
Hier erlaube ich dir mal einen ganz privaten Einblick in meine April Tagebücher.
Und ja, ich bin das ALLES.
Ich bin Wut.
Ich bin Angst.
Ich bin Unsicherheit.
Vor allem aber, bin ich ehrlich.
Und zwar zu mir.
Und das sage ich mit Stolz.
Denn es hat mich verdammt viel Mut und innere Arbeit gekostet, all diese Emotionen überhaupt zuzulassen. Und sie zu fühlen.
Vor allem, weil viele Menschen, die mich kennen, fälschlicherweise annehmen, ich sei immer dieser “Sonnenschein”.
Scheiße nein.
Und das erlaube ich mir.
Vor vielen Jahren hat mir das Journalen unfassbar gut geholfen, den jeweiligen Emotionen in mir eine Stimme zu verleihen.
Und sie einfach fließen zu lassen.
Ohne darüber nachzudenken, was meine nächsten Worte sein werden.
Es gab nur mich und dieses ungeschriebene Blatt.
Ich habe damit Anteile in mir zum Leben erweckt, die ich seit Jahren unterdrückt habe.
Anteile, Emotionen, Glaubenssätze, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existieren.
Das Schönste am Konfrontieren ist nämlich, dass wir uns diese verborgenen dunklen und gefürchteten Seiten in uns, endlich in unser Bewusstsein holen.
Und Bewusstsein ist IMMER der erste und wichtigste Schritt für Transformation.
In uns gibt es verborgene Türen, die wir noch nie zuvor geöffnet haben.
Türen, die uns zu unserem wahren Kern und den tiefsten Tiefen unseres Seins führen.
Dort finden wir Wünsche, Sehnsüchte und Hoffnungen. Aber genau so auch Ängste, Unsicherheiten, Zorn und ganz viele andere Anteile, die noch Heilung bedürfen.
War es schmerzhaft für mich da reinzugehen?
Hell yeah!
Würde ich es nochmal tun wollen?
Mit Sicherheit nicht.
Meine eigene Dunkelheit zu konfrontieren war für mich eine der schlimmsten Dinge, die ich je begonnen habe.
Aber gleichzeitig auch die heilsamste.
Denn irgendwann konnte ich nicht anders, als sie als meine Anteile in mir zu akzeptieren.
Und als wichtige Helfer anzuerkennen, die mich schützen und wichtige Informationen für mich bereithalten.
Wie beispielsweise meine Wut.
Es hat mich Jaaaaaaaahre gekostet zu verstehen, was mir meine Wut eigentlich sagen möchte. Denn ich habe die Schuld und Verantwortung in Situationen, in denen ich wütend war, immer bei der anderen Person gelassen.
Schließlich hat die Person ja diesen Schmerz in mir verursacht.
Dachte ich jedenfalls.
Denn als ich anfing mit meiner Wut ins Gespräch zu kommen, verstand ich endlich, dass sie mir die ganze Zeit versuchte mitzuteilen, dass es genau an diesem wunden und schmerzhaften Punkt eine Grenze gab. Und ich selbst dafür verantwortlich bin, diese Grenze zu setzen, sie einzuhalten und dafür zu sorgen, dass andere sie nicht überschreiten.
Also begann ich in diesem Punkt endlich erwachsen zu werden.
Langsam.
Aber Stück für Stück.
Und ziemlich chaotisch.
Zunächst fiel mir diese Grenze erst im Nachhinein ein.
Also kommunizierte ich sie mit einer eklig riesigen Aufregung erst, als die Situation schon vorbei war. Teilweise sogar Tage danach.
Manchmal begann ich vorsichtshalber vorab Grenzen zu kommunizieren - “für den Fall, dass” oder “nur damit das klar ist”.
Oder aber, ich eskalierte.
Jede Bandbreite an Erfahrung wurde mir vom Leben geschenkt, damit ich üben konnte.
Üben, mit meiner Wut zusammen- anstatt gegen sie zu arbeiten.
Und heute klappt es.
Nicht perfekt.
Aber meilenweit besser als noch vor einem Jahr.
Denn ich setze jetzt Grenzen genau in den Momenten, in denen meine Wut getriggert wird. Und das Erstaunliche und für mich damals noch Unvorstellbare:
Ich bleibe ruhig.
Es übermannt mich nicht mehr.
Ich bleibe bei mir.
Zentriert.
Und niemand anderes kann in mein System eindringen.
Und das mein/e Liebe/r geschieht, wenn wir Verantwortung für uns selbst und unsere Emotionen übernehmen.
Und das ist eigentlich kein Hexenwerk.
Aber es erfordert Bereitschaft, Verständnis und ganz viel Geduld.
Und warum denn auch nicht?
“Auf’s ganze Leben gesehen ist das jetzt zu schaffen.”
Sagte mal unsere tolle Autorin Petra Haselwallner.
Und ja, so ist es. Denn jeder noch so vermeintlich kleine Schritt, ist immer noch ein kleines Stück mehr als zuvor.
Heute habe ich eine kleine Übung mit riesen Wirkung für dich, wenn du das nächste Mal wütend auf jemanden bist:
Du brauchst dafür nur ein weißes Blatt Papier und einen Stift, oder einfach ein neues Word-Dokument.
Und dann - im besten Fall, wenn du noch wütend bist - schreibst du dieser Person mal einen ungefilterten Brief. Ganz direkt an genau diese Person adressiert. Und dann lässt du es einfach mal fließen. Und ich meine wirklich alles. Egal, welche Worte fallen. Egal, wie unangebracht die Worte dir erscheinen… lass sie einfach mal raus!
Dieses Blatt und diese Worte gehören nur dir!
Niemand anderes wird sie jemals sehen.
Außer du - und das ist das einzig Wichtige. 💙
Was du mit dem Blatt oder der Datei machst, bleibt dir überlassen. Ich rate jedenfalls davon ab, den Brief wirklich zu versenden :D
Und glaub mir: du wirst dich danach unbeschreiblich gut und befreit fühlen. Ich habe schon sehr viele solcher Wut-Briefe geschrieben 😏
Ich wünsche dir von Herzen ganz viel Spaß, Mut & Neugier dabei, deine Innenwelt noch tiefer zu erforschen und ihr endlich eine Stimme zu verleihen.
Deine Stami vom Gedankenkunst Verlag
Alles in mir darf da sein.
Ich bin nicht nur Licht, sondern auch Dunkelheit.
Meine größte Stärke ist mein Bewusstsein.
Meine Schatten sind meine Helfer und ich bin bereit, mich mit ihnen zu verbünden.
Ich erlaube mir, alles in mir zu fühlen, was gefühlt werden möchte.
Meine Emotionen sind unverhandelbare Tatsachen.
Nur die Wahrheit kann mich befreien.