
Foto: TM
21/11/2025
Liebe Leute,
heute mal wieder ein Genoss*innenbeitrag, zu einem Thema, das auf den ersten Blick für diesen Blog ein wenig ungewöhnlich erscheinen mag, sich auf den zweiten Blick aber doch sehr gut in die Geschichten einfügt, die ich hier seit ein paar Jahren erzähle. Es geht nämlich um Sexarbeit, es geht um einen Job, den ich selbst an verschiedenen Punkten meines Lebens mal gemacht habe, aber für das ich als privilegierter Mann natürlich nicht besonders gut beispielhaft stehen kann. Es geht aber auch um die autoritäre Offensive, es geht um Rechtsruck und Arschlochisierung, es geht darum, dass gerade ein Entrechtungsangriff auf eine Gruppe von Menschen läuft, die traditionell in der politischen Diskussion nicht gehört werden: es geht um die Diskussion um ein sog. “Sexkaufverbot” (ein Begriff, der im Text weiter unten dekonstruiert werden wird), und um die rechten Netzwerke, die uns diese Debatte bescheren.
Ganz kurz zusammengefasst: es besteht eine nicht ganz unrealistische Chance, dass Sexarbeit in Deutschland bald kriminalisiert wird (unter dem Deckmantel der “Freierbestrafung”, die in der Realität bisher immer dazu geführt hat, Sexarbeit und Sexarbeiter*innen weiter in die Clandestinität und damit Unsicherheit zu treiben), und in der Debatte darüber wird eine Art von Stimme nicht gehört, nämlich die Stimme derjenigen, die diese Policy tatsächlich betreffen würde: Sexarbeiter*innen. Als Julia Klöckner mit ihrem Satz vom “Puff Europas” in die Offensive ging, wollte ich sofort etwas dazu schreiben, weil mir klar wurde, dass es in meinem linksökologischen Umfeld nur sehr wenig Wissen, aber sehr viele Vorurteile über Sexarbeit und die politische Diskussion darüber gab - ich wollte ein wenig Aufklärungsarbeit leisten, und Euch zum Beispiel informieren, dass ein sog. “Sexkaufverbot” in der Praxis bisher immer dazu geführt hat, die Arbeit und das Leben von Sexarbeiter*innen noch mehr zu prekarisieren, unsicher und gefährlich zu machen.
Aber am Ende wäre das dann auch wieder: Menschen, die keine Sexarbeiter*innen sind (ich war einer, bin aber keiner mehr), reden über Sexarbeit und Sexarbeiter*innen, ohne diese selbst zu Wort kommen zu lassen. Daher bin ich der Sexarbeiterin und Aktivistin Ruby Rebelde wahnsinnig dankbar, dass sie sich bereiterklärt hat, mir und Euch zu erklären, was da gerade wirklich passiert in der Debatte um Sexarbeit, wer die Player sind, wie das mit der rechten Offensive zusammenhängt… und wen das “Nordische Modell” denn eigentlich fickt.
In dem Sinne: danke Ruby, dass Du Dir die Zeit genommen hast, to bring us up to speed.
____________________________________________________
Ich finanziere meine politische Arbeit vor allem über diesen Blog, und wäre dankbar für Deine Unterstützung
____________________________________________________
Wen f*ckt das „Nordische Modell“?
Von: Ruby Rebelde
Es ist Herbst und seit einigen Jahren ist der Herbst die „heiße Jahreszeit“ für Angriffe auf Sexarbeitende. In erster Linie erfolgen diese Attacken durch weite Teile der CDU und Angehörige der Frauen-RECHTS-Bewegung. Dieses Jahr ist es besonders schlimm.
Was passiert ist
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sprach sehr bedacht die Worte „Deutschland ist der Puff Europas“ aus. Gesundheitsministerin Warken (CDU), gleichzeitig Vorsitzende der Frauen-Union wiederholte diese Äußerung kurz danach nur leicht abgewandelt. Die beiden prominenten CDU-Frauen verwandten damit einen zentralen Slogan der Anti-Sexarbeits-Bewegung, der darauf ausgerichtet ist, die Existenzberechtigung von Sexarbeitenden aus konservativer Perspektive in Frage zu stellen. Klöckner machte den Auftakt und sicherte damit einerseits sich selbst, dem Anlass an dem dieser Satz fiel und der Anti-Sexarbeits-Bewegung Aufmerksamkeit. Klöckner sprach nämlich auf einer Preisverleihung der "Alice Schwarzer - Stiftung". Mit dem "HeldInnen"-Preis ausgezeichnet wurden am 4.11.2025 zwei weitere zentrale Gesichter der Anti-Sexarbeits-Bewegung, Sabine Constabel vom Verein Sisters und Cathrin Schauer-Kelpin von K.A.R.O. e.V. Somit verliehen sich Sexarbeitsfeind*innen gegenseitig Preise. Klöckner heizte die Debatte an, indem sie durch Auftritt und Aussage ein mediales Schlaglicht setzte.
Wer war nochmal Alice Schwarzer?
Und was hat sie mit Julia Klöckner und der CDU zu tun?
Anders gefragt: Was verbindet die Frauen-RECHTS-Bewegung um Schwarzer mit einer christlich-konservativen Partei, die in den Abgrund stetig anwachsender AfD-Umfragewerte blickt? Nun, beide steuern die deutsche Gesellschaft aktiv weiter nach rechts, in immer autoritärere und ultra-konservativere Bereiche. Beide fallen nicht erst seit Kurzem mit Aussagen zu „Stadtbild“, "Kopftuch" und gegen sexuelle Selbstbestimmung auf. Sie argumentieren mit Strafe als „Schutz“. Statt Systeme und Strukturen zu verändern, treten sie nach unten, giften gegen marginalisierte Gruppen und pflegen einen Begriff von Frauenrechten, der allein auf die weiße, bürgerliche, christliche cis-Frau ausgerichtet ist.
Der Slogan
Dass Warken und Klöckner genau diesen Slogan fallen ließen, war kein Zufall. CDU und weite Teile des weißen Feminismus fahren eine Kampagne für die Einführung der Kriminalisierung der Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen in Deutschland.
I know, Kriminalisierung der Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen ist ein Wortungetüm, aber Begriffe wie "Nordisches Modell" oder "Sexkaufverbot" sind Begriffsschöpfungen der Anti-Sexarbeits-Bewegung. Jedes Mal, wenn diese Begriffe fallen, normalisieren sie sich weiter. Sie enthalten aber ein Framing, nämlich das des "Sexkaufs", einen weiteren Kernbegriff der sexarbeitsfeindlichen Bewegung.
Ein paar Anmerkungen zur Puff/Bordell-Aussage:
1. Sex gegen Entgelt beinhaltet diesem Slogan zufolge etwas Unmoralisches und im nächsten Schritt inhärent Gewaltvolles. Wer Sex so betrachtet, lädt ihn romantisch und moralisch auf, solange er innerhalb eines akzeptierten Rahmens stattfindet und verdammt ihn, wenn z.B. dafür bezahlt wird, etc. Sex gilt als okay, wenn er innerhalb monogamer Beziehungen unter cis-geschlechtlichen Partner*innen geschieht. Die Verbotswut Konservativer endet nicht bei Sexarbeit, wie Schwedens Kriminalisierung der Nachfrage nach erotischem Content (z.B. bei OnlyFans) zeigt - 25 Jahre nach Einführung der Kund*innenkriminalisierung: They will never stop!
2. Die Gewalt-Erzählung (Sex gegen Entgelt = Gewalt) überträgt Sexarbeitenden die Verantwortung für Leid, Ausbeutung und Menschenhandel. Wir sollen - weil wir existieren - schuld an Schmerz und Gewalterfahrungen von Opfern von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung (MHzsA) sein. Die „Begründung“: Prostitution ist Gewalt an Frauen - solange es "das" gibt, stünde die Würde und die Sicherheit aller Frauen auf dem Spiel.
3. Der "Puff/Bordell - Slogan" appelliert direkt ans Schamgefühl vor allem konservativer Menschen. Es geht gar nicht um Sexarbeitende, sondern ums „Ansehen Deutschlands“. Sexarbeitende wie Kristina Marlen (Öffnet in neuem Fenster) haben zu Recht gefragt: Wenn dieses Land ein Puff ist - So what?!
Denn: Ein Puff ist nicht per se ein schlechterer Ort als der, den Klöckner so gern als "hohes Haus" bezeichnet. Klar, dieser Vergleich treibtmanchen den Schaum vor den Mund.
Was Marlen sagt, stimmt. Aber mitten in einer emotional aufgeladenen Kampagne, kann eine solche Aussage dazu einladen, Sexarbeitenden (wie üblich) vorzuhalten, sie seien Teil einer ausgedachten Lobby und hartherzig gegenüber dem Leid von Opfern des Menschenhandels/Loverboys. Feinheiten gehen rasch unter, wenn Stigma und Sexarbeitsfeindlichkeit schwer auf Orten lasten, an denen Sexarbeit stattfindet.
Halten wir fest, Puff hin oder her: Der CDU geht es um sich selbst, wir sind ihnen scheißegal.
Die Bewegung hinter dem Puff-Slogan
Der Sloganwurde von einer exzellent in Medien und Politik vernetzten Anti-Sexarbeits-Bewegung in Umlauf gebracht. Und nicht erst Anfang November. Immer wieder wurde dieser Slogan in den letzten 14 Jahren durch die Anti-Sexabeits-Bewegung in Umlauf gebracht. Er verfängt. Aktuell ist sein Comeback ein Zeichen dafür, dass der Slogan Teil einer massiven Kampagne ist. Seit 2023 pusht die CDU die Forderung nach der Kriminalisierung der Nachfrage (sog. Sexkaufverbot) wieder stark. Begleitend dazu ließ die Anti-Sexarbeitsbewegung so absurde Äußerungen, wie diese fallen:
„Die CDU hat momentan ein viel feministischeres Programm als die Grünen.“ (Ingeborg Kraus auf corrigenda (Öffnet in neuem Fenster)).
Wie feministisch ist das Profil der CDU/CSU wirklich?
In Regierungsverantwortung kürzt sie Demokratie- und Gewaltschutzprogramme, versucht das Land hermetisch gegen Migration abzuriegeln, untersagt Familiennachzug, drangsaliert Bürgergeldempfänger*innen und verbietet geschlechtersensible Sprache, wo sie nur kann. Das ist auch das politische Programm von Schwarzer und der Anti-S*xarbeits-Bewegung. Dreist bezeichnen sie das als „Feminismus“.
Heiße Affäre oder eiserne Ehe?
Die Liason zwischen CDU und Anti-S*xarbeits-Bewegung läuft also schon mehr als ein Jahrzehnt. Bereits vor 5 Jahren traten Vertreter*innen der Anti-Sexarbeits-Bewegung vor CDU-Mitgliedern auf. Ein Bindeglied zwischen Schwarzers "HeldInnen" und den Konservativen war und ist der ehemalige Heilsarmee-Offizier Frank Heinrich, früher Mitglied des Bundestags sowie Vorstand der Evangelischen Allianz Deutschland und bis heute Vorsitzender des Netzwerkvereins Gemeinsam gegen Menschenhandel (Öffnet in neuem Fenster). Warkens Frauen-Union hat es ohnehin schon lang auf Sexarbeitende abgesehen. Dafür nahm die Frauen-Union Bayern den Weg über den Begriff „Zwangs-Prostitution“. In einer verstörenden zeigte sie Sexarbeitende 2015 als rohe Stücke Fleisch (Öffnet in neuem Fenster). Was können Sexarbeitende von Leuten erwarten, für die wir allenfalls ein Stück Fleisch im "Puff/Bordell Europas" sind, für das sie sich schämen?
Julia Klöckner hat als Bundestagspräsident bereits reichlich Kritik auf sich gezogen. Spricht Klöckner bei NIUS, regt sich wenigstens journalistischer Widerstand und Klöckners Neutralität steht in der Kritik. Zu Recht. Verleiht Klöckner Preise bei der Anti-Sexarbeits-Bewegung regen sich keine Nachfragen. Schwarzer arbeitet seit 1980 aktiv darauf hin "Prostitution" und damit "Prostituierte" abzuschaffen. Auch dieser Kontext fehlt in der medialen Berichterstattung. Medienschaffende stürzten sich gierig auf Klöckners und Warkens Aussagen, hielten sie ohne inhaltliche Einordnung im Umlauf und schrieben in den kommenden Tagen fast ausschließlich Texte über die "Kriminalisierung der Nachfrage", statt die Debatte zu weiten, Perspektivenvielfalt einzuholen, Menschen aus der sozialarbeiterischen Praxis ohne Bezug zur Anti-Sexarbeitsbewegung zu hören. Werden Sexarbeitende überhaupt interviewt, dann, um sie als Ausnahme zu präsentieren und später sagen zu können: wir haben mit "allen" gesprochen.
