👋 Hallo ihr Lieben,
Nachtrag zur letzten Folge zum Roman Gym: Ich habe an einem Essay über weibliche Gewalt gearbeitet. Ich überlege, ob ich es als Bonusfolge für meine Unterstützer_Innen einspreche...
📢 Schreib mir doch kurz an verbittert-mail@web.de (Opens in a new window) , wenn du daran Interesse hast. Ich möchte abschätzen, ob sich der Aufwand lohnt.
🎉🎉🎉 Gift-Drop für neue Mitglieder

Ich mache Platz in Schrank und daher haue ich die letzten Tote-Bags raus. Alle, die bis 28. Februar 2026 eine Mitgliedschaft abschließen, bekommen einen Beutel als Dankeschön.
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Hier sind meine FLINTA-Empfehlungen:

Prinzessinnenkunde mit Marlene Streeruwitz
Diesen Podcast mit Autorin Marlene Streeruwitz habe ich gleich zwei mal hinter einander gehört. Marlene Streeruwitz hat im Herbst 2025 das Buch 📕 Prinzessinnenkunde veröffentlicht. Im Podcast spricht sie über die Limitierung weiblicher Macht, über Entmännlichung durch Autokratie und über Frauen, die stören.
Die Frau ist ein männliches Geschöpf – bis sie sich verweigert. – Zitat Marlene Streeruwitz im Podcast Freiheit deluxe
Dieser Satz lässt mich nicht los. Und eigentlich zieht er sich durch alles, was ich gerade lese, höre, gucke und bespreche.
Denn weibliche Macht wird selten offen verboten – sie wird umgedeutet: als schwierig, gefährlich, übertrieben, unweiblich, bedrohlich.

🐍 Circe – wenn weibliche Autonomie zur Bedrohung wird
Circe wird in der europäischen Kulturtradition oft als gefährliche Femme fatale inszeniert: eine verführerische Zauberin, eine manipulative Giftmischerin, eine Bedrohung für Männer. Kurz: eine Projektion männlicher Angst.
Aus feministischer Perspektive wirkt sie ganz anders:
Circe ist machtvoll. Sie ist unabhängig. Sie verteidigt sich gegen männliche Gewalt. Sie lebt außerhalb männlicher Kontrolle – und genau das macht sie „gefährlich“.
Feministische Re-Tellings zeigen, wie sehr diese Mythen, unser Bild von Heldentum und Macht noch immer von patriarchalen Fantasien geprägt sind.
Wie ändert sich der Mythos:
… wenn er von Medusa selbst erzählt wird?
… wenn Penelope statt Odysseus im Zentrum steht?
… wenn Circe keine Femme fatale ist – sondern eine Frau, die allein lebt?
Vielleicht ist das Bedrohlichste an Circe nicht ihre Magie.
Sondern, dass sie sich dagegen wehrt ein männliches Geschöpf zu sein.
„Als Bräute wurden Nymphen bezeichnet, aber das war es nicht, was die Welt in uns sah. Wir waren ein nie enden wollendes Festmahl, dargeboten auf einem Tisch, wunderschön und sich ständig erneuernd. Und so furchtbar schlecht im Weglaufen.“ (S.53)
Leseempfehlungen:
📕 Ich bin Circe (Opens in a new window)– Madeline Miller
📕 Stone Blind – Natalie Haynes (Opens in a new window) (Medusa)
📕 Die 12 Mägde – Margaret Atwood (Opens in a new window)(Penelope)
In Ausgabe #11 (Opens in a new window)gibt es eine weitere Empfehlung zu feministischer Mythologie.

📺 Doku über weibliches Bodybuilding (von 1985)
Pumping Iron II – The Woman (Opens in a new window)ist eine Dokumentation über Bodybuilderinnen (auf YouTube verfügbar). Empfohlen wurde sie mir von der Kulturwissenschaftlerin Dr. Patricia Gwozdz, mit der ich bereits Podcasts zu 🎙️„Monster & Mütter“ (Opens in a new window)sowie zu 🎙️„Körperpanzer & Healthy Masculinity“ (Opens in a new window) aufgenommen habe.
Die Doku zeigt ein spannendes Dilemma rund um weibliche Muskeln: Die Jury des Bodybuilding-Wettkampfs ist der Meinung, dass „zu viele“ Muskeln zu maskulin wirken – und sich deshalb negativ auf die Bewertung auswirken. Was „zu viel“ ist und was noch als „weiblich akzeptabel“ gilt, bleibt natürlich diffus.
Am Ende entscheiden wieder Männer über weibliche Körper – über die Grenzen ihres Erfolgs und darüber, wie weit Frauen in vermeintlich männliche Sphären vordringen dürfen – Die Frau ist auch hier ein männliches Geschöpf.
👉 Guck doch mal auf dem Verbittert Talentlos-YouTube-Kanal (Opens in a new window)vorbei.
Dort sammle ich feministische Serientipps, Interviews, Debatten & feministische Filmanalyse in Playlists.

🛁 Margaret Atwood bei „Die Schöne Lesung“
Margaret Atwood – die Autorin von The Handmaid’s Tale – war bei radioeins zu Gast und hat im Haus des Rundfunks ihr neues Buch vorgestellt. In „The Book of Lives“ hat sie ihre Memoiren veröffentlicht, und in der Lesung spricht sie über ihre Kindheit im Wald, über Erfahrungen mit gewalttätigen Mädchen in der Grundschule und über die Zeit, in der sie in West-Berlin gelebt hat.
Mich hat überrascht, dass es in der Veranstaltung kaum um Politik oder Feminismus ging. Stattdessen menschelt es sehr. Sie ist witzig, weise und blickt auf ein spannendes Leben zurück.
Wenn du Margaret-Atwood-Fan bist – und wie ich gerne etwas Leichtes in der Badewanne hörst – kann ich dir diese Lesung als Podcast (Opens in a new window)sehr empfehlen.
Bleibt unbequem. Eure Susi!
Alle Folgen nach dem Thema in Spotify-Playlists sortiert zum orientieren, weiterleiten und empfehlen 👉
🎙️ Wut & Widerstand (Opens in a new window)
🎙️ Care-Arbeit & Mutterschaft (Opens in a new window)
🎙️ Popkultur & Patriarchat (Opens in a new window)
🎙️ Toxische Männlichkeit (Opens in a new window)
🎧 Die nächste Folge von VERBITTERT TALENTLOS erscheint am Do 12. Februar 2026 | 55. Wie eine 80-Jährige seit 40 Jahren Nazi-Dreck aus dem Stadtbild putzt