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Sinnesförderungen

Mit dem Alter verändern sich die Sinne vieler Menschen deutlich. Geräusche werden leiser, Farben erscheinen blasser und Gerüche weniger intensiv. Gerade bei demenziell veränderten Senioren bleiben ohne gezielte Reize viele positive Eindrücke unbemerkt. Die Sinnesförderung (oft in Fachkreisen auch als „Basale Stimulation“ bezeichnet) setzt gezielte Impulse über alle fünf Sinne (Riechen, Hören, Schmecken, Sehen, Fühlen) und unterstützt dadurch Kommunikation, Körperwahrnehmung und Wohlbefinden. Solche Sinnesanregungen können Erinnerungen wachrufen, das Gedächtnis und die räumliche Orientierung stärken. Fehlen ausreichende Sinnesreize hingegen über längere Zeit, droht eine so genannte Reizdeprivation: Die betroffene Person zieht sich in sich zurück, es kommt zu kognitiven Verlusten und einer Abnahme der Lebensenergie. Sinnesfördernde Maßnahmen sind daher in der Altenpflege ein wichtiger Baustein, um Lebensqualität und Teilhabe der Bewohner zu erhalten. (Hinweis: Das Lexikon - Inhaltsverzeichnis (Öffnet in neuem Fenster))

Zielsetzung der Sinnesförderung

Die Sinnesförderung verfolgt in der Seniorenbetreuung mehrere Ziele:

  • Wahrnehmung fördern: Erhalt und Stärkung der Selbstwahrnehmung und des Körpergefühls

  • Kommunikation ermöglichen: Sinnesreize bieten nonverbale Zugangspunkte, ermöglichen Austausch und soziale Interaktion.

  • Wohlbefinden steigern: Abbau von Anspannung und Stress durch angenehme Reize, Steigerung von Lebensfreude und Entspannung.

  • Kognitive und motorische Fähigkeiten unterstützen: Anregung von Gedächtnis, Konzentration und Beweglichkeit.

  • Selbstbestimmung erhalten: Bewohner wählen (wo möglich) mit aus, welche Reize eingesetzt werden, was Autonomie und Würde stärkt.

Durch abwechslungsreiche Sinnesanregungen können Alltagssituationen aufgelockert und gezielte Erinnerungen geweckt werden. Dies fördert nicht nur individuelle Fähigkeiten, sondern auch Gemeinschaftserlebnisse in der Gruppe.

Vorteile und Nachteile

Vorteile der Sinnesförderung

  • Ganzheitliche Stimulation: Gezielte Reize sprechen alle Sinne an und fördern so ganzheitliche Wahrnehmung.

  • Verbesserte Kommunikation: Auch stumm kommunizierende oder demenzielle Senioren können durch Düfte, Klänge oder Berührungen angesprochen werden.

  • Entspannung und Stressabbau: Sanfte Impulse wie Musik oder Massage reduzieren Angst und Anspannung und steigern das emotionale Wohlbefinden.

  • Steigerung der Lebensqualität: Positive Erlebnisse durch angenehme Reize wirken motivierend und machen den Alltag bunter.

  • Stärkung sozialer Kontakte: Gemeinsame Aktivitäten (z.B. Spielen oder Basteln) schaffen Gemeinschaftsgefühl und soziale Bindungen.

Nachteile der Sinnesförderung

  • Zeit- und Schulungsaufwand: Das Angebot erfordert gut geplante Vorbereitung und je nach Methode auch Fachwissen. Pflegekräfte oder Betreuer benötigen Zeit, Geduld und gegebenenfalls Fortbildung.

  • Individuelle Reaktionen: Nicht jeder Bewohner reagiert gleich. Manche Reize können langweilen, andere sogar stören. Es besteht die Gefahr der Über- oder Unterstimulation, wenn die Maßnahme nicht auf die Person abgestimmt ist.

  • Material- und Ressourcenbedarf: Die Durchführung kann Material (z.B. Duftöle, Musikinstrumente) und geeignete Räumlichkeit (ruhiger Raum, spezielles Equipment) erfordern. Dies ist insbesondere in kleineren Einrichtungen oder engen Budgetlagen ein organisatorischer Aufwand.

  • Unvorhergesehene Reaktionen: Manchmal wecken gezielte Reize auch unangenehme Erinnerungen oder Ängste. Hier ist Einfühlungsvermögen gefragt: Reize müssen sofort abgesetzt werden, wenn sie negativ auffallen.

