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Gute Gespräche in der Arztpraxis

Arzt im mittleren Alter schaut seiner Patientin ins Gesicht, während er ihr etwas erklärt
Patient:innen sollten Gespräche in der Arztpraxis mit gestalten ©jan-otto/iStock

Gespräche im Sprechzimmer haben es häufig in sich: Patient:innen stehen oft vor schwierigen Entscheidungen, wenn es um ihre Gesundheit geht. Sollte ich eine Tablette gegen meinen Bluthochdruck nehmen, oder bringt es mehr, wenn ich meinen Lebensstil ändere? Möchte ich meinen Bandscheibenvorfall operieren lassen, oder soll ich es erst noch mal mit Physiotherapie versuchen?

Solche und ähnliche Fragen sind nicht immer leicht zu beantworten. Viele Patient:innen wünschen sich in diesen Situationen vor allem einfühlsame Gesprächspartner:innen. Doch mit Empathie allein kommt man oft nicht zum Ziel. Und dieses Ziel heißt: eine informierte Entscheidung treffen – gemeinsam mit den Gesundheitsprofis.

Für informierte Entscheidungen braucht es – na klar – korrekte und umfassende Informationen über Vor- und Nachteile von Behandlungsoptionen. Sie stammen aus gut gemachten Studien. Es braucht aber auch die Erfahrung von Ärztin oder Arzt, Therapeutin oder Therapeut. Und last but not least braucht es die Expertise der Patient:innen, denn nur sie wissen über ihre eigenen Bedürfnisse Bescheid, kennen ihre Werte und Wünsche.

Wenn diese drei Elemente zusammenkommen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Gespräche von allen Beteiligten als gut empfunden werden und Patient:innen auch später noch mit der Entscheidung zufrieden sind (Öffnet in neuem Fenster).

Das GPSP-Magazin (Öffnet in neuem Fenster) möchte dazu beitragen, dass Gespräche im Sprechzimmer gut gelingen. In unserer aktuellen Ausgabe 06/2025 (Öffnet in neuem Fenster) stellen wir Instrumente dafür vor, zum Beispiel eine spezielle Software und den digitalen Medikationsplan.

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Sich über Behandlungsmöglichkeiten klar werden

Manche Hausärzt:innen nutzen eine Software, die Patient:innen helfen soll, sich leichter für eine Behandlungsmöglichkeit zu entscheiden. Das soll Gespräche in der Arztpraxis verbessern. Doch kann das wirklich ein Computer leisten? Das haben wir Norbert Donner-Banzhoff gefragt. Er ist emeritierter Professor für Allgemeinmedizin, hat lange selbst in einer Hausarztpraxis gearbeitet und gilt als Wegbereiter der evidenzbasierten Medizin in Deutschland. Außerdem ist er Mitbegründer einer Genossenschaft, die die Software arriba entwickelt hat.

Aus unserem aktuellen Heft: Warum ausgerechnet eine Software Gespräche verbessern kann (Öffnet in neuem Fenster) (€)

Medikamente leichter im Blick behalten

Patient:innen, die gleichzeitig mehr als drei verschreibungspflichtige Medikamente für mindestens 28 Tage einnehmen müssen, können eine elektronische Auflistung all ihrer Arzneimittel bekommen. Die Idee dahinter: Der Plan soll die Einnahme von Medikamenten sicherer machen. Nicht nur die Patient:innen selbst, sondern auch alle behandelnden Ärztinnen und Ärzte können sich so leichter darüber informieren, was ihre Patient:innen gerade einnehmen. Doch es gibt auch Nachteile.

Aus unserem aktuellen Heft: Wie der elektronische Medikationsplan die Behandlung erleichtern soll (Öffnet in neuem Fenster) (€)

An einer klinischen Studie teilnehmen?

Vielleicht hat Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie schonmal gefragt, ob Sie an einer klinischen Studie teilnehmen möchten oder Sie finden eine Studie interessant, von der Sie gehört haben und denken nun darüber nach, an der Untersuchung teilzunehmen? Bevor Sie sich für oder gegen eine Teilnahme entscheiden, stellen Sie sich bestimmt einige Fragen.

Aus unserem aktuellen Heft: Was bei der Entscheidung für oder gegen die Teilnahme an einer klinischen Studie hilft (Öffnet in neuem Fenster) (€)

Chronisch krank? Was dann wichtig ist

Chronisch bedeutet: Die Erkrankung ist sehr langwierig oder kehrt immer wieder, und sie heilt meist nicht vollständig aus. Eine chronische Erkrankung beginnt schleichend, man bemerkt sie oft erst dann, wenn sich erste Beschwerden einstellen. Nach der Diagnose geht es nicht nur um die beste Therapie, vielmehr müssen sich Betroffene Gedanken über ihre Gesundheit und den eigenen Körper machen. Und sie müssen ihren Alltag der neuen Situation anpassen. Das ist harte Arbeit. Gute Gespräche mit Ärzt:innen und Therapeut:innen sind in dieser Situation besonders wichtig.

Aus Heft 04/2018, frei lesbar: Was Patient:innen mit einer chronischen Erkrankung erfragen sollten (Öffnet in neuem Fenster)

Buchtipp: Warum Abwarten oft die beste Medizin ist

Weniger ist oft mehr – diese Erkenntnis wird in der Medizin zunehmend diskutiert. Seit einiger Zeit gibt es auch Initiativen, die für eine kluge und mehr patientenfokussierte Diagnostik und Therapie (Öffnet in neuem Fenster) werben (etwa „Choosing wisely (Öffnet in neuem Fenster)“ oder „Gemeinsam gut entscheiden (Öffnet in neuem Fenster)“). Bei der Krebsfrüherkennung (Öffnet in neuem Fenster) ist die Problematik inzwischen sogar in Patientenbroschüren angekommen. Anders als der Titel suggeriert, sollen Patient:innen aber nicht auf das Arztgespräch verzichten – und auch nicht aufs Fragenstellen. Vielmehr kommt es nach Ansicht der Autoren darauf an, die richtigen Fragen ins Sprechzimmer mitzubringen.

Aus Heft 04/2017, frei lesbar: "Fragen Sie weder Arzt noch Apotker" – Eine Anregung zum Abwarten (Öffnet in neuem Fenster)

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Viele Grüße, Silke Jäger

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