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Beton-Formen für Dekoration gießen

Die kreative Arbeit mit Beton eröffnet in der Seniorenbetreuung neue Möglichkeiten der Aktivierung und der sinnlichen Förderung. Beim gemeinschaftlichen Gießen von Beton formen die Teilnehmenden greifbare Objekte und erleben dabei, wie aus einfachen Materialien etwas Nützliches oder Schönes entsteht. Dieses gemeinsame Schaffen stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und fördert das Gefühl der Selbstwirksamkeit bei älteren Menschen. Gleichzeitig regt die ungewöhnliche Materialität des Betons (die raue Haptik beim Anrühren und die glatte Oberfläche nach dem Trocknen) viele Sinne an. Kreatives Gestalten mit Beton bietet daher nicht nur abwechslungsreiche Beschäftigung, sondern fördert nachweislich Feinmotorik, Konzentration und kognitive Fähigkeiten. Gruppenprojekte schaffen darüber hinaus Gemeinschaftserleben und beugen Einsamkeit vor: Senioren arbeiten gemeinsam am Modellieren, tauschen sich aus und feiern zusammen die fertigen Betonobjekte, was das Wohlbefinden steigert.

Zielsetzung des Angebots

Ein Beton-Gieß-Projekt kann vielfältige Ziele in der Betreuung verfolgen. Im Vordergrund steht oft die Selbstwirksamkeit: Jeder kann durch das eigene Tun spüren, dass er eine Idee umsetzt und eine sichtbare Leistung erbringt. Das stärkt das Selbstwertgefühl und vermittelt ein Erfolgserlebnis. Zugleich ermöglicht das Gestalten mit Beton sinnliche Erfahrungen – vom Fühlen des kühlen, glatten Materials bis zum Erleben der Veränderungen beim Trocknen. Auch die motorische Aktivierung wird gefördert, denn Rühren, Gießen und Feinarbeiten mit Beton erfordern eine gezielte Handbewegung und Koordination. Nicht zuletzt bietet das Projekt Raum für biografische Anknüpfung: Thema und Formen (zum Beispiel heimische Tiere oder Obst) wecken Erinnerungen und regen Gespräche an. So können die Senioren ihre persönlichen Geschichten einbringen – etwa indem sie Muster oder kleine Gegenstände in den Beton drücken, die sie an frühere Erlebnisse erinnern. Das gemeinsame Erlebnis in der Gruppe verbessert zudem die sozialen Kontakte. Insgesamt dient das Gießen von Betonformen somit nicht nur der ästhetischen Gestaltung, sondern zielt auf ganzheitliche Aktivierung: Körper, Geist und Gemeinschaft werden angesprochen, was die Lebensqualität der Teilnehmenden steigern kann.

Vorteile und Herausforderungen

Beton als Bastelmaterial bietet viele Vorteile: Er ist preiswert, leicht zu verarbeiten (vor allem Spezial-Bastelbeton) und in sehr unterschiedlichen Texturen erhältlich.

Feiner Bastelbeton (auch Kreativ- oder Designbeton genannt) ist staubarm und nahezu schadstofffrei, was die Arbeit hygienischer macht. Dieser Beton ist in kleinen Eimern (z.B. 3–5 kg) erhältlich und trocknet schnell (oft innerhalb von 24 Stunden). Er lässt sich in fast jede Form gießen und erzielt eine feine, gleichmäßige Oberfläche. Auch Knetbeton (eine Art modellierbarer Beton auf Spandauerpapier-Basis) ist sehr einsteigerfreundlich: Er wird mit Wasser angedickt und kann ähnlich wie Ton geknetet werden, was besonders für Teilnehmende mit motorischen Einschränkungen praktisch ist. Zudem können mit Beton langlebige Objekte geschaffen werden – von Untersetzern über Vasen bis zu Lampenfüßen –, die auch als gemeinsame Erinnerung an das Projekt dienen.

Gleichzeitig gibt es Herausforderungen zu beachten: Manche Betonarten und -arbeiten sind anstrengend.