Anleitung und Umsetzung in der Praxis

Eine erfolgreiche Sinnesförderung beginnt mit sorgfältiger Planung. Zuerst sollten die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben der Senioren geklärt werden. Sprechen Sie dazu mit dem Pflegepersonal, Angehörigen oder den Betroffenen selbst. Alte Biografieinformationen (z. B. Lieblingsmusik, frühere Berufe oder Hobbys) geben Hinweise, welche Reize freundlich ankommen.
Vorbereitung ist wichtig: Legen Sie alle Materialien bereit (z.B. Duftlampen, Materialien für Fühlspiel, Musik-CDs) und prüfen Sie die Sicherheit. Achten Sie etwa auf sichere Temperaturen bei Wasser oder Essen (keine Verbrühungsgefahr), auf rutschfeste Unterlagen bei Bewegungsübungen und auf verträgliche Düfte (keine Allergene). Ein vorbereiteter Raum mit angenehmer Atmosphäre (z. B. gedämpftes Licht, bequeme Sitzgelegenheiten) trägt zur Wirkung bei.

Während der Aktivität sollte die Betreuerin oder der Betreuer klare und kurze Erklärungen geben. Demonstrationen oder Vormachen helfen, besonders wenn die Teilnehmer nicht mehr aktiv erzählen können. Gehen Sie behutsam und langsam vor, geben Sie genügend Zeit zum Reagieren und passen Sie das Tempo an. Beobachten Sie ständig die Reaktionen der Teilnehmenden (Blick, Mimik, Gestik). So erkennen Sie sofort, ob jemand sich amüsiert oder überfordert ist, und können die Intensität der Reize anpassen. Empathie und Feinfühligkeit sind hier entscheidend: Jeder Impuls sollte eher angepasst als automatisch wiederholt werden.

Nach der Aktivität lohnt eine kurze Nachbesprechung. Holen Sie Feedback ein: Hat den Bewohnern die Aktion gefallen? Welche Gegenstände oder Klänge waren besonders spannend? Auch Angehörige können hierbei Hinweise geben. Dokumentieren Sie kurz, was gut ankam und was nicht. Dieses Feedback fließt in zukünftige Planungen ein.

Praxis-Aktivierungen für die Sinne

Im Folgenden finden Sie konkrete Praxisideen zur Sinnesförderung. Jede Aktivierung enthält Hinweise zu Materialien und Durchführung sowie Beispiele. Diese Übungen lassen sich individuell anpassen und in Gruppen- oder Einzelangeboten durchführen.

Aromatherapie mit ätherischen Ölen.

Material: Ein Diffuser oder Duftlampe, unbedenkliche ätherische Öle (z. B. Lavendel, Orange, Minze), Wattepads.

Umsetzung: Geben Sie je 1–2 Tropfen eines Öls auf einen Wattebausch oder in den Diffuser. Lassen Sie die Bewohner die Düfte riechen und benennen. Erläutern Sie, wofür die Düfte traditionell eingesetzt werden (z. B. Lavendel zur Entspannung).

Beispiel: Ein Lavendelduft kann abends helfen, zur Ruhe zu kommen, Orangenöl am Morgen die Stimmung heben.

Geräusche erraten.

Material: Dunkle Kiste oder Raumteiler, Alltagsgegenstände (Papier, Münzen, Gläser, Besteck).

Umsetzung: Erzeugen Sie verdeckt verschiedene Geräusche (Papier zerknüllen, Besteck klappern, Münzen in Becher fallen lassen). Bitten Sie die Senioren zu erraten, was sie hören.

Beispiel: Spiele wie „Was raschelt?“ fördern die auditive Wahrnehmung und rufen Alltagsbilder wach.

Musikquiz (Lieder-Raten).

Material: CD-Player oder Smartphone, Sammlung von Volksliedern oder Schlager aus der Jugendzeit.

Umsetzung: Spielen Sie jeweils die ersten Takte eines bekannten Liedes an. Stoppen Sie und fragen Sie die Gruppe, welches Lied das sein könnte. Besprechen Sie anschließend die Erinnerungen oder Tanzstile dazu.

Beispiel: Volkslieder wie „Mein Vater war ein Wandersmann“ oder Schlager wie „Griechischer Wein“ sind oft aus der Jugendzeit der Bewohner.

Hörmemory mit Dosen.

Material: Kleine, verschließbare Dosen (z. B. Kaugummidosen), jeweils zweimal mit gleichem Inhalt (Reis, Nägel, Bohnen).

