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Das beste Gefühl der Welt

(Nein, nicht das, was du denkst.)

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Am Wochenende saß ich abends mit meiner Freundin E. auf den kalten Betonstufen einer Treppe in einem Park mit Blick über die Stadt. Kronkorken auf dem Boden, zerzauste Leute mit Getränken, ein Gitarrenspieler, der hoffnungsvoll guckte, als würde er gleich entdeckt werden. 

„Komisch“, sagte ich. „Alles hier wirkt genauso wie vor zehn Jahren. Aber es fühlt sich so anders an.“ Damals war die Welt zwar auch kein Streichelzoo, aber immerhin ohne einen Präsidenten Trump, ohne Ukraine-Krieg und mit dieser vagen Hoffnung, dass im Nahen Osten irgendwann Frieden möglich wäre. Ach, und beim Stichwort künstliche Intelligenz dachten die meisten noch an einen schachspielenden Roboter. Groß wie ein Ikea-Kleiderschrank und genauso bedrohlich.

Wenn die Menschheit den ganzen Tag puzzelt

Wie es sich für zwei Menschen über dreißig gehört, rutschte unser Gespräch schnell in den Bereich der Weltuntergangsfantasien ab. Am Ende landeten wir bei AI 27, (Öffnet in neuem Fenster) jenem Bericht, in dem ein ehemaliger Mitarbeiter von Open AI und andere KI-Experten mögliche Zukunftsvisionen darlegen. Wenn man das gelesen hat, möchte man sich einen Platz auf dem erstmöglichen bezahlbaren Mars-Shuttle sichern. 

E. hörte mir eine Weile zu, wie ich über apokalyptische Szenarien schwadronierte. Dann fragte sie plötzlich: „Wenn die Hälfte der Menschen wegen KI keinen Job mehr hat – was machen wir denn dann den ganzen Tag?“ 

Meine spontanen Vorschläge wären gewesen: durchdrehen, verzweifeln, einander die Köpfe einschlagen. Aber E. meinte ungerührt: „Wenn das die Handlung eines Romans wäre, fände ich es richtig spannend.“

Und da passierte etwas Seltsames. Ich hörte kurz auf, mir die Zukunft als Katastrophenfilm vorzustellen, und dachte: Stimmt, das wäre eigentlich eine gute Geschichte. Aus meinem Gefühl von Angst und Beklemmung wurde Neugier. Es ist dieser „Was-wäre-wenn“-Effekt, der entsteht, wenn man einen Schritt zurück von einem Thema tritt. Statt „Hilfe, eine Zukunft ohne Arbeit macht mir Angst“, denkt man plötzlich: Wie verändert es die Menschheit, wenn alle zu Hause sitzen und puzzeln? 

Diese Verschiebung erinnerte mich an etwas, auf das ich in meinen mehr als 20 Jahren als Journalistin immer wieder gestoßen bin: Wie mächtig Neugier ist. Mehr noch: wie sehr sie Menschen in Krisen helfen kann.

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