrin Lange Susanne Thiele</p><p></p><p>Das Beste aus zwei Welten: Spannende Rätsel und wissenschaftliche Geheimnisse – wenn Forschung und Fiktion verschmelzen, entsteht Nervenkitzel. Wir lassen euch hinter die Kulissen der Entstehung unserer Science-Thriller „Probe 12“ und „Toxin“ in einer Ko-Autorinnenschaft blicken.<br/><a href="https://www.bundesakademie.de/programm/details/kurs/lit24-19/">Alle Infos und Anmeldung</a></p></li></ul><p></p><p>Das war es schon wieder für den Mai!</p><p>Ich sende euch herzliche Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p><strong><em>Susanne</em></strong></p><p><br/>Schreibt mir gerne! Habt ihr Feedback für mich wie Susanne Kester.</p><blockquote><p>“Ich finde es immer wieder toll, wie spannend du über Viren und Bakterien schreibst.”</p></blockquote><p>(Dankeschön, dafür, liebe Susanne)</p><p>Möchtet ihr über bestimmte biologische Themen mal etwas mehr erfahren? <br/>Es gibt keine “doofen” Fragen, traut euch einfach…:-)</p><hr aria-hidden="true"/><p>Wenn ihr mich für die Unmengen an Kaffee und Buchkäufen, die ich bei den Artikelrecherchen brauche ;-) mit einer Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. Ebenfalls ein Dankeschön!<br/></p><p><a href="https://steadyhq.com/de/plans/cef6ed76-0278-4bc7-9f04-1290c603963e">Mikroben-Kaffekasse :-)</a></p><p></p><p>PS: Wenn euch dieser Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gern weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Wenn ihr euch selbst für das Schreiben und ganz speziell populärwissenschaftlicher Sachbücher oder Ratgeber interessiert, kommt sehr gern in meine Sachbuch-Community “<a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up">Let me edutain you!”</a>. Hier bekommt ihr regelmäßig Einblicke und Tipps aus meiner eigenen Sachbuchwerkstatt und könnt an monatlichen virtuellen Treffen zum Austausch teilnehmen. Wir sind eine nette Truppe angehender und schon publizierter Sachbuchautor:innen.</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/posts">Alle Posts anzeigen</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Sat, 04 May 2024 08:57:48 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Sonntagsfrage]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Mikroben-Fans, hier kommt für euch noch die Sonntagsfrage? Was würdet ihr mit diesem “Gerät” anfangen? ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Mikroben-Fans,</p><p>hier kommt für euch noch die Sonntagsfrage?</p><p>Was würdet ihr mit diesem “Gerät” anfangen?<br/><br/>Kleiner Tipp: es wurde im 17. Jahrhundert erfunden…</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a9b92b6e-4e06-470d-b79c-78802e08aec2/uploads/images/5vlfxmtvkz/Sonntagsfrage_21.04.2024.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Einfach auf diesen Newsletter antworten!</p><p>Die Auflösung findet ihr morgen auf <a href="https://www.instagram.com/susanne.thiele.autorin/">Instagram</a></p><p>Herzliche Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p>Eure <br/>Susanne Thiele</p><hr aria-hidden="true"/><p>Schreibt mir gerne! Ich freue mich wie immer über eure Kommentare, über Anregungen oder auch Aufreger ;-)!</p><p>Wenn ihr mich mit einer kleinen Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. Dankeschön!</p><p><a href="https://steadyhq.com/de/plans/cef6ed76-0278-4bc7-9f04-1290c603963e">Mikroben-Kaffekasse :-)</a></p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus <br/><br/>Eure Susanne</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p>PS: Wenn euch dieser Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gerne an weitere Mikrobenfreunde weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p></p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/posts">Alle Posts anzeigen</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Sonntagsfrage]]></category>
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      <pubDate>Sun, 21 Apr 2024 18:52:50 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Sonntagsfrage]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Mikroben-Fans, etwas später, aber nicht vergessen: hier kommt für euch die neue Sonntagsfrage für alle, die noch miträtseln möchten!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Mikroben-Fans,</p><p>fast vergessen: hier kommt für euch die neue Sonntagsfrage für alle, die noch miträtseln möchten!</p><p>Wir gehen einem Mythos um unser Mikrobiom auf den Grund? Was denkt ihr, wie schwer ist es in seiner Gesamtheit?</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a7bb8d61-10af-4601-afdc-11585ab358dd/uploads/images/owisycu4lo/Gewicht_Mikrobiom_IMG_1019.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Einfach auf diesen Newsletter antworten!</p><p>Die Auflösung findet ihr morgen wieder hier an gleicher Stelle auf der Steady-Seite.</p><p>Hier findet ihr die Auflösung auf <a href="https://www.instagram.com/p/C5yUBVONIYp/">Instagram</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a7bb8d61-10af-4601-afdc-11585ab358dd/uploads/images/fuuvdn56ph/Auflosung__Mikrobiom_des_Menschen.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>Herzliche Grüße aus dem Mikrobenzirkus und habt einen schönen Rest-Sonntag…</p><p>Eure <br/>Susanne Thiele</p><hr aria-hidden="true"/><p>Schreibt mir gerne! Ich freue mich wie immer über eure Kommentare, über Anregungen oder auch Aufreger ;-)!</p><p>Wenn ihr mich mit einer kleinen Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. Dankeschön!</p><p><a href="https://steadyhq.com/de/plans/cef6ed76-0278-4bc7-9f04-1290c603963e">Mikroben-Kaffekasse :-)</a></p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus <br/><br/>Eure Susanne</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p>PS: Wenn euch dieser Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gerne an weitere Mikrobenfreunde weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p></p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/posts">Alle Posts anzeigen</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Sonntagsfrage]]></category>
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      <pubDate>Sun, 14 Apr 2024 17:15:42 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Sonntagsfrage]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Mikroben-Fans,hier kommt die neue Sonntagsfrage für euch! Heute geht es um Größenverhältnisse von Bakterien. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Mikroben-Fans,</p><p>hier kommt die neue Sonntagsfrage für euch! Heute geht es um Größenverhältnisse von Bakterien. Wie klein oder wie groß sind sie wirklich?</p><p>Schätzt mal!</p><p>Seht ihr hier viele Bakterien auf einer Nadelspitze oder auf einer Zinke einer normalen Gabel?</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e86edfa9-4085-4453-a686-2a9a3586a3b2/uploads/images/4d3l3qqftq/Bakterien_auf_Nadelspitze.PNG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ich freue mich auf eure Antworten!</p><p>Die Auflösung findet ihr morgen hier an gleicher Stelle auf der Steady-Seite.</p><p>Hier kommt die Auflösung unter folgendem <a href="https://www.instagram.com/reel/C5gAT7qtDjD/?utm_source=ig_web_copy_link&amp;igsh=MzRlODBiNWFlZA==">Link</a></p><p>Herzliche Grüße aus dem Mikrobenzirkus und habt einen schönen Sonntag…</p><p>Eure <br/>Susanne Thiele</p><hr aria-hidden="true"/><p>Schreibt mir gerne! Ich freue mich wie immer über eure Kommentare, über Anregungen oder auch Aufreger ;-)!</p><p>Wenn ihr mich mit einer kleinen Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. Dankeschön!</p><p><a href="https://steadyhq.com/de/plans/cef6ed76-0278-4bc7-9f04-1290c603963e">Mikroben-Kaffekasse :-)</a></p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus <br/><br/>Eure Susanne</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p>PS: Wenn euch dieser Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gerne an weitere Mikrobenfreunde weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p></p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/posts">Alle Posts anzeigen</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Sonntagsfrage]]></category>
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      <pubDate>Sun, 07 Apr 2024 06:41:07 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ein Zoo für Mikroben in Amsterdam und Tipps für den April]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Mikrobenfans, heute starte ich mit mit einem Gedicht von Hans Christian Andersen. Ich hoffe, dass ihr schöne Osterferien hattet.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Ein Zoo für Mikroben in Amsterdam und meine Tipps für den April</h1><p><em>Mikrobenzirkus-Kolumne im April 2024</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c2a11e27-3a51-4936-b935-6b70ecf5577b/uploads/images/3pqjkjhzlh/micropia_-_amsterdam.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Liebe Leser und Leserinnen,</p><blockquote><p>“To move, to breathe, to fly, to float, <br/>to gain all while you give,<br/>to roam the roads of islands remote,<br/>to travel is to live.”</p></blockquote><p>heute starte ich mit einem Gedicht von <strong>Hans Christian Andersen</strong>. Ich hoffe, dass ihr schöne Osterferien hattet. Im März war ich gefühlt nur am Koffer ein- und auspacken. Ich war bei noch recht eisigen Temperaturen und trotz Bahnstreik in Kopenhagen, hatte schon richtige Frühlingsgefühle bei 20 Grad in Straßencafés in Amsterdam und bin von dort per Schiff über die Nordsee zu einer Stippvisite nach Newcastle upon Town weiter. Ohne “Reisedropjes” im schaukelnden Bett. Diese kurzen Städtetrips waren so randvoll von Eindrücken und kommen mir im Nachhinein so viel länger vor. To travel is to live! Und mein Notizbuch ist natürlich immer dabei ;-)…schließlich recherchiere ich schon wieder für ein neues Sachbuch.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c2a11e27-3a51-4936-b935-6b70ecf5577b/uploads/images/psc5gnnvdf/Reise_Amsterdam.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Das ist hier zwar kein Reiseblog - aber trotzdem einige Science &amp; Culture -Tipps für euch neben den üblichen Tourismusattraktionen - falls ihr in diesem Jahr diese Städte noch besucht.</p><p><strong>Kopenhagen:</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c2a11e27-3a51-4936-b935-6b70ecf5577b/uploads/images/5kowhd7h4w/IMG_0865.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><ul><li><p><strong>Für Botanik-Fans: Das “Alte Palmenhaus” aus dem Jahr 1874 </strong>ist besonders eindrucksvoll im Botanischen Garten mitten in der Stadt: Es ist 16 Meter hoch und eine schmale gusseiserne Wendeltreppe führt zu einem Höhengang in der Spitze. Insgesamt gibt es 27 historische Gewächshäuser. Zu bestaunen sind tropische und subtropische Pflanzen - sogar arktische oder fleischfressende Arten . <br/><strong>Homepage: </strong><a href="http://botanik.snm.ku.dk/english/">Botanischer Garten</a><br/></p></li><li><p><strong>Für Sternengucker: Das älteste funktionstüchtige Observatorium</strong> könnt ihr in der Kuppel des <strong>Runden Turm (Rundetaarn) </strong>aus dem 17. Jahrhundert anschauen. Dänemark ist zwar bekannt für Tycho Brahe (gest. 1601), der hat aber keinen Fuß mehr in das Observatorium gesetzt. Christian IV. ließ den Turm erbauen, um dessen Forschungen an der Universität fortzusetzten. Von der Außenplattform habt ihr einen fantastischen Ausblick über die Kopenhagener Altstadt.</p><p>Auch innen ist der Turm außergewöhnlich, weil ihr ihn über einen sehr breiten Schneckengang erklimmen müsst, auf dem früher Kutschen hochgefahren sind und auch das eine oder andere Auto. Der Weg führt am Bibliothekssaal vorbei - der Runde Turm war früher auch ein Buchladen für die Studenten der nahen Bibliothek und auch Hans Christian Andersen begegnet uns hier wieder - der als regelmäßiger Besucher in der Bibliothek Inspirationen für seine Werke suchte.</p><p><strong>Homepage: </strong><a href="https://www.visitdenmark.de/daenemark/reiseplanung/der-rundetaarn-gdk410741">Der Rundetaarn (</a><a href="http://visitdenmark.de/">visitdenmar</a><a href="http://botanik.snm.ku.dk/english/">k.de)</a></p><p></p></li></ul><p><strong>Amsterdam:</strong></p><ul><li><p><strong>Ganz viel Kunst: Frans Hals Ausstellung im Rijksmuseumbis 9. Juni 2024: </strong>Das Rijksmuseum lohnt sich ja immer. Ich empfehle euch auf alle Fälle die Führung “Das Beste vom Rijksmuseum” (Audioguide) um in etwa zwei Stunden einen ausgewählten Überblick zu bekommen inklusive den bekannten Meisterwerken wie “Die Nachtwache” , “Das Milchmädchen” von Vermeer etc. <br/></p></li><li><p><strong>Für Mikroben-Liebhaber: Micropia der weltweit erste Mikrobenzirkus: </strong><br/>Das lohnt sich richtig für biologieinteressierte Laien und auch noch für Fachleute. Darum soll es hier heute auch etwas ausführlicher gehen im mikrobiologischen Thema für den April. <br/>Homepage: <a href="https://www.micropia.nl/en/">Micropia</a></p><p></p></li></ul><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><h3>Micropia - ein Zoo für Mikroben mitten in der Stadt</h3><p>Ich war 2017 zum ersten Mal dort und hatte Gelegenheit, mir dieses Eldorado für Mikrobiologen selbst vor Ort anzuschauen: sozusagen ein Recherchetermin für mein Sachbuch &quot;Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke&quot;.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c2a11e27-3a51-4936-b935-6b70ecf5577b/uploads/images/bbhygj7pd6/micropia.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Micropia ist eine kleine aber feine Untereinheit des Stadtzoos Artis mitten in Amsterdam. Vom Bahnhof Amsterdam Centraal ist der Zoo ganz einfach mit der Tramlinie 9 zu erreichen ‑ wunderschön gelegen im Stadtteil Plantage.</p><p>Am Eingang wurden wir von freundlichen Besucher-Guides in weißen Laborkitteln empfangen, die uns die Tour durch das Museum und für Kindern eine Art Stempel-Rally erklärten. Dann ging es schon ab in den Fahrstuhl zur ersten Ebene des Museums. Dieser Einstieg durch eine Schleuse in den Mikrokosmos war sehr gut gemacht. An der Decke des Fahrstuhls sahen wir uns auf einer Videowall zuerst selbst in voller Größe. Dann zoomte das Kamerabild über unseren Köpfen an das Auge eines Besuchers im Lift heran und zeigte uns die Mikroorganismen, die für gewöhnlich auf unseren Wimpern leben. Guter Effekt!</p><p><strong>Aufwändige multimediale Exponate</strong></p><p>Micropia ist wirklich ein einzigartiges und sehr aufwändiges Museum. Das Sehen und das Erleben der Mikroorganismen stehen für das Publikum im Mittelpunkt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c2a11e27-3a51-4936-b935-6b70ecf5577b/uploads/images/syhtzge3xj/micropia2.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die meisten Exponate waren sehr aufwändig inszeniert mit lebenden Mikroorganismen z.B. Bakterien oder Algen in großen Kolben, die regelmäßig erneuert werden. Gleichzeitig konnte man selbst mikroskopieren und über einen Touchscreen den Mikroskop-Ausschnitt sehen. Je nach Interessenstiefe könnt ihr die mediale Erweiterung der Exponate durchforsten, die mittels Filmen, Bildern und Texten Einblick in das Aussehen, Verhalten und die vielfältigen Beziehungen der Kleinstlebewesen zum Menschen geben. Das funktionierte auch prima für die Eltern mit jüngeren Kindern neben uns.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c2a11e27-3a51-4936-b935-6b70ecf5577b/uploads/images/wjvfzpftqt/img_4513.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Einzigartigkeit von Micropia liegt in der Mischung lebender und virtueller Mikroben. Die dramatischen Größenunterschiede zwischen den verschiedensten Kleinstlebewesen machten riesige Monitorwände erlebbar. In einem interaktiven Panorama mit extremophilen Mikroorganismen erlebten wir Mikroben an Orten, die extreme Lebensbedingungen wie hohe Radioaktivität oder Kälte mit sich bringen. Die virtuellen Mikroorganismen schwebten dank einer speziellen Projektionstechnik vor dynamischen 3D-Landschaften. Faszinierend!</p><p><strong>Im Fokus: Positive Beziehung zwischen Mikroben und Menschen</strong></p><p>Uns selbst und unseren Mikroben begegneten wir in der Ausstellung immer wieder. Am überraschendsten ist für die meisten Besucher in der Ausstellung der „Mikroben-Scan“ des eigenen Körpers, bei der sie interaktiv ihren Körper erforschen können. Ich trat sozusagen meinem virtuellen Ich gegenüber und konnte die durchschnittliche Masse von zwei Kilogramm an Mikroben erforschen, die an und auf mir an unterschiedlichen Stellen meines Körpers leben. Die Technologie, die hierbei zum Einsatz kommt, war ein hochentwickeltes Körpertracking.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fmikrobenzirkus.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2017%2F06%2Fimg_4550.jpg%3Fw%3D1024?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=b286aad85b29ce7c26bae3d3560aa7d6" alt="IMG_4550"/><p>BU: Körper-Scan auf Mikroben (S. Thiele)</p><p>Neben den Mikroben standen immer wieder wir selbst im Zentrum der Ausstellung – und das auf mehreren Ebenen: als Betrachter, als interaktiv Handelnde und Forschende, und als Objekte, die es selbst zu erforschen gilt.</p><p>Sei es das „<strong>Kiss-o-meter</strong>“, bei dem wir erfuhren, dass wir gerade 1 Million Bakterien und 100 verschiedene Typen beim Kuss mit dem Liebsten ausgetauscht haben ;-). Oder eine beeindruckende Sammlung unterschiedlicher Kotsorten und Bakterien, die unseren Darm bewohnen.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c2a11e27-3a51-4936-b935-6b70ecf5577b/uploads/images/fc6xdyqf66/img_4526.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="BU: Sammlung von Proben von Darmbakterien (S. Thiele)"/><p>Sehr beeindruckt hat mich persönlich eine ganze Wand voller Petrischalen mit Mikroben: Sie zeigte eine Vielzahl von, in unserem Haushalt mit uns lebenden, kleinen Nachbarn: Bakterien aus dem Teppich, vom Handy oder der Zahnbürste usw.</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fmikrobenzirkus.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2017%2F06%2Fimg_4533.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=86b6222be13060ce41b0cc5274697435" alt="IMG_4533"/><p>BU: Bakterien und Pilze, die mit uns im Haus leben (S. Thiele)</p><p><strong>Mikroben im Kreislauf des Lebens</strong></p><p>Bakterien und Pilze werden dringend gebraucht, damit der Kreislauf des Lebens funktioniert. Das wird in der Ausstellung extrem deutlich gemacht mit einem Exponat einer live verwesenden Giraffe.  Aber auch vor Lebensmitteln machen die Mikroorganismen nicht halt.<br/></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c2a11e27-3a51-4936-b935-6b70ecf5577b/uploads/images/c7ehnuz374/Collage_sti.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong>Fazit:</strong></p><p>Nicht nur mir als Mikrobiologin sondern auch meiner Familie hat diese Ausstellung sehr gefallen. Das Museum erscheint auf den ersten Blick nicht sehr groß - bot aber für verschiedene Altersklassen ab ca. 10 Jahren eine Fülle an Informationen und interaktiven Möglichkeiten, sich spielerisch Wissen zu erarbeiten.  Die Exponate sind sehr gut gemacht und pflegeaufwändig. Zudem waren ständig Wissenschaftler:innen in der Ausstellung und kontrollierten Kulturen oder standen für Fragen zur Verfügung. Der Mikrokosmos blieb nicht nur beschränkt auf Bakterien, Viren Pilze oder Phagen. Auch Algen, Ameisen oder kleine Käfer fanden hier noch Platz.</p><p><strong>Ausstellungsdesign und Multimedia</strong></p><p>Die Ausstellung wurde vom niederländischen Ausstellungsdesignbüro Kossmann.dejong in enger Zusammenarbeit mit ART+COM Studios gestaltet. Während Kossmann.dejong für die Gesamtkonzeption des Ausstellungsdesigns und Szenografie verantwortlich war, arbeitete ART+COM in erster Linie an der Konzeption, Gestaltung und Entwicklung der medialen Exponate – von den ersten Skizzen zum Interaktionsdesign bis hin zur Programmierung und zum Hardwaredesign.</p><p><strong>Unbedingt probieren!</strong></p><p>Das Café-Restaurant „<strong>De Plantage</strong>“ gleich neben Micropia ist ein echter Insider-Tipp für die kommenden wärmeren Monate. Es ist ein gemütliches und nostalgisches Gartenrestaurant am Artis-Zoo mit einer schönen Sonnenterasse. Gegenüber kann man Flamingos und Störche beobachten.</p><p><strong>Meine Empfehlung:</strong> Tartines (geroosterd desembrood) Crème van Hollandse geitenka<a href="http://mikrobenzirkus.com/2015/01/19/ein-zoo-fur-mikroben/">as (Ziege</a>nkäse) met gegrilde honingpeer (Honigbirne), rucola an hazelnoot. LEKKER!</p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p><strong><em>Susanne</em></strong></p><hr aria-hidden="true"/><p>Schreibt mir gerne! Ich freue mich wie immer über eure Kommentare, über Anregungen oder auch Aufreger ;-)!</p><p>Wenn ihr mich für die Artikelrecherchen mit einer Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. Dankeschön!</p><p><a href="https://steadyhq.com/de/plans/cef6ed76-0278-4bc7-9f04-1290c603963e">Mikroben-Kaffekasse :-)</a></p><p></p><p>PS: Wenn euch dieser Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gern weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Wenn ihr euch selbst für das Schreiben und ganz speziell populärwissenschaftlicher Sachbücher oder Ratgeber interessiert, kommt sehr gern in meine Sachbuch-Community “<a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up">Let me edutain you!”</a>. Hier bekommst ihr regelmäßig Einblicke und Tipps aus meiner eigenen Sachbuchwerkstatt und könnt an monatlichen virtuellen Treffen zum Austausch teilnehmen. Wir sind eine nette Truppe angehender und schon publizierter Sachbuchautor:innen.</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/posts">Alle Posts anzeigen</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Thu, 04 Apr 2024 05:23:59 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Jetlag im Bauch - Zeitumstellung für deine Darmkeime]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Mikrobenfans, der Frühling lässt sich nicht mehr aufhalten. Überall leuchten die Osterglocken und Krokusse...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Mikrobenzirkus-Kolumne im März 2024</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/570db5eb-c8e0-40dc-9d84-efdd7135a4b6/uploads/images/6ot3njxkok/Marz_Newsletter_2024.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Liebe Mikroben-Fans,</p><p>der Frühling lässt sich nicht mehr aufhalten. Überall leuchten die Osterglocken und Krokusse. Beim Joggen habe ich gestern die erste 5 Kilometer-Hürde in diesem Jahr genommen. Im Garten haben wir schon die Terrasse geputzt, die Bänke lasiert und die Fenster am Schreibhäuschen weiß gestrichen. Die Sonne wärmt schon gut durch und ich kann es kaum erwarten, draußen zu schreiben.</p><p>Ich habe einige Termine und Tipps für euch zusammengestellt. Vielleicht ist etwas dabei:</p><ul><li><p><strong>Wir lesen aus “TOXIN”</strong> (Kathrin Lange &amp; Susanne Thiele)<br/>in der Gemeindesbücherei in Delligsen (Niedersachsen) am 7.03.2024 um 19:00 Uhr <a href="https://bastei-luebbe.de/de/presse-news/termine#event-294ba032-e000-4546-86f3-2420ecf44724">alle Infos</a></p></li><li><p><strong>“Hör mal, wer da schreibt”- Podcast zu “Toxin”</strong></p><p>Meine Koautorin Kathrin Lange im Gespräch mit Christian Gaschler zu unserem gemeinsamen Schreibprozess &amp; Tipps zum Schreiben <a href="https://www.hoermalwerdaschreibt.com/">Link</a></p></li><li><p>Mein Filmtipp für euch auf Netflix <strong>“Amerikanische Fiktion”</strong> von Cord Jefferson</p><p>Ein frustrierter Romanautor, der keine Lust mehr auf das Establishment hat, das von Schwarzer Unterhaltung profitiert - schreibt unter Pseudonym in Geldnot ein ausgefallenes Buch voller aller erdenklicher Klischees über die schwarze Gemeinde und setzt eine Marketingmaschine &amp; Medienzirkus in Gang. Soll er das Geld kassieren? Anschauen! Klug und unterhaltsam…</p></li><li><p>Passend zum heutigen Newsletter -Thema: <br/><strong>Planet Wissen: Mikrobiom - Schlüssel zur Gesundheit? - </strong><br/>Samstag 23.3. 24, hr-fernsehen &amp; Mediathek (hier der <a href="https://programm.ard.de/TV/Themenschwerpunkte/Ratgeber-der-ARD/Gesundheit/Startseite/?sendung=281084001341255">Link</a>)</p><p>Das Mikrobiom ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die den menschlichen Körper besiedeln. Wie kann man seine mikrobiellen Mitbewohner im Gleichgewicht halten, warum machen übersatte Bakterien krank und was verraten Tausende Jahre alte Kotproben über das Mikrobiom?</p><p></p></li></ul><p>Und hier kommt schon das mikrobiologische Thema für den März!</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Jetlag im Bauch - Wie die Zeitumstellung unser Darmmikrobiom beeinflusst</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/570db5eb-c8e0-40dc-9d84-efdd7135a4b6/uploads/images/7tazc4xp2o/winter-time-2896572_1920.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Die Zeitumstellung beeinflusst auch unser Darmmikrobiom (Pixabay)"/><p>Bei der Umstellung auf die Sommerzeit am Sonntag dem 31. März wird die Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr vorgestellt. Die Nacht ist also eine Stunde kürzer. Eine Stunde geklauter Schlaf - alle “Eulen” werden aufschreien. Dafür bleibt es abends länger hell.</p><p>Die Sommerzeit wurde in Deutschland 1980 eingeführt und es wird sie auch 2024 wieder geben - auch wenn es immer wieder Diskussionen deshalb gibt. Große Energiespareffekte sind leider nicht nachweisbar. Bei sensiblen Menschen kann es dagegen vorübergehend zu Müdigkeit und Schlafstörungen führen. Wie ist das bei euch?</p><p>Die &quot;Eulen&quot; sind dabei die Schlaftypen, die abends länger wach sind und morgens nur mühsam aus den Federn kommen. Die Umstellung auf die Sommerzeit wird ihnen daher schwerer fallen, weil sie morgens eine Stunde eher hoch müssen. Ich bin Frühaufsteherin und „Lerche“ und werde mich wohl wieder auf 5 Uhr einpendeln.</p><p><strong>Unsere innere Uhr</strong></p><p>Alle Lebewesen haben eine innere Uhr – selbst die Mikroorganismen, die unseren Darm bewohnen, sind davon nicht ausgenommen. Die mikroskopisch kleine Gesellschaft in unserem Inneren ist genauso störanfällig, wie der Mensch für die Zeitverschiebung. Das berichteten israelische Wissenschaftler im <a href="http://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674(14)01236-7">Fachjournal &quot;Cell&quot;.</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/570db5eb-c8e0-40dc-9d84-efdd7135a4b6/uploads/images/r2p6vzi6us/airport-2373727_1920.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Auch Fernreisen über verschiedenen Zeitzonen haben Einfluss auf unsere Darmflora und damit auf unsere Gesundheit (Pixabay)[/caption]"/><p>Die Forschenden hatten im Jahre 2014 zum ersten Mal beobachtet, dass auch die Darmbewohner ihren eigenen Biorhythmus mit dem ihres Wirtes synchronisieren. Gerät unsere innere Uhr durcheinander, kommen auch die Darmkeime aus dem Takt. Schuld daran können die Zeitumstellung, aber auch Fernreisen über mehrere Zeitzonen oder Schichtarbeit sein. Dies könnte sogar unsere Gesundheit und Psyche beeinflussen.</p><p>Das Team um Eran Elinav vom Weizmann Institute of Science in Rehovot konnte in einem Experiment mit Mäusen zeigen, dass dies zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Unser Körper wird vor allem durch den Tag-Nacht-Rhythmus, den regelmäßigen Wechsel von Licht und Dunkelheit gesteuert. Statistische Analysen zeigten, dass Schichtarbeiter oder Vielreisende vermehrt an Herzkreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Übergewicht leiden.<br/></p><p><strong>Unsere Mikroorganismen haben auch einen Tag- und Nachtrhythmus</strong></p><p>Unsere Darmbakterien (wie hier <em>Klebsiella Pneumoniae</em>) sind viel mehr als nur einfache Verdauungshelfer – das zeigt sich in den letzten Jahren immer klarer. Der richtige Mikroben-Mix scheint vor Asthma und Allergien, vor Übergewicht und Diabetes zu schützen, sogar die Psyche könnte durch Bakterien beeinflusst werden.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/570db5eb-c8e0-40dc-9d84-efdd7135a4b6/uploads/images/lgmvngnm3n/Klebsiella_Pneumoniea_IMG_0027.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Klebsiella Pneumoniae gehört zu den normalen Darmbewohnern des Menschen - wie ihr Wirt haben Mikroorganismen auch einen Tag-und Nachtrhythmus. (Foto: NIH NAID /CC by 2.0)"/><p>Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich die <strong>Zusammensetzung der über 1000 Arten von Darmbakterien</strong> im Laufe des Tages änderte – zunächst bei Mäusen. Sie fanden, dass die Häufigkeit verschiedener Arten von Bakterien im Verlauf des Tages zu- und abnahm. Auch spezifische Funktionen der <strong>Darmflora</strong> veränderten sich rhythmisch. Bei den nachtaktiven Nagern dominierten in der Dunkelphase etwa Stoffwechselwege, die mit dem Energiehaushalt, der Nahrungsverwertung oder dem Wachstum in Verbindung stehen. In der hellen Phase stand unter anderem die Entgiftung im Vordergrund.