
Bild: Chiara Doveri
Hier auf Steady teile ich anonymisiert einige eurer langen E-Mails und meine ausführlichen, empathischen und recherchierten Antworten. Ich bin kein Coach und keine Psychotherapeutin und würde euch bei entsprechenden Fragen bitten, Fachpersonal zu konsultieren. Wenn es bei euch im Alltag an kleinen Dingen hakt und ihr gern meine Einschätzung hättet, schreibt mir gern an anna [punkt] brachetti [at] posteo [punkt| de.
Hallo liebe Anna,
Unser Großer Sohn (3 Jahre) möchte einfach nie vom Spielplatz gehen.
Meistens ist der Rahmen, das ich ihn mit seinem kleinen Bruder von der Kita abhole. Dann fahren wir zu dritt zu meinen Partner. Bis dahin ist eigentlich auch alles ziemlich okay, klar, manchmal trödelt er etwas, aber das hält sich alles im Rahmen.
Es fängt dann eigentlich meist schon an, sobald sein Vater da ist, dass er dann noch mehr trödelt. Aber ich kriege ihn meist dennoch mit "komm auf dem Spielplatz wird es sicher lustig" dazu animiert, dass er mit kommt (ggf auf dem Buggyboard oder auf den Schultern oder Arm).
Aber sobald wir dann dort sind, gibt es eigentlich kein Ende mehr. Wir sind dann spätestens ab 16Uhr auf dem Spielplatz und wollen dann meist so gegen 17Uhr langsam los.
Allerdings möchte der Große nie.
Ich bin da dermaßen mit meinen Latein am Ende. Ich habe es mit Wecker stellen versucht (auch das er ihn selber eingeschaltet hat sozusagen dass er es selbst "bestimmt", dass es bald zu ende ist ). Das führte allerdings dazu, dass er beim Wecker in Tränen ausbrach und weg gestürmt ist.
Mit erzählen, dass es noch x Minuten sind ( und ich fang dann meist bei 20 an und sage dann nach 5min bescheid, dass es jetzt noch 15min sind bis schließlich auch die verstreichen aber eben ohne das akustische Signal) , leider "tobt" er dann ebenso.
Dass er noch X mal rutschen darf bis wir gehen. Oder er noch fertig spielen kann was er tut usw.
Aber er reagiert eigentlich immer komplett gleich. Er "flippt" aus schreit, haut, rennt weg, beißt und verzweifelt komplett. Ich versuche das immer zu begleiten aber es ist teilweise echt hart, weil er mich auch wütend weg schickt und noch mehr verzweifelt wenn ich trotzdem versuche bei ihm zu bleiben.
Ich weiß das er nach der Kita erschöpft ist und auch dort sehr angepasst war, darum lass ich ihn auch auf dem Weg zum Papa immer springen und trödeln soviel er will.
Aber gerade unter der Woche "müssen" wir ja irgendwann nach Hause weil er und auch sein Bruder ja müde sind und auch Hunger haben.
Aber er schafft es einfach nie ohne toben mit zu kommen.
Ich/Wir sind echt mit unseren Latein am Ende, ich hab einfach keine Idee mehr was ich tun kann.
Ganz liebe Grüße,
Hanna*