Umsetzung: Füllen Sie jeweils zwei Dosen mit identischem Streugut oder Kleinteilen. Verdecken Sie die Augen der Teilnehmer und lassen sie an den Dosen horchen. Ziel ist es, Paare gleicher Geräusche zusammenzustellen.

Beispiel: Zwei Dosen mit Reis rascheln gleich, zwei mit Münzen klingeln gleich.

Nachtrommeln (Rhythmus nachspielen).

Material: Tisch oder Trommel, kein spezielles Equipment nötig.

Umsetzung: Schlagen Sie mit der Hand oder einem kleinen Trommelstock einen einfachen Rhythmus auf den Tisch. Die Gruppe soll den Rhythmus nachklopfen. Erhöhen Sie die Schwierigkeit langsam.

Beispiel: Einfache Klopfsequenzen (z. B. zwei kurze, ein langer Ton) fördern Gehör und Motorik.

Riech-Kim mit Lebensmitteln.

Material: Lebensmittel mit starkem Eigengeruch (Kaffee, Zimt, Käse, Vanille), kleine Behälter oder Tüten.

Umsetzung: Verdecken Sie die Behälter und lassen Sie die Senioren daran riechen. Jeder soll erraten, welches Lebensmittel darin ist. Ergänzend können Sie über den Ursprung oder Verwendung in Rezepten erzählen.

Beispiel: Kaffee, Zimt und Minze wecken bei vielen Bewohnern Erinnerungen an Küche und Kindheit.

Riech-Memory mit Düften.

Material: Ätherische Öle (z. B. Lavendel, Zitrone, Thymian), Wattepads, kleine Dosen oder Gläser (je 2 identische Gerüche).

Umsetzung: Träufeln Sie verschiedene Öle auf Wattepads und stecken Sie sie paarweise in Dosen. Die Senioren riechen an den verschlossenen Dosen und sollen die Paare mit identischem Duft finden – wie beim Memory-Spiel.

Beispiel: Zwei Dosen mit Lavendel (blumig) und zwei mit Zitronengras (zitronig-scharf).

Blumenduft erraten.

Material: Unterschiedliche duftende Blumen (z. B. Rose, Jasmin, Lavendel) oder duftende Kräuter.

Umsetzung: Geben Sie jedem Bewohner – bei geschlossenen Augen – eine einzelne Blume oder einen Strauß zu riechen. Die Teilnehmer beschreiben, was sie riechen oder erinnern. Anschließend zeigen Sie die Blume und besprechen Farbe/Form.

Beispiel: Der Duft von Rosen kann an Garten und Jugend erinnern, Lavendel an Wäschestapel.

Zitrusfrüchte-Riechtest.

Material: Scheiben von Orangen und Zitronen (ggf. mit Nelken gespickt) auf Tellern oder unter Tüchern.

Umsetzung: Lassen Sie die Senioren bei geschlossenen Augen an den Früchten riechen und erraten, ob es Orange oder Zitrone ist. Mit Nelken gespickte Früchte wecken zusätzlich Gewürzerinnerungen.

Beispiel: Der frische Duft von Orange vermittelt Sommeratmosphäre, die würzige Note der Nelken weckt vielleicht Weihnachtsgedanken.

Duftreise (Erinnerungen wecken).

Material: Persönliche Duftgegenstände oder Obertöne (z. B. Mottenkugeln, Kaffee, Rasierwasser aus der Jugendzeit).

Umsetzung: Bitten Sie die Senioren, an bekannten Alltagsgerüchen zu schnuppern und erzählen Sie dabei kleine Geschichten oder Anekdoten.

Beispiel: Der Geruch von frisch gemahlenem Kaffee kann gemeinsame Gesprächsrunden beleben; Rasierwasser erinnert an den Ehemann oder Vater.

Apfelverkostung.

Material: Verschiedene Apfelsorten (süß, sauer, rot, grün), Messer, kleine Schälchen.

Umsetzung: Schneiden Sie jeweils kleine Stücke der verschiedenen Sorten. Die Senioren probieren nacheinander und benennen die Geschmacksunterschiede (süß, sauer, saftig). Über Geschichte und Anbau der Sorten kann gesprochen werden.

Beispiel: Gala (süß) vs. Granny Smith (sauer) lassen sich gut vergleichen.

Teeverkostung.

Material: Verschiedene Teesorten mit ähnlicher Farbe (z. B. grüner und weißer Tee), Teekessel, Tassen.

Umsetzung: Bereiten Sie die Tees zu und gießen Sie in identisch aussehende Tassen. Kostproben werden herumgereicht und die Teilnehmer raten, um welche Sorte es sich handelt. Diskutieren Sie über Geschmack und Erinnerungen (z. B. an Teekränzchen).

Beispiel: Grüner Tee (grasig) vs. weißer Tee (mild) – beide sehen hell aus, schmecken aber unterschiedlich.

Obst-und-Saft-Zuordnung.

Material: Obststücke (z. B. Trauben, Orangen), die passenden Säfte in Gläsern.

Umsetzung: Schneiden Sie Obst in kleine Portionen. Die Senioren sollen jeweils das Stück Obst probieren und danach den entsprechenden Saft dazuordnen. Anschließend wird überprüft, ob die Zuordnung richtig war.

Beispiel: Traube probieren, Traubensaft trinken und abgleichen.

Gewürzproben.

Material: Unterschiedliche Gewürze (Curry, Zimt, Pfeffer, Zucker), kleine Löffel oder Teller.

Umsetzung: Geben Sie jedem ein kleines Probierstäbchen oder einen kleinen Löffel mit einem Gewürz, das er ablecken/schnuppern soll. Die Aufgabe ist, den Geschmack oder Geruch zu benennen und vielleicht typische Gerichte zu nennen.

Beispiel: Ein Hauch Zimt auf der Handriegel lässt an Weihnachtsgebäck denken; Pfeffer weckt Erinnerungen an Essen früher.

Eissorten erraten.

Material: Drei bis vier Eissorten mit gleicher Farbe (z. B. Erdbeer- und Himbeereis, die beide rosa sind) in kleinen Tellern oder Bechern.

Umsetzung: Verteilen Sie jeweils kleine Löffel mit einer Sorte. Die Senioren probieren blind und versuchen, die Sorte zu erraten. Schwieriger: Wählen Sie Eissorten, die ähnlich aussehen, um nur über den Geschmack zu unterscheiden.

Beispiel: Rosa Erdbeere vs. Himbeere; gelbe Mango vs. Vanille.

Tastkiste (Fühlbox).

Material: Kiste mit Lochöffnung, verschiedene Gegenstände aus dem Alltag (Schwamm, Stein, Bürste, Stofffetzen).

Umsetzung: Stellen Sie eine Kiste mit verdeckter Öffnung in Augenhöhe auf. Ein Bewohner nach dem anderen greift hinein, fühlt ein Objekt und beschreibt seine Beschaffenheit. Die anderen raten, um was es sich handelt.

Beispiel: Ein weicher Samtstoff fühlt sich warm und glatt an, ein Naturstein rau und kühl.

Sandkiste (Schatzsuche).

Material: Große Wanne oder Kiste mit Sand, kleinere Schätze (Muscheln, Figuren, Steine).

Umsetzung: Vergraben Sie unterschiedliche kleine Gegenstände im Sand. Die Senioren graben mit den Händen oder einer kleinen Schaufel nach den „Schätzen“ und benennen, was sie finden. Dabei spüren sie den Sand und entdecken spielerisch.

Beispiel: Eine Muschel (rau/kühl), ein kleiner Ball (weich/glatt), ein Schlüssel (kalt/metallisch).

Kirschkernkissen-Fühlbad.

Material: Große Box oder Eimer mit Kirschkernen, Reis oder Bohnen, darin kleine Gegenstände (zwei gleiche Sets zum Memoryspielen).

Umsetzung: Die Senioren tauchen die Hände in die Körner und suchen nach vorgegebenen Objekten (zwei gleiche). Dies trainiert den Tastsinn im Sand bzw. Kornbett.

Beispiel: Zwei Münzen verstecken, die man erfühlen und paarweise herausnehmen muss.

Temperaturwahrnehmung (Wassertest).

Material: Drei Schüsseln mit Wasser bei verschiedenen Temperaturen (zimmertemperiert, warm, kalt), Handtücher.

Umsetzung: Die Teilnehmer tauchen abwechselnd die Hände in die Schüsseln. Dabei spüren sie die Temperaturunterschiede (natürlich nie zu heiß). Besprechen Sie, welches Wasser warm oder kalt war.

Beispiel: Stellen Sie Eiswürfel ins kalte Wasser – das kühle Gefühl ist für viele anregend.

Fühlkette mit Alltagsobjekten.

Material: Schnur oder Band, verschiedene Gegenstände (Bürste, Perle, Holzstück, Wollknäuel) anreihen und befestigen.