Fertigbeton bzw. Estrich aus dem Baumarkt ist zwar sehr preiswert, enthält aber häufig grobe Kiesel und Sand, die sich beim Aufarbeiten (z.B. Schleifen) als problematisch erweisen können. Außerdem staubt normaler Estrichbeton deutlich stärker als Spezial-Beton; empfindliche Teilnehmer sollten daher unbedingt eine Maske tragen.

Schnellzement (fix trocknender Zement) ist schnell aufgetragen, neigt aber beim Austrocknen oft zu Rissen und bildet eine sehr staubige Umgebung. Beim Mischen und Schleifen von Zement sollte man konsequent Handschuhe und eine Schutzbrille verwenden, da Zement die Haut reizen und Augen verletzen kann. Ein weiterer Nachteil ist das Gewicht der fertigen Objekte: Große Betonschalen oder Figuren sind schwer, und beim Hantieren besteht Sturzgefahr. Auch muss mit Reinigungsaufwand gerechnet werden, da nach jedem Schritt (Rühren, Gießen, Schleifen) die Arbeitsfläche und Werkzeuge sorgfältig gesäubert werden sollten. Schließlich kann der Geruch von nassem Zement für empfindliche Menschen unangenehm sein. Trotz dieser Herausforderungen überwiegen meist die Vorteile, wenn man den Arbeitsablauf gut vorbereitet und begleitend Hilfestellungen gibt.

Materialauswahl

Betonarten: Für Bastelzwecke eignet sich besonders Bastelbeton (auch Kreativ- oder Designbeton). Er ist sehr fein, leicht in der Handhabung und staubar. Beispielsweise liefert ein 3,5 kg-Eimer Bastelbeton zusammen mit 400 ml Wasser eine gießfähige Masse. Bastelbeton kann man im Innenbereich verwenden, da er wenig reizt. Für größere und weniger feine Projekte (etwa schwere Untersetzer oder Pflanzkübel) kann man auch Fertigbeton/Estrich aus dem Baumarkt nehmen. Dieser ist sehr günstig, enthält aber größere Kiesel – man kann diese ggf. mit einem Sieb entfernen – und staubt mehr.
Schnellzement ist eine weitere Möglichkeit: Er trocknet extrem schnell und ergibt eine feine Optik, ist aber anspruchsvoll zu verarbeiten. Da Schnellzement sehr staubt und leicht rissig wird, empfiehlt er sich nur für erfahrenere Gruppen und mit entsprechender Schutzausrüstung.
Knetbeton (auch Modellierbeton) schließlich ist eine spezielle Mischung, die sich fast wie Ton verarbeiten lässt. Er ist besonders für Personen mit motorischen Einschränkungen praktisch, da man ihn von Hand formen kann und weniger Mischen notwendig ist. Abbildung: Eimer mit Bastelbeton, der sich durch feine Körnung und staubarme Verarbeitung auszeichnet.

Formen und Trennmittel: Als Gießform können fast alle hitzebeständigen Gefäße oder vorgefertigten Formen dienen. Beliebt sind Silikonbackformen (z.B. Kuchen- oder Eiswürfelformen), da Silikon besonders flexibel ist und sich nach dem Trocknen des Betons leicht löst. Auch Kunststoffschüsseln, Joghurtbecher, Tetrapak-Kartons und andere Verpackungen lassen sich verwenden. Selbst daraus geformte Papp- oder Drahtkonstruktionen sind möglich (etwa eine Eigenbau-Hase aus Karton). Wichtig ist, die Form vor dem Eingießen gut mit Speiseöl einzustreichen (z.B. mit einem Pinsel), damit sich der Beton später lösen lässt. In Kunststoffformen kann man zur Stabilisierung auch eine Gegenform einlegen (z.B. eine kleinere Dose als Hohlform). Als Trennmittel eignen sich neben Speiseöl auch Sprühfette oder Paraffinöl.

