✶ Ein Umzug ✶ Ein Katzenwitz ✶ Zwei Spaziergänge ✶ Und ein Krisen-Ohrwurm ✶
Puh, so ein Umzug in eine neue digitale Wohnung kann ganz schön anstrengend sein. Vor einem Monat habe ich bei Steady ein Grundstück für mein neues Blog- und Newsletter-Domizil angemietet. Hier ein Foto von der Baustelle:

Mit dem Rohbau ging es recht schnell (Fertigbauweise), die Innenausstattung machte ein paar mehr Probleme, aber jetzt steht alles so weit, et voilà: Dies ist der erste Newsletter, den ich von dort - also hier - versende, in der Hoffnung, dass er die richtigen Menschen erreicht.
Ein herzliches Willkommen zunächst einmal all jenen, die sich ganz frisch, gerade eben erst hier dazu gesellt haben - ich freue mich, dass wir nun ab und an miteinander zu tun haben!
Und ein mindestens so herzliches Hello again an jene, die schon beim alten, etwas krumpeligen Newsletter mitgelesen haben und mit hierher umgezogen sind! Diese Treue, dieses Interesse weiß ich aufs Äußerste zu schätzen.
So, was haben wir heute auf dem Programm?
Prima Krisenmusik zum Beispiel.
Und einen Katzenwitz.
Aber zunächst schlage ich einen bzw. sogar zwei Spaziergänge vor, und zwar durch ….
Die polnische Stadt Katowice
Vor einem Monat habe ich sie besucht, zum ersten Mal, im Zuge eines polnisch-deutschen Rechercheprogramms, und noch immer wirkt diese Reise mächtig nach. Vieles hat mich an meine Erkundungen in Detroit (Opens in a new window) erinnert.
Für ein Buch reicht eine Woche in Katowice selbstverständlich nicht aus, und für einen Zeitungs- oder Magazintext ist das Material, das ich dort gesammelt habe, zu umfangreich.
Deshalb schreibe ich in IRRTUM & ERKENNTNIS (Opens in a new window)darüber (dem Blog, der nun nicht mehr auf meiner Homepage stattfindet, sondern jetzt eben in neuer Umgebung).
Zwei Folgen meiner Katowice-Skizzen sind schon online (vier oder fünf wird es letztlich geben), und da es sich um längere Beiträge handelt, dauert die jeweilige Lektüre sicher eher 20 Minuten als fünf (vor allem bei Teil 2). Doch bis die nächste Folge fertig ist, werden ohnehin wieder zwei, drei Wochen ins Land gehen, so sind Sie in der Zwischenzeit beschäftigt, das ist doch auch was.
Der erste Teil:
https://steady.page/de/katjakullmann/posts/66c5f624-7237-44b3-9f95-fbd8c81ecf67 (Opens in a new window)Der zweite Teil:
https://steady.page/de/katjakullmann/posts/1ad65646-5c67-4f99-8307-8a216fb3cf79 (Opens in a new window)Was mit diesem neuen Newsletter möglich ist: Jeden einzelnen Beitrag kann ich Ihnen auch einfach so, kommentarlos und ganz direkt ins Mailpostfach schicken. Das traue ich mich aber noch nicht. (Kommt demnächst irgendwann.)
Dafür ein kleiner Katowice-Witz:
Hätte ich eine Katze, würde ich sie Kattowitz nennen.
(Selbst ausgedacht, ich schwöre!)
Krisenmusik kann …
… ungeheuer fröhlich klingen, das hatte ich zuletzt beinahe vergessen - wahrscheinlich, weil es mit den Krisen, Krisen, Krisen ja überhaupt nicht mehr aufhört, ganz im Gegenteil, und man vor lauter Kriselei kaum noch zum Musikhören kommt. (Oder geht es Ihnen anders?)
Neulich aber: Da hatte ich ein recht niedliches musikalisches Aha-Erlebnis. Es geht, nicht lachen, bitte, um Adriano Celentano.
Niemand erinnert sich gern an heute vor sechs Jahren zurück, an das erste Corona-Jahr, ich weiß - aber wenn Sie’s tun, haben Sie vielleicht Celentanos Azzurro (Opens in a new window) wieder im Ohr. Musikalisch wirkt es wie ein Schönwetterlied, textlich haben wir es mit einem tief deprimierten Liebeskummersong zu tun.
Als in der italienischen Region Bergamo im Frühjahr 2020 eine heftige Corona-Welle ausbrach, lange, bevor der erste Impfstoff verfügbar war, und die gestapelten Särge durch die Nachrichten gingen, war im Fernsehen ein paar Mal zu sehen, wie die Bewohner der Stadt sich abends zu einem festen Zeitpunkt an die Fenster ihrer Lockdownwohnungen stellten und gemeinsam Azzurro sangen, zur seelischen Gegenwehr gegen die Trauer, die Verzweiflung, das Eingesperrtsein und die Angst. Das war beeindruckend, fand ich, fast möchte ich sagen: Das war groß. So spielerisch-leicht klang das, und gerade deshalb so irre tröstend, selbst aus mehreren tausend Kilometern Entfernung.
Was ich mich damals fragte (und bis heute nicht weiß): Wer die Idee dazu hatte. Wer als erste oder erster damit anfing. Einfach so - allein? Oder zu zweit? Oder hat jemand spontan beschlossen, Flugblätter in die Nachbarschaftsbriefkästen zu stecken: “Hey Leute, lasst uns morgen Abend um 8 am offenen Fenster alle laut Azzurro singen gegen diese Scheiße, seid ihr dabei?”
Adriano Celentano jedenfalls. Es ist anzunehmen, dass seine Streaming-Raten während der Corona-Lockdowns in die Höhe schnellten.
Und vielleicht ist auch das jetzt gerade wieder der Fall, denn der Mann hat ja einen weiteren überaus poppigen Krisen-Knaller in seinem Repertoire, und der handelt von: der Inflation.
Svalutation heißt der Song (das italienische Wort svalutazione bedeutet “Abwertung”). Hohe Benzinpreise, Attentate, Staatsverschuldung: kommt alles drin vor (hier eine deutsche Übersetzung der Lyrics (Opens in a new window)). Zufällig ist mir dieser Song kürzlich gleich drei Mal hintereinander begegnet, in drei völlig verschiedenen Zusammenhängen. Oder war es das eben gerade nicht - ein Zufall?
Wie auch immer, der Song wurde während der alten Ölkrise, 1976, geschrieben, und scheint nun, während der neuen Ölkrise 50 Jahre später, ein kleines Revival zu erleben, und er klingt immer noch angenehm fingerschnippsflott, finde ich. Ein Ohrwurm ist das zur Zeit bei mir, seit Tagen schon - kein unangenehmer Ohrwurm, aber irgendwann reicht’s dann auch mal.
Und deshalb übergebe ich Adriano Celentano hiermit hochoffiziell an Sie (möge der Ohrenwurm sich einen anderen Unterschlupf suchen).
https://www.youtube.com/watch?v=mSYpXal_QcA (Opens in a new window)Mit swingenden Grüßen, bis dann wieder,
immer die Ihre: KK
Oder sogar: