Passer au contenu principal

„Zu ehrlich, zu unaufregend, zu wenig Drama“

Gelten “Red Flags” und “Icks” für alle Männer gleichermaßen, oder darf der attraktive über 190cm Mann vielleicht mehr als der Durchschnittstyp? Eine Bare-Minimum-Kolumne aus der Perspektive eines Mannes.

In der Bare Minimum - Kolumne werden Männer oft pauschal als undatebar abgestempelt: unreif, bindungsunfähig, toxisch. Auch mir als hetero cis-Mann ist natürlich klar: viele Frauen machen tatsächlich negative Erfahrungen im Datingalltag.

Nur scheint es, als würden genau diese Erlebnisse das Bild dominieren. Der „normale” Typ, der einfach respektvoll, ehrlich und interessiert war, aber dann halt nicht „der eine“, bleibt selten hängen. Problematische Typen hingegen hinterlassen Spuren – aber das heißt nicht, dass sie repräsentativ sind. Und trotzdem hört man immer wieder: „Ich suche einfach nur jemanden, der nicht problematisch ist.“ Klingt vernünftig. Aber ist das wirklich das, worauf am Ende geachtet wird? Oder drängen sich nicht doch andere Dinge in den Vordergrund – Selbstbewusstsein, Attraktivität, Körpergröße, ein gewisser Status?

Trotz aller Emanzipation und der Abkehr von klassischen Rollenbildern – beim heteronormativen Dating beobachte ich immer wieder, dass Männer nach wie vor diejenigen sind, von denen die erste Initiative erwartet wird. Er schreibt zuerst, spricht an, fragt nach der Nummer, macht den ersten Schritt, schlägt ein Treffen vor. Das wirkt so selbstverständlich, dass es oft gar nicht auffällt – und wird in vielen Fällen sogar erwartet. Klar, können die meisten Frauen davon erzählen, dass sie auch schon mal wen angesprochen haben oder abgewiesen worden sind – ein ausgewogenes Verhältnis ist das aber noch lange nicht. Nicht nur in konservativen Kreisen, sondern auch in vermeintlich progressiven. Auch dort gilt die Erwartungshaltung: Der Mann soll den ersten Schritt machen, anschreiben, ansprechen, (ver-)führen, soll entscheiden, soll "die Spannung aufbauen“ und dabei genau den richtigen Spagat zwischen zu viel und zu wenig Engagement schaffen.

4 commentaires

Souhaitez-vous voir les commentaires ?
Devenez membre de Die Chefredaktion pour rejoindre la conversation.
Adhérer