Werkzeug und Zubehör: Zum Anrühren benötigt man einen sauberen Eimer oder eine Schüssel, Rührstäbe (ein Lackier- oder Besenstil) sowie Messbecher oder Waage, um das richtige Verhältnis von Beton zu Wasser zu beachten. Eine grobe Zahnkelle oder ein Löffel kann helfen, den Beton aus dem Eimer in kleine Formen zu schieben. Für das Einölen sind Pinsel oder ein fusselfreies Tuch hilfreich. Nach dem Gießen sollte Schleifpapier (mittlere Körnung) bereitliegen, um nach dem Trocknen Kanten zu glätten. Nicht zu vergessen sind Schutzmaterialien: Ein großer, beschichteter Arbeitsplatz (z.B. abgedeckter Tisch) mit guter Beleuchtung, feuchte Tücher oder Waschbecken zum Säubern und ausreichend Platz zum Abstellen der Gießformen.

Schutzausrüstung: Wegen des Zementstaubs und des alkalischen Materials sollte immer Handschuhe getragen werden, ggf. Arbeitshandschuhe bei grober Arbeit. Bei empfindlichen Personen ist es ratsam, auch eine Staubmaske und eine Schutzbrille zu verwenden. Beton kann Haut und Augen reizen. Sorgfältiges Lüften oder Arbeiten im Freien verringert das Einatmen von Staub. Zudem empfiehlt es sich, lange Ärmel zu tragen oder einen Plastiküberzug, damit Kleidungsstücke nicht verschmutzen.

Zusatzmaterialien: Für die Gestaltung späterer Dekoration können Farben (z.B. Acryl- oder Wandfarbe) und Pinsel, Sprühlacke, bunte Klebebänder und naturbelassene Materialien bereitliegen. Naturmaterialien wie getrocknete Blüten, Moos, Zapfen oder bunte Blätter können nach dem Gießen in den noch feuchten Beton gedrückt werden. Diese Materialien fördern die Haptik und können Erinnerungen wecken.

Arbeitsvorbereitung und Sicherheit

Vor Beginn werden alle Materialien und Werkzeuge bereitgestellt. Der Arbeitsplatz sollte so eingerichtet sein, dass genügend Platz für jeden Teilnehmenden vorhanden ist. Eine breite, ebenmäßige Tischfläche mit Plastik- oder Papierabdeckung schützt Möbel und Boden. Sorgen Sie für gute Beleuchtung – Betonmischen erfordert Konzentration auf die Konsistenz und Farbe der Masse. Weisen Sie darauf hin, eine Schutzkleidung (Arbeitskittel oder alte Schürzen) zu tragen.

Sicherheitsmaßnahmen: Erklären Sie zu Beginn die nötigen Schutzvorkehrungen. Auch leicht staubende Arbeit (wie das Einfüllen von Betonpulver) sollte mit einer Staubmaske oder im Freien geschehen. Alle Teilnehmenden erhalten Einmalhandschuhe. Bei Bedarf kann auch eine Schutzbrille ausgegeben werden. Weisen Sie auf die möglichen Hautreizungen durch frischen Beton hin und sorgen Sie für schnelles Abwaschen bei Hautkontakt.

Aufteilung der Aufgaben: Besprechen Sie den Ablauf schrittweise mit den Senioren. Teilen Sie Hilfestellung zu: Wer rührt an, wer gießt, wer hält die Form? Ältere Menschen mit Demenz oder motorischen Einschränkungen profitieren davon, wenn die Aufgaben möglichst einfach und klar gegliedert sind. Zum Beispiel kann eine Fachkraft das Abwiegen übernehmen und der Teilnehmende nur die Mischung auf das Formen umfüllen. Erklären Sie jeden Schritt geduldig und demonstrieren Sie bei Bedarf. Kurze, leicht nachvollziehbare Anweisungen schaffen Erfolgserlebnisse.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Durchführung

Gießform vorbereiten: Legen Sie die Gießform auf eine Plastiktüte oder eine Folie und ölen Sie sie gründlich ein (Innenraum der Form mit Speiseöl bestreichen). So löst sich der Beton später leichter. Achten Sie darauf, dass die Form nicht zu filigran ist; zu viele feine Details oder scharfe Ecken erschweren das Ausformen. Bei größeren Objekten (z.B. Schalen) kann eine Unterlage aus Karton oder Kunststoff helfen, die Form abzustützen.