</p><p><br/><strong>Unregelmäßige Essenszeiten sorgen im Darm für Chaos</strong></p><p>Getaktet werde die <strong>innere Uhr der Bakterien</strong> auch über den Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme, berichten die Wissenschaftler in &quot;Cell&quot;. Veränderten die Forschenden die Fütterungszeiten der Mäuse und den Hell-Dunkel-Wechsel, geriet die Darmflora der Tiere durcheinander. Eine fetthaltige Ernährung führte unter diesen Bedingungen zu Übergewicht und <strong>Glukoseintoleranz</strong>, die als Vorstufe von Diabetes gilt. Bei den normal getakteten Mäusen geschah das nicht. Übertrugen die Wissenschaftler die Mikroben aus dem Darm von Mäusen im künstlichen Jetlag auf keimfreie Artverwandte, legten diese ebenfalls an Gewicht und Körperfett zu. Auch ihr Blutzuckerspiegel stieg.</p><p>In einem Folgeexperiment zeigten die Forscher, dass auch die Darmflora des Menschen rhythmischen Schwankungen unterliegt und ein Jetlag ebenfalls die Zusammensetzung der Bakterien verändert. Mäuse, die Bakterien aus dem Darm solcher Probanden erhielten, nahmen zu und ihr Blutzuckerspiegel stieg.</p><p><strong>Studie erklärt, warum häufiger Jetlag krank macht</strong></p><p>Ihre Ergebnisse seien als vorläufig zu betrachten, schreiben die Wissenschaftler. Sie legten jedoch nahe, dass Störungen der <strong>inneren Uhr </strong>beim Menschen die <strong>mikrobielle Gemeinschaft im Darm</strong> veränderten, was wiederum Stoffwechselprobleme verursachen könne. Dies erkläre möglicherweise die Verbindung zwischen Schichtarbeit, häufigen Flugreisen und Erkrankungen. Zur Behandlung biete sich demnach eine gezielt probiotische oder antimikrobielle Therapie an, schreiben die Forscher.</p><p>Eine positive Nachricht gibt es aber auch!</p><p><strong>Zeitumstellung und Jetlag schaden der Darmflora nur vorübergehend</strong></p><p>Dass sich die Darmflora in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme ändert, ist für weiter Expert:innen, wie den Mikrobiologen Michael Blaut, Leiter der Abteilung Gastrointestinale Mikrobiologie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam nicht weiter verwunderlich. Allerdings komme die Studie seiner Meinung nach zu interessanten Ergebnissen.</p><p>Sie liefere überzeugende Argumente dafür, dass ein Organismus auch in seiner Mikroflora abgebildet werde. Blaut betonte, dass Veränderungen der Darmflora wie die nach einem Jetlag oder nach der halbjährlichen <strong>Zeitumstellung</strong> innerhalb kurzer Zeit umkehrbar seien.</p><p></p><p><strong>Und hier kommen 4 praktische Tipps, um deine innere Uhr umzustellen:</strong></p><ul><li><p>Abends zur gleichen Zeit wie immer schlafen gehen!</p></li><li><p>Sorge dafür, dass du nachts kein Licht und tagsüber viel Licht von draußen bekommst!</p></li><li><p>Plagt dich die Müdigkeit, dann tanke einfach tagsüber mehr Sonnenlicht und geh an die frische Luft!</p></li><li><p>Keine aufputschenden Getränke am Abend, wie Kaffee etc.!</p></li></ul><p>Eine gute Zeitumstellung wünsche ich dir und deinen Mikroben ;-)!</p><p></p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p><strong><em>Susanne</em></strong></p><hr aria-hidden="true"/><p>Schreibt mir gerne! Ich freue mich wie immer über eure Kommentare, über Anregungen oder auch Aufreger ;-)!</p><p>Wenn ihr mich für die Artikelrecherchen mit einer Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. Dankeschön!</p><p><a href="https://steadyhq.com/de/plans/cef6ed76-0278-4bc7-9f04-1290c603963e">Mikroben-Kaffekasse :-)</a></p><p></p><p>Und zum Abschluss noch die letzte <strong>Sonntagsfrage</strong> vom 3.03.24 zum Miträtseln.<br/>Die Auflösung findet ihr unter dem <a href="https://www.instagram.com/p/C4GkpxlLVOd/">Link</a> auf Instagram.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/570db5eb-c8e0-40dc-9d84-efdd7135a4b6/uploads/images/xwz5fncr4k/Sonntagsfrage03032024.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>PS: Wenn euch dieser Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gerne an weitere Mikrobenfreunde weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/posts">Alle Posts anzeigen</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Tue, 05 Mar 2024 05:49:36 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Sonntagsfrage ]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Mikroben-Fans, hier kommt die letzte Sonntagsfrage zum Miträtseln hier im Mikrobenzirkus...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Mikroben-Fans,</p><p>ich stelle seit ein paar Wochen auf Instagram eine Sonntagsfrage zum Mitraten.</p><p>Das war die Frage vom Sonntag, den 24.02.2024. Was denkt ihr?</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/a0c96f6d-7bc5-4fd4-b49f-c668f7fc0db7/uploads/images/w5ldrjjczz/Sonntagsfrage_24022020.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Und hier geht es zur Auflösung auf Instagram</p><p><a href="https://www.instagram.com/p/C30dTnprKfI/">Auflösung der Sonntagsfrage</a></p><p></p><p>Wer noch etwas vertieft dazu lesen möchte - dem sei mein ausführlicher Artikel im Mikrobenzirkus-Blog unter diesem <a href="https://mikrobenzirkus.com/2020/01/12/mikrobe-des-jahres-2020-myxococcus-xanthus/">LINK</a> empfohlen.</p><p>Herzliche Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p>Eure <br/>Susanne Thiele</p><hr aria-hidden="true"/><p>Schreibt mir gerne! Ich freue mich wie immer über eure Kommentare, über Anregungen oder auch Aufreger ;-)!</p><p>Wenn ihr mich mit einer kleinen Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. Dankeschön!</p><p><a href="https://steadyhq.com/de/plans/cef6ed76-0278-4bc7-9f04-1290c603963e">Mikroben-Kaffekasse :-)</a></p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus <br/><br/>Eure Susanne</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p>PS: Wenn euch dieser Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gerne an weitere Mikrobenfreunde weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p></p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/posts">Alle Posts anzeigen</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Sonntagsfrage]]></category>
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      <pubDate>Mon, 26 Feb 2024 18:21:54 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gefährliche "Zombieviren" aus dem ewigen Eis?]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Mikroben-Fans, ich hoffe, dass es euch gut geht und ihr den ersten Monat im Jahr gut und gesund überstanden habt. Anfang Januar schwappte gleich die Schlagzeile....]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Gefährliche “Zombieviren” aus dem ewigen Eis?</h1><p><em>Mikrobenzirkus-Kolumne im Februar 2024</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/68155c73-45b4-4aaa-a1ad-c33eafbcfa4e/uploads/images/z3armgct2m/Black%20Modern%20Climate%20Change%20Newsroom%20Instagram%20Post%20-%202.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Liebe Mikroben-Fans,</p><p>ich hoffe, dass es euch gut geht und ihr den ersten Monat im Jahr gut und gesund überstanden habt. Anfang Januar schwappte gleich die Schlagzeile <a href="https://www.theguardian.com/society/2024/jan/21/arctic-zombie-viruses-in-siberia-could-spark-terrifying-new-pandemic-scientists-warn">„Arctic zombie viruses in Sibiria could spark terrifying new pandemic, scientists warn“ </a>aus der Londoner Sonntagszeitung <strong>The Observer<em>Health</em></strong> in die deutschen Medien, die mich als Mikrobiologin natürlich aufhorchen ließ, weil sie so gut zum Thema unseres aktuellen Science-Thrillers „TOXIN“ passte. <br/><br/>Der Genetiker Jean-Michael Claverie von der Universität Aix-Marseille warnte davor, dass <strong>uralte Viren</strong>, die im Permafrostboden in der Arktis-Region eingefroren sind, eines Tages durch die Erwärmung des Erdklimas freigesetzt und einen großen Krankheitsausbruch auslösen könnten. Diese Viren schlummern dort seit zehntausenden von Jahren in Überesten von Mammuts und Säbelzahntigern und könnten Tieren und Menschen heute immer noch gefährlich werden. Sie könnten sogar eine Pandemie auslösen –nicht durch eine für die Wissenschaft neue Krankheit, sondern durch Erreger aus der fernen Vergangenheit.</p><p><strong>Das klingt nach Science-Fiction?</strong></p><p>Wie gefährlich sind die “Zombieviren” oder andere Erreger aus dem tauenden Eis wirklich? Nehmen wir das Thema etwas auseinander…und vor allem die reißerische Bezeichnung <em>Zombievirus </em>in einer Überschrift. So etwas „liebe“ ich ja als Pressefrau besonders…;-)<br/><br/>Zu allererst eine gute Nachricht: Die sogenannten “Zombieviren” haben ihren Namen nicht deshalb, weil sie uns Menschen in Zombies verwandeln könnten. Diese „Methusalem-Viren“ sind selbst die Untoten, die seit prähistorischen Zeiten im Eis überdauern und wieder zum Leben erwachen können. Sie schlummern gut gekühlt im ewigen Eis und Gletschern, die man auch als Permafrostbezeichnet.</p><p><strong><br/>Natürliche Kühlschränke als Zeitkapseln</strong></p><p>Permafrostböden kann man sich vorstellen, wie eine riesige, natürliche und dazu luftsichere Gefriertruhe. Ein Viertel der Landfläche der Nordhalbkugel ist dauerhaft gefroren, dazu gehören Alaska, Nordkanada, der Norden Europas und weite Teile Sibiriens. Sogar in Deutschland gibt es einen Ort an dem alpiner Permafrost vorkommt: die Zugspitze.<br/>Namensgebend für diese Dauerfrostböden ist die Tatsache, dass die Temperaturen des <strong>Bodens in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren unter null Grad Celsius liegt. </strong>Wie Beton stabilisiert der Permafrost den Untergrund – bis circa 1,6 Kilometer reicht der Dauerfrost zum Beispiel in Sibirien ins Erdinnere. Der perfekte Ort zum Konservieren, kalt, frei von Sauerstoff und Licht.</p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/68155c73-45b4-4aaa-a1ad-c33eafbcfa4e/uploads/images/flvhobgjt4/Permafrost_alaska_shutterstock_1985807417.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>BU: Permafrost in Alaska (Shutterstock)</em></p><p><br/>In Permafrostböden sind deshalb gigantische Mengen organischen Materials, hauptsächlich abgestorbene Pflanzenreste eingeschlossen – aber auch beispielsweise noch ganze Mammuts zu finden – nicht nur in Form von Knochen, sondern komplett - mit konservierten Haaren, Gewebe und Blut.</p><p>Mumifizierte Karibus wie in unserem Sciencethriller „Toxin“ oder dieses kleine Mammut (42.000 Jahre alt) im Permafrostboden in Sibirien sind gar nicht so selten…</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/68155c73-45b4-4aaa-a1ad-c33eafbcfa4e/uploads/images/7nwovmgpva/Babymammut_permafrost_Katidigs.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>Schaut mal vorbei beim spannenden Insta-Account der Geologin Katherine Parsons unter kati.digs.dinos.</em></p><p><br/><strong>Das ewige Eis taut</strong></p><p>Viele der arktischen Eisschichten bestehen schon seit der letzten Eiszeit. Taut es, drohen Felsstürze, Schlammlawinen, Gletscher lösen sich auf, Gebäude, Eisenbahnstrecken, Landepisten und Straßen verlieren ihren Halt und sacken ab. Thermokarst nennt man diese Verformungen im Gefolge des Auftauens. <a href="https://www.derstandard.at/story/3000000202321/2023-war-es-waermer-als-in-den-vergangenen-100000-jahren">2023 war das wärmste Jahr</a> der bisherigen Messgeschichte.</p><p>Durch steigende Temperaturen und Hitzewellen im Sommer infolge des Klimawandels taut der Permafrostboden auf. Die bislang eingefrorenen Mikroorganismen z.B. Bakterien und Viren werden aktiv und fangen an, sich das organische Material auf diesem „reich gedeckten Büffet“ zu zersetzen. Dabei gelangen Treibhausgase wie Lachgas, Methan und Kohlendoxid in die Atmosphäre. <br/>Wenn der Klimawandel weiterhin so rasant voranschreitet und die Erderwärmung nicht auf ein Minimum begrenzt werden kann, könnten 75 Prozent der Permafrostböden noch in diesem Jahrhundert verschwinden - laut Experten vom Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven. Dann erwachen uralte Bakterien und Viren aus ihrem Dornröschenschlaf…</p><p><br/><strong>Jahrtausende alte Mikroorganismen noch funktionsfähig</strong></p><p>Ein realer Vorfall aus dem Jahre 2016 setzte damals unsere Thriller-Idee für „TOXIN“ in Gang. In einem heißen Sommer gab der Permafrost auf der Jamal-Halbinsel in Nordsibirien mit Anthrax verseuchte Rentierkadaver frei, die bei einer historischen Milzbrandseuche um 1945 eingegangen waren. Ein zwölfjähriger Junge verstarb an der Krankheit, mehr als 70 Menschen kamen in eine Klinik und mehr als 200.000 Rentiere mussten getötet werden.</p><p>Wie real ist nun die Gefahr, dass der Klimawandel der Menschheit Krankheiten wiederbringt, die längst ausgerottet schienen?</p><p>Analysen von Bohrkernen, von Fossilien und deren DNA brachten schon eine ganze Reihe urzeitlicher Viren, Bakterien und andere Kleinstlebewesen ans Tageslicht. Forschende haben schon knapp <a href="https://www.derstandard.at/story/2000141201453/viren-aus-sibirischem-permafrost-sind-nach-50-000-jahren-immer">50.000 Jahre alte Viren</a> aus dem Permafrost „wiederbelebt“ oder <a href="https://www.derstandard.at/story/2000127232518/lebewesen-nach-24-000-jahren-im-permafrost-aufgeweckt">24.000 Jahre alte Rädertierchen</a> aufgeweckt. Zuletzt wurden auch<a href="https://www.derstandard.at/story/3000000181108/nach-46000-jahren-wiederbelebter-wurm-aus-dem-eis-ist-unbekannte-spezies"> 14.000 Jahre alte Fadenwürmer</a>n „reanimiert“.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/68155c73-45b4-4aaa-a1ad-c33eafbcfa4e/uploads/images/de3sxydv5x/shutterstock_740148397.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Jahrtausende alte Viren können sogar <strong>noch infektiös </strong>sein. <br/>Der im „Observer“ genannte Wissenschaftler Jean-Michel Claverie ist kein unbekannter „Virenjäger“ im ewigen Eis. Er hat selbst mit seinem Forschungsteam um Jean-Marie Alempic im Jahr 2014 zum ersten Mal lebende Viren aus dem Permafrost Sibiriens freigelegt und gezeigt, dass sie immer noch einzellige Organismen infizieren können. Das waren zwar nur Amöben, die infiziert wurden, „das heißt aber nicht, dass andere Viren, die im Permafrost eingefroren sind, nicht möglicherweise Krankheiten bei Menschen auslösen könnten“, so Claverie im Observer. <br/><br/><strong>Pocken- und Herpesviren</strong></p><p>Eine weitere Studie des französischen Teams zu 13 unbekannten Viren aus dem Eis folgte in einer <a href="https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2022.11.10.515937v1">Prepint*-Studie auf bioRxiv</a> (Vorab-Studie, noch ohne wissenschaftliches Begutachtungsverfahren einer Fachzeitschrift) unter Beteiligung des AWI in Bremerhaven. Darunter Spuren von Pocken- und Herpesviren. Die älteste Probe war fast 48.500 Jahre alt und trägt den Namen <em>Pandoravirus yedoma</em> und ist so groß, dass man es schon mit einem normalen Lichtmikroskop nachweisen kann. Insgesamt ist die Forschungslage aber noch etwas dünn.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/68155c73-45b4-4aaa-a1ad-c33eafbcfa4e/uploads/images/slzrwnsavg/PandoraVirus.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>BU: Ein koloriertes Elektronenmikroskop-Bild eines Pandoravirus, eines Riesenvirus, das im sibirischen Permafrost gefunden wurde.<br/>Image courtesy of Chantal Abergel / Jean-Michel Claverie] Created by Digital Micrograph, Gatan Inc.</em></p><p>Noch etwas höher ist die Gefahr bei Erregern, die schon Menschen infiziert haben und jetzt mit aufgetauten menschlichen Leichen aus dem Permafrost wiederauftauchen. Beispielhaft seien hier Viren der Spanischen Grippe genannt, die man bei einer verstorbenen Frau einer indigenen Volksgruppe fand, die einhundert Jahre in einem Massengrab in einem abgelegenen Inuit-Dorf in der Nähe der Brevig Mission lag.</p><blockquote><p><strong>„Das Szenario, dass ein unbekanntes Virus, welches einst einen Neandertaler infiziert hat, zurückkehrt, ist zu einer realen, wenn auch unwahrscheinlichen Möglichkeit geworden.” </strong><br/><em>(Jean-Michel Claverie, Universität Aix-Marseille)</em></p></blockquote><p>Das Problem, was Claverie hier sieht: Wenn sich ein Virus lange Zeit im Eis verbirgt, mit dem wir seit Tausenden von Jahren nicht in Berührung gekommen sind, könnte es sein, dass unsere Immunabwehr nicht ausreicht. Denn die Strukturen solch alter Viren ähnelt keiner, gegen die die heutige Menschheit eine Immunität entwickelt und wir könnten auf keine vorhandenen Medikamente zurückgreifen. Für jedes neue Virus aus dem Permafrost müssten demnach passende Therapien und Impfstoffe entwickelt werden, die nicht sofort verfügbar wären, wie die Covid-19-Pandemie gezeigt hat.</p><p><br/><strong>Bakterien überdauern den Tiefschlaf im Eis besser</strong></p><p>Widerstandsfähiger und damit potenziell gefährlicher als Viren aus dem ewigen Eis sind bakterielle Erreger. <br/>Bestimmte Bakterien, wie, der im Thriller „TOXIN“ verwendete Milzbranderreger <em>Bacillus anthracis, </em>können mit ihren <strong>Sporen im Boden </strong>überdauern. Wissenschaftler*innen entdeckten in Jakutien im Norden Sibiriens Mikroorganismen in Schichten, die sie auf ein Alter von mehr als drei Millionen Jahren schätzten. Diesen bakteriellen Erregern kann man allerdings mit heutigen Antibiotika meist gut Einhalt gebieten.<br/></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/68155c73-45b4-4aaa-a1ad-c33eafbcfa4e/uploads/images/cuqwfgb637/Bacillus%20Antharcis_shutterstock_1929294578.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><em>BU: Der Erreger des Milzbrandes Bacillus anthracis (Shutterstock)</em><br/></p><p><strong>Gefahren durch Minen, Ölbohrungen und Schiffsverkehr</strong></p><p>Eine Gefahr sehen die Forschenden eher von einer ganz anderen Seit: das Verschwinden des arktischen Meereises und des Permafrostes verändern die Landnutzung, führen zu <strong>mehr Schifffahrt und dem Bau von Minen und Ölbohrungen</strong>. Und dies wäre nicht das erste Mal, dass Epidemien so ausgelöst werden, wenn Menschen in vorher unbesiedelte Gebiete vordringen, so Marion Koopmann, Virologin am Medical Center in Rotterdam.</p><p>Gemeinsam mit anderen Wissenschaftler*innen arbeiten die Forscher deshalb an einem <strong>Überwachungsnetzwerk und Quarantäneeinrichtungen</strong>. So sollen schon sehr früh Fälle von Infektionen bemerkt, vor Ort behandelt und sofort eingedämmt werden. <br/>So wäre man am besten auf die Möglichkeit neu auftretender Krankheiten vorbereitet. Einig sind sich die Expertenkreise auch darüber, dass noch weitere Forschung nötig ist, um herauszufinden, welche potenziellen Gefahren sich noch im ewigen Eis im Tiefschlaf befinden. Buchstäblich auf Eis gelegt sind leider auch einige Forschungsprojekte in Sibirien aufgrund des russischen Angriffskrieges.</p><p>Eine Möglichkeit existiert noch, um die Risiken zu minimieren und alle Probleme wie eine Wunderwaffe auf einmal lösen: nämlich die Klimaerwärmung schnellstens einzudämmen.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Für die Leser*innen von TOXIN hier noch ein besonderer Tipp:</strong></p><p>Der im Thriller erwähnte Permafrosttunnel in Fairbanks, in dem Gereon und Airi ihren verloren gegangene Anthrax-Stamm wiederentdecken, existiert auch in der Realität. Der <strong>Fox-Permafrost-Tunnel </strong>ist ein Relikt des Kalten Krieges, wurde 1963 als Eisbunker gebaut und untersteht noch heute der Armeeabteilung Cold Regions Research and Engineering Laboratory (CRREL), die dort wissenschaftliche Studien zum schwindenden Permafrost durchführt. Im Tunnel kann man in den geführten Besuchertouren durch die gefrorenen Schichten sozusagen bis ins Pleistozän hinabsteigen. Man findet hier Reste von Mammuts, Karibus, Gräsern, über 30.000 Jahre alte Bakterien - eine Reise in die Zeitgeschichte der Erde. Spannend! <br/>Und ihr könnt das hier gleich virtuell erleben unter folgendem Link in den Link:</p><h4><strong>Permafrost- Tunnel- Projekt: </strong>Webseite und virtuelle Tour sind zu finden unter: <a href="https://virtualice.byrd.osu.edu/permafrost/">Permafrost (</a><a href="http://osu.edu/">osu.edu</a><a href="https://virtualice.byrd.osu.edu/permafrost/">)</a></h4><a href="https://virtualice.byrd.osu.edu/permafrost/"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/68155c73-45b4-4aaa-a1ad-c33eafbcfa4e/uploads/images/l3gxypkkiy/Permafrost%20Tunnel.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Permafrosttunnel Fairbanks"/></a><hr aria-hidden="true"/><p><a href="https://virtualice.byrd.osu.edu/permafrost/">B<strong>uch bestellen - d</strong></a><strong>eutschlandweit und versandkostenfrei</strong></p><p><strong>TOXIN</strong> und auch <strong>PROBE 12</strong> könnt ihr bei Interesse bei <strong>Graff</strong> der Buchhandlung meines Vertrauens in Braunschweig bestellen unter: <a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783785728390.html?affiliate=PTVC0IXsj9sdQAwD">Toxin bestellen</a><br/></p><hr aria-hidden="true"/><p><em>Für die Schreibinteressierten:</em></p><p>Kleiner Service-Hinweis: Die <strong>Let me edutain you! - Sachbuchwerkstatt</strong> ist Anfang des Jahres umgezogen, weil sie sich zu einem eigenständigen Projekt weiterentwickelt hat. Wenn du meine Tipps und Tricks zum Schreiben von populärwissenschaftlichen Sachbüchern, Essays, Ratgebern oder Memoir gern weiterlesen möchtest – dann melde dich bitte neu an unter diesem Link: <br/><a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up">Anmeldung Let me edutain you | Die Sachbuchwerkstatt</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4a082c3-f6de-4aa7-a4fc-20ed701e74bb/uploads/images/i6eknnrgdd/Let%20me%20entertain%20you_Banner.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>Das war es für heute! <br/><br/>Ich wünsche euch einen tollen Februar…ab und zu riecht es schon nach Frühling…</p><p>Schreibt mir gerne! Ich freue mich wie immer über eure Kommentare, über Anregungen oder auch Aufreger ;-)!</p><p>Wenn ihr mich mit einer kleinen Spende unterstützen möchtet, könnt ihr das hier tun. Dankeschön!</p><p><a href="https://steadyhq.com/de/plans/cef6ed76-0278-4bc7-9f04-1290c603963e">Mikroben-Kaffekasse :-)</a></p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus <br/><br/>Eure Susanne</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p></p><p>PS: Wenn euch dieser Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gerne an weitere Mikrobenfreunde weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p></p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/posts">Alle Posts anzeigen</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Sat, 03 Feb 2024 06:32:54 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Sachbuch: Lerne dein Lieblingspublikum besser kennen!]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Freunde des Mikrobenzirkus, manche Leute lieben es, im Januar das Haus zu renovieren. Ich habe stattdessen hier im Newsletter aufgeräumt...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Die Sachbuchwerkstatt zieht um: Lerne dein Lieblingspublikum besser kennen!</h1><p>Liebe Freunde des Mikrobenzirkus, liebe Schreibbegeisterte,</p><p>manche Leute lieben es ja, im Januar das Haus zu renovieren. Ich habe stattdessen hier im Newsletter aufgeräumt. In meinem LeserInnen-Newsletter Mikrobenzirkus gibt es eine kleine Veränderung.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cb289b6a-29a6-419a-8772-d462e75c925b/uploads/images/dwlvb7a7pk/leser_shutterstock_beschnitten.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/><strong>Die „Let me edutain you! Sachbuchwerkstatt“ ist umgezogen und ab heute ein ganz eigenständiges Newsletter-Projekt für Schreibbegeisterte auf Steady.</strong></p><p>Hintergrund für die Änderung ist einfach die Tatsache, dass nicht alle, die sich hier im Publikum für meine mikrobiologischen Inhalte interessieren auch selbst Bücher schreiben.</p><p>Wenn ihr euch für <strong>kostenlose</strong> spannende Neuigkeiten rund um Mikroben, aus meinem Autorinnen-Leben und für Lesetipps interessiert, dann seid ihr weiterhin hier im Mikrobenzirkus genau richtig und braucht nichts weiter zu tun.</p><p>Wenn ihr euch aber hier vor allem für die <strong>Schreibtipps rund um Sachbücher und Ratgeber</strong> interessiert, dann abonniert bitte zukünftig die <strong>„Let me edutain you! Sachbuchwerkstatt“</strong> unter dem unterstehenden <a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up">Link.</a> Dort erfahrt ihr auch die <strong>Termine für die monatlichen Community-Treffen und die Seminare</strong>.</p><p>Den ganzen <a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><strong>Newsletterinhalt </strong></a><strong>zum Thema “Steig in die Schuhe deiner Lieblingsleser und -leserinnen!” </strong>könnt ihr komplett schon an neuer Stelle lesen.</p><p><a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><strong>Abboniere: Let me edutain you | Die Sachbuchwerkstatt (steadyhq.com)</strong></a></p><a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0d9a0477-12eb-40bf-96bc-6df9db912fa3/uploads/images/6gf3qgqgsf/Let%20me%20entertain%20you_Banner.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="" data-link="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up"/></a><p>Der nächste Mikrobenzirkus-Newsletter für euch hier auf dem Kanal kommt Anfang Februar.</p><p>Bis dahin wünsche ich euch einen schönen restlichen Januar und bleibt immer schön gesund und auf den Beinen bei diesem Glatteis!</p><p><br/>Schreibt mir sehr gerne, wie ihr die neue Aufteilung der Newsletter gut findet…<br/><br/>Ich freue mich über jedes Feedback und antworte euch so schnell ich Zeit finde…</p><p>Viele Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p>Eure Susanne</p><p></p><p><strong>WICHTIG: </strong><br/><br/><strong>Die Sachbuchwerkstatt ist mittlerweile umgezogen und ihr könnt mir im neuen LET Me EDUTAIN YOU- Newsletter folgen unter:</strong><br/><strong> </strong><a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up">Anmeldung Let me edutain you | Die Sachbuchwerkstatt</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Let me edutain you!]]></category>
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      <pubDate>Wed, 17 Jan 2024 06:15:24 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Erstes offenes Sachbuch-Community-Treffen am Donnerstag, den 11.01.24 ]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Sachbuch-Begeisterte und angehende Autor*innen, am Donnerstag, den 11.01.2024 um 18:30 Uhr startet das erste “Let me edutain you!- Community-Treffen” - offen für…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Erstes offenes Sachbuch-Community-Treffen am Donnerstag, den 11.01.24 18:30 Uhr per Zoom</h1><p>Liebe Sachbuch-Begeisterte und angehende Autor*innen,</p><p>am Donnerstag, den 11.01.2024 um 18:30 Uhr startet das erste “Let me edutain you!- Community-Treffen” - offen für alle Interessierten und gratis zum Schnuppern.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/503062cf-7ace-4b6a-b0eb-5baa444c2b61/uploads/images/z6w5s4alvm/66C4BF5F-41BE-4270-A301-6A9F829DC66F.PNG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Worum geht es? Vor allem ums Kennenlernen und um eine erste Information, wo ihr aktuell bei euren Sachbuch-Plänen steht und welche Hilfe benötigt….</p><p>Ich gebe euch als Input einen Überblick aus meiner Sachbuch-Werkstatt zu all den Themen von Konzept bis zur Vermarktung, die wichtig sind, wenn ihr euer erstes Sachbuch professioneller schreiben wollt und habe hinterher auch noch Zeit für eure Fragen.</p><p>Hier kommt der <a href="https://helmholtz-hzi-de.zoom-x.de/j/61145770205?pwd=U2lCSnBleURPOFoxaHhobnYreUhudz09">Zoom-Link</a> für unser erstes kostenloses Treffen:</p><p>Meeting-ID: 611 4577 0205</p><p>Kenncode: 043690</p><p><br/>Die Themen aus dem Input werden dann in den <strong>Let me edutain you! - Newslettern für die Bezahl-Mitglieder ausführlicher behandelt und in den monatlichen Community-Treffen</strong> habt ihr Gelegenheit, eure Fragen direkt zu euren Projekten zu stellen…</p><p>Mit einem Abonnement und einem kleinen monatlichen Beitrag für meine Arbeit könnt ihr dabei sein.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/about">Mitglied werden</a></p><p>Viele Grüße aus dem Mikrobenzirkus ;-)</p><p>Eure Susanne</p><p></p><p>PS: Ich freue mich, wenn euch dieser Newsletter zusagt. Empfehlt ihn sehr gerne weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Let me edutain you!]]></category>
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      <pubDate>Tue, 09 Jan 2024 15:04:56 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Happy 2024, neue Pläne und die Mikrobe des Jahres]]></title>
