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Geschäftsmodell Hass

Es ist ein lukratives Geschäftsmodell, in dem Menschen wie die Bohrn Menas zu Hass-Clickbait verarbeitet werden...1 – Diese Beschreibung des deutschen Journalisten Alexander Bühler in einem aktuellen Beitrag für den Deutschlandfunk bringt es perfekt auf den Punkt. Was rechtsextreme Parteien, Influencer & Medienplattformen in den letzten Jahren zur Perfektion gebracht haben, ist nichts anderes als ein überaus lukratives Geschäftsmodell.

Die Grenzen des Sagbaren werden stückweise verschoben, Andersdenkende werden ungeniert als Parasiten bezeichnet, ganze Bevölkerungsgruppen pauschal diffamiert, krude Verschwörungstheorien verbreitet. Mit dem Hass, der dadurch geschürt wird, machen sie Kasse. Sie konvertieren die von ihnen gezielt verstärkte Wut dann in Wählerstimmen, Klicks und Reichweite und all das bringt am Ende eines: Mehr Geld und mehr Einfluss.

Es ist daher wohl kein Zufall, dass just zu dem Zeitpunkt, an dem Veronika und ich begonnen haben FPÖ-Politiker für die digitale Gewalt gegen uns zur Verantwortung zu ziehen, in die sie nachweislich verstrickt sind, diese Maschinerie ein neues Feindbild erkoren hat: Uns. Die „Familie Bohrn Mena“, wie es die FPÖ, immerhin die stimmenstärkste Partei im Land, bei ihrer ersten bundesweiten Pressekonferenz nach der Sommerpause formulierte.

„Es ist ein lukratives Geschäftsmodell, in dem Menschen wie die Bohrn Menas zu Hass-Clickbait verarbeitet werden...“

Die FPÖ-Netzwerke rotieren, weil wir mit unseren Klagen ihr Geschäftsmodell stören. Weil wir Drohungen, Gewaltaufrufe sowie strafrechtlich relevante Beleidigungen auf dem zivilrechtlichen Wege ahnden. Hunderte Klagen werden an digitale Gewalttäter verschickt, auffallend viele von ihnen sind aktive Funktionäre oder Mandatare der FPÖ oder verbreiten ihren Hass auf Kanälen, deren Medieninhaber die Freiheitliche Partei ist.

Wenn wir vor Gericht mit unserer „rechtlichen Notwehr“ gegen die digitale Gewalt am Ende tatsächlich Erfolg haben, dann kann das weitreichende Folgen haben. Dann müssen die Kanäle moderiert und Hasskommentare gelöscht werden. Dann können von Rechtsextremen aufgehetzte Personen nicht mehr ihre rassistischen, sexistischen, menschenverachtenden Äußerungen ins Netz ballern. Das mindert die Reichweite.

Das führt zu weniger Klicks. Das behindert das Geschäftsmodell Hass. Und das ist der Grund, wieso sie uns so erbittert bekämpfen. Wieso sie in orchestrierten Kampagnen unsere Absetzung aus Fernsehsendungen forderten, wieso sie uns öffentlich mundtot machen wollen. Wir haben uns darauf eigentlich eingestellt und doch waren wir von der Vehemenz und geballten Aggression dieser Netzwerke überrascht.

Wir machen aus der Not eine Tugend. Wir kommunizieren jetzt eben über unsere eigenen Kanäle. Mit eigenen Newslettern, mit eigenen Podcasts, mit Infos und persönlichen Einblicken für unsere Unterstützer*innen und Begleiter*innen. Weil wir uns nicht abdrehen lassen von den rechtsextremen Netzwerken und ihren willfährigen Erfüllungsgehilfen. Und wer weiß, vielleicht können wir ihr Geschäftsmodell ja doch stoppen.

Sebastian

  1. https://www.deutschlandfunk.de/fpoe-medien-unter-beschuss-gerichtsverfahren-gegen-hass-im-netz-eingeleitet-100.html (Opens in a new window)

Topic Meinung

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