Beton anrühren: Füllen Sie den Beton (aus dem Eimer bzw. Zementsack) in den Mischbehälter. Für Bastelbeton empfiehlt sich das Verhältnis 3,5 kg Beton zu etwa 400 ml Wasser. Geben Sie zuerst trockenen Beton hinein und mischen Sie ihn gut durch. Dann geben Sie das Wasser in kleinen Portionen hinzu und rühren mit einem Rührstab oder einem Löffel kräftig um, bis die Masse homogen und klumpenfrei ist. Sie sollte dickflüssig und gießbar sein – nicht zu wässrig, aber auch nicht so fest, dass sie nicht noch gefüllt werden kann. Zementmischungen quellen leicht nach; daher lieber etwas dicker anrühren und bei Bedarf noch Wasser nachgeben. Experten empfehlen, beim Bastelbeton etwa 4 Teile Beton zu 1 Teil Wasser zu mischen.

Beton in die Form gießen: Gießen oder schaufeln Sie die Betonmasse zügig in die vorbereitete Form. Füllen Sie am besten in kleinen Portionen, damit sich keine Luftblasen einschließen. Klopfen Sie dabei leicht mit einem Gummihammer oder rütteln Sie die Form vorsichtig auf dem Tisch, um eingeschlossene Luft herauszubringen. Wenn Sie ein hohles Objekt herstellen (z.B. Teelichthalter oder Vase), können Sie eine kleinere Gegenform einsetzen: Formen Sie zunächst eine Außenseite (z.B. in einem größeren Behälter) und setzen dann eine kleinere Dose oder Flasche ein, die Sie mit Steinen beschweren.

Trocknen lassen: Lassen Sie den Beton in der Form antrocknen. Je nach Dicke dauert die erste Trockenphase mehrere Stunden bis über Nacht. Wichtig ist, dass die Masse nicht verrutscht: Stellen Sie die Form dabei waagerecht auf und lassen Sie sie in Ruhe stehen. Vermeiden Sie Zugluft oder direkte Sonneneinstrahlung, damit der Beton langsam und gleichmäßig trocknet. Bei dicken Objekten kann man die Oberfläche gelegentlich mit Wasser besprühen, um Rissbildung zu minimieren.

Entformen: Sobald der Beton vollständig fest, aber noch nicht völlig hart ist (nach etwa 12–24 Stunden), kann er aus der Form genommen werden. Drehen Sie die Form vorsichtig um und drücken oder klopfen Sie sanft auf die Rückseite. Manchmal hilft leichtes Zusammendrücken der Form aus Silikon, damit das Objekt herausrutscht. Halten Sie die freie Hand unter die Form, um den Beton aufzufangen. Bei Papier- oder Pappform muss diese aufgerissen werden.

Nachbearbeitung: Entfernen Sie eventuelle Grate oder Überstände mit einem groben Schleifpapier oder einer Feile. Kanten und Fugen können so geglättet werden. Kleinere Fehlstellen lassen sich mit etwas nachträglich angerührtem Beton ausbessern. Danach schleifen Sie die gesamte Oberfläche mit feiner Körnung leicht ab, um eine möglichst glatte Haptik zu erzielen.

Trocknen/Kurieren: Legen Sie das Objekt zum Aushärten für mindestens 24 Stunden beiseite. Bastelbeton erreicht nach dieser Zeit meist die Endhärte. Soll das Werk nach draußen, kann eine zusätzliche Behandlung sinnvoll sein: Eine dünne Versiegelung mit Klarlack (z.B. Acryllack oder speziellen Betonsiegel) schützt es vor Feuchtigkeit und Witterung.

Farbliche Gestaltung: Wenn der Beton trocken und sauber ist, kann er bemalt oder patiniert werden. Mit Acrylfarbe, Kreidefarbe oder Sprühlacken lassen sich Muster und Farben aufbringen. Bei Wandfarben können empfindliche Hände stark beansprucht werden, daher sind wasserbasierte Bastelfarben zu empfehlen. Werden Lacke eingesetzt, erfolgt dies am besten im Freien oder gut belüftetem Raum. Entfernen Sie Malerkreppbänder, solange die Farbe noch feucht ist, um scharfe Kanten zu erzielen.