      <description><![CDATA[Mikrobenzirkus-Newsletter im Januar 2024: Auf ein gesundes neues und spannendes 2024, liebe Mikrobenzirkus-Leser und Leserinnen, Ich hoffe, dass ihr gesund und munter…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Mikrobenzirkus-Newsletter im Januar 2024</em></p><p></p><p>Auf ein gesundes neues und spannendes 2024, liebe Leser und Leserinnen!</p><p>Ich hoffe, dass ihr gesund und gut erholt seid. Leider hatte mich das Coronavirus über den Jahreswechsel erwischt und unser erster persönlicher virtueller Kennenlern-Termin musste ausfallen.</p><p>Fiese Krankheitserreger?<br/><br/>Genau dazu bekam ich letztens amüsierte Nachfragen von meiner Autorenkollegin Astrid Ule. Wie ich denn mitten in meiner heftigsten Hust- und Schnupfphase noch so motiviert an einem neuen Sachbuch-Konzept über Mikroben arbeiten könnte und deren Ehre und positives Image überall verteidige ;-)…</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4a082c3-f6de-4aa7-a4fc-20ed701e74bb/uploads/images/7rufzeydd2/Shutterstock_1739437820.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Antwort ist recht einfach: Bakterien und Viren machen ja nicht <em>per se</em> immer krank. Krankheitserreger entwickeln sich nur, wenn sie das richtige Milieu finden. Das ist sozusagen das geheime 1x1 jeder Mikrobiologin und jedes Microbe Hunters, wenn wir eine Bakterienkultur anlegen. <br/></p><blockquote><p>„Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles.”</p></blockquote><p></p><p>Das sollen die letzten Worte des französischen Chemikers und Vaters der Mikrobiologie Louis Pasteur (1822-1895) auf dem Sterbebett gewesen sein, mit denen er seinem Widersacher Antoine Béchamp recht gab. Die beiden waren erbitterte Gegenspieler. Pasteur setzte auf den Erreger, den es zu bekämpfen galt und Béchamp auf den Wirt als Hauptursache für die Entstehung von Krankheit.</p><p>Malaria-Moskitos brauchen stehendes, warmes Wasser für ihre Entwicklung, Bakterien ein nährstoffreiches, körperwarmes Milieu im geeigneten pH-Bereich. Alle Erreger von Viren über Protozoen bis zu Pilzen können einen Organismus nur befallen (= sprich mich), wenn ich ein geeignetes Vermehrungsmilieu biete und nicht durch ein intaktes Immunsystem rundum geschützt bin. <br/>Die Wahrheit liegt wohl - wie so oft - in der Mitte. Bei jeder Infektion muss der Erreger auf das für diese Infektion bereite Immunsystem treffen. <br/><br/>Und da sind wir schon ganz schnell bei den Neujahrsvorsätzen: mehr Schlaf, Bewegung und Joggen an der frischen Luft, gesundes Essen und weniger Stress…</p><p>Mal sehen, wie lange ich das so gesund durchhalte ;-)…</p><p></p><p><strong>Apropos interessante Mikroben!</strong></p><p>Für mich begann das neue Jahr nicht nur mit etwas Fermentiertem im Sektglas – sondern traditionell vor allem mit der <strong>Wahl der Mikrobe des Jahres</strong>.</p><p>Und das ist Taadaa!!  – das <strong>Kabelbakterium</strong> Electronema.<br/><br/>Kein Krankheitserreger sondern ein stromleitendes Bakterium. Auch wenn sich das für euch wie Science Fiction anhört…es existiert wirklich! Und es kann sogar auch noch Schadstoffe im Boden abbauen und Treibhausgase reduzieren. Da schlummern ganz neue Einsatzmöglichkeiten, die es noch zu erforschen gilt.</p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4a082c3-f6de-4aa7-a4fc-20ed701e74bb/uploads/images/2nlpnl5jgb/33452356-bakterium-16fe.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Meinen ganzen ausführlichen Artikel zu diesem ungewöhnlichen Mikroorganismus könnt ihr im Mikrobenzirkus-Blog lesen. <br/><a href="https://mikrobenzirkus.com/2024/01/05/stromleitendes-bakterium-electronema-ist-mikrobe-des-jahres-2024/">Link zum Artikel</a></p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Neue Projekte auf meinem Schreibtisch</strong></p><p></p><p><strong>Neuer Science-Thriller Stoff</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4a082c3-f6de-4aa7-a4fc-20ed701e74bb/uploads/images/shkb5b7w54/shutterstock_579321736.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Unsere Lesungen zu TOXIN laufen natürlich auch im neuen Jahr weiter. <br/>ABER: Kathrin Lange (meine Co-Autorin bei PROBE 12 und TOXIN) und ich tüfteln gerade an einem neuen Wissenschaftsthriller-Plot mit neuen Figuren. Denn – und das ist leider die traurige Nachricht - der dritte Band der Nina Falkenberg und Tom Morell-Reihe wird vorerst nicht kommen. Damit mache ich es hier auch offiziell. Hintergrund sind sinkende Verkaufszahlen in den Verlagen und weniger wirtschaftliche Spielräume für neue Manuskripte…<br/>Mich hat das neue mikrobielle Thriller-Thema aber schon wieder mit dem Recherchefieber angesteckt. Ich halte euch auf dem Laufenden dazu.</p><p></p><p><strong>Ein neues Sachbuchprojekt</strong></p><p>Ich feile parallel an einer neuen Idee für ein erzählendes Sachbuch (dem Nachfolger von „ZU RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN FRAGEN SIE IHRE TÜRKLINKE”). <br/>Zu viel möchte ich auch noch nicht verraten. Dazu kommt zum Arbeitsprozess auch mehr für euch im “Let me edutain you!”- Newsletter in unserer Community…</p><p><br/><strong>Let me edutain you!- Abonnement –  Schritt für Schritt zum eigenen Sachbuch</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4a082c3-f6de-4aa7-a4fc-20ed701e74bb/uploads/images/i6eknnrgdd/Let%20me%20entertain%20you_Banner.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Das Angebot besteht auch 2024 für die Paid-Mitglieder hier in der Community, die ein eigenes Sachbuch schreiben möchten und dafür mehr Fachinhalte im Bezahlabo bekommen und dazu noch den monatlichen Austausch zu ihren Projekten mit mir. Der nächste Newsletter kommt Mitte Januar. Dann geht um die Kunst, den Leser, die Leserin unserer geplanten Bücher genauer kennenzulernen und abzuholen.</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/about">Mitglied werden</a></p><p><strong>Nächste Termine:</strong></p><p><strong>Kostenlos Schnuppern am 11.1. 24 ab 18:30 Uhr auf Zoom</strong>: Treffen mit einer Übersicht, warum sich ein Abo des „Let me edutain you!“ –Newsletter für dein Sachbuchprojekt lohnt und welche Themen wir in der Community besprechen werden. Gebt bitte gern ein Zeichen, ob der Termin passt. Link schicke ich vorher rum.</p><p><strong>Kreativer Autor*innenaustausch am 19.1.2024 um 18:30 Uhr auf Zoom: </strong>Du wirst beim virtuellen Community-Treffen für meine Paid-Abonnent*innen am Freitag, den 19.01. 2024 um 18:30 Uhr Gelegenheit haben, mit mir deine ersten Ideen zum Konzept ausführlich “weiterzuschleifen” und deine Fragen zu stellen. (Der Link geht nur an Mitglieder)</p><p></p><p><strong>Writing Nature</strong></p><p><em>Kreativer Schreib-Workshop in den Natur- und Schreiblandschaften entlang der Braunschweiger Oker</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e4a082c3-f6de-4aa7-a4fc-20ed701e74bb/uploads/images/d4g5vsvdpc/shutterstock_435712027.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ab nach draußen! Ein tolles kreatives Projekt für mich: Ich freue mich sehr, dass ich erstmals für die Braunschweigische Landschaft e.V. ein brandneues Schreibseminar konzipieren durfte, in dem ich meinen biologischen Hintergrund und Nature Writing - Inspirationen zum kreativen Schreiben in der Gruppe zusammenbringen kann. <br/><strong>Termin:</strong> wahrscheinlich Sommer 2024 für 10-12 AnfängerInnen &amp; Fortgeschrittene mit Lust, das kreative Schreiben drinnen und draußen – auszuprobieren. Mehr, wenn alle Details durchgeplant sind.</p><p></p><p><strong>Thriller trifft Wissenschaft <br/></strong><em>Wie der Weg von der Idee zur Story glückt. Das Beste aus zwei Welten</em><strong><br/></strong>(Kathrin Lange &amp; Susanne Thiele, 10.11.- 12-11- 2024)<br/>Wo: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel</p><p>Spannende Rätsel und wissenschaftliche Geheimnisse – wenn Forschung und Fiktion verschmelzen, entsteht Nervenkitzel. Wie stark uns Wissenschaft im täglichen Leben betrifft, haben nicht zuletzt die Corona-Jahre gezeigt. Eine sehr besondere Form von Wissenschaftskommunikation ist der Science-Thriller, der auf unterhaltsame Weise komplexe Forschung in eine packende Handlung übersetzt. Kathrin Lange und ich freuen uns sehr darauf, euch hinter die Kulissen unserer Thriller-Werkstatt schauen zu lassen.</p><p><strong>Hier geht es zur Anmeldung: </strong><br/><a href="https://www.bundesakademie.de/programm/details/kurs/lit24-19/">Thriller trifft Wissenschaft trifft | Bundesakademie für Kulturelle Bildung</a></p><p><br/><strong>Wissensbotschafterin</strong></p><a href="https://www.wissenswelle.org/wp-content/themes/wissens-welle/assets/images/WissensWelle.svg">https://www.wissenswelle.org/wp-content/themes/wissens-welle/assets/images/WissensWelle.svg</a><p>Auch in diesem Jahr stehe ich wieder in den Startlöchern, um als Wissensbotschafterin für das Projekt “Wissenswelle” im Auftrag des Haus der Wissenschaft in Schulen der Braunschweiger Region zu gehen und über Mikroorganismen und Infektionsforschung aufzuklären. Einfach eine Terminanfrage an den folgenden Link schicken.</p><p><a href="https://www.wissenswelle.org/wissensbotschafterinnen/susanne-thiele/">Susanne Thiele | WissensWelle</a></p><p></p><p>Das Jahr wird also wieder kreativ und interessant!</p><p>Und vielleicht treffen wir uns sogar persönlich bei der einen oder anderen Veranstaltung.</p><p>Woran arbeitet ihr gerade? Ich bin sehr gespannt, von euren Projekten zu hören…und gerade auch, wenn es etwas hakt .</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p><br/>Ich freue mich wie immer über euer ehrliches Feedback, über Anregungen oder auch Aufreger :-)! <br/></p><p>Eure Susanne</p><p></p><p>PS: Wenn euch dieser Newsletter zusagt, empfehlt ihn sehr gerne weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/posts">Alle Posts anzeigen</a></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Sat, 06 Jan 2024 07:57:49 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Finde dein unwiderstehliches Thema! ]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Schreibbegeisterte, Liebe Sachbuch-Autoren und Autorinnen, heute geht es bei LMEY! darum, wie du dein passendes Sachbuchthema findest...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Von kleinen Fischen, großen Würmern und Diamanten</p><p><em>Insiderwissen für Abonnent*innen</em></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0a104cbe-b19b-4d2e-bfa0-2187bc66aae7/uploads/images/kbsyudmlft/shutterstock_2291115269%20Fisch%20und%20K%C3%B6der.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Liebe Schreibbegeisterte, <br/>Liebe Sachbuch-Autoren und Autorinnen,</p><p>heute geht es bei <strong>LMEY! </strong>darum, wie du dein <strong>unwiderstehliches Thema</strong> findest. Und hey, wir haben schon eine Abkürzung für &quot;<strong>Let me edutain you!&quot; ;-)</strong> !</p><p>Dabei stehen dir viele Möglichkeiten offen für ein Sachbuch - zwischen dem „was du alles weißt“ und „nur ja nicht zu viel zu verraten“. <br/>Ganz nah am Erfolgsrezept bist du, wenn du dich auf einen Teil deines Fachgebietes eingrenzt, welches für dein Publikum besonders spannend ist, es dich als Experten &amp; Autorin voranbringt und last but not least - die Konkurrenz auch noch links liegen lässt! <br/><br/>Ganz schön viel verlangt? Ja, aber machbar :-) !</p><p></p><p><strong>Tipp 1: Dein richtiges Thema finden - der Wurm muss dem Fisch schmecken und der Anglerin!</strong></p><p>Für dein Sachbuch brauchst du einen ganz spezifischen Themenzuschnitt. Du brauchst ein Thema, für das du brennst, über das nur DU als Expertin oder Experte ein Sachbuch schreiben kannst und – du brauchst vor allem ein <strong>Alleinstellungsmerkmal als Autor*in</strong>.</p><p>Im Marketing nennen wir das auch <strong>USP - denUnique Selling Point</strong>. Der USP ist ganz einfach das, was dein Buch von anderen Büchern der gleichen Sorte abhebt. Denn denkt daran, es gibt kein Thema, an dem nicht gerade jemand schreibt. ABER - jedes Buch kann nochmal auf deine besondere Art geschrieben werden.</p><p>Dein Alleinstellungsmerkmal kann Humor oder Expertise, es kann eine besondere Perspektive oder eine ganz neue These sein. Nur dann haben Leser oder auch der Verlag das Gefühl, dass dieses Buch noch nicht auf dem Markt ist oder sich von anderen ähnlichen Büchern abhebt. <br/>Deine Aufgabe ist es, diesen Aspekt des Themas zu finden, den andere Autor*innen nicht so beleuchten können wie du.</p><p>Werden wir praktisch!</p><p><strong>Wie komme ich zur USP für eine/n erfolgreiche Autor*in?</strong></p><p>Da gibt es zwei Seiten des Problems, und zwei Fragen, die du dir stellen solltest, die ich dir in dieser Infografik zusammengefasst habe.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0a104cbe-b19b-4d2e-bfa0-2187bc66aae7/uploads/images/qy4l45ahen/LMEY_Dein%20Thema.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong>Linke Seite: </strong>Was sind die wichtigsten Dinge, die Du als Autorin kannst, kennst oder liebst und über die Du schreiben kannst?</p><p><strong>Rechte Seite: </strong>Was sind all die wichtigsten Dinge, die die Welt heute braucht?<br/>z.B. Hoffnung, Mut, Tipps gegen den Klimawandel anzugehen, wichtige Erkenntnisse, um mit einer Depression oder einer anderen Krankheit besser zu leben, (bestimmte Fähigkeiten, Erfahrungen, Kenntnisse, Ansätze, Einsichten, Einblicke, Expert*in sein, Betroffene/er sein …). </p><p><strong>Im Überschneidungsbereich zwischen den Seiten…<br/></strong>findest du DEIN spezifisches Thema angesiedelt. Das sind die Dinge und Themen, die nur du als Autor*in bearbeiten kannst kann und die die Welt braucht. Hier sind die Bücher, die nur du schreiben kannst und die die Menschen von dir lesen wollen. </p><p>Damit hast du dein Thema perfekt eingrenzt! Ging dir das zu schnell?</p><p>Dann folgen hier <strong>Beispiele,</strong> um es dir noch besser zu veranschaulichen…<br/><br/>Warum war „Darm mit Charme“ so erfolgreich? Purer Zufall oder passende USP?</p><p>Ganz klar ein passendes Thema &amp; eine Autorin mit perfektem Alleinstellungsmerkmal: Giulia Enders, als damals angehende Medizinerin, informierte in locker-flockiger Art mit lustigen Illustrationen darüber, was die medizinische Forschung Neues über den Darm bietet. Sie scheute sich nicht, ein paar Wahrheiten über das „richtige Kacken“ aufzudecken – schon darüber offen zu reden, war für viele ein Tabu-Thema. <br/>Auf der anderen Seite standen aber genügend Menschen, die sich brennend dafür interessierten, wie Übergewicht, Depressionen oder Allergien mit unserem Darm zusammenhängen. Kein Wunder! Die Deutschen an sich sind sowieso dafür bekannt, ein „Darmvolk“ zu sein – aber auch international funktionierte das sehr gut!</p><p>Oder aus meiner eigenen Sachbuchwerkstatt:</p><p>Es hat eine Weile (fast zwei Jahre) gedauert, bis ich richtigen Twist für mein Sachbuch „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke“ gefunden hatte und es 2018 über eine Literaturagentur mit einem Verlagsvertrag bei HEYNE geklappt hat. <br/><br/>Dazu habe ich Folgendes kombiniert.</p><p>1.     Meine Expertise als Mikrobiologin und Wissenschaftskommunikatorin für die populärwissenschaftliche Ansprache der Leserschaft</p><p>2.     Benefit: Antworten dazu, wieviel Hygiene eigentlich im Haus nötig ist und etwas mehr Verständnis für die Bedeutung der Mikroorganismen für unsere Gesundheit</p><p>3.     Meine besondere Autorinnenstimme zur Ansprache des Publikums, die ich in meinem Blog „Mikrobenzirkus“ seit 2014 ausgefeilt und erprobt hatte.</p><p></p><p><strong>Tipp 2: Grenze dein Thema knallhart ein! Nimm lieber den Rohdiamanten als den ganzen Steinbruch</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0a104cbe-b19b-4d2e-bfa0-2187bc66aae7/uploads/images/wwzvkltucu/Rohdiamant_shutterstock_1914908431%20(1).jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Es ist eine harte Entscheidung, aber ich muss sie auch immer wieder treffen. Mir geistern so viele spannende Themen für Sachbücher im Kopf herum. Aber es ist unmöglich, all mein Wissen oder die tollsten Recherchen dazu zwischen zwei Buchdeckel zu pressen.</p><p>Unser Thema braucht eine klare Kontur. <br/><br/>Wenn du viel zu sagen hast, machst du eben einfach noch ein Folgebuch daraus. Oder drei. Oder vier :-)! <br/>Ihr wisst schon…wer zwei Hasen jagt….wusste schon der alte Konfuzius ...</p><p>Mein Blog bietet ein Füllhorn mikrobiologischer Themen zum Staunen: Forschungsansätze, Umweltschutz, rekordverdächtige Mikroben oder sogar Fermentationsgrundlagen und Rezepte. Das Sachbuch behandelte aber letztendlich “nur” das Trendthema Mikrobiom und Mikroben in unseren Häusern als auch ihre Bedeutung für unsere Gesundheit.</p><p>Denke also auch über <strong>besondere Fragestellungen deines Themas für spezifische Zielgruppen</strong> nach – um es etwas weiter einzugrenzen. Welchen Vorteil kann der Leser oder die Leserin aus genau deiner speziellen Perspektive auf das Thema ziehen? Schreibst du vielleicht auch für eine spezielle Branche?</p><p></p><p><strong>Tipp 3: Poliere dein Thema! Mach den Diamanten marktauglich und konkurrenzfähig!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0a104cbe-b19b-4d2e-bfa0-2187bc66aae7/uploads/images/crvwudy7k4/Diamant_shutterstock_2232581711.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Es reicht nicht, dein Manuskript einfach stumpf herunterzuschreiben. Es geht darum, wie du das Thema am besten verpackst und gut rüberbringst - um das „kreative Denkschleifen“ und auch deine Entscheidung für ein Genre. Da ist gute Planung vorher gefragt!</p><p>Ist es eine Autobiografie, ein Memoir einer/eines Betroffenen mit Lösungswegen, ist es ein Ratgeber oder ein erzählendes Sachbuch? <br/>Entscheide dich - dem Publikum, dem Verlag und der Buchhändlerin und nicht zuletzt dir selbst zuliebe! Was genau soll dein “Baby” werden?<br/>Dazu hatte ich schon einen <a href="https://steadyhq.com/de/backend/publications/a019b582-a0e7-4e83-971b-829099d61521/posts/917faf79-56d1-4020-a3bb-71d19715d8d4/edit">Artikel </a>zur Orientierung geschrieben, den du nochmal nachlesen kannst.</p><p><strong>Schau Dir unbedingt an, was die Konkurrenz macht!</strong></p><p>Was haben andere Autorinnen oder Autoren zu deinem Thema geschrieben? Dann kannst du dir womöglich viel Arbeit sparen…</p><p>1.     Prüfe Dein Buchregal!</p><p>2.     Gehe in Buchhandlungen! Sprich mit Buchhändler*innen!</p><p>3.     Recherchiere im Internet, nicht nur auf Amazon! Gib deine Stichworte ein, die dein potenzielles Publikum verwenden würde!</p><p>So gehst du am besten vor:</p><p>1.     Notiere Autoren, Titel, Verlag, Erscheinungsjahr</p><p>2.     Schau Dir an, worauf der Autor, die Autorin den Fokus gelegt hat, welcher Stil, welche Zielgruppen angesprochen wurden. Welches Konzept dem Buch zugrunde liegt?</p><p>3.     Was unterscheidet dein Buch von dieser Auswahl? Schreib jeweils einen Zweizeiler, der das klar zusammenfasst. <br/><strong>Dieser Unterschied könnte genau dein Wettbewerbsvorteil sein</strong>, wenn er zu einem Nutzen für dein Publikum führt, wenn er groß und attraktiv genug ist, um damit zu punkten.</p><p></p><p><strong>Jetzt wird es kreativ!  <br/><br/>Eine Übung für Dich - </strong>um im neuen Jahr 2024 Deinem geplanten Sachbuch ein gutes Stück näher zu kommen. Die Zeit zwischen den Jahren finde ich wunderbar für solche Gedankenexperimente.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0a104cbe-b19b-4d2e-bfa0-2187bc66aae7/uploads/images/ygsdas6try/IMG_9705.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Formuliere die Kernbotschaft deines Sachbuchprojektes. Das sollte dir klarmachen:</p><p>1. Wovon das Buch genau handelt – so spezifisch wie möglich.  <br/>Passt das Thema zu Dir, betrifft es Deine Kernexpertise? Brennst Du für das Thema?</p><p>2. Welches Bedürfnis des Publikums das Buch erfüllt, bzw. welchen spezifischen Nutzen es vom Buch hat. Streng Dich hier besonders an, dein Buch soll etwas verändern. Es soll Probleme lösen, uns klüger machen und uns unterhalten. Zu welchen dringenden Fragen gibt es die Antworten?</p><p>3. Was das Buch <strong>anders </strong>macht. (Dazu schau Dir die Konkurrenztitel an)</p><p>4. Prüfe zuletzt auch noch einmal genau für dich, ob dir das Thema noch als Autor*in schmeckt :)! <br/><br/>Ich habe an genau dieser Stelle, auch schon oft gemerkt, dass ich gar keine Lust mehr hatte, ein solches Buch zu schreiben und mein Konzept korrigiert ;-).</p><p>Also stehst Du hinter dem Thema? Betrifft es noch deine Expertise oder als Coach dein Kerngeschäft? Kannst du darüber überhaupt zirka 200 Seiten lang genug schreiben?</p><p>Verpasst dir das Thema das richtige Label? Ich habe z.B. den Spitznamen als „Mikroben-Dompteuse“ verpasst bekommen und finde es wunderbar … <br/>Gefällt Dir das Label auch noch in etwa 5 Jahren oder engt dich das womöglich in deinem Business ein…?</p><p></p><p><strong>Tipp 4: Allein für sich im Kämmerchen zu werkeln, dauert meist dreimal so lange ;-)!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0a104cbe-b19b-4d2e-bfa0-2187bc66aae7/uploads/images/upzax3ydsx/Carl_Spitzweg_-_Der_arme_Poet_(Neue_Pinakothek)%20(1).jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Komm für mehr Feedback, Motivation und Testleserschaft in meine Community!</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/about">Mitglied werden</a></p><p><strong>Schnuppern am 11.1. 24 um 18:30 Uhr</strong></p><p>Für alle die erst einmal kostenlos schnuppern wollen, gebe ich zum Jahresauftakt am Donnerstag, den 11.1. 2024 eine kleines Kennenlern-Treffen mit einer Übersicht, warum sich ein Abo des „Let me edutain me!“ –Newsletter für dein Sachbuchprojekt lohnt und welche Themen wir in der Community besprechen werden.</p><p><strong>Kreativer Autor*innenaustausch am 19.1.2024 um 18:30 Uhr</strong></p><p>Du wirst beim virtuellen Community-Treffen für meine zahlenden Abonnent*innen am Freitag, den 19.01. 2024 um 18:30 Uhr Gelegenheit haben, mit mir deine ersten Ideen zum Konzept ausführlich “weiterzuschleifen” und deine Fragen zu stellen. Ich freue mich auf den konstruktiven Austausch mit euch!</p><p><strong>Bei nächsten Mal</strong></p><p>…geht es <strong>um meine Tricks, um mein Publikum und meinen Wunschleser*in besser kennenzulernen</strong>. Wir können nicht für alle schreiben – aber für viele. Und diese Zielgruppe müssen wir besser kennenlernen.</p><p><br/>Bis dahin wünsche ich euch kreative Feiertage mit viel Zeit zum Bücher schmökern, mit einem heißem Kakao oder Tee und mit viel Inspiration für neue Projekte und einen guten Rutsch! Ich sitze auch wieder an einem neuen Exposé …</p><p>Wir lesen uns in 2024!<br/></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0a104cbe-b19b-4d2e-bfa0-2187bc66aae7/uploads/images/j7bcmrjtuv/Xmas_shutterstock_510459931.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p><strong>WICHTIG: </strong><br/><br/><strong>Die Sachbuchwerkstatt ist mittlerweile umgezogen und ihr könnt mir im neuen LET Me EDUTAIN YOU- Newsletter folgen unter:</strong><br/><a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up">Anmeldung Let me edutain you | Die Sachbuchwerkstatt</a></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Geschenkabo für Schreibbegeisterte</strong></p><p>Möchtest Du ein <strong>Geschenkabo meines Newsletters</strong> verschenken, dann gibt es hier alle Informationen.</p><p>Im Geschenkkarton sind</p><p>• der monatliche exklusive Newsletter für Abonnent*innen aus meiner Sachbuchwerkstatt mit praktischen Tipps für euch und Schreibaufgaben<br/>• Zugang zum meinem monatlichen Community-Treffen per Zoom zum Erfahrungsaustausch zu euren Schreibprojekten<br/>• Inklusive Teilnahme meinen Zoom-Seminaren<br/>1. Wie finde ich als Sachbuchautor*in mein unverwechselbares Thema?<br/>2. Die erfolgreiche Autoren-Vita: Professionalisierung für Autor*innen? Und weitere folgen…<br/>3. Jetzt zu Weihnachten ein <strong>signiertes Exemplar meines Sachbuchs von „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke“</strong>.</p><p><a href="https://steadyhq.com/thieles-mikrobenzirkus/gift_plans">Link zum Geschenkabo</a></p><p><strong>Wie geht das? </strong><br/>Ihr tragt einfach den Namen und die Email des oder der zu Beschenkenden ein und zahlt per PayPal oder Kreditkarte, Apple-Pay usw. und schon geht es los…</p><p>Und ihr leistet nebenbei einen wunderbaren Beitrag dafür, dass ich diesen Newsletter auch weiterhin anbieten kann. Dankeschön im Voraus!</p><hr aria-hidden="true"/><p>Schreibt mir sehr gerne! <br/><br/>Ich freue mich über jedes Feedback und antworte euch so schnell ich Zeit finde…</p><p>Viele Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p>Eure Susanne</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Let me edutain you!]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/0a104cbe-b19b-4d2e-bfa0-2187bc66aae7/uploads/images/kbsyudmlft/shutterstock_2291115269%20Fisch%20und%20K%C3%B6der.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sat, 16 Dec 2023 12:06:26 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Erstes Community-Treffen am Freitag, den 15.12.23, fällt leider aus!]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Sachbuch-Begeisterte und angehende Autor*innen, unser für heute, den 15.12. 23, angekündigtes erstes kostenloses Schnupper-Treffen muss ich euch leider absagen...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Erstes Community-Treffen am Freitag, den 15.12.23 fällt leider aus!</h1><p>Liebe Sachbuch-Begeisterte und angehende Autor*innen,</p><p>unser für heute (Freitag, den 15.12. 23) angekündigtes erstes kostenloses Schnupper-Treffen muss ich euch leider absagen. Mich hat das Coronavirus auch gerade erwischt und ich habe Husten, Schnupfen und kaum Stimme.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/dd491128-9f4d-40d0-a21d-3da6496f8230/uploads/images/y56m7e2sm3/Community_Treffen.PNG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>Als begeisterte Mikrobiologin bin auch aber nicht nachtragend für den kleinen Angriff - sondern trinke heißen Tee und sitze am Computer und schreibe euch den nächsten Newsletter , der morgen versendet wird.</p><p>Diesmal geht es darum, wie erfolgreiche Sachbuch- oder Ratgeberautor*innen ihr unwiderstehliches Thema finden.</p><p>Dazu wird es auch eine kleine Übung mit überraschenden Effekten für euch geben. Gespannt?</p><p>Bis dahin bleibt alle schön gesund und wir lesen uns morgen :-)</p><p>Das neue Treffen plane ich für Mitte Januar ein. Der Zoom-Link folgt.</p><p></p><p>Viele Grüße - diesmal wirklich aus dem Mikrobenzirkus ;-)</p><p>Eure Susanne</p><p></p><p>PS: Ich freue mich, wenn euch dieser Newsletter zusagt. Empfehlt ihn sehr gerne weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Let me edutain you!]]></category>
