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    <title>Unverbogen im Job</title>
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    <description>Für Menschen, die die wahren Ursachen von Stress, Erschöpfung, Burnout und Konflikten im Job aus einer neuen Perspektive lösen wollen.</description>
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      <title><![CDATA[Wie viele toxische Menschen hast du in deinem Umfeld? ]]></title>
      <description><![CDATA[Hast du toxische Menschen in deinem Leben? Die Antwort könnte dich überraschen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Und woran erkennst du sie wirklich?</strong></p><p>Scrollst du auch manchmal durch Social Media und siehst diese Posts?</p><ul><li><p>“10 Zeichen für toxische Menschen”</p></li><li><p>“Toxische Führungskräfte, die dir das Leben schwer machen?”</p></li><li><p>“So erkennst du toxische Freundschaften”</p></li><li><p>“Toxische Kollegen – raus aus deinem Leben!”</p></li></ul><p>Tausende Likes. Hunderte Kommentare. Menschen, die nicken. Die sich wiedererkennen. Die endlich eine Erklärung haben.</p><p><strong>Aber hast du dich jemals gefragt: Woher dieser Begriff eigentlich kommt und was er mit DIR macht?</strong></p><p>Ich habe es getan. Und was ich herausgefunden habe, hat mich wütend gemacht.</p><hr aria-hidden="true"/><p>👋<em>Neu hier? </em><a href="https://steady.page/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up"><em>Abonniere den Newsletter kostenlos</em></a><em>.</em></p><hr aria-hidden="true"/><p>&quot;Toxische Menschen&quot; ist kein psychologischer Fachbegriff. Er stammt nicht aus der Traumatherapie. Er wurde nicht von Forschern entwickelt.</p><p>Er kommt aus einem Ratgeberbuch von 1995. Der Begriff ist tatsächlich über 30 Jahre alt und wurde in einer Zeit geschrieben, als Traumareaktionen, Glaubenssätze, Überlebensstrategien, Muster noch nicht bekannt waren.</p><p>Geschrieben von jemandem, der – wie ich beim Lesen schnell merkte – selbst noch tief in der Verletzung steckte. Das fühlt man bereits in der Widmung ihres Buches.</p><p>Interessant ist, dass sich 30 Jahre später dieser Begriff viral verbreitet hat. Ich würde behaupten, dir geht es wie mir und du weißt nicht, woher er eigentlich kommt und was er mal beschrieben hat. Aber überall ist heute plötzlich alles &quot;toxisch&quot;:</p><ul><li><p>Toxische Beziehungen</p></li><li><p>Toxische Arbeitsplätze</p></li><li><p>Toxische Familien</p></li><li><p>Toxische Führungskräfte</p></li><li><p>Sogar: Toxische Gedanken (gegen dich selbst!)</p></li></ul><p><strong>Es wundert mich nicht, dass dieser Begriff so populär ist</strong></p><p>Der Begriff gibt uns eine einfache Erklärung. Eine externe Erklärung. Er lässt sich gut vermarkten. Alle Welt kennt sich plötzlich mit “toxischen Menschen” aus.</p><p>Und es ist doch super einfach, wenn dir jemand sagt:</p><p>&quot;Die anderen sind das Problem. Nicht du.&quot;</p><p>Da brauchst du keine Selbstreflexion. Du musst dir auch keine unbequemen Fragen stellen. Vor allem aber musst du dich nicht mit deinen eigenen Mustern, Überlebensstrategien und den daraus resultierenden Handlungsweisen auseinandersetzen. Du kannst deinen Anteil an der Beziehungsdynamik ignorieren.</p><p>Einfach nur: Die sind toxisch. Ich bin das Opfer.</p><p>Woher ich das weiß? Ich habe jahrelang genau das auch so gemacht. Nur dass ich andere Menschen nicht als “toxisch” gelabelt habe. Ich habe sie aber trotzdem für ihr Verhalten mir gegenüber still gehasst. Ich habe sie still verachtet, weil sie ungerecht waren. Ich war still in mir wütend, weil ich nichts entgegensetzen konnte. Aber was ich erst viel später begriffen haben, wie hilfreich diese Menschen eigentlich waren. Heute bin ich ihnen dankbar. Sie haben mich einiges gelehrt.</p><p><strong>Was, wenn ich dir sage:</strong></p><p>Der Begriff &quot;toxische Menschen&quot; ist selbst toxischer als die Menschen, die er beschreiben soll?</p><p>Was, wenn ich dir zeige, dass die Autorin dieses Bestsellers, von dem wir das Wort “toxisch” wahllos gebrauchen:</p><ul><li><p>Unsensibilität mit Manipulation gleichsetzt?</p></li><li><p>Soziale Unbeholfenheit als &quot;toxisch&quot; definiert?</p></li><li><p>Dich selbst als toxisch bezeichnet, wenn du negative Gedanken hast?</p></li><li><p>Dir &quot;Tools&quot; verkauft, mit denen du &quot;sogar reich werden kannst&quot;?</p></li></ul><p>Was wäre, wenn du mit dem Label “toxisch”:</p><ul><li><p>Dir und anderen die Chance nimmst zu wachsen?</p></li><li><p>Du genauso “toxisch” bist für andere, wie du es anderen Menschen zuschreibst?</p></li><li><p>Du dir die Chance nimmst, dein Gegenüber als Spiegel zu nutzen?</p></li><li><p>Du einer hetzerischen Hysterie deine Energie schenkst, anstelle dich zu fragen, warum du solche Menschen in dein Leben rufst? (hast du nicht? - dachte ich auch immer - wer macht das schon freiwillig? - doch hast du - deine Überlebensstragegien und Glaubenssätze machen es den Menschen einfach anzudocken)</p></li></ul><p><strong>Klingt absurd?</strong></p><p>Ich habe in ihr Buch reingelesen. Und ich zeige dir in diesem Artikel:</p><p>✅ Wer diesen Begriff wirklich geprägt hat (und in welcher Verfassung diese Person war)<br/>✅ Was die Autorin unter &quot;toxisch&quot; versteht (Spoiler: fast alles)<br/>✅ Warum der Begriff verhindert, was er angeblich lösen soll<br/>✅ Und warum wir damit unsere eigene Macht abgeben</p><p><strong>Denn hier ist die unbequeme Wahrheit:</strong></p><p>Wenn du ständig &quot;toxische Menschen&quot; in deinem Leben hast, liegt das Problem vielleicht nicht bei den anderen.</p><p>Es liegt in den Mustern, die du aus deiner Kindheit mitgebracht hast. In den Überlebensstrategien, die dich anfällig machen für genau diese Dynamiken.</p><p>Aber solange du andere als &quot;toxisch&quot; labelst, musst du dich damit nicht auseinandersetzen.</p><p><strong>Bequem, oder?</strong></p><p>Ich war selbst dort. Ich habe anderen die Schuld gegeben. Ich habe mich als Opfer gefühlt.</p><p>Bis ich verstanden habe: Ohne diese &quot;toxischen Menschen&quot; wäre ich nie aufgewacht. Sie haben mir den Spiegel vorgehalten. Sie haben mich wachsen lassen.</p><p><strong>Bereit, deine Perspektive zu hinterfragen?</strong></p><p>Bereit zu verstehen, warum dieser Begriff mehr schadet als hilft?</p><p>Dann lies in meinem Newsletter weiter. Es wird unbequem. Aber es lohnt sich.</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Deine nächsten Schritte</h2><p>Wenn du tiefer einsteigen möchtest in die Arbeit mit deinen Glaubenssätzen, Überlebensstrategien und dem Weg zu authentischer Verbundenheit und bereit bist, bestehende Konzepte zu hinterfragen, dann lade ich dich ein:</p><p>👉 <strong>Folge mir auf Steady für wöchentliche Newsletter mit Tiefgang:</strong></p><p><a href="https://steady.page/de/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p>👉 <strong>Werde Mitglied und erhalte jeden Monat u.a. einen umfangreichen Selbstreflexions-Artikel:</strong></p><p><a href="https://steady.page/de/unverbogen-im-job/about">Mitglied werden</a></p><p>Ich teile regelmäßig Impulse, Geschichten und Reflexionen zum Thema &quot;Unverbogen im Job&quot; – wie du aufhörst, dich selbst zu verraten, und anfängst, dir selbst treu zu sein.</p><hr/><p>Weiterlesen</p><a href="https://steady.page/de/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/485ac243-67fa-4967-b078-76c996d65a01">https://steady.page/de/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/485ac243-67fa-4967-b078-76c996d65a01</a><a href="https://steady.page/de/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/7e2a6844-1881-4f1c-b34f-969679d80ded">https://steady.page/de/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/7e2a6844-1881-4f1c-b34f-969679d80ded</a><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bewusstsein & Wandel ]]></category>
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      <pubDate>Fri, 13 Feb 2026 11:06:18 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Bleiben oder Gehen? (Praxisbeispiel)]]></title>
      <description><![CDATA[5 Warnsignale - Wie du erkennst, wann Loyalität dich krank macht Eine Geschichte von zwei Kolleginnen und einer entscheidenden Entscheidung. Wie würdest du entscheiden?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2>5 Warnsignale - Wie du erkennst, wann Loyalität dich krank macht</h2><h3>Eine Geschichte von zwei Kolleginnen und einer Entscheidung</h3><p>Anna und Julia haben sich nie kennengelernt. Sie leben in verschiedenen Städten, arbeiten in unterschiedlichen Branchen und müssen beide alleine für ihren Lebensunterhalt sorgen.</p><p>Und doch verbindet sie etwas: Beide standen vor derselben Entscheidung. Beide hatten einen Chef mit narzisstischen Verhaltensweisen. Beide spürten, dass etwas nicht stimmte.</p><p>Aber der Umgang mit dieser Situation ging in zwei völlig unterschiedliche Richtungen.</p><p><strong>Anna blieb. Julia ging.</strong></p><p>Zwei Jahre später sitzt Anna in einer Klinik für psychosomatische Rehabilitation. Julia hat gerade ihre Beförderung gefeiert.</p><p>Was ist passiert?</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Anna: &quot;Ich habe hier so viel investiert&quot;</h2><p>Anna, 38, Teamleiterin in einem mittelständischen Marketingunternehmen. Sie war stolz auf ihren Job. Stolz darauf, wie weit sie es gebracht hatte. Von der Junior-Position zur Teamleiterin – in acht Jahren.</p><p>Als ihr neuer Vorgesetzter kam, spürte sie sofort: Das wird anders.</p><p>Er war ungeduldig. Kritisch. Nichts war gut genug. Präsentationen, die Anna sorgfältig vorbereitet hatte, wurden im Meeting zerrissen. Ihre Ideen wurden übergangen. Ihre Erfolge wurden nicht mehr erwähnt.</p><p>Anna sagte sich: &quot;Das ist eine Umstellungsphase. Er muss mich erst kennenlernen.&quot;</p><p>Sie arbeitete mehr. Bereitete Meetings noch akribischer vor. Blieb länger im Büro. Antwortete auch abends auf E-Mails.</p><p>Und manchmal schien es zu funktionieren. Dann lobte er sie plötzlich. &quot;Gute Arbeit, Anna.&quot; Ein Lächeln. Ein freundlicher Ton. Sie spürte Erleichterung. &quot;Siehst du? Es wird besser.&quot;</p><p>Aber zwei Tage später war die Kälte zurück. Als wäre nichts gewesen. Als hätte er nie gelobt. Anna verstand es nicht. Was hatte sie falsch gemacht? Was hatte sich verändert?</p><p>Sie begann, sein Verhalten zu studieren. Seine Stimmungen. Versuchte vorherzusehen, wann er freundlich sein würde und wann nicht. Es fühlte sich an wie ein Tanz, bei dem sie die Schritte nicht kannte. Innerlich stand sie die ganze Zeit auf Habacht, versuchte proaktiv das Richtige zu machen und passte sich immer mehr an.</p><p>Ihr Team spürte die Veränderung. &quot;Anna, du siehst erschöpft aus&quot;, sagte eine Kollegin. Anna winkte ab. &quot;Alles gut. Nur viel zu tun gerade.&quot;</p><p>Aber innerlich? Innerlich wuchs etwas. Eine Unruhe. Ein Druck. Etwas, das sie nicht benennen konnte.</p><p>Nachts lag sie wach. Grübelte über Meetings. Über Sätze, die gefallen waren. Über Blicke. Über sein wechselndes Verhalten. Sie fühlte sich klein. Unsicher. Als hätte sie etwas falsch gemacht – nur was? Es musste an ihr liegen. Sie müsste sich nur besser anstrengen. Dann würde er schon erkennen, was er an ihr hat.</p><p>Die Migräne kam schleichend. Erst einmal im Monat. Dann wöchentlich. Ihre Ärztin riet zu Entspannung. Anna nickte. Aber Entspannung? Wie sollte das gehen, wenn so viel zu tun war?</p><p>Ihre beste Freundin fragte: &quot;Warum kündigst du nicht einfach?&quot;</p><p>Anna schaute sie an, als hätte sie etwas Absurdes gesagt.</p><p>&quot;Ich habe hier acht Jahre investiert. Ich kann doch nicht einfach gehen.&quot;</p><p>&quot;Aber du bist unglücklich.&quot;</p><p>&quot;Das geht vorbei. Ich muss nur besser werden.&quot;</p><p>Sie blieb.</p><p>Ein Jahr später brach sie zusammen. Panikattacke im Büro. Kreislaufzusammenbruch. Notarzt.</p><p>Später die Diagnose: Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen. Empfehlung: Klinikaufenthalt.</p><p>Anna saß danach in ihrem Auto und weinte. Wie konnte das passieren? Sie hatte doch alles richtig gemacht. Hatte sich angestrengt. Hatte durchgehalten.</p><p>Warum hatte sie nicht früher gehen können?</p><hr aria-hidden="true"/><p>👋<em>Neu hier? </em><a href="https://steady.page/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up"><em>Abonniere den Newsletter kostenlos</em></a><em>.</em></p><hr aria-hidden="true"/><h2>Julia: &quot;Ich bin mir selbst mehr wert&quot;</h2><p>Julia, 35, Projektmanagerin in einem Tech-Unternehmen. Auch sie bekam einen neuen Vorgesetzten.</p><p>Auch er war kritisch. Auch er überhörte ihre Ideen. Auch er machte abfällige Bemerkungen.</p><p>Aber Julia reagierte anders.</p><p>Nach dem dritten Meeting, in dem ihre Arbeit vor dem Team heruntergemacht wurde, spürte Julia etwas in ihrem Körper. Ein Ziehen im Magen. Ein Engegefühl in der Brust.</p><p>Sie kannte dieses Gefühl.</p><p>Abends saß sie am Küchentisch und schrieb in ihr Journal. &quot;Was passiert hier gerade?&quot; Sie stellte sich Fragen. Beobachtete sich selbst. Ihre Reaktionen. Ihre Gedanken.</p><p>Sie bemerkte: Sie begann, sich anzupassen. Sich kleiner zu machen. Ihre Meinung zurückzuhalten.</p><p>Und sie bemerkte noch etwas: Sie kannte das aus ihrer Kindheit.</p><p>Julia hatte in den letzten Jahren viel innere Arbeit gemacht. Viel Selbstreflexion. Sie wusste, wie ihre alten Muster und Überlebensstrategien aussahen. Und sie erkannte sie jetzt wieder.</p><p>&quot;Das tue ich nicht nochmal&quot;, sagte sie laut zu sich selbst.</p><p>Sie vereinbarte ein Gespräch mit ihrem Vorgesetzten. Klar, ruhig, sachlich.</p><p>&quot;Ich habe das Gefühl, dass meine Arbeit nicht wertgeschätzt wird. Ist das so? Wenn ja, möchte ich verstehen, warum. Wenn nein, brauche ich ein anderes Feedback-Format.&quot;</p><p>Er wich aus. Wurde defensiv. &quot;Ich weiß nicht, wovon du redest. Das habe ich nie gesagt.&quot; Er schaute sie an, als wäre sie überempfindlich. &quot;Du interpretierst da etwas hinein, was nicht da ist.&quot;</p><p>Julia spürte, wie ihr Magen sich zusammenzog. Sie hatte sich Notizen gemacht. Sie wusste genau, was in den Meetings gesagt worden war. Aber er stellte ihre Wahrnehmung infrage. Als wäre sie das Problem und einfach nur überempfindlich.</p><p>Julia spürte: Hier gibt es keinen Raum für Veränderung.</p><p>Drei Wochen später kündigte sie.</p><p>Ihre Kolleginnen waren fassungslos. &quot;Aber du bist doch schon so lange hier! Du gibst so schnell auf?&quot;</p><p>Julia lächelte. &quot;Ich gebe nicht auf. Ich höre auf, mich zu verbiegen.&quot;</p><p>Sechs Monate später hatte sie einen neuen Job. Einen Chef, der ihre Arbeit schätzte. Ein Team, das auf Augenhöhe kommunizierte.</p><p>Ein Jahr später wurde sie befördert.</p><p>Als eine Freundin sie fragte: &quot;Wie hast du das geschafft? Einfach zu gehen?&quot;, antwortete Julia:</p><p>&quot;Ich habe gelernt, dass ich mir selbst mehr wert bin als ein Job, der mich krank macht.&quot;</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Der entscheidende Unterschied</h2><p>Anna und Julia. Beide kompetent. Beide erfahren. Beide in derselben Situation.</p><p>Aber Anna blieb, bis sie zusammenbrach. Julia ging, bevor es so weit kam.</p><p><strong>Warum?</strong></p><p>Es war nicht Mut. Nicht Stärke. Nicht &quot;mehr Selbstbewusstsein&quot; oder bessere finanzielle Voraussetzungen.</p><p><strong>Der Unterschied war: Julia erkannte ihre Muster. Anna nicht.</strong></p><hr aria-hidden="true"/><h2>Die 5 Warnsignale: Steckst du in einer toxischen Loyalitätsfalle?</h2><h3>1. Dein Körper rebelliert</h3><ul><li><p>Migräne, Verspannungen, Schlaflosigkeit, Verdauungsprobleme, Übelkeit</p></li><li><p>Du fühlst dich ständig unter Strom, auf Habacht</p></li><li><p>Sonntagabend wird zur Qual</p></li></ul><p><strong>Was dahintersteckt:</strong> Dein Körper weiß vor deinem Kopf, dass etwas nicht stimmt. Er sendet Warnsignale. Die Frage ist: Hörst du hin?</p><h3>2. Du hoffst auf die nächste &quot;gute Phase&quot;</h3><ul><li><p>Manchmal ist dein Chef plötzlich freundlich, dann wieder kalt</p></li><li><p>Du analysierst ständig seine Stimmungen</p></li><li><p>Du denkst: &quot;Wenn ich nur noch ein bisschen besser werde...&quot;</p></li></ul><p><strong>Was dahintersteckt:</strong> Das nennt sich &quot;intermittierende Verstärkung&quot; – eine klassische Manipulationstaktik. Die unvorhersehbare Belohnung hält dich in der Hoffnung gefangen.</p><h3>3. Du verleugnest deine eigene Wahrnehmung</h3><ul><li><p>Du zweifelst, ob du überempfindlich bist</p></li><li><p>Andere sagen: &quot;Das habe ich nie gesagt&quot; oder &quot;Das bildest du dir ein&quot;</p></li><li><p>Du fühlst dich verwirrt, unsicher, als wäre mit dir etwas nicht in Ordnung</p></li></ul><p><strong>Was dahintersteckt:</strong> Das ist Gaslighting. Deine Wahrnehmung wird systematisch infrage gestellt, damit du an dir selbst zweifelst.</p><h3>4. Du argumentierst mit &quot;investierter Zeit&quot;</h3><ul><li><p>&quot;Ich habe hier schon so viele Jahre verbracht&quot;</p></li><li><p>&quot;Ich kann doch jetzt nicht einfach aufgeben&quot;</p></li><li><p>&quot;Was sollen die anderen denken?&quot;</p></li></ul><p><strong>Was dahintersteckt:</strong> Die Angst vor dem Loyalitätsverrat. Die Überzeugung, dass Durchhalten eine Tugend ist. Aber bereits investierte Zeit ist kein Grund, weiter zu leiden.</p><h3>5. Du machst dich kleiner, als du bist</h3><ul><li><p>Du hältst deine Meinung zurück</p></li><li><p>Du passt dich an, funktionierst, willst gefallen</p></li><li><p>Du bist ständig verfügbar, arbeitest mehr, schluckst Kritik</p></li><li><p>Du wirst noch “perfekter” und</p></li><li><p>Du leistest noch mehr, um zu zeigen, dass du es Wert bist, gesehen zu werden</p></li></ul><p><strong>Was dahintersteckt:</strong> Eine Überlebensstrategie aus deiner Kindheit. &quot;Wenn ich brav bin, werde ich geliebt. Dann bin ich sicher.&quot; (Wenn ich leiste / wenn ich perfekt bin / wenn ich funktioniere / wenn ich die Verantwortung übernehme / etc.) Aber im Job macht dich das zur perfekten Zielscheibe für toxisches Verhalten.</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Die drei ersten Schritte aus der Loyalitätsfalle</h2><h3>Schritt 1: Höre auf deinen Körper</h3><p>Dein Körper lügt nicht. Wenn er sich zusammenzieht, wenn du Bauchschmerzen bekommst, wenn dein Nacken verspannt, wenn dir ständig übel ist, du nachts nicht mehr schlafen kannst – das ist kein Zufall.</p><p><strong>Praktische Übung:</strong> Nimm dir jeden Abend 5 Minuten Zeit. Schließe die Augen und scanne deinen Körper von oben nach unten. Wo spürst du Anspannung? Wo Druck? Wo Enge?</p><p>Frage dich: &quot;Was will mir mein Körper sagen?&quot;</p><h3>Schritt 2: Erkenne deine Glaubenssätze und Überlebensstrategien</h3><p>Was hält dich wirklich in dieser Situation?</p><p><strong>Journaling:</strong> Vervollständige diese Sätze:</p><ul><li><p>&quot;Ich kann nicht gehen, weil...&quot;</p></li><li><p>&quot;Wenn ich gehe, dann...&quot;</p></li><li><p>&quot;Loyalität bedeutet für mich...&quot;</p></li><li><p>&quot;Durchhalten ist wichtig, weil...&quot;</p></li></ul><p>Lies deine Antworten. Sind das wirklich DEINE Überzeugungen? Oder Sätze, die du irgendwann einmal gelernt hast?</p><h3>Schritt 3: Unterscheide zwischen Loyalität/Selbstverrat und deiner eigenen Integrität</h3><p>Stelle dir diese Frage:</p><p><strong>&quot;Wenn ich ohne Angst vor Konsequenzen entscheiden könnte – würde ich bleiben?&quot;</strong></p><p>Wenn die Antwort &quot;Nein&quot; ist: Das, was dich hält, ist keine Loyalität. Es ist Angst.</p><p>Loyalität, die dich krank macht, ist keine Loyalität mehr. Es ist Selbstaufgabe und Selbstverrat.</p><p>Ich habe es ähnlich wie Anna erlebt und musste mich freiwillig in die Psychiatrie einweisen. Nur 3 Jahre später hatte ich es immer noch nicht verstanden. Ich war wieder gegenüber einem Vorgesetzten loyal. Wieder brach ich mit Panikattacken und Anpassungsstörung zusammen. Diesmal kam ich in die psychiatrische Reha. <br/><br/><strong>Wie weit möchtest du gehen?</strong></p><hr aria-hidden="true"/><h2>Ein letzter Gedanke</h2><p>Anna ist heute auf einem guten Weg. Nach der Klinik begann sie eine Therapie. Sie lernte ihre Muster kennen. Sie verstand, warum sie nicht gehen konnte.</p><p>Und sie kündigte. Zwei Jahre später als Julia. Aber sie tat es.</p><p>Heute sagt sie: &quot;Ich wünschte, ich hätte früher hingeschaut. Aber ich bin dankbar, dass ich es überhaupt getan habe.&quot;</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Es ist nie zu spät, hinzusehen.</strong> <strong>Es ist nie zu spät, dir selbst treu zu werden. </strong>(Diesen Freitag erscheint der vollständige Artikel dieses Praxisbeispiels mit vielen Hintergrundinformationen zu den Glaubenssätzen und Überlebensstrategien der beiden Frauen.)</p><p>Mir konnte in den diversen Therapien und meinen selbstbezahlten Coachings damals nicht geholfen werden, da niemand Fawn Response zu diesem Zeitpunkt kannte, ich nach außen völlig unauffällig war (weil so angepasst und “normal”) und meine Diagnose nicht auf ein kindheitsbedingtes Trauma hinwies. Ich bin diesen langen und ziemlich harten Weg der Erkenntnis in den letzten 15 Jahren durch Reflexion selbst gegangen.</p><p>Mein Motto, dass mich bis heute getragen hat:</p><blockquote><p>Nur wer den Mut hat über seinen Schatten zu springen, nährt sich dem Licht<br/>(Hanna Salman)</p></blockquote><p>Lange Zeit habe ich dieses Zitat nicht einmal verstanden - aber es hat mich magisch angezogen - heute weiß ich, was es mir viele Jahre lang hat sagen wollen.</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Deine nächsten Schritte</h2><p>Wenn du tiefer einsteigen möchtest in die Arbeit mit deinen Glaubenssätzen, Überlebensstrategien und dem Weg zu authentischer Verbundenheit und bereit bist, bestehende Konzepte zu hinterfragen, dann lade ich dich ein:</p><p>👉 <strong>Folge mir auf Steady für wöchentliche Newsletter mit Tiefgang:</strong></p><p><a href="https://steady.page/de/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up">Newsletter abonnieren</a></p><p>👉 <strong>Werde Mitglied und erhalte jeden Monat u.a. einen umfangreichen Selbstreflexions-Artikel:</strong></p><p><a href="https://steady.page/de/unverbogen-im-job/about">Mitglied werden</a></p><p>Ich teile regelmäßig Impulse, Geschichten und Reflexionen zum Thema &quot;Unverbogen im Job&quot; – wie du aufhörst, dich selbst zu verraten, und anfängst, dir selbst treu zu sein.</p><hr/><p>Weiterlesen</p><a href="https://steady.page/de/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/ab8ba0a8-bba5-4ad8-9ce5-2fdde1f308ff">https://steady.page/de/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/ab8ba0a8-bba5-4ad8-9ce5-2fdde1f308ff</a><a href="https://steady.page/de/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/e2f818f6-b13e-4d6e-8ce7-6c2c13c1cdff">https://steady.page/de/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/e2f818f6-b13e-4d6e-8ce7-6c2c13c1cdff</a><a href="https://steady.page/de/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/b6908335-5884-4710-963a-60fd0f04f797">https://steady.page/de/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/b6908335-5884-4710-963a-60fd0f04f797</a><a href="https://steady.page/de/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/5b438045-397a-48b0-afbc-8b71ba26fd99">https://steady.page/de/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/5b438045-397a-48b0-afbc-8b71ba26fd99</a><p></p><p></p><p></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bewusstsein & Wandel ]]></category>
