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Aromatherapie

Einleitung: Aromatherapie nutzt ätherische Öle aus Pflanzen als therapeutisches Instrument zur Förderung von Wohlbefinden, Entspannung und zum Unterstützen von physischer und psychischer Stabilität. In der Seniorenbetreuung kann Aromatherapie gezielt eingesetzt werden, um Stress und Unruhe zu mindern, Schlaf zu verbessern, Appetit anzuregen, Gedächtnisimpulse zu geben oder Schmerzen und muskuläre Spannungen ergänzend zu lindern. Aromatherapie ist kein Ersatz für medizinische oder pflegerische Behandlung, sondern ein ergänzendes, ressourcenorientiertes Verfahren. (Hinweis: Das Lexikon - Inhaltsverzeichnis (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

Zielsetzung der Aromatherapie in der Seniorenbetreuung

Aromatherapie wird in stationären und ambulanten Settings mit verschiedenen, oft kombinierten Zielsetzungen eingesetzt:

  • Beruhigen und Angst reduzieren: Bei Unruhe, nächtlicher Unruhe (Sundowning), Angstzuständen oder vor Eingriffen.

  • Schlafoptimierung: Förderung einer geruhsamen Einschlafphase und Stabilisierung des Schlafrhythmus.

  • Stimmungsaufhellung und Anregung: Aktivierung bei Apathie, Appetitsteigerung, Förderung von Lebensfreude.

  • Kognitive Impulse und Biografiearbeit: Duftassoziationen unterstützen Erinnerungsarbeit und Gesprächsimpulse.

  • Schmerzlinderung und Entspannung: Ergänzung zur körperlichen Mobilisierung, Lockerung von muskulären Verspannungen.

  • Hygienische Raumauffrischung und Atmosphäregestaltung: Geruchsreduktion bei unangenehmen Gerüchen in Räumen, Schaffung einer angenehmen Atmosphäre.

Jedes Angebot sollte ein klares Ziel haben und dokumentiert werden; Ziele sind messbar (z. B. kürzere Einschlafzeit, verringerte Agitation, höhere Teilnahmequote).

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Niedrigschwelliger Zugang: Düfte sprechen Sinne an, benötigen oft wenig kognitive Verarbeitung.

  • Vielseitigkeit: Zahlreiche Anwendungsformen (Diffusion, Einreibung, Kompresse, Massage, Inhalator).

  • Ressourcenorientierung: Biografische Duftassoziationen fördern Identität und Erinnerungen.

  • Nicht-invasiv: In der Regel einfache Anwendung ohne Medikamente.

  • Stimmungs- und Wohlbefindensförderung: Schnelle, oft unmittelbar spürbare Effekte.

Nachteile / Risiken

  • Allergien und Unverträglichkeiten: Hautreaktionen, Atemwegsreizungen oder Kopfschmerzen möglich.

  • Medikamentöse Wechselwirkungen und Kontraindikationen: Bestimmte Öle sind für Personen mit Epilepsie, Herzrhythmusstörungen oder bestimmten Medikamenten ungeeignet.

  • Qualitäts- und Reinheitsfragen: Niedrige Qualität oder synthetische Zusätze reduzieren Wirksamkeit und erhöhen Risiko.

  • Unsachgemäße Anwendung: Zu hoch dosierte Raumdiffusion, unzureichende Verdünnung bei Hautkontakt oder falsches Öl können schädlich sein.

  • Rechtliche und haftungsbezogene Rahmenbedingungen: Einwilligung, Dokumentation und Verantwortlichkeiten müssen geklärt sein.

Wissenschaftliche und theoretische Grundlagen (kompakt)

Aromatherapie wirkt über mehrere Ebenen: olfaktorische Wahrnehmung (Geruchswahrnehmung im Gehirn beeinflusst limbische Strukturen), pharmakologische Wirkungen einzelner Inhaltsstoffe (z. B. Linalool, Limonen, Eukalyptol), sensorische Stimulation und psychosoziale Effekte (Erinnerung, Rituale, soziale Interaktion). Die Kombination von physischem Reiz (Duft), Kontext (gemeinsames Ritual) und Beziehung (Fachkraft-Präsenz) ist für die Wirksamkeit häufig entscheidend.

Auswahl der ätherischen Öle — Empfehlungen und sichere Nutzung

Bei Seniorinnen und Senioren gelten besondere Vorsichtsprinzipien: milde Öle, geringe Dosierung und immer individualisierte Auswahl.

Häufig eingesetzte, gut verträgliche Öle (Beispiele):

  • Lavendel (Lavandula angustifolia): beruhigend, angstlösend, schläffördernd.

  • Bergamotte (Citrus bergamia) oder Mandarine (Citrus reticulata): stimmungsaufhellend, appetitanregend (bei Zitrusölen Lichtempfindlichkeit beachten).

  • Römische Kamille (Chamaemelum nobile): beruhigend, entzündungshemmend (auch hautverträglich).

  • Rose (Rosa damascena) oder Geranie (Pelargonium graveolens): emotional stabilisierend, soziales Wohlbefinden.

  • Eukalyptus radiata (milder als globulus): bei Atemwegsbeschwerden vorsichtig dosiert; auf Herz-/Kreislauf achten.

  • Pfefferminze (Mentha x piperita): bei Kopfschmerzen stimulierend, aber bei älteren Personen vorsichtig (kann zu Atemwegsreizungen führen).

Qualitätsanforderungen: 100 % natürliche, therapeutische Qualität, ohne Zusatzstoffe, mit Herkunftsangaben und Chargeninformationen.

Verdünnungsempfehlungen (als Orientierung):

  • Raumdiffusion: 3–6 Tropfen pro 100 ml Wasser (Diffusor) — sparsam beginnen.

  • Persönliche Inhalation (Inhalierstift/ Taschentuch): 1–2 Tropfen.

  • Körperliche Anwendung / Massage: für ältere Menschen konservativ: 0,5–1,0 % (z. B. 3–6 Tropfen ätherisches Öl pro 10 ml Trägeröl). Bei sensibler Haut ggf. 0,25–0,5 %.

  • Kompressen: 1–2 Tropfen in 100 ml Wasser (warm oder kalt) reicht häufig.

Wichtig: Diese Werte sind allgemeine Orientierungen. Jede Anwendung muss individuell bewertet und in Rücksprache mit ärztlicher Verantwortung geprüft werden.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

  • Allergie oder Überempfindlichkeit gegen ein Öl oder Pflanzenfamilie.

  • Schwere Atemwegserkrankungen (schwere COPD, schwere Asthmaexazerbation): nur nach ärztlicher Freigabe, sehr vorsichtige Dosierung; viele Duftstoffe reizen Atemwege.

  • Epilepsie: bestimmte Öle (z. B. Salbei, Rosmarin, hohe Mengen an Kampfer) können krampfauslösend wirken — vermeiden.

  • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen: bei bestimmten stimulierenden Ölen ärztliche Rücksprache.

  • Medikamentöse Wechselwirkungen: z. B. Johanniskraut-Effekte durch bestimmte Öle sind selten, aber Arzneimittelinteraktionen sollten geprüft werden.

  • Schwangerschaft / Stillzeit (bei Mitarbeitenden oder Besucherinnen): einige Öle kontraindiziert — besondere Vorsicht.

  • Kinder/Adoleszenten in gemischten Settings: andere Dosierungen und Öle erforderlich.

Vor Anwendung immer ein Patch-Test durchführen (kleine Verdünnung auf Unterarm auftragen, 24–48 Stunden beobachten).

Rechtliches, Einwilligung und Dokumentation

Informierte Einwilligung: Bei individuellen Anwendungen (z. B. Massage mit ätherischem Öl) ist eine schriftliche Einwilligung ratsam.

Dokumentation: Art der Anwendung, Öl/Charge, Verdünnung, Zeitpunkt, beobachtete Effekte oder Nebenwirkungen, Einwilligung.

Haftungsfragen: Klare Regelungen, wer anordnet (Fachkraft/Ärztin), wer durchführt (qualifizierte Person), und Protokolle für Nebenwirkungen.

Hygiene und Lagerung: Öle kühl, dunkel, originalverpackt, außerhalb der Reichweite von Bewohnenden lagern. Ablaufdaten und Chargen dokumentieren.

Implementierung in der Praxis — Schritt-für-Schritt-Anleitung

Konzept und Rahmenbedingungen

  • Zielgruppenbestimmung: Welches Profil (Demenz, Mobilität, Palliativ) soll profitieren?

  • Angebotsformen: feste Aromastunden, Einzelinhalation bei Bedarf, Duftkompressen bei Schmerzen, Kombination mit Aktivitäten (Aromareise, Duftpflanzenpflege).

  • Ressourcen und Personal: Schulung für Mitarbeitende (Grundlagen der Aromatherapie, Sicherheit, Patch-Test), Materialbudget, Lager.

Assessments vor Anwendung

  • Vorerhebung: Allergieanamnese, Atemwegserkrankungen, Medikation, Hautzustand, biografische Duftpräferenzen.

  • Zielvereinbarung: Kurzbeschreibung Ziel (z. B. „Verbesserung Einschlafdauer um 30 Minuten“), Messkriterien und Zeitfenster.

Vorbereitung des Settings

  • Raum: gut belüftet, ruhige Sitzordnung, Diffuserposition so wählen, dass direkte Nähe vermieden wird.

  • Material: geprüfte ätherische Öle, Trägeröle (z. B. Mandelöl, Sonnenblumenöl), Kompressenmaterial, Einmalhandschuhe, Diffuser, Inhalierstifte, Taschen inhalatoren, Dokumentationsmappe.

  • Hygiene: Hände waschen, Pinsel/Utensilien reinigen, keine Lagerung offener Öle in Gemeinschaftsbereichen.

Durchführung (Beispiel Diffusionssitzung)

  1. Begrüßung und Zielklärung (5 Min): Kurz den Ablauf erläutern, Einwilligung verbal wiederholen.

  2. Sicherheitscheck (2 Min): Kurze Abfrage: Atembeschwerden, Unwohlsein.

  3. Diffusion (15–30 Min): Diffuser einschalten mit 3–4 Tropfen eines beruhigenden Öls (z. B. Lavendel) in 100–200 ml Wasser. Abstand der Sitzenden berücksichtigen.

  4. Begleitaktivität: sanfte Musik, ruhige Atemübungen, Bilder betrachten oder Gespräche zur Duftassoziation.

  5. Abschluss und Beobachtung (5–10 Min): Wirkung erfragen, Nebenwirkungen notieren, Raum lüften. Dokumentation.

Alternativmethoden

  • Persönlicher Inhalierstift: 1–2 Tropfen auf die Watte im Stift geben — nutzbar bei Bedarf.

  • Hand- oder Fußmassage: Trägeröl mit 0,5–1 % Verdünnung (z. B. 3 Tropfen Lavendel auf 10 ml Basisöl). Kurzpatch-Test vorher.

  • Wärm/Kalt-Kompressen: 1–2 Tropfen Öl in 100 ml Wasser, Kompresse anlegen (bei Muskelverspannungen, Kopfschmerz).

  • Dufttuch / Taschentuch: 1 Tropfen, zum Riechen bei Bedarf (Vorsicht bei starken Ölen).

  • Bäder: nur in Einrichtungen mit entsprechender Überwachung; Verdünnung und Emulgator notwendig; kaum bei Personen mit hoher Sturzgefahr verwenden.

Monitoring, Evaluation und Anpassung

  • Kurzbeobachtungen: Stimmungsskala vor/nach (z. B. 1–5), Vitalparameter bei relevanten Anwendungen.