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      <pubDate>Fri, 15 Dec 2023 06:45:24 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Weihnachten mal mikrobiologisch & Tipps für Geschenke]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Freunde und Freundinnen, zum ersten Advent versorge ich euch pünktlich mit meinem ultimativen mikrobiologischen Weihnachts-Wissen mit etwas Augenzwinkern natürlich.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f4b2713d-e3c8-427f-b190-f6cc48a52e64/uploads/images/oxmcblk4pw/Dein%20Abschnittstext%20-%201%20(1).jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Liebe Freunde und Freundinnen,</p><p>zum ersten Advent versorge ich euch pünktlich mit meinem <strong>ultimativen mikrobiologischen Weihnachts-Wissen</strong> mit etwas Augenzwinkern natürlich ;-)!<br/>Und ein paar besondere nicht alltägliche Geschenketipps habe ich natürlich auch dabei…und mit einem ganz neuen Tipp starten wir auch gleich.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Schreibt ihr schon selbst? Oder habt ihr liebe Freunde oder Freundinnen, die richtige Expert*innen in einem Gebiet sind (Beruf, Garten, Kochen, Yoga oder ausgefallene Hobbys) und sich schon lange mit dem Gedanken tragen, ein Sachbuch oder einen Ratgeber zu schreiben? Und seit Jahren passiert da aber nichts ;-)…<br/>Dann ist es wirklich Zeit, das Thema etwas strukturierter anzugehen. Ein kleiner Stups in die richtige Richtung könnte da Wunder wirken…<br/>Im nächsten Jahr stehen dann schon die Gliederung und die ersten Kapitel!</p><p>Hier könnt ihr euch zum Geschenke-Abo informieren.</p><p><a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/gift_plans">Geschenke-Abo für zukünftige Sachbuchschreiber*innen</a></p><hr aria-hidden="true"/><p>Nun aber zum <strong>geheimen mikrobiologischen Wissen rund um die Weihnacht.</strong> Ich habe euch eine Best-of-Show dazu meiner Artikel im Mikrobenzirkus zusammengestellt. Wenn ihr etwas mehr und vertiefender lesen wollt, dann folgt einfach den Links zu meinen längeren und wissenschaftlich recherchierten Artikeln.<br/><br/>Viel Spaß und gute Unterhaltung!</p><p><br/><strong>1.Schneeflockenzauber mit Bakterien</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f4b2713d-e3c8-427f-b190-f6cc48a52e64/uploads/images/iebj3see66/Collage.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wusstet ihr, dass Bakterien auch ihre „Flagellen im Spiel haben“, wenn es darum geht, Schneeflocken zu bilden? Wir haben hier in Niedersachsen gerade den ersten Schnee, wie ihr am Bild aus meinem Garten mit Blick auf mein Schreibhäuschen sehen könnt.<br/>Der Schneekünstler heißt <strong><em>Pseudomonas syringae</em></strong>. Die Bakterien sind Gefrierbeschleuniger durch bestimmte Proteinstrukturen auf ihrer Oberfläche, die die Ordnung und Dynamik von Molekülen in Wassertröpfchen beeinflussen können. Damit wirken sie wie ein Kristallisationskeim für zauberhafte Schneeflocken.<br/>Ein richtiges <strong>Schneebakterium</strong> eben!<br/><br/><a href="https://mikrobenzirkus.com/2016/12/05/wie-bakterien-schnee-machen/">Ganzer Artikel</a></p><p><strong>2.Schokolade ist perfektes Teamwork von Mikroben</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f4b2713d-e3c8-427f-b190-f6cc48a52e64/uploads/images/j4iorh2kbg/schokolade.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Schokolade macht glücklich! Aber wusstet ihr, dass auch diese Leckerei nur durch die Mithilfe von Mikroben entstehen kann. Die ganze Geschichte geht dabei zurück bis zur Fermentation der Kakaobohnen. Daran sind Milchsäurebakterien, Essigsäurebakterien und Hefen beteiligt. Nur so entstehen die typischen Schokoaromen, die wir so mögen.<br/>Für unser Darmmikrobiom wiederum ist besonders dunkle Schokolade sehr förderlich. Bifidobakterien und Milchsäurebakterien verwerten sie besonders gern und halten uns damit gesund.<br/>Im Artikel dazu findet ihr auch noch ein <strong>tolles Alt-Aztekisches Kakaorezept</strong> zum Ausprobieren in der Weihnachtszeit.<br/><a href="https://mikrobenzirkus.com/2015/12/08/schokolade-teamwork-von-mikroben/">Ganzer Artikel und Rezept</a></p><p><br/><strong>3.Keine Feuerzangenbowle ohne Hefen!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f4b2713d-e3c8-427f-b190-f6cc48a52e64/uploads/images/73mzckhgkb/Feuerzangenbowle.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wusstet ihr, dass sogenannte Sprosspilze – besser bekannt als Hefen – eine essenzielle Rolle bei unserer nächsten Weihnachtstradition spielen? Stichwort: Alkoholische Gärung!<br/>Die Bäckerhefe S<em>accharomyces cerevisiae</em> ist in der Lage, Zucker zu Alkohol und Kohlendioxid zu verstoffwechseln.<br/>Gut für uns und einen gemütlichen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt! Und denkt daran! „<em>Jeder nor einen wönzigen Schlock!“</em> – wie schon Heinz Rühmann empfiehlt! <br/><a href="https://mikrobenzirkus.com/2018/12/24/heute-back-ich-morgen-brau-ich-geschichten-ueber-hefen/">Ganzen Artikel lesen</a></p><p><br/><strong>4.Rudolphs rote Nase - durch Mikroorganismen?</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f4b2713d-e3c8-427f-b190-f6cc48a52e64/uploads/images/ewk2wfrfnd/rentier.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Rentiernasen sind besonders gut durchblutet sind und haben ein Viertel mehr Blutäderchen als menschliche Nasen. Dank dieses Umstandes ist Rudolph in der Lage, seiner Aufgabe als „fliegender und leuchtender Begleiter“ des Weihnachtsmannes besonders gut nachzukommen.<br/>Einige Forschende diskutieren sogar, ob Parasiten daran beteiligt sind, diese auffällige rote Nasenfarbe auszubilden. Über zwanzig besondere Mikroorganismen kommen nur im Nasenmikrobiom von Rentieren vor. Sogar das von den Bakterien zur Kommunikation genutzte <em>Quorum sensing </em>– eine Art Sprache unter Bakterien zur Absprache für gemeinsame Aktionen – war schon in der Diskussion. Bei der Tintenfisch-Taschenlampe mit Leuchtbakterien klappt das ja auch :)! Ich bleibe für euch dran!<br/><a href="https://mikrobenzirkus.com/2016/12/24/rudolphs-rote-nase-mikrobiologisch-erklaert-merry-xmas/">Ganzer Artikel</a></p><p></p><p><br/><strong>5.Weihnachtsgans besser ohne Dusche</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f4b2713d-e3c8-427f-b190-f6cc48a52e64/uploads/images/jbroriwbyx/Weihnachtsgans.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wusstet ihr, dass ihr beim Zubereiten der Weihnachtsgans etwas mehr Vorsicht walten lassen solltet? Eine beliebte und oft empfohlene Praxis ist es, das Federvieh unter dem Wasserstrahl in der Spüle abzuduschen. Das ist nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht besonders hygienisch. Auf dem rohen Fleisch sitzen Keime, wie <em>Salmonellen</em> oder <em>Campylobacter</em>, die damit unnötig in der Küche herumspritzen und womöglich auf rohen Speisen wie Salat landen. Die Folge sind Bauchschmerzen oder im schlimmsten Fall auch Lebensmittelinfektionen. In den USA wurde dieser Zusammenhang entdeckt, als viele Patienten nach dem traditionellen Thanksgiving-Truthahn-Essen in den Kliniken auftauchten. <br/><a href="https://mikrobenzirkus.com/2015/12/21/gans-und-ente-lieber-ungeduscht/">Ganzen Artikel lesen</a></p><p><br/><strong>6.Besuche bei den Schwiegereltern stressen unser Darmmikrobiom?</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f4b2713d-e3c8-427f-b190-f6cc48a52e64/uploads/images/6jyuqmpqgr/anatomy-g12d2b801b_1280.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Weihnachten ist so besinnlich? Denkste ;-)! Wusstet ihr, dass ein Besuch bei den Schwiegereltern durch den familiären Stress sogar eure Darmflora verändern kann? Das haben jetzt Forscher*innen aus den Niederlanden in einer Studie herausgefunden.<br/>Die untersuchten Teilnehmer*innen hatten viel weniger <em>Ruminococcus</em>-Bakterien in ihrem Darm. Eine Verschiebung - wie häufig diese Bakterien auftreten - ist in Studien an Menschen und Tieren mit Depression und Ängstlichkeit assoziiert. Aber in der Weihnachtszeit stresst uns natürlich noch mehr. Termine, Geschenkekauf…Daher nehmt diese Studie nicht ganz so ernst – auch wenn sie natürlich einen gewissen Unterhaltungswert hat. Zudem gibt es auch nette Schwiegereltern – so wie meine!<br/><a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2452231719300090?via%3Dihub">Link zur Studie</a></p><p><br/>Ihr merkt schon, als leidenschaftliche Mikrobiologin diskutiere ich euch die Mikroben in jede weihnachtliche Aktivität. Habt ihr noch weitere Vorschläge für meine Best-of-Liste des ultimativen mikrobiologischen Weihnachtswissens? Dann immer her damit :-)!</p><hr aria-hidden="true"/><p>Und hier noch zwei mikrobiologische Last-Minute-Geschenke</p><p><strong>Salzzitronen</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f4b2713d-e3c8-427f-b190-f6cc48a52e64/uploads/images/conqvnevpr/Salzzitronen.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ein echter Hingucker im Glas und schnell gemacht sind die <strong>Marokkanischen Salzzitronen</strong>. Die Fermentation kann beim Beschenkten noch etwas weiter laufen.<br/><a href="https://mikrobenzirkus.com/2017/09/12/marokkanische-salzzitronen/">Hier ist der Link zum Rezept</a></p><p><br/><strong>Schöner und gesünder Wohnen mit Mikroben</strong></p><p>Und wer neben den Science-Thriller “Probe 12” oder “Toxin” noch mein Lustiges und natürlich hochwissenschaftlich recherchiertes Sachbuch über Mikroben im Haushalt verschenken möchte ;-). Ihr wisst ja - “Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke”! <br/>Perfekt für alle, die eine Ausrede für zu viel Putzen und Desinfektionsmittel brauchen. Denn “guter Dreck” trainiert unser Immunsystem. Über diesen Link könnt ihr in meiner Buchhandlung meines Vertrauens GRAFF <a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783453604872.html?affiliate=PTVC0IXsj9sdQAwD">ohne Versandkosten bestellen</a>.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f4b2713d-e3c8-427f-b190-f6cc48a52e64/uploads/images/4vv227iksw/Lesungen-2019_IMG_7165.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/><strong>Hier noch weitere coole Bücher über Mikrobiologie zum Verschenken für Groß und Klein:</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f4b2713d-e3c8-427f-b190-f6cc48a52e64/uploads/images/c5wlggf2cj/MIkroben%20Karsten%20Brensing.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Schaut gern mal in meine <a href="https://mikrobenzirkus.com/gesunde-rezepte/">Liste der Empfehlungen</a>!</p><p><br/>Ich wünsche euch eine besinnliche Adventszeit! <br/></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Noch ein Orga-Tipp für die Schreibbegeisterten</strong></p><p>Der <strong>“Let me edutain me!”- Newsletter</strong> für meine regulären Abonnent*innen kommt Mitte Dezember raus. Dann geht es darum, <strong>DEIN spezielles Thema des Sachbuches zu finden</strong>, welches nur DU als Autor*in so schreiben kannst. Der Newsletter bleibt 8 Wochen online, dann verschwindet er hinter die Bezahlschranke.</p><p>Ich arrangiere für euch im Dezember außerdem ein erstes kostenloses <strong>virtuelles Community-Treffen zum Schnuppern am 11. Januar um 18:30 Uhr ,</strong> wo wir uns kennenlernen können. Ich gebe euch einen Überblick, über die Themen die aus meiner Erfahrung beim Sachbuch-Schreiben wichtig sind. Diese Inhalte erkläre und vertiefe ich für die Abonnent*innen im Bezahl-Newsletter ausführlich,</p><p><strong>Fragen oder Anmeldung zum Kick-off </strong>bitte einfach unter <a href="mailto:susanne_thiele@gmx.de">susanne_thiele@gmx.de</a>.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Newsletter weiterempfehlen</strong></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/about">Mitglied werden</a></p><p>PS: Ich freue mich, wenn euch dieser Newsletter zusagt. Empfehlt ihn sehr gerne weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.<br/></p><p>Schreibt mir sehr gern!</p><p>Ich freue mich über euer ehrliches Feedback, über Anregungen oder auch Aufreger :-)! Wovon mehr, wovon weniger ?</p><p>Falls euch mein Newsletter gefällt, dann empfehlt ihn unbedingt weiter.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p>Herzliche Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p>Eure Susanne</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/f4b2713d-e3c8-427f-b190-f6cc48a52e64/teaser_image/1701345670?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Fri, 01 Dec 2023 06:25:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was schreibe ich: Sachbuch, Ratgeber oder Fachbuch?]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Schreibbegeisterte oder einfach am Thema Interessierte, heute geht es um etwas Orientierung im Dschungel der Begrifflichkeiten Sachbuch, Ratgeber und Fachbuch...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Was schreibe ich eigentlich: Sachbuch, Ratgeber oder Fachbuch?</h1><p><em>Insiderwissen für Abonnent*innen</em></p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/917faf79-56d1-4020-a3bb-71d19715d8d4/uploads/images/cqyq7o7ckz/Sachbuch%2CFachbuch%2C%20Ratgeber.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Liebe Schreibbegeisterte oder einfach am Thema Interessierte,</p><p>heute geht es bei &quot;<strong>Let me edutain you!&quot;</strong> um etwas Orientierung im Dschungel der Begrifflichkeiten <strong>Sachbuch, Ratgeber oder Fachbuch.</strong></p><p><br/><strong>Tatort: Die Buchhandlung</strong></p><p>Ich lade dich heute zu einer Feldrecherche in einer großen gutsortierten Buchhandlung deines Vertrauens ein. <br/>Gehen wir davon aus, dass du schon ein erstes Thema für dein geplantes Sachbuch im Kopf hast. Sicher noch völlig unstrukturiert, noch sehr roh…aber das macht nichts.<br/><br/>Mach diese kleine Übung, denn sie wird dir einen Aha-Effekt für DEIN spezielles Buchprojekt bringen…</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/917faf79-56d1-4020-a3bb-71d19715d8d4/uploads/images/cbwhh7x5io/shutterstock_1771210133.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Frag die Buchhändler*in nach dem großen Oberthema deines Sachbuches und höre ganz genau zu, welche Fragen sie dir stellt oder welche ähnlichen Bücher sie dir empfiehlt!</p><p><strong>Ein Beispiel: </strong><br/>Nehmen wir an, du hast gerade ein Haus gebaut und möchtest nun den Garten gestalten - am besten als einen insektenfreundlichen Naturgarten.<br/><br/>Gute Buchhändler besitzen nicht nur eine sehr gute Waren- sondern auch Menschenkenntnis. Aber Hellsehen können sie nicht – deshalb kommt mit Sicherheit die Nachfrage: <br/></p><p><strong>„Was möchten Sie denn genau machen? Wobei soll Ihnen das Buch weiterhelfen?“</strong></p><p>Wo holt dich das Buch als Leser*in ab?</p><p>1.     Möchtest du eher ein <strong>unterhaltsames Sachbuch</strong>, welches dir vielleicht erstmal Lust auf Gartenarbeit macht, die Vorteile eines Naturgartens erklärt? Vielleicht ein autobiografisches humorvolles Buch einer Familie, die genau vor dem Problem stand und es gelöst hat - mit vielen Anekdoten über ihren Kampf mit Wühlmäusen, Schnecken oder was dir sonst noch einfällt?</p><p>2.     Oder bist Du der praktische Typ, der <strong>einen Ratgeber</strong> lesen möchte, mit dem du schon morgen Schritt für Schritt anfangen kannst und mit Listen für Pflanzenempfehlungen in die nächste Gärtnerei ziehst. Ein Ratgeber zu Permakultur im Naturgarten oder zu klimafesten, artenreichen Naturgärten?</p><p>3.     Vielleicht bist Du aber auch Gartenarchitekt*in und interessierst dich speziell für ein Buch zum „Entwerfen und Gestalten in der Landschaftsarchitektur“?</p><p>Es hängt also von <strong>einigen Faktoren ab, in welches Regal die Buchhändlerin greift</strong> und ob ihre Empfehlung für dich ins Schwarze trifft…<br/><br/><strong>Und daraus folgen einige Fragen für dein Sachbuch-Projekt:</strong></p><p>1.     Wer ist deine Zielgruppe?</p><p>2.     Welche Zutaten für die Leser*innen sollen überhaupt in dein Sachbuch – Thema zielgruppenspezifischer Inhalt ?</p><p>3.     Welcher Schreibstil und welche „Leseransprache“ wären passend?</p><p>4.     Welches ist der “richtige” Platz für dein Buch im Regal?</p><p></p><p>Und nun das versprochene Insiderwissen im Detail:</p><p>(Der Artikel bleibt noch einige Zeit kostenlos verfügbar und verschwindet dann hinter einer Pay-Wall für Abbonnent*innen)<br/></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/about">Abbonnent*in werden</a></p><p></p><p><strong>1.     Was ist die Definition eines Non-Fiction Buches, eines Sachbuches?</strong></p><p>Wenn ich selbst als „Sachbuch-Autorin“ bezeichnet werde, dann fühle ich mich nur zum Teil korrekt definiert, weil es in diesem Bereich eine etwas kunterbunt zusammengewürfelte Mischung gibt. <br/><br/>Als Biologin liegt mir Klassifizierung. Also her mit Brehms Tierleben oder mit dem Linné für Sachbuch-Autorinnen!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/917faf79-56d1-4020-a3bb-71d19715d8d4/uploads/images/stt5zhlswk/shutterstock_2269578013.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong><br/></strong>In den Regalen finden wir im übertragenen Sinne <strong>Dutzende von „Arten“</strong>: Biografen, Tagebuch- und Memoir-Schreiberinnen, Verfasser*innen politischer Schriften, Historiker*innen, schreibende Expert*innen jeglichem Fachs, Anthologie-Spezialisten, Kochbuch-Zusammensteller und Ernährungsbuch-Schreiberinnen, Wellness- &amp; Achtsamkeits-Gurus, Witzesammler usw. usw. - und natürlich die bücherschreibenden Journalist*innen wie mich, die optimalerweise auch noch einen wissenschaftlichen Background haben.<br/></p><p>Schauen wir in die Literaturwissenschaft , wo gern gestritten wird – um kleinste Nuancen. Ich empfehle dir <a href="https://www.zeit.de/1967/12/die-darstellung-einer-sache-mit-literarischen-mitteln/komplettansicht">„Die kleine Literaturgeschichte des Sachbuches“</a> ,in der Sachbuchautoren bis 1967 über ihr Metier geschrieben haben (und hier muss ich nicht einmal gendern ).</p><p>Wichtigstes prägnantes Zitat für die eiligen Leser*innen:</p><blockquote><p>„Ein Sachbuch ist ….die Darstellung einer Sache mit literarischen Mitteln.“</p></blockquote><p>Es geht also darum, dass du über <strong>deine Sache</strong> schreibst (deine Expertise) und dies <strong>in deinem unverwechselbaren Stil</strong> – zum Beispiel in deiner speziellen Art des <strong>Storytellings</strong> – also kurz: deiner Methode, wie du deine Informationen durch den Einsatz von Geschichten erzählst. <br/>Ein guter Geschichtenerzähler*in holt sein Zuhörer immer auf Augenhöhe an, vermittelt Empathie und zeigt immer, dass er dich und deine Situation gut kennt.</p><p>Als Wissenschaftsjournalistin steht bei mir beim Nonfiction-schreiben das Motiv der Genauigkeit und wissenschaftlichen Faktentreue im Vordergrund. Ich bewege mich als Mikrobiologin auch in einer Community, die den <a href="https://www.wissenschaft-im-dialog.de/fileadmin/user_upload/Ueber_uns/Gut_Siggen/Dokumente/Leitlinien_zur_guten_Wissenschafts-PR.pdf">„Leitlinien der guten Wissenschaftskommunikation“</a> folgt. <br/>Das Sachbuch-Schreiben erlaubt es mir, mich detaillierter und länger in eine Thematik einzuarbeiten, als das in Schnelligkeit von aktuellen Ereignissen getriebenen Pressestelle der Fall ist. Beim Bücherschreiben habe ich viel mehr Zeit und Muße für Recherchen, Lektüre von passenden Fachbüchern, Interviews von Expert*innen.</p><p>Das was ich sehr gern <strong>unter “echten” Sachbüchern</strong> verstanden wissen möchte, sind z.B. schon frühe bekannte Werke wie Kruifs „Mikrobenjäger“ - eine Frühgeschichte der Bakteriologie oder „Brot“ Jacobs Entwicklungsgeschichte des Brotes durch die Jahrtausende – oder auch Rachel Carsons „Der stumme Frühling“ – ein großartiges Werk über die Selbstvergiftung der industriellen Massenwelt, in dem sich wissenschaftliches Expertenwissen mit schriftstellerischer Meisterschaft verbindet. Oder auch neuere sehr erfolgreiche Bücher wie z.B. “I contain multitudes /Winzige Gefährten” von Ed Young oder von Stefan Klein z.B. “Die Glücksformel”.<br/></p><p><strong>Echte Sachbücher beinhalten:</strong></p><ul><li><p>die Darstellung einer wissenschaftlichen, technischen oder verwandten Entwicklung,</p></li><li><p>in einer allgemeinverständlichen,</p></li><li><p>und schriftstellerisch gekonnten Form.</p><p></p></li></ul><blockquote><p>„Der Realitätsgehalt des echten Sachbuches soll nicht Rahmen, nicht Hintergrund, nicht Teil eines solchen Buches sein, sondern sein absoluter Gehalt.“</p></blockquote><p>(Jürgen Thorwald; aus Literaturgeschichte des Sachbuches)</p><p>Ein Roman nach Tatsachen ist also auch kein Sachbuch.</p><hr aria-hidden="true"/><p><br/>Der BUCHREPORT hat ebenfalls eine eigene Vorstellung, was bei deiner eigenen „Darstellung der Sache” im Vordergrund stehen sollte. <br/><strong>Wie die Bestsellerlisten erhoben werden</strong><a href="https://www.buchreport.de/spiegel-bestseller/ermittlung-der-bestseller/">Link</a></p><p><br/><strong>Hardcover und Paperback<br/>“</strong>Bearbeitungen von Sachthemen werden auf den Sachbuch-Bestsellerlisten <strong>veröffentlicht, sofern Informations- und Wissensvermittlung klar ersichtlich im Vordergrund steht.”</strong></p><p><strong>Taschenbuch: </strong><br/>“Im Sachbuch-Segment werden auch humoristisch überspitzte Berichte, skurrile Zusammenstellungen sowie allgemeine Ratgeber berücksichtigt, jedoch keine Reiseführer, Schul- und Lehrbücher.”</p><p><br/>Es geht also in erster Linie um die <strong>Weitergabe deines Wissens</strong>. Wie du das Buch umsetzt - witzig, in Sächsisch oder Ostfriesisch - ist völlig egal. Solange sich dein Buch genug verkauft, wirst du auf der Spiegel-Liste erscheinen.</p><p>An dieser Stelle beschäftigen wir uns noch einmal mit dem wichtigen Thema <strong>Verkaufen und dem richtigen Regal</strong>.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>2.     Verlage und ihre Warengruppen</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/917faf79-56d1-4020-a3bb-71d19715d8d4/uploads/images/rov6p6lda3/library-488690_1280.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Verlage wollen ganz genau wissen, wo sie dein Buch – im Marketing-Deutsch „positionieren“ – können. <br/><br/>Der B<strong>örsenverein des deutschen Buchhandels</strong> definiert dafür sogenannte Warengruppen.</p><p>Dieser folgende Überblick über die <strong>Warengruppen</strong>, kann dir helfen, beim Schreiben aufs Wesentliche zu achten.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Was ist ein Sachbuch, Non-Fiction Buch? Genre und Merkmale:<br/></strong><br/><strong>Warengruppe 9: </strong>wissensorientiert, mit primär privatem Nutzwert“                                                                                                      </p><p><strong>Inhalt:</strong> Aktuelle Wissensthemen, Information</p><p><strong>Zielgruppe: </strong>Laienpublikum, das sich in ein Thema einlesen will</p><p><strong>Schreibstil:</strong> allgemeinverständlich, Fachwörter solltest Du erklären</p><p><strong>Beispiele: <br/></strong>Giulia Enders: „Darm mit Charme“ <br/>Doris Dörrie: “Lesen, Schreiben, Atmen”</p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Was ist ein Ratgeber? Genre und Merkmale</strong></p><p><strong>Warengruppe 4: </strong>„handlungs- oder nutzenorientiert für den privaten Bereich“</p><p><strong>Inhalt:</strong> Hilfe zu einem ganz konkreten Thema</p><p><strong>Zielgruppe: </strong>Laienpublikum, das Rat such und danach handeln möchte</p><p><strong>Schreibstil:</strong> verständlich, Fachwörter solltest Du erklären</p><p><strong>Beispiele: <br/></strong>Dagmar von Cramm: “Iss Deinen Darm gesund”<br/>Gabriele L. Rico: “Garantiert schreiben lernen”</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Was ist ein Fachbuch? Genre und Merkmale</strong></p><p><strong>Warengruppe 5-7: </strong>„handlungs- bzw. wissensorientiert mit primär beruflichen oder akademischen Nutzwert“</p><p><strong>Inhalt:</strong> berufliches oder akademisches Wissen</p><p><strong>Zielgruppe: </strong>Fachleute, Akademiker*innen, die sich informieren und Gelerntes im Beruf umsetzten möchten,</p><p><strong>Schreibstil:</strong> „Fachchinesisch“ :-), gerne trotzdem gut lesbar</p><p><strong>Beispiele: <br/></strong>Rainer Schmid: “Allergie und Mikrobiota. Systemisches Krankheitsverständnis”<br/>Wolf Schneider: “Deutsch für Profis: Wege zum guten Stil”</p><p></p><p><strong>Fazit für Dich: <br/>Die alles entscheidende Frage Zu welchem Genre soll dein Buchprojekt gehören?</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/917faf79-56d1-4020-a3bb-71d19715d8d4/uploads/images/gesl4x3voz/shutterstock_126566756.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong><br/>Eine kleine to-do Liste:</strong></p><p>1.     Mach dir <strong>im Vorfeld </strong>Gedanken zu deinem geplanten Buch!</p><p>2.     Entscheide dich für eine <strong>Warengruppe</strong>!</p><p>3.     Stimme <strong>Zielgruppe</strong>, <strong>Inhalt</strong> und den <strong>Schreibstil</strong> darauf ab!</p><p>4.     Schreib ein erstes <strong>Konzept</strong>!</p><p></p><p>Schreib mir gern, ob Dir der Artikel geholfen hat! <br/><br/>Verrätst Du mir, was für ein Buch du schreiben möchtest? Oder weißt du noch gar nicht, worüber du schreiben möchtest.</p><p>Dann ist der nächste<strong> „Let me edutain me!“ –Newsletter</strong> unbedingt etwas für Dich.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Beim nächsten Mal?</strong></p><p>Dann geht es darum, <strong>DEIN spezielles Thema des Sachbuches zu finden</strong>, welches nur DU als Autor*in schreiben kannst.</p><p>Dann schreibt mir auch sehr gerne …ich arrangiere wie gesagt für euch Im Dezember ein <strong>virtuelles Community-Treffen</strong>, wo wir uns wunderbar dazu austauschen können. In Planung ist der Freitag (8. Dezember um 18:30 Uhr</p><p><strong>Anmeldung zum Kick-off </strong>bitte wieder einfach unter susanne_thiele@gmx.de, dann kann ich den Termin besser planen.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>WICHTIG: </strong><br/><br/><strong>Die Sachbuchwerkstatt ist mittlerweile umgezogen und ihr könnt mir im neuen LET Me EDUTAIN YOU- Newsletter folgen unter:</strong><br/><a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up">Anmeldung Let me edutain you | Die Sachbuchwerkstatt</a></p><p></p><p><strong>Newsletter weiterempfehlen</strong></p><p>PS: Ich freue mich, wenn euch dieser Newsletter zusagt. Empfehlt ihn sehr gerne weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p>Eure Susanne (Thiele)</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/posts">Alle Posts anzeigen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Let me edutain you!]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/917faf79-56d1-4020-a3bb-71d19715d8d4/teaser_image/1700414685?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Sun, 19 Nov 2023 17:41:47 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Tödliche Delikatessen, Toxine und viele Fliegenpilze]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Freunde und Freundinnen, der Oktober war terminlich zu vollgepackt - ich war unter Tage im Schaubergwerk, auf Preisverleihungen und Lesungen…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Mikrobenzirkus-Newsletter im Oktober &amp; November 2023</p><p><br/><strong>Liebe Freunde und Freundinnen,</strong></p><p>der Oktober war zu vollgepackt und habe ich es leider nicht geschafft, euch den kostenlosen Leser-Newsletter pünktlich zu verfassen – es war einfach viel zu viel los im Job und im Autorinnen-Leben ;-) ! <br/>Ich war viel unterwegs - unter Tage im Schaubergwerk, auf Preisverleihungen, eigener Lesung und als Referentin…<br/>Nun bekommt ihr aber zum Ausgleich gleich zum Monatsbeginn einen kleinen Rückblick und einen Ausblick mit Lesetipps für den November und natürlich etwas kriminelles Mikroben-Nerd-Wissen.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Kleines Update zum aktuellen Thriller „TOXIN“</strong><br/><strong><br/></strong>Im Oktober fand das Krimifestival in Braunschweig und Kathrin Lange und ich waren auch dabei und lasen im Haus der Wissenschaft in Braunschweig. <a href="https://www.braunschweiger-zeitung.de/kultur/article239900447/Permafrost-und-Milzbrand-beim-Braunschweiger-Krimifestival.html">Braunschweiger Zeitung (Paywall)</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e403de6d-d875-4791-908e-e49aa1a73fb7/uploads/images/yua56bogwi/Kathrin%20und%20ich%20zusammen.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>Auf der Frankfurter Buchmesse wurde auch unser Hörbuch „Toxin“ vorgestellt vorgelesen mit der großartigen Stimme von Mark Bremer von Rubiton. <a href="https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1069866698?ProvID=11000533&amp;gad_source=1&amp;gclid=CjwKCAiAxreqBhAxEiwAfGfndKybUiN4v7EYX2h0W-EZXayRCgxyYsSi3E6ZD3vLu0RYgTJHLpOTwxoCI1EQAvD_BwE">Hörprobe &quot;TOXIN&quot;</a><br/><br/>Eine richtige Überraschung war für mich war es, dass „TOXIN“ dann plötzlich auf der Empfehlungsliste stand beim NDR-Literatur-Podcasts <strong>eat.sread.sleap </strong>mit den Moderatoren Katharina Mahrenholz und Jan Ehlert.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e403de6d-d875-4791-908e-e49aa1a73fb7/uploads/images/wjqminjdnp/IMG_7911.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Cooles Timing! Denn Kathrin und ich saßen als Fans im Publikum und wussten von nichts. In der aktuellen Podcastfolge #99 hört ihr unsere Stimmen aus dem Publikum auf die Fragen von Katharina antworten. <a href="https://www.ndr.de/kultur/buch/eatREADsleep-99-Delicious-Death-und-falsche-Faehrten,eatreadsleep790.html">Podcast</a><br/><br/>Aber nun genug von mir und zum Werbeblock! Ich habe euch für den November wieder einige Tipps zusammengestellt und hoffe, dass sie euch Freude machen…</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Tödliche Delikatessen: Wenn Pilze zur Mordwaffe werden</strong></p><p>Anfang November war ich mit meinem Team aus der HZI-Pressestelle im Harz zu einem Besuch im Schaubergwerk Rammelsberg. Die <a href="https://www.rammelsberg.de/fuehrungen/fuehrungen-ohne-anmeldung/feuer-und-wasser-der-roeder-stollen">Roeder-Stollen-Führung “Feuer und Eis”</a> ist sehr empfehlenswert. Nicht zu empfehlen für Menschen mit Platzangst im Dunkeln! Als Autorin bin ich immer daran interessiert, solche Location selbst zu erleben -nach dem Buch ist ja immer vor dem nächsten Manuskript :)!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e403de6d-d875-4791-908e-e49aa1a73fb7/uploads/images/n4xbkypzf5/Rammelsberg_Collage.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Überall auf dem Rammelsberg sprossen in Hexenringen die Fliegenpilze. Den <strong>Roten Fliegenpilz</strong> finde ich optisch sehr hübsch - wahr ist aber auch, dass dieser Waldpilz sehr giftig ist. Viele Völker bedienten sich sogar ganz bewusst der psychoaktiven Effekte von <em>Amanita muscaria. </em>Dafür ist der Inhaltsstoff Ibotensäure und sein Abbauprodukt Muscimol verantwortlich. Nur wie der Pilz die Stoffe überhaupt produziert, blieb lange sein Geheimnis. Bis zum Jahre 2020!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e403de6d-d875-4791-908e-e49aa1a73fb7/uploads/images/ir5git3dur/IMG_7649.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Clevere Forscher:innen von der Uni Freiburg konnten mit neuen molekulargenetischen Methoden endlich die unbekannten Pilz-Gene entlarven, die hinter der Giftproduktion steckten. Und dabei half unser ganz gemeines<strong> Darmbakterium <em>Escherichia coli</em> als Modellorganismus</strong>, was uns aus der Badesaison im Stadtbad gut bekannt ist.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e403de6d-d875-4791-908e-e49aa1a73fb7/uploads/images/ywgn44goa3/E.Coli_shutterstock_1500472100.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Das Bakterium wurde einfach genetisch manipuliert, mit den Pilz-Genen bestückt und damit plötzlich auch zum “Giftmischer” ! Und damit wurde eine 50 Jahre alte Vermutung der Giftproduktion im Fliegenpilz endlich bestätigt!