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Newsletter - dein kreativer Journaling Kurs #9

Newsletter – dein kreativer Journaling Kurs #9

Warum du nicht jeden Tag schreiben musst –

und es trotzdem schaffst, dranzubleiben

 

(praktische Tipps und am Ende der Mail ein besonderes Angebot!)

 

  1. Einstieg: Warum daily habits auch Druck machen können

 

Es ist jetzt fast 10Uhr am Donnerstag, als ich mich hinsetze, um diesen Newsletter zu schreiben – und ich muss gestehen, dass dies heute (abgesehen von Routine Nachrichten auf Whatsapp) meine ersten geschriebenen Worte sind. Will meinen: ich habe meine morgendliche Schreibroutine geskippt – und das ist auch vollkommen normal, dass es solche Tage gibt, selbst bei Menschen, für die das Tagebuch schreiben seit 30 Jahren zum festen Bestandteil des Alltags gehört. Mit 11 Jahren habe ich zum ersten Mal ein Tagebuch geführt. Seitdem sind über 60 Tagebücher und Kladden gefüllt worden, von denen ich die meisten auch noch besitze – und dennoch gibt es Tage, da kann ich mich nicht überwinden oder es gibt andere Gründe, warum mit das schreiben schwer fällt und deswegen ausfällt.

Wenn es um Routinen geht, sage ich gerne, dass das Aufstehen nach dem Hinfallen die Mutter aller Routinen ist, weil es in Bezug auf deine daily habits eigentlich nichts Wichtigeres gibt als entspannt zu bleiben, wenn es mal nicht so gut läuft, und wissen, wie man zu seinen Gewohnheiten zurückfinden kann. Denn wer sehr eisern an seinen Gewohnheiten festhält, der erlebt, dass dieses Festhalten Stress machen kann, wenn es zu einem Festklammern ausartet. Denn so wie daily habits psychologisch einen entlastenden Effekt haben können, weil sie Struktur geben, bergen sie auch die Gefahr, Druck zu erzeugen. Denn wer seine Routinen als starren Maßstab versteht, erlebt jedes Auslassen schnell als persönliches Versagen. Glaubenssätze aus der Vergangenheit können hier eine Rolle spielen: Hast du schon mal gehört oder selbst gedacht „Nie bekommst du etwas zuende! Du hast so viele Pläne, aber ständig scheiterst du an der zuverlässigen Umsetzung!“ So kann aus einer eigentlich hilfreichen Gewohnheit ein ständiger innerer Leistungsdruck werden. Entscheidend ist an dieser Stelle auf jeden Fall, ob Routinen als flexible Unterstützung oder als unnachgiebiges Muss angesehen werden.

 

  1. Menschen, denen Routinen nicht gut tun

Und neben der Tatsache, dass es einfach Menschen gibt, denen das Gefühl von „scheitern“ zu schaffen macht, wenn sie ihre Routinen schleifen lassen, gibt es einfach auch Persönlichkeiten, für die Gewohnheiten weniger hilfreich sind. Diese Typen empfinden Strukturen weniger als Sicherheit gebens, sondern eher als einengend. Wer zB ein hohen Bedürfnis nach Freiheit und Spontaneität hat, erlebt habit tracker als Käfig, der die eigene Kreativität und Lebensfreude einschränkt. Statt Motivation empfinden diese Menschen Druck, weil jeder festgelegte Ablauf wie eine Verpflichtung wirkt, die keine Abweichungen erlaubt. Und was als guter Inpuls startete, fühlt sich am Ende ein bisschen an wie früher der Schulunterricht mit den täglichen Hausaufgaben, die zu erledigen waren, bevor der Nachmittag endlich als frei und selbstbestimmt erlebt wurde. Auch Personen mit einem ausgeprägten Hang zum Perfektionismus oder sehr starkem Pflichtbewusstsein können durch Routinen in Stress geraten. Es gibt einfach so viele Dinge, die auf täglicher Basis sinnvoll und gut wären, aber niemand schafft es, allen guten Vorsätzen immer gerecht zu werden. Ich selbst habe auch Tage, an denen mit bewusst ist, dass 24 Stunden ein „man kann nicht alles schaffen“ Limit mit sich bringen. Aber manchmal hänge ich auch fest in dem „es muss doch irgendwie alles zu schaffen sein“ Hamsterrad und fühle mich unfähig damit.