  • Langfristige Evaluation: Dokumentation von Schlafqualität, Schmerzskalen, Teilnahme und Angehörigenfeedback.

  • Anpassung: Duftrotation bei Gewöhnung, Verzicht auf problematische Öle, alternative Methode wählen.

Ausbildung, Fortbildung und Teamorganisation

  • Grundlagentraining für Mitarbeitende: Einführung in ätherische Öle, Sicherheit, Patch-Test, Anwendungstechniken, Lagerung und Dokumentation.

  • Refresher & Fallbesprechung: Regelmäßige Teammeetings zur Besprechung von Reaktionen, Verbesserungen und Fallstudien.

  • Kooperation: Zusammenarbeit mit Hausärztinnen/Hausärzten, Apotheke für Qualitätsprüfungen und mit fachlich qualifizierten Aromatherapeutinnen bei komplexen Fällen.

Einkauf, Lagerung und Kostenplanung

  • Einkauf: Nur geprüfte Marken, 100 % naturreine Öle, Chargen-/CE-Angaben, Spezifizierungen (botan. Art).

  • Lagerung: Dunkel, kühl, Originalflaschen, kindersicherer Schrank. Dokumentation Ablaufdatum.

  • Kosten: Budget für Öle, Trägeröle, Diffuser, Einmalmaterial, Schulung; Nutzen durch höhere Lebensqualität, evtl. Reduktion von Beruhigungsmedikation dokumentieren.

Ethik und Biografiearbeit

Aromatherapie berührt oft sehr persönliche Erinnerungen. Respekt, Selbstbestimmung und Vertraulichkeit sind zentral. Vor allem in der Arbeit mit Menschen mit Demenz gilt: Duftwahl kann intensive Erinnerungen auslösen — dies ist hilfreich, darf aber nicht überfordern. Biografische Duftlisten (welche Düfte positiv/negativ assoziiert werden) sind nützlich.

Aromatherapie-Aktivitäten

Aromatherapie nutzt natürliche Düfte, um das Wohlbefinden älterer Menschen zu steigern und positive Erinnerungen zu wecken. Düfte aus Pflanzen aktivieren das limbische System im Gehirn und können so Gefühle, Stimmungen und Erinnerungen auslösen. Studien zeigen, dass Demenzkranke nach Inhalation ätherischer Öle deutlich entspannter sind, besser schlafen und eine höhere Lebensqualität haben. So wirken Zitrusdüfte belebend, während Lavendel oder Mandarine beruhigend wirken. Die folgenden 50 Praxisbeispiele sind nach Themenbereichen geordnet (Natur, Jahreszeiten, Haushalt, Biografie, Sinneserfahrungen) und enthalten sowohl einfache wie mehrstufige Aktivierungen. Jede Aktivität ist klar strukturiert: Titel, Materialliste (mit Duftarten und Sicherheits-Hinweisen), Umsetzungsschritte und Varianten für Gruppen- und Einzelbetreuung.

Naturnahe Aromakonzepte

Naturnahe Düfte wie Wald, Wiese und Kräuter erhöhen das Wohlbefinden und wecken oft positive Erinnerungen. Viele Menschen verbinden bestimmte Pflanzenaromen mit schönen Momenten (z.B. Spaziergängen oder Gärten). Bei Demenz kann so ein Geruch mit Geborgenheit und Vertrautheit helfen. Die folgenden Aktivitäten greifen Wald- und Gartenmotive auf und nutzen passende ätherische Öle oder natürliche Duftmaterialien.

Aromatischer Waldspaziergang

Materialliste:

  • Ätherisches Kiefern- oder Fichtennadelöl (verdünnt, 100% naturrein) – wirkt belebend.

  • Duftlampe oder Schüssel mit heißem Wasser zum Verdampfen.

  • Handtuch oder Wattepad (zum Träufeln des Öls).

  • Grüne Zweige, Moos oder Zapfen (zur Erinnerung an Wald).

  • Trägeröl (z.B. Mandelöl) zum Verdünnen (ca. 1 Tropfen Öl auf 10 ml Basisöl).

  • Sicherheit: Vorher Verträglichkeit prüfen, keine reinen Tropfen auf Haut, Abstand zu offenem Feuer, ätherische Öle sparsam dosieren.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Räume mit Grünem Zweig, Moos oder Fichtenzapfen dekorieren. Kiefernöl tropfenweise auf Tuch oder ins Wasser in der Duftlampe geben.

  2. Aktivierung: Betreuende ermuntern die Senioren, tief an den Wald-Düften zu schnuppern. Fragen wie „An welchen Wald erinnert Sie dieser Duft?“ fördern Erinnerungen und Kommunikation.

  3. Erlebnis: Zu den Düften Vogelgezwitscher oder Waldgeräusche abspielen. Langsam und ruhig den Duft verströmen, damit jeder Zeit hat, die frische „Waldluft“ bewusst zu erleben.

  4. Abschluss: Eventuell gemeinsam am Tannenzweig riechen oder darüber sprechen, welche Spiele oder Spaziergänge im Wald früher Freude bereitet haben.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Duftlampe in der Mitte, Zweige herumreichen lassen. Gemeinsame Gesprächsrunde über Walderlebnisse anregen.

  • Einzel: Duftüberraschung am Bett: Eine Pflegeperson zeigt das Tuch mit Duft, lässt die Person schnuppern und spricht über Waldrituale aus der Lebensgeschichte.

Duftender Blumengarten

Materialliste:

  • Ätherisches Rosen-, Lavendel- oder Geranienöl (blumige Öle, beruhigend oder heiter).

  • Diffusor oder Duftsträußchen (z.B. getrocknete Lavendelbüschel).

  • Echte Blumen (Rosenblüten, Lavendelzweige) oder künstliche Pflanzenteile.

  • Kleines Gästebuch oder Fotoalbum mit Gartenbildern (optional).

  • Sicherheit: Nur 100% naturreine Öle verwenden, vorher an Tuch testen, ätherische Öle nicht unverdünnt einreiben.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Im Gruppenraum (oder Zimmer) Blumen arrangieren. Ein Tuch mit Rosenöl tränken (1–2 Tropfen in 10 ml Trägeröl) oder Lavendelzweige bereit legen.

  2. Aktivität: Bewohner betrachten die Blumen und schnuppern abwechselnd am Aromatuch oder Lavendelsträußchen. Betreuerin beschreibt blumige Farben und Düfte. Bei klaren Personen können Namen der Blumen besprochen werden.

  3. Erinnerungshilfe: Anregungen geben wie „Erinnern Sie sich an Ihren Garten zu Hause?“ oder „Haben Sie früher Blumen gepflückt?“. Die Kombination aus Sehen und Riechen aktiviert die Sinne.

  4. Entspannung: Sanfte Entspannungsmusik im Hintergrund und Düfte wirken lassen. Die Bewohner können Blütenblätter in der Hand halten und daran riechen.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Alle können Reagenzgläschen mit Blüten-Duft weitergeben und gemeinsam den Aromengarten betreten. Jeder teilt seine Assoziationen zum Blumenduft.

  • Einzel: Persönliche Lieblingsblume erfragen, die Lieblingsblütendüfte (z.B. Rose, Jasmin) anhand Ölmuster oder echten Blüten individuell anbieten.

Sommerwiese im Zimmer

Materialliste:

  • Ätherisches Zitronengras-, Orangen- oder Bergamotteöl (frisch/fruchtig, aktivierend).

  • Pflanzenöl zum Verdünnen.

  • Getrocknetes Heu, Gräsersträußchen oder Wiesenblumen (getrocknet).

  • Kleines Positivbild einer Sommerwiese (Foto).

  • Sicherheit: Bei anregenden Ölen wie Pfefferminze/Bergamotte auf Herz-Kreislauf achten; Konzentration niedrig halten (0,5–1 %).

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Heu in eine Schüssel legen, Blütenzweige dazu, Zitrusdüfte ins Wasser geben (Diffusor) oder auf Stoff träufeln.

  2. Aktivierung: Bewohner dürfen Hände in das Heu legen, fühlen und daran riechen. Gleichzeitig wird langsam der Duft aus der Schüssel verströmt.

  3. Erzählrunde: Betreuer fragt: „Wie riecht eine Sommerwiese?“, „Erinnern Sie sich an Blumenwiesen früher?“. Jeder berichtet nach Möglichkeit von Sommertagen draußen.

  4. Bewegung: Bei Bedarf leichtes Schütteln des Heustraußes, um den Duft zu intensivieren. Hintergrundgeräusche wie Grillenzirpen verstärken das Erlebnis.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Gemeinsam aus der Schüssel riechen, Heu teilen, eine kleine Wiese auf dem Tisch gestalten. Musik mit Naturklängen einspielen.

  • Einzel: Für Personen, die nicht viel sprechen, in Ruhe das Heu zwischen den Fingern zerreiben und daran riechen lassen, evtl. im Bett liegend.

Meeresbrise

Materialliste:

  • Ätherisches Bio-Lavendelöl oder Eukalyptusöl (erfrischend, klärend).

  • Kleines Salzwasser-Neblergerät oder Schüssel mit Salzwasser + ätherischem Öl.

  • Schale mit grobem Meersalz oder Muscheln.

  • Seefoto oder –geräusche (Brandung, Möwen).

  • Sicherheit: Eukalyptus nur sehr sparsam (kann stark sein); bei Atemwegsproblemen mit Arzt absprechen.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Salzwasser in Schüssel füllen, 1–2 Tropfen Öl zugeben (Eukalyptus/Lavendel). Eventuell Nebler nutzen, um feine Tröpfchen zu vernebeln. Muscheln/Salz im Raum verteilen.

  2. Aktivierung: Bewohnerinnen und Bewohner atmen tief die „Meeresluft“ ein. Betreuerin spricht darüber, wie salzige Luft im Gesicht kitzelt und die Wellen riechen. Musik mit Meeresrauschen einspielen.

  3. Gespräch: Fragen wie „War jemand von Ihnen mal am Meer?“, „Welches Geräusch macht das Wasser?“. Erinnerungen an Strandurlaube oder den Geruch von Luft und Sand wecken.

  4. Entspannung: Einige Minuten ruhig sitzen, sanft atmen. Der Duft von Eukalyptus/Salz wirkt belebend, mindert Engegefühl in der Brust und entspannt zugleich.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder riecht einmal am Nebler oder an einem Wattepad mit dem Öl. Gemeinsame Entspannung mit Meeresrauschen.

  • Einzel: Person neben Becken setzen, Wattepad reicht. Mit sanften Handstreichungen am Rücken oder Schulter entspannen (basale Stimulation) und Meeresklänge im Hintergrund.

Kräuter-Gartenbrise

Materialliste:

  • Frische oder getrocknete Kräuter (Rosmarin, Minze, Thymian).

  • Ätherisches Rosmarin- oder Pfefferminzöl (aktivierend) bzw. Lavendel- oder Basilikumöl (beruhigend).

  • Trägeröl zum Verdünnen (1 Tropfen auf 10 ml Basisöl).

  • Große Tücher oder Schaukel (um Kräuter darunter zu halten).

  • Sicherheit: Pfefferminze kann stark kühlend wirken – ggf. nur ein kleines Pflänzchen anbieten, nicht unverdünnt verwenden.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Kräutersträuße binden oder Topfpflanzen hinstellen. Die ätherischen Öle im Basisöl verflüssigen.

  2. Aktivität: Bewohner schnuppern an den Kräutern und dem aromatisierten Tuch. Die Betreuerin bespricht Verwendung der Kräuter in der Küche oder Medizin („Rosmarin hilft bei Kopfweh“).

  3. Erlebnis: Die Tücher über die Köpfe halten und gut daran riechen lassen. Zusammen räuchern – z.B. Minzpflanze zerkleinern und daran riechen, um Frische zu erleben.

  4. Alltagsbezug: Hinweise geben, wie Kräuter zum Kochen oder als Tee genutzt werden. Manch einer erzählt vielleicht, wie er früher Kräuter im Garten gezogen hat.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Kleine Duftstation mit verschiedenen Kräutern aufbauen. Im Wechsel jeweils an einem Kraut riechen und Begriffe wie „kühlend“, „belebend“ nennen lassen.

  • Einzel: Pflegeperson massiert nach dem Riechen die Hände mit dem Kräuteröl (bspw. Lavendel-Rosmarin-Mischung) – Entspannung durch Duft und Berührung.

Kräftiger Erdgeruch (Wurzeln und Moos)

Materialliste:

  • Frisches Moos, Walderde oder Tonerde in einer Schale.

  • Ätherisches Vetiver- oder Zedernholzöl (erdig, beruhigend) – 100% naturrein.

  • Trägeröl, Wattepads.

  • Sicherheit: Konzentration niedrig halten (Vetiver und Zedernholz sind sehr intensiv); bei Schluckgefahr vermeiden (nur zum Riechen).

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Moos und Walderde in Schälchen anrichten. 1 Tropfen Vetiver oder Zeder auf Wattepad geben und dazulegen.

  2. Aktivierung: Bewohner dürfen Erde und Moos anfassen, den erdigen Duft einatmen. Betreuer beschreibt: „Die Luft riecht nach nassem Boden, nach frischem Moos“.

  3. Erinnern: Fragen wie „Wann waren Sie zuletzt im Wald oder im Garten?“, „Gibt es bestimmte Gerüche auf dem Land, die Sie mögen?“.

  4. Beruhigung: Dieser tiefe, erdige Duft wirkt beruhigend. Ein paar Minuten Ruhe geben, vielleicht leise Naturgeräusche (Windrauschen) einspielen.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Das Behältnis weitergeben lassen, jeder riecht daran. Zusammen über ländliche Eindrücke sprechen.

  • Einzel: Pflegekraft streichelt sanft den Rücken des Bewohners, während dieser die erdigen Düfte einatmet – kombiniert Aromaanwendung mit taktiler Zuwendung.

Lagerfeuerromantik (sicher!)

Materialliste:

  • Räucherwerk mit holzigen Aromen (z.B. eine Räucherkohle und Sandelholzstückchen) oder digitales Lagerfeuer-Video mit Klang.

  • Ätherisches Patchouli- oder Sandelholzöl (ruhig, rauchig-holzig).

  • Schutzanzünder oder diffuse Kerze (nur bei geübter Betreuung, Raucherbereich).

  • Sicherheit: Offenes Feuer nur unter ständiger Aufsicht. Alternativ Aromalampe mit Sandelholzöl imitiert „Flammentanz“. Keine brennbaren Materialien unbeaufsichtigt lassen.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Wenn möglich, kleines kontrolliertes Räucherset aufbauen (z.B. im Gartenhof) oder einen ruhigen Video-Clip eines prasselnden Feuers abspielen. Patchouli tropfenweise auf Tuch geben.

  2. Aktivierung: Bewohner lauschen dem Knistern (oder Video) und nehmen den Duft wahr. Betreuer erzählt Anekdoten von Sommerabenden am Feuer.

  3. Wärmeempfinden: Natürlich entsteht nur begrenzt Wärme. Dafür können Decken gereicht und Hände an wärmerem Gegenstand (nicht Flamme!) gewärmt werden.

  4. Erinnerung: Gespräche lenken auf Gelagerte Erinnerungen: „Wer kennt das Knistern der Flammen?“, „Woran denken Sie, wenn Sie Rauch riechen?“.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Gemeinsames Singen oder leises Summen zu Hintergrundfeuer-Musik, während die „Feuerstimmung“ durch alle Düfte flutet.

  • Einzel: Behutsames Anzünden eines Räucherstäbchens (Zeder oder Sandelholz) und die Person mit einer Fächergeste am Handrücken fächeln, um Duft zu verteilen – beruhigend und persönlich.

Gewürzregal-Entdeckung

Materialliste:

  • Eine Auswahl getrockneter Gewürze im offenen Glas (Zimtstangen, Anis, Nelken, Ingwer, Muskat).

  • Ätherisches Zimt- oder Nelkenöl (1 Tropfen auf Wattepad), alternativ Vanilleessenz auf Baumwollstreifen.

  • Schneebesen oder Messer (zum leicht Aufbrechen der Gewürze).

  • Sicherheit: Gewürze nicht essen lassen (Erstickungsgefahr), ätherische Öle sehr klein dosieren – gerade Nelkenöl kann stark reizend sein.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Gläser mit Gewürzen offen hinstellen, 1 Tropfen Nelkenöl auf Tuch geben.

  2. Aktivität: Bewohner können Zimtstangen brechen, Nelken riechen und sogar vorsichtig mit Händen am Ingwer reiben. Jeder Begriff „süßlich“, „würzig“ wird besprochen.

  3. Zeitreise: Gewürze mit Erinnerungen verknüpfen („Backen Sie gern mit Zimt?“, „Welches Weihnachtsgebäck erinnern Sie?“). Diese Aromen sind stark mit Festen verknüpft und schaffen Gemeinschaftsgefühl.

  4. Anregung: Ruhiges Durchatmen lassen, den intensiven Gewürzgeruch bewusst genießen. Das Zimt-/Nelkenöl im Raum verströmen sorgt für heimelige Stimmung.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder beschnuppert reihum ein anderes Gewürz. Gemeinsame Erratungsrunde („Was rieche ich?“) fördert Konzentration und Freude.

  • Einzel: Gewürze alleine erkunden, dabei bei Bedarf Erinnerungen abfragen („Wie war bei Ihnen Zuhause der Kuchen gewürzt?“). Dabei kann eine Pflegekraft die Hände halten oder sanft massieren.

Herbstlaub und Waldduft

Materialliste:

  • Getrocknete Herbstblätter (Eiche, Ahorn) und Tannenzapfen.

  • Ätherisches Zedernholz- oder Eichenmoosöl (erdig-holzig).

  • Trägeröl, Wattepad.

  • Bilder von buntem Herbstlaub (optional).

  • Sicherheit: Frische Blätter können schimmeln – nur säuberliche, getrocknete verwenden. Intensive Öle wie Zeder dosiert nutzen.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Bunte Blätter und Zapfen verteilen. Wattepad mit 1 Tropfen Holzöl tränken.

  2. Aktivität: Bewohner nehmen ein Blatt zwischen die Finger, riechen daran und stellen fest, dass trockene Blätter selbst kaum Duft haben. Dann das Wattepad mit Öl verströmen lassen.

  3. Gespräch: Herbstliche Eindrücke erfragen: „Wie fühlt sich das Laub an?“, „Wo haben Sie zuletzt in buntem Laub gespielt oder spaziert?“ Der holzige Duft ergänzt die Szenerie.

  4. Ruhephase: Ruhiges Verweilen, vielleicht ein leises Herbstlied singen oder summen. Der warme Holzduft wirkt in der kühlen Jahreszeit vertraut und beruhigend.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Herbst-Collage aufbauen: Jeder fügt ein Blatt hinzu, während der Duft langsam durch den Raum zieht. Gespräch über Jahreskreis.

  • Einzel: Persönlich begrenzt den Duftstimulus: Pflegekraft hält die Zapfen an die Nase des Bewohners oder massiert sanft die Hände mit dem verdünnten Holzöl.

Blumenstrauß-Sinfonie

Materialliste:

  • Mehrere kleine Gefäße mit unterschiedlichen Blütenblättern (z.B. Rose, Ringelblume, Kornblume).

  • Ätherisches Orangen- oder Rosenöl.

  • Leere Vase, Schere oder Handschere.

  • Sicherheit: Blüten können Allergien auslösen – vorher fragen, keine unbekannten Pollen verwenden. Öle nur leicht dosieren.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Getrocknete Blütenblätter bereitstellen. Eine gemeinsame Vase hinstellen. 1 Tropfen Rosenöl ins Wasser tropfen.

  2. Aktivität: Bewohner dürfen Blüten auswählen, riechen und in die Vase stecken. Währenddessen duftet es je nach Auswahl nach Rose, Ringelblume usw.

  3. Kreativbonus: Wer möchte, kann die Blumen stecken und so einen eigenen Strauß gestalten. Dabei werden Düfte kombiniert (Multisensorik).

  4. Reflexion: Es wird besprochen, welche Farben und Düfte am meisten gefallen. „Welche Blumen mögt ihr im Garten?“. Der fertige Strauß schmückt zum Schluss den Raum.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder fügt eine Blüte hinzu und beschreibt kurz, warum er sie gewählt hat. Gemeinsam ergibt sich ein duftender Gemeinschaftsstrauß.

  • Einzel: Einzelperson erhält ihre Lieblingsblüte zur Hand; die Pflegekraft riecht sie vor und beschreibt den Duft. Das gemeinsame Stecken des Straußes kann eine intime Aktivierung sein.

Jahreszeiten-Themen

Saisonale Düfte rufen starke Assoziationen hervor und strukturieren den Alltag. Zimt, Vanille und Tannenduft beispielsweise wecken Erinnerungen an Weihnachten, während blumige Frühlingsaromen an die aufblühende Natur erinnern. Die folgenden Aromakonzeptionen sind nach Frühling, Sommer, Herbst und Winter gegliedert und greifen passende Düfte sowie typische Alltagsmotive auf.

Frühlingsblüte im Zimmer

Materialliste:

  • Ätherisches Johannisbeer- oder Zitronenöl (frisch/fruchtig) oder Neroliöl (Orangenblüte).

  • Frühlingsblumen (Narzissen, Tulpen) in Vasen.

  • Vogelgezwitscher (Audio).

  • Sicherheit: Blütenpollen meiden (Allergiegefahr). Öle eher gering dosieren wegen stärkerem Zitronen- oder Blumenduft.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Bunte Frühlingsblumen in Vasen verteilen. Zitronen- oder Johannisbeeröl auf Watte träufeln.

  2. Aktivität: Bewohner betrachten die Blumen, wähnen sich im Frühling. Betreuerin spielt Vogelgezwitscher ab und regt zum tiefen Einatmen des Zitronen- oder Orangenblütendufts an.

  3. Gespräch: Fragen wie „Welche Blumen wachsen im Garten Ihrer Kindheit?“ oder „Wann haben Sie zuletzt Tulpen gesehen?“ einbringen. Die frische Atmosphäre wirkt belebend.

  4. Leichtigkeit: Leichte Frühlingsmusik und zarte Gespräche über freudige Erinnerungen an die Natur verstärken das Erlebnis.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder kann einmal an den Blumen riechen. Gemeinsam nach draußen (z.B. Wintergarten) gehen und frische Luft mit Mandarinenöl simulieren.

  • Einzel: Entspannter Spaziergang durchs Zimmer (alternativ Zimmerreise), während der Duft strömt. Pflegeperson beschreibt, welche Blumen sie sieht, und lässt den Bewohner riechen.

Sommerapfelernte

Materialliste:

  • Frische Äpfel und eine Schale mit Apfelstücken.

  • Ätherisches Zimt- oder Vanilleöl.

  • Schneidebrett, Messer (nur geschäftsfähigen Senioren anbieten, sonst Betreuer machen es vor).

  • Sicherheit: Messer nur unter Aufsicht einsetzen. Ätherische Öle nicht essen, nur an Tuch schnuppern.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Äpfel in Stücke schneiden lassen. Ein Tuch mit 1 Tropfen Zimtöl befeuchten.