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      <pubDate>Fri, 13 Feb 2026 10:13:33 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA["Toxische Menschen" - ein gefährlicher Denkfehler]]></title>
      <description><![CDATA[30 toxische Typen von Lillian Glass in den 90er als Bestseller erschienen - hat mich neugierig recherchieren lassen und sprachlos, erschüttert und wütend zurückgelassen. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Warum das Konzept der “toxischen Menschen” ein gefährlicher Denkfehler ist</h1><p>Der Begriff „toxische Menschen“ wird heute inflationär verwendet – dabei stammt er nicht aus der Psychologie, sondern aus einem Ratgeberbuch von 1995. Was ursprünglich verletzendes Verhalten beschreiben sollte, ist zu einem pauschalen Label geworden, das Menschen entmenschlicht, Beziehungen vergiftet und Eigenverantwortung aushebelt.</p><p>Indem wir Menschen als „toxisch“ bezeichnen, reduzieren wir komplexe Beziehungsdynamiken auf Schuldzuweisungen. Wir sprechen nicht mehr über Verhalten, Muster, Prägungen oder Traumata, sondern über Identität. Das Ergebnis: Spaltung in gut und böse, Opfer und Täter – und ein bequemes Entkommen aus der eigenen Beteiligung.</p><p>Der Begriff selbst wirkt damit genau so, wie er es anderen unterstellt: Er verhindert Wachstum, blockiert Selbstreflexion und legitimiert das Verharren in der Opferrolle. Statt Heilung gibt es Rechtfertigung. Statt Bewusstsein Werkzeuge zum „Händeln“ – damit man in dysfunktionalen Strukturen bleiben kann.</p><p>Wenn wir wirklich unverbogen im Job und im Leben sein wollen, müssen wir aufhören, Menschen zu labeln, und anfangen, Dynamiken zu verstehen. Die entscheidende Frage lautet nicht: <em>Wer ist toxisch?</em><br/>Sondern: <em>Warum bin ich Teil dieser Dynamik – und was darf ich daraus lernen?</em></p><p>Im diesem Teil schauen wir genauer hin:<br/>Was hat Lillian Glass konkret als „toxisch“ definiert? Eines kann ich vorwegnehmen. Die 30 “toxischen” Typen beschreiben alle Verhaltensweisen, die wir als </p><ul><li><p>unerwünscht, </p></li><li><p>nervig, </p></li><li><p>anstrengend, </p></li><li><p>übergriffig, </p></li><li><p>verletztend, </p></li><li><p>erniedrigend, </p></li><li><p>angreifend </p></li></ul><p>bezeichnen können. Und diese, wie weitere Beschreibungen sind für uns sehr nützlich und helfen uns, das Verhalten des anderen uns Gegenüber zu differenzieren. Es hilft uns umgekehrt auch, unser Verhalten zu differenzieren. Denn auch wir können uns anstrengend und verletztend oder auch mal übergriffig verhalten. <br/><br/>Deshalb noch einmal zur Erinnerung: Wir wollen deshalb nicht als “toxisch” gelabelt werden. Auch wenn wir diese Verhaltensweise aus unserer Überlebensstrategie heraus unbewusst wiederholen. Wir würden uns freuen, wenn uns jemand ehrlich sagt: </p><blockquote><p>„In den letzten Gesprächen habe ich erlebt, dass du mir wiederholt ungefragt Ratschläge gegeben und meine Aussagen interpretiert hast, ohne vorher nachzufragen, ob ich das möchte. Das ärgert mich und ich fühle mich zugleich frustriert und übergangen. Mir sind Respekt, Ernstgenommenwerden und Selbstbestimmung in der Kommunikation wichtig. Ich bitte dich, mich künftig zuerst zu fragen, ob ich deine Einschätzung oder einen Rat hören möchte, bevor du ihn äußerst.”</p></blockquote><p>Selbst, wenn unser Gegenüber es dann immer noch nicht annehmen kann, ist es kein Grund, ihn als “toxisch” zu labeln. Dann ist es an dir, dich zu fragen, wie du damit umgehen kannst, um deine Grenzen zu wahren. Möglicherweise brichst du dann das nächste ratschlagende Gespräch am Anfang ab und stellst klar, dass du dafür nicht zur Verfügung stehst. Wenn du immer wieder diese Menschen anziehst, dann darfst du dich aber auch fragen, warum sie dich so anziehend finden. Was strahlst du aus? Wo docken sie an? Welche deiner Überlebensstrategien finden sie so attraktiv?<br/><br/>Je klarer du weißt, warum du immer wieder ein ähnliches Verhalten an den Tag legst, umso eher kannst du es beobachten und die Ursache in deiner Kindheit, Prägung, Konditionierung erkennen. Das gibt dir dann die Freiheit zu entscheiden, ob du es noch zeigen möchtest oder ob es dir nicht mehr dient. Deshalb ist es so wichtig, das Verhalten, was dich triggert genauso wie dein Verhalten, was andere triggert, genau zu benennen, weil es dich so auf eine wertvolle Spur aufmerksam macht. <br/><br/>Dafür sind die Beschreibungen von Lillian Glass sinnvoll, weil sie Verhaltensweisen beschreiben, die wir wiedererkennen können. Wenn wir sie aber alle als “toxisch” über einen Kamm scheren, wie es heute getan wird, bleiben wir in der Opferrolle. <br/><br/>Aus meiner Sicht beschreibt Lillian Glass 30 verschiedene Schutzstrategien, von denen jeder von uns welche unbewusst nutzt, weil sie Teil unserer Überlebensstrategie sind. Ob dieses Verhalten eine andere Person triggert oder nicht, zeige ich in einem konkreten Beispiel. Aber grundsätzlich gilt:<br/><br/><strong>Jedes Verhalten hatte einmal eine Funktion.</strong></p><ul><li><p>Das Kind, das gelernt hat zu lügen → weil die Wahrheit zu Bestrafung führte</p></li><li><p>Der Mensch, der emotional auf Distanz geht → weil Nähe früher gefährlich war</p></li><li><p>Die Person, die andere runtermacht → weil sie selbst ständig runtergemacht wurde </p></li></ul><p><strong>Diese Strategien waren damals lebensnotwendig.</strong></p><p>Das Problem ist: Sie werden auch dann noch benutzt, wenn die ursprüngliche Bedrohung längst vorbei ist. Der Mensch reagiert auch psychisch auf Phantomschmerz.<br/><br/>[Diesen Absatz schreibe ich nachdem ich den Artikel fertig geschrieben habe. Eigentlich wollte ich alle 30 “toxischen” Typen analysieren. Nachdem ich die ersten drei genauer angesehen habe, musste ich dieses Unterfangen beenden. Meinen Mitgliedern zeige ich sehr ausführlich mit Beispielen auf, wie gefährlich diese Typisierungen wirklich sind und ich verstehe jetzt noch besser, warum ich so einen inneren Widerstand bei dem inflationären Gebrauch des Wortes habe. Nicht zu unrecht.]</p><p></p><p><a href="https://steady.page/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/7e2a6844-1881-4f1c-b34f-969679d80ded">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bewusstsein & Wandel ]]></category>
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      <pubDate>Fri, 13 Feb 2026 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Warum die Zuschreibung “toxische Menschen” selbst toxisch ist]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn wir Unverbogen im Job werden wollen, müssen wir uns auch mit der Frage auseinandersetzen, warum es so einfach ist, andere Menschen als "toxisch" zu bezeichnen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn wir Unverbogen im Job werden wollen, müssen wir uns auch mit der Frage auseinandersetzen, was uns u.a. in den Sozialen Medien, aber mittlerweile auch von großen Krankenkassen zum Thema “toxisch” vermittelt wird. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich beobachte, dass diese Beiträge enorme Like-Zahlen und viele Kommentare bekommen. lrgendwas scheinen sie also zu haben, was die Menschen anspricht.</p><p>Als ich nach der Definition von “toxische” Menschen geschaut habe, fand ich alle möglichen Beiträge, aber keinen direkten Eintrag bei Wikipedia. Toxisch wird dort nur, wie es korrekt ist, im Sinne von giftigen Substanzen gebraucht und beschrieben. <br/><br/>Ich musste tatsächlich KI bemühen, um herauszufinden, woher der Begriff nun stammen könnte:</p><blockquote><p>Lillian Glass hat mit ihrem 1995 erschienenen Ratgeber-Buch &quot;Toxic People: 10 Ways of Dealing with People Who Make Your Life Miserable&quot; den Begriff &quot;toxic people&quot; geprägt und popularisiert. <a href="https://www.overdrive.com/media/2416309/toxic-people">OverDrive</a><a href="https://www.barnesandnoble.com/w/toxic-people-lillian-glass-phd/1110995965">Barnes &amp; Noble</a>.</p><p></p><p>Glass ist keine Psychologin, sondern bezeichnet sich selbst als &quot;First Lady of Communication&quot; und arbeitet als Body-Language-Expertin und Kommunikationsberaterin <a href="https://www.refinery29.com/en-gb/labelling-people-toxic">Refinery29</a>. Sie hat einen Doktortitel in Kommunikationsstörungen von der University of Minnesota.</p></blockquote><p>Dieses Buch war/ist ein Bestseller. Sie hat international Vorträge gehalten. Der Begriff “toxisch” ist 30 Jahre später überall:</p><ul><li><p>Toxische Beziehung</p></li><li><p>Toxische Freundschaft</p></li><li><p>Toxischer Arbeitsplatz</p></li><li><p>Toxische Familie</p></li><li><p>Toxische Positivität</p></li><li><p>Toxische Männlichkeit</p></li></ul><p>Da wir so inflationär mit einem Begriff umgehen, der 1995 geprägt wurde, sollten wir uns doch zumindest etwas näher damit auseinandersetzen. Ich glaube kaum, dass irgendwer da draußen, sich jemals mit der Herkunft des Wortes beschäftigt hat. Es ist einfach nur mega einfach und populär, andere Menschen und Situationen als toxisch zu bezeichnen. <br/><br/>Das macht es doch super einfach, ja nicht selbst an der zwischenmenschlichen dysfunktionalen Beziehung beteiligt zu sein. Es macht es einfach, die Schuld nach außen zu weisen. War ja ein toxischer Mensch, ein toxischer Arbeitsplatz, etc. Ist doch prima. Du warst es entsprechend nie selbst. Eine bessere Erklärung kann es doch nicht geben, oder?</p><p>Oh, wenn du jetzt glaubst, ich habe die Schuld nicht anderen in die Schuhe geschoben, dann irrst du. Nur kannte ich damals den Begriff “toxisch” noch nicht. Denn wir lernen das “du hast … getan” schon sehr früh in unserer Kindheit. Eigentlich sollten wir später als Erwachsene aber auch lernen, dass es auch ein “ich bin beteiligt” gibt.</p><p>Was ich - bevor ich tiefer eintauche - noch klarstellen möchte. Ich verleugne nicht, dass es dysfunktionale und auch narzisstische Verhaltensweisen gibt, die anderen Menschen schaden. Ich halte diese Verhaltensweisen auch nicht für akzeptabel oder entschuldbar. Ich weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, wie es ist, wenn man in dysfunktionalen Familienstrukturen aufwächst, gemobbt wird, ausgeschlossen wird und mit narzisstischen Verhaltensweisen im Job konfrontiert wird. Das ist sicherlich nicht schön und es prägt uns.</p><p>Aber wenn du jetzt genau gelesen hast, spreche ich von <mark style="background-color: rgb(247, 227, 225); color: inherit">dysfunktionalen, narzisstischen Verhaltensweisen</mark> und nicht von toxischen Menschen. Denn mit “toxischen Menschen” beschreiben wir den Menschen, seine Identität. Aber es ist eine Beziehungsdynamik die da abläuft und hat nichts mit dem Charakter, der Identität zu tun. Das Verhalten basiert auf integrierten Verhaltensweisen, die als Reaktion auf das eigene dysfunktionale, narzisstisch geprägte Kindheitserleben (trifft auch Kinder von Helikopter- oder Rasenmäher-Eltern) in Form von Überlebensstrategien, Glaubenssätzen und Mustern entstanden sind. Wo sich dieser Mensch selbst u.U. in einem Trauma befindet, was nicht behandelt worden ist. Das Verhalten ist deshalb nicht entschuldbar, aber aus einer anderen Perspektive zu betrachten. <br/><br/>Was mich bei dem Thema “toxische” Menschen, etc. stört, ist, dass wir mit dem Finger auf andere zeigen, aber unser eigenes toxisches Verhalten nicht sehen wollen. Wie war das mit dem Glashaus und dem ersten Stein? Wer kann von sich wirklich behaupten, keine “toxischen” Verhaltensweisen an den Tag zu legen?</p><p>Vor allem aber:<br/>Der Begriff &quot;toxisch&quot; ist <strong>in sich selbst toxisch</strong>, weil er:</p><p><strong>1. Entmenschlicht</strong> &quot;Toxisch&quot; = giftig, vergiftend, wie eine Chemikalie Das reduziert einen Menschen auf eine Schadstoffquelle. Es nimmt ihm die Menschlichkeit, die Komplexität, die Geschichte. Wir werden ohnehin schon zu Objekten deklariert. Das macht es noch schlimmer.</p><p><strong>2. Absolutes Urteil</strong> Es gibt kein &quot;ein bisschen toxisch&quot; oder &quot;manchmal toxisch in bestimmten Kontexten&quot;. Toxisch ist eine Totalaussage: Diese Person IST Gift.</p><p><strong>3. Lässt keine Heilung zu</strong> Mit Gift geht man nicht um – man entsorgt es, man meidet es. Der Begriff lässt keine Möglichkeit für Veränderung, Wachstum, Heilung, Beziehung.</p><p><strong>4. Wertet ab und kategorisiert</strong> Genau das, was narzisstisches Verhalten macht: Spalten in &quot;gut&quot; und &quot;böse&quot;, &quot;ich bin okay&quot; und &quot;du bist toxisch/Gift&quot;.</p><p><strong>5. Projektion</strong> Indem ich dich als &quot;toxisch&quot; labele, muss ich mich nicht mit meinem Anteil auseinandersetzen. Ich bin das Opfer deiner Toxizität. Kaum beachtet, dass du vielleicht selbst derjenige bist, der sich toxisch verhält (und das eigene Verhalten auf sein Gegenüber projiziert).</p><p><strong>Das heißt:</strong></p><p>Der Begriff selbst macht genau das, was er angeblich beschreibt:</p><ul><li><p>Er vergiftet die Beziehung (durch das Label)</p></li><li><p>Er verhindert Wachstum (keine Selbstreflexion)</p></li><li><p>Er ist nicht unterstützend (spaltet in gut/böse)</p></li><li><p>Er sabotiert produktive Beziehungen (durch Stigmatisierung)</p></li></ul><p>Du hast immer die Wahl und vor allem trägst du, egal, wie du dich entscheidest, die Verantwortung. Du kannst dich entscheiden, weiterhin das Opfer zu bleiben und deine Umstände anderen Menschen in die Schuhe schieben (denn auch ein Arbeitsumfeld wird von Menschen geprägt) oder du beginnst kritisch solche Begriffe wie “toxisch” zu hinterfragen (wie wir es bereits mit Loyalität gemacht haben) und die erwachsene Verantwortung für dein Leben zu übernehmen. Das würde wohl dann auch bedeuten, den “toxischen” Anklagen im Internet kein weiteres Like zu schenken. Und dabei solltest du dich immer fragen:</p><blockquote><p>“Wie würde ich mich fühlen, wenn ich wegen meiner Kindheitsprägungen und unbewussten Verhaltensweisen, die daraus entstanden sind, weil sie mein Überleben gesichert haben, als toxisch deklariert würde?”</p></blockquote><p>Auch wenn du niemanden persönlich als “toxisch” bezeichnest. Sobald du entsprechende Posts likst oder kommentierst, bist du mit involviert. Sobald du Menschen darin unterstützt, sich als Opfer “toxischer” Menschen oder Umstände zu betrachten, bist du mit Täter, weil du diesen Menschen darin bestärkst, die Verantwortung abzugeben. Du nimmst ihm in diesem Moment die eigene Handlungsfähigkeit. <br/><br/>Spannend, wie schnell man selbst andere Menschen in ihrem Wachstum bremsen kann. Bist du jetzt auch toxisch? <br/><br/>Lass uns jetzt mal genauer ansehen, was diese Lillian Glass da damals (mit ihrem damaligen psychischen Entwicklungsstand, ihren damaligen Verletzungen und ihrem damaligen Erfahrungsschatz) geschrieben hat. Wenn du aussteigen willst aus diesen Dynamiken und deine Verantwortung übernehmen möchtest, solltest du dir diese Einblicke nicht entgehen lassen.</p><p><a href="https://steady.page/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/485ac243-67fa-4967-b078-76c996d65a01">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bewusstsein & Wandel ]]></category>
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      <pubDate>Fri, 06 Feb 2026 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zwei Wege in Sachen Loyalität: Bleiben oder Gehen?]]></title>
      <description><![CDATA[Anna und Julia erleben im Job die gleiche Situation. Anna bleibt und wird krank. Julia geht. In diesem Praxisbeispiel zeige ich dir die versteckten Dynamiken.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Zwei Wege in Sachen Loyalität: Dieselbe Situation, andere Entscheidung</h1><p>Wir haben uns jetzt ausführlich mit Loyalität beschäftigt. Heute möchte ich dir mit einem Praxisbeispiel helfen, die Dynamiken zu verstehen, die unbewusst ablaufen und die jeden von uns (allerdings in unterschiedlicher Form) treffen. Zumindest solange, bis wir uns selbst erkennen. In der Geschichte von Anna bekommst du immer wieder <strong>kleine Zusatznotizen, die dir sofort erklären, was gerade in der Psyche, im Denken, im Handeln abläuft</strong>. Dann nehme ich dich kurz mit in Julias Geschichte. Im zweiten Teil gebe ich dir dann Einblicke, wie Julia aus dem Weg, den Anna geht, ausgestiegen ist. Du erhältst außerdem ein paar Reflexionsfragen für dich selbst, um dieses Beispiel aktiv für dich zu nutzen. </p><p><strong>Kurze Einleitung</strong></p><p>Anna und Julia haben sich nie kennengelernt. Sie leben in verschiedenen Städten, arbeiten in unterschiedlichen Branchen und müssen beide alleine für ihren Lebensunterhalt sorgen. Und doch verbindet sie etwas: Beide standen vor derselben Entscheidung. Beide hatten einen Chef mit narzisstischen Verhaltensweisen. Beide spürten, dass etwas nicht stimmte.</p><p>Aber der Umgang mit dieser Situation ging in zwei völlig unterschiedliche Richtungen.</p><p>Anna blieb. Julia ging.</p><p>Zwei Jahre später sitzt Anna in einer Klinik für psychosomatische Rehabilitation. Julia hat gerade ihre Beförderung gefeiert.</p><p>Was ist passiert?</p><hr aria-hidden="true"/><h2><strong>Anna: &quot;Ich habe hier so viel investiert&quot;</strong></h2><p>Anna, 38, Teamleiterin in einem mittelständischen Marketingunternehmen. Sie war stolz auf ihren Job. Stolz darauf, wie weit sie es gebracht hatte. Von der Junior-Position zur Teamleiterin – in acht Jahren.</p><p>Als ihr neuer Vorgesetzter kam, spürte sie sofort: Das wird anders.</p><p>Er war ungeduldig. Kritisch. Nichts war gut genug. Präsentationen, die Anna sorgfältig vorbereitet hatte, wurden im Meeting zerrissen. Ihre Ideen wurden übergangen. Ihre Erfolge wurden nicht mehr erwähnt.</p><p>Anna sagte sich: &quot;Das ist eine Umstellungsphase. Er muss mich erst kennenlernen.&quot;</p><p>👋<em>Neu hier? </em><a href="https://steady.page/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up"><em>Abonniere den Newsletter kostenlos</em></a><em>.</em></p><blockquote><p><strong>Was hier bereits beginnt:</strong> Anna rationalisiert das Verhalten ihres Vorgesetzten. Statt sein Verhalten zu hinterfragen, sucht sie die Erklärung außerhalb – in einer &quot;aktuellen Phase&quot;. Sie entschuldigt ihn und glaubt, dass sie sich nur mehr anstrengen muss, damit er sehen kann, was sie drauf hat. Das ist ein erstes Zeichen für einen tief verankerten Glaubenssatz: &quot;Wenn jemand mich schlecht behandelt, liegt es an mir oder den Umständen – nicht an ihm.&quot; Sie kennt sein Verhalten aus ihrer Kindheit. Das ist ihr aber nicht bewusst.</p></blockquote><p>Sie arbeitete mehr. Bereitete Meetings noch akribischer vor. Blieb länger im Büro. Antwortete auch abends auf E-Mails.</p><blockquote><p><strong>Ihre Überlebensstrategie übernimmt: </strong>Anna zeigt hier eine Mischung aus zwei Reaktionsmustern – Fawn Response (sich anpassen, gefallen wollen) und Flight (hier: in Leistung flüchten). Sie hat früh gelernt: &quot;Wenn ich perfekt funktioniere UND gleichzeitig angepasst bin, bin ich sicher. Leistung macht mich wertvoll.&quot; Die Kontrolle, die ihr im Umgang mit ihrem Chef fehlt, versucht sie durch Perfektion zurückzugewinnen. Aber dieser Versuch kostet sie enorm viel Energie – und führt nirgendwohin.</p></blockquote><p>Aber manchmal schien es zu funktionieren. Dann lobte er sie plötzlich. &quot;Gute Arbeit, Anna.&quot; Ein Lächeln. Ein freundlicher Ton. Sie spürte Erleichterung. &quot;Siehst du? Es wird besser.&quot;</p><p>Aber zwei Tage später war die Kälte zurück. Als wäre nichts gewesen. Als hätte er nie gelobt. Anna verstand es nicht. Was hatte sie falsch gemacht? Was hatte sich verändert?</p><blockquote><p><strong>Die narzisstische Falle schnappt zu:</strong> Das nennt sich &quot;intermittierende Verstärkung&quot; – eine der wirksamsten Manipulationstaktiken überhaupt. Wie bei einer Spielsucht: Die unvorhersehbare Belohnung (sein Lob) hält Anna in einer Dauerschleife der Hoffnung. Sie denkt: &quot;Wenn ich nur noch ein bisschen besser werde, kommt das Lob wieder.&quot; Sie glaubt, die Kontrolle endlich wieder zurück zu haben. Aber die Messlatte verschiebt sich ständig. Es gibt kein &quot;gut genug&quot; bei einem narzisstischen Chef. Das ist das Prinzip. Und genau diese Unberechenbarkeit macht Anna abhängig von seiner Anerkennung. Sie probiert nun alle ihre erlernten Strategien, um herauszufinden, was ihr die Kontrolle zurückbringt.