Zudem vollzieht sich das Leben in Phasen: Als ich 2009 gerade frisch Mama geworden war, erschreckte mich, wie die über die Jahre hinweg so lieb gewonnene Tradition des Schreibens mich plötzlich unglaublich unter Druck setzte und das Gefühl hinterließ, alles sei aus den Fugen geraten. Dass ich es plötzlich nicht mal mehr schaffte, täglich auch nur eine müde Seite zu schreiben, fühlte sich schlimm an – dass ich mit kleinem Baby plötzlich aber so viele andere Dinge wunderbar schaffte, kam mir weniger in den Sinn. Es dauerte einen Moment, bis ich mir eingestehen konnte, dass besondere Lebensphasen eben nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten funktionieren dürfen und auch Veränderngen eingespielter Routinen initiieren können. Vielleicht warst du bisher diejenige, die ihren Morgen mit einem Kaffee und einem Journaling-Roman begonnen hat. Und jetzt, mit kleinem Baby, lässt du dir von deinem Schatz eine Stilltee ans Bett bringen und nutzt die Zeit, in der er das Baby wickelt für drei Punkte in deinem Dankbarkeitsjournal – Stichpunkte reichen. Es darf solche Phasen geben, es wird auch wieder andere Phasen geben. Und gleiches gilt für schlechte Tage – denn die darf es auch geben. An manchen Tagen, an denen ich nicht aus dem Quark komme und mein Tagebuch liegen bleibt, nehme ich mir vor: heute fühle ich, morgen schreibe ich. Einer der wichtigsten Mindset-Shifter-Sätze ich meinem Schreiberinnen-Leben: Mir immer wieder vor Augen führen, dass jeder Satz, den ich schreibe, aus meinem Leben schöpft – und daher darf es auch Momente geben, da geht das Leben vor. Ja, auch mit seinen schweren und seinen Heulmomenten. Ich musste im Frühjahr eine Woche traurig sein, bevor ich über den Tod meines Hahnes schreiben konnte. Manchmal führt der Versuch, am Ideal festzuhalten, eher zu Frustration als zu Stabilität. Und für Menschen, denen es so geht, aus welchem Grund auch immer, können flexible Rituale oder kleine Inseln im Alltag helfen, ein schreibendes Leben zu führem. Statt starrer Routinen bietet ihnen ein dynamischen und anpassungsfähiges System mehr Leichtigkeit. So bleibt die Schreibpraxis lebendig und Teil des Alltags, ohne der Norm entsprechen zu müssen.

 

  1. Der Mythos vom täglichen Schreiben und warum es auch anders geht

Sowohl Schreibratgeber für Autor*innen als auch die meisten Journaling Anleitungen halten das Ideal vom täglichen Schreiben hoch. Und in der Tat sind die Vorteile einer täglichen Praxis auch nicht von der Hand zu weisen. Doch dieser „Mythos“ übersieht leicht, dass Schreiben ein kreativer Prozess ist und schöpferische Tätigkeiten Inspiration, Pausen und Reifezeiten brauchen. Ich habe schon an manchen Tagen bei der Hausarbeit intesiv über etwas nachgegrübelt und hatte dann ganz plötzlich das Gefühl „JETZT will ich es zu Papier bringen“. 2022 kamen mir ständig Textideen mit wortgenauen Formulierungen, während meine Füße in stumpfem Rhythmus über den Asphalt zogen. Für einige Menschen entsteht die Kreativität in unregelmäßigen, intensiven Schüben – und nicht in den täglichen 500 Wörtern um 5Uhr20. Es geht also nicht für jeden da draußen darum, JEDEN Tag zu schreiben, sondern vielmehr ist es das Ziel, den eigenen Rhythmus zu finden. Ein eigener Herzschlag kann so aussehen, dass du am Wochenende eine eine intensive Schreibzeit zum Wochenabschluss pflegst, vielleicht verbunden mit einem Cafébesuch an jedem Samstagmorgen. Ein Muster kann aber auch sein, dass du die Angewohnheit pflegst, immer DANN zu schreiben, wenn dein Gedankenkarussell zu schnell dreht oder deine innere Stimme zu laut ist. Dann ist DEIN Schreibanker nicht eine bestimmte Uhrzeit, sondern eine bestimmte Gefühlslage, die dich zum Füller greifen lässt. Es gibt so viele Möglichkeiten und Variationen. Beim Schreiben ist es wie im Leben wichtig, dass du deinen eigenen Weg findest. Und manchmal bedeutet „finden“ eben „erfinden“. Und beim Er-finden hilft es nicht, den anderen über die Schulter zu schauen, sondern seine eigenen Bedürfnisse zu kennen. Wir Menschen pflegen tausend verschiedene Lebensentwürfe. Warum sollte es ausgerechnet beim Schreiben die eine Königsdisziplin geben? Vorbilder sind nicht dazu da, dass wir sie nachahmen, sondern damit wir im Kontakt mir ihnen wahrnehmen: Was resoniert in mir uns was nicht? Wie lässt sich der Weg eines anderen Menschen so modifizieren, dass er mein eigener Weg geht. In der Bibel steht der weise Spruch: „Prüfet alles – und das Gute behaltet!“ Und ich denke „Yes, that´s how to Vorbild!“