Ideen für Objekte und Dekorationen

Der Fantasie sind beim Betonbasteln kaum Grenzen gesetzt. Hier einige einfach umsetzbare Beispiele:

Schalen und Schüsseln: Füllen Sie Beton in stabile Plastik- oder Salatschüsseln. Mit einer kleineren Schale oder einem Ball als Gegenform können Sie hohle Schalen herstellen. Halbkugelförmige Formen (z.B. aus Plastik) ergeben dekorative Betonschalen, die nach dem Trocknen mit Muscheln oder Blumen befüllt werden können.

Figuren und Skulpturen: Schneiden Sie aus Schaumstoffplatten Tier- oder Pflanzenformen aus (z.B. Osterhase, Schmetterling, Stern). Diese Formen können wie bei der OBI-Anleitung einfach in Beton getunkt werden. Nach dem Aushärten erhält man so z. B. einen Betonhasen für das Osterfest. Alternativ gibt es fertige Silikonformen für Betongießereien (Herzen, Tiere, Blätter), mit denen ganze Figuren gegossen werden können.

Teelichthalter und Windlichter: Ein einfaches Windlicht entsteht, wenn man Beton in einen Topf oder Untersetzer gießt und später ein LED-Teelicht hineinsetzt. Kleine Glasgefäße (zum Schutz) können in den Beton gedrückt werden, bevor er austrocknet. Auch Betonsterne, -kugeln oder -laternen für Weihnachten gelingen gut in passenden Formen und können nach dem Aushärten mit Lichtketten dekoriert werden.

Untersetzer und Dekosteine: Gießen Sie Beton auf flache Unterlagen und verwenden Sie Plätzchenausstecher oder Formen, um runde oder eckige Untersetzer herzustellen. Verzieren Sie die feuchte Oberfläche mit Muschel- oder Kieselmustern. Für Deko-Steine kann man Beton einfach von Hand zu Kugeln formen und glätten, bevor er aushärtet.

Pflanzgefäße und Vasen: Gießen Sie einen Blumentopf, indem Sie eine größere Form (Außenwandschicht) und eine kleinere Gegenform (Innenwände) gleichzeitig verwenden. Fixieren Sie die kleinere Dose mit Klebeband und Gewichten. Nach dem Härten können Sie Erde und Pflanzen hineingeben. Auch einfache Stiftebecher aus Beton eignen sich als Blumenvase, wenn man bunte Trockenblumen arrangiert. Betonringe oder -blöcke können mit Moos und Efeu beklebt werden – diese Kombination mit Naturmaterialien schafft besonders ansprechende Deko.

Saisonale Projekte: Speziell zu Festen bieten sich thematische Betonarbeiten an. Zu Ostern kann man Betoneier gießen (z. B. mit Halbkugelformen) und nach dem Trocknen mit Wasserfarben oder Filzstiften bemalen. Ein Beton-„Osterhase“ ist ein Hingucker (siehe Anleitung OBI). Im Herbst lassen sich Kürbisformen oder Blattmotive in Beton gießen; Kastanien und Zweige, die man in die noch feuchte Masse drückt, verstärken den herbstlichen Charakter. Für den Winter können z.B. Engel, Sterne oder Weihnachtskugeln aus Beton gefertigt werden. Teelichter und Schneelaternen aus Beton (Beton um ein Gefäß herum gießen) sorgen für stimmungsvolle Beleuchtung in den dunklen Monaten.

Praxisbeispiel – Beton-Teelicht: Eine einfache Anleitung ist das Beton-Windlicht: Man benötigt eine große und eine etwas kleinere Form (zum Beispiel eine Mascarpone-Packung und einen Plastikbecher). Die Innen- und Außenform werden geölt, dann wird feuchter Beton zwischen beiden Formen verteilt. Nach dem Antrocknen wird die innere Form entfernt. Das Resultat ist ein Betonring, in dessen Mitte ein Teelicht passt. Dieses Projekt verbindet Bastelspaß mit nützlicher Deko.