  2. Aktivität: Bewohner riechen am Apfelstück, bemerken den natürlichen Fruchtduft. Dann das Zimtöl-Tuch riechen: die Kombination erinnert an warmen Apfelkuchen.

  3. Erinnerung: Fragen „Backen Sie gern Apfelkuchen?“, „Wie macht man früher Apfelmus?“. Der süße Gewürzduft weckt Kindheitserinnerungen (Herbstzeit/Schule).

  4. Genuss: Apfelstücke gemeinsam essen (sofern erlaubt), dabei an heißen Apfelbrei mit Zimt denken. Das Essen kann appetitanregend wirken.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder schneidet einen Apfelstreifen ab (wenn möglich). Rundes Gespräch über Lieblingsobst.

  • Einzel: Pflegekraft hält zuerst den Apfel, dann riecht der Bewohner. Nach Genuss des Apfels kann ein kleines Tischgespräch über Erzähldauer (“früher” vs. heute) erfolgen.

Herbstwind und Gewürze

Materialliste:

  • Ätherisches Orange- oder Mandarinenöl.

  • Kürbis, Zimtstangen und Gewürznelken auf dem Tisch.

  • Laterne oder Kerze (als Symbol, unbrennt).

  • Sicherheit: Offenes Feuer nur ständigen Beaufsichtigen. Obst und Gewürze nicht in Mund nehmen.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Kürbis bzw. Kürbisscheiben präsentieren. Orange-/Mandarinenöl auf Handtuch geben.

  2. Aktivierung: Bewohner halten Nase an das Orangentuch, der fruchtige Duft erinnert an Herbstmarkt. Zimt und Nelken riechen und benennen.

  3. Erzählen: Themen wie „Kürbis-Zubereitung früher“ und „Wintervorbereitungen“ vertiefen. Orangeduft (ähnlich Kürbisgewürz) fördert Heiterkeit in der grauen Jahreszeit.

  4. Stimmung: Bei Dämmerung Licht schummrig oder Musik von Herbstliedern spielen. Die Gruppe kann Lieder summen, während sie den warmen Duft von Gewürzen genießt.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Gewürze in einem Korb weitergeben, jeder riecht an einer Zimtstange. Gemeinsam ein Herbstgedicht vorlesen (mit Duft zur Unterstützung).

  • Einzel: Pflegekraft hält dem Bewohner die Apfelsine (geschält oder mit Duftöl) hin und erzählt eine persönliche Herbsterinnerung dazu.

Wintergemütlichkeit

Materialliste:

  • Ätherisches Tannen- oder Wacholderöl (weihnachtlich, klärend).

  • Tannenzweige, Zimtsterne oder Lebkuchen (nur zum Anschauen).

  • Glühwein-Duft (je nach Möglichkeit Vanille/Orange auf Watte).

  • Sicherheit: Wacholder nur für Aromalampe, nicht verzehren; Zimt und Nelken rein riechen, nicht essen.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Tannenzweig vorlegen, ein paar Tropfen Tannenduft in die Luft oder auf einen Lappen geben.

  2. Atmosphäre: Weihnachtliche Lieder (leise) einspielen. Jeder schnuppert am Tannenzweig und beschreibt das „Waldlagerfeuer“-Gefühl.

  3. Gespräch: Diskussion: „Welches Gebäck gibt es in Ihrer Familie zu Weihnachten?“. Den Duft von Nelke/Zimt einfließen lassen, um an Weihnachtsbäckerei zu erinnern.

  4. Entspannen: Die Gruppe legt sich zurück, hört Weihnachtsklänge und atmet tief den würzigen Duft ein. Geschichten über frühere Festtage fördern Geborgenheit.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Gemeinsames Schmücken (nur Dekoration!) eines kleinen Weihnachtsbäumchens mit natürlichen Materialien (Orangen, Nüsse, Zimtstangen).

  • Einzel: Kleines Ritual: Pflegekraft massiert Hände mit wärmendem Mandel-Öl, in dem vorher je ein Tropfen Orange und Zimt eingerührt wurde (sanfter, winterlicher Duft).

Maiengrün

Materialliste:

  • Frische Maiglöckchen (in Vase, falls Allergie unbekannt, weglassen) oder Maiglöckchenduftöl (Parfümöl).

  • Minze- oder Zitronenöl (belebend, maigrün-frisch).

  • Handtuch, kleines Sprühfläschchen mit Zitrus-Spray (Option).

  • Sicherheit: Maiglöckchen sind giftig – nur bei unbedenklicher Quelle verwenden. Anderenfalls nur Duftöl mit Maiblumen-Duftnote sprühen.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Vase mit Maiglöckchen (sofern möglich) hinstellen. Minzöl in Wasser sprühen oder Duftlampe vorbereiten.

  2. Aktivität: Bewohner schnuppern an den Blüten (o.ä.) und erfahren, wie zarte Blume riecht. Minze- oder Zitrusöl verströmen – „frisch wie Frühlingsluft“.

  3. Freude an Farbe: Alles hellgrün schmücken. Betreuer fragt: „Welche Blumen haben Sie im Mai im Garten?“. Erwähnt Rosenduft ggf. aufgreifen.

  4. Bewegung: Ein sanfter Fächerwind (an Maien überall verteilt) wird simuliert: Pflegkraft fächelt Duft mit gerüschtem Tuche durch den Raum.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Duftspray gemeinsam benutzen: Ein Betreuer geht herum und sprüht Zitrus-Gespritzer in die Luft. Alle recken die Nasen in den „Frühlingswind“.

  • Einzel: Bei ruhigeren Personen kann man Moosleintuch mit Blattduft besprühen und sanft unter der Nase halten, während leise Frühlingsmusik klingt.

Sommerregen und Erde

Materialliste:

  • Ätherisches Bergamott- oder Patchouliöl (schwere, erdige Frische).

  • Nasser Gartenerde-Geruch: Trichter mit Moosflocken und ein paar Tropfen ätherischem Öl.

  • Geräuschempfänger (Regen-Abspielgerät) oder Wasserhahn mit tropfendem Wasser (nach Absprache mit Pflege).

  • Sicherheit: Hören auf Kälte-Empfinden (nass können Schock auslösen). Öl niedrig dosieren.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Moos mit etwas Wasser besprühen, nasses Moos riecht stark nach Erde. Ein Tuch mit Bergamotteöl tränken. Regen-Geräusche im Hintergrund.

  2. Aktivierung: Bewohner schnuppern an der feuchten Erde, empfinden kühlende Regentropfen. Dann das Öl-Tuch nehmen: „Duft wie nach Sommerregen“.

  3. Erinnerungen: Fragen: „Früher stand jemand für Sie im Regen?“, „Wann hat es zuletzt geregnet?“. Gefühle wie Erfrischung oder Geborgenheit können hervorkommen.

  4. Ausklang: Ruhige Phase mit Augen schließen lassen, duftender Sommerregen abspielen, Hände übereinander legen.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Alle legen die Hände in etwas feuchte (nicht eiskalte) Erde oder Moos – multisensorisch. Danach den Duft gemeinsam einatmen.

  • Einzel: Person hält die feuchte Hand unter leichten „Regentropfen“ (ein Betreuer lässt Wasser langsam aufs Handgelenk tropfen). Danach beruhigender Duft zur Handmassage.

Weihnachtsbäckerei

Materialliste:

  • Ätherisches Zimt- oder Nelkenöl (süß-würzig).

  • Getrocknete Orangenschalen, Lebkuchengewürz (Zimt, Muskat) in Schalen.

  • Backform mit ausgestochenen, ungiftigen Zutaten (z.B. Salzteigsternchen als Symbol).

  • Sicherheit: Kein echtes Backen mit Bewohnern (Verbrühungsgefahr). Öle stark dosiert können Hustenreiz auslösen (kleinere Menge).

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Lebkuchengewürze in Schalen geben. 1 Tropfen Nelkenöl in ein Glas Wasser geben (für milden Duft).

  2. Aktivität: Bewohner riechen an Gewürzschalen, ordnen Gerüche zu (Zimt, Muskat etc.). Gemeinsam den leichten Dampf aus dem Nelkenwasser riechen.

  3. Erinnerung: Fragen, welches Gebäck sie mit diesen Düften verbinden („Lieblingsplätzchen?“, „Backen Sie gerne?“). Erinnerungen ans gemeinsame Backen kommen hoch.

  4. Abschluss: Eine „Heißgetränke-Runde“ anbieten (z.B. Warmwasser mit Zitrone) zur Abrundung, damit sich alle aufwärmen. Der Geruch von Gewürzen sorgt für Gemütlichkeit.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder trägt abwechselnd Lebkuchengewürze bei und erzählt seine Rezepte. Ein gemeinsames Weihnachtslied kann für Wärme sorgen.

  • Einzel: Pflegekraft knetet währenddessen sanft die Hände der Bewohnerin mit einer zimt- oder orangebedufteten Lotion (kombiniert Duft und Wärme).

Frühlingsblumenduft aus Kindertagen

Materialliste:

  • Ätherisches Veilchen- oder Fliederöl (Frühjahrsaroma).

  • Frühlingsblume oder Blumenduft-Tuch.

  • Alte Fotoalben von Frühling/Aktivitäten im Garten (falls vorhanden).

  • Sicherheit: Blütenpollen meiden, Öl-Probe auf Haut vertragen.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Fotoalben bereitlegen. Veilchenöl auf Watte tropfen.

  2. Aktivität: Bewohner betrachten Fotos von Frühlingsfesten und riechen am Dufttuch. Jeder benennt Frühlingsblumen (Narziß, Veilchen) und entdeckt den Ölduft wieder.

  3. Gespräch: „Welche Blumen hatten Sie im Garten?“, „Frühlingsbräuche?“. Der Veilchenduft kann an Maibowle oder Gartenblumen früher erinnern.

  4. Ausklang: Musik mit leichten Frühlingsliedern, alle lauschen und genießen den frischen Duft für einige Minuten.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder bekommt eine Blüte bzw. das Dufttuch gereicht. In der Runde erklären, was ihm der Duft sagt.

  • Einzel: Bei Personen, die nicht mehr aktiv Fotografieren, zeigt die Pflegekraft stille Bilder und erklärt, während die Bewohnerin den Duft wahrnimmt.

Frühsommer im Garten

Materialliste:

  • Ätherisches Lavendel- oder Melissenöl (sommerlich, beruhigend).

  • Getrocknete Lavendelsträuße oder Minzkraut.

  • Zitronenwasser (leicht gesüßt) als Erfrischung (keinen Alkohol).

  • Sicherheit: Lavendelöl beruhigt, kühlend. Melisse (Zitronenmelisse) kann Allergien auslösen, vorsichtig verabreichen.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Lavendelstrauß in die Mitte. 1 Tropfen Melissenöl auf Wasserglas sprühen.

  2. Aktivität: Bewohner riechen am Lavendel. Betreuerin spricht über Sommergräser und Blumenduft am Abend. Anschließend langsam aus dem Zitronenwasser trinken und das frische Aroma wahrnehmen.

  3. Erinnerung: „Haben Sie früher Tee aus Kräutern gemacht?“, „Welche Blüten duften in Ihrem Garten im Sommer?“. Die kühle Melisse gibt jedem Linderung in warmer Hitze.

  4. Ruhe: Einige Minuten in Ruhe sitzen, vielleicht ein sanfter Fächer dafür bereit. Das Aroma wirkt beruhigend und hilft, den Mittagsschlaf zu stimulieren oder Tiefenentspannung einzuleiten.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Gemeinsames Zubereiten einer Mini-Kräuterteemischung: Jeder darf etwas Lavendel und Melisse in eine Teetasse geben und an dem trockenen Kraut riechen.