Umsetzung: Hängen Sie die „Kette“ in mittlerer Höhe auf. Die Teilnehmer fassen die Kette nacheinander an, tasten die Gegenstände ab und beschreiben deren Form/Material. Gespräche über Vertrautes können sich ergeben.

Beispiel: Eine Tierfigur aus Holz erinnert an ein Haustier, Wolle weckt Vorstellungen vom Winterpullover.

Makro-Bilder raten.

Material: Nahaufnahmen von Alltagsgegenständen (z. B. Holzstruktur, Textilgewebe, Lebensmittel) als Fotos.

Umsetzung: Zeigen Sie Großaufnahmen, auf denen nur ein Teil des Gegenstandes zu sehen ist. Die Senioren raten, um was es sich handelt. Diese Übung schärft den Blick für Details.

Beispiel: Nahaufnahme einer Apfelschale (Rot, glänzend), Nahaufnahme einer Mauer (rau, grau).

„Ich sehe was, was du nicht siehst“ (erraten).

Material: Raum mit verschiedenen Alltagsgegenständen.

Umsetzung: Ein Bewohner sucht sich heimlich einen Gegenstand im Raum aus und sagt den bekannten Satz „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist …“ mit Hinweis auf Farbe oder Form (z. B. „rot ist“). Die Gruppe errät, was gemeint ist.

Beispiel: „Es ist rund“ (vielleicht ein Bild oder ein Tisch), „es ist weich“ (ein Kissen). Dieses Spiel ist bekannt und ein Hingucker für die visuellen Sinne.

Selbstgemachtes Puzzle lösen.

Material: Foto oder Bild, Laminierfolie, Schere.

Umsetzung: Laminieren Sie ein schönes Bild oder Foto und schneiden Sie es in etwa 6–9 große Puzzleteile. Die Senioren setzen das Puzzle zusammen. Achten Sie darauf, dass die Teile groß genug sind und das Bild den Bewohnern vertraut ist.

Beispiel: Ein Kalenderblatt oder ein selbst gemaltes Bild (große Formen) – das Puzzle fördert Problemlösungsfähigkeit und Blicktraining.

Bild enthüllen (Post-it-Spiel).

Material: Ein großflächiges Bild (z. B. Poster) und kleine Klebezettel (Post-its).

Umsetzung: Bekleben Sie das Bild nahezu vollständig mit Post-its. Die Gruppe schaut es an. Dann nehmen Sie nach und nach einzelne Zettel ab. Die Teilnehmer sagen, was sichtbar wird. Wer errät das Motiv am schnellsten?

Beispiel: Ein Landschaftsbild, dessen Elemente (Sonne, Baum, Haus) nach und nach sichtbar werden.

„Was hat sich verändert?“ (Memory auf der Person).

Material: Schmuck, Tücher oder Kleidungsaccessoires, die sich leicht austauschen lassen (Brosche, Schal, Mütze).

Umsetzung: Die Betreuerin zieht ein auffälliges, einfaches Stück an (z. B. buntes Halstuch). Alle merken es sich. Dann verlässt die Betreuerin den Raum und kommt mit einer kleinen Veränderung zurück (z. B. Schal wurde gewechselt). Die Senioren nennen, was anders ist.

Beispiel: Austausch einer Brosche oder eines Halstuchs – fördert Aufmerksamkeit und Sehkraft.

Barfußpfad (verschiedene Untergründe).

Material: Grüne Grasmatte, Kieselsteine in Kiste, Holzlatten oder Stoffstücke (in der Gruppe auslegen).

Umsetzung: Legen Sie hintereinander unterschiedliche Materialien auf den Boden (z. B. weiches Gras, glatte Fliesen, grobe Kiesel). Senioren gehen barfuß darüber und spüren die verschiedenen Texturen. Danach in Socken oder barfuß über jeden Bereich laufen lassen.

Beispiel: Der warme Grasteppich fühlt sich anders an als kalte Kieselsteine.

Leichte Gymnastik oder Tanz.

Material: Stuhl oder Gehstock (zur Sicherheit), Musik mit einfachem Rhythmus.

Umsetzung: Führen Sie leichte Bewegungsübungen zu bekannter Musik durch, die alle mitmachen können (z. B. Schulterkreisen, Fußwippen im Sitzen). Alternativ tanzen Sie gemeinsam zu nostalgischer Tanzmusik, indem alle die Hände halten oder Armbewegungen nachmachen.

Beispiel: Einfache Volkstänze (Stuhlkreis) oder „Arm in Arm“-Tanz auf Volksweisen.