Varianten für motorische Einschränkungen oder Demenz

Für Seniorengruppen mit besonderen Bedürfnissen lässt sich der Ablauf vereinfachen: Verwenden Sie für eingeschränkte Feinmotorik vorgefertigte Betonmischungen (Bastelbeton oder Knetbeton), die nach Packungsanweisung schnell angerührt werden können. Für Menschen mit Demenz sind zudem deutliche Schrittfolgen hilfreich: Jeder Arbeitsgang (Mischen, Gießen, Klopfen) wird kurz erklärt und unmittelbar umgesetzt. Geben Sie klare Erfolgserlebnisse – zum Beispiel, indem jeder nur einen Teil des Gießens übernimmt oder nur in einen bestimmten Teil der Form gießt. Bei starken Einschränkungen kann man den Beton bereits anmischen und in eine große Form füllen; die Teilnehmenden dürfen dann z.B. lediglich Blüten oder Kiesel als Verzierung einlegen.

Anleitungshilfen: Ein Bild oder Beispielobjekt kann die Vorstellung erleichtern. Gezielte Fragen wie „Möchten Sie zuerst den Beton mischen oder die Form ölen?“ geben Orientierung. Die Verwendung von Knetbeton ist besonders geeignet: Er kann geknetet oder ausgeformt werden, ohne rühren zu müssen. Auch können manche Teilnehmende sich auf die Nachbearbeitung konzentrieren, etwa indem sie Betonkanten abreiben oder die Objekte später bemalen – so tragen alle auf ihre Weise zum Ergebnis bei. Nutzen Sie vertraute Bezüge: Formen in Vogelform oder Herzform sprechen viele alte Menschen an. Achten Sie stets darauf, dass jeder Schritt zeitnah zu einem sichtbaren Resultat führt, damit keine Langeweile oder Frustration aufkommt.

Weiterverarbeitung und Dekorationsmöglichkeiten

Nach dem Gießen kann der Beton vielfältig veredelt werden. Wie oben beschrieben, wird der Beton nach dem Aushärten geschliffen und kann dann mit Farben verziert werden. Klassische Acryl- oder Wasserfarben eignen sich gut, weil sie ungiftig und geruchsarm sind. Mit Farbakzenten (z.B. Färben des Innenraums oder Muster mit Abklebeband) werden die Betonobjekte individuell. Alternativ kann man Sprühlacke (z.B. weißer Sprühlack oder Chalk Paint) verwenden, um Oberflächen in einem Arbeitsgang zu tauchen. Nach dem Bemalen sollte die Farbe vollständig trocknen.

Anschließend kann eine Versiegelung aufgetragen werden, insbesondere für Außenobjekte oder Gegenstände, die mit Feuchtigkeit in Berührung kommen. Ein matter Klarlack auf Acrylbasis oder auch ein farbloses Möbelwachs sorgt für besseren Schutz und eine schöne Oberfläche. So bleibt das Betonstück länger haltbar und leicht zu reinigen.

Zum Schluss bietet es sich an, Naturmaterialien hinzuzufügen: Angetrocknete Kräuter, kleine Tannenzapfen, Muscheln oder bemalte Steine können mit Heißkleber am Beton befestigt werden. Eine beliebte Methode ist es, beispielsweise getrocknete Blüten zwischen zwei Betonplatten einzulagern oder Sand und Glitzer in den nassen Beton zu mischen. Auch Moos oder kleine Zweige werden gerne auf die fertige Betonoberfläche geklebt, um eine harmonische Verbindung mit der Natur herzustellen. Diese Kombination aus Beton und Naturmaterialien fördert zusätzlich die Haptik und kann Erinnerungen an Blumenbeete und Herbstspaziergänge wecken.

Fazit: Das Gießen von Beton-Formen bietet Betreuungskräften eine vielseitige Methode, Kreativität, Gemeinschaft und motorische Fähigkeiten gleichzeitig zu fördern. Mit sorgfältiger Vorbereitung, altersgemäßen Hilfestellungen und einfachen Umsetzungen können die Teilnehmenden stolz ihren selbst geschaffenen Deko-Gegenstand in den Händen halten. Die abgeschlossenen Betonprojekte stehen nicht nur als Dekoration im Raum, sondern erinnern die Senioren an ihre eigenen Schaffenskräfte und das gemeinsame Erlebnis – und tragen so nachhaltig zu Aktivierung und Lebensfreude bei.

Kategorie Kreative Beschäftigungen

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