  • Einzel: Die Pflegekraft kühlt die Stirn mit einem Kaltdampfspray (Leitungswasser) und reibt dann Fußgelenke mit Minz-Lavendel-Öl ein – kombiniert Duft mit wohltuender Berührung.

Spätsommerliches Kräuterfächern

Materialliste:

  • Fächer oder Papierfächer (mit Blumen gemalt).

  • Ätherisches Basilikum- oder Lemongrasöl (warmes Kräuteraroma).

  • Echte Gartenkräuter (Basilikum, Salbei) in Töpfen.

  • Sicherheit: Keine Kräuter unbekannter Herkunft; Öle niedrig dosiert.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Fächer bemalen (oder bereitstellen) und 1 Tropfen Basilikumöl auf einen Karton verteilen.

  2. Aktivität: Bewohner schwenken die Fächer sanft hin und her, während sie an Basilikumblättern riechen. Das wirkt erfrischend wie ein Sommerlüftchen in der Nacht.

  3. Themenrunde: „Was haben Sie in Ihrem Kräutergarten gehabt? Welche Gerichte haben Sie damit gewürzt?“ Jeder kann kurz erzählen. Der Duft von Basilikum oder Zitronengras ruft warme Grill- oder Sonntagabende hervor.

  4. Abschluss: Jeder pustet mit dem Fächer den Duft durch den Raum, sodass eine Atmosphäre von Sommergarten entsteht.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Alle nutzen ihre Fächer gleichzeitig als sanftes „Ventilations-Spiel“. Währenddessen sprechen sie weiter über Gartenarbeit.

  • Einzel: Pflegekraft fächelt die Person abwechselnd mit Öl-getränktem Karton – sinnliche Abkühlung im Spätsommer, verbunden mit dem Duft.

Haushalts- und Alltagsgerüche

Vertraute Alltagsdüfte (Kaffee, frisches Brot, Reiniger) können Erinnerungen an häusliche Routinen wecken und Orientierung bieten. Beispielsweise signalisiert Kaffeeduft vielen Senioren Tageszeit und regt an. Die nächsten Aktivierungen greifen Küchenszenen, Wäsche- oder Reinigungsgerüche auf, um Geborgenheit und Tagesrhythmus zu vermitteln.

Kaffee-Genussnachmittag

Materialliste:

  • Ganze Kaffeebohnen (geröstet) in einer Tüte oder Schale.

  • Ätherisches Kaffeeduftöl (falls verfügbar) oder gemahlener Kaffee.

  • Eine kleine Hand-Kaffeemühle (funktionierend).

  • Tassen und Kaffeekanne (nur zum Anschauen).

  • Sicherheit: Bohnen nicht zum Essen geben (Choking). Kaffeearoma kann aufregen; bei Schlafproblemen eher nur kurz angewenden.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: 1–2 Handvoll Bohnen in Sichtweite. Pflegekraft füllt die Kaffeemühle mit Bohnen.

  2. Aktivität: Bewohner riechen einzeln an den Bohnen (warm, bitter). Dann mahlt die Gruppe (nach Möglichkeit gemeinsam) die Bohnen – das laute Mahlgeräusch und intensiver Duft entstehen.

  3. Austausch: Jeder erzählt von seiner Frühstücks- oder Kaffeekultur („gibt es Kaffee mit Kuchen?“). Der vertraute Kaffeeduft verbindet mit Alltagserinnerungen.

  4. Ruhigstellung: Wer möchte, kann eine Tasse Kaffee trinken (auch Ersatzkaffee) oder zumindest die Tasse halten. Dabei gemeinsam in Erinnerungen schwelgen.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Alle drehen an der Mühle (reihum). Gemeinschaftliches Anhören und Schnuppern.

  • Einzel: Pflegekraft mahlt im Beisein der Einzelperson, hält ihr die duftende Mühle an die Nase und plaudert leise über Erinnerungen an Kaffeekränzchen.

Tee-Stunde im Wohnzimmer

Materialliste:

  • Verschiedene Teebeutel (Kamille, Minze, Früchtetee) – ungebrüht.

  • Ätherisches Zitronenmelisse- oder Pfefferminzöl.

  • Teekanne mit heißem Wasser (ohne heiße Teeabgabe).

  • Tassen, Servietten.

  • Sicherheit: Teebeutel nur riechen, nicht essen. Heißes Wasser unzugänglich für Bewohner lassen (Verbrühungsgefahr).

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Tassen bereitstellen. Pflegekraft hält einzelne Teebeutel unter die Nase der Bewohner.

  2. Aktivität: Bewohner riechen an den Teebeuteln (einatmen). Anschließend wird das Zitronenmelisseöl im Raum verströmt – „fruchtige Frische“.

  3. Erinnerung: Fragen: „Was für Tees mögen Sie?“, „Trinken Sie abends Schlaftee?“ Jeder kann eigenen Geschmack nennen. Die Vielfalt der Teedüfte (blumig, frisch, fruchtig) spricht verschiedene Erinnerungen an.

  4. Entspannung: Ruhige Musik (z.B. leise Harfe) kann im Hintergrund laufen. Wer möchte, bekommt später einen Schluck lauwarmen Tee serviert und genießt diesen in Ruhe.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder riecht an einem anderen Teebeutel. Danach wird gemeinsam erraten, welcher Duft zu welchen Lebensgewohnheiten gehört.

  • Einzel: Bei Einzelbetreuung kann die Pflegekraft den Bewohner sanft am Rücken kraulen oder beruhigend die Hand halten, während er die Aromen aufnimmt.

Frisch gewaschene Wäsche

Materialliste:

  • Kleine Stoffstücke (z.B. Baumwolltücher) mit Lavendelöl getränkt oder Weichspülerspray (wasserbasiert).

  • Korb mit frisch gewaschener Wäsche (Geruch imitieren, ohne echten Reiniger).

  • Sicherheit: Keine Chemikalien sprühen (nur haut- und atemfreundliche Produkte). Lavendelöl sparsam (1–2 Tropfen).

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Lavendelflüssigkeit auf Tuch träufeln. Wäsche-Korb leicht schwenken, um Luft frei zu geben.

  2. Aktivität: Bewohner schnüffeln an den Stoffen. Der frische Wäscheduft (Lavendel oder grüner Frischeduft) wirkt beruhigend und vermittelt Sauberkeit.

  3. Gespräch: „Wann haben Sie zuletzt Ihre Lieblingskleidung gewaschen?“, „Riecht das Zimmer sauber?“ Solche Fragen aktivieren Alltagsgedanken.

  4. Abschluss: Jedes einatmet tief – der Duft kann ein Gefühl von Geborgenheit geben. Wer möchte, kann Wäsche glattstreichen oder zusammenlegen, um taktil beschäftigt zu sein.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jedes Tuch weiterreichen, miteinander besprechen, wie sich frisch gewaschene Kleidung anfühlt und riecht.

  • Einzel: Bewohner hält das getränkte Tuch an Brust und Stirn gedrückt; die Pflegekraft massiert vorsichtig Schultern, um zusätzliche Entspannung zu erzeugen.

Kräutertee selbst mischen

Materialliste:

  • Getrocknete Kräuter (Kamille, Melisse, Pfefferminze) je in kleinen Schälchen.

  • Leere Teebeutel oder Tee-Ei.

  • Ätherisches Lavendel- oder Orangenöl (Optional: für fruchtige Note).

  • Sicherheit: Nur Zubereitung zum Riechen (kein Aufgießen). Getrocknete Kräuter können krümeln – gegebenenfalls Unterlage verwenden.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Schälchen mit Kräutern bereitstellen, Teebeutel offen lassen. Öl-Tropfen bereitstellen (1 Tropfen auf Tuch).

  2. Aktivität: Bewohner wählen jeweils Kräuter aus und füllen Teebeutel damit. Sie riechen an den Händen oder dem Tee-Ei: „Kamillige Blumennote“. Orangenöl-Duft als Zusatz optional auf die Mischung träufeln.

  3. Austausch: Jeder erklärt, warum er sich für bestimmte Kräuter entschied („Beruhigen mich“, „Magen tut weh“). Alte Hausmittel-Erfahrungen werden geteilt.

  4. Nachbesprechung: Alle schnuppern an den fertigen Kräutermischungen. Der Duft zieht Raum. Die Fachkraft lobt die Kreationen.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Gemeinsames Bestimmen, wer welche Kräuterkombi nutzt. Kreation eines Gruppen-Charts „Unser Lieblingstee“.

  • Einzel: Einzelner Bewohner füllt den Teebeutel, während die Pflegekraft erzählt, wie Großmutter oft Tee gemischt hat. Berührung durch Halten der Hände beim Zuknoten des Beutels.

Frische Früchte-Buffet (Duftreise)

Materialliste:

  • Verschiedene Früchte mit intensivem Duft (z.B. Ananas, Orange, Banane – nicht unbedingt essen, nur riechen).

  • Ätherisches Zitronen- oder Limettenöl.

  • Schälchen mit Vanillezucker oder Orangenschalen.

  • Sicherheit: Früchte nicht verschlucken lassen (Erstickung). Öl extrem sparsam (nur Duft).

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Früchte ankauen (Betreuer kann Schale leicht anritzen). Öl auf Watte tröpfeln.

  2. Aktivität: Bewohner riechen an jeder Frucht: frisch gepflückte Orange, reife Banane usw. Anschließend das Zitronenöl im Raum verströmen.

  3. Unterhaltung: Fragen: „Welches Obst war Ihr Lieblingssnack?“ und „Wächst das bei uns?“. Jeder erzählt, ob er Obstgärten kannte.

  4. Erlebnis: Mandarinen- oder Limettenöl ergänzt den echten Duft. Es entsteht das Gefühl eines Markteinkaufs an einem Sommertag.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Alle sitzen im Kreis und geben die Früchte weiter. Lieder wie „Im Märzen der Bauer“ oder Obstlieder leise singen.

  • Einzel: Person hält behutsam eine Frucht. Die Pflegekraft erklärt Schritt für Schritt, welche Gerüche die jeweiligen Früchte ausmachen.

Hausmittel-Inhalation

Materialliste:

  • Wärmflasche oder Eimer mit heißem Wasser (nur für Betreuer).

  • Ein paar Tropfen Eukalyptus- oder Kamillenöl in heißes Wasser (nicht für direkten Kontakt).

  • Handtuch für Dampfinhalation.

  • Sicherheit: Heißes Wasser nur von Pflegekraft gehandhabt. Bewohner dürfen sich mit Gesicht in sicherer Entfernung über die Schale lehnen.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Wasser erhitzen und in Behälter füllen, 1 Tropfen Öl hinzufügen.

  2. Aktivität: Bewohner setzen sich, nicken leicht über den Dampf, Handtuch auf den Kopf (Dampfinhalation). Der Duft (Eukalyptus oder Kamille) wirkt befreiend auf Atemwege.

  3. Wohlbefinden: Beruhigende Atemzüge betonen. Bei Bedarf leichte Brustmassage mit neutralem Öl.

  4. Gespräch: „Früher haben wir das auch gemacht, oder?“, „Gibt es hausgemachte Erkältungsmittel, an die Sie sich erinnern?“.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Gemeinsam neben der Schüssel sitzen, sanfte Anleitung zum Inhalieren (aufhören, wenn Schwindel). Jeder berichtet, wie er damals Schnupfen kuriert hat.

  • Einzel: Nacheinander herantreten, individuelle Anleitung zum Atmen geben. Pflegerassistenz beruhigend bei den Schultern.