Doch Fakt ist: Medienschaffende fragen uns selten, schon das Recherchieren ist ihnen oft zu viel der Mühe. "Den" Medien mangelt es beim Thema Sexarbeit ganz offensichtlich an Medienkompetenz. Die Debatte über Sexarbeit und Menschenhandel in Deutschland ist geprägt von Nicht-Recherchieren, Polarisieren, Kolportieren und Verunglimpfen. Dem habe ich 2022 einen Namen gegeben: Prostitutionstheater.
Also liefere ich selbst den fehlenden Kontext durch eine kurze Chronik der anti-Sexarbeits-Bewegung:
2013 Alice Schwarzers Buch "Prostitution - ein deutscher Skandal" erscheint. Der Appell gegen Prostitution auch in Schwarzers EMMA.2014 Der Verein "Sisters e.V. - für den Ausstieg aus der Prostitution" gründet sich mit Sabine Constabel als Vorsitzender. KARO e.V. dagegen ist älter und entwickelte sich aus einem HIV-Präventionsprojekt. 2015 1. Kampagne gegen „Zwangsprostitution“ der Frauen-Union Bayern zeigt Sexarbeitende als Fleischstücke (Öffnet in neuem Fenster).
2. Eckpunktepapier zum späteren ProstituiertenSchutzGesetz (ProstSchG). Es enthält die Registrierung von Sexarbeitenden in Deutschland - zu ihrem „Schutz“. vulnerabelsten Gruppen werden durch das geplante ProstSchG noch verwundbarer.2017 Das ProstSchG tritt gegen den Widerstand von Sexarbeitenden, akzeptierenden Beratungsstellen, Menschenrechtsorganisationen und Forschung in Kraft. Dadurch entsteht eine immense Bürokratielandschaft.2020 Die Corona-Pandemie bringt Tätigkeitsverboten für Sexarbeitende, die Anti-Sexarbeits-Bewegung freut sich hämisch (Öffnet in neuem Fenster) über Bordellschließungen, während viele Sexarbeitende ums Überleben kämpfen.2021 CDU - Positionspapier (Öffnet in neuem Fenster) über Prostitution, fordert Sexarbeitenden die Tätigkeit während der Schwangerschaft zu verbieten, zum "Schutz der Mutter und des ungeborenen Kindes", allerdings ohne hinterlegte Finanzierungsvorschläge.
2. Die Bundesregierung erteilt dem KFN den Auftrag zur wissenschaftlichen Evaluation des ProstSchG.2022 Russland greift die Ukraine an und die Anti-Sexarbeits-Bewegung spannt ukrainische Geflüchtete vor ihren politischen Karren. Die Fleisch-Metapher (Öffnet in neuem Fenster) hat wieder Konjunktur.2023 1. Mack/Rommelfanger/Drobnik veröffentlichen DIAKA (Öffnet in neuem Fenster)-Auftragsarbeit "Sexkauf". Medien berichten breit, DAH veröffentlicht Studie zu Sexarbeit, Medien berichten nicht.
2. CDU-Positionspapier "Sexkauf bestrafen (Öffnet in neuem Fenster)" fordert die Kriminalisierung der Nachfrage.2024 1. CDU - Grundsatzprogramm enthält die Forderung nach der Kriminalisierung der Nachfrage, die Anti-Sexarbeitsbewegung jubelt.
2. Das Selbstbestimmungsgesetz tritt in Kraft, weite Teile der Anti-Sexarbeitsbewegung beteiligen sich an Protest-Aktionen dagegen.2025 Der Evaluationsbericht des ProstSchG erscheint am 25.6.2025. CDU-Familienministerin Karin Prien nimmt den Bericht nicht entgegen, sondern empfängt stattdessen bereits vorher öffentlichkeitswirksam den Theologen Jakob Drobnik (Öffnet in neuem Fenster) vom sexarbeitsfeindlichen DIAKA, der der Ministerin seine 250-seitige Studienarbeit überreicht. Das BMBFSFJ gibt an, eine Kommission (Öffnet in neuem Fenster) einzusetzen und verschleppt diesen Prozess. Viele Gerüchte über die Kommission sind im Umlauf.
