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Der alles verändernde Gentest

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Heute gibt’s den ersten Teil eines sehr langen Interviews mit Patient Advocate und Lungenkrebspatient Nils Glaubke:

Befundmappe – Das ist die aktuelle Folge

Ein Gentest verändert alles – Nils Glaubke (Gespräch 1/2) · Folge 43

Manche Gespräche nehme ich nicht nur auf, sie nehmen mich auch mit. So wie das digitale Wiedersehen mit Nils.

Als wir uns das erste Mal unterhalten haben, war seine Diagnose noch frisch. Er hatte mich damals in seinen Podcast eingeladen (Opens in a new window). Jetzt, dreieinhalb Jahre später, sitzt mir jemand gegenüber, der sich jedes überlebte Jahr eine neue Zahl auf den Oberschenkel tätowieren lässt. Als Erinnerung daran, dass er ein weiteres Jahr geschafft hat. Das ist Nils’ Form von gelebter Dankbarkeit gegenüber etwas, das ihm zuallererst abgesprochen wurde.

Nils beschreibt, wie eine Zweitmeinung sein Leben verändert hat. Nach einer Operation, die ohne seine Einwilligung durchgeführt wurde, hätte er resignieren können. Stattdessen hat er sich Antworten erarbeitet. Eine molekulare Diagnostik bringt ans Licht, was vorher niemand beachtet hatte: eine Gen-Mutation, die seinen Krebs antreibt, und eine vererbte Veränderung, die ihn vermutlich überhaupt erst ausgelöst hat. Nur mit diesem Wissen und der Teilnahme an einer klinischen Studie bekommt er eine zielgerichtete Therapie, die ihm heute laufend Zeit schenkt. Zeit, die er nicht für selbstverständlich hält.

Besonders eindrücklich finde ich, wie offen Nils über den Rollenwechsel spricht: vom leistungsorientierten Vertriebler, der spätabends noch ans Telefon geht, zu einem Menschen, der sich seine Gesundheit und seine Entscheidungen selbst zurückerobert. Er bleibt dabei ganz nüchtern: seine Leistungsfähigkeit sei nicht mehr die eines Angestellten, aber seine Klarheit über das, was wirklich zählt, ist es umso mehr.

Dieses Gespräch hat mir wieder gezeigt, wie viel Kraft in der eigenen Stimme als Patient liegen kann. Und wie deutlich eine zweite Meinung über zusätzliche Jahre entscheiden kann.

In den Shownotes findest du viele Links auf wichtige Ressourcen zu den besprochenen Themen zum Vertiefen und einige Podcast-Folgen zum Weiterhören.

Hast du Fragen, Ideen, Feedback dazu? Kommentiere in deiner Podcast-App oder im Web-Player.

Teil 2 des Gesprächs mit Nils Glaubke folgt in zwei Wochen. Dann wird es noch persönlicher.

Alles Schöne derweil
Alexander

✌️ Mitglieder

Herzlichen Dank an die Support-Mitglieder des Podcasts:

Manfred, Rudolf, Gerhard, Tobias, August, Martin Kaufmann, Michael Daurer, Carola, Stefan Beutler, Wolfgang, Vorarlberger Selbsthilfe Prostatakrebs, Wolfgang, Jürgen, Christa, Klaus, Wolfgang, Michael, Klaus, Thomas Leenen, Frank, Helmut, Elmar Axel, Constantin, Andreas

Therapieplan – Neues aus Medizin und Forschung

Zwei Studien, neue Hoffnung bei seltenen Lungenkrebsarten (RELATUS Med (Opens in a new window), 25.06.2026) Zwei Studien unter Wiener Leitung zeigen Erfolge bei seltenen, aggressiven Lungenkrebsarten: Ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat verkleinerte bei über der Hälfte der Patient:innen mit HER2-Mutation den Tumor, eine zweite Studie senkte mit dem Wirkstoff Selpercatinib bei RET-Fusion das Rückfallrisiko nach OP deutlich.

Wenn die Erwartung selbst zur Nebenwirkung wird (Krebsinformationsdienst/DKFZ (Opens in a new window), 17.06.2026) Der Nocebo-Effekt: Schon die Erwartung, dass eine Therapie Nebenwirkungen macht, kann diese Nebenwirkungen tatsächlich auslösen oder verstärken. Das ist kein eingebildetes Phänomen, sondern ein messbarer körperlicher Vorgang. Betroffen sind vor allem unspezifische Beschwerden wie Übelkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme oder auch sexuelle Probleme, also genau die Themen, über die Männer im Zusammenhang mit ihrer Krebstherapie besonders ungern sprechen. Der Artikel liefert konkrete Ansätze, wie Ärztinnen und Ärzte im Aufklärungsgespräch Ängste ernst nehmen können, ohne sie zusätzlich zu schüren – etwa indem sie erklären, wie viele Patienten eine Nebenwirkung eben nicht bekommen, oder klarmachen, wohin man sich bei Beschwerden wenden kann.