</p><p>Als Thriller-Autorin interessiert mich natürlich neben diesem spannenden wissenschaftlich-medizinischen Hintergrund auch der <strong>Giftpilz an sich als Mordwaffe</strong>. <br/>In Australien sind Pilze in den Supermärkten seit Oktober 2023 gerade absolute Ladenhüter. Dahinter steckt ein tödliches Mittagessen, Beef Wellington, welches drei Senioren nicht überlebten. War das ein Mord oder ein Versehen? Eine Köchin, Pilze köchelnd auf dem Herd, am Ende drei Gäste tot, der vierte überlebt knapp. Das hört sich jedenfalls sehr nach Agatha Christie an. Zur Auflösung empfehle ich euch den spannenden Artikel der <a href="https://www.nzz.ch/panorama/toedliche-delikatesse-wenn-pilze-zur-mordwaffe-werden-ld.1758431">NZZ</a>. Es gibt nicht nur giftige Fliegenpilze…</p><p></p><p><strong>Für die Nerds :-) die Originalpublikation:</strong><br/>Obermaier, S., Müller, M. (2020): Ibotenic Acid Biosynthesis in the Fly Agaric Is Initiated by Glutamate Hydroxylation. In: Angewandte Chemie International Edition. DOI: <a href="https://www.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/anie.202001870?af=R">10.1002/anie.202001870</a></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Meine Film- &amp; Lesetipps für den November</strong></p><p></p><p><strong>Filme &amp; Dokus</strong></p><p><strong>Der Geschmack der kleinen Dinge </strong>(Netflix)</p><p>Wir bleiben bei der Kulinarik! Der Sternekoch Gabriel (<em>Gérard Depardieu</em>) ist vom Schicksal gebeutelt: die Trennung von seiner Frau, ein Burn out und ein Herzinfarkt zwingen ihn zu einer Zwangspause. Er begibt sich auf eine Reise nach Japan und auf eine Suche nach dem <strong>besonderen fünften Geschmack “Umami”</strong>. Wer mir auf meinem Blog Mikrobenzirkus folgt, weiß schon mehr darüber. Dieser würzig-fleischige Geschmack entsteht auch bei der Fermentation von Gemüse - beispielsweise durch die Veränderung von Proteinen. <br/>Spannend ist der Culture-Clush des Japan-Trips des Spitzenkochs allemal - vor allem erzählt aus der Sicht eines asiatischen Workaholic und “Salaryman”. Am Ende wurde es mir aber doch etwas zu kitschig ;-).</p><p><strong>Gibt es eine Formel für Kreativität</strong>? (Arte Doku noch verfügbar bis 21.11.23)<br/><a href="https://www.youtube.com/watch?v=spkeo5DGBBE">Doku ARTE - YouTube</a>: <br/>Eine naive Frage, die es in sich hat: Warum sind Künstler kreativ? Gibt es gar eine Formel? Wohl kaum, aber eine unterhaltsame Reise in die Welt der Kreativen von Baselitz bis Bowie. Hermann Vaske nimmt das Publikum mit auf eine vielstimmige Odyssee, ermöglicht Begegnungen mit Hollywood-Stars wie Diane Kruger oder Sean Penn und gibt intime Einblicke in Künstlerexistenzen. Warum sind Künstler, warum sind Menschen überhaupt kreativ? <br/>Diesen Tipp habe ich von Melanie Raabe, die auch ein interessantes Sachbuch über Kreativität verfasst hat.</p><p></p><p><strong>Ich lese</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e403de6d-d875-4791-908e-e49aa1a73fb7/uploads/images/bpgp2rvn2d/B%C3%BCcgertipps_November.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/><strong>Alle Zeit. Eine Frage von Macht und Freiheit (</strong>von Teresa Bücker)</p><p>Teresa Bücker hat gerade den NDR-Sachbuchpreis Im November 2023 gewonnen und ich konnte mich auf der Veranstaltung auf dem Sartorius Campus in Göttingen ganz kurz mit ihr unterhalten. <br/>Das Thema Zeit betrifft uns, insbesondere alle, die mit 8 Stunden Job &amp; zusätzlicher “Care Arbeit” für Kinder oder hilfsbedürftige Eltern eingebunden sind. Wo bleibt uns dazu noch wichtige Zeit für ehrenamtliches oder politisches Engagement, welches die Gesellschaft und der Planet gerade nötig hat? Wir brauchen eine radikal neue Zeitkultur - ist Teresas Vorschlag: Alles könnte auch ganz anders sein…(<a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783550201721.html?affiliate=PTVC0IXsj9sdQAwD">Kostenloser Versand, Buchhandlung Graff)</a></p><p></p><p><strong>Was ist Leben (</strong>von Paul Nurse)</p><p>Nurse erhielt den Nobelpreis für Medizin dafür, weil er zeigte, wie lebende Zellen funktionieren. Es geht um fünf revolutionäre Ideen, die der Biologie zugrunde liegen: die Zelle, das Gen, die Evolution durch natürliche Evolution, Leben als Chemie und Leben als Information. Ein kleines knackiges Buch mit 180 Seiten - schön für ein “Big Picture” zum Thema! <a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783347654037.html?affiliate=PTVC0IXsj9sdQAwD">(kostenloser Versand, Buchhandlung Graff)</a></p><p><strong>Recipes for Murder </strong>von Karen Pierce<br/><em>66 Dishes that celebrate the Mysteries of Agatha Christie</em></p><p>Heute bleiben wir mörderisch. Eine Empfehlung von Katharina Mahrenholz im <a href="http://eat.read/">eat.read</a>.sleap-Podcast. Mit Hercule Poirot und feinen Schwarz-Weiß-Zeichnungen durch die Krimis von 1920 bis 1970. Mit vielen Rezeptvorschlägen von “Christie for Christmas” bis “Agatha Christies Book Club Buffet”. Sehr unterhaltsam! <a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9781682687789.html?affiliate=PTVC0IXsj9sdQAwD">(Kostenloser Versand über Graff)</a><br/><br/><strong>Rezept-Tipp: Delicious Death Schokokuchen </strong>(zum Ausprobieren <a href="https://www.ndr.de/kultur/buch/eatREADsleep-99-Delicious-Death-und-falsche-Faehrten,eatreadsleep790.html">Link</a>)</p><blockquote><p>He called it Delicious Death. My cake! (…) He only meant, said Miss Blacklock, it was worth dying to eat such a cake.</p></blockquote><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/e403de6d-d875-4791-908e-e49aa1a73fb7/uploads/images/vetxew4a2r/Schokokuchen_shutterstock_381593071.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p><strong>Bakterien und so, die leben wo?</strong><br/>Illustriertes Kinderbuch von Jane Jott</p><p>Ich habe mich besonders gefreut, dass eine liebe Kollegin, die Mikrobiologin, Doktorandin und bald dreifache Mutter Johanna Nelkner mit diesem wunderschönen Mikroben-Aufklärungsbuch für Kinder illustriert von Carlotta Klee im November den “Life-Science-Explained-Preis für junge Wissenschaftskommunikation bekommen hat. Ich hatte ihr Buch schon einmal im Mikrobenzirkus vorgestellt um für eine Crowdfunding-Finanzierung für das Projekt zu werben. <a href="https://mikrobenzirkus.com/2022/09/14/bakterien-und-sounterstuetzt-johannas-crowdfunding-projekt-fuer-ein-bilderbuch/">(hier)</a>. Das hat gut geklappt! (<a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783347654037.html?affiliate=PTVC0IXsj9sdQAwD">kostenloser Versand, Buchhandlung Graff</a>)</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Noch ein Orga-Tipp für die Schreibbegeisterten</strong></p><p>Der neue <strong>“Let me edutain me!”- Newsletter</strong> zum Oberthema “Was schreibe ich eigentlich - Fachbuch, Sachbuch, Ratgeber oder Memoir?” für die zahlenden Abonnenten mit der Absicht ein Sachbuchprojekt zu realisieren, kommt Mitte November raus - auch auf diesem Kanal. <br/>Ihr könnt gern noch aufspringen mit einem Abonnement und meine Arbeit unterstützen. Für die Abonnenten gibt es inklusive noch im November ein erstes Austauschtreffen um über eure Projekte auf Zoom zu diskutieren und sich gegenseitig voranzubringen. 6 Euro pro Monat um Dranzubleiben mit einer netten Community ist es sicher wert…und mit Feedback aus einer Schreibgruppe kommt ihr auch schneller voran.<br/>Funktioniert auch als Probemitgliedschaft zum Ausprobieren…Also mal ran - ich freue mich auf euch und habe auch eigene Projekte im Werden…</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/about">Mitglied werden</a></p><p><br/>Schreibt mir sehr gern!</p><p>Ich freue mich über euer ehrliches Feedback, über Anregungen oder auch Aufreger :-)! Wovon mehr, wovon weniger ?</p><p>Falls euch mein Newsletter gefällt, dann empfehlt ihn unbedingt weiter.</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p><br/>Es grüßt euch ganz herzlich!</p><p>Eure Susanne</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Sat, 11 Nov 2023 10:54:24 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wozu überhaupt Sachbücher publizieren?]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Leserinnen und Leser des Mikrobenzirkus, heute geht es bei "Let me edutain you!" um die große Sinnfrage: Lohnt sich das Schreiben von Sachbüchern eigentlich? ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/76ee2ee0-07de-4cc0-85fa-5635080d8676/uploads/images/5aa7k5qyjh/Wozu%20Sachb%C3%BCcher%20publizieren.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Liebe Leserinnen und Leser des Mikrobenzirkus,</p><p>heute geht es bei &quot;<strong>Let me edutain you!&quot;</strong> um die große Sinnfrage: Lohnt sich das Schreiben von Sachbüchern eigentlich?</p><p>Das werde ich in meinem Umfeld sogar sehr häufig gefragt. AutorInnen verdienen doch nichts, sonst müsste ich nebenher nicht noch in einem richtigen Job arbeiten. Etwas Mitleid schwingt auch mit. So nach dem Motto: Ich würde auch gern Bücher schreiben, aber es lohnt sich ja eh nicht!</p><p>Als Autorin eines Sachbuchs wägt man im Vorfeld schon sehr gut ab, ob man sich die ganze Mühe macht, sein Herzensthema in ein Buch zu verwandeln und das ist gut so! Und um es vorweg zu nehmen: Meine Meinung ist dazu ganz klar: Ja, das Schreiben von Sach- und Fachbüchern kann sich in Euro und Cent auszahlen. Aber die Medaille hat zwei Seiten, die man kennen sollte und gut für sich nutzen kann.</p><p>Also mal „Butter bei die Fische“ wie man hier in Norddeutschland sagt und Braunschweig gehört ja auch noch dazu…</p><p></p><p><strong>Im Artikel geht es diesmal um die folgenden Fragen:</strong></p><p>1.Was verdienen Autorinnen von Sachbüchern?</p><p>2. Kann man mit dem Sachbuch-Schreiben reich werden?</p><p>3. Finanziell spannende sekundäre Effekte des Publizierens</p><p>4. Dein Sachbuch als Imagefaktor</p><p><br/>Dieser Artikel wird nach einiger Zeit hinter einer Paywall verschwinden. Ich freue mich sehr, wenn Du mich unterstützt und Mitglied in der &quot;Let me edutain me! -Community wirst und an den monatlichen Austauschtreffen (inklusive für Mitglieder) teilnimmst.</p><p></p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/about">Mitglied werden</a></p><p></p><p><strong>Was verdienen Auto*innen von Sachbüchern?</strong></p><p>Ganz klar ist, wenn wir nur auf den Abverkauf von Büchern über den Handel schielen - dass ist das Bücherschreiben eine eher brotlose Kunst. Es sei denn, das Buch erreicht sehr große Zielgruppen.</p><p>Ein Positiv-Beispiel ist „Darm mit Charme“ der Bestsellerautorin Giulia Enders – 2,2 Millionen Mal im deutschsprachigen Raum verkauft, mittlerweile in über 40 Ländern erschienen. Trotzdem hat sich Giulia Enders für ein Leben als forschende Ärztin entschieden, um immer weiter dazu zu lernen. <br/>Dieser Erfolg von „Darm mit Charme“ ist leider die Ausnahme: Von den 50.000 Sach- und Fachbüchern, die jedes Jahr in Deutschland erscheinen, landen nur sehr wenige auf den Bestsellerlisten.</p><p>Nun mal Tacheles: Was verdiene ich als normale Sachbuchautorin?</p><p>Meine letzten Sachbücher: <br/>„<em>Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihr Türklinke</em>“ (272 Seiten) kam im Februar 2019 im Heyne Verlag für einen <strong>Preis von 12.99 Euro</strong> in den Handel. <br/>„<em>Warum wir es tun, wie wir es tun“</em> (240 Seiten) 2017 im Dumont Buchverlag <strong>für 8,49 Euro</strong>). <br/><br/>Fakt ist: Eine in einem Verlag erscheinende und professionell gemachte Neuerscheinung hat ihren Preis. Die niedrigen Autoren-Honorare sind natürlich keine böse Absicht der Verlage: Bücher zu verlegen, ist einfach sehr teuer und nicht nur im Zuge der wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges und hoher Papierpreise. <br/>Da sind nicht nur die Druckkosten einzukalkulieren, sondern die Löhne aller Beschäftigten, die es braucht, um ein Buch zu produzieren: Lektoren, Korrektoren, Setzer, Grafiker, Marketing und Presseleute, Vertriebsleute. Ein Verlag investiert fünfstellig in eine Sachbuchidee und muss dabei liquide bleiben. Daher steht er immer vor der Frage: Ist deine Buchidee dem Verlag ca. 30.000 Euro wert?</p><p>Ein Honorar erhält natürlich jeder Autor und jede Autorin. Bei mir lagen Garantiehonorare (ohne Buchverkäufe) bei drei Sachbüchern jeweils in einer Spanne zwischen 7.000 – 12.000 Euro (schon ganz gut) über Literaturagenturen verhandelt. <br/>Die realistischen Honorare können bei „Freizeitautoren“ oft aber auch zwischen 2.500 -5.000 Euro liegen - vielleicht nicht sehr hoch aber in der Regel fair und vertraglich geregelt. Dazu kommen später die Tantiemen aus den Buchverkäufen. Finanziell interessant wird es auch nochmal, wenn deine Bücher übersetzt und im Ausland auslizensiert werden. Meine Sachbücher sind z.B. auch in Polen erschienen und für Korea lizensiert.</p><p></p><p><strong>Kann man mit dem Sachbuch-Schreiben reich werden?</strong></p><p>Einige Autoren und Autorinnen können natürlich sehr gut vom Bücherschreiben leben. Dabei helfen zwei besondere Umstände:</p><ol><li><p>Wenn du ein VIP, ein Promi aus TV oder Politik bist</p></li><li><p>Wenn du dir einen ganz besonders effektiven Arbeitsstil angewöhnt hast...</p></li></ol><p>d.h. es gilt vor allem den <strong>Faktor Zeit in den Griff zu bekommen</strong>, damit sich die Honorare in Verhältnis zum Arbeitsaufwand wieder lohnen.  Und Zeit brauchst Du bei einem Sachbuch definitiv für die Recherche, das Anlegen von umfangreichen Archiven, die Manuskriptarbeit. Ein echter Profi kann ein Sachbuch von 200-300 Seiten in sechs Wochen schreiben. Das sind häufig Journalistinnen, die dieses Handwerk sowieso gut beherrschen oder Profischreiber als Ghostwriter.</p><p><strong>MEIN TIPP:</strong> Du solltest dein Herzens-Buchprojekt niemals vom zu erwartenden Honorar abhängig machen – das entschädigt fast nie unmittelbar für den entstandenen Aufwand! <br/>Also den Dagobert Duck-Traum legen wir mal gleich beiseite : )!</p><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fwww.animierte-gifs.net%2Fdata%2Fmedia%2F1512%2Fanimiertes-dagobert-duck-bild-0015.gif?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=a45e4dba973c1038a44eef2b6f0455ec" alt="Dagobert Duck freudig im Geldhaufen"/><p><br/>Schauen wir lieber mal auf die <strong>spannenden sekundären Effekte eines Lebens als SachbuchautorIn </strong>und die beruflichen und persönlichen Vorteile, die eine Publikation mit sich bringen kann….</p><p></p><p><strong>1.     Ein Sachbuch adelt dich als Experte oder Expertin</strong><br/><br/>Ein eigenes Sach- oder Fachbuch zu schreiben, ist eines der besten Instrumente, um deine eigene Persönlichkeit, eine spezielle Leistung, dein Knowhow oder dein Produkt bestens zu erklären und zu vermarkten. BuchautorInnen haben auch im Internetzeitalter einen ganz besonderen Status und bekommen mehr Aufmerksamkeit, weil sie ein Thema (meist) souverän beherrschen und Kompetenzen nachweisen können – das kann sogar zum Karrieremotor werden. Der Nimbus des oder der Wissenden ;-)…<br/>Ein Sachbuch setzt deiner Sichtbarkeit nochmal die Krone auf!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/76ee2ee0-07de-4cc0-85fa-5635080d8676/uploads/images/etglvyxyhd/shutterstock_2071337726.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Wissen adelt als Expertin
(Quelle: shutterstock)"/><p><br/>Ja, ich weiß: Die „Selbstvermarktung“ ist oft ein sehr ungeliebtes Thema unter uns AutorInnen. Das eigene Sachbuch oder Fachbuch als Instrument zum Marketing einzusetzen, klingt erstmal etwas gewöhnungsbedürftig. Eigentlich wollen wir doch nur unser nützliches Wissen mit den Lesern, den Leserinnen teilen…Aber „etwas rasseln“ damit man uns sieht, gehört nun mal auch zu unserem Handwerk :-), wenn ihr es ernst nehmen wollt!</p><p>Meine Sichtbarkeit als Mikrobiologin, Wissenschaftsjournalistin und <em>Expertin</em> begann (neben der beruflichen PR-Karriere) mit der Entscheidung am Silvestermorgen 2014, einen Blog über Mikrobiologie zu starten. <a href="https://www.mikrobenzirkus.com/">www.mikrobenzirkus.com</a><br/>Ich arbeitete damals als Pressesprecherin für das Leibniz-Institut DSMZ- Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen. Die DSMZ ist so etwas wie die „Arche Noah der Mikroben“ – die weltweit umfassendste Sammlung von 36.200 verschiedenen Bakterienstämme, 8400 Pilzstämmen, 850 Pflanzenviren; 1100 Bakteriophagen und so weiter. Ein unglaubliches Arsenal – in flüssigen Stickstoff in Tanks eingefroren für die Ewigkeit oder auch gefriergetrocknet wie Kaffeepulver :-). <br/>Und ich ärgerte mich sehr darüber, dass so wenig über die nützlichen Seiten der Mikroorganismen für die Umwelt, für unsere Gesundheit in der Öffentlichkeit gesprochen wurde. In erster Linie werden Bakterien und Viren doch nur als Krankheitserreger abgestempelt. Dabei können wir von diesen Stoffwechselkünstlern so viel lernen: sie verweilen seit 3,5 Milliarden Jahren auf der Erde und haben sich in der Evolution an so viele Bedingungen angepasst. Ich denke da nur schaue an das Thema Plastikverwertung oder Anpassungen an den Klimawandel.</p><a href="https://www.penguin.de/Paperback/Zu-Risiken-und-Nebenwirkungen-fragen-Sie-Ihre-Tuerklinke/Susanne-Thiele/Heyne/e543156.rhd">https://www.penguin.de/Paperback/Zu-Risiken-und-Nebenwirkungen-fragen-Sie-Ihre-Tuerklinke/Susanne-Thiele/Heyne/e543156.rhd</a><p>Long Story short: Der Mikrobenzirkus-Blog traf in eine Lücke und – schon lange bevor ein Sachbuch im Jahre 2019 daraus entstand - auf eine sehr nette wohlwollende Fangemeinde aus wissenschaftsaffinen Laien, StudentInnen &amp; Schülern, Lehrer in Schule und Hochschulen, JournalistInnen und sogar Köchen und Fermentistas…<br/>Ein ganz spannendes Netzwerk. Und da sind wir schon beim nächsten wichtigen Thema...</p><p></p><p><strong>2.     Kontakte, Kontakte - Hochwertiges Netzwerken über Publikationen</strong><br/></p><p>Über eine Publikation wie ein Sachbuch oder einen Ratgeber kann man wunderbar und mit überschaubarem Aufwand sehr gute Kontakte knüpfen: zu einer Leserschaft, zu potenziellen Kundenkreisen oder zur Kundenbindung für Coaches oder Seminartrainer, über Internetforen, Diskussionsbeiträge. Der Marketingeffekt entsteht <em>en passant</em> – ganz nebenbei sozusagen. Dann folgten bei mir ganz schnell Anfragen für Impulsvorträge und ...</p><p></p><p><strong>3.     Liveauftritte &amp; Vorträge</strong></p><p>BuchautorInnen sind häufig auch sehr gute Referenten zum jeweiligen Thema. Die AutorInnenhonorare, machen euren Aufwand und die geleistete Arbeit für das Sachbuch mit jedem Auftritt wieder wett. Dieser Markt entwickelt sich auch in Deutschland dynamisch.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/76ee2ee0-07de-4cc0-85fa-5635080d8676/uploads/images/3ya32d4nnw/FONA_Mikrobenzirkus_THiele.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Die Realität sieht bei mir in der Praxis so aus. Ich halte viele Vorträge…mal mit gutem Honorar und manchmal auch ohne – einfach für den guten Zweck „in geheimer Aufklärungs- und Bildungsmission“. Ich habe über mein mikrobiologisches Thema schon fast überall mit viel Leidenschaft „referiert“ in Volkshochschulen, in Bürgergärten, auf Street-Food-Festivals, Wissenschaftsfestivals, auf Tagungen, bei Podiumsdiskussionen, als Wissensbotschafterin in Schulen oder wie hier für das Haus der kleinen Forscher auf You-Tube.</p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=zqYmuItlGmk">https://www.youtube.com/watch?v=zqYmuItlGmk</a><p>Und mit zunehmender Präsenz werden auch die Medien aufmerksamer…</p><p></p><p><strong>4.     Der Imagefaktor: SachbuchautorInnen sind interessante Gesprächspartner für die Presse</strong></p><p>Mit eurem Sachbuch erzielt ihr optimaler Weise Aufmerksamkeit in den Medien, in der Öffentlichkeit, in eurer Branche und Fachwelt.</p><p>Zu den Mechanismen solltet ihr wissen, dass es leider erst einmal egal ist, ob es gute oder schlechte Werbung ist – Hauptsache sie erzielt Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit ist die Währung und wesentliche Voraussetzung in den Medien und der Kommunikationswelt für den geschäftlichen und persönlichen Erfolg – kurz: „Attention-Economy“.</p><blockquote><p>„There’s no such thing as bad publicity, as long as they spell your name right”</p></blockquote><p>Kluges Praxiswissen vom amerikanischen Showman und Zirkusbesitzer P. T. Barnum (1810-1891).</p><p>Mit einem Sachbuch als „Aufhänger“ ist eine klare einheitliche Imagebildung für euch als Autorin, Coach, Seminartrainer oder Expertin viel besser möglich als ohne. Ihr habt <strong>mit Buch</strong> eine langfristige Wirkung, konzentrierte Aufmerksamkeitslenkung, ein einheitliches Bild in der Öffentlichkeit, eine strukturierte Pressearbeit (Interviews, Buchbesprechungen), eine strategische Positionierung und könnt das alles wunderbar mit weiteren Aktionen und Events verbinden. Zum diesem Thema kann ich euch noch mehr erzählen aber dazu dann später eine vertiefenden Artikel…</p><p></p><p><strong>5.     Helikopterperspektive: Neue Impulse &amp; Weiterentwicklung beim Schreiben</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/76ee2ee0-07de-4cc0-85fa-5635080d8676/uploads/images/qpvz2lancy/shutterstock_267163808.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Ein ganz wichtiger und geschätzter Aspekt beim Sachbuch für mich tritt erst im Verlauf des Schreibprozesses auf. Durch das Studium der Literatur, das Anlegen von Archiven dazu und die Recherche zum aktuellen Sachstand in der Fachwelt „durchsteige“ ich mein Thema irgendwann in seiner Komplexität viel besser. <br/>Ich entwickle dann nach und nach einen „Adlerblick“ über die ganze Materie. Mein ganzer Umgang mit dem Thema wird viel souveräner durch das angeeignete umfangreiche Hintergrundwissen, welches sich über mehrere Monate, oft fast ein Jahr ansammelt. Nur so kann ich meine eigenen neuen Gedanken oder ein schlüssiges Fazit hinzufügen. <br/>Eine Expertin im Fachthema oder ein Selbständiger mit viel Berufserfahrung werden vom Schreibprozess sehr profitieren, weil das eigene Fach- oder Methodenwissen noch einmal komplett durchdacht, besser strukturiert und damit verständlicher vermittelt werden kann. <br/>Oft werden bei mir erst aus dieser „Helikopter-Perspektive“ <strong>völlig neue Schlüsselbegriffe und Kernsätze </strong>entwickelt. Und ich lerne dabei im Austausch mit dem Sachbuchlektorat meiner Verlage, worauf es dem Leser, der Leserin bei meinem Thema im Wesentlichen ankommt. <br/>Ein spannender und sehr kreativer Prozess!</p><p></p><p><strong>6.     Die Freude, eine Autorin zu sein</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/76ee2ee0-07de-4cc0-85fa-5635080d8676/uploads/images/jglghdwwuu/Probe12_Thiele_Lange_Wehner.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Mit Kathrin Lange bei der &quot;Probe 12-Lesung&quot; im Roten Saal in Braunschweig"/><p>Sind wir doch mal ganz ehrlich. Neben dem ganzen rationalen Gründen und dem Nutzen, welches es uns bringt, ist es doch auch eine große Freude, ein Autorinnenleben zu führen. <br/>Bei mir ist das sozusagen auch die „Kür“ zum Job. Als Autorin arbeite ich selbstbestimmt an Themen, die mir am Herzen liegen und kann völlig frei gestalten, wie ich es für mein Publikum aufbereiten möchte. <br/>Das positive Feedback per Emails oder in persönlichen Gesprächen nach Lesungen, Signieraktionen oder Impulsvorträgen und die vielen Fragen und interessierten Diskussionen im Publikum machen mir richtig gute Laune. <br/><strong>Das ist mein Treibstoff, um weiter dranzubleiben!</strong></p><p>Und nicht zu vergessen, das großartige Gefühl, wenn ich das erste Exemplar eines neuen Buches auspacke – nach den Monaten des Planens, Schreibens und Lektorats :-)!</p><p></p><p><strong>Woran arbeitet ihr gerade? Schreibt mir sehr gerne!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/76ee2ee0-07de-4cc0-85fa-5635080d8676/uploads/images/dgvhpdhc6i/shutterstock_556370818.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Mich interessiert nun natürlich ganz brennend, an welchen Sachbuch-Projekten ihr dran seid und vor welchen Problemen ihr steht? <br/><br/>Oder vielleicht seid ihr auch noch ganz verwirrt und unschlüssig, wie es mit euren wilden Materialsammlungen starten könnte und ob euer Thema überhaupt zu einem Sachbuch taugt. <br/><br/>Dann schreibt mir auch sehr gerne …ich arrangiere wie gesagt für euch auch ein virtuelles Community-Treffen, wo wir uns wunderbar dazu austauschen können. <br/><strong>Anmeldung zum Kick-off </strong>bitte einfach unter susanne_thiele@gmx.de, dann kann ich bei eine Terminfindung besser planen.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Beim nächsten Mal?</strong></p><p>Im nächsten Artikel geht es zu eurer besseren Orientierung darum, <strong>wie sich Sachbücher, Fachbücher oder Ratgeber überhaupt unterscheiden</strong> und welche Leserschaft ihr damit ansprecht. Habt ihr schon Fragen dazu – dann immer her damit!<br/><br/>Ich freue mich über sehr auf eure Nachrichten.</p><p></p><p><strong>WICHTIG: </strong><br/><br/><strong>Die Sachbuchwerkstatt ist mittlerweile umgezogen und ihr könnt mir im neuen LET Me EDUTAIN YOU- Newsletter folgen unter:</strong><br/><strong> </strong><a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up">Anmeldung Let me edutain you | Die Sachbuchwerkstatt</a></p><p><strong><br/>Newsletter weiterempfehlen</strong></p><p>PS: Ich freue mich, wenn euch dieser Newsletter zusagt. Empfehlt ihn sehr gerne weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p>Eure Susanne (Thiele)</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/posts">Alle Posts anzeigen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Let me edutain you!]]></category>