Klanginstrumente basteln (z. B. Wasser-Xylophon).

Material: Mehrere Trinkgläser, Wasser, Löffel.

Umsetzung: Stellen Sie mehrere Gläser vor den Teilnehmern auf, füllen diese unterschiedlich (keine Flüssigkeit, halbleer, fast voll). Senioren schlagen mit einem Löffel leicht gegen die Gläser und erkunden so verschiedene Töne (je voller, desto tiefer der Ton). Anschließend kann man einfache Melodien versuchen.

Beispiel: Mit den Variationen von Füllstand lassen sich kleine Melodien anschlagen oder Farb-Wasser-Spiele veranstalten.

Handmassage oder –waschen.

Material: Handtücher, warmes Wasser, ggf. duftende Handcreme.

Umsetzung: Eine sanfte Handmassage oder ein kleines Handbad beruhigt und stimuliert den Tastsinn. Führen Sie den Bewohnern die Berührung langsam vor und achten Sie auf sanften Druck.

Beispiel: Kreisen Sie mit Daumen und Fingern leicht über die Handfläche oder verteilen Sie warmes Wasser. Ein letzter Kamillentee-Aufguss ins Handbad kann den Duft verstärken.

Federpusten.

Material: Leichte Federn oder Wattebällchen.

Umsetzung: Die Senioren halten sich eine Feder vor den Mund und pustend sollen sie diese über Tisch oder den Boden bewegen, ohne dass sie umfällt. Dies schult die Atemkontrolle und das Tastsinn-Gefühl.

Beispiel: Jeder Wettbewerb einmal im Sitzen und einmal im Stehen (mit Halt). Dabei wechselt die Feder langsam die Farbe (z. B. mit Lavendelöl anfeuchten), um zusätzliches Riechen zu ermöglichen.

Knöpfe sortieren.

Material: Schalen mit verschiedenen Knöpfen (verschiedene Formen, Materialien, Farben).

Umsetzung: Die Teilnehmer erfühlen die Knöpfe blind mit der Hand und sortieren sie nach Größe oder Material (Holz, Metall, Kunststoff). Über die Vielfalt der Knöpfe kann man ins Gespräch kommen.

Beispiel: Zwei Schalen: eine mit feinen Perlmuttknöpfen, eine mit großen Wollknöpfen.

Stofftiere erfühlen und benennen.

Material: Verschiedene kuschelige Stofftiere (z. B. Teddybär, Plüschhase), Stofftuch (zum Verdecken der Augen).

Umsetzung: Ein Bewohner hält mit geschlossenen Augen ein Stofftier und versucht, es allein über Tastsinn und Gewicht zu identifizieren. Anschließend wird das Tier gezeigt.

Beispiel: Ein großer Plüschbär vs. ein kleiner Katzenplüsch – Unterschiede in Größe und Fellstruktur spürbar.

Salzteig basteln und formen.

Material: Salzteig (Mehl, Salz, Wasser), Ausstechformen, Backblech.

Umsetzung: Stellen Sie gemeinsam Salzteig her und fangen Sie an, daraus Figuren zu kneten (Herzen, Blumen). Dabei können Farben mit hinzugegeben werden. Nach dem Trocknen können die Formen bemalt werden.

Beispiel: Einfaches Ausstechen von Sternen oder Kreisen – Materialhaptik und Kreativität anregend.

Fingerfarben malen.

Material: Ungiftige Fingerfarben, Papier oder alte Zeitungen, Abdecktücher.

Umsetzung: Lassen Sie die Senioren mit den Fingern oder Händen direkt auf dem Papier malen. Sie können den Fingerbewegungen lauschen oder einfach die Struktur der Farben spüren.

Beispiel: Auf großen Papierbahnen kann jeder frei malen, was ihm gefällt – bunte Muster oder einfache Landschaften entstehen.

Sinnesgarten-Spaziergang.

Material: Ein Garten oder begrünter Außenbereich mit verschiedenen Pflanzen (Duftkräuter, Blumen, Bäume).

Umsetzung: Gehen Sie mit den Bewohnern achtsam durch den Garten. Lassen Sie sie Blätter berühren, an Blüten riechen und in Vogelgezwitscher lauschen. Sprechen Sie über Farbtöne und Düfte.

Beispiel: An einer Lavendelpflanze riechen, die unterschiedlich geformten Blätter ertasten, Schmetterlinge beobachten.

Tierischer Besuch (Therapiehund oder -katze).