Essig-Zitrus Raumklima

Materialliste:

  • Schale mit verdünntem Essig-Wasser (Verhältnis 1:1) und einem Spritzer Zitronensaft.

  • Zitronenschale oder Zitronenöl.

  • Sicherheit: Essigessenzen können Augen reizen. Nur mildes Essigwasser im Raum verteilen, nicht verschlucken.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Essig-Wasser in Schale bereitstellen, Zitronenschale zuschneiden.

  2. Aktivität: Bewohner riechen an der Schale und der Zitronenschale. Der herbe Essiggeruch wird als „reiner“ oder „frischer Luft“-Erinnerung thematisiert.

  3. Gespräch: „Oma hat alles mit Essig geputzt, oder?“, „Woher kommt bei Ihnen daheim der Geruch?“. This triggers cleaning memories.

  4. Erfrischung: Einige Minuten gut durchlüften lassen. Das erfrischende Zitronenaroma kann Müdigkeit vertreiben.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Mit einem Tuch leicht kreisförmig durch die Luft wedeln, um den Geruch zu verteilen. Alle diskutieren dabei, was sie früher im Haushalt gemacht haben.

  • Einzel: Nach dem Riechen eine Handmassage mit Zitrus-Öl (auf Rücken oder Schultern) schenken, um Frischegefühl zu verstärken.

Ofenwärme und Apfelkuchen (Geruch simulieren)

Materialliste:

  • Ätherisches Vanille- oder Butterduftöl (lebensmittelausgerichtet).

  • Ausgediente Kuchenblech, Vanilleschote (nur zur Anschauung).

  • Federpinsel zum Verteilen des Duftöls.

  • Sicherheit: Kein echtes Backen. Vanille- und Butteröl nur klein dosieren (süß und schwer riechend).

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Vanilleschote zeigen, einige Tropfen Butterduftöl auf Blech sprühen bzw. mit Pinsel auftragen.

  2. Aktivität: Bewohner riechen am Blech, nehmen den warmen Duft wahr. Betreuer beschreibt den „Ofengeruch“.

  3. Erinnerung: Fragen: „Wer backt gern Kuchen?“, „Welches Festessen gab es am Wochenende?“. Gemeinsames Erraten von Gewürzen im Duft (Zimt, Vanille).

  4. Stimmung: Ein oder zwei der Bewohner können „Dachbodenlüften“ spielen (Blech sanft schwenken), was ein Gefühl von gemütlicher Backstube erzeugt.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder hält kurz die Nase ans Blech und beschreibt den Duft. Parallel kann leise ein altes deutsches Volkslied über Backen gespielt werden.

  • Einzel: Pflegeperson reibt nach dem Riechen die Handcreme mit Vanille-Butterduft in die Hände des Bewohners, einhüllt ihn in den Geborgenheitseffekt.

Morgenfrische Zitrus

Materialliste:

  • Sprühfläschchen mit verdünntem Zitruswasser (Wasser + 1 Tropfen Limetten- oder Grapefruitöl).

  • Ätherisches Zedernholz- oder Rosmarinöl (gegen Morgenmüdigkeit).

  • Weihwasserfläschchen (kalt) zum Gesichtsspray (optional).

  • Sicherheit: Nicht direkt ins Gesicht sprühen, nur auf Tuch oder Hand. Grapefruitöl macht lichtempfindlich – Licht meiden.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Zimmer gut lüften. Pflegekraft besprüht ein Tuch mit dem Zitruswasser.

  2. Aktivität: Bewohner nehmen das Zitrus-Tuch und atmen tief ein – das erfrischt sofort. Gleichzeitig ein paar Tröpfchen Rosmarin auf Unterarm reiben (aktivierend).

  3. Energie: Kurze Bewegungseinheit (ein paar Handübungen) unter Anleitung, um den Kreislauf anzuregen. Das Zitrus-Rosmarin-Aroma wirkt anregend.

  4. Gespräch: Einfache Fragen wie „Gut geschlafen?“ können gestellt werden. Der neue Duft „setzt den Tag“ und kann einen täglichen Rhythmus unterstützen.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Gemeinsame leichte Gymnastik, danach alle mit dem Zitronenspray fein „besprühen“ (spray in Luft).

  • Einzel: Pflegekraft tupft Zitrusdüfte behutsam auf Schultern und Handgelenke der Person, während leise Morgengeräusche (Vögel) eingespielt werden.

Backstube-Märchen

Materialliste:

  • Set aus Backutensilien (Schneebesen, Ausstecher, Backform – keine scharfen Kanten).

  • Ätherisches Butterduft- oder Zimtaroma.

  • Plätzchenformen (nur zum Vorzeigen).

  • Sicherheit: Klingen und gehärtete Formen nur zeigen, nicht benutzen. Duft nur zum Riechen verwenden.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Utensilien auslegen. Pflegekraft hält Butterduftöl hin.

  2. Aktivität: Bewohner „rühren“ imaginär mit dem Schneebesen Teig und riechen dabei an dem Duft (oder an einer Probe der Aromabutter). Dabei wird kindgerecht über Backgeschichten gesprochen („Es war einmal ein kleiner Kuchen…“).

  3. Geschichten: Einfache Back-Geschichten erzählen lassen oder von früheren Familienkuchen berichten. Aroma verstärkt das Gefühl, wirklich in einer Backstube zu sein.

  4. Feierliches Ende: Alle Kinder vom „Back-Abenteuer“ essen gemeinsam (real) ein kleines Keks (gekocht gekauft). Der Duft dient als Abschlussritual.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder „rührt“ einmal kurz mit dem Schneebesen in der Luft, während ein anderer ein Gebäck-Geräusch imitiert („tratsch-tratsch“).

  • Einzel: Die Pflegekraft streut Mehl in die Luft (ohne Kontakt mit Bewohner), erzeugt ein Rauschen, und lässt dann die Person am Backutensil riechen.

Biografiearbeit mit Düften

Persönliche Duftanker (sinnesbiografische Düfte) sind besonders wirkungsvoll. Viele ältere Menschen erinnern sich gut an Düfte aus Jugend oder Kindheit. Die folgenden Aktivitäten verbinden persönliche Erinnerungen mit sinnlichen Erfahrungen – z.B. durch bekannte Hausmittel, Lieblingsblumen oder typische Gebrauchsgerüche aus ihrem Leben.

Lieblingsduft aus Kindheit

Materialliste:

  • Mehrere Duftproben (Tuch mit je einem Tropfen verschiedener Öle: Vanille, Apfel, Rosenduft).

  • Fotos von Kindheitstagen (optional).

  • Sicherheit: Nur Öle verwenden, die nicht abstoßend wirken könnten (vorher fragend testen). Keine ätzenden Zitrusöle direkt ins Gesicht.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Drei Tücher mit jeweils 1 Tropfen des gewählten Duftes versehen.

  2. Aktivität: Bewohner schnuppert nacheinander an jedem Tuch und soll zu jedem Duft erzählen, ob er an etwas Bekanntes erinnert (z.B. „Vanille – als Oma ihre Kuchen gebacken hat“).

  3. Gespräch: Durch Nachfragen den Erinnerungsfluss fördern: „Erinnert Sie das an Ihren ersten Kuchen?“ oder „Gab es im Kinderzimmer Dinge, die so rochen?“.

  4. Integration: Wenn ein Duft besonders positive Erinnerung auslöst, kann dieser öfter eingesetzt werden (als Duftanker) – z.B. auf einer Bettdecke kurz verströmen.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder darf einen selbst gewählten Lieblingsduft erraten lassen. Gemeinsam über das Erraten und Erinnern freuen.

  • Einzel: Die Pflegekraft gibt mehr Zeit für jedes Tuch; ruhige, persönliche Gespräche über Kindheit (Geburtshaus, Familienfeiern) ermöglichen.

Parfümritual

Materialliste:

  • Weißes Taschentuch oder Stofftuch.

  • Leichtes Parfümöle (z.B. Rosen-, Jasminöl), keine synthetischen Düfte.

  • Kommode mit alten Handspiegeln und Tüchern.

  • Sicherheit: Keine alkoholischen Parfümöle (Reizung). Nur minimal dosieren.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Tuch leicht mit ein paar Tropfen Rosenöl benetzen (alternativ echten, blumigen Duft auftragen). Spiegel bereitstellen.

  2. Aktivität: Bewohnerin/in sprüht oder tupft sich diskret mit dem Duft auf (z.B. Handgelenk, Hals) und schaut in den Spiegel. Der Blumenduft wirkt aufmunternd und vermittelt Pflegegefühl.

  3. Erinnerung: Zu damaliger Schönheitspflege oder früheren Lieblingen nachfragen: „Welches Parfum haben Sie früher gerne getragen?“. Alte Familienrituale (Hochzeit, Fest) können angesprochen werden.

  4. Selbstwert: Dies ist ein Selbstpflegeritual – die Person erlebt, dass sie etwas für sich tut, und teilt dazu evtl. Erinnerungen mit der Pflegekraft.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Wenn kulturell passend, kann eine Bewohnerin den Duft auftragen lassen und einer anderen „aufträgt“ (gegenseitige Wertschätzung). Danach verwundert Kommentare zur Schönheit.

  • Einzel: Nur die Pflegekraft assistiert beim Auftragen und sitzt zusammen still, vielleicht werden dabei eine Hand oder Schulter sanft gehalten.

Barfußdüfte (Erinnerungen an Naturfußwege)

Materialliste:

  • Sand oder feiner Kies in einem flachen Behälter.

  • Ätherisches Minz- oder Lavendelöl (auf den Sand tropfen).

  • Handtuch (für Füße).

  • Sicherheit: Nur barfuß, wenn Gesundheit okay (keine Durchblutungsstörung). Achtung vor Scherben oder scharfen Steinen.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Sand/Kiesel auf Tisch legen, 1 Tropfen Öl drauf.

  2. Aktivität: Behutsam Füße hineinstellen lassen. Bewohnern kurz die Augen schließen lassen, auf den Boden zu „laufen“. Der Duft von Minze kann erfrischend wirken, Lavendel beruhigt.

  3. Gespräch: Fragen: „Fühlen Sie das Gras unter den Füßen von damals?“ oder „Welcher Weg führte früher in den Wald?“ Das Gespür mit verbundenen Sinnen simuliert.

  4. Nachfühlen: Danach Füße abtrocknen und ggf. leicht massieren. Die taktile Erfahrung mit dem Boden und dem Duft verbindet Körper und Erinnerung.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder im Kreis an einem kleinen Sandhaufen teilnehmen, aufstehen, abwechselnd barfuß laufen und Duft genießen.

  • Einzel: Pflegekraft steht hinter Person, unterstützt beim Stehen im Sand, gibt dabei kurzen Rückenklopfer oder Händedruck, um Sicherheit zu vermitteln.

Alte Haustiere und Natur

Materialliste:

  • Trockener Farn oder Waldmoos (in einem kleinen Kissen).

  • Ätherisches Rosmarin- oder Lavendelöl.

  • Kissen oder Schmusetier (z.B. Plüschhund/Katze).

  • Sicherheit: Kissen gut gesichert (keine losen Fasern). Öle nur außen auf Kissen, nicht auf Haut.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Kissen mit Farn/Moos füllen (ein Stoffkissenbezug). 1 Tropfen Öl auf Kissen verteilen. Schmusetier bereitlegen.

  2. Aktivität: Bewohnerin/in umarmt das Kissen oder Tier, riecht daran und erinnert sich an frühere Haustiere oder Waldspaziergänge. Der Duft wirkt beruhigend und vertraut.

  3. Gespräch: Über Haustier-Erinnerungen oder Tierbegegnungen sprechen („Hatten Sie früher einen Hund?“, „War Ihr Lieblingsbaum im Garten?“). Der Duft von Rosmarin erinnert an Gartenarbeit, Lavendel an Haustierpflege (Duft im Körbchen).