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      <pubDate>Thu, 12 Oct 2023 14:07:23 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mikrobenzirkus im September’23]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Freunde und Freundinnen, hier kommen wieder speziell für euch zusammengestellte Neuigkeiten aus meinem täglichen Mikrobenzirkus und Autorinnenleben im September. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Mikrobenzirkus im September</h1><p>Liebe Freunde und Freundinnen,</p><p>hier kommen wieder speziell für euch zusammengestellte Neuigkeiten für das lange Wochenende aus meinem täglichen Mikrobenzirkus und Autorinnenleben im September &#39;23. Die letzten Zeilen des Newsletters schreibe ich gerade noch im MotelOne Berlin am Spittelmarkt, wo ich gerade beruflich für die Helmholtz-Jahrestagung war.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f659cb7a-2478-4c60-b8c3-c989514cd2e6/uploads/images/ck2aforeus/IMG_6641.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><p>Der September ist ja mein absoluter Lieblingsmonat und das liegt nicht nur daran, dass ich im neunten Monat Geburtstag habe – sondern an der Farbexplosion, die überall um mich herum in den Wäldern, Gärten und Parks um mich herum passiert: rote Hagebutten, pinkfarbene Pfaffenhütchen und die Rosen, orange-rote Kürbisse, die mit den letzten Tomaten um die Wette leuchten…</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f659cb7a-2478-4c60-b8c3-c989514cd2e6/uploads/images/5o5yizsaps/Herbstfarben_klein.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><hr aria-hidden="true"/><p>Sehr schön ist auch, dass ich mit Kathrin (meiner Autorenkollegin) jetzt aktuell viel in Interviews über unseren aktuellen Science-Thriller „TOXIN“ erzählen darf. Den Podcast der Literaturlounge mit Markus Eggert verlinke ich euch hier gleich mal. (<a href="https://literaturlounge.eu/2023/09/podcast-interview-mit-kathrin-lange-und-susanne-thiele-ueber-das-buch-toxin/">Podcast-Interview: Toxin - LiteraturLounge</a>). Hört mal rein!</p><p>Unsere Lesungen nehmen auch an Fahrt auf. Im Oktober sind wir in Braunschweig und im November bisher in Penzberg und Leonberg. Die aktuellen Termine findet ihr immer auf meiner <a href="https://www.susanne-thiele.de/">Autorinnenseite</a> Vielleicht sind wir auch bald in eurer Stadt, fragt gern bei Interesse mal in den Buchhandlungen oder Bibliotheken nach. Von den Veranstaltern werden wir am besten über unsere <a href="https://diekulturmacherin.de/programm/toxin/">Lesungsagentur: Die Kulturmacherin</a> gebucht.</p><p><br/><strong>Virtuelle TOXIN-Lesung für Bibliotheken</strong></p><p>Eine richtig schöne Aktion hat sich übrigens die Bibliothek in Waghäusel zum Jubiläum „10 Jahre E-Books“ einfallen lassen. Den gesamten Oktober über steht eine 60-minütige Lesung von Kathrin und mir bereit und kann jederzeit, auch mehrmals, entweder über die Webseite <strong>www.onleihe.de/more</strong> oder über die App kostenlos abgerufen werden. Hier der Link. <a href="https://www.wochenblatt-reporter.de/waghaeusel/c-lokales/10-jahre-ebooks-in-der-stadtbibliothek-waghaeusel_a499139">Virtuelle Lesung TOXIN </a><br/>Vielleicht auch für andere Bibliotheken interessant. Einfach bei uns melden. Wir hatten jedenfalls sehr viel Spaß, als wir die Lesung für euch aufgezeichnet haben.</p><p><strong>Gewinner der Buchverlosung „TOXIN“</strong></p><p>An dieser Stelle kommen auch gleich die Gewinner der beiden signierten „TOXIN“-Exemplare aus der Buchverlosung im August: <br/><br/><em>Trommelwirbel !!!<br/><br/></em>Die Gewinnerinnen sind <strong>Iris Kronawitter aus Bayern</strong> und <strong>Andrea Hermes</strong> ! Herzlichen Glückwunsch! Schickt mir bitte eure Postadressen für die Bücher. Und allen anderen herzlichen Dank für die rege Beteiligung!</p><p>Außerdem ein herzlichen Dankeschön für die TOXIN-Urlaubsbilder, die mich immer wieder erreichen - wie hier von Teneriffa von Sylke Münzing. Klasse, dass wir euch im Urlaub unterhalten dürfen :-)!!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f659cb7a-2478-4c60-b8c3-c989514cd2e6/uploads/images/yb4l7elxrn/PHOTO-2023-09-26-17-37-54.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f659cb7a-2478-4c60-b8c3-c989514cd2e6/uploads/images/imnhkzwl73/IMG_6670%20(1).jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong>Neue Schreib-Projekte</strong></p><p>Aktuell muss ich als Freizeitautorin ganz schön dranbleiben am Schreiben mit einem tollen, aber auch oft etwas stressigen Hauptberuf in einer Pressestelle. Da hilft mir am meisten das frühe Aufstehen um etwa 5:30 Uhr und mein digitales Kanban-Board. Vor dem Job ist mein Kopf noch völlig frei von anderen Problemen. Genug Platz für meine Gedanken haben ich auf alle Fälle wieder - zum Geburtstag gab es wieder wunderschöne neue Notizbücher - davon kann ich ja nie genug haben ;-)...<br/></p><p><strong>Nachfolger „Probe 12 &amp; Toxin“</strong></p><p>Mit <a href="https://plottenfuerchaoten.substack.com/">Kathrin Lange</a> bin ich gerade am Zusammenstellen der ersten Sachinformationen und Recherchen für einen neuen spannenden Plot in Fortsetzung unserer Science-Thriller Reihe um die Wissenschaftsjournalistin Nina Falkenberg und den Foodhunter Tom Morell. Wir sind noch in der „Moor-Phase“ des Projektes: es läuft noch ganz „viel Wasser und Info“ rein und raus – und es ist noch ganz schön wabernd. Aber Prinzip wissen wir schon die Zielrichtung. Es wird diesmal um eine Story vor dem Hintergrund des aktuellen Artensterbens gehen. <br/>Außerdem gibt es unter euch eine „hartnäckige “  Fan-Gemeinde unserer wunderbaren LeserInnen, die nun endlich wissen will, wie die ganze Sache zwischen den beiden Protagonisten Nina &amp; Tom ausgeht :-). Es ist kompliziert mit den beiden - sage ich da nur ...<br/></p><p><strong>Start „Let me edutain me!“ – Schritt für Schritt zum eigenen Sachbuch</strong><br/></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f659cb7a-2478-4c60-b8c3-c989514cd2e6/uploads/images/vhmtdmnkb4/Let%20me%20entertain%20you_Banner.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Yeah! Die angestammten Leser und Leserinnen hier haben es mitbekommen - der erste Sachbuch-Newsletter ist schon raus. Ihr findet ihn auch hier im Kanal unter der neuen Kategorie „Let me edutain you!“ <br/>Hier der Link: <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/posts/9a7a5b97-03d0-42fc-9ac5-81352f5844e2">Zur Sache, Expertinnen!</a></p><p>Diese Inhalte werde ich nah einer kleinen Anlaufphase zum Community-Aufbau hinter einer Paywall für einen für Abonnentinnen veröffentlichen. Für die Abonnenten besteht dann auch automatisch Zugang zu einem virtuellen monatlichen Community-Treffen zum Erfahrungsaustausch zu unseren Schreibprojekten. Meldet euch gern, wenn ihr mehr darüber erfahren wollt.</p><p>Und es geht gleich weiter: Beim nächsten Mal dreht sich alles um die Vorteile &amp; Chancen, als Experte oder Expertin ein Sachbuch zu publizieren – nur der schnöde Mammon ist es sicher nicht :-)...<br/>Empfehlt den Newsletter gern an Kollegen und Kollegen weiter, die daran denken, ein Sachbuch zu schreiben! Gut vernetzt geht vieles schneller...<br/></p><p><strong>Wir sind in der aktuellen Federwelt</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f659cb7a-2478-4c60-b8c3-c989514cd2e6/uploads/images/xjg2evw3p2/IMG_6667.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Einige von euch aus der Schreibcommunity haben es sicher schon mitbekommen: Kathrin und ich sind in der aktuellen Ausgabe der &quot;Federwelt&quot; mit einem Werkstattgespräch zum Thema: <br/><em>&quot;</em><strong><em>Ich wär so gern wie du&quot; </em></strong><em>oder: Figuren und ihre Vorbildfunktionen: Gibt es Dinge, die wir wir beim Entwerfen von Charakteren beachten sollten?</em></p><p>Natürlich geht es im Gespräch auch darum, welche Hintergründe uns bei der Figurenentwicklung von Tom Morell und (speziell bei mir) bei der Figur der Mikrobiologin und Journalistin Nina Falkenberg bewegt haben. Aber lest selbst und lasst mich gern wissen, was ihr darüber denkt...</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Noch ein paar Lesetipps von mir - die nächsten Bücher auf meinem SUB sind:</strong><br/></p><p><strong><em>Teich -  </em></strong><em>RomanvonClaire-Louise Bennett</em><br/><br/>Dieses Buch habe ich gerade begonnen auf Empfehlung einer Schreibkollegin aus meiner Montagmorgen-Autorenrunde. <br/>Klappentext: Sprachmächtig und fesselnd zeichnet Claire-Louise Bennett das Porträt einer jungen Frau, die allein in einem hundert Jahre alten Steincottage lebt - mitten in der Natur, abseits von den Zwängen der Gesellschaft. Ein Rückzug, der die Wahrnehmung schärft und den Blick auf die Welt verändert, dem Profanen eine besondere Schönheit entlockt. <br/>Ich bin sehr gespannt! Mich interessieren dabei vor allem die literarische Formen des autobiografischen Schreibens.<br/><a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783442772254.html?affiliate=PTVC0IXsj9sdQAwD">Link zur Buchhandlung Graff (kostenfreier Versand</a><br/></p><p><strong><em>So weit das Licht reicht</em> – </strong><em>von Sabrina Imbler</em><br/><br/>Auf die Autorin Sabrina Imbler - eine Schülerin des britischen Journalisten Ed Yong (<em>I contain multitudes</em>) - bin ich in einem Nature Writing Seminar aufmerksam geworden. Sie erzählt ihre Lebenserfahrungen in einem poetischen Memoir über zehn faszinierende Kreaturen der Tiefsee. Spannender Mix aus Naturbuch und Coming-of Age-Geschichte!<br/><a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783406806575.html?affiliate=PTVC0IXsj9sdQAwD">Link Buchhandlung Graff (kostenloser Versand)</a></p><p><br/><strong><em>22 Bahnen – </em></strong><em>von Caroline Wahl</em></p><p>Das Buch lesen wir aktuell in unserem Leseclub in Braunschweig. Eine schöne Coming-of Age Geschichte über die Selbstermächtigung zweier Schwestern. Wurde mir in letzter Zeit sehr oft empfohlen. Ich werde berichten! <br/><a href="https://www.graff.de/shop/artikel/9783832168032.html?affiliate=PTVC0IXsj9sdQAwD">Link Buchhandlung Graff (Kostenfreier Versand)</a><br/></p><hr aria-hidden="true"/><p><br/><strong>Mikroben-Nerd-Wissen: Wie kommen die Löcher in den Käse?</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f659cb7a-2478-4c60-b8c3-c989514cd2e6/uploads/images/qv65te23mg/shutterstock_1621087438.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Da dieser Newsletter euch auch mit ein paar Wissenshäppchen aus der Welt der Mikroben unterhalten soll, stelle ich euch heute mal die Frage: <strong>Wer bohrt eigentlich die Löcher in den Käse?<br/></strong>Die Antwort findet ihr hier in meinem Mikrobenzirkus-Blog. <br/>Damit könnt ihr dann im nächsten Small Talk glänzen :-). <a href="https://wordpress.com/post/mikrobenzirkus.com/115?site=mikrobenzirkus.com">Link zum Artikel</a></p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Last, not least - ein Rezepttipp: </strong><br/><strong>Pumpkin Spice Cookies mit Cheese Cake-Füllung</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f659cb7a-2478-4c60-b8c3-c989514cd2e6/uploads/images/zcmab7a4yu/Pumpkincheesecake_InBloomBakery.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Zu meinem Geburtstag hatte meine große Tochter mich mit diesen unglaublich knusprigen Cookies mit Kürbis-Mus und Cheese Cake-Füllung überrascht. Sie sind definitiv eine süße Sünde für die Hüfte, aber die waren es wert :-) !! Hier das <a href="https://inbloombakery.com/pumpkin-cheesecake-cookies/">Rezept</a> aus der In Bloom Bakery für euch.</p><hr aria-hidden="true"/><p></p><p>Genießt die warmen sonnigen Tage, die wir gerade noch haben…<br/></p><p>„Eines Tages riechst Du den Herbst.</p><p>Es ist noch nicht kalt; es ist nicht windig;</p><p>Es hat sich eigentlich gar nichts geändert <br/><br/>und doch alles.“ (Kurt Tucholsky)</p><p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f659cb7a-2478-4c60-b8c3-c989514cd2e6/uploads/images/khb6dn6k77/IMG_5092.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>So das war es für den September. Wir lesen uns im Oktober wieder. <br/><br/>Schreibt mir sehr gern! Ich freue mich auch über eure Buchtipps...</p><p>Falls euch mein Newsletter gefällt, dann empfehlt ihn unbedingt weiter.</p><p><br/>Es grüßt euch ganz herzlich!</p><p>Eure Susanne</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/f659cb7a-2478-4c60-b8c3-c989514cd2e6/uploads/images/5o5yizsaps/Herbstfarben_klein.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Fri, 29 Sep 2023 13:37:47 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zur Sache, Expertinnen! Schritt für Schritt zum eigenen Sachbuch…]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Mikrobenzirkus-Fans, ich starte hier im Newsletter im September '23 mit einer neuen Kategorie „Let me edutain you!“ – Schritt für Schritt zum eigenen Sachbuch...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Zur Sache, Expertinnen! Schritt für Schritt zum eigenen Sachbuch oder Ratgeber</h1><p>Liebe Leserinnen und Leser des Mikrobenzirkus,</p><p>ich starte hier im Newsletter im September 23 mit einer neuen Kategorie „<strong>Let me edutain you!“ – Schritt für Schritt zum eigenen Sachbuch.</strong> Sozusagen eine spezielle Artikel-Serie im Newsletter. Den monatlichen kostenlosen Autorinnen-Newsletter mit Neuigkeiten zu meinen Büchern, Lesungen oder Lesetipps bekommt ihr natürlich weiterhin.<br/><br/><strong>Worum geht es hier?</strong></p><p>Mit dem neuen Angebot „<strong>Let me edutain you!“ </strong>wende ich mich an alle angehenden Autorinnen und Autoren, alle Schreibbegeisterten unter euch, die sich mit dem Gedanken tragen, ein Sachbuch oder einen Ratgeber zu schreiben. An alle, die ihr Wissen über ein berufliches oder privates Herzensthema nicht nur (wie viele) als wertvolles Content Marketing über Social Media oder einen Blog verbreiten - sondern mit einem gut konzipierten Buch publizieren möchten. Die Königsdisziplin!<br/><br/>Und gerade am Anfang sieht man leider den „Wald vor lauter Bäumen“ nicht! Das ging mir vor Jahren auch so ;-) ...</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9a7a5b97-03d0-42fc-9ac5-81352f5844e2/uploads/images/myofydspc7/WAld%20KLein_Shutterstock.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Hier kann ich mit Tipps und Tricks aus meiner eigenen Sachbuchwerkstatt helfen: Mit einer Schritt für Schritt-Anleitung im Newsletter, gespickt mit viel Erfahrung aus meiner eigenen Praxis zum Schreiben und Veröffentlichen von Sachbüchern.</p><p>Wenn ihr also das „Let me edutain you!“ - Banner seht, wird es zukünftig darum gehen, wie man erstens ein Sachbuch oder einen Ratgeber gut plant und zweitens auch zeitsparend arbeiten kann. <br/><br/>Wie man ein unwiderstehliches Thema findet? Wie man ein Konzept schreibt! Ihr solltet euch darüber klarwerden, welchen Nutzen ihr LeserInnen bringen wollt. Wir werden über den möglichen Erfolg eines Sachbuchs reden und auch darüber, ob es sich überhaupt finanziell lohnt…<br/><br/>Und dann last, not least geht es natürlich auch ums Schreiben und Dranbleiben. Sachbuchschreiben ist Langstrecke, ein Marathon – und da gilt es, sich seine Ressourcen einzuteilen - sowohl für die Recherche und für das Kapitel schrubben.</p><p></p><p><strong>Schwitz! Anfangen und dranbleiben als angehende Sachbuch-AutorIn?</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9a7a5b97-03d0-42fc-9ac5-81352f5844e2/uploads/images/vd6lhkmxsf/IMG_9705.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><br/>Die Idee ein Buch zu schreiben haben ja viele. Es gelingt aber nur wenigen diese Idee wirklich als „PS auf die Straße“ zu bringen. Es ist sehr schwierig, ein Buch so nebenbei zu schreiben, da kann ich aus meinem eigenen Schreiballtag Lieder singen. <br/><br/>Meine Sachbücher „Sex macht Spaß aber viel Mühe“ (Orell Füssli), „Warum wir es tun, wie wir es tun“ (Dumont) „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke (HEYNE) und auch die Science-Thriller-Reihe „Probe 12“ und „TOXIN“ (Lübbe) mit Kathrin Lange sind alle neben einem Vollzeitjob als Mikrobiologin, Wissenschaftsjournalistin und Pressesprecherin in Forschungszentren entstanden. <br/><br/>Das Bücherschreiben hat sich sozusagen den Platz in einem schon sehr vollgepackten Arbeitsalltag erkämpft. Nicht zu vergessen, die Zeit für die Familie mit zwei Kindern, Freunden, den Garten und einfach mal faul sein und einen spannenden Roman lesen, anstatt der vielen Stapel Publikationen und Fachliteratur. <br/><br/>Das ist übriges ganz typisch für die meisten Sachbuchautoren und -autorinnen: wir leben gewöhnlich nicht hauptberuflich vom Bücherschreiben, wir haben bereits einen guten Job – eben den, aus dem wir unsere Themen ziehen, über die wir schreiben. Das ist zwar oft sehr herausfordernd mit vielen diversen Baustellen – aber es funktioniert mit etwas Organisation!</p><p><br/><strong>Was muss ich mitbringen, um ein Sachbuch zu schreiben?</strong></p><p>Ihr braucht, um als Sachbuchautor und -autorin erfolgreich zu sein vor allem drei Dinge:</p><ol><li><p>Glaubwürdigkeit und Authentizität,</p></li><li><p>Wissen und Erfahrungen auf einem bestimmten Gebiet</p></li><li><p>und die handwerkliche Fähigkeit, dieses Know-how publikumsgerecht aufzubereiten.</p></li></ol><p>Das alles könnt ihr mit einem unterhaltenden Sachbuch perfekt unter Beweis stellen oder eben (falls das Handwerkszeug fehlt) hier noch etwas dazu lernen, wenn ihr noch unsicher seid, ob es etwas für euch ist…</p><p></p><p><strong>Apropos Edutainment – was ist das eigentlich genau?</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/9a7a5b97-03d0-42fc-9ac5-81352f5844e2/uploads/images/u7yxryhayh/Edutainment%20_shutterstock_2201862791.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>„Let me edutain you!“ – im Titel des Newsletters steckt das Kofferwort <strong>„Edutainment“</strong> namensgebend drin – die Kombination aus den englischen Wörtern <em>education </em>(Bildung) und <em>entertainment</em> (Unterhaltung). <br/><br/>Mein Schreibmotto...im Beruf und als Freizeit-Autorin<br/><br/>Edutainment bedeutet eingedeutscht „unterhaltsames, spielerisches Lernen“. Und nach über 20 Jahren in der Wissenschaftskommunikation, einigen Sachbüchern und zwei Science-Thrillern kann ich sagen, diese Methode funktioniert wunderbar in der Vermittlung von komplizierten Sachverhalten. <br/><br/>Lasst uns unser Lesepublikum gut unterhalten und ihm dabei beiläufig eine gehörige Portion spannendes und aktuelles Wissen mitgeben! <br/><br/>So macht Lernen viel mehr Spaß! Lesen und sich dabei „aufschlauen“ lassen!</p><p>Seid ihr dabei?</p><p></p><p><strong>Beim nächsten Mal?</strong></p><p>Im nächsten Artikel (an dem ich schon sitze) geht es darum, <strong>warum es sich überhaupt lohnt, ein Sachbuch zu schreiben</strong>. Über das eigene <strong>„Warum“</strong> solltet ihr euch sehr früh Gedanken machen...</p><p></p><p><strong>WICHTIG: </strong><br/><br/><strong>Die Sachbuchwerkstatt ist mittlerweile umgezogen und ihr könnt mir im neuen LET Me EDUTAIN YOU- Newsletter folgen unter:</strong><br/><strong> </strong><a href="https://steadyhq.com/de/let-me-edutain-you/newsletter/sign_up">Anmeldung Let me edutain you | Die Sachbuchwerkstatt</a></p><p></p><p><strong>Schreibt mir!</strong></p><p>Ich bin natürlich sehr gespannt, welche Wünsche oder Anregungen ihr für mich habt! Welche Themen interessieren euch besonders? <br/><br/>Ich freue mich über sehr auf eure Nachrichten.</p><p></p><p></p><p><strong>Newsletter weiterempfehlen</strong></p><p>PS: Ich freue mich, wenn euch dieser Newsletter zusagt. Empfehlt ihn sehr gerne weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p>Eure Susanne (Thiele)</p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Let me edutain you!]]></category>
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      <pubDate>Sun, 17 Sep 2023 07:10:47 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Sommeredition August mit Buchverlosung "Toxin"]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Freunde des Mikrobenzirkus, ich melde mich zurück aus der Sommerpause. Ich war drei Wochen auf Sardinien campen und einige Tage in Rom - und muss noch all die neuen]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Sommeredition mit Buchverlosung &quot;Toxin&quot;</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/944726da-d7fe-46e0-9cfa-d79b581e7b3c/uploads/images/heaxhugpfr/Sardinien_bearbeitet.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Liebe Freunde und Freundinnen des Mikrobenzirkus,</p><p>ich melde mich zurück aus der Sommerpause. Ich war drei Wochen auf Sardinien campen und einige Tage in Rom - und muss noch all die neuen Eindrücke für mich sortieren. <br/>Ende Juli mitten im Urlaub kam ja auch noch unser neuer Science-Thriller &quot;Toxin&quot; heraus, den ich mit meiner Autorenkollegin Kathrin Lange geschrieben habe. Ein ziemlich wilder Sommer also...und ein paar Highlights möchte ich gern mit euch teilen. <br/>Und ja, richtig gelesen - für Abonnenten des Newsletters verlose ich hier zwei signierte Exemplare von &quot;Toxin&quot; und damit starte ich auch gleich.</p><p><strong>Buchstart Science-Thriller „TOXIN“ und Blogtour</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/944726da-d7fe-46e0-9cfa-d79b581e7b3c/uploads/images/yk6lcdilpo/Espresso.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Eine Blogtour von dem wunderschönen Eco-Camping-Platz in Porto Sosalinos mit sehr sporadischem Internetzugang zu betreuen - das ist schon eine ganz besondere Herausforderung ;-). Ich sage nur, ganz früh am Morgen mit genug &#39;espresso&#39; an der Bar unter Pinien - und ganz nah am Wlan-Hotspot ;-) zu sitzen hilft... :-)<br/>Alle zehn Beiträge unserer wunderbaren Blogger:innen mit vielen Hintergrundinformationen zu unserem Schreiben &amp; Zusammenarbeit, zu den Orten, Figuren und zu Anthrax findet ihr hier nochmal zusammengestellt unter diesem <a href="https://susanne-thiele.de/links/">Link</a>. <br/>Einen sehr lesenswerten Essay zum Thema <strong>&quot;Was können Klimathriller heute erreichen?&quot;</strong> von Johanna Thiele, Masterstudentin Europäische Medienwissenschaften, verlinke ich euch hier <a href="https://susanne-thiele.de/2023/07/22/helfen-uns-klimathriller-weiter-loesungsorientierte-climate-fiction-vs-endzeitschimmel/">direkt</a>.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/944726da-d7fe-46e0-9cfa-d79b581e7b3c/uploads/images/iwcgwo4v3s/Toxin_Sand.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Wie könnt ihr nun &quot;Toxin&quot; als Newsletter-Abonnent/in gewinnen? Schreibt mir einfach als Antwort auf den Newsletter mit dem Stichwort &quot;<strong>Anthrax</strong>&quot; - dann nehmt ihr an der Verlosung teil.</p><p>Im Moment geben wir Interviews, bereiten gemeinsame Lesungstermine und auch eine Videolesung für euch vor. <br/>Zum Braunschweiger<strong> Krimifestival 2023</strong> sind wir auch mit einer Autorinnen- Lesung vertreten im Haus der Wissenschaft, Braunschweig, 26.10.2023, 20 Uhr, <a href="https://krimifestival-bs.de/alibi-planer/detail?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=502&amp;cHash=02143bf69298d9be6a0bded71b227a91">Tickets bekommt ihr unter diesem Link</a>.<br/><br/><strong>Tipps für Sardinien in Kürze:</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/944726da-d7fe-46e0-9cfa-d79b581e7b3c/uploads/images/halcmwg7zx/Sardinien_Tipps.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p><strong>Anschauen: </strong>Bootsfahrt zum La Maddalena-Archipel, Grotta del Bue Marino (wunderschöne Tropfsteinhöhle, früher Heimat von Mönchsrobben, nur mit Boot), Museo Archeologico e Paleobotanico di Perfugas (tolle Pflanzenfossilien, versteinerte Wälder, neolithische Statuette &quot;Muttergöttin mit Kind&quot; (IV. Jahrtausend v. Chr.)</p><p><strong>Lesen: &quot;</strong>Accabadora&quot; und &quot;Elf Wege über die Insel&quot; von Michela Murgia, eine engagierte und kritische Stimme in der italienischen Gesellschaftspolitik gegen Frauenfeindlichkeit, Homophobie und konservative Familienpolitik. Leider viel zu früh verstorben gerade jetzt im August 2023. <br/>&quot;Die Frau im Mond&quot; von Milena Agus. Was ist schon verrückt ;-)? Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen Frau auf Sardinien, die sich mit Leib und Seele ihrem Traum verschreibt...Zum Schmunzeln ..mit etwas anderen Sexszenen nicht unbedingt ein Geschenk für die Schwiegermutter ;)!</p><p><strong>Essen</strong>: &quot;La Locanda del Mare&quot;, Valledoria, Romantisches Fischfeinschmecker-Restaurant mit toller Weinkarte, mit genialem Blick auf den Sonnenuntergang, erstklassiger und gut gelauntem Oberkellner ;-) (Reservieren ist empfohlen)</p><p><strong>Rom Tipp: Versteckter Brunnen hinter dem Trevi-Brunnen</strong></p><p>Wenn ihr euch durch die Massen vor dem Trevi-Brunnen einfach ganz vorsichtig durchschiebt, gelangt ihr ganz entspannt an die rechte Seite des imposanten Brunnens. Dort findet ihr die “<strong>Fontanella degli Innamorati”</strong>. Sie besteht aus einer einfachen rechteckigen Travertinschale, die auf einem künstlichen Felsen in einer in den Skulpturenblock gehauenen Nische positioniert ist. Das Wasser fließt aus zwei verschiedenen Ausgüssen in zwei sich treffenden Strahlen. Das ist der <a href="https://www.tourist-in-rom.com/de/brunnen-der-verliebten/">Brunnen der ewig Verliebten</a> - völlig unbeachtet von den Touristen mit schöner Geschichte.<br/></p><p><strong>Neue Projekte: &quot;Let me edutain you&quot; -Sachbuch-Schreiben</strong></p><p>Alle Sachbuch-Schreiberinnen oder zukünftigen Sachbuch-Schreiber können hier bald bei mir im Newsletter auch etwas zu diesem Thema lesen. Ich plaudere aus meiner Sachbuch-Werkstatt...und werde auch ein Community-Treffen anbieten für Interessierte per Zoom zum Austauschen. Stellt mir sehr gern eure Fragen, die ihr vielleicht schon dazu habt...</p><p><strong>Zum Abschluss wird es doch noch etwas mikrobiologisch:  </strong></p><p>Hier ein <a href="https://mikrobenzirkus.com/2017/08/25/fermentierte-kirschtomaten-prickelnder-sommergenuss-im-glas/">sommerlicher Fermentier-Tipp für Tomaten</a>, falls ihr auch gerade so eine Schwemme im Garten habt, wie ich.</p><p>Probiert es mal aus! Ist sehr, sehr lecker!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/944726da-d7fe-46e0-9cfa-d79b581e7b3c/uploads/images/hop53amshh/Kirschtomatem_1.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Das war es erstmal von mir. Ich wünsche euch einen schönen August.</p><p>Hinterlasst mir sehr gern einen Kommentar. Ich freue mich immer über Feedback von euch.</p><p>PS: Wenn der Newsletter euch zusagt, empfehlt ihn sehr gerne weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung (Öffnet in neuem Fenster)</a>.</p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p>Susanne</p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Tue, 15 Aug 2023 16:58:30 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Microbelix - Suche nach Bodenbakterien zum Mitforschen]]></title>
      <description><![CDATA[Mit einem ganz spannendes Citizen-Science-Projekt möchte ich von euch in die Sommerpause verabschieden: Microbelix ist der sympathische Name – und ja die Assoziation mit…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Mit einem ganz spannendes Citizen-Science-Projekt möchte ich von euch in die Sommerpause verabschieden: <br/><strong>Microbelix</strong> ist der sympathische Name – und ja die Assoziation mit den beiden berühmten Comic-Figuren kommt nicht von ungefähr. Denn auch hier werden clevere und findige Bürgerinnen und Bürger gesucht, die sich auf die Suche nach Bodenbakterien begeben und vielleicht den tollen Wirkstoff für ein neues Antibiotikum finden.</p><a href="https://mikrobenzirkus.com/?attachment_id=6801"><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fi2.wp.com%2Fmikrobenzirkus.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F07%2FMIcrobelix.jpg%3Fssl%3D1?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=081862737dbf59832ec4bfa476679b10" alt=""/></a><a href="https://mikrobenzirkus.com/?attachment_id=6798"><img src="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fi2.wp.com%2Fmikrobenzirkus.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F07%2FShutterstock_2321439321-1024x1024.jpg%3Fssl%3D1?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp&amp;s=875e89e7fcf0e63b78fb61428db37843" alt=""/></a><p><strong>Hier etwas mehr Information zum Projekt für euch:</strong></p><p>Die Themen Naturschutz und Antibiotika haben auf den ersten Blick nur wenig gemeinsam. Dass es hier dennoch große Überschneidungen gibt, zeigt diese neues Kooperationsprojekt zwischen dem Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) und der Naturlandstiftung Saar (NLS). In besonders artenreichen Lebensräumen soll gezielt nach Bodenbakterien gesucht werden, die neue Ausgangsstoffe für die Antibiotikaentwicklung produzieren.</p><p><strong>Das Besondere daran:</strong> Die Suche nach den Bakterien findet im Rahmen einer Citizen Science-Kampagne statt, bei der interessierte Bürger:innen direkt in den wissenschaftlichen Prozess involviert werden und gleichzeitig wertvolle Informationen zur lokalen Biodiversität erhalten. Das HIPS ist ein Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), an dem ich auch Pressesprecherin bin, in Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes.</p><p><strong>Um neue Wirkstoffe für die Behandlung</strong> von Infektionserkrankungen zu finden, nehmen Forschende des HIPS Bodenbakterien unter die Lupe, die dafür bekannt sind, Naturstoffe mit vielversprechenden pharmazeutischen Eigenschaften zu produzieren. Diese können anschließend im Labor auf ihre Wirksamkeit gegen humanpathogene Keime untersucht und so für die Entwicklung neuer Antibiotika genutzt werden.</p><p><strong>Je größer die biologische Diversität</strong> in einer Bodenprobe ist, desto größer ist die Chance, neue Bakterien und somit auch neue Wirkstoffkandidaten zu entdecken. Aus genau dieser Überlegung entstammt die Idee einer Zusammenarbeit zwischen dem HIPS und der NLS, die eigene ökologisch wertvolle Flächen besitzt und die saarländischen Naturschutzgebiete betreut.</p><p><strong>Im Projekt „Microbelix“, das sich aktuell</strong> in der Vorbereitungsphase befindet, sollen sich Bürgerwissenschaftlern (engl. Citizen Scientists) im Rahmen geführter Wanderungen, oder auf eigene Faust, auf die Suche nach Orten machen, an denen sie eine besonders hohe biologische Diversität vermuten. Dort sammeln sie einige Löffel Erde und schicken diese direkt zum HIPS. Im Labor werden die Proben mittels Metagenom-Analyse „durchleuchtet“.</p><p><strong>Diese Technologie ermöglicht es,</strong> in nur kurzer Zeit einen tiefen Einblick in die Biodiversität jeder einzelnen Bodenprobe zu erhalten. Dieses Wissen erlaubt es den Wissenschaftler:innen zu sehen, in welchen Proben sich besonders interessante Bakterien verstecken. Gleichzeitig sind die gesammelten Informationen von großer Bedeutung für die Aktivitäten der NLS: Untersucht wird, wie Diversität von Mikroorganismen mit der von höheren Tieren und Pflanzen zusammenhängt. Möglicherweise können die Daten sogar Aussagen über die Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf den Lebensraum Boden ermöglichen – auch das soll im Projekt überprüft werden.</p><p><strong>Um das Sammeln der Proben zu standardisieren</strong> und eine hohe Probenqualität zu gewährleisten, haben HIPS und NLS „Probensammelkits“ entwickelt, die den Citizen Scientists alles bieten, was sie für die Probennahme benötigen. Zusätzlich erhalten die Teilnehmenden wertvolle Informationen rund um die Themen Naturschutz, Antibiotika und Antibiotikaresistenzen. Neben einfachen Bodenproben sollen die Citizen Scientists auch dazu ermutigt werden, eigene „Bakterienfallen“ zu entwickeln und zu testen. Bei Microbelix handelt es sich um die Weiterentwicklung des Projektes „Die Mikrobielle Schatzkiste“, mit der das HIPS bereits 2022 auf dem Ausstellungs- und Wissenschaftsschiff „MS Wissenschaft“ unterwegs war.</p><p><strong>Der konkrete Anlass für die Zusammenarbei</strong>t zwischen HIPS und NLS ist der Wettbewerb „Auf die Plätze! Citizen Science in deiner Stadt“, der von Wissenschaft im Dialog und dem Museum für Naturkunde Berlin in enger Zusammenarbeit mit der Citizen-Science-Plattform Bürger schaffen Wissen umgesetzt wird. Gefördert wird das Verbundprojekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Mit seinem Projektantrag konnte das Team sich bereits einen Platz unter den besten zehn Projekten sichern.<br/>Ab dem 21. Juni beginnt eine einmonatige Abstimmungsphase, in der die Öffentlichkeit unter <a href="http://www.citizenscience-wettbewerb.de/"><strong>www.citizenscience-wettbewerb.de</strong></a> über die einzelnen Projekte abstimmen kann. Die Publikumspunkte fließen mit 20 Prozent in die Jury-Wertung ein. Die Gewinner des Wettbewerbs erhalten 50.000 Euro für die Umsetzung ihres Konzeptes. <strong>Da könnt ihr auch noch mitmachen!</strong></p><p><strong>Ein wichtiges Puzzleteil des Wettbewerbsprojekts</strong> wird die Entwicklung der <strong>„Microbelix App“</strong> sein, mit deren Hilfe die Citizen Scientists die Probennahme dokumentieren und sich mit den Forschenden und anderen Projektteilnehmenden vernetzen können. Die App ermöglicht außerdem die beschleunigte digitale Kommunikation von Ergebnissen aus dem Labor.</p><p>Auf dem Projektportal<a href="http://www.microbelix.de/"> www.microbelix.de</a> erhalten Interessierte alle Informationen für die Teilnahme und Einblicke in den Fortschritt des Projektes. Dort können auch die <strong>Probensammelkits </strong>angefordert werden.</p><p>Also dann mal ran an die Löffel – also in den Probenkits und mitforschen !</p><p>Dann habt einen schönen Sommer und erholt euch gut ! Wir lesen uns dann im August wieder!</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/ad00fb32-034a-4ec1-9e59-2b05668bec21/uploads/images/yzrbmuu7rn/IMG_0640.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p></p><p>Und wer nicht genug bekommen kann, der kann auf meinem <a href="https://www.instagram.com/susanne.thiele.autorin/">Instagram-account </a>@susanne.thiele.autorin die Blogtour zum neuen Wissenschaftsthriller &quot;TOXIN&quot; (<a href="https://www.lange-thiele.de/">Link zur neuen Webseite</a>) mitverfolgen, bei dem es um alte Erreger aus dem tauenden Permafrost und die Klimawandelthematik geht. Kathrin Lange und ich haben ganz spannende Interviews mit den Blogger und Bloggerinnen geführt.</p><p>Mikrobiologische Grüße</p><p>Eure</p><p>Susanne Thiele</p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets-proxy.steadyhq.com/https%3A%2F%2Fi2.wp.com%2Fmikrobenzirkus.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F07%2FMIcrobelix.jpg%3Fssl%3D1?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces&amp;s=9eb84db982d00ed13617d2435ebaad33" medium="image"/>
