FILM-KRITIK (Opens in a new window) - [Enthält leichte Spoiler zum Verlauf der Handlung]
Meh, uhm, mah. Kinners, es is’ ja immer so ein kleines Problem, wenn mensch eine gewisse Erwartungshaltung hat. Die war zwar an den zweiten Beitrag zum neuen DC Universe und gleichsam zweiten Film im ersten Kapitel Gods and Monsters nicht hart hoch. Zumindest keine Flughöhe Richtung All, We're Not Alone. Doch... nach dem überraschend unterhaltsam-soliden SUPERMAN von James Gunn aus dem letzten Sommer (Opens in a new window) durchaus da.

Was Regisseur Craig Gillespie (Cruella ♥️, I, Tonya) und Drehbuchautorin Ana Nogueira uns hier mit der durchaus ambitioniert scheinenden Kara Zor-El aka SUPERGIRL anbieten ist aber schon irgendwie eher Kopf im Sand aka: eher unter- statt außerirdisch.
Definitiv nicht das Problem ist Hauptdarstellerin Milly Alcock, vielen aus House of the Dragon bekannt. (Und ihrem Kurzauftritt in besagtem Superman). Es ist eher so, dass das Gesamtkonzept zwar interessant, aber auch altbekannt ist. Und letztlich nicht aufgeht. Ja, in sich zusammenfällt wie so manch Raumschiff in dem Film, der sich nicht nach 100 Minuten, sondern eher nach 180 Minuten Laufzeit anfühlt.

Dabei gibt es durchaus Kontrovers im Handlungsbereich. Menschen- bzw. Mädchenhandel (oder vor allem „Brautraub“) der von den Brigands und deren Anführer Krem of the Housewives of Yellow Hills (Matthias Schoenaerts mit vielen Stickern im Gesicht) betrieben wird. Warum er dann aber zu Beginn des Films, nachdem er ihre Eltern abgeschlachtet hat, nicht die junge Ruthye Marye Knoll (Quasi-Newcomerin Eve Ridley) mitgenommen, sondern zurückgelassen hat, bleibt eine unbeantwortete Frage...

...womöglich wollte er ja, dass sie sich mit Kara auf eine Rache-Antidot-Mission begibt? (Kara will eigentlich nicht. Doch ist sie zwar garstig, aber eben auch gut, wie Mutti es sich wünschte (Opens in a new window). Außerdem ist ihr Animations-Hund Krypto von Krem (der sehr nach Kreml-Akzent klingt) mit einem langsam tötenden Gift gesegnet worden. Da trifft Eigennutz auf Gemeinwohl, was ziemlich gut das Gros der politischen Welt beschreibt (Opens in a new window). Und die des Coachings.)
https://www.instagram.com/p/DWyK_lsii4H/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA== (Opens in a new window)So geht es in verschiedene Welten (Opens in a new window)/auf diverse Planeten (Opens in a new window), verschiedene Schiffe kommen und gehen (Opens in a new window), Hindernisse und Fallen müssen überwunden werden (Opens in a new window), Spannungsmomente werden genau im richtigen Moment aufgelöst, etc., pp. Ein wenig Indiana Jones meets Guardians of the Galaxy meets weitere mäßige MCU-Filme (also Hälfte halt). Dies mit einer Mischung aus Witz und Ernst, Drama und Action, die nicht funktioniert. Das Timing des Films ist noch unpassender als bei Masters of the Universe (Opens in a new window) (oder als bei Sunny Dancer, dazu demnächst mehr). Der allerdings im Gegensatz zu Supergirl über weite Teile Spaß bereitet hat - also Masters (Opens in a new window).

Der Film aka die Produzenten und ebenso Debüt-Film-Autorin Ana Nogueira scheinen nicht recht zu wissen, was sie wollen. Epische Epilepsie oder doch eher Action mit Augenzwinkern. Ein absolutes Novum an Charakter-Klischee ohne Bock ist Jason Momoas Lobo. Das tut gar noch mehr weh, als seine Figur in The Wrecking Crew. Apropos: Jede einzelne Figur nervt. Was schon die Gesamtheit ihrer Charaktereigenschaften beschreibt.

Einige Szenen wirken, als hätte man sie schlicht anders besetzt aus Superman übernommen und überhaupt fühlt es sich so an, als würde jeder Moment im Film mindestens zweimal geschehen. Und sich wiederholen. Hä? Ebenso repetitiv ist der Einsatz von Pop-Rockmusik, der zunächst okay-ish ist, später einfach nur noch nervt, da es die immergleichen Momente sind. SUPERGIRL is’ nicht Deadpool. (Wobei es nice ist, den Film via Spotify über Karas Playlist zu bewerben (Opens in a new window).)
https://www.youtube.com/watch?v=OGH1c_ix0oE (Opens in a new window)Worldbuilding und Co. haben was für sich (Opens in a new window), wobei das alles von einer Künstlichkeit geprägt ist, die so richtig Spaß dann auch nicht machen mag (Opens in a new window). Gefühlt musste jede Alien-Figur, die Sheldon Cooper sich so denken könnte, einmal auftauchen. Da sind all die allzu pathetischen Momente am Ende wumpe.
Nun klingt das alles ziemlich negativ. Doch fand der Autor dieser Zeilen den Film leider auch ziemlich ungut. Immerhin ist mir indessen der oben gesuchte, fehlende Begriff zur Definition der Erwartungshaltung gekommen: Eskapismus (Opens in a new window). Bedauerlicherweise wollte ich bei Supergirl primär flüchten, hatte aber doch auf Steigerung gehofft. Uhm, nun, es kann nicht immer Sonntag sein (Opens in a new window).
AS
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SUPERGIRL ist ab dem 25. Juni 2026 im Kino zu sehen; Laufzeit ca. 108 Minuten; FSK: 12
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