  4. Geborgenheit: Während die Person das Kissen hält, kann die Pflegekraft leise zu einem Naturhörspiel lauschen – z.B. Bachgeräusche.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Kissen und Tier werden herumgereicht; jeder hat kurz Zeit, sich zu erinnern und (sofern möglich) die Gruppe darüber berichten.

  • Einzel: Person wird mit dem Kissen zusammengerollt (Sinnesanregung), während Pflegekraft sanft streichelt und gemeinsam Atemübungen macht.

Klang und Duft der Kindheit

Materialliste:

  • Lieblingslied auf CD/MP3 (relaxte Melodie aus Jugendzeit).

  • Ätherisches Rosen- oder Anisöl.

  • Blumenduft-Kerze (LED) oder Blumenspray.

  • Sicherheit: Flamme nicht unbeaufsichtigt. Inhalation lieber ohne echten Rauch (Luftwelle erzeugen).

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Song bereitlegen, Duftöl oder Spray vorbereiten.

  2. Aktivität: Lieblingsmusik leise spielen. Pflegekraft verströmt Rosenduft (z.B. an Arm reiben) oder sprüht kurz mit Blumenspray. Bewohner lehnt sich zurück, Augen geschlossen.

  3. Erinnerung: Nach dem Stück fragen: „Was haben Sie empfunden?“, „Welche Erinnerungen weckt der Duft?“. Lieder können Erinnerungen an Tanz oder Feste hervorrufen.

  4. Entspannung: Musik und Duft gemeinsam wirken lassen. Ein paar Minuten gemeinsame Stille, vielleicht sanft wehte der Duft eines Sommers durch den Raum.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jede/r kann einen Duftspritzer wählen (z.B. Lavendel, Minze), sobald der Takt des Liedes wechselt, und kurz daran riechen.

  • Einzel: Die Pflegekraft führt eine leichte Nackenmassage durch, während das Lied läuft, um eine tiefe Entspannung zu erzeugen.

Familienfeste

Materialliste:

  • Vanilleschoten, geriebene Muskatnuss, Nelken in Schälchen (nur riechen).

  • Ätherisches Orangen- oder Zimtöl.

  • Deko-Elemente (alte Familienbilder, Hochzeitspaar).

  • Sicherheit: Gewürze nicht berühren (Schleimhautreizung). Öle sparsam (Zimt sehr intensiv).

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Gewürzschälchen bereitstellen. Zimtrohlinge bereitstellen (nur betasten, nicht erhitzen).

  2. Aktivität: Bewohner riechen an Vanilleschote (süß) und Muskat (nussig). Betreuer erzählt, dass diese bei Festen oft verwendet wurden (Kuchen, Punsch). Orangenöl verbreiten.

  3. Erinnerung: Fragen wie „Welche Feste gab es bei Ihnen?“, „Wer hat den Braten gewürzt?“. Der Orangenduft verbindet sich mit Familienfeier-Gefühl.

  4. Atmosphäre: Ein altes Festtagslied summen lassen. Alten Fotos von Familienfeiern zeigen – die Düfte verleihen den Bildern Lebendigkeit.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder erzählt von seinem Lieblingsfestmahl und passt den Gewürzduft dazu (z.B. Gebäck, Glühwein).

  • Einzel: Pflegekraft bläst sanft den Duft eines Gewürzes in Richtung des Bewohners und spricht leise zu persönlichen Erinnerungen an Familienfeiern.

Schulfreizeit (Kreide und Apfel)

Materialliste:

  • Einige Stücke weißer Kreide (nur zum Vorzeigen).

  • Rote Äpfel in einer Schale (frisch).

  • Sicherheit: Kreide nicht essen (Staub). Äpfel nur anschneiden, nicht ganz verschlucken.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Äpfel halbieren. Kreidestück in die Hand nehmen.

  2. Aktivität: Bewohner riechen am Apfel – der fruchtige Geruch erinnert an gesunde Pausenbrote. Betreuer fragt, welche Pausenstücke sie früher mochten. Die Kreide wird in die Luft gestrichen – das Kreidestaubgeräusch ruft Schulstartgefühl hervor.

  3. Erinnerung: „Welches Fach mochten Sie in der Schule?“, „Wer hat Ihnen in der Pause ein Brot geschmiert?“. Der süße Apfelduft rundet den „Schultag“ ab.

  4. Erlebnis: Ein kleiner Bissen Apfel (eventuell) kann ggf. möglich sein. Abschließend kurze Pause mit einem Stück Kuchen (um „Kaffeepause“ zu simulieren).

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Alle rühren mit dem Zeigefinger imaginär über die Kreidetafel und rufen Klassenregeln (z.B. „Ruhe!“, „Augen auf!“).

  • Einzel: Pflegekraft hält Apfel, von dem Bewohner abbeißen kann. Die Person erinnert und erzählt beim Essen.

Lieblingsblumenbinde

Materialliste:

  • Eine Auswahl (gerne künstlicher) von Blumenstielen (zum Beispiel Kornblumen, Margeriten, Tulpen).

  • Ätherisches Zitrus- oder Blumenöl.

  • Schnur oder Gummiband zum Binden des Straußes.

  • Sicherheit: Künstliche Blumen sauber (keine Stauballergene). Öl sparsam.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Blumen bereitstellen, 1 Tropfen Orangenöl aufs Tuch träufeln.

  2. Aktivität: Bewohner wählen gemeinsam eine Blume aus (oder jeweils eigene). Den Duft (Orangen-/Blumenduft) aufnehmen und dann die Blumen zu kleinen Sträußen binden.

  3. Austausch: Jeder erklärt, warum er diese Blume mochte. Erinnerungen ans Sammeln oder Schenken von Blumen austauschen.

  4. Abschluss: Die gebundenen Sträuße in kleine Vasen stellen. Alle atmen den frischen Duft des Bouquets ein.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Blumenstauden reihum weitergeben, alle dürfen greifen, woraus schließlich ein bunter Gemeinschaftsstrauß entsteht.

  • Einzel: Bew. bindet unter Anleitung der Pflegekraft alleine den Strauß, so dass er stolz sein eigenes Werk gestalten kann.

Parfüm-Quiz

Materialliste:

  • Verschiedene Duftproben (Minzöl, Lavendelöl, Zimtöl) auf separaten Wattepads.

  • Augenbinden oder Tuch (optional).

  • Sicherheit: Keine Allergene mischen. Keine zu starken Öle.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Wattepads mit je einem Tropfen der Öle versehen.

  2. Aktivität: Augen verbinden lassen (freiwillig). Die Bewohner riechen an einem Pads und raten den Duft („Zitrus“, „Blume“). Jeder Tipp wird gelobt.

  3. Gedächtnistraining: Dieses Raten fördert Konzentration und Abruf von Kindheitsgerüchen. Nach Aufdecken des Tuchs darf kurz besprochen werden, wer Recht hatte.

  4. Spaß: Durch spielerischen Charakter entsteht Lockerheit. Der Betreuer kann kleine Anekdoten erzählen (z.B. „Lavendelöl im Kissen versteckt“).

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder darf einen Duft wählen, den die anderen raten müssen. Erzählungen, wer welche Düfte in der Familie mochte, fließen ein.

  • Einzel: Mehr Ruhe: Eine Person bekommt zwei Düfte direkt nacheinander, während die Pflegekraft sie begleitet: „Erst Blumenduft, jetzt Früchtenduft, was sagen Sie?“

Duftender Brief

Materialliste:

  • Kleines Kärtchen oder Briefpapier.

  • Ätherisches Rosen- oder Orangenschalenöl (paar Tropfen).

  • Buntstifte (zum Malen auf Karte).

  • Sicherheit: Keine verschluckbaren Teile. Öl auf Karton, nicht aufs Papier trinken.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Kärtchen und Stifte bereitlegen. Einige Tropfen Duftöl in eine Schale tun (nicht zu nah).

  2. Aktivität: Jeder bekommt eine Karte und malt ein einfaches Bild (z.B. Blume). Anschließend streicht man vorsichtig das Tuch mit Rosen-/Orangeöl darüber, dass die Karte dezent duftet.

  3. Bedeutung: Besprochen wird, wem die Karte vielleicht gefallen würde (z.B. Enkel), und man kann den Duft als „Gruß“ nachüben.

  4. Gefühl: Durch das kreative Malen und den sanften Duft entsteht Stolz und Aufregung (soziale Bindung, selbst erstellter Duftbrief).

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Kärtchen untereinander tauschen – jeder schnuppert an dem von einem Nachbarn gestalteten Brief.

  • Einzel: Mitarbeiter liest beim Malen oder nach dem Trocknen einen kurzen Gruß in ruhigem Ton vor, während die Person an ihrer Karte riecht.

Multisensorische Sinneserfahrungen

Diese Angebote kombinieren Duft mit anderen Sinnen (Hören, Tasten), was besonders bei Demenz hilfreich ist. Durch Spiele, Musik oder Basteln zusammen mit Geruchsstimulation werden neue Aktivierungsmöglichkeiten geschaffen. Die folgenden Ideen verbinden die Aromapflege mit taktilem und auditivem Erleben.

Duft-Memory-Spiel

Materialliste:

  • Mehrere kleine Kärtchen oder Dosen mit Wattepads (je 2 Paare mit gleichem Duft, z.B. Lavendel/Lavendel, Orange/Orange).

  • Ätherische Öle für verschiedene Gerüche (Lavendel, Minze, Zitrus).

  • Sicherheit: Nur sorgsam abgewogene Tropfen nutzen. Keine verschluckbaren Teile (Karten sind groß und flach).

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Paare von Pads mit demselben ätherischen Öl tränken und in identische, undurchsichtige Dosen oder Umschläge legen (je Pflegkraft zwei identische Gerüche).

  2. Aktivität: Ausgebreitet auf Tisch legen (oder umgedreht). Bewohner ziehen nacheinander zwei „Kärtchen“ (Dosen) und riechen an den Pads. Stimmen die Düfte überein, wird das Paar behalten, andernfalls umgedreht und weiter gespielt.

  3. Förderung: Das Spiel trainiert Aufmerksamkeit und Gedächtnis. Jeder gefundene Paar führt zu Freude. Dabei wird der intensive Lavendelduft oder Orangenaroma wiedererkannt.

  4. Motivation: Beim Finden ruft die Gruppe zusammen „Treffer!“, lobt. Langsam in ruhig-tempo, damit niemand überfordert wird.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Alle spielen zusammen (Karten liegen in der Mitte). Gemeinsames Riechen und Überlegen ist erlaubt („Ist der Duft ähnlich?“).

  • Einzel: Bewohner spielt allein (oder mit Pflegekraft im 2er-Modus). Die Pflegende notiert ggf. die Paare, um zu unterstützen.

Blindes Duft-Ratespiel

Materialliste:

  • Mehrere Duftsäckchen (kleine Stoffbeutel) mit unterschiedlichen Aromen (Kaffee, Lavendel, Zitrone).

  • Augenbinden oder dunkle Tücher (freiwillig, ggf. weglassen).

  • Sicherheit: Darauf achten, dass der Bewohner beim Riechen sicher sitzt. Keine Reizstoffe.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Duftsäckchen (mit je z.B. Kaffee, Kaffee; Lavendel, Lavendel; Zitrone, Zitrone) herstellen.

  2. Aktivität: Bewohner riecht jeweils an einem Säckchen und versucht zu erraten, was darin ist. Anfänglich ohne Augenbinde; auf Wunsch mit.