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      <pubDate>Fri, 14 Jul 2023 09:51:13 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Buchstart Ökothriller "TOXIN" zu Erregern aus dem Permafrost]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Leserinnen und Leser, der Juni war geprägt von den Vorbereitungen zum Buchstart unseres Klima-Thrillers "TOXIN" am 28.7. 2023,…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Buchstart Ökothriller &quot;TOXIN&quot; über Erreger aus dem Eis</h1><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c0f9500e-bbda-4ccc-865e-be12d0b7c920/uploads/images/u2rv2r33eg/Drucktaugliches%20Cover_TOXIN.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Liebe Leserinnen und Leser,</p><p>der Juni war geprägt von den letzten Vorbereitungen zum Buchstart meines Öko/Klima-Thrillers &quot;TOXIN&quot; am 28.7. 2023, den ich seit 2021 gemeinsam mit meiner lieben Autorenkollegin Kathrin Lange geschrieben habe. Es geht natürlich auch um Mikrobiologie. Diesmal um alte und neue Erreger aus dem auftauenden Permafrost. Es ist übrigens der zweite Teil einer Reihe um die Wissenschaftsjournalistin Nina Falkenberg und ihren Partner im Ermittler-Duo Tom Morell, einem Foodhunter und Abenteurer. Das erste Buch &quot;PROBE 12&quot; drehte sich um eine spannende Jagd nach einem Heilmittel gegen multiresistente Keime mit spannenden Einblicken in die fast vergessene alte Therapie mit Bacteriophagen, die in Weissrussland aus Mangel an Antibiotika eine lange und erfolgreiche Tradition hat.</p><h2>Worum geht es bei TOXIN?</h2><h3><strong>Was, wenn eine jahrhundertealte Seuche aus der Arktis zurückkehrt?</strong></h3><p>Als in Berlin Obdachlose an Milzbrand sterben, ist Wissenschaftsjournalistin Nina Falkenberg alarmiert. Die Fälle erinnern an ein Ereignis in Alaska vor 10 Jahren, als das Auftauen des Permafrostbodens einen tödlichen Erreger freisetzte. Ebenfalls in Alaska verschwindet Ninas Freund, der Milzbrand-Forscher Gereon Kirchner. Nina bittet ihren Bekannten Tom Morell, dorthin zu reisen und herauszufinden, was passiert ist. Schon kurz nach Toms Ankunft taucht in einem Eistunnel eine Frauenleiche auf. Ist Gereon schuld an ihrem Tod? Hat er gar mit dem qualvollen Tod der Obdachlosen in Berlin zu tun? Während Tom und Nina versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen, müssen sie begreifen, dass sie gegen einen sehr viel mächtigeren Gegner kämpfen, als sie dachten …</p><p>Etwas mehr Infos zum Buch findet ihr hier:</p><p><a href="https://susanne-thiele.de/wp-content/uploads/2023/05/PT_Toxin_Luebbe-Belletristik-2.pdf">Pressetext</a> und <a href="https://susanne-thiele.de/toxin/">Autorenseite</a></p><p>Bastei-Lübbe hat mit Kathrin und mir auch schon eine spannendes Interview dazu geführt:</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c0f9500e-bbda-4ccc-865e-be12d0b7c920/uploads/images/5xd7huzi3n/Kathrin%20Lange_Susanne%20Thiele-005cOlivier%20Favre.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Interview<br/><br/><strong>„Viren und Bakterien werden entweder zu Heilmitteln oder zu Kampfstoffen“ | 27.06.2023</strong></p><p><strong>Liebe Frau Lange, liebe Frau Thiele, nach </strong><a href="https://www.luebbe.de/luebbe-belletristik/buecher/thriller/probe-12/id_8016086"><strong>„Probe 12“</strong></a><strong> erscheint nun mit </strong><a href="https://www.luebbe.de/luebbe-belletristik/buecher/thriller/toxin/id_9117903"><strong>„Toxin“</strong></a><strong> ihr zweiter gemeinsamer Thriller. Könnten Sie uns kurz beschreiben, worum es darin geht?</strong></p><p><strong>Susanne Thiele:</strong> Es geht um tote Obdachlose in Berlin, die an einem gefährlichen Milzband-Erreger, auch Anthrax genannt, sterben. Parallel verschwindet in einem Permafrosttunnel in Alaska, einem wichtigen Klimaforschungsprojekt, Nina Falkenbergs neuer Freund Gereon Kirchner. Er ist Arzt und Forscher und arbeitet an einem hochinnovativen neuen Krebsmittel – das Anthrax als Basis hat und sich eine besondere Eigenheit des Milzbranderregers <em>Bacillus anthracis </em>zu Nutze macht: Dieser dringt gezielt in menschliche Zellen ein und verteilt dort giftige Proteine.</p><p><strong>Kathrin:</strong> Nina, die versucht, den Berliner Ermittlern des Robert Koch-Instituts bei der Aufklärung der Todesfälle zu helfen, bittet Tom Morell um Unterstützung. Er befindet sich zufällig gerade in Kanada, und er reist sofort nach Alaska. Dort wird er nicht nur mit den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert, die heute schon sichtbar sind, sondern er stellt fest, dass es im Permafrosttunnel eine Explosion gegeben hat und man Gereon für den Verursacher hält. Und dann wird im Tunnel auch noch eine Frauenleiche gefunden.</p><p><strong>Wie sind Sie auf die Idee zu diesem Roman gekommen?</strong></p><p><strong>Susanne Thiele:</strong> Wir haben uns ja mit <a href="https://www.luebbe.de/luebbe-belletristik/buecher/thriller/probe-12/id_8016086">„Probe 12“</a>, unserem ersten gemeinsamen Science-Thriller, ebenfalls mit gefährlichen multiresistenten Bakterien beschäftigt und haben dort beim Schreiben relativ schnell gemerkt, dass der Roman im Grunde auch von der aktuellen Pandemie erzählt. Da lag es nahe, mit <a href="https://www.luebbe.de/luebbe-belletristik/buecher/thriller/toxin/id_9117903">„Toxin“</a> einen anderen Aspekt der derzeit ablaufenden sogenannten „Triple-Krise“ in den Fokus zu nehmen, nämlich den Klimawandel und das Auftauchen neuer Erreger als reale Gefahr.</p><p><strong>Kathrin Lange:</strong> Wir hatten für<a href="https://www.luebbe.de/luebbe-belletristik/buecher/thriller/probe-12/id_8016086"> „Probe 12“</a> bereits ein paar Informationen darüber gesammelt, was der Welt droht, wenn der Permafrostboden auf der Nordhalbkugel unseres Planeten auftaut. Als Susanne dann bei der Recherche auf diese besondere Krebstherapie stieß, deren Basis der Milzbrand-Erreger ist, war die Idee zu <a href="https://www.luebbe.de/luebbe-belletristik/buecher/thriller/toxin/id_9117903">„Toxin“</a> schnell gefunden.</p><p><strong>Sie beide widmen das Buch Ihren „Kindern und allen zukünftigen Generationen“. Was möchten Sie mit Ihrem Thriller erreichen?</strong></p><p><strong>Kathrin Lange</strong>: Wir sind nicht so naiv, zu denken, dass wir mit unserem Schreiben wesentliche Veränderungen der Gesellschaft oder gar in der Politik anstoßen können. Hat das überhaupt jemals geklappt? Selbst bei Onkel Tom’s Hütte, das ja oft als leuchtendes Beispiel für einen solchen weltverändernden Roman herhalten muss, scheint die Wirkung ja eher in der Rückschau sichtbar geworden zu sein.</p><p><strong>Susanne Thiele:</strong> Aber was wir bei <a href="https://www.luebbe.de/luebbe-belletristik/buecher/thriller/probe-12/id_8016086">„Probe 12“</a> gemerkt haben, ist, dass wir unsere Leserinnen und Leser sehr wohl damit konfrontieren können, dass sie – verpackt in eine richtig spannende Thrillerhandlung – von unseren Themen selbst betroffen sind. In unseren Geschichten steckt immer ein wahrer wissenschaftlicher Kern, den man aus den Medien vielleicht aufgeschnappt hat und über den man beiläufig viel Wissenswertes erfährt. Edutainment nennen wir das. Vor allem aber geht es uns darum, keine Endzeit-Geschichte zu erzählen und Panik zu verbreiten. Gerade in <a href="https://www.luebbe.de/luebbe-belletristik/buecher/thriller/toxin/id_9117903">„Toxin“</a> haben wir Figuren, die deutlich machen, dass jede und jeder von etwas gegen den Klimawandel tun kann.</p><p><strong>Kathrin Lange:</strong> Und muss. Aus diesem Grund ist auch <a href="https://www.luebbe.de/luebbe-belletristik/buecher/thriller/toxin/id_9117903">„Toxin“</a> kein von diesen „Es-geht-mal-wieder-um-die-gesamte-Welt“-Thrillern geworden, sondern erzählt die Geschichte von einzelnen Figuren. Mit denen man sich dann (hoffentlich) besonders gut identifizieren kann.</p><p>Das ganze Interview könnt ihr <a href="https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/autoren/susanne-thiele/id_8708158">hier nachlesen</a>:</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>BLOGTOUR &quot;TOXIN&quot;</strong></p><p>Und zu guter Letzt möchte ich noch auf unsere Blogtour zu &quot;TOXIN&quot; hinweisen, die ihr über meinen Instagram-Kanal susanne.thiele.autorin oder auch später auf meiner <a href="https://susanne-thiele.de/">Webseite </a>verfolgen könnt. <br/>Jeden Tag vom 19.7. bis 28.7. werden Kathrin Lange und ich im Autorinnen-Interview mit neun Bloggerinnen und Bloggern über viele Hintergründe zum Buch sprechen: zu unserer Zusammenarbeit, zur Ideenfindung zum Buch, zu den Handlungsorten, zu den Figuren und zum wissenschaftlichen Hintergrund des Buches und dem viel diskutierten Problem der Dual Use Forschung bei Erregern. Ich freue mich sehr auf diesen spannenden Austausch. Ein Platz in der Tour ist auch noch zu vergeben - zu den Handlungsorten Fairbanks in Alaska und Berlin. Gern weitersagen :-).</p><hr aria-hidden="true"/><p>Noch ein mikrobiologischer Getränketipp für die heißen Tage im Juli für euch :-).</p><p><a href="https://mikrobenzirkus.com/2019/07/26/ginger-beer-selber-machen/">Gingerbeer selber machen</a></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c0f9500e-bbda-4ccc-865e-be12d0b7c920/uploads/images/bxjx3z7ljo/GInger_beer_shutterstock_215313415.webp?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Viel Spaß beim Ausprobieren und kommt gut durch den Sommer...</p><p>Viele Grüße</p><p>Eure Susanne</p><p></p><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Sun, 02 Jul 2023 04:50:10 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mythos: Gute Mikroben, schlechte Mikroben ?]]></title>
      <description><![CDATA[Liebe Leserinnen und Leser, der Juni ist fast rum und es wird wieder Zeit für etwas Wissensinput für euch, liebe Mikrobenzirkus-Freunde. Ich hoffe, dass ihr alle gesund…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a74e992-bea9-4537-9927-ed698dd4609e/uploads/images/qeiwse3uqs/Baby_Mikrobiom_shutterstock_1848324070.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Wir erwerben unser erstes Mikrobiom schon als Baby. (Quelle Shutterstock)"/><p>Liebe Leserinnen und Leser,</p><p>der Juni ist halb rum und es wird wieder Zeit für etwas Wissensinput für euch, liebe Mikrobenzirkus-Freunde. Ich hoffe, dass ihr alle gesund und munter seid bei diesem schönen Sommerwetter. Mich triezt gerade eine kleine Sommererkältung, die ich mir oft einfange, wenn mein Mann die Klimaanlage beim Auto zu hochdreht. Steifer Nacken und tropfende Nase. Und da sind wir schon beim Thema…<br/><br/>Wenn wir an Mikroorganismen denken fallen uns meist zuerst die unangenehmen Krankheitserreger ein: Viren, die uns Husten oder Schnupfen bescheren, oder Bakterien wie Salmonellen, die uns womöglich ein Bachgrummeln hinterlassen, wenn wir sie mit einem Eis gegessen haben.</p><p>Dabei spielen alle Mikroben, die in uns, auf uns oder um uns herum leben immer mindestens eine von drei komplexen Rollen für unsere Gesundheit. Sie sind Freunde, können manchmal Feinde sein oder einfach neutrale „Kommensalen“, ein aus dem Lateinischen abgeleiteter Begriff für „Tischgenosse“, und produzieren keinen weiteren Ärger.</p><p>Unsere freundlichen Mikroben bilden mit uns eine sogenannte „Symbiose“ – eine Wechselbeziehung zum beiderseitigen Vorteil. Viele dieser kleinen „Symbionten“ arbeiten für uns ganz selbstverständlich mit unserem Körper zusammen: im Immunsystem, in unserer Verdauung oder sogar mit unserer Psyche. Dabei haben es sich die freundlichen Mikroben keineswegs zur Lebensaufgabe gemacht, unsere Existenz und unser Wohlbefinden zu verbessern. Sie haben sich einfach über die Jahrmillionen des menschlichen Lebens an uns angepasst und wir an sie.</p><p>Im Gegensatz zum ungeheuer schlechten Image der Krankheitserreger – auch „Pathogene“ genannt – sind nur sehr wenige Mikroben wirklich unserer Feinde. Weniger als 0,1 Prozent der mikrobiellen Arten auf der Erde können überhaupt Infektionen beim Menschen auslösen. Sie machen uns auch nicht immer und aus Prinzip krank. Aber sie sind in der Lage, größere Probleme zu verursachen, wenn sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.</p><p>Die am weitesten verbreiteten Mikroben sind die Kommensalen – die harmlosen „Tischgenossen“ oder „Zuschauer“. Sie leben in unserer Umwelt und gelangen über unser Essen oder die Luft in unseren Körper und den Darm. Meist sind sie auf unserer Haut, den Schleimhäuten oder auch in den Atemwegen anzutreffen und besetzen wahrscheinlich einfach die besten Plätze, an denen sich sonst womöglich ein Krankheitserreger niederlassen würde. Daran wird noch viel geforscht. <br/>Diese Bakterien sind unserer treuesten Begleiter. Nicht <em>Homo sapiens</em>, sondern <em>Homo sapiens</em> plus Mikrobe“ ist die Einheit der Evolution. Erst in den letzten 15 bis 20 Jahren haben die Wissenschaftler: innen erkannt, welches komplexe Ökosystem der menschliche Körper eigentlich darstellt. Er ist ein Lebensraum, ein „Holobiont“, ein „soziales Netzwerk“ mit Billionen von Bakterien und anderen Mikroorganismen. Unser Mikrobiom, diese vielfältige Gemeinschaft von Mikroorganismen mit alle ihren Genen, leistet wichtige Hilfestellungen bei der Gesunderhaltung unserer Körpervorgänge, von der Verdauung bis zur Immunabwehr. Die Forschenden entdecken erst allmählich die vielen positiven Auswirkungen dieser Organismen. Mit unserer Autarkie, der angeblichen Unabhängigkeit des Menschen, ist es also nicht weit her!</p><p>Jeder Mensch beherbergt in seinem Körper dieses komplexe Mikrobiom – wenn auch nicht gleich von Anfang an. Wir erwerben unsere ganz persönlichen Kommensalen aus der Umwelt. Da die gesunde Gebärmutter fast keimfrei ist, startet der Fötus noch in ein steriles Dasein als Einzelwesen. Keine Zeit ist dabei so wichtig wie unsere frühe Kindheit. Wir erhalten unser Mikrobiom bei einer natürlichen Geburt von unseren Müttern und später durch das Stillen. Das hat die Natur so eingerichtet, um die Babys mit dem passenden Mix für die erste Lebenszeit auszurüsten. Durch den Kontakt zu Eltern, Geschwistern, Großeltern und Freunden und sogar zu Alltagsgegenständen, wie Bettlaken, Decken oder zu Haustieren siedelt sich mit der Zeit ein immer breiteres Spektrum an Mikroben an.</p><p>Von der Geburt bis zum Alter von drei Jahren verändert sich das Kinder-Mikrobiom besonders im Darm noch sehr stark. Es fängt täglich all die Mikroorganismen ein, die es bekommen kann. Bei kleinen Kindern reagiert deshalb das Gleichgewicht des mikrobiellen Systems noch sehr empfindlich, und störende Einflüsse können sich schnell negativ auswirken, wie z.B. Hygieneartikel. Kosmetikprodukte oder Medikamente. – all dies greift massiv in die mikrobielle Besiedelung ein.</p><p>Im Alter von drei Jahren erreicht das Kleinkindmikrobiom einen den Erwachsenen ähnlichen Status. Es ist stabiler und balanciert Veränderungen besser aus. Alle mikrobiellen Player sind vorhanden und haben die Herrschaft in den feuchten und trockenen Nischen des Kinderkörpers übernommen. Gegen Ende der Kindheit unterhält unser Körper eines der komplexesten mikrobiellen Ökosysteme der Erde.</p><p>Auch im Erwachsenenalter reagiert unser Mikrobiom noch auf äußere Einflüsse. Die Nahrung, die wir essen, begünstigt gewissen Bakterien, die sich in unserem Darm vermehren. Wenn ihr zum Beispiel Vegetarier seid, weist ihr mit der Zeit eine andere Darmflora auf als Leute, die Fleisch essen. Das Gegenteil funktioniert aber auch. Unsere Bakterien übermitteln uns über Botenstoffe an die Nervenzellen, worauf sie gerade Lust hätten, was im Gehirn als Heißhunger oder Appetit auf bestimmte Speisen wahrgenommen wird.</p><p>Unser Mikrobiom ist also das Genom, das wir jeden Tag ändern können, während das menschliche Genom fest fixiert ist für unser ganzes Leben. Die Gene des Mikrobioms verändern sich als Antwort auf unsere Nahrung, unsere Hygiene, die Medikamente, die wir einnehmen – und damit verändert sich logischerweise auch unsere Gesundheit. Wir uns unsere Mikroben verhalten sich dabei wie kommunizierende Gefäße.</p><p>Wie in jedem anderen Ökosystem der Erde ist eine Umgebung nur gesund, wenn darin mehr freundliche Arten als Feinde vertreten sind. Je mehr freundliche Symbionten wir also in unserem Umfeld haben, desto besser für unsere Gesundheit. Steigt die Anzahl der Krankheitserreger, dann droht Ärger. Wie meist in der Biologie ist auch hier nicht alles schlicht schwarz oder weiß, gut oder böse.</p><p>Denn auch unsere mikrobiellen Freunde können manchmal zu Feinden werden, denn sie verfolgen immer ihre ganz eigene Strategie. Normal sind sie glücklich mit uns und ganz pflegeleichte Untermieter – aber in schwierigen Zeiten werden sie etwas widerspenstiger und können sogar mehr Probleme verursachen als unsere natürlichen Feinde. Daher ist es immer die beste Option, nicht zu viele Freunde zu haben, sondern eher eine gesunde Population von friedlichen Kommensalen. Sie tun uns nichts Gutes, aber sie machen auch wenigstens kein Theater! Sie besetzen einfach Plätze, an denen sich sonst Mikroben niederlassen würden, die für uns vielleicht nicht so angenehm unproblematisch wären.</p><p></p><p><strong>Wie versprochen gibt es auch erste Tipps für euch und euer gesundes Mikrobiom</strong></p><p></p><p><strong>Tipp 1: Esst mehr gute Bakterien!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a74e992-bea9-4537-9927-ed698dd4609e/uploads/images/orsavjxyab/IMG_2608.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt=""/><p>Esst ausreichend und regelmäßig Lebensmittel (Probiotika), die die Artenvielfalt im Darm erhöhen. Die probiotischen Darmmikroben werden in unserem Verdauungstrakt meistens nicht dauerhaft heimisch. Wirkungsvoll sind sie aber dennoch, wenn sie regelmäßig gegessen werden.<br/>Die besten Quellen für gute Bakterien, die unsere Verdauung unterstützen sind: Joghurt, Kefir, Kombucha, Miso, Tempeh, Sauerkraut oder Kimchi und natürlich auch Brot aus Sauerteig.</p><p>Versucht außerdem mal selbst <strong>frisches Gemüse</strong> zu fermentieren! Es ist wirklich unglaublich einfach.</p><p>Die Rezepte findet ihr in meinem Mikrobenzirkus-<a href="http://mikrobenzirkus.com/gesunde-rezepte/">Blog</a>. Ich empfehle euch als Anfänger:innen das <a href="http://mikrobenzirkus.com/2017/11/19/zahtarkraut-sauerkraut-mal-anders/">Sauerkraut</a> oder die fermentierten <a href="http://mikrobenzirkus.com/2017/08/13/gewuerzmoehren-fermentieren-anfaengerrezept/">Gewürzmöhren</a>.</p><p><strong>Tipp 2: Wascht euch regelmäßig die Hände und fasst euch nicht ins Gesicht!</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a74e992-bea9-4537-9927-ed698dd4609e/uploads/images/e7z5vzr4tf/3_Mikrobenselfie.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Illustration Isabell Klett im Sachbuch &quot;Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke&quot; von Susanne Thiele, HEYNE"/><p>Viele Infektionskrankheiten werden über die Hände übertragen. Dazu gehören beispielsweise Erkrankungen wie Erkältungen, die <a href="https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/grippe-influenza/">Grippe</a> oder ansteckende <a href="https://www.infektionsschutz.de/infektionskrankheiten/krankheitsbilder/magen-darm-infektionen/">Magen-Darm-Infektionen</a>. Händewaschen ist eine einfache und wirksame Maßnahme, die vor einer Ansteckung schützen kann. Hier gilt gründlich waschen und insbesondere die Handrücken und Zwischenfingerbereiche, Fingerkuppen und Nägel. Sonst werden die Erreger leicht über unsere Schleimhäute in Nase, Mund und Augen übertragen.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Die aktuelle mikrobiologischen Schlagzeilen, die mich aufhorchen lassen:</p><p><a href="https://www.mdr.de/wissen/mehr-gene-als-gedacht-machen-bakterien-resistent-gegen-antibiotika100.html">Mehr Gene als gedacht machen Bakterien resistent gegen Antibiotika</a></p><p>(MDR)</p><p>Viren als Medizin im aktuellen Spiegel: <a href="https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/multiresistente-keime-wie-viren-patienten-mit-infektionen-retten-koennen-a-cd806c1b-8b41-4c3e-86fe-32d6a9d3fd03">Bakterienfressen heilen Infektionskrankheiten</a><br/><br/>Zum Thema der antibiotika-resistenten Bakterien hatte ich viel recherchiert und mit Kathrin Lange gemeinsam den <strong>Medizin-Thriller „Probe 12“ </strong>veröffentlicht in dem es auch um Phagentherapie geht - eine innovative Methode gegen diese Keime. <a href="https://susanne-thiele.de/unterseite-probe-12/">Link zum Buch</a></p><p>Ich wünsche euch einen schönen Juni und wir lesen uns wieder zum Monatsende.</p><p><strong>Im nächsten Newsletter geht es um Mikrobenjäger in der Geschichte und woher eigentlich unsere Angst vor Keimen herrührt. Und natürlich gibt es wieder mein Schreib-Update und Tipps zu meinen Leseempfehlungen etc.</strong></p><p>Hinterlasst mir sehr gern einen Kommentar, über welche Themen ihr hier mehr lesen möchtet. Ich bin gespannt!</p><p>PS: Ich freue mich, wenn euch dieser Newsletter zusagt. Empfehlt ihn sehr gerne weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung (Öffnet in neuem Fenster)</a>.</p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p>Susanne</p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
      <media:content type="image/jpeg" url="https://assets.steadyhq.com/production/post/3a74e992-bea9-4537-9927-ed698dd4609e/uploads/images/qeiwse3uqs/Baby_Mikrobiom_shutterstock_1848324070.jpg?auto=format&amp;h=787&amp;w=1400&amp;fit=fill&amp;fm=jpg&amp;crop=faces" medium="image"/>
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      <pubDate>Mon, 19 Jun 2023 15:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Running Microbe]]></title>
      <description><![CDATA[Der Mai ist auch schon wieder vorbei.  Ich komme gerade von meinem ersten von drei Läufen in dieser Woche...]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freunde &amp; Freundinnen des Mikrobenzirkus,</p><p>ich hoffe, es geht euch gut. Ein kleiner Mai-Rückblick von mir. Draußen ist es sonnig und die Temperaturen klettern zusehends höher. Ich komme gerade von meinem ersten von drei Läufen in dieser Woche. Ja wirklich – vor drei Wochen habe ich wieder angefangen zu joggen – immer durch die gelben Rapsfelder. Aber so sportlich und locker wie sich das anhört, war es leider nicht. Mein Ziel war es, wieder 5 Kilometer locker durchzulaufen. Von 0 auf 5 Kilometer in 8 Wochen mit Trainingsplan. <br/>Das ist nun schon mein zweiter Anlauf mit dem Laufprogramm – es kam im April immer etwas dazwischen. Termine im Job, das Wetter, abendliche Seminare, Netflix-Serien und mein Schweinehund oder leider auch schlimme gesundheitliche Notfälle bei den Eltern. <br/>Aber diesmal halte ich durch…</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c17f77e3-d75e-4302-b870-8fceb1f85f17/uploads/images/vv7fpnagzi/IMG_3959.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Laufstart im April (S. Thiele)"/><p><br/><strong>Warum laufe ich ?<br/></strong><br/>Mein Hauptgrund: als Büroarbeiterin im Job und als Autorin sitze ich ständig vor dem Computer und muss unbedingt etwas als Ausgleich tun. Ich bin ein „früher Vogel“ und daher finde ich den Morgenlauf an vollen und stressigen Tagen richtig klasse. Dann habe ich es abgehakt. Aber auch der Abendlauf zur Entspannung im Sonnenuntergang hat für mich seinen Reiz – gern mit einem Podcast auf den Ohren. <br/>Nicole Staudingers Buch „Läuft schon“ war eine humorvolle Motivationsspritze für mich, um überhaupt wieder anzufangen. Sie kennt aus eigener Erfahrung alle meine Ausreden und meinen Schweinehund anscheinend persönlich :-). Empfehlen kann ich auch Thorsten Pretzsch vom <a href="http://www.ausdauerclub.de/">www.ausdauerclub.de</a> , der sehr effektive Laufprogramme für Laufanfänger entwickelt hat, die nicht überfordern und auch noch kostenlos mit einer netten FB-Community angeboten werden. <br/><br/>Es gibt also viele Gründe, warum wir laufen. Zum Abschalten, zum Abnehmen, für den sportlichen Ehrgeiz… Ich setze – wir sind hier schließlich im Mikrobenzirkus - noch ein paar mikrobielle gute Gründe drauf, warum wir uns sportlich betätigen sollten. <br/>Etwas Wissensinput in Kurzform für euch – es geht aber auch um ein paar Stuhlproben als kleine Trigger-Warnung ;-)…</p><p><strong>Sport verändert unser Darmmikrobiom</strong></p><p>Unser Darm steht hoch im Kurs. Seit etwa 15 Jahren wird das Darmmikrobiom erforscht: seine Fehlbesiedlung steht in engem Zusammenhang mit Fettleibigkeit, Krebs, Diabetes oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Nicht alle Zusammenhänge konnten bisher zweifelsfrei bewiesen werden.</p><p>Sicher ist aber: Die Bakterien in unserem Darm beeinflussen unsere Gesundheit. Spannend für die Forschenden ist es nun, wie sie unsere Darmflora beeinflussen können. Und hier kommt der Sport ins Spiel. Die Studien ergaben, dass sich Bewegung direkt auf die Zusammensetzung der Darmflora auswirkt.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/c17f77e3-d75e-4302-b870-8fceb1f85f17/uploads/images/kte2jefon5/anatomy-g12d2b801b_1280.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Unser Darm ist von unzähligen Mikroorganismen besiedelt. (Quelle: PixaBay)"/><p><strong>Nützliche Bakterien mögen es sportlich</strong></p><p>Dazu untersuchten Forschende der Universität Illinois zwei Gruppe von Versuchsmäusen: eine sportliche Trainingsgruppe, die Zugang zu einem Laufrad hatten und eine „Sportmuffelgruppe“ ohne Sportgerät. Nach sechswöchiger Beobachtung entnahmen die Wissenschaftler Jacob Allen und Jeffrey Woods Stuhlproben der Tiere beider Gruppen und implantierten diese in keimfreie Nager. Das Mikrobiom der Spendertiere zeigte je nach sportliche oder untrainierter Gruppenzugehörigkeit einige Überraschungen, die sich auch auf die Empfängermäuse übertrugen.</p><p><strong>Fazit:</strong> Die joggenden Mäuse lieferten an ihre Nagerkollegen viel mehr gute Bakterien, die kurzkettige Fettsäuren (z.B. Butyrat) produzierten. Die guten Darmbakterien siedelten sich im Darm der Empfängermäuse an und daraufhin passierten einige positive Veränderungen im Darm:</p><ol><li><p>Die kurzkettigen Fettsäuren senkten den pH-Wert im Darm und das behinderte, dass sich Krankheitserreger dort vermehren</p></li><li><p>Wenn die Fettsäuren fehlen, steht das in Zusammenhang mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen</p></li><li><p>Die Mäuse erholten sich auch schneller von Infektionen, wenn sie den transplantierten Sportlerstuhl bekommen hatten.</p></li></ol><p><br/><strong>Mehr kurzkettige Fettsäuren bei schlanken Menschen</strong></p><p>Die Hypothese wurde auch noch bei Menschen überprüft. Dazu wurden Studienteilnehmer eingeladen, die hauptsächlich sitzende Tätigkeiten ausübten. Die Probanden mussten dreimal wöchentlich ein Probetraining über sechs Wochen absolvieren und die Stuhlproben wurden untersucht.