</p></blockquote><blockquote><p><strong>Ein kleiner Hinweis zum Chef: </strong>Ich nutze hier an der Stelle bewusst nicht das so beliebte und aus meiner Sicht missbrauchte Wort “toxisch” für einen Menschen. Es handelt sich auch in den meisten Fällen nicht um eine pathologische narzisstische Persönlichkeitsstörung. Das narzisstische Verhaltensmuster ist der Fight (Kampf) unter den Überlebensstrategien und resultiert, wie Flight, Freeze und Fawn auch aus dem, was dieser Mensch als Kind erleben musste. Keine Strategie ist besser oder schlechter als die andere. Jeder hat nur eine andere Strategie entwickelt, wie er mit den Kindheitsverletzungen, Ängsten, emotionalen und körperlichen Misshandlungen etc. umgeht. Beide handeln aus dem falschen Selbst oder der geprägten, konditionierten Identität, wo viele Anteile im Inneren versteckt sind, weil sie als Kind keine Daseinsberechtigung hatten. Es gibt Überlebensstrategien, die andere anziehen und “brauchen”. Das ist auch der Grund, warum wir mit unserer eigenen Überlebensstrategie immer einen bestimmten Typ Mensch in unser Leben ziehen. Zumindest solange, bis wir uns unserer Strategien bewusst sind, ihr Wirken erkennen und aussteigen. Trotzdem sind die Verhaltensweisen narzisstisch geprägter Menschen deshalb nicht schönzureden, zu akzeptieren oder gar zu entschuldigen. Das gilt grundsätzlich für alle Verhaltensweisen, wo andere Menschen drunter leiden (müssen).</p></blockquote><p>Sie begann, sein Verhalten zu studieren. Seine Stimmungen. Versuchte vorherzusehen, wann er freundlich sein würde und wann nicht. Es fühlte sich an wie ein Tanz, bei dem sie die Schritte nicht kannte. Innerlich stand sie die ganze Zeit auf Habacht, versuchte proaktiv das Richtige zu machen und passte sich immer mehr an.</p><blockquote><p><strong>Hypervigilanz setzt ein:</strong> Das ist klassisches Fawn Response-Verhalten. Anna ist in ständiger Alarmbereitschaft. Ihr Nervensystem läuft auf Hochtouren, analysiert jede Kleinigkeit, versucht Gefahr vorherzusehen. Sie steht unter Dauerstress und ist unglaublich sensibel für jede Verhaltensveränderung, die sie schon frühzeitig wahrnimmt. Diese Überlebensstrategie hat sie bereits in ihrer Kindheit gelernt: &quot;Wenn ich die Stimmung meiner Mutter rechtzeitig erkenne und mich anpasse, bin ich sicher.&quot; Im Berufsleben reaktiviert sich dieses Muster – automatisch, unbewusst. Anna merkt nicht, dass sie nicht mehr &quot;arbeitet&quot;, sondern &quot;überlebt&quot;.</p></blockquote><p>Ihr Team spürte die Veränderung. &quot;Anna, du siehst erschöpft aus&quot;, sagte eine Kollegin. Anna winkte ab. &quot;Alles gut. Nur viel zu tun gerade.&quot;</p><blockquote><p><strong>Das Muster der Isolation:</strong> Anna macht das, was viele Menschen in “toxischen” Situationen tun – sie verleugnet das Problem und schließt andere aus. Warum? Weil Zugeben bedeuten würde, dass etwas wirklich nicht stimmt. Sie hat früh gelernt, dass ihr ohnehin keiner glaubt oder gar hilft. Weil sie sich schämt (&quot;Ich sollte das doch schaffen&quot;). Dieses Gefühl nimmt sie nicht mehr bewusst wahr. Es ist tief vergraben und läuft trotzdem ab. Und weil sie niemanden &quot;belasten&quot; will – selbst in ihrer Erschöpfung versucht sie noch, andere zu schonen. Sie hat den Zugang zu sich selbst verloren. Ihr Körper schreit, aber sie hört nicht mehr hin.</p></blockquote><p>Aber innerlich? Innerlich wuchs etwas. Eine Unruhe. Ein Druck. Etwas, das sie nicht benennen konnte.</p><p>Nachts lag sie wach. Grübelte über Meetings. Über Sätze, die gefallen waren. Über Blicke. Über sein wechselndes Verhalten. Sie fühlte sich klein. Unsicher. Als hätte sie etwas falsch gemacht – nur was? Es musste an ihr liegen. Sie müsste sich nur besser anstrengen. Dann würde er schon erkennen, was er an ihr hat.</p><blockquote><p><strong>Der Kern der Falle:</strong> &quot;Es muss an mir liegen.&quot; Dieser Glaubenssatz ist das Fundament von Annas Leiden. Er stammt aus ihrer Kindheit, wo sie gelernt hat: &quot;Wenn Mama/Papa unzufrieden ist, bin ich schuld. Wenn ich nur besser/braver/perfekter wäre, würde ich geliebt.&quot; Dieses Muster überträgt sie jetzt auf ihren Chef. Sie kann nicht sehen, dass sein Verhalten nichts mit ihrer Leistung zu tun hat. Nichts mit ihr zu tun hat. Er reagiert auf ihre Überlebensstrategie. Und es ist seine Strategie, sie klein zu halten. Stattdessen macht sie sich selbst verantwortlich – und arbeitet noch härter. Hier treffen zwei verletzte Kinder mit ihren Überlebensstrategien aufeinander. Nur der eine nutzt seine Macht. Die andere steckt in der Opferrolle fest.</p></blockquote><p>Die Migräne kam schleichend. Erst einmal im Monat. Dann wöchentlich. Ihre Ärztin riet zu Entspannung. Anna nickte. Aber Entspannung? Wie sollte das gehen, wenn so viel zu tun war?</p><blockquote><p><strong>Der Körper schreit:</strong> Migräne, Verspannungen, Schlaflosigkeit, aber auch Übelkeit, Schmerzen, Panikattacken – das sind keine Zufälle. Das ist Annas Nervensystem, das kollabiert. Ihr Körper sendet Warnsignale: &quot;Stopp! Das ist zu viel!&quot; Aber Anna interpretiert diese Signale als weitere Schwäche, als etwas, das sie überwinden muss. Sie hört nicht hin. Sie funktioniert weiter. Bis der Körper keine andere Wahl mehr hat, als komplett abzuschalten.</p></blockquote><p>Ihre beste Freundin fragte: &quot;Warum kündigst du nicht einfach?&quot;</p><p>Anna schaute sie an, als hätte sie etwas Absurdes gesagt.</p><p>&quot;Ich habe hier acht Jahre investiert. Ich kann doch nicht einfach gehen.&quot;</p><p>&quot;Aber du bist unglücklich.&quot;</p><p>&quot;Das geht vorbei. Ich muss nur besser werden.&quot;</p><blockquote><p><strong>Die Sunk Cost Fallacy:</strong> &quot;Ich habe hier acht Jahre investiert.&quot; Das ist die Versunkene-Kosten-Falle. Anna glaubt, dass die bereits investierte Zeit ein Grund zum Bleiben ist. Aber diese acht Jahre kommen nicht zurück – egal, was sie jetzt tut. Die einzige relevante Frage ist: &quot;Will ich das nächste Jahr hier verbringen? Das übernächste?&quot; Aber diese Frage stellt Anna sich nicht. Sie bleibt, weil sie schon so lange da ist. Das ist kein rationales Argument. Es ist ein emotionaler Reflex, gespeist von Glaubenssätzen wie &quot;Durchhalten ist eine Tugend&quot; und &quot;Aufgeben ist Versagen&quot;. </p></blockquote><blockquote><p><strong>Die Loyalitätsfalle:</strong> Hier zeigt sich etwas Tieferes als nur die Sunk Cost Fallacy. Anna überträgt ein Kindheitsmuster: Als Kind musste sie loyal sein – zu ihren Eltern, egal wie diese sie behandelten. Sie konnte nicht einfach gehen. Weglaufen war keine Option. Loyalität bedeutete Überleben. Dieses Muster hat sie auf ihren Arbeitgeber übertragen. In ihrem inneren System fühlt es sich an wie Verrat, zu gehen. Wie Aufgeben. Wie Versagen. Aber Anna ist heute kein Kind mehr. Sie KANN gehen. Nur ihr Nervensystem weiß das noch nicht. Es reagiert, als wäre sie immer noch das kleine Mädchen, das keine Wahl hatte.</p></blockquote><p>Sie blieb.</p><p>Ein Jahr später brach sie zusammen. Panikattacke im Büro. Kreislaufzusammenbruch. Notarzt.</p><p>Die Diagnose von ihrem Hausarzt: Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen. Empfehlung: Klinikaufenthalt.</p><p>Anna saß später in ihrem Auto und weinte. Wie konnte das passieren? Sie hatte doch alles richtig gemacht. Hatte sich angestrengt. Hatte durchgehalten.</p><blockquote><p><strong>Der Zusammenbruch:</strong> Annas Nervensystem hat kapituliert. Nicht, weil sie schwach war. Sondern weil sie viel zu lange gegen sich selbst gekämpft hat. Weil sie ihre Bedürfnisse ignoriert, ihre Grenzen überschritten und ihre Wahrnehmung verleugnet hat. Der Zusammenbruch ist nicht das Problem – er ist die Lösung des Körpers. Die einzige Möglichkeit, Anna aus dieser Situation zu holen, weil sie selbst nicht gehen konnte.</p></blockquote><p>Warum hatte sie nicht früher gehen können?</p><blockquote><p><strong>Die unsichtbaren Fesseln:</strong> Anna konnte nicht gehen, weil sie gefangen war – nicht in der Situation, sondern in ihren eigenen Mustern. In den Glaubenssätzen ihrer Kindheit: &quot;Durchhalten ist gut. Aufgeben ist schlecht. Wenn ich leide, muss ich stärker werden.&quot; In ihrer Überlebensstrategie Fawn Response: &quot;Wenn ich mich anpasse und funktioniere, bin ich sicher.&quot; Und in der narzisstischen Dynamik ihres Chefs, die genau diese Muster ausnutzte. Anna sah diese Fesseln nicht. Sie fühlte sich nur gelähmt. Unfähig zu handeln. </p></blockquote><hr aria-hidden="true"/><p>Nun lerne noch kurz Julia kennen, bevor wir herausfinden, was Julia getan hat, um die gleiche Situation ganz anders zu bewältigen. </p><h2><strong>Julia: &quot;Ich bin mir selbst mehr wert&quot;</strong></h2><p>Julia, 35, Projektmanagerin in einem Tech-Unternehmen. Auch sie bekam einen neuen Vorgesetzten. Auch er war kritisch, überhörte ihre Ideen, machte abfällige Bemerkungen.</p><p>Aber Julia reagierte anders.</p><p>Nach dem dritten Meeting spürte sie etwas in ihrem Körper. Ein Ziehen im Magen. Ein Engegefühl in der Brust. Sie kannte dieses Gefühl aus ihrer Kindheit.</p><p>Sie erkannte: Ihre alten Muster aktivierten sich. Das Bedürfnis, sich anzupassen. Kleiner zu machen. Zu funktionieren.</p><p>&quot;Das tue ich nicht nochmal&quot;, sagte sie zu sich selbst.</p><p>Sie versuchte ein klärendes Gespräch. Als ihr Chef ihre Wahrnehmung infrage stellte (&quot;Das habe ich nie gesagt&quot;), erkannte sie: Hier gibt es keinen Raum für Veränderung.</p><p>Drei Wochen später kündigte sie.</p><p>Sechs Monate später: neuer Job, wertschätzender Chef. Ein Jahr später: Beförderung.</p><p>Als eine Freundin sie fragte: &quot;Wie hast du das geschafft?&quot;, antwortete Julia: &quot;Ich habe gelernt, dass ich mir selbst mehr wert bin als ein Job, der mich krank macht.&quot;</p><hr aria-hidden="true"/><h2><strong>Der Unterschied</strong></h2><p>Anna und Julia. Beide kompetent. Beide erfahren. Beide in derselben Situation.</p><p>Aber Anna blieb, bis sie zusammenbrach. Julia ging, bevor es so weit kam.</p><p>Was ist der Unterschied?</p><hr aria-hidden="true"/><h2><strong>Was Julia anders machte</strong></h2><p><a href="https://steady.page/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/d3cb14c9-fd54-42e8-8337-7bb7577a717b">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bewusstsein & Wandel ]]></category>
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      <pubDate>Fri, 30 Jan 2026 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Januar 2026: Reflexion falsche Loyalität aufdecken]]></title>
      <description><![CDATA[In diesem Artikel erhältst du wieder 11 Reflexionsaufgaben und einige Bonusübungen. Erkenne deine falschen Loyalitäten und finde heraus, was sie dich wirklich kosten.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Januar 2026: Reflexion falsche Loyalität – Erkenne, wo du dich selbst verrätst</h1><p>In den letzten drei Artikeln sind wir der Bedeutung und den Auswirkungen von Loyalität auf den Grund gegangen. Heute lade ich dich ein, in deinem eigenen Leben nach “falschen” Loyalitäten Ausschau zu halten.</p><p>Während meines eigenen Bewusstseinswachstum ist mir aufgefallen, dass ich meine Überlebensstrategien u.a. auch deshalb aufrecht hielt, weil ich unbewusst an diverse Loyalitäten gebunden war. Die Loyalität zur Familie, deren unausgesprochenen Systemregeln waren Hauptursache, warum ich meine Überlebensstrategien nicht erkennen konnte. Ich “durfte” sie nicht aufdecken. Das wäre gefährlich gewesen.</p><p>Wir Menschen sind aber in einer Zeit angekommen, wo es uns leichter fällt, als je zuvor, unseren falschen Loyalitäten, unseren Ängsten, unseren Überlebensstrategien, unseren Glaubenssätzen und Mustern auf die Spur zu kommen. Sie aufzudecken und vor allem in ihrer ganzen fatalen Auswirkung zu erkennen. Das nennt man in der spirituellen Szene “Erwachen”. Und ja, es ist ein Erwachen - nur nicht so, wie es dort beschrieben wird. Alle die es nicht wirklich erlebt haben, glauben, dass sie danach im Himmelreich des Friedens und der allgegenwärtigen Liebe ankommen und sie irgendwie “entrückt” sind. Das ist es aber keineswegs.</p><p>Erwachen braucht den Mut ins eigene Innere vorzudringen. Es braucht den Mut, die eigenen Schatten aufdecken zu wollen und alles, was damit einhergeht, zuzulassen. Es öffnet, wenn man diese Phase durchlaufen hat, regelrecht die Augen. Man erwacht wirklich und erkennt, was man in meinem Fall über 50 Jahre nicht hat sehen können. Deshalb sollen dir meine Workbooks einmal im Monat helfen, hinzuschauen. Es braucht keine großen, teuren Masterminds. Es braucht keine Konzepte - egal, was sie versprechen. Dir hilft auch kein positives Denken, denn du wirst erleben, dass du deine ganzen als “schlecht” betitelten Gefühle plötzlich wiederfindest und spüren darfst. Das ist in “The Secret” und der positiven Psychologie so “nicht erlaubt” und lässt dich sogar glauben, dass du dann verantwortlich bist, wenn es in deinem Leben schief läuft. Natürlich ist eine positive Einstellung gut, aber ein Unterschied zu zwanghaftem positivem Denken. Das ist mega anstrengend und dein Nervensystem glaubt es dir ohnehin nicht. Es macht dir nur noch mehr Stress. <br/><br/>Denn diese Gefühle gehören zu uns. Sie waren nur als wir Kind waren, von unseren Eltern unerwünscht. Sie zeigen dir, womit du in Resonanz gehst und womit nicht. Wenn du dir alles positiv denkst, wirst du feststellen, dass du keine Differenzen mehr wahrnimmst und dich maßlos anstrengen musst, um diesen “Zustand” zu halten. Er ist nicht normal und im besten Fall endest du in Panikattacken, weil dein Körper rebelliert. <br/><br/>Also lass uns eintauchen in das, was dir hilft, den Blick nach Innen zu richten. Ganz für dich und in deinem Tempo. Denn keiner kann dir dabei helfen, diesen Blick zu wagen. Du kannst von Außen immer nur Impulse bekommen, die du dann, wenn du mit ihnen in Resonanz gehst, nutzen kannst.</p><hr aria-hidden="true"/><p>Kennst du das Gefühl, wenn du Ja sagst, obwohl jedes Atom in dir Nein schreit? Wenn du Erwartungen erfüllst, die nicht deine eigenen sind? Wenn du dich anpasst, verbiegst, zurücknimmst – nicht aus Verbundenheit, sondern aus Angst vor Ablehnung?</p><p>Das ist keine Schwäche. Das ist falsche Loyalität.</p><p>Sie entstand in deiner Kindheit als Überlebensstrategie. Damals war es sinnvoll, loyal zu sein – zu Eltern, Geschwistern, dem Familiensystem. Heute führt diese unbewusste Loyalität zu inneren Konflikten, Erschöpfung und dem Gefühl, dich selbst zu verraten.</p><p>Die gute Nachricht: Falsche Loyalität ist erkennbar. Und nur was erkannt wird, kann sich verändern.</p><p>Dieser Reflexionsleitfaden lädt dich ein, ehrlich hinzusehen. Nicht um dich zu verurteilen, sondern um die Muster zu entlarven, die dich von dir selbst entfremden.</p><p>Nimm dir Zeit. Du musst nichts „richtig&quot; machen – nur bereit sein, die Wahrheit über deine Loyalitäten zu sehen.</p><hr aria-hidden="true"/><p><strong>Der vollständige Artikel mit allen 11 Reflexionsaufgaben plus Bonus Übungen und dem Loyalitäts-Konflikt-Check ist exklusiv für Steady-Mitglieder verfügbar.</strong><br/><br/>Was erwartet dich?</p><p>11 Reflexionsaufgaben zu folgenden Themenbereichen:</p><ol><li><p><strong>Wo beginnt falsche Loyalität?</strong><br/>Entdecke, welche unbewussten Loyalitätsprägungen dich noch leiten.</p></li><li><p><strong>Falsche Loyalität im Job</strong><br/>Prüfe, wo du dich selbst auf Kosten deiner Werte zurücknimmst.</p></li><li><p><strong>Die Mechanismen falscher Loyalität</strong><br/>Lerne, welche unsichtbaren Muster dein Verhalten steuern.</p></li><li><p><strong>Der Spiegel: Was dir andere zeigen</strong><br/>Erkenne, wer deine Loyalitätsthemen triggert und welche Dynamiken entstehen.</p></li><li><p><strong>Der Weg heraus: Von falscher Loyalität zu Integrität</strong><br/>Finde heraus, wie du Schritt für Schritt deine Selbsttreue zurückgewinnst.</p></li><li><p><strong>Bonus-Übung &amp; Mini-Impulse</strong><br/>Zusätzliche Anregungen zur Vertiefung und Reflexion.<br/></p></li></ol><p><a href="https://steady.page/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/5b438045-397a-48b0-afbc-8b71ba26fd99">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bewusstsein & Wandel ]]></category>
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      <pubDate>Fri, 23 Jan 2026 07:00:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was wäre, wenn Loyalität Integrität wird?]]></title>
      <description><![CDATA[Was bedeutet es, wenn man Loyalität den Rücken zukehrt und sich selbst gegenüber "loyal" wird? Erfahre, welche 5 Phasen du durchläufst, um deine Integrität zu finden. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Noch einmal kurz zur Erinnerung:<br/><br/>Loyalität hat eine feste Definition:<br/>Sie sagt aus, dass <em>Loyalität bedeutet, im Interesse eines gemeinsamen höheren Zieles, <mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">die Werte (und Ideologie) </mark></em><strong><em><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">des Anderen </mark></em></strong><em><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">zu teilen und zu vertreten</mark> bzw. <mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">diese auch dann zu vertreten, wenn man sie nicht vollumfänglich teilt</mark>, solange dies der Bewahrung des gemeinsam vertretenen höheren Zieles dient.</em><br/><br/>Wir haben uns im letzten Artikel gefragt, woher wir eigentlich Loyalität kennen und warum sie bei uns Menschen so eine gravierende Rolle spielt. Dazu sind wir kurz in die Bindungstheorie eingetaucht. Wir haben neben persönlichen Beispielen, die das Ganze verdeutlichten sollten, einen Einblick genommen in die körperlichen Symptome, die sich zeigen, wenn wir gegen uns selbst handeln, weil wir die Werte und Ideologien des Anderen eben nicht vollumfänglich teilen. Wenn wir uns anpassen, verbiegen, unsere Werte verleugnen oder uns in Überlebensstrategien verfangen, ohne uns ihrer bewusst zu sein. Wir haben uns unsere emotionale Welt und unsere verräterischen Verhaltensweisen angesehen und haben uns gefragt: “Und jetzt?”. <br/><br/>Wichtig war zunächst einmal die Unterscheidung zwischen “Ich-Egoismus” und ich habe es mal “Selbst-Egoismus” genannt. Mit dem Selbst-Egoismus sind wir dem “uns selbst treu” sein, schon wesentlich näher gekommen. Damit entstand die Frage, ob wir den “Begriff” Loyalität uns selbst gegenüber überhaupt nutzen können.</p><p>Aber aus meiner Sicht verwirkt der Begriff Loyalität spätestens dann seine Gültigkeit, weil er eben in seiner Ursprungsdefintion darauf abzielt, “Anderen” zu folgen, auch wenn wir selbst damit nicht in Einklang stehen. Das bedeutet für mich, dass ich damit nicht gleichzeitig mir selbst gegenüber treu sein kann. Das wäre dann ein <strong>Begriffkonflikt</strong>.</p><p>Aber was dann? Jemand aus meinem LinkedIn Netzwerk schrieb einen Beitrag mit folgender Überschrift:</p><p>Was geht dir durch den Kopf, wenn du liest:</p><blockquote><p>Ich schulde der Sache Loyalität. Nicht der Hierarchie.</p></blockquote><p>Ich persönlich fand es interessant, dass Loyalität offensichtlich zunächst mit Hierarchie (als “Andere”) verknpüft wurde und dann auf die Sache reduziert wird. Von personenbezogen auf objektbezogen oder sogar systembezogen. Kritisch empfinde ich dazu das “Schulden”. Erkennst du die <strong>Loyalitätsverschiebung</strong>? “Ich halte die Loyalität zur Hierarchie (zu diesem System) nicht mehr aus, aber ich schulde Loyalität, also suche ich mir etwas, was ich besser ertragen kann - die Sache ansich. Damit begehe ich keinen Loyalitätsverrat und bin fein mit mir.”</p><p>Es gibt sehr unterschiedliche Alltagsdefinitionen bzgl. Loyalität und was damit gemeint sein könnte. Kaum eine bezieht sich auf die ursprüngliche Version.</p><p>Was steckt aber genau dahinter?</p><h2><strong>Der Loyalitätskonflikt</strong></h2><p>Wenn Menschen merken, dass sie mit “geschuldeter” Loyalität innerlich nicht mehr mitgehen können (wollen), haben sie zunächst ein großes Problem. Es gilt als Verrat nicht “loyal zu sein”. Verrat bedeutet Ausstoß und Ausstoß aus einer Gesellschaft war in unserer evolutionären Entwicklungsgeschichte ein Todesurteil. Das ist tief in uns verankert. Als “Säugetiere” sind auch wir Herdentiere und auf die Gruppe ansich angewiesen.</p><p>Das heißt: Auf der einen Seite wollen wir dieses diffuse Gefühl nicht mehr, dass sich Loyalität irgendwie falsch anfühlt und auf der anderen Seite haben wir aber Angst diese Loyalität zu verraten. In dem Fall verschieben wir dann die Loyalität auf etwas, was noch nah genug dran ist, aber nicht mehr das in den Mittelpunkt stellt, was uns innerlich noch größere Schwierigkeiten macht. Dabei versuchen wir möglichst abstrakt zu bleiben, weil “persönlichkeitsbezogen” ist noch gefährlicher. Das nennt man einen <strong>inneren Loyalitätskonflikt</strong></p><p>- zwischen deinen eigenem inneren Empfinden und der “Schuld” Anderen Loyalität zu schulden, -</p><p>wählen zu müssen. Das ist mega stressig für unseren Körper und erschöpft uns zunehmend.<br/><br/>Der Obergau bei vielen Menschen ist es, wenn sie noch zwischen zwei Stühlen sitzen:</p><p>Zwei unterschiedliche “Andere” erwarten von uns Loyalität für eine höhere Sache.</p><p>Das bezeichnen wir mal (nur zur Unterscheidung) als <strong>äußeren Loyalitätskonflikt</strong>. Denn obwohl er natürlich auch in dir selbst stattfindet und letztendlich auch ein innerer Konflikt ist, kommt es vielen Menschen so vor, als ob sie vor zwei Entscheidungen im außen stehen. Sie registrieren nicht, dass es wiederum ein innerer, eigener Konflikt ist. Ein Beispiel dafür wäre, dass deine Familie von dir Loyalität erwartet und du für deine Familie da sein sollst und dein Arbeitgeber gleichzeitig von dir Loyalität in Form von einem hohen Arbeitseinsatz bis in die tiefen Abendstunden verlangt.</p><p>Ganz ehrlich? In beiden Fällen kannst du nur verlieren, weil du die ganze Zeit unter Strom stehst, um es allen recht zu machen:</p><ul><li><p>deiner Familie</p></li><li><p>deinem Arbeitgeber</p></li><li><p>dir selbst (wobei die meisten dann darauf tatsächlich verzichten, weil sie glauben, dass sie mit den anderen beiden Loyalitäten schon genug zu tun haben - ein fataler Irrtum)</p></li></ul><p>Was passiert? Wir versuchen, dass was uns am meisten innere Schwierigkeiten macht, loszuwerden. In meinem obigen Beispiel durch Verschiebung der Loyalität. Das ist vermutlich noch die einfachere “Lösung”. Zwischen den Stühlen zu stehen, lässt sich nicht so leicht lösen, solange man sich an die Loyalität gegenüber Anderen gebunden fühlt. <br/><br/>Abgesehen davon, dass du dich selbst verrätst und auf jeden Fall zu kurz kommst. Wenn du zwischen den Stühlen stehst, wird auch noch (meistens die Familie) zu kurz kommen. Du wirst es niemandem recht machen können. Das führt zu weiteren Konflikten, die sich dann tatsächlich im außen zeigen (handfeste Streits, Kritik, Vorwürfe, Schweigen, etc.). <br/><br/>Wo wir schon bei den Reaktionen anderer sind:</p><h3>Mit welchen Reaktionen musst du rechnen?