Material: Ein zahmes Tier (Tierbesuchsdienst oder Haustier)

Umsetzung: Lassen Sie die Bewohner das Tier streicheln, Futter geben oder beobachten, wie es sich bewegt. Tiere stimulieren simultan mehrere Sinne (Sehen, Fühlen, ggf. Hören beim Miauen/Bellen).

Beispiel: Ein Therapiehund legt Kopf und Pfote auf den Schoß – die Bewohner spüren das weiche Fell und hören entspanntes Atmen.

Erinnerungskiste mit persönlichen Gegenständen.

Material: Kiste mit Fotos, alten Schuhen, Werkzeug, einem alten Telefon o. Ä. aus der Biografie der Bewohner.

Umsetzung: Jeder Bewohner nimmt sich nacheinander Gegenstände heraus und erzählt, was er damit verbindet. Dies kann komplexe Sinne ansprechen (z. B. Geruch des Leders, Geräusch einer alten Uhr).

Beispiel: Alte Muscheln erinnern an den Ostseeurlaub, ein altes Radio-Gerät ruft Geräusche vergangener Tage ins Gedächtnis.

Fotoalbum anschauen.

Material: Familienfotoalben oder Bildbände von Reisen/Landschaften.

Umsetzung: Blättern Sie mit den Senioren gemeinsam in alten Fotos und besprechen Sie, wer darauf zu sehen ist und welche Erinnerungen damit verbunden sind. Dies aktiviert vor allem das visuelle Gedächtnis und Sprache.

Beispiel: Hochzeitsalbum, Kinderbilder oder Postkarten von Reisen – oft erste Anknüpfungspunkte an Gespräch.

Vorlesen (Märchen oder Zeitungsartikel).

Material: Buch oder Zeitung mit großen Schriftarten.

Umsetzung: Lesen Sie den Senioren eine Geschichte oder einen kurzen Text vor. Der ruhige Klang der Stimme und der Inhalt stimulieren das Hörverständnis. Wählen Sie nach Möglichkeit Geschichten aus der Jugend der Zuhörer.

Beispiel: Bekannte Kindergeschichten oder historische Anekdoten: „Sterntaler“, kuriose Ortsnachrichten.

Fantasiereise / Entspannungsgeschichte.

Material: Ruhe, eventuell sanfte Musik im Hintergrund.

Umsetzung: Führen Sie die Gruppe mit geschlossenen Augen gedanklich an einen schönen Ort (z. B. an den Strand, in die Berge). Beschreiben Sie die Umgebung und Geräusche. Die Bewohner „seien“ gedanklich dabei und tauchen ab.

Beispiel: Erzählen Sie von Möwengeschrei und salziger Seeluft oder vom Plätschern eines Bergbaches. Der Atem und Geist entspannen sich.

Aromatisches Entspannungsbad.

Material: Becken mit handwarmem Wasser, milde Seife, ätherische Öle (z. B. Lavendel, Kamille).

Umsetzung: Lassen Sie die Bewohner die Hände oder Füße in warmes Wasser tauchen. Geben Sie wenige Tropfen eines beruhigenden Duftöls hinzu. Massieren Sie die Haut sanft ein.

Beispiel: Ein Kamillenduft ins Fußbad verbessert die Durchblutung und entspannt.

Klangschalen hören.

Material: Klangschalen oder kleine Glocken (Tibetische Klangschale, Handglocke).

Umsetzung: Schlagen Sie die Klangschale vorsichtig an. Die langen, ruhigen Töne regen das Hören an und können beruhigen. Bewohner dürfen die Schwingungen auch spüren, wenn die Schale auf der Handfläche steht.

Beispiel: Eine Klangschale erzeugt einen sanften, fast meditativen Ton; verschiedene Schalen ermöglichen Tonfolgen.

Gartenarbeit (gießen, riechen, fühlen).

Material: Kleiner Gartenbereich, Blumentöpfe, Gießkanne.

Umsetzung: Laden Sie Bewohner ein, beim Gießen zu helfen oder Blumen zu pflücken. Spüren Sie die Erde, ziehen Sie Unkraut. Dabei sprechen Sie über das Aroma der Pflanzen und die Farben der Blüten.

Beispiel: Kräuterbeet anlegen: Rosmarin und Minze lassen sich gut riechen und anfassen.

Gemeinsames Kochen / Backen.

Material: Einfaches Rezept (z. B. Pfannkuchenteig), Utensilien, Zutaten.