 

  1. Alternative Wege, um dranzubleiben

Einige Ideen, wie man alternative Wege zum Dranbleiben findet und wie diese aussehen könnten, habe ich schon genannt, aber um deiner Selbstfindung in Sachen Journalin noch weiter auf die Sprünge zu helfen, möchte ich noch einige Ideen droppen, wie eine alternative Schreibpraxis noch aussehen kann. Es versteht sich hoffentlich von selbst, dass es sich hierbei nicht um Fertiggerichte handelt, sondern um eine Auswahl an Zutaten zu einem Rezept, das nur du kennst!

 

  • Pflege statt einer täglichen Routine einen wöchentliche Reflexionspraxis mit einem festen Termin am Sonntagabend, um die vergangene Woche abzuschließen und dich gedanklich auf die kommende einzustimmen.

  • Führe ein Themen-Tagebuch: Schreibe deine Träume auf, pflege ein Dankbarkeitstagebuch, bringe deine Gedanken und Erlebnisse in Kurzgeschichten, schreibe ein Babytagebuch, pflege eine Zitatsammlung und schreibe wertvolle Gedanken auf, die dir in Büchern begegnen.

  • Nutze Impulsfragen oder Journaling Prompts. Du kannst zum Beispiel Chat GPT jeden Montag bitten: „Formuliere für die kommenden 7 Tage 7 Reflexionsfragen, die mich meiner Seele näher bringen/die inneren Wachstum ermöglichen/die meine Partnerschaft auf ein neues Level heben“.

  • Pflege ein Gefühlstagebuch: schreibe immer dann, wenn dich starke Gefühle bewegen. Nutze dein Journal hierbei, um dich selbst zu regulieren.

  • Schreibe Erlebnis-orientiert: Erlaube dir, nur in bestimmten Phasen zu schreiben: zB wenn du auf Reisen gehst oder während du eine intensive Zeit der Heilung durchläufst oder jeden Jahr in der Adventszeit.

  • Wechsle zwischen digital und analog. Menschen, die schnell von Routinen gelangweilt sind, profitieren davon, sich selbst Abwechslung zu gönnen. „Immer mal was Neues“ ist dann kein Mangel an Kontunuität, sondern einfach Ausdruck deiner Persönlichkeit. Und wenn deine Journaling-Praxis ein Teil der Selbstannahme ist, in der du dich üben darfst, umso besser: Du brauchst Abwechslung? Dann lass die Veränderung deine Konstante sein.

 

  1. Psychologische Kniffe: Dranbleiben trotz Pausen

Versuche den Gedanken zu verinnerlichen, dass Dranblieben nicht bedeutet, dass man niemals Pausen machen und aussetzen darf. Viele Menschen scheitern, weil sie glauben, dass Pausen eher ein Rückschritt sind. Aber es verhält sich beim Schreiben, bei der Persönlichkeitsentwicklung und bei der Heilung wie bei einer realen Wanderung: Wenn du eine kurze Pause einlegst, um zu essen, zu ruhen und deine blasen-geplagten Füße zu versorgen, dann stehst du nicht wie durch Zauberhand wieder ganz am Anfang deines Weges, sondern du bist bei Kilometer 14,5 von 20 und machst dort eine Pause. Dein Weg ist damit weder gescheitert, noch am Ende und schon gar nicht wieder bei Null. Du bist da, wo du bist, du tust, was in deiner Pause zu tun ist, und dann setzt du deinen Weg einfach weiter fort. Du hast deine Schreib-Routine eine Woche, einen Monat oder ein ganzes Jahr schleifen lassen? Das ist weder gut noch schlecht, das darfst du einfach ganz neutral bewerten und morgen deinen Weg forsetzen.