</h3><p>Eines ist dir bestimmt auch bekannt. Wenn du die Erwartungen Anderer nicht erfüllst (also nicht loyal zur Verfügung stehst), hagelt es (stille) Vorwürfe, Unverständnis und Ablehnung. Aber vor genau dieser haben die meisten Menschen hervorgehend aus der Bindungstheorie schon Angst. Sie kommen nun in massive innere Konflikte, weil sie auf jeden Fall vermeiden müssen, abgelehnt zu werden. Ihre Überlebensmuster werden noch stärker aktiviert. Das kann je nach Strategie von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich aussehen. Wenn dazu noch Glaubenssätze kommen (und die haben wir häufiger, als uns selbst lieb ist), wie z.B.:</p><blockquote><p>Nur wenn ich loyal bin, bin ich wert, dazuzugehören.</p><p>Wenn ich mich anpasse, dann werde ich geliebt.<br/>Wenn ich funktioniere, dann wird man mich wertschätzen.</p></blockquote><p>dann verstärken sich unsere Bemühungen “loyal zu sein”. Denn die Angst (Existenzberechtigung, Daseinsberechtigung, Liebes- und Anerkennungeberechtigung, etc.) lässt uns fügsam und gehorsam sein. Oder wir verstärken unsere Kontrolle, unsere Perfektion, unser Leistungsaktionismus.</p><p>Angst spielt im Konstrukt der Loyalität eine massive Rolle. Das konnten wir auch in der Pandemiezeit hervorragend auf allen diversen Seiten beobachten. Alle forderten Loyalität - da war keine Seite besser oder schlechter als die andere. Sie alle taten es mit Angst. Und wenn du dich heute mal genau umschaust: Überall wird mit Angst gespielt, damit die Menschen loyal folgen. Loyalität ist und bleibt ein Machtkonstrukt, dass man herrlich nutzen kann, weil es so tief in uns verankert ist. Da hilft auch kein Ignorieren oder eine Begriffsveränderung oder eine Verschiebung auf ein anderes Objekt. <br/><br/>Und Angst erfährst du nicht nur im Privatleben, sondern auch subtil oder sogar direkt im Job. Es schwebt immer die Angst über der Unloyalität, dass du den Job verlieren könntest. Bloß nicht aufmucken. Schnell ducken. Oder aber die Macht, das Sagen behalten und möglichst die Kontrolle, die Vorherschaft behalten. Das machen, was die Anderen von einem verlangen oder eben dafür sorgen, dass die anderen das tun, was man braucht, damit die Angst gedeckelt bleibt. Sich verbiegen, damit man dazugehört. Unterordnen, gehorchen, gegen die eigenen Werte verstoßen. Es ist völlig egal. Ich habe eine Führungskraft gehabt, die über mich ihre Macht ausgeübt hat, mich angeschrien hat, mir mit Kündigung gedroht hat und wenn ein Vorstand etwas wollte, ganz hektisch in Panik ausbrach, alles dreifach kontrollierte, super schnell alles brauchte (bloß nicht warten lassen) und gebückt, dienend sich auf dem Weg machte. Auf der einen Seite die Loyalität mit Druck (aus Angst) einfordernd und auf der anderen Seite (aus Angst) der Loyalität folgend.</p><p>Das kann soweit führen, dass du dich (wie ich es gerade beschrieben habe) anschreien lässt, dass du vor allem loyal still hältst, Handlungen durchziehst, die du selbst abgrundtief verabscheust, nur um nicht den Job zu verlieren, der für viele Menschen wiederum die Existenz bedeutet. Wie einfach sich doch diese Angst um Existenzverlust gegen uns richten lässt! Sie ist wie ein Freifahrstschein und wir glauben auch noch hilf- und machtlos zu sein. Aber diese Ohnmacht, diese Machtlosigkeit, dieser innere Konflikt macht uns krank!<br/><br/>Und eines lass dir gesagt sein: Loyalität zeigen, ist kein Schutz. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich trotz meiner Loyalität gekündigt wurde. Es haben sich Menschen von mir abgewandt und mich stehen gelassen, obwohl ich alles für sie getan habe, obwohl ich innerlich schon lange diese Loyalitätskonflikte gespürt habe. Ich habe genau das bekommen, was ich mit dieser Loyalität eigentlich dachte, behalten zu können. Ich habe versucht, mit dieser Loyalität mein Leben unter Kontrolle zu halten. Ich habe gedacht, wenn ich Anderen gegenüber loyal bin, dass ich dann geliebt, anerkannt und geschätzt werde für meine Loyalität.</p><p>Genau das Gegenteil ist der Fall: Ausgenutzt, missbraucht, gedemütigt, verletzt, betrogen, verachtet …</p><p>Wieviele Familien sind an einem Loyalitätskonflikt gescheitert? Wieviele Arbeitsverträge wurden trotz Loyalität des Arbeitnehmers (auch nach 45 Jahren Zugehörigkeit) gekündigt? Wieviel “Freundschaften” sind trotz Loyalität zerbrochen? Und wieviele Menschen wurden aufgrund von Loyalität missbraucht, betrogen, gedemütigt, verachtet?<br/><br/>Aber warum steigen wir nicht aus, wenn es uns doch nichts bringt (außer genau das, was wir ja eigentlich mit aller Kraft zu vermeiden versuchen)?</p><h3><strong>Schuldgefühle &amp; Scham</strong></h3><p>Du hast bereits als kleines Kind etwas Entscheidendes gelernt. Wenn du dein kleines Ego damals hast sich durchsetzen wollen, dann wurdest du gebremst, blockiert, eingeschränkt, gestraft, missachtet. Dir wurde erklärt, dass du dich so nicht benehmen darfst. Dass du nicht dir selbst treu sein darfst, weil Andere Bedürfnisse haben, die du zu erfüllen hast. Dir wurde erklärt und gezeigt, dass Egoismus (der für kleine Kinder ganz normal ist auf ihrem Entwicklungsprozess) falsch ist und du “Schuld” daran bist, wenn sich die Eltern wegen dir aufregen, sich ärgern, Last haben etc. Vielleicht hast du auch Rücksicht auf deine Eltern nehmen müssen, früh Verantwortung für deine Geschwister oder sogar für ein Elternteil übernommen. Vielleicht war niemand deiner Bezugspersonen in der Lage dir deinen gesunden Narzissmus zuzulassen. Du wurdest ausgebremst oder hast dich selbst gezügelt, um nicht negativ aufzufallen und dich in das Familiensystem mit seinen Anforderungen zu fügen. So lerntest du neben Schuld, dich zu schämen, wenn du dann doch einmal “zu egoistisch warst”, “über die Stränge geschlagen hast”, “deine Gabe ausgelebt hast”, “zu sensibel warst”, “deine Gefühle gezeigt hast” oder irgendwas “hinterfragt hast”. Vielleicht kennst du sogar die Anordnung und Zurechtweisung:</p><blockquote><p>Schäm dich! Wie kannst du nur so egoistisch sein?</p></blockquote><p>Sprich, warum verhältst du dich uns gegenüber nicht loyal und tust, was wir von dir erwarten. Du machst es uns echt schwer. Und ohne dass du es heute bewusst merkst, spricht immer dann eine verinnerlichte Stimme zu dir, wenn du gerade versuchst, mal ein wenig dir selbst gegenüber treu zu sein: &quot;Du bist egoistisch&quot;. <br/><br/>Und schon überschwemmen dich mehr oder weniger bewusste Schuldgefühle. Scham haben wir meist so unterdrückt, dass wir sie nicht mal wahrnehmen. Aber sie ist da. Sie frisst uns innerlich auf, da wir wieder etwas “Verbotenes” tun wollen. Also geben wir auf und fügen uns wieder.</p><p>Wenn es nicht deine eigene innere Stimme ist, dann bekommt jemand, der plötzlich eine Grenze im außen setzen will, massiven Gegenwind. Das wird von dem oder den Anderen nicht akzeptiert, da du damit für sie unberechenbar wirst und in ihrem funktionierenden System plötzlich störst. Du wirst unangenehm, lästig und anstrengend. Das wird dir dann mal eben schnell vermittelt und schon knickst du ein.</p><p>Ich kenne es privat und im Job und habe mich jedes Mal geduckt und wieder brav mit in die Erwartungen der anderen mit ihren Bedürfnissen eingeordnet. Oder ich habe geschwiegen und es über mich ergehen lassen. Immer und immer wieder. Innerlich hat meine Seele geschrien. Sie kann und will es nicht verstehen. Sie kennt nur sich selbst. Wir aber sind so verbogen, so von uns entfremdet, dass wir diese scheuen. Und dabei ist es völlig egal, ob wir narzisstisch reagieren, mit Fawn Response unsichtbar werden, in Perfektionismus oder High Functioning verschwinden oder uns mit allem möglichen anderem ablenken.<br/><br/>Vielleicht fragst du dich, ob du aus diesem Dilema aussteigen kannst, ohne Schuld und Scham zu fühlen. Die gute Nachricht ist, ja, du kannst. Die unbequeme Wahrheit: Der Weg entspricht nicht dem, was dir die spirituelle Szene teuer verspricht.</p><h3><strong>Falsche Loyalitäten verlassen – Der Prozess</strong></h3><h3>Der teure und unnötige Weg</h3><p><a href="https://steady.page/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/b6908335-5884-4710-963a-60fd0f04f797">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bewusstsein & Wandel ]]></category>
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      <pubDate>Fri, 16 Jan 2026 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Und was ist mit der Loyalität zu dir selbst?]]></title>
      <description><![CDATA[Loyalität ist eine Tugend?, die dafür sorgt, dass wir die Werte und Ideologien Anderer vertreten. Aber was ist mit der Loyalität zu uns selbst? Warum leben wir sie nicht?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>In der vergangenen Woche haben wir uns angeschaut, was eigentlich sprachlich und gesellschaftlich geprägt hinter dem Wort Loyalität steckt. Wie wir festgestellt haben, basiert Loyalität auf einem Gesetz, einer Verordnung, einem Vertrag, einer Bedingung. Sie sagt aus, dass <em>Loyalität bedeutet, im Interesse eines gemeinsamen höheren Zieles, <mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">die Werte (und Ideologie) des Anderen zu teilen und zu vertreten</mark> bzw. <mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">diese auch dann zu vertreten, wenn man sie nicht vollumfänglich teilt</mark>, solange dies der Bewahrung des gemeinsam vertretenen höheren Zieles dient.</em></p><p>Wir haben weiterhin feststellen müssen, dass wir eigentlich ständig irgendwelchen Loyalitäten gegenüber unserem Arbeitgeber, unserem Chef, unserem Team, unserer Familie, unserer Kultur, unserer Gesellschaft unterliegen. Sie alle äußern uns gegenüber ein gemeinsam zu vertretendes höheres Ziel. Und wir müssen das dann auch vertreten, ob wir es wollen oder nicht. Ansonsten gelten wir als unloyal und damit unanständig.</p><p>Das Problem ist aber, dass wir, wenn wir die uns aufdiktierten Werte und Ideologien nicht teilen, gegen uns selbst handeln müssen. Das führt zu inneren Konflikten und Dissonanzen, die uns krank machen, weil sie uns unter Dauerstress setzen.</p><h2>Warum ist Loyalität für uns so ein Problem?</h2><h3>Warum Loyalität so tief sitzt (Bindungstheorie)</h3><p>Als Säugling sind wir auf die Reaktion unserer Eltern oder Erziehungsberechtigten angewiesen. Wenn wir schreien, brauchen wir jemanden, der kommt und sich um uns kümmert. Wenn das nicht passiert, bekommt ein Säugling Panik und verliert sein Urvertrauen, wenn es häufiger passiert. Hier entwickelt sich die Bindung, die überlebensbedeutend ist. Bereits Säuglinge tun alles, damit es ihnen gut geht und sie überleben. Wenn sie größer werden, entwickeln sie eine automatische Loyalität zu ihren Eltern. Daher glauben sie auch immer an ihre eigene Schuld, wenn die Eltern sie wegstoßen, nicht lieben, emotional abwesend sind, sie schimpfen, ihnen emotionale oder körperliche Gewalt antun, sie ignorieren, etc. Sie sind bedingungslos loyal. Sie können nicht anders.</p><p>Je nachdem in welcher Umgebung wir aufwachsen und wie uns unsere Eltern behandelt haben, entwickeln wir bereits sehr früh Glaubenssätze und Überlebensstrategien, damit wir im schlechtesten Falle, wenigsten überleben. Und Kinder bleiben loyal, egal, was sie erfahren müssen.</p><p>👋<em>Neu hier? </em><a href="https://steady.page/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up"><em>Abonniere den Newsletter kostenlos</em></a><em>.</em></p><h3>Persönliche Geschichte</h3><p>Die Loyalität kann sich in den unterschiedlichsten Bereichen bis ins Erwachsenenalter durchziehen. Ich “wusste” schon mit sieben (!) Jahren, dass ich wie meine Mutter Ground Hostess am Flughafen werden wollte. Mir war damals nicht klar, dass ich diesen Berufswunsch nie selber hatte und auch nie einen eigenen habe entwickeln können.</p><p>Meine Loyalität ging soweit, dass ich meine eigene Selbständigkeit, die ich wirklich aus dem Herzen heraus machen wollte, sabotiert habe, weil sie nicht dem entsprach, was meine Familie für mich wollte: festangestellt, in einem Job, der zwar Geld bringt, aber möglichst keinen Erfolg. Wenn ich mal von einem kleinen Erfolg zu Hause erzählte, wurde dieser gleich kleingemacht. Das war mir lange nicht bewusst. Es war für mich normal und lag immer an mir.<br/><br/>So ging ich einen Weg, den ich, wenn ich eine eigene Wahl aus meinem wahren Selbst heraus gehabt hätte, nie gegangen wäre. Und das geht nicht nur mir so. Wer nicht gerade mit einer gesunden Bindung in einer emotional warmen Familie aufgewachsen ist, wird in irgendeiner Form eine Strategie entwickelt haben, damit umzugehen. Die Loyalität zur Familie hält bei den meisten Familien und setzt sich dann im Job fort.</p><p>Natürlich gibt es auch Familien, die in sich zerbrechen, aber die Glaubenssätze, die Überlebensstrategien, die falsche Loyalität gehen mit und zeigen sich in anderen Lebensbereichen, wie Partnerschaft und Beruf. Sie verschwinden nicht einfach.</p><h2>Selbstverrat erkennen – Die Signale deines Körpers</h2><h3>Ein Beispiel aus meinem eigenen Berufsleben</h3><p>Vielleicht geht es dir wie mir. Die ersten Jahre nach meinem Auszug vergingen recht friedlich. In meinem Fall lebte ich eine ruhige Beziehung mit meinem Mann, hatte gute Jobs, ein vernünftiges Einkommen und später Eigentum. Alles wie es sein sollte.</p><p>Irgendwann began mein Körper (Panik kannte ich schon aus meiner Kindheit, hatte aber lange Ruhe) mit Warnsignalen in den unterschiedlichsten Situationen. Bei mir waren am deutlichsten die Panikattacken. Aber das ist von Mensch zu Mensch verschieden.</p><p>Es began in einem Job, in dem ich mich richtig wohlfühlte. Mit meinem Chef hatte ich ein tolles Arbeitsverhältnis. Die Arbeit machte mir Spaß und war abwechslungsreich. Ich bekam immer mal wieder Zusatzaufgaben, wie Büroumzüge oder Organisation von Betriebsausflügen. Nur das übrige Sekretariat hatte damit ein Problem. Sie begannen mich auszugrenzen, hörten auf, mit mir zu reden.</p><p>Und ich (damals wusste ich noch nichts von meinem Fawn Response) ließ es über mich ergehen. Sagte nichts. Beschwerte mich nicht. Auch als eine andere Führungskraft mir sagte, es müsse doch an mir liegen, wenn fünf Kolleginnen mich nicht mögen würden, schluckte ich diese Verletzung herunter. So hatte es mich die Loyalität (damals zu meinen Eltern) gelehrt. Ich durfte doch meine Bedürfnisse nicht äußern, nicht jammern, mich nicht wehren oder beschweren. Ich hatte zu funktionieren und brav alles zu ertragen. Vor allem hatte ich es auszuhalten. Eine Lösung gab es nicht. </p><h3>Die Signale des Körpers</h3><p>Innerlich spürte ich diese Dissonanz zwischen dem, was mir eingetrichtert worden war und dem was ich innerlich spürte.  Aber ich unterdrückte es als unerwünscht, nahme es zum Teil gar nicht wahr, weil es in den Tiefen sicher beschützt, vergraben war.</p><h4>Körperliche Warnsignale</h4><p>Wir alle werden wahrscheinlich die körperlichen Warnsignale als erstes wahrnehmen. Denn unser Körper ist so frei und hält uns auf dem Laufenden über seinen Wohlfühlzustand. Wenn es nicht passt, wird es gemeldet. Du kennst das sicherlich auch. Es kommt zu Verspannungen, Kopfschmerzen, Migräne, Verdauungsbeschwerden, Rückenschmerzen, u.v.m. Meistens nehmen wir dagegen ein Mittelchen, tun es als “Arbeitsstress” ab und gehen weiter. Wenn es stärker wird, weil wir den Körper ignorieren, kann es zu Schlaflosigkeit, Panikattacken, Unruhe, chronischer Erschöpfung und depressiven Verstimmungen kommen. Es gibt viele Menschen, die dann zu Muntermachern, zu Beruhigungsmitteln, zu Schlaftabletten, zu Alkohol oder anderen Substanzen greifen. Wiederum andere versuchen sich abzulenken, mit Shoppen, Sport, Gaming, Streamen, Social Media und Co. Kaum einer hält Stille aus oder gar die Einsamkeit mit sich selbst. So rutschen wir immer tiefer, ohne es zu bemerken, weil es in unserer Gesellschaft wiederum so “normal” ist.</p><p>Loyalität gegenüber unserem Arbeitgeber, gegenüber unserem Job, gegenüber unserem Team, unseren Kollegen oder auch gegenüber unserer Familie führen uns stetig immer mehr gegen uns selbst. Der Selbstverrat geht hier auf unsere Gesundheit.</p><h4>Unsere emotionale Welt</h4><p>Schon als Kind haben wir gelernt, dass bestimmte emotionale Ausdrucksweisen unerwünscht waren. Wer durfte Wut zeigen? Wer durfte Trauer ausleben und wurde getröstet? Wer durfte Schwäche zeigen, jammern und sich mal hängen lassen und wurde trotzdem geliebt? Wer durfte Gefühle ausdrücken, egal, ob positiv oder negativ? Die meisten mussten sich anpassen, bequem, pflegeleicht, ruhig und unauffällig sein. Sie mussten funktionieren, zu diensten sein und vielleicht sogar ausgleichend, emotional regulierend. Andere mussten schon früh Verantwortung übernehmen und “erwachsen” sein.</p><p>Das hat vielleicht sogar schon im Säuglingsalter und im frühen Kindesalter dazu geführt, dass du</p><ul><li><p>“nicht mehr geschrien hast”,</p></li><li><p>“so pflegeleicht und lieb warst”,</p></li><li><p>“so hilfsbereit und immer zur Stelle warst”,</p></li><li><p>“so freundlich und zuvorkommend warst”,</p></li><li><p>“dich so verantwortungsbewusst und erwachsen gezeigt hast”</p></li></ul><p>Was hat man über dich gesagt?</p><p>Da du loyal warst und entsprechend dich in alles gefügt hast, musstest du deine inneren Anteile abspalten. Unerwünschte Gefühle musstest du verdrängen: Wut, Neid, Eifersucht, Gier, Hass, Angst, Trauer, Missgunst, etc. Du hast sie tief in dir versteckt.</p><p>Heute wirst du vielleicht sagen: “Ich bin nicht so ein Gefühlsmensch.” oder “Ich bin sehr rational - ein Kopfmensch.” Du wirst vielleicht sogar stolz darauf sein.</p><p>Aber diese Gefühle sind nicht weg. Schuld- und Schamgefühle tauchen auf, wenn du dann doch mal wütend bist und du wirst alles tun, um es dir entweder nicht anmerken zu lassen oder es sofort wieder zu unterdrücken, um deine befließende Maske wieder aufzusetzen. <br/><br/>Ein Mensch wird mit allen Emotionen und Gefühlen geboren. Normalerweise lernen wir all diese in gesunder Form auszuleben und zu äußern. Das ist aber in den seltensten Familien der Fall. Somit bleiben in den meisten Menschen an der Stelle, wo diese Anteile mal waren, innere Leere und Gefühllosigkeit. Innerlich sind sie tod. Und ich kann dir sagen, es fühlt sich wirklich tod an. Da ist nichts mehr. Wenn man sich traut, diese Leere bewusst wahrzunehmen, ist das zunächst einmal ein schockierendes Erlebnis. Denn die meisten von uns versuchen ja ständig, diese innere Leere mit äußeren Aktivitäten, hoher Leisung im Job, mit Beziehungspartnern, mit Ablenkung und auch Substanzen zu füllen. Viele benötigen den ganzen Tag Musik oder ähnliches um sich, damit sie alleine diese Leere nicht spüren müssen.</p><p>Aber irgendwann kommt deine Seele und beschließt, diesen Selbstverrat, die Loyalität zu den Bedürfnissen und Werten Anderer zu sprengen. Die Panikattacken nehmen zu. Vielleicht schlitterst du in eine massive Depression. Oder du brennst in einem Burnout völlig aus. Du hast einen Unfall, der dir zeigt, wie wichtig es ist, dich selbst wieder in die erste Reihe zu stellen. Deine Seele ist kreativ und versucht dir auch im Job mit diversen wiederkehrenden Konflikten aufzuzeigen, wo deine Baustellen der Überlebensstrategien, der Verleugnung, der Glaubenssätze, des Selbstverrats stecken.</p><p>Ich habe lange gebraucht, um das zu verstehen und hinzuschauen und habe dadurch sehr leidvolle Phasen erleben dürfen.</p><h4>Unsere verräterischen Verhaltensweisen</h4><p>Damals in diesem Sekretariat konnte ich diese Ausgrenzung noch nicht aushalten. Heute wäre es mir tatsächlich egal, weil ich meinen Wert nicht an der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe definieren muss. Ich habe gelernt, mit mir in Stille alleine zu sein. Aber damals habe ich um Zugehörigkeit gebettelt. Ich habe mit jeder einzelnen ein Gespräch geführt, um zu zeigen, dass ich liebenswert bin. Ich habe diesen Umgang mit mir geschluckt, um das Sekretariat nicht schlecht dastehen zu lassen. Ich habe People Pleasing praktiziert.</p><p>Aber es gibt vielfache Arten des Spiels:</p><ul><li><p>High Functioning (übermäßige Leistungserbringung)</p></li><li><p>Harmoniesucht</p></li><li><p>Flucht (dazu gehören u.a. vor dem Schmerz davonlaufen, Micromanaging, Getriebenheit, Beschäftigungssucht, etc.)</p></li><li><p>Kampf (dazu gehören u.a. narzisstisches Verhalten, Kontrolle, Versklavend, Perfektionismus, Dominanz und Macht durch Angstregulation anderer, etc.)</p></li><li><p>Freeze (dazu gehören u.a. Verstecken, Isolation, Couch Potato, Angst, etc.</p></li><li><p>Fawn Response (dazu gehören u.a. Co-Abhängigkeit, Dienen, Selbstverlust, People Pleaser, Fußmatte für andere, Sklavendienste und auch Perfektionismus, etc.)</p></li></ul><p>Dann gibt es noch viele Mischvariationen und das Schlimme ist, dass die meisten davon gesellschaftlich gewollt, anerkannt sind und belohnt werden. Was es mit uns innerlich macht und was wir dadurch körperlich, psychisch und seelisch erleiden, scheint bis heute noch immer keinen zu interessieren.</p><p>Damals dachte ich, dass ich mich normal verhalten würde. Das ich selbst schuld sei, an deren Verhalten mir gegenüber. Das ist übrigens auch eine Folge von der erlernten Loyalität und dem Selbstverrat: Schuld- und Schamgefühle.</p><p>Meine Geschichte ist nur ein minimaler Auszug als Beispiel. Du wirst deine eigene Geschichte haben, die auf den ersten Blick mit meiner keine Übereinstimmung zu haben scheint. Auf den zweiten Blick wirst aber auch du Verhaltensweisen, emotionale Marker, körperliche Symptome zeigen, die nicht “normal” sind, auch wenn du sie nicht anders kennst. Dabei wäre zwar die Frage zu klären, was denn normal ist. Aber für mich ist in diesem Falle normal, wenn es mit deiner Seele, mit deinen Bedürfnissen, mit deinen Gefühlen übereinstimmt und du in deiner Mitte ruhst und innerlich Frieden empfindest. Egal, was da um dich herum gerade passiert. Allein schon deshalb, weil du selbst geklärt bist und bei dir bleiben kannst.</p><p>Wo spürst du Dissonanz zwischen dem, was du tust und dem, was du fühlst?</p><h2><strong>Loyalität zu dir selbst – Was bedeutet das konkret?</strong></h2><p><a href="https://steady.page/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/e2f818f6-b13e-4d6e-8ce7-6c2c13c1cdff">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bewusstsein & Wandel ]]></category>
