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Was ist Selbstwirksamkeit – und warum spielt sie beim Musizieren eine so große Rolle?
Wann fühlst du dich selbstwirksam beim Üben?*
Selbstwirksamkeit ist der Glaube daran, dass du eine bestimmte Aufgabe in diesem Moment bewältigen kannst. Nicht generell, nicht irgendwann – sondern jetzt, in dieser Situation. Die Forschung zeigt, dass dieser Glaube einer der stärksten Vorhersager für musikalischen Erfolg ist: Er beeinflusst, wie du dich vorbereitest, wie du auf Fehler reagierst, und wie du dich auf der Bühne verhältst.
Das Wichtige daran: Selbstwirksamkeit lässt sich gezielt stärken. Und zwar nicht nur durch besseres Üben – sondern durch bestimmte Arten, wie du übst, wie du dich selbst wahrnimmst, und wie du mit Nervosität umgehst.
Eine australische Studie (Opens in a new window) mit über 300 Musiklehrenden hat untersucht, welche Strategien im Unterricht zu Einsatz kommen und, welche tatsächlich dabei helfen, dieses Selbstvertrauen aufzubauen. Drei davon wollen wir heute genauer anschauen – und direkt in die Praxis übersetzen.
*Falls du für dich schon eine Antwort darauf gefunden hast, freue ich mich riesig über eine kurze E-Mail (Opens in a new window) mit deinen Gedanken von dir!
Strategie 1: Erfolgserlebnisse bewusst einbauen
Die wichtigste Quelle für Selbstwirksamkeit sind eigene Erfahrungen des Gelingens. Nicht etwa das vage Gefühl, dass es „irgendwie gut war" – sondern konkrete, selbst wahrgenommene Momente, in denen du denkst: Das hat funktioniert. Das kann ich.
Das klingt einfach, hat aber eine wichtige Konsequenz: Wenn sie eintreten, musst du sie aktiv wahrnehmen.
Was das für dein Üben bedeutet:
Übe regelmäßig unter Auftritts-ähnlichen Bedingungen – nicht nur technisch, sondern psychologisch.
Spiel dein Stück durch, ohne zu stoppen.
Spiel es für jemanden, auch wenn es nur eine Person ist.
Spiel es in einem anderen Raum.
Der Punkt ist nicht, dich zu stressen – sondern deinem Nervensystem beizubringen, dass du auch unter ungewohnten Bedingungen spielen kannst. Jedes Mal, das du das erlebst, ist ein echter Baustein für dein Selbstvertrauen.
Wichtig: Diese Probeauftritte sollten so gestaltet sein, dass du dabei erfolgreich bist. Wähle also einen Schwierigkeitsgrad, den du wirklich meisterst – und steigere ihn schrittweise. Ein schwacher Probeauftritt unter zu viel Druck hilft weniger als fünf solide Durchläufe in einer halbwegs vertrauten Situation.