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Besuch aus Kalifornien

Der Schriftsteller T.C. Boyle mit Mütze und Manuskript vor Publikum

Wenn der amerikanische Schriftsteller T. C. Boyle zu einer Lesereise nach Deutschland aufbricht, ist das manches Mal mit Unsicherheiten behaftet. So war einst sein Reisepass abgelaufen und nur einem Boyle-Kenner, der an einem Flughafen arbeitete, war es zu verdanken, dass die ausverkauften Lesungen mit dem Autor doch stattfinden konnten.

Bei Boyles aktuellem Besuch in Hamburg gab es keine Probleme. Pünktlich betrat er mit Baskenmütze die Bühne im Großen Saal der altehrwürdigen Laeiszhalle, verstärkt durch den Schauspieler Ben Becker, der stimmgewaltig Auszüge aus dem neuen Buch “No Way Home” las. Dieses ist zunächst in deutscher Sprache erschienen, doch der Kalifornier hatte ein Manuskript dabei, aus dem er später auch auf Englisch vortrug.

Das jüngste Werk mag nicht sein Bestes sein, zu lang zieht sich die Geschichte einer wütenden Dreiecksliebe im provinziell-konservativen Amerika hin, doch das störte die Boyle-Fans an diesem Abend nicht. Sie feierten den 76 Jahre alten Popstar der Literaturszene auch für sein Lebenswerk, für Bücher wie “Das Licht”, “Wassermusik” oder “Blue Skies”.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Jo Schück, bekannt aus der ZDF-Kultursendung “Aspekte”. Er entlockte dem Anekdotenfreund Boyle einige Aussagen zum politischen Zustand seines Heimatlandes – hier sprach er stets von “Regime”, wenn er die US-Regierung meinte. Überwiegend düstere Beschreibungen, die zur kalten Hamburger Novembernacht passten, in welche die 2000 Boyle-Fans nach gut eineinhalb Stunden entschwanden.

Die Laieszhalle in nebliger Nacht mit hellen Leuchten davor

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