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      <pubDate>Fri, 09 Jan 2026 07:00:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was, wenn Loyalität dich krank macht?]]></title>
      <description><![CDATA[Loyalität eine Tugend unserer Gesellschaft. Aber was, wenn sie ein veraltetes Konstrukt ist, dass dich krank macht? Erfahre, welche massiven Auswirkungen Loyalität hat.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Welche Antwort schießt dir in den Kopf, wenn ich dich fragen würde, ob du loyal bist?</p><p>Was macht Loyalität für dich aus? Wo lebst du sie? Auf welche Weise lebst du sie?</p><p>Ganz ehrlich? Ich habe mir diese Fragen nie gestellt. Ich habe mich mit dem Thema “Loyalität” nie beschäftigt. Umso geschockter war ich, als ich feststellen musste, dass Loyalität einen gravierenden Haken hat, den ich so nie gesehen habe.</p><p>Aber lass uns zunächst mal definieren, was mit Loyalität im Allgemeinen gemeint ist, damit du verstehen kannst, in welchem täglichen Zwiespalt du steckst und warum dich Loyalität krank machen kann.</p><h2>Was bedeutet Loyalität?</h2><blockquote><p><strong>Loyalität</strong> (ˌlo̯ajaliˈtɛːt, von französisch <em>loyauté</em> ‚<mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">Anständigkeit, Loyalität</mark>‘, dessen Wurzeln auf das lateinische Wort <em>lex</em> ‚<mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">Gesetz, Vorschrift, Gebot, Vertrag, Bedingung</mark>‘ zurückgehen, siehe auch <em>legal</em> „dem Gesetz entsprechend“) bezeichnet (in Abgrenzung zu Treue, Unterwerfung oder Gehorsam) die auf <mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">gemeinsamen moralischen Maximen basierende oder von einem Vernunftinteresse geleitete innere Verbundenheit </mark>und deren Ausdruck im Verhalten gegenüber einer Person, Gruppe oder Gemeinschaft. Loyalität bedeutet, im Interesse eines gemeinsamen höheren Zieles, <mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">die Werte (und Ideologie) des Anderen zu teilen und zu vertreten</mark> bzw. <mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">diese auch dann zu vertreten, wenn man sie nicht vollumfänglich teilt</mark>, solange dies der Bewahrung des gemeinsam vertretenen höheren Zieles dient. Loyalität zeigt sich sowohl im Verhalten gegenüber demjenigen, dem man loyal verbunden ist, als auch Dritten gegenüber.</p></blockquote><p>(Quelle: Wikipedia)</p><p>Schauen wir uns die etymologische Herleitung nochmal genau an:</p><blockquote><p><strong>loyal</strong> Adj. ‘Regierung, Gesetze, höhere Instanzen respektierend’, auch ‘Vereinbarungen haltend’, Übernahme (Ende 18. Jh.) von gleichbed. frz. <em>loyal</em>, auch ‘den Gesetzen entsprechend’, über afrz. <em>loial</em>, <em>leial</em> auf lat. <em>lēgālis</em> ‘die Gesetze betreffend, den Gesetzen gemäß’ (zu lat. <em>lēx</em>, Genitiv <em>lēgis</em> ‘Gesetz’, s. <a href="https://www.dwds.de/wb/etymwb/legal">legal</a>) zurückgehend. –<strong>Loyalität</strong> f., latinisierende Substantivbildung (19. Jh.) zu <em>loyal</em>; vgl. gleichbed. frz. <em>loyauté</em>.</p></blockquote><p>(Quelle: DWDS)</p><p><strong>Das bedeutet:</strong> Loyalität ist sprachlich und konzeptionell an <strong>Gesetz, Vertrag, Vorschrift</strong> gebunden.</p><p><strong>Anders formuliert:</strong></p><ul><li><p>Wenn es einen Vertrag gibt (Arbeitsvertrag, Familienband, impliziten Gesellschaftsvertrag oder der Verbund im Team, zum Vorgesetzten), dann <strong>verlangt</strong> dieser Vertrag Loyalität</p></li><li><p>Loyalität ist keine wirkliche freie moralische Entscheidung – sie ist eine <strong>vertragliche Verpflichtung</strong>, die wir früh unbewusst lernen</p></li><li><p>&quot;Anständigkeit&quot; wird gleichgesetzt mit &quot;Loyalität&quot; → Wer nicht loyal ist, ist unanständig, verstößt gegen den Vertrag</p></li></ul><p>Übersetzt heißt das:</p><p>Loyalität entsteht dort, wo Zugehörigkeit <strong>normativ geregelt</strong> wird – explizit oder implizit.</p><p>Denn:</p><ul><li><p>Arbeitsvertrag → explizit</p></li><li><p>Familie → implizit, kulturell, moralisch</p></li><li><p>Gesellschaft → stillschweigend</p></li><li><p>Organisationen → über Rollen, Werte, Codes</p></li></ul><p>Genau hier wird Loyalität internalisiert, <strong>nicht gewählt</strong>.</p><p>👋<em>Neu hier? </em><a href="https://steady.page/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up"><em>Abonniere den Newsletter kostenlos</em></a><em>.</em></p><p>Und es benötigt nur ein gemeinsames höheres Ziel, damit wir die Werte (und Ideologien) <strong>eines anderen Menschen, eines Unternehmens, eines Staates, einer Gruppe, etc. </strong>teilen und vertreten. Auch, wenn man diese nicht vollumfänglich teilt!</p><p>Irgendwie schon irre, wenn man bedenkt, dass allein diese Aussage schon aussagt, dass du etwas teilen oder vertreten sollst, was nicht deiner eigenen Ansicht entsprechen muss! <br/><br/>Loyalität wird <strong>als freie Entscheidung dargestellt</strong>, wirkt aber faktisch als normative Verpflichtung. Denn genau diese <strong>Täuschung</strong> macht sie so wirksam.</p><p>Wer einen Arbeitsvertrag unterschreibt, verpflichtet sich (implizit) zu Loyalität. Wer in einer Familie geboren wird, schuldet ihr (angeblich) Loyalität. (Wir können das auf Religion, Vereine, Staaten, etc. beliebig ausdehnen). Und wer diese Loyalität verweigert, gilt als unanständig, als Vertragsbrecher.</p><p>Nicht loyal zu sein wird moralisch als falsch bewertet, nicht sachlich geprüft!</p><p>Damit wird Loyalität:</p><ul><li><p>immun gegen Kritik</p></li><li><p>entzogen aus dem Diskurs</p></li><li><p>verlagert ins Gewissen</p></li></ul><p>Das ist uns nicht bewusst. Aber dieser Vertrag wirkt. Seit Generationen!</p><h2>Loyalität und ihre massiven zerstörerischen Auswirkungen</h2><p>Jeder weiß, dass es auch den Begriff “Loyalitätskonflikte” gibt, aber kaum jemand beschäftigt sich bewusst damit. Oder sind dir deine “Loyalitätskonflikte” bewusst? Und wenn ja, wie entscheidest du dich für oder gegen die ein oder andere Loyalität?</p><p>Ich muss gestehen, dass ich erst vor kurzem Loyalitätskonflikte bei mir entdecken musste, mit denen ich nie im Leben gerechnet hätte. Sie sind durch meine sehr intensive Innenschau aufgetaucht und haben mich wirklich geschockt. Außerdem haben sie mir erklärt, warum ich immer wieder dieselben Konflikte im Job ausgetragen habe und vor allem, warum ich mehrfach psychisch krank wurde. Und ich dachte lange Zeit, ich hätte “nur” ein Burnout. Damit fing meine Suche ursprünglich an.</p><p>Es gibt vermutlich wesentlich mehr Auswirkungen. Ich nehme dich mit in die, von denen ich selbst betroffen war und in die ein oder andere typische Auswirkung, die ich in meinem Arbeitsleben beobachten konnte, ohne dass ich selbst diese Erfahrung gemacht habe, damit du für dich selbst entscheiden kannst, was dich selbst betrifft.</p><p>Denn in einem bin ich mir sicher. Es trifft uns alle und macht jeden von uns mittlerweile auf die ein oder andere Weise krank, weil aus meiner Sicht “Loyalität” in ihrer aktuellen Definition und Wirkweise ihre Zeit hinter sich hat.</p><p>Im zweiten Teil dieses Artikels erfährst du: </p><ul><li><p>Wie falsche Loyalität in Peer-Gruppen, Ideologien und &quot;Familien-Unternehmen&quot; wirkt </p></li><li><p>Warum Unterwerfung und Anpassung deine Überlebensstrategie sind </p></li><li><p>Wie innere Spaltung zu chronischer Erschöpfung führt </p></li><li><p>Was Schuld- und Schambindung mit deiner Kindheit zu tun haben </p></li><li><p>Warum Loyalität zu dir selbst keine Untreue ist</p></li></ul><p>Schauen wir uns nun die massiven Auswirkungen genauer an:</p><p><a href="https://steady.page/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/ab8ba0a8-bba5-4ad8-9ce5-2fdde1f308ff">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Bewusstsein & Wandel ]]></category>
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      <pubDate>Fri, 02 Jan 2026 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Dezember 2025 Reflexion mit Selbstbeobachtungs-Check]]></title>
      <description><![CDATA[Wenn sich dieselben Konflikte im Job immer wiederholen – und du dich fragst, warum? Erkenne, welche unbewussten Muster dich im Job erschöpfen und von dir selbst trennen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn sich dieselben Situationen im Job immer wiederholen – und du dich fragst, warum?</p><p><strong>Erkenne, welche unbewussten Muster dich im Job erschöpfen und von dir selbst entfremden.</strong></p><p>Kennst du das? Du wechselst den Job, hoffst auf einen Neuanfang – und nach ein paar Monaten ist es wieder da: Dieses vertraute Gefühl. Du übernimmst wieder mehr, als du eigentlich kannst. Du sagst wieder Ja, obwohl du Nein meinst. Du fühlst dich wieder übergangen, nicht gesehen, ausgelaugt. Du machst genau das, was du dir vorgenommen hast, diesmal auf keinen Fall wieder zu machen. Mir ging es jedes Mal wieder so und ich hatte keine Ahnung, was da passierte.</p><p><strong>Andere Firma. Andere Menschen. Aber dieselben Muster und Verhaltensweisen. Und letztendlich diesselbe Art von Konflikten.</strong></p><p>Wenn sich im Job immer wieder ähnliche Situationen zeigen – nur mit anderen Kollegen, anderen Projekten, einem anderen Chef – dann liegt das selten an Pech oder den „falschen&quot; Menschen. Ich habe es lange nicht mal gemerkt (oder wahrhaben wollen?). Bis ich rückblickend verstand, dass sich <strong>Muster wiederholen</strong>, die endlich gesehen werden wollen, weil sie mich, wie auch dich auf etwas aufmerksam machen wollen.</p><p>Diese Muster sind nicht deine Schuld und sie entstehen auch nicht aufgrund deines Charakters. Sie entstanden als Prägung, Glaubenssätze und Schutzstrategien, oft schon in der Kindheit. Anpassung, Kontrolle, Rückzug, Perfektionismus – all das hat uns damals geholfen zu überleben (darauf gehe ich in den nächsten Artikeln genauer ein). Heute aber führen diese Strategien zu Erschöpfung, Entfremdung und dem Gefühl, nie genug zu sein.</p><p><strong>Die gute Nachricht:</strong> Wiederkehrende Situationen im Job sind keine Bestrafung. Sie sind Botschaften. Sie zeigen dir in unterschiedlichstem Gewand, welche Anteile von dir integriert werden wollen und dazu gehören auch unsere negativ bewerteten Anteile wie Neid, Wut, Scham, Angst, etc. All die da draußen dir einflüstern, dass du nur positive Gefühle haben und vor allem zeigen darfst, spalten dich von deiner Ganzheit, von deiner Seele ab. Das macht auf Dauer krank.</p><p>Jeden Monat veröffentliche ich ab sofort einen Artikel mit vielen Aufgaben, Impulsen und Reflexionsmöglichkeiten für meine Mitglieder und Mitgliederinnen, damit auch du die Möglichkeit hast, nicht nur die Theorie zu verstehen, sondern auch aktiv an deiner Bewusstseinserweiterung zu arbeiten.</p><p>In diesem Reflexionsleitfaden lade ich dich ein, genau hinzusehen. Nicht um dich zu optimieren, sondern um dich für die Muster zu sensibilisieren, die dich erschöpfen und von dir selbst entfremden.</p><p><strong>Nimm dir Zeit. Du musst nichts „richtig&quot; machen – nur bereit sein, hinzusehen.</strong></p><hr aria-hidden="true"/><p><em>Der vollständige Artikel mit allen 11 Reflexionsaufgaben und dem Selbstbeobachtungs-Check ist exklusiv für Steady-Mitglieder verfügbar.</em></p><hr aria-hidden="true"/><p><a href="https://steady.page/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/f29c9149-eddd-4594-bf7d-6bb1d5749bb9">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Innere Muster & Selbst]]></category>
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      <pubDate>Fri, 26 Dec 2025 08:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[“Immer wenn ich lächle, dann springen Sie”]]></title>
      <description><![CDATA[Hätte ich damals, als mein Vorgesetzter mir dies ins Gesicht sagte, geahnt, was sich hinter diesem Satz verbirgt, hätte ich ihn dankbar umarmt. Erfahre was dahintersteckt]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Hätte ich damals, als mein Vorgesetzter mir dies ins Gesicht sagte, geahnt, was sich hinter diesem Satz verbirgt, hätte ich ihn dankbar für diese wichtige Aussage umarmt. Es hätte meinen Leidensweg erheblich verkürzt. Aber es sollte anders kommen. Denn ich habe mit Ablehnung, Unverständnis und Wut reagiert - was sollte ich denn als seine Assistentin auch anderes tun? War es da nicht besser, er lächelt, wenn er mir seine Aufgaben überträgt? Musste ich sie nicht ohnehin machen? Lange habe ich nicht verstanden, was er mir da wirklich gesagt hatte. Ob er es wusste, weiß ich bis heute nicht.</p><p>In diesem Artikel möchte ich auf eine meist übersehene, wenn fehldiagnostizierte Überlebensstrategie eingehen, die aus meiner Sicht weit mehr Menschen betrifft, als wir es uns selbst eingestehen können (weil wir gar nicht wissen, dass es das gibt). Vorab: Es trifft Frauen wie Männer gleichermaßen, scheint sich aber anders nach außen zu zeigen. Da ich es nicht zu kompliziert machen möchte, schreibe ich es aus meiner, sprich weiblichen Perspektive.</p><p>👋<em>Neu hier? </em><a href="https://steady.page/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up"><em>Abonniere den Newsletter kostenlos</em></a><em>.</em></p><h2>Das ist doch ganz normales Verhalten!</h2><p>Seit ich denken kann, galt ich als überaus freundlich und auch empathisch. Ich war immer schon sehr hilfsbereit und sehr zuvorkommend. Auf mich konnte (kann) man sich immer verlassen. Ich hatte ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl. Bereits in der Schule, aber auch später im Arbeitsleben fiel ich durch meine hohe Leistungsbereitschaft auf. Ich nahm mich aller (emotionaler) Probleme anderer an und fand umgehend Lösungen. Außerdem sorgte ich dafür, dass Konflikte vermieden werden und eine gute Stimmung herrschte. Ansonsten passte ich mich an die anderen Menschen an und integrierte mich ins Team.</p><p>Perfekt oder? Es ist genau das, was unsere Gesellschaft und Unternehmen erwarten und belohnen. Und weißt du was? Ganz viele Menschen und vielleicht auch du selbst können diese Tugenden für sich in Anspruch nehmen. Besser kann es doch gar nicht sein.</p><h2>Aber dann passierte das:</h2><p>Bis 2011 verlief mein Leben in “normalen” Bahnen. In diesem Jahr brach mein System erstmals zusammen. Diagnose: Anpassungsstörung mit depressiver Episode und Panikattacken. Ich war schon neun Monate vorher in Therapie. Keiner suchte mit mir nach den Ursachen. Alle gingen von aktuellen Überlastungen im Privat- und Berufsleben aus.</p><p>Nach meiner Wiedereingliederung und der Kündigung seitens meines damaligen Arbeitgebers machte ich weiter wie bisher. Ich ging davon aus, dass die aktuellen Überlastungen ja jetzt vorbei seien und ich mein Leben wieder normal weiterführen könnte.</p><p>So lernte ich in einem neuen Unternehmen meinen neuen Vorgesetzten kennen. Am Anfang war ich überzeugt davon, dass nun endlich alles wieder gut werden würde. Ich hatte es wirklich gut angetroffen. Die Arbeit machte mir richtig Spaß. Ich hatte auf 35 Stunden reduziert und einfach einen tollen Chef.</p><p>Es vergingen ca. anderthalb Jahre und scheinbar aus dem Nichts änderte sich unsere Arbeitsbeziehung. Es wurde richtig ungemütlich. Ich erklärte es mir dahingehend, dass er in seinem Privatleben ein einschneidendes Erlebnis hatte, was er nun bei mir ausließ. Jetzt zeigte sich noch eine Eigenschaft, die ich weiter oben nicht erwähnt hatte: Loyalität. Obwohl er mich anschrie, mir mit Kündigung drohte, ständig seine Erwartungen an mich drehte, blieb ich ihm gegenüber weitere anderthalb Jahre gegenüber loyal - bis, ja bis ich diesen Satz hörte:</p><blockquote><p>“Immer wenn ich springe, dann lächeln Sie.”</p></blockquote><p>Mehr hätte ein Mensch mich nicht verletzen können. Ich habe zu ihm gestanden. Habe ihm lästige Arbeit abgenommen. Ich habe ihn so gut ich es konnte unterstützt, weil ich Verständnis für seine private Situation hatte (ich hatte sie einige Jahre vorher auch erlebt). Ich habe zugehört. Zuletzt hatte ich mehr Aufgaben als es in meiner Aufgabenbeschreibung stand. Und ich war gut. Und dann das! Innerlich machte jetzt alles dicht. Ich fuhr meine Empathie völlig runter und fühlte außer einem Gefühl von Wut, was aber gleichzeitig auch Schuld war, nichts mehr. Es war ein lebendig gewordener Albtraum, ohne Sinn. Mein Körper rettete sich wieder in Panikattacken und ich ging in einen Rückfall.</p><h2>Die verhängnisvolle Fehldiagnose</h2><p>Wir erinnern uns an meine gesellschaftlich und unternehmerisch belohnten Tugenden? Und an die Aussage meines Chefs, dass ich immer springe, wenn er lächelt.</p><p>Gerade weil sie so anerkannt sind, war mein äußeres Verhalten völlig “normal”. Ist es ja heute noch. Diese Tugenden werden unterstützt und ich bezweifel, dass sich viele Chefs mit so einer Aussage der Wahrheit nähern würden.</p><h3>Eine wichtige Erkenntnis</h3><p>2003 hat Pete Walker (M.A. Marriage und Family Therapie) in den USA in seinen Therapien erkannt, dass es neben den bereits sehr geläufigen Überlebensstrategien Flight (Fliehen), Fight (Kämpfen) und der schon weniger geläufigen Überlebensstrategie Freeze (Erstsarren) noch eine vierte Überlebensstrategie gibt:</p><p><strong>Fawn</strong> (sich unterwürfig verhalten; kriechen und schmeicheln)</p><p>Er nannte diese Überlebensstrategie: <strong>Fawn Response </strong>(hier in Deutschland auch unter: Bambi-Reflex beschrieben). Erst 2013 veröffentlichte er sein Buch “Complex PTSD: From Surviving to Thriving”. In Deutschland wird diese Überlebensstrategie erst in den letzten fünf Jahren bekannter. Viele Therapeuten und Coaches (er-)kennen sie auch heute noch nicht, was immer noch zu zahlreichen Fehldiagnosen führt, vor allem weil sich die Betroffenen so “normal” zeigen.</p><p>Zur Zeit meiner Zusammenbrüche gab es zwar diesen Begriff und die Beschreibung schon, aber sie war in Deutschland noch nicht bekannt.</p><h3>Was macht Fawn Response aus?</h3><p>Diese Überlebensstratgie findet man bei vielen Co-Abhängigen.</p><blockquote><p>Co-Abhängigkeit wird hier definiert als die Unfähigkeit, in einer Beziehung eigene Rechte, Bedürfnisse und Grenzen auszudrücken; es ist eine Störung der Durchsetzungsfähigkeit, die dazu führt, dass die betroffene Person Ausbeutung, Missbrauch und/oder Vernachlässigung anzieht und akzeptiert. (übersetzte Version von der Definition von Pete Walker)</p></blockquote><p>Fawn Response dient schon in frühester Kindheit dazu, Sicherheit durch Gefälligkeit herzustellen. Es ist ein Schutz, der durch Unterwerfung und Anpassung mit äußerlicher Freundlichkeit aufrecht erhalten wird. Innerlich herrschen Angst, Unsicherheit und Selbstverlust.</p><p>Fawn Response zeigt sich durch:</p><ul><li><p>übermäßige Anpassung an andere</p></li><li><p>Unterdrückung der eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Meinungen</p></li><li><p>Harmoniesucht &amp; Konfliktvermeidung um jeden Preis</p></li><li><p>permanente Selbstüberwachung (wie wirke ich? / bin ich genug?)</p></li><li><p>Helfersyndrom</p></li><li><p>People Pleasing (Ja-sagen)</p></li><li><p>Schuldgefühle und Loyalitätskonflikte bei Selbstbehauptung</p></li><li><p>Mangel an klaren inneren Grenzen</p></li><li><p>anbiedern</p></li></ul><p>Hier wird noch einmal deutlich, wie schwer es ist, diese als Symptome eines Traumas zu erkennen, dass vermutlich ganz viele Menschen für sich selbst gar nicht als Trauma identifzieren würden. Ich persönlich wäre von alleine zumindest nicht auf diese Idee gekommen und habe auch einige Umwege gebraucht, um zu diesem Begriff zu kommen.</p><p>Es hat mich wohl immer gewundert, dass ich mich nie so richtig in den bisherigen Überlebensstrategien, Fliehen, Kämpfen, Erstarren, wiederfand. Mein Kampf war immer sehr schnell erloschen, eher so ein minimales Aufbegehren. Also dachte ich, ich würde eher Erstarren. Erst als ich Fawn Response entdeckte, wurde mir mein Lebenslauf langsam klar. Auch wenn es ganz ehrlich keine schöne Entdeckung ist, ist es aber der erste Schritt zur inneren Heilung:</p><blockquote><p>Bewusstwerden</p></blockquote><h3>Aber warum haben wir diese Überlebensstrategie?</h3><p><a href="https://steady.page/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/826e7702-b887-425c-9bd8-673e6112c71f">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Innere Muster & Selbst]]></category>
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      <pubDate>Fri, 12 Dec 2025 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Glaubenssätze? Trifft mich nicht, aber “schei..” geht es mir]]></title>