Ein guter Trick ist, wie ich finde, die so genannte „Identitäts-Verankerung“. Frage dich: Wer möchte ich sein? Wenn du dich als „jemand der täglich Sport macht“ oder „Tragebuch-Schreiber*in“ definierst, dann bleibt diese Identität auch in den Pause und durch die Pausen hindurch bestehen. Schreiben ist keine Ausbildung mit Abschuluss-Prüfung, du musst niemandem beweisen, dass du ein Schreiberling bist, du kannst es einfach sein. Und selbst Menschen, die eine Ausbildung oder ein Studium absolviert haben, behalten ihren Beruf ja – selbst am Wochenende, im Urlaub oder in Zeiten der Arbeitslosigkeit. Ich bin Diplom Theologin, obwohl ich aus der Kirche ausgetreten bin und das nicht Kern meiner beruflichen Prxis ist. „Ich bin Schreiberin“ ist sein Jahren meine Identität. Was du bist, kann nicht verloren gehen – dieses Gedanke reduziert Schuldgefühle und erleichter den Wiedereinstieg.

Und schließlich: Mach Pausen bewusst. Statt dich über sie zu ärgern, plane sie als Teil des Weges einfach ein und normaliesiere sie. Pflege sie vielleicht sogar bewusst. So trainierst du dein Gehirn, Pausen nicht als Scheitern oder Abbruch zu sehen, sondern framst sie neu als Teil des Prozesses und bleibst damit im Gefühl von Kontrolle.

  1. Abschluss-Motivation und ein besonderes Angebot

Der wunderbare Vorteil der sozialen Medien ist ja, dass sie, wenn man sie richtig nutzt, ein echter Schatz sein können: Wir lernen von anderen, wir können uns inspirieren lassen, suchen uns Vorbilder, Rollenmodelle und eine eigene Peer-Goup, die zu uns passt. Die Welt der Inspiration ist riesig und entsprechend die Begeisterung: Ich werde mir eine eigene Schreibecke einrichten wie Pia! Dieses Journal, dass Jasper nutzt – DAS ist exakt, was meinen Bedürfnissen entspricht. Die Motivationstipps, die Lara geholfen haben? Die nehme ich mir ab morgen zu Herzen. Doch je mehr und leidenschaftlicher wir Menschen folgen, desto schwieriger wird es, den ganz eigenen Weg zu finden, die Stimme des eigenen Herzen zu hören, dem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen. Wenn wir das Handy in die Hand nehmen, predigen sie alle „Sei du selbst – alle anderen gibt es schon!“, doch wenn wir das Handy zur Seite legen, wird es plötzlich still und unser Selbst sehr leise. Dein eigener Schreibweg? Wie dein Lebensweg eine Frage des nach-innen-Horchens. Aber was hören wir da?

Für alle, die sich Hilfe und Orientierung für ihren (nicht nur Schreib-)Weg wünschen, gibt es in dieser Woche ein ganz besonderes Angebot: Psychologische Beratung per Mail zum reduzierten Preis für Newsletter Abonennten – diese Woche

 

für 119€ statt wie sonst für 169€

(solange bis ausgebucht ist – es gibt pro Woche 5 Termine)

 

Nutzt dafür gerne den exklusiven, unten stehenden Link, mit dem ihr zu dem vergünstigten Terminen kommt. Wie psychologische Beratung per Mail funktioniert, könnt ihr auf meiner Website www.dein-seelenkompass.de/ (Öffnet in neuem Fenster) nachlesen. Dort gibt es auch einige zufriedene Kundenstimmen.

Ich bin studierte Diplom Theologin und psychologische Beraterin und habe in den letzten 5 Jahren über 1500 persönliche Selbsthilfe-Journals geschrieben. Für das vergünstigte Angebot nutzt bitte nicht den Link auf der Website, sondern den folgenden Link:

 

https://calendly.com/schroeder_sina/neues-meeting (Öffnet in neuem Fenster)

Ich freue mich, von euch zu lesen!

Eure Sina

P.S. Für alle, die erst später zum Journaling-Kurs dazu gestoßen sind: die bisher erschienenen Lektionen gibt es ohne Paywall zu lesen auf feelslike_sina (Öffnet in neuem Fenster) .

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