Soviel zu CDU und Frauen-RECHTS-BEWEGUNG. Gemeinsam überwinden sie “Hürden”, wie das Recht auf Abtreibung. Einst eine zentrale Forderung der deutschen Feminismus und auch von Alice Schwarzer. Heute wird sie opportunistisch fallengelassen wenn es andere politische Ziele erreichbarer scheinen. Wenige Tage vor Klöckners Aussage, verlieh der Verein FrauenHeldinnen e.V. in dem auch Schwarzer immer wieder eine Rolle spielt auf der heroica 2025 - Konferenz für widerständige Frauen einen Sachbuch-Preis (Öffnet in neuem Fenster) an Birgit Kelle, einer Anti-Choice-Publizistin.
Die opportunistische Schwarzer und ihre friends machen der CDU ein kostbares Brautgeschenk: Der Streit über Prostitution, lenkt von Krisen in Innen- und Außenpolitik ab. Statttdessen darf sie sich mit einem „Frauenthema“ aufzuhübschen. Auf wessen Kosten das geht: Auf Kosten von Sexarbeitenden.
Und auf Kosten der gesamten Gesellschaft, die von Autoritarismus, Opportunismus und Machtgier überfahren wird. Sie nutzen hier ein Thema, mit dem viele Menschen kaum Berührungspunkte haben und über das viele Vermutungen und Klischees im Umlauf sind. Aber wir sind nur die ersten in einer langen Reihe von anderen, die solche Kräfte schon im Blick haben. Ich sage nur queere, trans Menschen, Geflüchtete, in Armut lebende Menschen, Wohnungslose und ... und ... und ...
Noch ein Wort zu Alice Schwarzer. Der Focus (Öffnet in neuem Fenster)veröffentlichte vor Kurzem einen Text von Schwarzer, der an Absurdität kaum zu toppen ist. Darin ist die Rede von Söhnen, „weiße Sklaverei“ und "Frischfleisch". Schwarzer behauptet, Prostitution würde im englischen Sprachraum mit "White Slavery" übersetzt - absurd. Eins allerdings benennt sie richtig: Die Union probt den "Frauenaufstand" - und zwar auf dem Rücken von Sexarbeitenden!
Nur sind wir nicht bereit, Unions-Frauen den Weg zur Macht zu ebnen.
Das Playbook der aktuellen Kampagne
Schweden. Schweden führte im Jahr 2000 den Sex Purchase Act ein. Das ist es, für was Schwarzer, Constabel, Kelpin, Warken, Klöckner Seite an Seite mit ein paar Staatsanwälten, Ex-Polizist*innen und christlichen Fundis kämpfen. Ihr "Feminismus" besteht aus Strafrecht, Verboten und Verachtung. Bewiesen ist die Wirksamkeit ihrer herbeigesehnten Nachfrage-Kriminalisierung indes nicht, und das weiß (Öffnet in neuem Fenster) die Anti-Sexarbeits-Bewegung auch. Gleichgültig - denn leiden werden schließlich Sexarbeitende.
In Schweden wehren sich Sexarbeitende seit 25 Jahren gegen Staats-Gewalt und Doppelmoral. Denn Sexarbeitende verschwinden nicht, weil ihre Existenz rechthaberischen Bürgi-Frauen peinlich ist. Und doch zehrt das Gesetz sie aus und macht ihnen das Leben schwerer als es sein müsste.
Am Anfang habe ich gefragt:
Wen fickt das "Nordische Modell"?
Schwedische, israelische, kanadische, französische, norwegische, irische, isländische S*xarbeitende zahlen schon heute den Preis für Borniertheit, Ignoranz und die Rechthaberei vonFrauen-RECHTS-Bewegung, Strafrechtsfeminist*innen und Konservativen.
Nun sollen Sexarbeitende in Deutschland die Nächsten sein.
Was das bedeutet, haben die schwedischen Sexarbeitenden schon 2020 in einen Community Report geschrieben, bis auf den Titel heute aktueller denn je ist.
20 years of failing sex workers (Öffnet in neuem Fenster)
Folgt zum Beispiel
@redumbrellaeireann
@redumbrellasweden (Öffnet in neuem Fenster)
@pion_sexworkersorganization (Öffnet in neuem Fenster)
@strass_syndicat_44 (Öffnet in neuem Fenster)
____________________________________________________
Mit sexworkpositiven Grüßen,
Euer Tadzio