      <description><![CDATA[Du glaubst, du hast keine Glaubenssätze? In diesem Artikel beschreibe ich an drei Beispielen (und meinem eigenen), warum ich mit dir wette, dass auch du welche hast!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Welche Symptome zeigen sich bei dir?</p><ul><li><p>Migräne / Kopfschmerzen</p></li><li><p>Magenprobleme</p></li><li><p>Dauergrübeln</p></li><li><p>Schlafstörungen</p></li><li><p>übermäßiges Verlangen nach Alkohol, Rauchen, Schmerz- oder Beruhigungsmitteln, Süßem, Kaufen, etc.</p></li><li><p>spürbare Ängste / Panikattacken</p></li><li><p>ständige Hektik / Stress</p></li><li><p>Bluthochdruck</p></li><li><p>ständige Erschöpfung</p></li></ul><blockquote><p>Christian sagt: “Ist doch völlig normal! So ist das halt, wenn man Leistungsträger ist. Ich habe nunmal wichtige Aufgaben und Projekte zu verantworten. Da gehört Stress einfach dazu. Vor allem, weil meine Kollegen und Kolleginnen einfach nicht mitziehen. Da muss ich eben mehr leisten, damit es zum Erfolg wird.”</p></blockquote><p>oder eher:</p><blockquote><p>Anna sagt: “Es geht eben nicht anders. Wenn ich es nicht mache, wer macht es dann? Da muss ich jetzt die Zähne zusammenbeißen und durch. Irgendwann werden auch wieder leichtere Zeiten kommen. Die Menschen brauchen mich.”</p></blockquote><p>oder:</p><blockquote><p>Petra: [Stille - im Inneren immer wieder der Gedanke: einfach machen, was die anderen von mir erwarten]</p></blockquote><p>Und, wo findest du dich wieder? Hast du vielleicht auch alle drei, aber würdest es nie aussprechen?</p><p>Wenn du glaubst, dass sind überzeichnete Aussagen, dann irrst du. Sei mal ehrlich und beobachte dein eigenes Verhalten. Was denkst du über dich, deine Arbeitsweise, dein Handeln, deine Motivation dahinter?</p><p>👋<em>Neu hier? </em><a href="https://steady.page/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up"><em>Abonniere den Newsletter kostenlos</em></a><em>.</em></p><p>Ich verspreche dir, du wirst für alles rationale Gründe finden. Und ich verspreche dir, du wirst sie alle außerhalb von dir sehen:</p><ul><li><p>Jeder muss seine Leistung bringen.</p></li><li><p>Dafür werde ich nunmal bezahlt.</p></li><li><p>Das gehört zum Job dazu.</p></li><li><p>Mein Chef ist dafür verantwortlich.</p></li><li><p>Das ist nunmal mein Schicksal.</p></li><li><p>Was kann ich dafür, dass meine Kollegen und Kolleginnen nicht mitmachen.</p></li><li><p>So ist die Arbeitswelt.</p></li><li><p>Das ist halt der Preis für meinen Traumjob.</p></li><li><p>Die Welt ist nunmal lauter. Wir müssen ständig erreichbar sein. Alles ist komplexer.</p></li><li><p>etc.</p></li></ul><p>Kennst du den Spruch: “Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.” von Pippi Langstrumpf, der berühmten Figur aus den Kinderbüchern von Astrid Lindgren?</p><p>Das ist die “moderne” Version davon. Wir können uns viel einreden, wenn der Tag lang ist. Würden wir es uns nicht jeden Tag wieder als unseren eigenen Willen bestätigen, dass wir das alles freiwillig machen, dann hätten wir ein wirklich schwerwiegendes Problem.</p><p>Wir müssten uns nämlich eingestehen, dass unsere Symptome, psychicher, körperlicher oder psychosomatischer Natur nicht normal sind. Vor allem dann nicht, wenn sie durch einen JOB und Arbeitsbedingungen hervorgerufen werden.</p><p>Vorher ich das weiß? Ich hatte selbst unzählige Symptome und habe mir diese in Bezug auf meinen Job als normal eingeredet, bzw. als normal ignoriert. Eine Anpassungsstörung mit Burnout Symptomen und depressiven Episoden, zwei Rückfälle und zahlreiche Panikattacken später begann ich das zu hinterfragen.</p><h2>Hinweis</h2><p>Wir haben gerade Christian, Anna und Petra getroffen. Sehen wir sie als Vertreternamen für ganz viele Menschen in den unterschiedlichsten Altersklassen. Wir vereinfachen das Ganze jetzt erheblich und gehen davon aus, dass sie nur diese eine Aussage ausmacht (ansonsten würde das Beispiel zu komplex werden). Ich habe die Rollen tatsächlich bewusst nach den klassischen Rollenklischees verteilt, da ich vermute, dass sie recht häufig in dieser Konstellation vorkommen. Aber ich möchte dringend davor warnen, dass im Alltag zu tun, denn so pauschal lassen sich Glaubenssätze weder zuordnen noch auf den Kopf zusagen.</p><p>Wenn dich das jetzt auf die Idee bringt, bei anderen deren Verhalten zu analysieren und ihnen Glaubenssätze zuzuschreiben, dann ist das nicht nur übergriffig, sondern kann auch fatale Folgen haben. In meinen Beispielen geht es vor allem darum, dass du die Dynamiken, in denen du eine fleißige, meist unbewusste Rolle hast, verstehst und erkennst und dann bei DIR schauen kannst, warum du auf eine bestimmte Art und Weise “mitspielst”, bzw. was in dir tagtäglich wirkt.</p><h2>Was haben die Aussagen mit Glaubenssätzen zu tun?</h2><p>Wir haben ja oben schon die Aussagen von Christian, Anna und Petra gehört. Alle drei arbeiten im selben Unternehmen an einem großen Projekt mit noch weiteren Kollegen und Kolleginnen. <br/><br/>Die oben gemachten Aussagen werden im Normalfall so nicht ausgesprochen. Wenn du aber in dich hinhörst und auf deine Gedanken achtest, dein Verhalten in Bezug auf andere beobachtest, wird dir auffallen, das du bestimmte Gedanken und Verhaltensweisen immer wieder an den Tag legst. <br/><br/>Auch ich bin mir rückwirkend erschreckend bewusst geworden, was ich da teilweise mit meinem Denken und meinen Verhaltensweisen in mein Leben gerufen habe. Mir wurde klar, warum andere so auf mich reagiert haben, warum Konflikte aufkamen und wie ich manche Verhaltensweisen anderer mit gegenüber regelrecht “provoziert” habe, was nicht heißt, dass diese Menschen sich mir gegenüber hätten so verhalten dürfen oder ich deren Verhalten gut heißen würde. Das ist aber völlig normal, wo unbewusste Menschen, mit ihren Rollen, ihren Masken, ihren unbewussten Schatten und Glaubenssätzen miteinander in Beziehung treten. <br/><br/>Schauen wir uns jetzt die drei genauer an. Keiner von ihnen würde mir glauben, dass sie destruktive Glaubenssätze haben.</p><h3>Christian</h3><p>Christian erlebt sich in diesem Projekt als den Leistungsträger. Er hat schon im Studium hohe Leistungen gebracht und ist stolz auf das, was er an Status und Erfolg vorweisen kann. Er versteht überhaupt nicht, dass andere dieses Denken nicht auch umsetzen und sich regelrecht aus seiner Sicht hängen lassen. Er sagt jedem, der es hören will: “Ich habe einfach kein Verständnis für Lowperformer” und ist sowohl verärgert als auch frustriert darüber, dass die anderen nicht richtig mitziehen.</p><p>Was ihm nicht bewusst ist. Er hat seit seiner Kindheit den Glaubenssatz verinnerlicht:</p><blockquote><p>Mein Wert hängt aussschließlich von meiner Leistung ab.</p></blockquote><p>Sein Vater hat ihn nur dann wahrgenommen, wenn er Leistung gebracht hat. Dieser war selbst sehr erfolgreich und hatte keinerlei Verständnis dafür, wenn Christian lieber seiner musischen Begabung nachgehen wollte. Er machte sich darüber lustig und sprach verachtend darüber. Christian lernte schnell, dass er nur für sehr gute Noten, die einen hohen Lerneinsatz für ihn bedeuteten, geliebt wurde.</p><p>Dieser Glaubenssatz treibt Christian bis heute an. Seine musische Begabung hat er völlig vergessen. Er hält seine Leistungsgetriebenheit für völlig normal, auch wenn er dafür mehr tun muss als andere, weil es ihm einfach nicht zufliegt.</p><p>Jetzt könntest du auf die Idee kommen und sagen, dass ist doch toll. Solche Menschen sind wichtig, sonst würde sich niemand mehr richtig reinhängen und die High Performer sind doch die Stützen unserer Gesellschaft. Es gibt ganz viele Menschen, die diesen Glaubenssatz unbewusst jeden Tag ausleben und stolz darauf sind, Leistungsträger zu sein.</p><p>Folgen, die Christian nicht bewusst wahrhaben möchte und aufgrund seines Glaubenssatz ignorieren muss:</p><p><strong>Überlastung &amp; chronische Erschöpfung</strong></p><ul><li><p>Er übernimmt immer mehr Verantwortung, weil er glaubt: „Wenn ich es nicht mache, tut es niemand.“</p></li><li><p>Pausen, Regeneration oder Delegieren werden als Schwäche wahrgenommen.</p></li><li><p>Er muss mehr Zeit aufwenden, um das gleiche Ergebnis zu erzielen wie andere, weil es im einfach nicht liegt (das ignoriert er völlig).</p></li><li><p>Ergebnis: Dauerstress, Schlafprobleme, Gereiztheit, Bluthochdruck, chronische (mentale) Erschöpfung</p></li></ul><p><strong>Verschlechterung der Zusammenarbeit</strong></p><ul><li><p>Seine Frustration über andere, die „nicht richtig mitziehen“, wächst.</p></li><li><p>Kollegen fühlen sich kontrolliert oder bevormundet.</p></li><li><p>Teamdynamik leidet, Motivation der anderen sinkt – paradoxerweise verstärkt er so den Druck auf sich selbst.</p></li></ul><p><strong>Verlust von Selbstwert außerhalb der Leistung</strong></p><ul><li><p>Christian misst sich (und auch andere) ausschließlich an Ergebnissen, Projekterfolgen und Umsatzzahlen. Fällt sein Job weg, fällt er in eine tiefe Existenzkrise.</p></li><li><p>Emotionale und soziale Aspekte seines Lebens geraten ins Hintertreffen: Freundschaften, Partnerschaft, Selbstfürsorge.</p></li><li><p>Sein Nervensystem hat gelernt: „Ich bin nur wertvoll, wenn ich leiste.“ Die Angst zu versagen, die Leistung nicht halten zu können, als langsamer Performer entlarvt zu werden, schwingt die ganze Zeit mit. Er wird unruhig, wenn er nicht leistet (oder wegen Krankheit nicht leisten kann).</p></li></ul><p><strong>Verdrängte Ängste und innere Unruhe</strong></p><ul><li><p>Jeder kleine Fehler wird zum inneren Alarmsignal.</p></li><li><p>Permanente Anspannung, Schuldgefühle, Selbstkritik.</p></li><li><p>Die Freude am Erfolg wird sofort von der Sorge über das nächste Ziel oder die nächste Aufgabe überlagert.</p></li></ul><p><strong>Langfristige gesundheitliche Folgen</strong></p><ul><li><p>Herz-Kreislauf, Immunsystem, Hormonhaushalt – alles leidet unter dauerhaftem Stress.</p></li><li><p>Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen werden wahrscheinlicher. Ein Burnout (auch wenn es nicht als Krankheit diagnostiziert wird) ist wahrscheinlich. Ein Burnon der Dauerbrenner.</p></li></ul><h3>Anna</h3><p>Anna ist die gute Seele des Projektes. Sie ist der festen Überzeugung, dass es ohne sie nicht geht. Sie ist unersetzbar. Ohne sie, läuft es einfach nicht.</p><p>Anna hat schon früh lernen müssen, Verantwortung in ihrer Familie zu übernehmen. Wenn sie diese Verantwortung nicht übernahm, bekam sie Vorwürfe zu hören und wurde mit Missachtung bestraft. Ihre Eltern waren nicht in der Lage, einen geregelten Haushalt aufrecht zu halten und sie musste sich schon früh um ihre Geschwister kümmern. Sie hat seitdem verinnerlicht:</p><blockquote><p>Ohne mich läuft es nicht. Ich muss mich als unersetzbar beweisen, sonst verliere ich meine Daseinsberechtigung.</p></blockquote><p>Im Team übernimmt Anna alle Aufgaben, die kein anderer machen will. Da die anderen das prima finden, überlassen sie Anna immer mehr. Anna fühlt sich bestätigt. Sie macht Überstunden, damit am nächsten Tag alles fertig ist und direkt weitergemacht werden kann. Sie nimmt sich keinen Urlaub und fehlt nie, da es ihr zuwider ist, wenn andere ihre Aufgaben übernehmen müssten.</p><p>Folgen, die Anna nicht bewusst sind:</p><p><strong>Überlastung &amp; chronische Erschöpfung</strong></p><ul><li><p>Anna übernimmt permanent Aufgaben, die niemand sonst machen will.</p></li><li><p>Sie fühlt sich verpflichtet, immer verfügbar zu sein und alles perfekt zu erledigen.</p></li><li><p>Ergebnis: Dauerstress, Schlafmangel, ständiges Grübeln, was sie übersehen habe könnte, Missachtung von Krankheitssymptomen, körperliche und mentale Erschöpfung</p></li></ul><p><strong>Verschlechterung der Zusammenarbeit</strong></p><ul><li><p>Kollegen gewöhnen sich daran, dass Anna alles übernimmt.</p></li><li><p>Eigeninitiative der anderen sinkt, Verantwortlichkeiten verschwimmen.</p></li><li><p>Anna erlebt gleichzeitig Frustration, weil sie „die Einzige ist, die es richtig macht“, und fühlt sich innerlich ausgenutzt.</p></li></ul><p><strong>Verlust von Selbstwert außerhalb der Übernahme von Verantwortung</strong></p><ul><li><p>Anna definiert ihren Wert über ihre Unersetzbarkeit und ihren Einsatz.</p></li><li><p>Persönliche Interessen, Freizeit, eigene Projekte oder soziale Kontakte bleiben auf der Strecke, weil sie dafür auch keine Zeit mehr hat.</p></li><li><p>Ihr Nervensystem hat gelernt: „Ich bin nur wertvoll, wenn ich alles trage und niemand anderes einspringt.“</p></li></ul><p><strong>Verdrängte Ängste und innere Unruhe</strong></p><ul><li><p>Jede Abweichung oder kleine Unzulänglichkeit erzeugt Schuldgefühle und Angst.</p></li><li><p>Permanente Anspannung, innere Kritik und Selbstvorwürfe begleiten sie: “Ich habe nicht genug Verantwortung übernommen.”</p></li><li><p>Sie scannt ständig, wo sie noch einspringen muss, weil andere es einfach nicht tun und sie die Verantwortung dafür fühlt.</p></li></ul><p><strong>Langfristige gesundheitliche Folgen</strong></p><ul><li><p>Körperliche Symptome wie Rückenprobleme, Verspannungen, Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden nehmen zu.</p></li><li><p>Psychische Belastungen wie Angst, depressive Stimmung oder chronische Erschöpfung sind wahrscheinlicher.</p></li><li><p>Das ständige Tragen von Verantwortung ohne Entlastung erhöht das Risiko für ernsthafte Erkrankungen.</p></li></ul><p>Viele Menschen in Hilfeberufen haben diese äußerlichen sichtbaren Symptome. Es ist keine pure “Arbeitsüberlastung” oder die Bedingungen im Job, die krank machen, sondern die Glaubenssätze, die dahinter ihr Werk verrichten.</p><h3>Petra</h3><p><a href="https://steady.page/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/92fa964c-94ee-4704-b2dd-58a272180c0b">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Burnout & Gesundheit ]]></category>
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      <pubDate>Fri, 05 Dec 2025 07:01:00 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Warum so viele Menschen im Job scheitern ]]></title>
      <description><![CDATA[Erlebe anhand eines umfangreichen Praxisbeispiels wie Glaubenssätze bereits im Bewerbungsgespräch deinen Weg definieren und welches Ausmaß sie für dich haben können. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Warum so viele Menschen im Job scheitern – und es nicht an ihrer Kompetenz liegt.</h1><h2>Lisas Weg von der Bewerbung bis zur bitteren Erkenntnis</h2><p>Das, was ich in diesem Artikel anhand eines sehr konkreten Beispiels beschreibe, trifft in abgewandelter Form jeden! Jeder Mensch hat limitierende, blockierende und lebenbedrohliche Glaubenssätze (was das genau ist, erfährst du in meinem Artikel: Welche Glaubenssätze gibt es?). Diese haben massiven Einfluss auf unser tägliches Arbeitsleben und <strong>zeigen sich schon, bevor du überhaupt in einem Job beginnst. </strong>Nur du ahnst es nicht.</p><p>Bevor ich dich mit auf Lisas Jobsuche und mit ins Bewerbungsgespräch nehme, ist es noch wichtig zu verstehen, dass wir immer wieder Menschen und Situationen in unser Leben ziehen, die uns unsere Glaubenssätze bestätigen. Unsere Ausstrahlung, unser Verhalten sendet stumme Botschaften aus und veranlassen unser Gegenüber, uns mit einem bestimmten Verhalten, Auftreten zu begegnen. Das kann sogar soweit gehen, dass sich der andere wundert, warum er sich so „anders“ gegenüber dir verhält, was sonst gar nicht seine Art ist. Erklären kann dein Gegenüber sich das nicht. Wenn du deinen Glaubenssatz erkennst und die Anteile in dir integrierst, wirst du sehr wahrscheinlich bemerken, dass dieselbe Person sich plötzlich dir gegenüber ganz anders verhält. <br/><br/>Viele Menschen haben einen sehr geringen Selbstwert, obwohl ihnen das nicht bewusst ist und sie nach außen als starke Persönlichkeit auftreten. Trotzdem spüren andere Menschen diese Abweichung zwischen Auftreten und Ausstrahlung. Zusätzlich wird unser eigenes Verhalten immer wieder eine „Bestätigung“ für unsere tiefen Glaubenssätze herausfordern.</p><p>👋<em>Neu hier? </em><a href="https://steady.page/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up"><em>Abonniere den Newsletter kostenlos</em></a><em>.</em></p><h3>Lernen wir Lisa kennen</h3><p>Schauen wir uns dazu mal ein praktisches Beispiel an:</p><p>Lisa ist 42, Produktmanagerin und hat schon einiges an Erfahrung in ihrem Bereich. Sie macht einen guten Job und ist aktuell auf der Suche nach einer neuen Position, wo sie in der nahen Zukunft auf eine Beförderung hofft.</p><p>Was Lisa nicht bewusst ist, ist ihr tief vergrabener Glaubenssatz:</p><blockquote><p>„Ich bin nicht wertvoll und habe keine Anerkennung verdient.“</p></blockquote><p>Lisa bewirbt sich auf eine Produktmanager-Stelle. Im Interview trifft sie auf ihren zukünftigen Chef Markus. Lisa spricht, ohne es zu merken ihre Erfolge klein: „Das war eigentlich eine Teamleistung.“. Sie betont Ihre Lernbereitschaft anstelle ihrer Expertise (das tun übrigens ganz viele, mich eingeschlossen). Ohne es zu merken, strahlt sie eine Bedürftigkeit aus: „Ich bin dankbar, wenn ihr mich nehmt“. Ihr zukünftiger Chef spürt diese Botschaft unbewusst und bietet ihr 15 % weniger Gehalt an.</p><h3>Lernen wir Markus kennen</h3><p>Markus ist schon seit längerem Chef in dem Unternehmen. Sein letzter Produktmanager auf dieser Position hat gekündigt, weil er ständig mit Markus im Klinsch lag. Auch Markus ist sich seines lebensbedrohlichen Glaubenssatzes nicht bewusst:</p><blockquote><p>„Wenn ich nicht überlegen bin, werde ich aus der Gruppe (heutzutage „Team oder Unternehmen“) ausgeschlossen.“</p></blockquote><p>(Was in unserer Evolutionsgeschichte den sicheren Tod bedeutet hätte.). Er braucht für seine Überlebensstrategie Lisas Unterwürfigkeit, um seinen eigenen Wert zu spüren und sicher zu sein, dass er nicht aus der Gruppe ausgeschlossen wird. Der Vorgänger war Berufsanfänger und hat sich am Anfang aufgrund seiner geringen Erfahrung gefügt. Mit der Zeit hat er aber gegen Markus angefangen zu rebellieren, so dass dieser ihm das Leben schwer gemacht hat. Mit Erfolg - dieser ist von alleine gegangen und Markus hat wieder seinen Frieden. Er findet Lisa toll und stellt sie ein. Auf dem Papier hat sie alle notwendigen Qualifikationen und die Chemie stimmt.</p><h3> Was passiert im Bewerbungsgespräch?</h3><p>Unsere Ausstrahlung nehmen zwar die Personaler und neuen Vorgesetzten wahr, können es aber selbst nicht bewusst benennen. Es kommt nur zum „Match“, wenn die Ausstrahlung zu den Überlebensstrategien des Gegenübers passt. Markus hat Lisa 15% weniger Gehalt geboten, als für die Stelle vorgesehen war. Ein anderer Kandidat hätte verhandelt. Lisa nicht. Markus konnte gleich prüfen, ob er mit seiner unbewussten Einschätzung richtig liegt und er überlegen ist.</p><p>Das System hat Lisa nicht trotz, sondern wegen ihres Glaubenssatzes eingestellt. Markus&#39; Unterbewusstsein wusste:</p><blockquote><p>„Die wird nicht aufmucken, die können wir unter Wert einstellen und ich profitiere gleich zweimal – sie ist mir unterlegen und ich kann zeigen, dass ich meine Position wert bin, weil ich 15% eingespart habe. Ich bin wertvoll für die Gruppe durch meine Überlegenheit.“</p></blockquote><p>Im Unternehmen wird sie, ohne dass sie sich dessen bewusst ist, auf die Menschen treffen, die ihren Glaubenssatz bestätigen werden. Sie trifft auf weitere Menschen (neben Markus), die in Resonanz mit ihrem geringen Selbstwert gehen. Entweder, um diesen für sich nutzbar zu machen (das ist keine böse und bewusste Absicht) oder weil sie selbst einen geringen Selbstwert haben und keinen höheren Selbstwert vertragen.</p><p>Vielleicht hattest du das auch schon einmal. Du hattest ein Bewerbungsgespräch und wusstest ganz genau, dass diese Menschen dich nicht einstellen werden. Irgendwas in dir sagt dir, dass sie mit deinem Selbstwert nicht werden umgehen können. Und prompt kommt die Absage.<br/><br/>Oder aber es ging dir wie Lisa: Du hast dich über deinen neuen tollen Job und den netten Chef gefreut und hast voller Engagement gestartet, bis … ja bis …</p><h2>Lisas Start im Unternehmen und eine unerwartete Entwicklung</h2><p><a href="https://steady.page/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/ee51cebf-9f40-4141-b5e1-b6545a9d6e15">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Innere Muster & Selbst]]></category>
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      <pubDate>Fri, 28 Nov 2025 07:00:01 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die stille Rebellion in Unternehmen]]></title>