Umsetzung: Binden Sie die Senioren in leichte Küchenarbeiten ein – Teig rühren, Äpfel schälen, Teig probieren. Die Düfte und Geschmäcker werden so intensiv erlebt.

Beispiel: Apfelmus einkochen (Geruch), Kekse backen (greifender Teig) oder Kaffee kochen gemeinsam riechen.

Tee- oder Kaffeerunde mit Duftvarianten.

Material: Verschiedene Teesorten oder Kaffees (z. B. Kräutertee, Früchtetee, Kaffee mit Gewürzcharakter), Tassen.

Umsetzung: Machen Sie eine gemütliche Tasse-Tee-Runde. Variieren Sie die Düfte: Minztee, Ingwertee oder Zimt im Kaffee. Lassen Sie die Teilnehmer zunächst nur den Duft des Getränks bewerten, bevor es gekostet wird.

Beispiel: Einer schnuppert an Minztee (kühlend-frisch), ein anderer am Zimtkaffee (warmes Weihnachtsgefühl).

Wärmekissen oder Kuscheldecke.

Material: Körnerkissen (heiße Wärmflasche) oder flauschige Decken.

Umsetzung: Legen Sie ein warmes Wärmekissen auf Knie oder Nacken der Bewohner oder wickeln Sie sie in flauschige Decken. Das Wohlgefühl durch die Wärme ist ein taktiles Erlebnis.

Beispiel: Ein Kirschkernkissen erwärmt in der Mikrowelle – der Duft von warmem Kernholz wärmt Körper und Sinne.

Lichter- und Laternenbetrachtung.

Material: Kleine Laternen, Windlichter oder sanfte Lichterketten.

Umsetzung: Schaffen Sie eine gedämpfte Beleuchtung und zünden Sie Kerzen (im Glas) oder Laternen an. Lassen Sie die Bewohner das Flackern beobachten und beschreiben. Das Lichtspiel wirkt beruhigend und weckt Erinnerungen an Abende im Kerzenschein.

Beispiel: Ein kleiner Spaziergang im Dunkeln mit Laternen weckt das „Kind im Manne“ – dabei erzählen sie vielleicht von früheren Festen.

Quizrunde (Musik, Gerüche, Erinnerungen).

Material: Vorbereitete Fragen oder Ratekarten (z. B. „Welcher Duft gehört zu Vanille?“, „An welches Lied erinnert mich der Text?“.).

Umsetzung: Moderieren Sie ein kleines Quiz mit den Bewohnern. Fragen können sich auf bekannte Lieder, Gerüche oder Anekdoten beziehen. Jede Antwort wird kurz mit allen Sinnen nachbesprochen.

Beispiel: „Wer erkennt das Lied ‚Kein schöner Land‘, wenn wir die erste Zeile summen?“, „Welcher Gewürzgeruch ist auf diesem Tuch?“

Singen oder Musiktherapie.

Material: Instrumente (Rasseln, Tamburin), Liedtexte.

Umsetzung: Singen Sie gemeinsam Volkslieder oder Schlager aus den Jugendjahren. Benutzen Sie einfache Instrumente zum Mitschlagen (Rasseln). Musik aktiviert Hören, Bewegung und manchmal sogar Geschmackssinn (z. B. beim Mitschunkeln im Rhythmus).

Beispiel: Gemeinsames Singen von „Der Mond ist aufgegangen“ oder Mitsingen von Schlagern stärkt Gemeinschaft und weckt emotionale Erinnerungen.

Seifenblasen spielen.

Material: Seifenblasenlösung, Reagenzglas mit Pusterohr oder Seifenblasenstäbchen.

Umsetzung: Pusten Sie Seifenblasen und lassen Sie die Senioren diese mit den Händen fangen oder einfach dem langsamen Schweben zusehen. Die bunten Blasen stimulieren visuell, das Berühren der Wasserbläschen den Tastsinn (sie platzen beim Kontakt).

Beispiel: Beim Beobachten von Seifenblasen kann man Begriffe wie „Regenbogenfarben“ oder „Leichtigkeit“ besprechen. Das Platzen der Blasen auf der Haut gibt ein überraschendes Gefühl.

Jede dieser Aktivierungen kann an die Fähigkeiten der Teilnehmer angepasst werden. Wichtig ist, die Erfahrung als positiv erlebte gemeinsame Zeit zu gestalten und stets auf die Reaktionen der Senioren zu achten. Sinnesförderung bereichert den Alltag und kann helfen, das emotionale Wohlbefinden älterer Menschen erheblich zu steigern.

Kategorie Vorlesen & Entspannung

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