</p><p>Es konnten auch bei Menschen ähnliche Ergebnisse dokumentiert werden, die zeigen, wie wichtig mehr Bewegung für unsere Gesundheit ist.</p><ol><li><p>Die Konzentration kurzkettiger Fett, wie Butyrat erhöhte sich.</p></li><li><p>Über genetische Nachweise wurden sogar Veränderungen im Mikrobiom belegt.</p></li><li><p>Bei schlanken Personen wirkte die Bewegung besonders gut, doch sobald sie den Sport wieder aufgaben, verschwanden die positiven Effekte wieder.</p></li></ol><p></p><blockquote><p>„Dies sind die ersten Studien, die zeigen, dass Bewegung Unabhängig von der Ernährung oder anderen Faktoren Einfluss auf den Darm hat. Die Quintessenz ist, dass es deutliche Unterscheide gibt, wie das Mikrobiom von übergewichtigen oder schlanken Menschen auf Bewegung reagiert. Wir müssen noch herausfinden, warum das so ist.“ <br/>(Jeffrey Woos, Universität Illinois, 2018)</p></blockquote><p></p><p><strong>Fitter Darm, fitte Sportler</strong></p><p>Zu einem weiteren überraschenden Ergebnis kamen Mitarbeiter der Scheimans-Arbeitsgruppe der Harvard Medical School, die nach dem Boston-Marathon 2015 Stuhlproben von Läufern und Nichtläufern verglichen.</p><blockquote><p>„Was wirklich auffiel, war ein Anstieg (der Bakteriengattung) <em>Veillonella</em> unmittelbar nach dem Marathon. Generell stellten wir fest, dass der Anteil an der Bakteriengattung bei Läufern im Vergleich zu Nichtläufern höher war.“</p><p>Aleksandar Kostic, Mikrobiologie an der Harvard Medical School und Mitautor der Studie)</p></blockquote><p>Etwas Entscheidendes fehlte den Forschenden aber noch – eine Erklärung für den Befund. Und da stehen wir vor dem Problem, dass die Wechselwirkungen des Mikrobioms mit Sport noch insgesamt zu wenig erforscht sind. Von einem tieferen Verständnis würden nicht nur die Spitzensportler, sondern auch wir die breite Bevölkerung profitieren.</p><p>Eine Studie im Jahre 2017 betrachtete Unterschiede zwischen den Mikrobiomen von Amateur-und Profiradsportlern. Sie fanden heraus, dass die selbst angegebene Trainingsdauer einen Zusammenhang mit der Konzentration der Bakteriengattung <em>Prevotella</em> aufwies. Zahlreiche Medien griffen die Studie auf und schrieben zum Teil reißerische Berichte. Die Idee, dass ein Radsportler seine Leistung steigern könnte indem er bestimmte Mikroben in seinem Darm anreichert, wurde als Beginn einer neuen Ära des „Stuhl-Dopings“ interpretiert. Was natürlich Quatsch ist, zudem waren die Stichproben auch zu klein, um solch tiefgreifende Schlussfolgerungen zu ziehen.</p><p><strong><em>Veillonella</em> – die Geheimwaffe der Marathonläufer?</strong></p><p>Zumindest für die Bakteriengattung <em>Veillonella </em>bei den Marathon-Läufern von Boston zeichnet sich eine mögliche Ursache ab. Diese Mikroorgansimen verspeisen sehr gern Milchsäure oder Laktat. Dabei handelt es sich um ein Nebenprodukt der anaeroben Atmung, das bei intensivem Sport in den Muskeln entsteht. Ihr erinnert euch. der Muskelkater…</p><p>Das Stoffwechselprodukt Laktat wird bei einem Marathon im Überfluss gebildet und die Bakterien können es wunderbar zur Energiegewinnung nutzen. Das dabei von den Bakterien wiederum gebildete Propionat fördert wiederum die Musekelfunktion der Sportler. So entsteht durch die Anwesenheit von <em>Veillonella</em> also eine Feedback-Schleife, von der Sportler und Bakterien gleichermaßen profitieren.</p><blockquote><p>„Wer regelmäßig trainiert, schafft eine metabolische Nische für Laktat verwertenden Bakterien wie <em>Veillonella</em>.“<br/>(Aleksandar Kostic, Mikrobiologe Harvard Medical School)</p></blockquote><p>Ein endgültiger Beweis steht auch hier noch aus. Die Studie geht aber den entscheidenden Schritt von der Korrelation zur Kausalität…</p><p><strong>Fitness-Mikroben kaufen?</strong></p><p>Ermutigt von den Ergebnissen gründeten Scheiman und seine Kollegen das Start-up Fitbiomics. Statt der Leistung von Sportlern wollten sie nun aber die Gesundheit der allgemeinen Bevölkerung verbessern. Das ist eine schöne Idee wird aber von Experten und Expertinnen als doch komplizierter erachtet. Patentrezepte kann man nicht erwarten.</p><blockquote><p>„Es ist schön, ein experimentelles Ergebnis zu haben. Aber wenn ich für die Olympischen Spiele trainieren würde, würde ich so etwas nicht kaufen. So weit sind wir noch nicht…</p><p>Jonathan Eisen, Mikrobiologe</p></blockquote><p><strong>Fazit für uns: </strong><br/><strong><br/></strong>So lange die Forschung noch nach endgültigen Beweisen forscht, können wir schon etwas für unsere Gesundheit und einen gesunden Darm mit den richtigen Bakterien tun. Meine Turnschuhe stehen schon wieder startbereit und ich berichte euch, wenn ich als Finisherin über die 5 Kilometer-Marke zische mit <em>Veillonella</em> oder <em>Prevotella</em> an Bord :-).</p><p><a href="https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/19490976.2017.1372077">Link zur Butyrat-Studie</a></p><p><a href="https://www.nature.com/articles/d41586-021-00821-6">Scheiman-Studie</a></p><p></p><hr aria-hidden="true"/><p></p><p><strong>Für die Nichtsportler:innen unter uns noch ein paar Kulturtipps :-)…<br/><br/></strong></p><p><strong>Ich lese…</strong></p><p><a href="https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Acht-Berge/Paolo-Cognetti/Penguin/e591415.rhd">Acht Berge, Roman von Paolo Cognetti</a></p><p>Ein feiner, lebenskluger Roman, über eine Freundschaft, die mich etwas an „Narziss und Goldmund“ von Hesse erinnert. Mit ruhigen beeindruckenden Beschreibungen der Bergwelt als atemberaubender Naturkulisse und der Folgen des Massentourismus ohne Wertung. Ein stille Geschichte, die mich berührt.</p><p><br/><strong>Ich schaue…<br/><br/><em>Killing Eve (Netflix)</em></strong></p><p>Ein Katz und Maus-Spiel zwischen zwei besonders intelligenten charakterstarken Frauen, die voneinander besessen sind. Villanelle (Jodie Comer) ist eine psychopathische Attentäterin und Eva Polastri, die Agentin (Sandra Oh), die sie aufspüren soll. Ich schaue sonst selten Agententhriller- aber das ist ein Lichtblick. Queere Protagonistinnen, gutes Timing, Ausstattung zwischen Pariser Grandeur und Londoner Tristesse, sarkastische Dialoge, Sandra Oh sehe ich sowieso gern…Tipp!</p><p><br/><strong>Museumstipp…      </strong></p><p>Das <a href="https://www.groningermuseum.nl/de">Museum Groningen</a> ist ein Muss für Kunstliebhaber. Wir waren auf einem Tagestrip in der Universitätsstadt. Das vielfarbige Gebäude mit seiner modernen Architektur (Alessandra Mendini und andere) ist ein „Hingucker“ für sich und die vielseitigen oft provokanten Ausstellungen haben schon zu leidenschaftlichen Diskussionen geführt. Mir hat u.a. der „De Ploeg Salon“ sehr gefallen, Arbeiten eines 1918 gegründeten jungen und mutigen Künstlerkollektivs.</p><p></p><p><strong>Im nächsten Newsletter geht es um Tipps für ein gesundes Mikrobiom und gute Immunabwehr.</strong></p><p>Hinterlasst mir sehr gern einen Kommentar, über welche Themen ihr hier im Newsletter etwas mehr lesen möchtet. Ich bin gespannt!</p><p>PS: Ich freue mich, wenn euch dieser Newsletter zusagt. Empfehlt ihn sehr gerne weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p>Susanne</p><p></p><a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up</a>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Wed, 31 May 2023 13:46:26 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die nackte Wahrheit über mich]]></title>
      <description><![CDATA[Bevor wir in dieser Newsletter-Kolumne gemeinsam tiefer im Mikroben-Kosmos graben, möchte ich mich als euer Tour-Guide noch etwas näher vorstellen. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b3c0b345-ce93-452e-b04e-5911d588f12d/uploads/images/37ychldsmp/IMG_9650.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Foto: Verena Meier"/><p>Bevor wir in dieser Newsletter-Kolumne gemeinsam tiefer im Mikroben-Kosmos graben, möchte ich mich als euer Tour-Guide noch etwas näher vorstellen. Vertrauensbildende Maßnahmen sozusagen :-).</p><p>Also, Susanne Thiele - von Hause aus Biologin – im speziellen Mikrobiologin und für &quot;die ganz Kleinen&quot; zuständig: Viren, Bakterien, Pilze (eher die ohne Hut). <br/>Schön, dass ihr wieder hier seid! Nehmt Platz, schnappt euch eine Tasse Tee oder Kaffee und ich erzähle euch etwas darüber, wie ich zur Biologie und es überhaupt zu diesem ganzen Mikrobenzirkus kam.</p><p>Ich bin sehr naturverbunden aufgewachsen mit großem Obstgarten in einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt. Das war meine erste Experimentierwiese zum Beobachten und Hinterfragen, wie alles zusammenhängt. Daher kam ein anderes Studium als die Biologie gar nicht in Frage. Nach einigen Jahren in der Forschung wurde mir klar, dass es nicht ein Leben als Wissenschaftlerin, welches bei mir die großen Begeisterungsstürme auslöst. Deshalb schnupperte ich mit ersten Jobs in die Life-Science-Industrie ins Marketing und landete schnell in der Public Relation. Wissenschaftskommunikation – ja das war mein Thema! Komplizierte Sachverhalte verständlich erklären …und über Themen aufklären. <br/></p><p><strong>„Bakterien-Dompteurin“</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b3c0b345-ce93-452e-b04e-5911d588f12d/uploads/images/mzx5qcpwjc/Portr%C3%A4t_Mikrobendiversitaet_Thiele_Leffler_Meier.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Fotocollage: Verena Meier/Dirk Leffler"/><p>Mein Thema ist es vor allem, etwas gegen das schlechte Image von Bakterien, Viren und Pilzen zu unternehmen. Nachdem ich einige Jahre Pressesprecherin für das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche-Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen war, starte ich 2014 den Blog „Mikrobenzirkus“. Ich war ganz fasziniert von der unglaublichen Artenvielfalt und den Stoffwechselleistungen, die es unter Mikroorganismen gibt. Uran, Arsen, Plastik – nichts ist unverwertbar als Futterquelle. Dabei produzieren sie noch Gold und Wirkstoffe für Medikamente. Grund genug, begeistert von ihnen zu sein.<br/>In der Realität ist das normalerweise etwas anders: In der Öffentlichkeit haben Bakterien und Viren ein unglaublich schlechtes Image. Sie erzeugen Angst und Ekel, werden meist nur als Krankheitserreger wahrgenommen. Da ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, die ich mir auf die Fahnen geschrieben habe. Dazu kommt, dass die nano- und mikrometergroßen Organismen mit bloßem Auge überhaupt nicht zu sehen sind – damit schwer vorstellbar sind. Dagegen helfen aber sehr gute Aufnahmen von Licht-oder Elektronenmikroskopen.<br/>Meine Kollegen in der PR-Branche nennen mich scherzhaft die Pressesprecherin mit dem „Faible für Mikroben“ oder auch Bakterien-Dompteurin“ – damit kann ich sehr gut leben. <br/>2015 wechselte ich an das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Infektionsforschung war lange ein etwas unterschätztes Thema, was uns aber alle angeht. Spätestens bei COVID-19 haben dies auch die Letzten gemerkt. <br/>Eine irre Zeit! Ich hatte zwei Jahre alle Hände voll zu tun in der Pressestelle mit guter Wissenschaftskommunikation gegen Fake News in der Corona-Pandemie dank unserer Experten und Expertinnen am Zentrum.</p><p></p><p><strong>Fermentation – What?</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/b3c0b345-ce93-452e-b04e-5911d588f12d/uploads/images/smv7tbwiec/Auswahl%20fermente.JPG?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Foto: Susanne Thiele"/><p>Eines meiner sehr speziellen Hobbys ist das Fermentieren – also das Haltbarmachen von Lebensmitteln mit Mikroorganismen. Ihr wisst schon - Sauerkraut, Kimchi, Joghurt, natürliche Limonaden mit Wasserkefir oder Backen mit Sauerteig. Super für die Darmbakterien, fürs gesamte Mikrobiom und damit gesund und gut für unser Immunsystem. <br/>Ich habe einen ganzen Zoo mikrobieller Haustiere zuhause und hatte sogar eine Zeit lang Kurse zum Fermentieren bei der Volkshochschule und bei anderen Institutionen gegeben. Das schaffe ich im Moment nicht mehr, weil das Autorinnenleben gerade meine Freizeit sehr dominiert. Ich werde hier im Newsletter auch ab und zu mal ein Rezept zum Selbstexperimentieren posten für Anfänger und Fortgeschrittene. Seid gespannt – es ist keine Raketentechnik und macht viel Spaß!<br/></p><p><strong>Apropos Bücher schreiben…</strong></p><p>Für den <a href="https://mikrobenzirkus.com/">Mikrobenzirkus-Blog</a> hatte ich sehr viel zu aktuellen Studien über Mikroorganismen in unserer nächsten Umgebung recherchiert – als Mitbewohner in unseren Häusern, Wohnungen und ihre Auswirkungen auf unser Mikrobiom. Daraus entstand eine Idee für ein humorvolles Sachbuch <a href="https://susanne-thiele.de/unterseite-zu-risiken-und-nebenwirkungen-fragen-sie-ihre-tuerklinke/">„Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Türklinke“</a>, welches 2019 bei Heyne erschien.</p><p>2021 bin ich dann unter die Science-Thriller-Autorinnen gegangen mit meiner Autorenkollegin Kathrin Lange. Zusammen haben wir <a href="https://www.probe12.de/">„PROBE 12“ </a>(Bastei-Lübbe) geschrieben, eine spannende Jagd nach einem Medikament gegen multiresistente Keime und über eine innovative Phagentherapie. Der Thriller wurde als Wissensbuch 2022 nominiert und hat es bis in die <a href="https://shop.zeit.de/zeit-editionen/buch-editionen/8000/zeit-edition-wissenschafts-thriller?number=44355&amp;wt_zmc=sea.ext.zedition.google.17559885564..shopping..44355&amp;gclid=CjwKCAjw04yjBhApEiwAJcvNoU43mNkIR_sAAKCtqrv0cBoxr4CiSmtyQAAbZ86lMAEXx_muBWXB-xoCZP0QAvD_BwE">ZEIT Edition Wissenschaftsthriller</a> geschafft. Aktuell stehen wir vor dem Buchstart des Nachfolgers <a href="https://www.luebbe.de/luebbe-belletristik/buecher/thriller/toxin/id_9117903">„TOXIN“</a>, der am 28.7. in den Buchhandel kommt. Diesmal geht es um alte Seuchen aus tauendem Permafrost – ein Ökotriller also, der auch andere wissenschaftliche Themen streift – Dual Use in der Forschung, Biowaffen, Fake News in wissenschaftlichen Studien (Predatory Journals). Ihr werdet auch hier ab und zu etwas von den wissenschaftlichen Hintergründen der Bücher hören und zu Tipps, wie man als Wissenschaftler:in am besten ein Sach-oder Expertenbuch schreibt und veröffentlicht.</p><p></p><p><strong>Ein paar Fun Facts über mich:</strong></p><p>1.      Ich wollte als Kind zuerst Archäologin werden. Ich hatte schon eine beachtliche Sammlung von Knochen und Schnurkeramik-Scherben ausgegraben. Das Saaletal war Siedlungsgebiet!</p><p>2.      Ich bin ein „früher Vogel“ und stehe ca. um 5:30 Uhr auf und arbeite an meinen Texten für Bücher, Essays oder Newsletter.</p><p>3.      Ich bin leider ein Bücher-Junkie: ich habe nicht nur Stapel ungelesener Bücher (SuB), sondern Regale davon. Aber die kommen alle noch dran – ich brauche nur die Zeit dazu :-).</p><p>4.      Ich habe keinen Hygiene- oder Putzfimmel im Haushalt. Wahrscheinlich hat man als Mikrobiologin ein eher entspanntes Verhältnis zu Keimen ;-)…</p><p>5.      Was bringt mich auf die Palme? Ignoranz und Unehrlichkeit – und langsame Autofahrer :-)</p><p>6.      Meine Leibspeisen sind dänische Lakritze und Crème brûlée. Die fördern aber keine guten Darmbakterien, die stehen eher auf Ballaststoffe und viel Gemüse.</p><p>7.      Ich bin Fermentista – so nennt man die Menschen, die sich ihr Essen mit Mikroben veredeln.</p><p>8.      Ich schreibe meine Bücher im Sommer im Gartenhaus. Wie im Urlaub kann ich euch sagen - mit Vögelgezwitscher, summenden Bienen und Igeln um mich herum!</p><p>Hinterlasst mir sehr gern einen Kommentar, über welche Themen ihr zuerst hier im Newsletter etwas mehr lesen möchtet. Ich bin gespannt!<br/></p><p>PS: Ich freue mich, wenn euch dieser Newsletter zusagt. Empfehlt ihn sehr gerne weiter über diesen <a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">Link zur Anmeldung</a>.</p><p>Grüße aus dem Mikrobenzirkus</p><p>Susanne</p><a href="https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up">https://steadyhq.com/de/thieles-mikrobenzirkus/newsletter/sign_up</a>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Tue, 16 May 2023 17:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Putzen wir uns krank?]]></title>
      <description><![CDATA[Schießen wir mit Kanonen auf Spatzen? Antibakterielle Reiniger sind im Haushalt nicht nötig. Glaubt man den Warnungen von Naturschützern und Wissenschaftlerinnen…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Schießen wir mit Kanonen auf Spatzen? Antibakterielle Reiniger sind im Haushalt nicht nötig.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/0ddeff5a-8a0f-41e5-9ac7-bc9d55cebcec/uploads/images/xqwbb3eo7p/plastic-4043071__480.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Antibakterielle Reiniger sind im Haushalt überflüssig (@Pixabay)"/><p>Glaubt man den Warnungen von Naturschützern und Wissenschaftlerinnen verursachen die Menschen gerade das größte Artensterben seit dem Aussterben der Dinosaurier, indem wir in die letzten unberührten Regionen vordringen. Dazu gehören auch die kleinsten Lebewesen im Mikrokosmos unsers Alltags.<br/></p><hr aria-hidden="true"/><p>Forscher des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) rücken in der Fachzeitschrift Nature Ecology &amp; Evolution den Fokus auf ein Ökosystem, das bisher verborgen vor unseren Augen existiert – in unseren Wohnungen und Häusern.<br/>Hier leben Mikroben mit uns Haut an Haut und auch in unseren Körpern. Mehr als zweihunderttausend Mikroorganismen sind dort bisher bekannt. Allein auf unserer Haut leben tausende Bakterien, in unseren Wohnungen gut 40.000 Arten von Pilzen.<br/>Mit scharfen Waffen wie Desinfektions- und Badewannenspray oder Antibiotika führen wir einen täglichen Kampf im Lebensraum Haus – ohne bisher langfristig zu wissen, welche Konsequenzen es am Ende für uns hat. Wir putzen zu viel und schaden damit womöglich einem Ökosystem, welches uns gesund erhält.</p><p><strong>Artenvielfalt macht Lebensräume widerstandsfähiger</strong></p><p>Schon lange interessieren sich Wissenschaftler für die Widerstandsfähigkeit in größeren Lebensräumen wie Wiesen und Wäldern gegen Schädlinge, Klimaschwankungen oder auch Krankheitserreger. <br/>Fazit dieser Studien: je höher die Vielfalt der Arten, desto eher können solche Störungen toleriert werden, weil nie alle Arten gleichzeitig betroffen sind.<br/><br/>Ziel der Forscher ist es nun, herauszufinden, ob diese <strong>Stabilitätstheorie</strong> auch für die Welt im Mikrokosmos gilt. Das hätte weitreichende Folgen für unsere Gesundheit.<br/>So stören wir womöglich durch unsere Eingriffe in die mikrobielle Artenzusammensetzung unserer Umwelt, dass Krankheitserregern ganz natürlich eingedämmt werden. Wie Pflanzen und Tiere konkurrieren auch Mikroben in einem dicht besiedelten, artenreichen Raum um die vorhandenen Ressourcen. Neue Arten fassen daher schwerer Fuß. Ist der Lebensraum aber sowieso gestört, dann können sich schädliche Neuankömmlinge viel besser ausbreiten.</p><p><strong>Mikroben schützen vor Krankheitserregern</strong></p><p>Der Effekt, dass sich Krankheitserreger in artenarmen Ökosystemen schneller ausbreiten können, wurde schon mehrfach von Experten für die Mikrowelt beschrieben. So können Stäbchenbakterien der Art <em>Clostridium difficile</em> besonders gut Darmentzündungen mit Durchfall auslösen, wenn anfällige Menschen vorher eine Antibiotikatherapie bekamen.</p><p>Ein anderes Beispiel finden wir in jeder Dusche. In den Duschköpfen bilden sich schnell Biofilme aus krankheitsauslösenden Bakterien, sogenannte Nichttuberkulöse Mykobakterien. Besonders in Regionen, in den Wasser gechlort wird, treten diese Biofilme häufiger auf. Die Mykobakterien breiten sich zudem besonders gut auf metallenen Duschschläuchen aus.</p><p>Aber auch unsere Küchenschwämme passen in diese Reihe. Nach einer Studie von Forschern der Hochschule Furtwangen, der Justus-Liebig Universität und dem Helmholtz-Zentrum München. In gebrauchten Küchenschwämmen stellten die Wissenschaftler Bakterienkonzentrationen fest, wie sonst nur in Fäkalproben. Wurden die Schwämme nur mit heißem Wasser ausgewaschen oder in der Mikrowelle behandelt, stieg gerade der Anteil der für uns gefährlichen Bakterien an. Daher bleibt bisher nur ein regelmäßiges Austauschen der Schwämme als effektive Hygienemaßnahme.</p><p>Zum Abschluss aber noch ein positives Beispiel. Eine besonders hohe mikrobielle Artenvielfalt in unseren Wasserleitungen ist für uns sogar sehr nützlich. Unser Trinkwasser ist keinesfalls steril. In jedem Glas Leitungswasser tummeln sich bis zu 10 Millionen unerkannter Bakterien, wie Forscher der Universität Lund entdeckten. Mit anderen Mikroben bilden sie in den Rohrleitungen „Schleimstädte“ – symbiontische Lebensgemeinschaften mit anderen Pilzen, Algen und Protozoen.<br/>Es sind vor allem diese guten Bakterien, die dabei helfen unser Trinkwasser zu reinigen und gegen Krankheitserreger zu schützen. Nach Schätzungen leben bis zu 1000 verschiedene Bakterienarten in den Wasserleitungen z.B. die <em>Sphingomonadaceae</em>. Diese Gruppe baut fleißig Schadstoffe ab wie z.B. giftige Aromate.</p><p><strong>Schöner und gesünder wohnen mit Mikroben?</strong></p><p>Was heißt das nun für unser Zusammenleben mit Haushaltskeimen? Nur ganz wenige von ihnen lösen Krankheiten aus. Die meisten helfen uns sogar, gesund zu bleiben. Wir sollten nützliche Keime sogar in unseren Räumen behalten, ja, sie sogar regelrecht kultivieren.</p><blockquote><p>Mehr Mut zu etwas gesundem Dreck!</p></blockquote><p>Auch wenn das natürlich bei den meisten ein Umdenken in puncto Reinlichkeit oder Hygiene bedeutet.</p><p>Öffnet also eure Türen und Fenster und lasst etwas mehr mikrobielle Artenvielfalt in eure vier Wände. Dies sorgt für ein gesundes und stabiles Gleichgewicht in der Zusammensetzung der Mikroorganismen. Lüftet regelmäßig, stellet Zimmerpflanzen in eure Wohnung, haltet einen Hund oder eine Katze! Haustiere sind eine Quelle guter Mikroben. Desinfektionsmittel sind im normalen Haushalt völlig unnötig.</p><p><strong>TIPP: </strong><br/>Zum Putzen sind drei Standardreiniger ausreichend: <br/><strong>Neutralreiniger</strong>, <strong>Zitronensäureoder Essig sowie Scheuermilch</strong> für hartnäckige Verschmutzungen.</p><p><strong>Originalpublikation:</strong></p><p><strong>Dunn, R. R.</strong>, Reese, A. T., &amp; <strong>Eisenhauer, N.</strong> (2019). Biodiversity-ecosystem function relationships on bodies and in buildings. <em>Nature Ecology &amp; Evolution</em>, 3(1), 7-9. <a href="https://www.nature.com/articles/s41559-018-0750-9">doi:10.1038/s41559-018-0750-9</a></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Thu, 04 May 2023 14:55:52 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mögt ihr Mikroben?]]></title>
      <description><![CDATA[Oder lässt euch allein schon der Gedanke an solche winzigen Lebensformen zur Desinfektionsflasche greifen? Bakterien, Pilze, Viren & Co - diese ganze Mikrobenschar hat…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Oder lässt euch allein schon der Gedanke an solche winzigen Lebensformen zur Desinfektionsflasche greifen?</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f73971d6-053f-4b0f-8924-8a7434c25320/uploads/images/aam6qdoq5l/shutterstock_386499904_pseudomonas%20aeruginosa.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Bakterium Pseudomonas aeruginosa (Quelle: Shutterstock)"/><p>Bakterien, Pilze, Viren &amp; Co - diese ganze Mikrobenschar hat ein furchtbar schlechtes Image. Tägliche Nachrichten über Epidemien und abscheuliche Krankheiten machen Mikroben zu unseren Angstgegnern - gerade nach der Corona-Krise. Jedes Kind wächst mit den Geschichten von den zerstörerischen Zahntrollen Karius und Baktus auf. Ganze Heerscharen von Mikrobenjägern sind zum Kampf gegen die Bakterien angetreten. Koch, Pasteur oder Virchow konnten wichtige Etappensiege im Wettrennen mit den Erregern erzielen. Trotzdem sitzt unsere Angst vor Keimen immer noch so tief, auch wenn Pest und Cholera Europa schon lange nicht mehr heimsuchen.</p><p><strong>Antibakteriell?</strong></p><p>Die meisten von uns sind heute sehr gut über krank machende Erreger informiert, Hygiene wird großgeschrieben. Selbst Privathaushalte rüsten zur Schlacht gegen Mikroben auf, und manche sind sogar keimärmer als ein OP-Saal. Moderne Waffen wie Desinfektions- oder Badewannenspray töten alles, was da kreucht und fleucht - frei nach dem Motto:</p><blockquote><p><em>&quot;Nur eine tote Mikrobe ist eine gute Mikrobe?&quot;.</em></p></blockquote><p><br/>&quot;Antibakteriell&quot; klingt für die meisten Menschen positiv. Gern greifen sie nach den so beworbenen Seifen, Hautlotionen und Reinigungsmitteln. Haben die meisten Haushalte nicht eher ein Problem mit Mehlmotten als mit Keimen?</p><p><strong>Erfolgsmodell Mikroorganismen</strong></p><p>Mikroben haben wunderbare Eigenschaften. Sie sind die kleinste und erfolgreichste Lebensform auf der Erde und besiedeln die unwirtlichsten Lebensräume. Sie sorgen für eine ordentliche Verdauung in unserem Darm und räumen die Umwelt auf, indem sie organische Substanzen verwerten und Abwasser reinigen. Viele Bakterien und Pilze machen Lebensmittel erst schmackhaft und haltbar. Joghurt, Käse oder Bier gäbe es nicht ohne unseren mikrobiellen Helfer. Seid ihr aber trotzdem der Meinung, Badezimmer, Küche und Spüle sollten immer völlig keimfrei sein?</p><p><strong>Umdenken in Sachen Mikroben und Mikrobiom</strong></p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/f73971d6-053f-4b0f-8924-8a7434c25320/uploads/images/uyqxzn363z/Micropia.jpg?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Bakterien und Pilze aus unseren Häusern. (Micropia, Amsterdam, S. Thiele, 2917)"/><p>Erst in den letzten 15 Jahren hat sich unser Einstellung zu Mikroben gewandelt. Seit Wissenschaftler*innen das menschliche Mikrobiom, vor allem im Darm, erforschen, rückt die positive Beziehung zwischen uns und den winzigen Mitbewohnern immer mehr in den Vordergrund. Und das Interesse an den Mensch-Mikroben-Wechselwirkungen steigt. Seit 2014 gibt es den ersten Mikrobenzoo &quot;Micropia&quot; in Amsterdam, wo sich große und kleine Besucher den faszinierenden Mikrokosmos naher anschauen können - vor Jahren noch unvorstellbar. Im Mai 2017 hatte ich Gelegenheit, &quot;Micropia&quot; mit meiner Familie zu erkunden - sozusagen auf Recherche vor Ort. Eine der besonderen Inspirationen war eine mannshohe meterlange Leuchtwand, die über und über mit Petrischalen in den unterschiedlichsten Farben bedeckt war - bewachsen mit Mikroorganismen aus unserem täglichen Leben: mit Bakterien , die auf unseren Zahnbürsten sitzen, von Türklinken grüßen oder in unserem Staubsauger hausen, mit Schimmelpilzen, die mit uns duschen oder abends mit uns ins Bett schlüpfen. Die bunte Artenvielfalt unserer alltäglichen Begleiter ist unglaublich. Die Forscher*innen kennen bisher nur einen Bruchteil der um uns herum lebenden Mikroorgansimen und wissen oft auch nicht genau, wie diese winzigen Lebewesen in ihrem Ökosystem funktionieren.</p><p><strong>Absolute Keimfreiheit gibt es nicht!</strong></p><p>Mikroorganismen sind also allgegenwärtig in unserem Leben. Absolute Keimfreiheit gibt es unter normalen Umständen nicht. Sie ist auch gar nicht nötig. ich kann Sie jetzt schon beruhigen: Nur die allerwenigsten im Haushalt vorkommenden Keime führen zu Infektionen. Natürlich gibt es ein paar schwarze Schafe. Es sind aber nur 0,1 Prozent der mikrobiellen Arten auf der Erde, die überhaupt Infektionen beim Menschen verursachen können. Die Mehrheit der unzähligen Mikroben in unserer Umwelt schadet uns nicht. Die Winzlinge bereichern sogar euer Leben.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Werft mit dieser Newsletter-Kolumne gemeinsam mit mir einen mikroskopischen Blick auf einen unsichtbaren Mikrokosmos in euer Zuhause. Wir gehen auf eine Expedition durch unseren heimischen Mikrobenzoo - beginnen im Flur, durchwandern Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer und enden im Kinderzimmer. Auch unsere tierischen Familienmitglieder - Hund und Katze inklusive ihrer mikrobiellen Gäste werden Thema sein. Bei der Tour durch unser Heim lernt ihr eure kleinen Mitbewohner besser kennen und werdet viel Neues darüber erfahren, wie ihr gesund mit ihnen leben könnt. Ich lade euch ein zu einer abenteuerlichen Reise durch euer Zuhause und durch das Reich der kleinsten und doch so mächtigen Kreaturen. Tretet ein in diese unsichtbare Welt, und erlebt fantastische Geschichten mit einzelligen Helden in den Hauptrollen. Erwartet interessante Anekdoten und Überraschungen. Starten wir direkt von eurem Sofa aus!</p><p>Ihre</p><p><em>Susanne Thiele</em></p><p>PS: Ich freue mich, wenn euch dieser Newsletter zusagt. Wenn ihr ihn schon unterstützt, können ihr die Mitgliedschaft gerne weiterempfehlen. Wer also gerne etwas bezahlen möchte, bitte hier entlang:</p><p><a href="https://steady.page/de/thieles-mikrobenzirkus/about">Mikrobenjäger*in werden</a></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Kolumne]]></category>
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      <pubDate>Tue, 02 May 2023 22:28:52 +0000</pubDate>
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