      <description><![CDATA[Warum Menschen sich nicht mehr anpassen (können). Die Ausfalltage wg. psychischer Erkrankungen sind seit 2011 um 82% !! gestiegen. Was passiert da wirklich? Auch mit dir!]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h2>Warum Menschen sich nicht mehr anpassen (können)</h2><p>In meinem Artikel “BGM – Die Millionen-Lüge, die Menschen noch kränker macht” habe ich über den 82%igen Anstieg psychisch bedingter Ausfälle in den letzten 13 Jahren geschrieben - Tendenz steigend. In diesem Artikel nun die unbequeme Fortsetzung.</p><p><strong>Es passiert überall - ob mit oder ohne BGM. Und es werden immer mehr Menschen werden, die psychisch oder psychosomatisch erkranken.</strong></p><h3>Ein kleiner Einblick in die Ursachen</h3><p>Vielleicht kennst du auch die folgenden oder ähnliche Situationen:</p><ul><li><p>Du sitzt im Meeting und denkst: &quot;Das ist Schwachsinn.&quot; Du erkennst die Fehler in dem, was du hörst. Dir kommt die Galle hoch, weil es dich innerlich aufregt, dass dir keiner zuhört. Äußerlich bleibst du ruhig und angepasst. Keiner merkt, dass es in dir brennt.</p></li><li><p>Du bekommst den Auftrag als Personalsachbearbeiterin zusammen mit einem externen Anwalt für Arbeitsrecht mehrere Kollegen, die über 45 Jahre im Unternehmen nur einige Jahre vor der Rente stehen, überraschend, gegen jegliches Arbeitsrecht verstoßend, die Kündigung auszusprechen und mit sofortiger Wirkung freizustellen. Dir schürt sich alles zusammen. Du traust dich nicht zu widersprechen, weil du Angst um deine eigene Existenz hast, die du alleine bewältigen musst. Dein Inneres rebelliert, dir wird übel. Es verstößt massiv gegen alle deine Werte. (<em>Dies durfte ich durchmachen und wusste mir damals nicht zu helfen. Kurze Zeit danach - es gab noch weitere unfassbare Ereignisse - Zusammenbruch - Diagnose: Anpassungsstörung.</em>)</p></li><li><p>Du hörst: &quot;Wir sind hier eine Familie&quot; und weißt: Das ist eine Lüge. Denn wir alle wissen, dass wir nur zwei biologische Eltern haben. Wir wissen, dass die Inhaber, die Gesellschafter, die Geschäftsführer in ihrem eigenen Sinne handeln. Wir wissen, dass die &quot;Eltern&quot; das Sagen haben und die &quot;Kinder&quot; keine Rechte zugesprochen bekommen. Wir wissen, dass wir selbst bei einer flachen Hierarchie mit diesem Leitsatz zu &quot;gehorchen&quot; haben (auch wenn es offensichtlich nicht zur Schau gestellt wird). Ich kenne keinen Mensch, der gerne belogen wird. Wir spüren diese Unwahrheiten und sie setzen uns zu. Keiner merkt, dass wir fleißig als Erwachsene Vater, Mutter, Kind spielen, wobei sie sich meisten unbewusst immer noch in der Kinder-Rolle befinden.</p></li><li><p>Du sollst lächeln, nicken, funktionieren – aber etwas in dir weigert sich. Wir alle erkennen, dass etwas nicht stimmt. Wir wissen, dass wir immer den Kürzeren ziehen (auch als Führungskraft - nur ist das Schmerzensgeld höher). Wir merken, dass wir als Mensch nicht gesehen werden und als Maschine nur gut geölt unseren Dienst tun dürfen. Das ist der Deal in der institutionellen Kultur. Rostige Maschinen, die stottern, die aus dem Takt kommen, die ausfallen, werden ersetzt. Aussortiert und auf Dauer abgestellt, obwohl gerade sie immer noch die verlässlichsten unter den Maschinen sind. Richtig, ich spreche immer noch von dir, deinen Kolleginnen und Kollegen, deinen Vorgesetzten.</p></li><li><p>Wenn du so wie ich über 50 Jahre alt bist, gehörst du zu diesen vermeintlich rostigen Maschinen. Es ist egal, welche Leistung du gebracht hast. Es tut nichts zur Sache, was du alles kannst. Es ist auch völlig irrelvant, wie zuverlässig du bist. KI sortiert dich entweder sofort aus oder es tut jemand aus dem Unternehmen. Ob irgendjemand sich darüber Gedanken gemacht hat, warum eigentlich, bleibt vermutlich ungeklärt.</p></li></ul><p>👋<em>Neu hier? </em><a href="https://steady.page/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up"><em>Abonniere den Newsletter kostenlos</em></a><em>.</em></p><p>Es ist völlig egal, ob wir nicht gesehen, nicht gehört werden, ob wir gegen unsere Werte verstoßen müssen, nur noch funktionieren oder einfach nicht mehr “ins junge Konzept” passen oder auch als junge Menschen nach der Uni aus unerfindlichen Gründen keine Jobs mehr finden oder uns in dieser Welt orientierungslos fühlen … viele reagieren mit psychischen Symptomen und werden krank.</p><img src="https://assets.steadyhq.com/production/post/cfca6e7c-d649-4cb0-b18e-34fc8f613e0e/uploads/images/5td2ncnc7j/Burnout_Vortrag_Anstieg_psyischer_Erkrankungen.png?auto=compress&amp;w=800&amp;fit=max&amp;dpr=2&amp;fm=webp" alt="Anstieg AU Tage von 1997 - 2023 - Quelle DAK Gesundheit"/><p>Ganz ehrlich, keiner kann mir erzählen, diese Zahlen haben ausschließlich etwas mit der Überlastung im Job zu tun. Denn die häufigsten Diagnosen sind Anpassungsstörungen und Depressionen.</p><h3>Die stille Rebellion</h3><p><a href="https://steady.page/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/cfca6e7c-d649-4cb0-b18e-34fc8f613e0e">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Systemkritik Arbeit]]></category>
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      <pubDate>Mon, 24 Nov 2025 16:56:41 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Welche Glaubenssätze gibt es? Eine kompakte Übersicht.]]></title>
      <description><![CDATA[Glaubenssätze beeinflussen unser Denken, Handeln und sogar die Kultur in Unternehmen. Hier lernst du limitierende, blockierende und lebensbedrohliche Glaubenssätze kennen]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Welche Glaubenssätze gibt es?</h1><p><em>Dieser Artikel ist das Fundament, wenn man in die Welt der Glaubenssätze eintauchen möchte und verstehen will, was diese für Einflüsse auf unser ganzes Leben nehmen.</em></p><p><em>Deshalb ist dieser Artikel für dich komplett kostenfrei und in seiner Gänze zu lesen. Es ist mir sehr wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was in unserem Arbeitsleben (und in unserer Gesellschaft) zu regelmäßigen, teilweise intensiven Konflikten führt.</em></p><h2>Einleitung</h2><p>Glaubenssätze beeinflussen unser Denken, Handeln und sogar die Kultur in Unternehmen – überwiegend unbewusst. In diesem Artikel gebe ich dir einen ersten Gesamtüberblick, welche Arten von Glaubenssätzen es gibt (in weiteren Artikeln gehen wir mit vielen Beispielen noch tiefer rein), welche Auswirkungen sie auf dein Berufsleben haben und warum Mindset-Coaching, Affirmationen, Manifestationen, positives Denken &amp; Co. allein nicht ausreichen, um etwas zu verändern.</p><p>Erste Praxisbeispiele zeigen dir im Ansatz, wie limitierende, blockierende und lebensbedrohliche Glaubenssätze Entscheidungen, Motivation und Innovation bremsen und wie Bewusstwerdung echte Veränderung ermöglicht.</p><p>Mindset-Arbeit verspricht oft schnelle Veränderungen: Reichtum, Erfolg, erfüllte Beziehungen. Doch viele Menschen erleben, dass diese Ansätze allein keine nachhaltige Veränderung bringen. Warum ist das so? Um das zu verstehen, müssen wir tiefer schauen: Welche Glaubenssätze gibt es überhaupt und was machen sie mit uns?</p><p>Die Auswirkungen von Glaubenssätzen auf unser Leben werden häufig unterschätzt. Glaubenssätze beeinflussen tatsächlich verschiedene Lebensbereiche – auch unseren Wohlstand. Doch meine Erfahrung aus über sechs Jahren intensiver Arbeit mit Glaubenssätzen zeigt: Eine isolierte Veränderung des Geld-Mindsets reicht nicht aus. Das ist eine Marketing-Strategie (für ein Geschäftsmodell), die viel Geld damit verdient, zu behaupten, dass du ganz einfach dein Leben jederzeit selbst umgestalten kannst. Du brauchst es im besten Fall nur mal eben manifestieren. Wenn du es aber nicht schaffst, dann liegt das allein bei dir und deiner “Unfähigkeit” dein Mindset richtig auszurichten, zu affirmieren oder gar zu manifestieren. Wenn du Quick-Fixes suchst, dann tut es mir leid. Die gibt es nicht. Es braucht tiefere Bewusstseinsarbeit. Aber das klingt schlimmer als es ist. Aber dazu kommt noch mehr bei Unverbogen im Job.</p><p>Bei den meisten Menschen beeinflussen tief vergrabene Glaubenssätze und vor allem die damit verbundenen destruktiven Muster und Überlebensstrategien jeden Tag unser Denken, Handeln und die Gestaltung unseres Lebens. Auch unser Fühlen ist damit eng verwoben.</p><p>Das gilt noch viel mehr für Unternehmen, denn sie sind der Schmelztiegel, wo Menschen aufeinandertreffen, die sich ihrer Glaubenssätze, Ängste, Muster, Überlebensstrategien und Denkweisen selten bewusst sind. Sie wundern sich nur, wenn es knallt und es trotz vieler angebotener Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung und BGM-Maßnahmen keine Veränderung gibt.</p><p>In diesem Artikel möchte ich zunächst einmal klären, welche Glaubenssätze es gibt. Wir beschäftigen uns mit positiven und negativen Glaubenssätzen und finden heraus, welchen Einfluss sie vor allem auf das Berufsleben – und damit letztendlich auch auf Unternehmen – haben.</p><p>👋<em>Neu hier? </em><a href="https://steady.page/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up"><em>Abonniere den Newsletter kostenlos</em></a><em>.</em></p><p>Dieser Ansatz ist etwas einfach gehalten und dient nur zum ersten Verständnis, da sich die wenigsten Menschen mit diesem Thema bereits auseinandergesetzt haben. Auch wenn du schon von Glaubenssätzen gehört hast, empfehle ich dir, den Artikel, da du sehr wahrscheinlich Ansätze erfährst, die dir bislang niemand erzählt hat. Mir selbst waren die oberflächlichen “normalen” limitierenden Glaubenssätze irgendwann untergekommen. Daran habe ich auch fleißig gearbeitet, aber geändert hat sich nichts. Im Gegenteil, irgendwie ging es immer weiter bergab, bis mir irgendwann klar wurde, da steckt viel mehr dahinter, als ich angenommen hatte.</p><h2>Was sind Glaubenssätze?</h2><p>Grundsätzlich ist ein Glaubenssatz erst einmal neutral. Es ist eine Annahme, die wir über uns, andere Menschen, über Situationen, unsere Umwelt, die Welt, etc. haben. Jetzt kann man sich leicht vorstellen, dass wir voll von solchen Annahmen sind. Die meisten Glaubenssätze sind allerdings unbewusst.</p><p>Ein überwiegender Teil dieser Annahmen entsteht durch die Prägung in unserer Kindheit. Wir wurden in vielfacher Weise konditioniert und mussten uns an das anpassen, was andere Menschen (Eltern, Lehrer, später Chefs, Partner etc.) für richtig bzw. falsch hielten. Wir haben die Denkweisen unserer Bezugspersonen übernommen und durch eigene Erlebnisse und Erfahrungen verstärkt. Dabei haben wir unsere eigene Identität, unsere Bedürfnisse zum großen Teil (wenn sie nicht in das vorgegebene Bild passten) tief in uns vergraben und Denkweisen (Glaubenssätze) aufgebaut, die uns bis heute als Erwachsende davor schützen, tiefgreifende Fehler zu machen. Denn diese hätten zum Entzug von Liebe, von Anerkennung, von Schutz geführt.</p><p>Natürlich gehören Glaubenssätze zu unserem Leben dazu. Sie geben uns einen Rahmen für unser Denken, Fühlen und Handeln. Allerdings haben wir im Laufe unseres Lebens nie geprüft, ob das, was wir glauben, auch wirklich zu uns gehört und unserer wirklichen Identität entspricht (zum Thema “Falsches Selbst / Wahres Selbst” habe ich bereits einen Übersichtsartikel geschrieben). So kann es sein, dass wir Glaubenssätze mit uns rumtragen, die in keinster Weise unserem wahren Selbst entsprechen und massive destruktive Auswirkungen haben.<br/><br/>Damit du eine (zwar sehr vereinfachte) Idee von Glaubenssätzen bekommst, habe ich hier gängige Beispiele aufgeführt:</p><h3>Positive Glaubenssätze:</h3><p>Positive Glaubenssätze sind kraftvolle mentale Einstellungen, die eine positive Auswirkung auf unser Leben und unser Wohlbefinden haben können.</p><p>Hier sind zehn Beispiele für solche Glaubenssätze:</p><ol><li><p>Ich bin fähig und stark genug, um Herausforderungen zu bewältigen.</p></li><li><p>Jeder Fehler ist eine Lerngelegenheit.</p></li><li><p>Ich verdiene Glück und Erfolg.</p></li><li><p>Ich habe die Kraft, mein Leben positiv zu verändern.</p></li><li><p>Ich bin es wert, geliebt zu werden.</p></li><li><p>Ich kann aus jeder Situation das Beste machen.</p></li><li><p>Meine Meinung ist wichtig und wertvoll.</p></li><li><p>Ich bin offen für neue Erfahrungen und Möglichkeiten.</p></li><li><p>Ich kann meine Ziele erreichen.</p></li><li><p>Ich habe das Recht, meine eigenen Grenzen zu setzen.</p></li></ol><p><strong>Kurze Abgrenzung zu Affirmationen: </strong>Wer positive Glaubenssätze in der Kindheit als Teil seines wahren Selbst integrieren durfte, hat diese verkörpert. Affirmationen hingegen bedeuten, sich Sätze wiederholt aufzusagen, um sie zu verinnerlichen. Der Unterschied: Affirmationen arbeiten an EINEM Glaubenssatz auf der bewussten Ebene, während viele tief verankerte gegenteilige Glaubenssätze oft unbewusst wirksam bleiben. Deshalb reichen Affirmationen allein häufig nicht aus .</p><p>Wer in der Kindheit aber mit solchen Denkweisen geprägt wurde, hat ein ganz anderes Leben vor sich, als Menschen, die sich diese Einstellungen erst, meist mühsam, erschließen müssen (Aufdeckung der eigenen Schatten, Glaubenssätze und Muster). Deshalb heißt es aber nicht, dass diese Menschen keine negativen Glaubenssätze unbewusst mit sich herumtragen.</p><h3>Negative Glaubenssätze:</h3><p>Negative Glaubenssätze können einen erheblichen blockierenden Einfluss auf verschiedene Bereiche unseres Lebens haben, einschließlich Selbstwertgefühl, Arbeitsleistung und Beziehungen.</p><p>Hier sind zehn Beispiele für solche negativen Glaubenssätze:</p><ol><li><p>Ich bin nicht gut genug.</p></li><li><p>Ich werde nie erfolgreich sein.</p></li><li><p>Es ist unmöglich, glückliche Beziehungen zu führen.</p></li><li><p>Meine Bedürfnisse sind nicht wichtig.</p></li><li><p>Ich muss perfekt sein, um Anerkennung zu verdienen.</p></li><li><p>Fehler sind katastrophal.</p></li><li><p>Andere sind immer besser als ich.</p></li><li><p>Ich habe keine Kontrolle über mein Leben.</p></li><li><p>Es ist gefährlich, anderen zu vertrauen.</p></li><li><p>Meine Meinung zählt nicht.</p></li></ol><p>Diese Glaubenssätze gehören sicherlich in die Kategorie &quot;negativ&quot;, aber da steckt noch deutlich mehr dahinter.</p><p>Wichtig zu verstehen, ist, dass sich positive, als auch negative Glaubenssätze in unseren Gedanken, in unserem Selbstwert und in unserem Handeln spiegeln. Das heißt, sie machen auch nicht vor der Unternehmenstüre halt, sondern treffen im Unternehmen auf ihre sog. Trigger, die diese Glaubenssätze immer wieder ans Tageslicht zerren, damit der &quot;Besitzer&quot; sich endlich mit ihnen auseinandersetzt. Ein geklärter Mensch wird diesbezüglich wesentlich weniger anfällig und damit resilienter sein, was den unproduktiven Nebenschauplatz deutlich reduziert.</p><p>Aber gehen wir doch mal in die Tiefe.</p><h2>Wie unterscheidet man nun Glaubenssätze in ihrer Wirkung?</h2><p>Wenn wir uns einen negativen Glaubenssatz ansehen, so werden wir feststellen, dass dieser unterschiedliche Ausprägungen haben kann.</p><p><strong>Limitierende Glaubenssätze: </strong>Sie setzen uns Grenzen.<br/><strong>Blockierende Glaubenssätze:</strong> Sie verhindern Bewegung und Wachstum.<br/><strong>Lebensbedrohliche Glaubenssätze: </strong>Sie greifen unsere Existenz und Identität an.</p><h3>Limitierende Glaubenssätze in der Kurzübersicht</h3><p>Limitierende Glaubenssätze beschränken uns in unserem Sein. Sie setzen uns Grenzen. Man könnte jetzt sagen, dass es gut ist, einen abgesteckten Rahmen zu haben. Das Problem ist, dass wir uns, sofern uns dieser nicht bewusst ist, nicht darüber hinaus begeben können. Zwei Beispiele:</p><blockquote><p>„Es ist zu spät, um etwas Neues zu lernen oder meine Karriere zu ändern.“</p></blockquote><p>Stell dir vor, du hast einmal Bürokauffrau gelernt und arbeitest nun schon seit über 30 Jahren in diesem Beruf. Du bist vielleicht um die 50 Jahre und träumst dein Leben lang davon, ein eigenes kleines Café zu haben, in dem du deiner Backleidenschaft nachgehen kannst. Eigentlich liebst du es, dich mit Menschen zu unterhalten und ihnen eine gute Zeit zu bereiten. Nur in deinem jetzigen Job bist du meilenweit davon entfernt. Du bist unglücklich, gesundheitlich zeigen sich alle möglichen Symptome und du fühlst dich erschöpft.</p><p>Mit diesem u.U. sogar unbewussten Glaubenssatz würdest du es nie versuchen. Du hättest das Gefühl, dass du dazu (hier aufgrund deines Alters) nicht fähig bist und dir die Möglichkeiten fehlen. Du würdest es dir nicht zutrauen. Du würdest deinen Traum abschreiben und dich deinem &quot;Schicksal&quot; fügen. Schade, oder? Wieviele Menschen haben ihre Träume aufgegeben, weil ein solcher oder andere Glaubenssätze sie einschränken?</p><p>In einem Unternehmen könnte das wie folgt aussehen:</p><blockquote><p>„Fehler zu machen ist inakzeptabel und muss um jeden Preis vermieden werden.“</p></blockquote><p>Dieser Glaubenssatz kann zu einer Unternehmenskultur führen, in der MitarbeiterInnen Angst haben, Risiken einzugehen, Neues zu versuchen oder kreative Lösungen für Probleme zu finden. Sie könnten sich mehr auf die Vermeidung von Fehlern konzentrieren als auf Innovation und Wachstum. Das führt zu einer stagnierenden Entwicklung, verhindert Lernprozesse und behindert die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens an sich schnell ändernde Marktbedingungen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich einen Vorgesetzten hatte, der von einer &quot;Null-Fehler-Kultur&quot; sprach. Das Resultat war, dass ich immer mehr Fehler gemacht habe und mich nicht mehr traute, selbst etwas auszuprobieren. Mir wurde sein Glaubenssatz durch seine Führung aufgedrückt und führte bei mir genau zu dem, was er zu vermeiden suchte.</p><p>Darüber hinaus kann dieser Glaubenssatz zu einem Umfeld führen, in dem Mitarbeitende Fehler verbergen, anstatt sie offen zu diskutieren und aus ihnen zu lernen. Das kann zu eskalierenden Problemen führen, die schließlich weitaus kostspieliger sind, als wenn sie frühzeitig adressiert worden wären.</p><p>Eine solche Kultur kann auch die Mitarbeiterzufriedenheit und -motivation beeinträchtigen, zu höheren Krankheitsraten, Burnout und letztlich zu einer höheren Fluktuation führen, was wiederum Rekrutierungs- und Einarbeitungskosten nach sich zieht. All diese Faktoren können erhebliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen haben.</p><h3>Blockierende Glaubenssätze</h3><p>Blockierende Glaubenssätze entsprechen ihrem Namen. Sie blockieren uns. Natürlich sind blockierende Glaubenssätze auch limitierend. Diese Glaubenssätze schränken uns noch weiter ein. Sie verhindern, dass wir neue Perspektiven einnehmen. Es fühlt sich noch fataler an. Während wir bei den limitierenden Glaubenssätzen immer noch so einen inneren Zug verspüren, ist dieser hier vollkommen blockiert. Wir akzeptieren das Gegebene als endgültig und lassen damit kein Wachstum mehr zu. Die Schwierigkeit ist, dass dieser Mensch häufig in seiner Denkweise geschlossen ist und es kein Zurück oder Vorwärts mehr gibt. Das Motto lautet: &quot;Es ist so wie es ist und es ist gut so&quot;.</p><p>Einige Beispiele:</p><blockquote><p>„Ich kann mich nicht ändern; das ist einfach, wie ich bin.“</p></blockquote><p>Wer das bewusst oder unbewusst glaubt, der hat für alles in seinem Leben eine Entschuldigung gefunden. Sie oder er würden sich als Opfer ihres Schicksals betrachten und sich entsprechend verhalten. Es gibt tatsächlich viele Menschen, die das laut von sich behaupten. Es ist ihnen allerdings oft nicht bewusst, dass sie hier einem blockierenden Glaubenssatz aufsitzen. Während ich bei einem limitierenden Glaubenssatz auf der anderen Seite noch etwas sehen kann (mich aber nur nicht traue), ist die Mauer hier so hoch, dass ich auf der anderen Seite nichts mehr erkennen kann (oder will).</p><p>Blockierende Glaubenssätze bedürfen wesentlich mehr Bewusstwerdens als limitierende Glaubenssätze. Würde man im obigen Beispiel der Frau zeigen, wie sie ihren Traum, trotz ihres vermeintlich zu hohen Alters, umsetzen könnte und sie in ihre Selbstermächtigung bringen, würde sie diesen umsetzen können. Aber wie soll man das machen, wenn derjenige gar nicht in Erwägung zieht, dass es etwas anderes gibt?</p><p>Die Themen können hier vielfältig sein: &quot;ich werde nie genug Geld haben&quot;, &quot;ich werde nie geliebt werden&quot;, &quot;ich werde immer in meinem (frustrierenden) Job bleiben müssen&quot;.</p><p>Hier ist auffällig, dass der Glaubenssatz verstärkt wird durch <strong>&quot;nie&quot;</strong>, <strong>&quot;immer&quot;</strong>, <strong>&quot;ich bin&quot;</strong>.</p><p>Letzteres - &quot;ich bin&quot; oder &quot;du bist&quot; ist eine sehr gefährliche Botschaft, die wir als Kinder häufig gehört haben und die solche blockierenden Glaubenssätze prägen können.</p><p>Dazu auch ein Beispiel:</p><p>Stell dir vor, du kommst (wieder Kind) von der Schule nach Hause und habst eine fünf in Mathe geschrieben. Du hast wirklich viel dafür gelernt und bist jetzt unglücklich, weil sich deine Mühen nicht ausgezahlt haben. Anstatt zu Hause getröstet und für die Zukunft bestärkt zu werden, hörst du folgenden Satz:</p><blockquote><p>&quot;Du bist wirklich dumm. Jetzt haben wir so viel geübt und du kapierst es immer noch nicht.&quot;</p></blockquote><p>Das <strong>&quot;du bist&quot;</strong> mit der negativen Aussage beschreibt einen Seins-Zustand, der sich auf den Charakter bezieht.</p><p>Zum Unterschied:</p><blockquote><p>&quot;Diesmal hast du wirklich dumme Fehler gemacht. Wir schauen uns diese jetzt gemeinsam an und beim nächsten Mal schaffst du das.&quot;</p></blockquote><p>Hier bezieht sich die Aussage nicht auf den Menschen und die Beschreibung seiner Person, sondern auf die Situation. Mit dieser Aussage produzieren wir keinen prägenden Glaubenssatz in Form von:</p><p>&quot;Ich bin dumm und egal wie sehr ich mich bemühe, ich schaffe es ohnehin nicht.&quot;</p><p>Wie man sieht, hängt es viel von der prägenden Sprache ab, wie wir uns und unser &quot;Schicksal&quot; später bewerten.</p><p>Dazu habe ich auf meiner Webseite eine freie Challenge veröffentlicht, die viel Spaß macht - alleine oder mit Freunden, wenn man sich gegenseitig darauf aufmerksam macht. Es ist spannend im Alltag zu beobachten, wie oft wir Festschreibungen auf eine Person richten. Du möchtest es ausprobieren? Hier geht es zur Challenge. Du kannst aber auch gerne erst in Ruhe zu Ende lesen. Ich hänge dir den Link unten noch einmal an. <strong>Denn es wird gleich bei den lebensbedrohlichen Glaubenssätzen noch spannend.</strong></p><p><a href="https://katjawildfeuer.de/uebungen/bin-challenge">Challenge</a></p><p>Im Unternehmen:</p><p>Ein blockierender Glaubenssatz, der ein Unternehmen empfindlich treffen kann, und keine andere Alternative mehr zulässt, könnte sein:</p><blockquote><p>&quot;Veränderung ist gefährlich und muss um jeden Preis vermieden werden.&quot;</p></blockquote><p>Dieser Glaubenssatz ist besonders blockierend, weil er impliziert, dass der Status quo beibehalten werden muss, unabhängig von den sich ändernden Umständen oder den potenziellen Vorteilen, die eine Veränderung bringen könnte. Es gibt keine Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung, was bedeutet, dass Innovation, Anpassung an den Markt und Verbesserungen in Prozessen oder Produkten stark behindert werden.</p><p>Unternehmen, die diesen Glaubenssatz verinnerlichen, können Chancen für Wachstum und Verbesserung verpassen und werden wahrscheinlich von wettbewerbsfähigeren und anpassungsfähigeren Unternehmen übertroffen. In einer schnelllebigen Geschäftswelt, in der Technologie und Kundenbedürfnisse sich ständig weiterentwickeln, kann eine solche starre Haltung zu erheblichen finanziellen Verlusten und im schlimmsten Fall zur Irrelevanz führen. Solche Glaubenssätze finden sich meist in der Geschäftsleitung, ohne dass es dort bewusst ist. Da sich aber die Glaubenssätze von oben auf das ganze Unternehmen auswirken (alles ist mit allem verbunden), reagiert das ganze Unternehmen nach diesem Glaubenssatz.</p><p>Aber auch blockierende Glaubenssätze können entlarvt werden. Sobald sie einmal bewusst sind, kann dieser Mensch erkennen, dass er nur vor einer Wand stand, die nichts mit der Wahrheit zu tun hat.</p><h3>Lebensbedrohliche Glaubenssätze</h3><p>Das klingt jetzt sicherlich skurril. Aber ja, wir haben tatsächlich mehr lebensbedrohliche Glaubenssätze, als uns auf den bewussten Blick klar ist. Lebensbedrohliche Glaubenssätze sind aus meiner Erfahrung meist sehr tief sitzende und auf jeden Fall unbewusste Glaubenssätze. Das macht es uns ja auch so schwer, diese wahrzunehmen und zu identifizieren.