Hinter Klostermauern denkt unsere Autorin an eine andere Zeit. Und an all die Leben, die sie nicht wählte.

Manchmal muss man sich gar nicht groß anstrengen, um ans Ziel zu kommen, nur warten. Letzte Nacht stand er plötzlich vor meinem Bett, der Titel zu meinem neuen Buch. Ich wurde wach, die milde Sommernacht kroch durch das offene Fenster, es war still im Viertel und ich grundlos glücklich. Ich suchte nach einem Wort, das dieses wohlige Gefühl beschreiben würde. Mir fielen fünf ein: Liebes Leben, I love you.
Jeder braucht ja etwas anderes, um glücklich zu sein. Für mich sind es so Sachen wie der Wäsche dabei zusehen, wie sie in der Sonne trocknet. Aufwachen und sich einfach nochmal umdrehen. Geschirrgeklapper im Haus hören. Den Rosenquarz auf meinem Schreibtisch liegen sehen und an Sommer 2006 denken. Mich freuen über meinen Espressolöffel, den Mönche in einem toskanischen Kloster produzierten und den mir mal mein Freund Ole schenkte, einfach so. Morgens den Duft meines Boyfriends im Vorbeilaufen einatmen. Ich weiß nicht, ob das wenig ist oder in Wahrheit sehr viel. Weil hinter dem Bewusstsein dieses kleinen Glücks doch etwas viel Größeres steckt: ein ruhiger Puls. Frieden im Nervensystem. Das Wissen, dass alles in bester Ordnung ist und sich das Leben von seiner soften Seite zeigt.