Bewegung, Rauchstopp, Gewicht: Was Langzeit-Überlebenden wirklich hilft (Krebsinformationsdienst/DKFZ (Opens in a new window), 05.06.2026) Eine Beobachtungsstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums mit über 6.000 Langzeit-Überlebenden nach Brust-, Darm- und Prostatakrebs untersuchte den Einfluss von Rauchen, Bewegung, Körpergewicht und Alkoholkonsum auf das Sterberisiko. Über einen Beobachtungszeitraum von bis zu 12 Jahren zeigte sich: Wer möglichst viele dieser Empfehlungen einhielt, hatte ein deutlich niedrigeres Sterberisiko, den größten Effekt brachte dabei der Verzicht aufs Rauchen. Auch einzelne Verbesserungen im Alltag machten bereits einen Unterschied, was besonders für alle relevant sein dürfte, die sich nach der Diagnose fragen, ob sich Veränderungen überhaupt noch lohnen.

Aushang – Studien, Umfragen und Mitmachen

Männer mit Krebs gesucht: „Woher soll ich wissen, was ich essen soll? Deine Perspektive fehlt noch!“

Wie orientieren sich Männer mit Krebs beim Thema Ernährung? Eine Forschungsgruppe der FH Münster sucht für eine anonyme Online-Umfrage gezielt männliche Krebsbetroffene. Die Teilnahme dauert etwa 10 bis 15 Minuten.

Es geht um persönliche Erfahrungen mit Ernährung während und nach einer Krebserkrankung. Mitmachen können Männer, die aktuell oder früher an Krebs erkrankt sind und in Deutschland behandelt werden oder wurden.

Die Umfrage läuft noch bis Ende Juli 2026. Je mehr Männer mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse und desto mehr kann sich für Betroffene langfristig verbessern. 

Zur OncoNutritionSurvey-Umfrage: https://limesurvey.fh-muenster.de/index.php/446626?lang=de (Opens in a new window)

☑️ Disclaimer

Hinweis: Die Inhalte von Podcast und Newsletter ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Sie geben persönliche Erfahrungen von Betroffenen wieder und sollen zum Nachdenken anregen, Orientierung bieten und Gespräche ermöglichen. Kläre gesundheitliche Fragen immer mit deinem ärztlichen Team.

Rohschnitt – Einblick in den Podcast-Betrieb

Es läuft wieder. Also ich laufe. Ich habe ja im vorigen Newsletter davon erzählt, dass meine Gesundheit noch etwas eingeschränkt war nach einer wieder mal ziemlich hartnäckigen Verkühlung Anfang Juni.

Das ist jetzt endlich vorbei. Ich fühle mich nicht nur körperlich wieder vollkommen fit, auch mental haben die vielen beruflichen Veränderungen und Entscheidungen der vergangenen Wochen zur Fitness unter dem Strich positiv beigetragen.

Kann bitte so weitergehen. Unter anderem habe ich entschieden, meine Folgenpipeline etwas weniger streng zu nehmen. Das heißt: Das Gespräch mit Nils Glaube habe ich auf zwei Folgen aufgeteilt und die kommende Reportage-Serie mit einem anderen Lungenkrebs-Patienten habe ich auf drei Folgen aufgeteilt.

Damit ist der Folgenplan im Sommer voll und ich kann mich gedanklich um den Herbst kümmern. Obwohl, davor muss ich natürlich die geplanten Folgen noch fertigproduzieren, denn sie eingeplant zu haben ist halt nur die halbe Miete. 😉

In diesem Sinne, einen feinen Sommer euch! Möget ihr auch mal Zeit für jene Dinge haben, die sonst im Alltag untergehen.

Nebentisch – Termine für Männer mit Krebs

Das sind die kommenden öffentlichen Online- und Präsenzangebote, die ich moderiere:

29.07.2026 Präsenz-Patientengruppe (Wien)
Offener Gruppentermin
www.krebshilfe-wien.at (Opens in a new window)

30.07.2026 Online-Männertreff (Deutschland)
Thema: Sexualität
www.gutgegenkopfkino.de (Opens in a new window)

27.08.2026 Online-Männertreff (Deutschland)
Thema: Palliativmedizin
www.gutgegenkopfkino.de (Opens in a new window)

02.09.2026 Live-Herrenzimmer (Österreich)
Thema: Krebsimpfungen (Therapien)
www.krebshilfe.net (Opens in a new window)

09.09.2026 Präsenz-Patientengruppe (Wien)
Offener Gruppentermin
www.krebshilfe-wien.at (Opens in a new window)

24.09.2026 Online-Männertreff (Deutschland)
Thema: Ernährung
www.gutgegenkopfkino.de (Opens in a new window)

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