  3. Spielcharakter: Jeder Tipp wird gelobt. Danach wird das Geheimnis gelüftet („Das war Kaffee!“) und der tatsächliche Gegenstand gezeigt, falls vorhanden.

  4. Freude: Kinderstimmung einsetzen lassen, dass jede richtige Antwort Applaus bringt. Das Kombinieren von Geruch mit Bekanntem fördert die Sinnesintegration.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Wettbewerbsatmosphäre: Wer erkennt den Duft am schnellsten? Anfeuern der Teilnehmer.

  • Einzel: Pfleger*in stellt Fragen („War das süß oder sauer?“) zum Nachdenken an und gibt Hinweise, um den Prozess unterstützend zu begleiten.

Duft-Mandalas aus Blütenblättern

Materialliste:

  • Verschiedene Blütenblätter (ggf. getrocknet) und Blätter.

  • Ätherische Öle passend zur Farbe (z.B. Gelb→Zitrus, Blau→Lavendel, Rot→Zimt).

  • Papier und Leim (oder Teller, als Leinwand).

  • Sicherheit: Staub und Pollen beachten. Öl wenig auftragen, sonst Verschmierung auf Papier.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Blüten in Farben sortieren. Öl bereitstellen (je Farbe 1 Tropfen in Schälchen). Papier auf Tisch legen.

  2. Aktivität: Jeder wählt Blütenblätter und klebt ein Muster (Mandalas oder Blumenbild). Nachdem fertig, einige Tropfen des entsprechenden Öls auf Werk geben.

  3. Kreativität: Während sie legen, werden Farben und Düfte besprochen. Ergebnisse gemeinsam bewundert.

  4. Präsentation: Bilder gegenseitig zeigen und an jedem riechen. So verbindet sich Kunst mit Duft; der Geruch intensiviert die Farbwahrnehmung.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Großes Gemeinschaftsmandala legen, bei dem jeder einen Abschnitt beisteuert.

  • Einzel: Person gestaltet unter sanfter Anleitung ihr eigenes Bild, dabei über „ihre Lieblingsblumen“ sprechen.

Klangwolken und Duft

Materialliste:

  • Glockenspiel oder leichtes Instrument (z.B. Windspiel, Glöckchen).

  • Ätherisches Orangen- oder Rosenöl.

  • Handtuch oder Decke.

  • Sicherheit: Instrument so platzieren, dass niemand Stolpern kann. Öl nur zum Inhalieren, nicht auf Haut.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Decke auf dem Schoß oder Knie liegen lassen. Rosen- oder Orangenöl in die Handinnenflächen geben (verreiben).

  2. Aktivität: Pflegekraft schlägt sanft die Klangquelle an (Glocke). Bewohner atmet ein, während Klang verklingt. Anschließend tief ausatmen mit Duft an den Händen.

  3. Entspannung: Musik und Duft zusammen wirken beruhigend. Schweigen nach dem Klang werden bewusst mit dem angenehmen Duft gefüllt.

  4. Achtsamkeit: Anleiten, dass jeder Klangmoment und Duftimpuls bewusst wahrgenommen wird („Sound and smell meditation“).

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Jeder darf einmal selbst ein Glöckchen läuten und dann alle nehmen einen tiefen Atemzug mit dem Duft.

  • Einzel: Pfleger verbindet leichte Rückenstreichungen beim Klang, um taktile Stimulation hinzuzufügen.

Aromatische Handmassage

Materialliste:

  • Handcreme oder neutrales Basisöl (z.B. Mandelöl).

  • Ätherische Öle (Lavendel für Entspannung, Rosmarin für sanfte Anregung).

  • Handtücher zum Unterlegen.

  • Sicherheit: Öle immer verdünnen (ca. 1 Tropfen auf 10 ml Creme). Auf Hautverträglichkeit achten, nicht in Augenbereich.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Ein kleines Schälchen mit Massageöl anreichen (Creme + paar Tropfen Öl).

  2. Aktivität: Pflegekraft massiert behutsam die Hände des Bewohners mit duftendem Öl – langsame, sanfte Bewegungen, während der Bewohner tief atmet.

  3. Berührungsqualität: Sanfte Handstreichungen fördern Geborgenheit. Jeder Atemzug führt zusätzlichen Lavendelduft in die Sinne und entspannt.

  4. Wohlgefühl: Dabei kann leise Naturmusik gespielt werden. Anschließend wird dem Bew. ein Glas Wasser gereicht (für komplette Sinneserfahrung).

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: In Partnerarbeit massiert jeder seinen Nachbarn (wenn Beweglichkeit es zulässt). Ein Gruppenbild der Hände entsteht.

  • Einzel: Ein besonders unruhiger Mensch erhält intensivere Massage mit mehr Druck, damit der Effekt tiefer im Körper ankommt.

Fußbad mit Kräutern

Materialliste:

  • Wannen oder Becken mit lauwarmem Wasser.

  • Kleines Handtuch, Fußcreme.

  • Ätherische Öle (Rosmarin oder Wacholder für Belebung, Lavendel oder Kamille für Entspannung).

  • Sicherheit: Wassertemperatur prüfen (nicht zu heiß!). Bewohner sollten stabil sitzen oder liegen. Keine offenen Wunden.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Wasser einlassen (max. Knöchel bedeckt). 2–3 Tropfen des gewählten Öls ins Wasser geben.

  2. Aktivität: Bewohner setzt Füße ins Wasser. Pflegekraft betont angenehmes Prickeln. Zu beruhigender Musik umfängt der Duft den Raum.

  3. Berührung: Während die Füße baden, streicht Pflegekraft sanft über Unterschenkel. Der Duft wird dabei tiefer wahrgenommen.

  4. Nachbehandlung: Füße abtrocknen, evtl. leicht eincremen. Bewohner spürt dadurch noch länger den wohltuenden Duft.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Zwei Personen teilen sich ein großes Becken (sofern Platz), jeder sollte genug Raum haben.

  • Einzel: Personal kümmert sich intensiv, macht gezielte Massagetechniken an Fußsohlen (Reflexzonen).

Duftkartentraining (Basale Stimulation)

Materialliste:

  • Große Karteikarten mit aufgemalten Symbolen (Baum, Blume, Apfel, Brot).

  • Kleine Dufttücher mit den entsprechenden Ölen (Baum→Tanne, Blume→Rose, Apfel→Fruchtöl, Brot→Vanille).

  • Sicherheit: Öle leicht auftragen, keine konzentrierten Tropfen auf Karten.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Karte auslegen. Jeweils Tuch mit passendem Duft parat halten.

  2. Aktivität: Pflegende zeigt die Karte (z.B. Baum) und lässt den Bewohner am dazugehörigen Duft tasten. „Das ist ein Baum – riechen Sie das Tannennadelöl?“

  3. Verknüpfung: Visuelles Symbol und Duft koppeln sich. Bewohner wird aufgefordert, aktiv den Duft mit der Karte zu verbinden („Welches Bild gehört zum Duft?“).

  4. Wiederholung: Wechselt zwischen Karten und Düften, verbindet so visuelle und olfaktorische Eindrücke.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Alle schauen gemeinsam auf die Karte, können reihum raten.

  • Einzel: Langsameres Tempo, ggf. mehr Zeit geben. Pflegekraft nennt zusätzlich Geräusche zum Motiv („Laubrascheln“ zu Baum).

Duftende Meditation

Materialliste:

  • Stuhl mit Lehne und Armlehnen.

  • Ätherisches Sandelholz- oder Jasminöl (beruhigend, meditativ).

  • Leiser Meditationsgong oder Klangschale.

  • Sicherheit: Ältere dürfen atmen, kein Druck. Kein scharfer Lichtreiz.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Pflegeperson legt 1 Tropfen Öl ins Wasser eines Zerstäubers (oder ins Tuch). Gong bereithalten.

  2. Aktivität: Bewohner setzt sich bequem, Augen geschlossen. Pfleger schlägt einmal sanft die Klangschale. Bewohner atmet ruhig aus.

  3. Aromatische Tiefe: Pfleger verströmt den sanften Duft. Gemeinsames tiefe Ein- und Ausatmen einleiten. Einige Minuten Stille verweilen.

  4. Aufwachen: Abschließend erneut Gong. Sanftes „Hallo“ sagen und Pause beenden. Durchsichtiger Raum und ruhiger Duft fördern Entspannung und Klarheit.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Alle sitzen im Kreis. Jeder schließt für sich die Augen, aber man hört kollektiv den Klang.

  • Einzel: Pfleger kann die Hand leicht auf den Rücken der Person legen (non-verbale Unterstützung während der Meditation).

DIY Duftroller herstellen

Materialliste:

  • Leere Roll-On-Fläschchen (5–10 ml).

  • Basisöl (Jojoba oder Mandelöl).

  • Ätherische Öle (z.B. je 2 Tropfen Lavendel, 1 Tropfen Bergamotte).

  • Pipetten und kleine Mischgefäße.

  • Sicherheit: Keine selbstgemischten Mixturen schlucken. Flasche immer gut verschließen.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Fläschchen, Basisöl und Öle bereitstellen. Bew. wählt gewünschte Duftkomponenten aus (z.B. beruhigend oder belebend).

  2. Aktivität: Schrittweise mixen: Zuerst Basisöl einfüllen, dann die Tropfen der ätherischen Öle hinzufügen. Gut schütteln.

  3. Kreativ: Bewohner entscheidet über den Duft – selbstbestimmt und aktiv. Anschließend jeder seinen Aroma-Roller auftragen und kurz den Duft genießen.

  4. Mitnehmen: Jeder kann seinen Duftroller mitnehmen. Bei Bedarf entsteht sofort ein kleines Ritual: Roll-on an Armen oder Handgelenken für Wohlgefühl.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Roll-On-Aktivität gemeinsam machen, jeder stellt einen eigenen her. Danach kann man Düfte tauschen oder bewerten.

  • Einzel: Pfleger erklärt Schritt für Schritt. Die Person hält ggf. das Fläschchen und rührt mit. Vorlesen eines passenden kurzen Gedichts während es riecht (z.B. Naturlyrik).

Duftkiste der Sinne

Materialliste:

  • Eine kleine Holzkiste oder dekorierter Karton.

  • Verschiedene Duftobjekte (z.B. kleines Kuchenmodell mit Vanilleduft, Stoffblume mit Lavendel, Kaffeebohnen in Tüte).

  • Sicherheit: Alle Gegenstände kindersicher gestalten. Keine Kleinteile; Duftstoffe auf Tuch.

Umsetzung:

  1. Vorbereitung: Kiste mit mehreren im Voraus ausgewählten Duftobjekten füllen. Jedes Objekt hat einen starken Geruch (z.B. Vanille-Kaffeekaffeebohne, Lavendelblume).

  2. Aktivität: Bewohner darf nacheinander in die Kiste greifen (Hand rein und wieder raus) und durch Riechen erkennen, welcher Gegenstand erwischt wurde.

  3. Erraten: Nachdem er ihn herausnimmt, sagt er, was es ist. Das erratene Objekt wird in die Mitte gelegt.

  4. Freude: Raten und Entdecken kombiniert mit Tastsinn – eine Spielidee, die die Sinne auf verschiedene Arten aktiviert.

Varianten (Gruppe/Einzel):

  • Gruppe: Alle dürfen reihum greifen. Die ganze Runde fiebert beim Raten mit. Erklärungen der Betreuer beim Erraten unterstützen den Lerneffekt.

  • Einzel: Pfleger variiert die Gegenstände gezielt nach Biografie: Lieblingsblume, Lieblingskuchen etc., um persönliche Erinnerungen stärker hervorzurufen.

Sujet Kreative Beschäftigungen

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