</p><p>Sie gehen oft mit Ängsten einher, die nichts mit realen Ängsten zu tun haben. Wenn ich drohe, aus hoher Höhe irgendwo runterzufallen, ist das eine reale Angst. Wenn ich morgens aus dem Schlaf in einer Panikattacke in meinem Bett aufwache, hat das mit einer realen Angstsituation nichts zu tun.</p><p>Diese Ängste haben aber diverseUrsachen, worauf ich in weiteren Artikeln genauer eingehen werde.</p><p>Lebensbedrohliche Glaubenssätze bedrohen im tiefsten Unterbewusstsein unsere Existenz. Wichtig zu wissen ist, dass man immer erst mit den leichten, oberflächlichen Glaubenssätzen anfängt und sich erst langsam zu dieser Art vorarbeitet. Auch wenn diese den Menschen am meisten beeinträchtigt. Wenn man sauber vorgeht, kommt man ohnehin von einem Glaubenssatz, zu dem eine Ebene tiefer und so weiter, bis man an der untersten Ebene angekommen ist. Da wir hier auch die meisten Ängste in uns finden, macht es auch Sinn, sich langsam vorzuarbeiten.</p><p>Lebensbedrohliche Glaubenssätze zielen auf folgende Grundpfeiler ab:</p><ul><li><p>Verlust des Lebens</p></li><li><p>Verlust von Anerkennung und damit Liebe</p></li><li><p>Verlust des Selbstwertes und</p></li><li><p>Verlust der Handlungsfähigkeit</p></li></ul><p>Nehmen wir wieder ein Beispiel:</p><blockquote><p>„Wenn ich nicht geliebt werde, habe ich keinen Platz in dieser Welt.“</p></blockquote><p>Hier kommen einige Faktoren zusammen. Dieser Mensch wird alles, wirklich alles dafür tun, um sich, egal bei wem, beliebt zu machen. Er ist auf die Bestätigung, dass er geliebt wird, ständig angewiesen und wird diese vehement einfordern. Jede Beziehung, egal ob privat oder beruflich, steht unter dem Druck, dass er Anerkennung und damit Liebe gezeigt bekommt. Jede Kritik, jedes Abwenden, jede Nichtbeachtung, jede Absage sind eine massive Bedrohung für ihn oder sie. Für die Mitmenschen gestaltet sich das Miteinander irgendwann zu einer Qual, weil man nunmal nicht ständig einem anderen Menschen seine Liebe, Anerkennung, Zuwendung zeigen kann und will. Dieser Mensch ist aber davon abhängig. Denn er verliert sonst seinen Wert und seine Existenzberechtigung. Wer in dieser Welt keinen Platz hat, verliert sein Leben. Hier kommen mindestens die ersten drei Angstformen zusammen. Dieser Glaubenssatz ist echt massiv und lässt ein entspanntes Leben ohne Ängste nicht mehr zu. Panikattacken könnten die Folge sein.</p><p>Das Schlimme ist, dass dieser Mensch von diesem Auslöser und diesen Wirkweisen nichts weiß. Und je mehr er um Anerkennung und Liebe &quot;bettelt&quot;, sich aufdrängt, sich zur Schau stellt, desto mehr wird er Ablehnung erfahren, was seine Bemühungen nur noch mehr verstärkt. Denn er war ja offensichtlich nicht gut genug. Das bedeutet mentalen und körperlichen Stress in Dauerschleife. Daran kann ein Mensch ausbrennen oder in Depressionen verfallen, weil diese Erwartungen an andere Menschen nie von diesen erfüllt werden können.</p><p>Noch ein direktes Beispiel für ein Unternehmen:</p><p>Ein lebensbedrohlicher Glaubenssatz im unternehmerischen Kontext, der auf tief im Unterbewusstsein verankerte Ängste wie den Verlust des Lebens, der Liebe, Anerkennung oder der Existenz abzielt, könnte lauten:</p><blockquote><p>&quot;Wenn ich nicht ständig Kontrolle ausübe und alles perfekt ist, wird das Unternehmen untergehen, und ich verliere alles.&quot;</p></blockquote><p>Dieser Glaubenssatz kann zu einem extremen Kontrollverhalten und Perfektionismus führen, was in der Unternehmensführung sehr unangenehme Folgen haben kann. Geschäftsführer und Führungskräfte, die diesen Glaubenssatz verinnerlicht haben, könnten dazu neigen, ihre MitarbeiterInnen übermäßig zu überwachen und ihnen wenig bis keinen Spielraum für Eigeninitiative oder Kreativität zu geben. Das kann die Mitarbeitermotivation und -zufriedenheit stark beeinträchtigen, Innovationen blockieren und letztendlich die Unternehmenskultur vergiften.</p><p>Solche Führungskräfte sind möglicherweise auch nicht in der Lage, Aufgaben zu delegieren, weil sie glauben, dass nur sie selbst die Arbeit auf dem erforderlichen Niveau erledigen können. Dies kann zu Überarbeitung und Burnout führen, nicht nur bei der Führungskraft selbst, sondern auch bei den Mitarbeitern, die sich unterbewertet und übersehen fühlen. Langfristig kann dies die Fluktuation erhöhen, Talente abschrecken und die Leistungsfähigkeit des Unternehmens insgesamt schwächen, was letztlich zu finanziellen Einbußen führt.</p><hr aria-hidden="true"/><h2>Fazit</h2><p>Glaubenssätze sind tief verwurzelte Prägungen, die unser Denken, Fühlen und Handeln stark beeinflussen – weit mehr, als einfache Mindset-Tipps vermitteln. Sie entstehen aus Prägungen, Kindheitserfahrungen, Konditionierungen und übernommenen Denkweisen und lassen sich nicht einfach mit Affirmationen „ersetzen“, weil die Ursache dahinter immer noch existent ist.</p><p>Positive Glaubenssätze stärken Selbstvertrauen, Resilienz und Lebensgestaltung („Ich bin fähig, Herausforderungen zu meistern“).</p><p>Negative Glaubenssätze begrenzen uns und wirken sich auf Selbstwert, Entscheidungen und Beziehungen aus – im privaten wie beruflichen Kontext.</p><p>Negative Glaubenssätze lassen sich in drei Ebenen unterscheiden:<br/><strong>Limitierend:</strong> Setzen Grenzen, blockieren aber noch nicht vollständig („Es ist zu spät, etwas Neues zu lernen“).<br/><strong>Blockierend:</strong> Verhindern jede Veränderung, lassen keine Perspektive zu („Ich kann mich nicht ändern“).<br/><strong>Lebensbedrohlich: </strong>Greifen tief in Identität und Existenzängste ein („Wenn ich nicht geliebt werde, habe ich keinen Platz in dieser Welt“).</p><p>Im Unternehmenskontext wirken sich diese Glaubenssätze direkt auf Kultur, Motivation, Innovationsfähigkeit und wirtschaftlichen Erfolg aus. Wer sie versteht und bewusst bearbeitet, kann Blockaden auflösen, Resilienz stärken und eine gesunde, lebendige Arbeitskultur fördern – sowohl persönlich als auch auf organisatorischer Ebene.</p><p></p><p><em>Dieser Artikel hat dir das Fundament gegeben. Aber wie gehst du nun konkret mit deinen eigenen Glaubenssätzen um? Wie erkennst du die lebensbedrohlichen? Wie erkennst du deine Überlebensstrategien? Und wie löst du sie auf?</em></p><p><em>In den kommenden Artikeln tauchen wir tiefer: Burnout als Ergebnis einer Überlebensstrategie, Fawn Response im Detail, konkrete Transformationsprozesse für deine persönliche Entwicklung und die Glaubenssätze-Muster, die in deutschen Unternehmen besonders wirksam sind und was das für dich bedeutet.</em></p><p>Du möchtest das &quot;Ich bin / Du bist&quot;-Muster direkt in deinem Alltag beobachten? Ich habe dazu eine kostenfreie <strong>2-Tage-Challenge</strong> entwickelt, die dir hilft, diese Formulierungen zu erkennen und umzuformulieren.</p><p><a href="https://katjawildfeuer.de/uebungen/bin-challenge">Kostenfreie Challenge</a></p><p>Als Mitglied von Unverbogen im Job bekommst du Zugang zu solchen praktischen Übungen – und in Zukunft zu noch vielen weiteren, die ich exklusiv für die Community entwickle. Nirgendwo sonst verfügbar.</p><p><a href="https://steady.page/de/unverbogen-im-job/about">Mitglied werden</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Innere Muster & Selbst]]></category>
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      <pubDate>Sun, 23 Nov 2025 13:51:40 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Das große Verbogen sein im Job]]></title>
      <description><![CDATA[Bist du Verbogen im Job? Nein? Gut, dann wäre das Gegenteil “authentisch.” Was wäre deine Antwort, wenn ich dich fragen würde, ob du “authentisch” bist? Wahrscheinlich…]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Bist du Verbogen im Job? Nein? Gut, dann wäre das Gegenteil “authentisch.” Was wäre deine Antwort, wenn ich dich fragen würde, ob du “authentisch” bist? Wahrscheinlich würdest du mich irritiert ansehen und dich fragen, was ich von dir will. Dein zweiter Impuls wäre zu antworten: “Natürlich bin ich authentisch.”</p><p>Und ich würde mit dir jede Wette eingehen, dass du verbogen bist. Warum? Lass uns das einmal genauer ansehen:</p><h2>Was bedeutet eigentlich “authentisch sein” bei Menschen?</h2><p>Wikipedia definiert authentisch wie folgt (die Markierungen habe ich gesetzt, damit du diese bewusst wahrnimmst, da ich darauf zurückkommen werde):</p><p>“Authentizität bezeichnet eine Persönlichkeitseigenschaft und einen persönlichen (ethischen) Wert (Wertvorstellung). Angewendet auf Personen bedeutet Authentizität, sich gemäß <mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">seinem wahren Selbst</mark>, d. h. seinen Werten, Gedanken, Emotionen, Überzeugungen und Bedürfnissen auszudrücken und dementsprechend zu handeln, und sich <mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">nicht durch äußere Einflüsse bestimmen zu lassen</mark> (Harter, 2002). Gruppenzwang und Manipulation beispielsweise unterwandern persönliche Authentizität.</p><p>Die Sozialpsychologen Michael Kernis und Brian Goldman unterscheiden vier Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit man <em><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">sich selbst als authentisch</mark></em><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit"> erlebt</mark>:</p><ul><li><p><em><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">Bewusstsein</mark></em><mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit"> </mark>– Ein authentischer Mensch <mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">kennt seine Stärken und Schwächen ebenso wie seine Gefühle und Motive</mark> für bestimmte Verhaltensweisen. Dies setzt Selbsterkenntnis durch Selbst- und Fremdwahrnehmung und Selbstreflexion voraus, um sich seiner selbst und seines Handelns bewusst zu werden.</p></li><li><p><em>Ehrlichkeit</em> – Hierzu gehört, der <mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">ungeschminkten Realität, das eigene Selbst</mark> betreffend, ins Auge zu blicken und auch unangenehme Rückmeldungen zu akzeptieren.</p></li><li><p><em>Konsequenz</em> – Ein authentischer Mensch handelt nach seinen Werten und Überzeugungen. Das gilt für die gesetzten Prioritäten und<mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit"> auch für den Fall, dass er sich dadurch Nachteile einhandelt</mark>. Kaum etwas wirkt verlogener und unechter als ein Opportunist.</p></li><li><p><em>Aufrichtigkeit</em> – Authentizität beinhaltet die <mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">Bereitschaft, sein wahres Selbst, mit seinen positiven wie negativen Seiten, in sozialen Beziehungen offen zu zeigen</mark> und nicht zu verleugnen.</p></li></ul><p>Eine <em>als authentisch bezeichnete Person</em> wirkt besonders „echt“, strahlt aus, dass sie zu sich selbst mit ihren Stärken und Schwächen steht und im Einklang mit sich selbst handelt. Sie vermittelt ein Bild von sich, das beim Betrachter als ehrlich, stimmig, urwüchsig, unverbogen, ungekünstelt wahrgenommen wird, anders als Personen mit einem <mark style="background-color: rgb(250, 232, 214); color: inherit">falschen Selbst</mark>. Dabei muss es sich nicht um die realen Eigenschaften des Betrachteten handeln. Auch Zuschreibungen von Betrachtern können diese Eindrücke verursachen und als Teil einer gelungenen Inszenierung fungieren.”</p><p>👋<em>Neu hier? </em><a href="https://steady.page/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up"><em>Abonniere den Newsletter kostenlos</em></a><em>.</em></p><h2>Das “wahre Selbst” vs. das “falsche Selbst”</h2><p>Spiritueller Blödsinn? Nein, bei weitem nicht. Lass uns das etwas genauer ansehen.</p><p>Wir erinnern uns, ich habe weiter oben gewettet, dass auch du “verbogen im Job” bist (damit natürlich auch in anderen Lebensbereichen). Dieses “verbogen” ist das falsche Selbst. Aber was macht das falsche Selbst aus?</p><h3>Das falsche Selbst</h3><p>Das falsche Selbst begleitet uns seit wir auf die Welt gekommen sind. Es wurde uns nicht angeboren, sondern antrainiert. Jedes Kind wurde von seinen Eltern oder Erziehungsberechtigten und später in Schule und Ausbildung geprägt.</p><ul><li><p>Wir haben schon sehr früh erfahren, was wir tunlichst unterlassen sollten, damit es keinen Ärger gibt.</p></li><li><p>Wir haben gelernt, was von uns erwünscht wird, damit wir Anerkennung, Zuwendung und Liebe bekommen.</p></li><li><p>Wir haben schnell verstanden, welche unserer Verhaltensweisen als lästig, anstrengend, ärgerniserregend und unerwünscht mit Abwendung, Ignoranz, Strafe unterdrückt werden sollten.</p></li><li><p>Wir haben gelernt, uns an das Erwünschte anzupassen.</p></li><li><p>Wir durften lernen, was unser Widerstand für Folgen hat.</p></li></ul><p>Mit jeder Zurückweisung, jedem Tadel, jeder Strafe, jeder Misshandlung (ob psychisch oder physisch), jedem Liebesentzug, jeder emotionalen Kälte oder Nichtanwesenheit haben wir unsere damit einhergehenden Gefühle ganz tief in uns vergraben. Die Anteile, die nicht erwünscht waren, haben wir weggeschlossen, damit sie nie zu einer Gefahr des Ausschlussen werden würden.</p><p>Damit auch ja keiner - auch wir selbst nicht mehr - darankommt, haben wir Wächter davorgestellt. Außerdem haben wir durch diese Erfahrungen limitierende, blockierende und lebensbedrohliche Glaubenssätze und notwendige Überlebensstrategien entwickelt.</p><p>Wir haben ein “falsches Selbst” nach den Vorlieben, Wünschen, Erwartungen unseres Umfeldes aufgebaut, was wir irgendwann mit dem älter werden als unser “authentisches Sein” beschreiben werden. Unser Ego hilft uns tagtäglich dabei, alles zu vermeiden, damit wir die Gefühle von früher, nie wieder erleben müssen. Unsere wahren Anteile, die wir damals nicht ausleben mussten, haben wir vergessen.</p><p><a href="https://steady.page/696d25a7-a0e8-49cc-9ff2-60db82f2e31a/posts/d3a08e4c-95cd-4d75-863f-91d38b2dac11">Auf Steady weiterlesen</a></p>]]></content:encoded>
      <category><![CDATA[Innere Muster & Selbst]]></category>
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      <pubDate>Sat, 22 Nov 2025 16:29:04 +0000</pubDate>
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      <title><![CDATA[Warum dieses Projekt entstand - werde kostenloser Subscriber]]></title>
      <description><![CDATA[Erhalte neue spannende Inhalte von mir direkt in dein Postfach. So haben es nicht mehr die Social-Media-Algorithmen in der Hand, ob und wann du von mir hörst.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<h1>Verpasse nichts von Unverbogen im Job</h1><h2>Was dich erwartet</h2><p>Bei Unverbogen im Job nehme ich dich mit auf eine ganz spezielle, spannende Reise. Auf eine Reise, die durch meine eigene Betroffenheit, meine eigenen Erfahrungen in letzten 30 Jahren im Job, durch meine eigene Suche, aber auch einschlägigen Weiterbildungen und Recherchen untermauert werden.</p><p>Du erhältst jeden Freitag einen tiefgründigen Beitrag mit Reflexionsimpulsen, Tools, Workbooks u.v.m. zu Themen rund um:</p><ul><li><p><strong>Was dich wirklich erschöpft</strong> (Glaubenssätze, Muster, Überlebensstrategien)</p></li><li><p><strong>Warum nichts hilft</strong> (BGM, Selbstoptimierung, spirituelle Konzepte)</p></li><li><p><strong>Die Zukunft der Arbeit</strong> (Werteverschiebung, neue Organisationsformen)</p></li></ul><p>Wenn du abseits vom Mainstream andere Einsichten bekommen möchtest; wenn du offen bist, dich, deine aktuelle Situation, deine Anteile am Geschehen zu hinterfragen und aus einer neuen Perspektive zu betrachten, dann bist du hier richtig! Dann trage dich direkt in meinen Newsletter ein:</p><p><a href="https://steady.page/de/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up">Melde dich jetzt an </a></p><h2>Was hat mich veranlasst, diesen Newsletter ins Leben zu rufen?</h2><p>Mein Arbeitsleben begann 1994 als Fremdsprachenkorrespondentin in einer Rechtsanwaltskanzlei. Bis 2016 ging ich einen typischen Karriereweg - wurde Assistentin eines Partners, Geschäftsführungsassistentin, Personalsachbearbeiterin, Assistentin des Leiters für Personalentwicklung von Führungskräften in einem großen Konzern. Wobei ich 2011 einen “kleinen” Zwischenfall hatte - ihn zumindest zu diesem Zeitpunkt als solchen behandelte: Ich landete mit einer diagnostizierten Anpassungsstörung mit Burnout Symptomen und massiven Panikattacken im Aus. Da ich wie zuvor weitermachte - in der Annahme, dass sei nur aufgrund beruflicher Überlastung geschehen, was ja alle da draußen immer behaupten - kam es 2016 trotz reduzierter Stundenanzahl zu einem erneuten Zusammenbruch.</p><p>Obwohl ich in therapeutischer Behandlung, in der Klinik, in der Tagesklinik und in der psychischen Reha gewesen war, obwohl ich mir diverse kostspielige Coachings geleistet hatte, obwohl ich (auch immer eine beliebte Empfehlung) viel Sport gemacht hatte? Ich verstand die Welt nicht mehr. <br/><br/>Stutzig geworden, begann ich mit der Suche. Ich ging irgendwie davon aus, dass ich ein Burnout gehabt hatte (niemand hatte mich aufgeklärt, was ich wirklich hatte). Also fing ich an zu rechercheren. Ich ließ mich auch zur Psychologische Beraterin, zum Hypnose-Coach, zur Stressmanagement-Trainerin, zur Kursleiterin für Autogenes Trainig ausbilden. Später kamen noch die Fachkraft für Stress- und Burnout-Prävention und die Fachkraft für psychosoziale Gesundheitsförderung dazu. Antworten fand ich keine, da die klassischen Inhalte dieser Ausbildungen nicht mit meiner Wahrnehmung, meinem eigenen Erleben übereinstimmten.</p><p>2019 stieß ich dann aus meine erste Erlösung. Eine Coach(in) die mit mir in meine Glaubenssatzarbeit einstieg und mit systemischen Aufstellungen einige Themen sichtbar machte. Es ging mir augenblicklich, trotz intensiver Arbeit, besser. Meine Medikamente konnte ich damals (bis heute) erfolgreich absetzen (wichtiger Hinweis: das darf immer nur mit dem behandelnden Arzt geschehen).</p><p>Es begann nun eine Zeit der spirituellen Reise. Ich nahm sämtliche Konzepte mit und probierte sie aus: Human Design, Affirmationen, Manifestationen, The Secret, Seelenverträge, Tarot, Astrologie, etc. Da ich ein Mensch bin, der sehr schnell und sehr intensiv in ein Konzept eintaucht und es durchdringt, finde ich auch sehr schnell die Grenzen und Schattenseiten dieser Konzepte. Ich durchschaue, welche Geschäftsmodelle dahinterstecken und was es mit den Menschen macht. Gleiches gilt für die vielen Movtivations- und Powerseminare von einschlägig bekannten Größen, die ganze Stadien füllen und damit werben, dass es alles nur eine Frage des Mindsets ist. Pustekuchen! So einfach ist das nicht.</p><p>Wenn du erfahren möchtest, warum dass alles nur eine große Abzocke ist und warum viele tausende Menschen bedauerlicherweise, aber verständlich darauf reinfallen, dann abonniere hier meinen Newsletter:</p><p><a href="https://steady.page/de/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up">Sei auch du dabei!</a></p><p>Erst als ich begann, mich mit den menschlichen Werteentwicklungen und den psychischen Entwicklungsstufen zu beschäftigen, wurde mir langsam klar, was in der Arbeitswelt gerade zu beobachten ist. Es erklärte mir, mein eigenes Erleben und die Ursachen für meine psychischen Zusammenbrüche. Mein eigenes Durchlaufen dieser Werte- und Entwicklungsstufen konnte ich plötzlich wie anhand eines roten Fadens in meinem beruflichen Werdegang nachverfolgen.</p><p>Aber es kam noch intensiver. Im Laufe meiner persönlichen Entwicklungsreise durfte ich plötzlich entdecken, dass meine Überlebensstratgien noch immer aktiv waren (obwohl ich geglaubte hatte, mit der Glaubenssatzarbeit alles gelöst zu haben). So einfach, wie es da draußen versprochen wird, war es dann offensichtlich doch nicht. Ich begann in mein Inneres zu schauen und stellte fest, dass ich bis dato nur im außen versucht hatte, meine Themen zu lösen. Das ist der klassische Versuch der Selbstoptimierung unliebsame Verhaltensweisen und Muster loszuwerden oder durch bessere zu überschreiben (Affirmationen, positive Psychologie, Empowerment-Strategien etc.). Das ging plötzlich nicht mehr.</p><p>Die ganze Zeit habe ich meine Erkenntnis- und Erfahrungsreisen mitgeschrieben - in Form von Büchern, Blogartikeln, Posts und in diversen Arbeitsmitteln, Workbooks, interaktiven Tests u.vm. Immer wieder wurde mir gesagt, ich muss mich auf ein Thema fokussieren, was dazu geführt hat, dass ich immer einen Teil meiner Themen verschluckt und mich ständig in meiner Positionierung gedreht habe. Dann wurde mir bewusst, dass ich nirgendswo mit Tiefe schreiben kann, weil die Algorithmen das nicht ausstrahlen. Es erschöpfte mich, mich ständig zu verbiegen. So entstand dieses Projekt.</p><p>Aus meiner Sicht hängen alle Themen miteinander zusammen. Sie beschreiben, wie wir Menschen uns im Laufe der Evolution und vor allem seit Beginn der Industrialisierung psychisch entwickelt haben. Sie erklären, warum und wie sich unsere Werte verschoben haben und welche Rolle die unterschiedlichen Generationen darin spielen. Sie erklären, wie wir selbst mit Konflikten umgehen und was in den Unternehmen passiert und nicht berücksichtigt wird. Sie zeigen aber auch, was das Problem der Gegenwart ist und wie vielleicht die Lösung für die Zukunft aussehen könnte. <br/><br/>Eines ist gewiss - die Probleme der Gesellschaft, der Arbeitswelt von heute, von uns selbst, lösen sich nicht mehr mit den Handlungslogiken, die genau für diese Probleme gesorgt haben. Es ist Zeit neu zu denken, neu zu betrachten, neu zu beobachten und neu zu handeln.</p><p>Wenn du jeden Freitag einen spannenden Einblick und viele Aha-Erlebnisse haben möchtest, sei auch du dabei und abonniere meinen Newsletter - Unverbogen im Job.</p><p><a href="https://steady.page/de/unverbogen-im-job/newsletter/sign_up">Jetzt Unverbogen werden</a></p><h2>Werde kostenlos Subscriber</h2><p>Erhalte neue Inhalte von mir direkt in dein Postfach. So haben es nicht mehr die Social-Media-Algorithmen in der Hand, ob und wann du von mir hörst.</p>]]></content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 22 Nov 2025 11:46:42 +0000</pubDate>
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